Gebaut von einer Familie aus Flensburg - Holm und Molzen. Sommerhaus. Evtl. beschlagnahmt.

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1 Gebaut von einer Familie aus Flensburg - Holm und Molzen. Sommerhaus. Evtl. beschlagnahmt. Cafe Egely: FamilieJensen, Johannes Jensen u. Martha Marie Jensen Sozialdienst.

2 Gunnar Grondahl Jomfrusti Sonderburg Lieber Dieter Johannsen, ich will dir doch gern die paar Hinweise iiberlassen, die ich uber die Geschichte des jetzigen,,haus Quickborn" gefunden habe. Vielleicht finde ich noch einmal Zeit, um mehr zu entdecken.. Mit freundlichen Wenn ich meine Schwiegermutter von Sonderburg nach Flensburg fuhr, ging es immer uber die FordestraB Diesen Weg ist sie seit der Fertigstellung der StraBe 1935 (oder 1936) schon immer gefahren und sie kannto zu fast jedem alteren Haus die Bewohner -,Jiier wohnte unser Tanzlehrer",,Jbder die Groths" und beim,,haus Quickborn":,,das war das Haus von Karl Holm". Ich habe damals dummerweise nie nachgefragt un< erst spater bemerkt, dass ich etwas versaumt habe, denn Karl Holm war der Bruder meines GroBvaters. Er war bis 1926 Mitgesellschafter der Flensburger Firma,,Holrn & Molzen", die neben einer Kohlenhandlung mit Niederlassungen in Apen-rade, Hadersleben, Sonderburg und Gravenstein auch eine Reederei mit 14 Frachtschiffen betrieb und in Ekensund zwei Ziegeleien besab. (Ich fuge einen Zeitungsschnitt aus dem Fl. Tageblatt bei) Nun gut, dann wollte ich es doch genauer wissen. Wegen der Kriegs- und Nachkriegswirren hatten wir zu Karl Holm keine Verbindung, die war umso enger zu Onkel Johann Holm und Tante Hilda in Flensburg, bt denen unsere Mutter nach dem fruhen Tod ihres Vaters aufgewachsen ist. Also musste ich suchen. Im Gravensteiner Gericht war nur folgendes zu finden: Im tingbog fur Kollund Art. 246 Kollund Bov sogn areal 614 qm -. Art. 395 Kollund Bov sogn areal 8929 qm Art. 396 Kollund Bov sogn areal 177 qm ( ist ein K a u f v e r t r a g vom Not.Reg.III 1 902/257 vor mir, Notar Justizrat August Stemann erschienen heute 1. der Hofbesitzer Georg Christian Petersen in Kollund 2. der Schiffsbaudirector Thomas Christian Sophus Bredsdorffin Flensburg von denen letzterer, mir personlich bekannt, den Ersteren vorstellt. Die Erschienenen erklaren den nachfolgenden Kaufvertrag abgeschlossen zu haben. 1

3 FLENSBURGER NACHRICHTEN Kaufmaunischer Weitblick und Unternehmergeist schufen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor Heute besteht die Firma B KohlenhandeI Sdiiffe. AuBerdem erwarb die Finna Ziege- raum zur Verftigung. Ferner verkehren Holm i Molzen GmbH. Flensburg" 100 leien, darunter die in Holnis und eine standig sedis gediarterte Tankzuge direkt Jahre. Die Geschidite dieses Hauses ist zu- Kalkbrennerei am Junkerhohiveg. 1H33 zwisdien Jer Raifir.erie und den Grof5vergleidi die Geschichte vagemutiger Kaui- starb Hans Molzen und 1911 A. F. Holm, brauciern. In einem zweiten Lager an der mannsfamilien, die mil Weilblick und Kon- der nodi mit seinen Sohnen Johsnn und Sciiffbrucke werden im \Vinter tijglidi bis nen ein Unlernehmen schuien, aui- und Karl die Krananlaqe am Hafen gebsut zu 900 Kariistcr fur Kleinverbraucier abgeausbauten und zu einem beachtlidien Wirt- hette und Stadtverordneier und Stactrat.fiillt AuBerdem wird am Hafen eine sdiaftsfaklor im nordlidien Sdileswig-Hol- soivie Milglied der Handelskammer war. Liter fessende Gasoltankanlage fiir Sdiiifsslein ruaditen. In cer zweiten Generation v.nirde die auf- bunkerung unterhaiten. Neben der Kohler.bunkerstation fiir Im Jahre 1828 kam Arnbrosius Jiirgen bliihende Firma von Johann und Karl Holm aus Apenrade nadi Flensburg und Holm sowie Hermann und Ernst Molzen qe- Sdiiffe befindet sidi am Hefenv.-estufer das griindete hier ein Kolonialwarengesdiaft, fuhrt Es kam der Erste Weltl:n'eg, der grobe Kohlenleger fiii irjsgesamt Tondas iedodi wegen der politiscn unruhjgen einen sdiweren Riid:sAlag brachte. Weil nen, das das grotle Kohlenlager nord'sra Zeiten nicht rech; Uorieren vollte. Als er englische Kohle lunadist nimt mehr impor- des Kanais derstellt Die moderne?cran185? slarb, fiihrte seine Witwe das Ge- tiert werden konnte, trat man an die Ruhr- anlage kann 120 Tonnen pro Stunde umsdiaft waiter. Sie vurde dabei vom zveiten kohle heran und bildete 1918 mit der Firma sdilagen. Zehn Fahrzeuge besorgen den 'Sohn des Verstorbensn. August Ferdinand Hugo Stinnes eine Gesellsdiait mit be- Kohletransport zu den Kuncen. AuBerdem Holm, talkiaftio; unlerstulzt. Da jedoch zu sdirankier Haflung ging das nord- gibt es eine Ableilung fur die Herstellunq dieser Zeit ouch in Fiensburq die Technik sdileswigsffle Hinterland verloren. Als 1920 von Brenr.holz sowie eine Tankanlage fiir ihren Einzug hiejt es v.-urden Dampf- der Flensburger Oberbiiigermeister Dr. Kraft'ahrzeyge. Die Firrna ist ferner Importeur fur Kohle inasdiinen gebraudit und Dampfschiffe ge- Todsen von der interalliierten Kommissior. baut ss-sndte sidj A. F. Holm dem Koh- voriiberpehend aus Flensburc ausgewiesen aus England, den USA und Polen towie der \s~urde. fiihrte S'cdtrat Jobar.n Holm die UdSSR und fiir ErcunV.ohlen aus Mittellenhandel zu. Sciion 1865 importierte er mil 65 Sdii'ien Tonnen Kohle eus Oberburgermeis;ergescria;te. j y v / zoq sich deutschland. Sie liefert euberdeni Eutan fur Karl Holm aus der Firma zuruck. Funfzig die Fliissickeitsciasanlage des sladtisdien England. Prozera d?r offenen HandelEgesellsdiait Geswerks. Als A. F. Ko3m 25 Jahre alt war.,.esso- Holm & Molzen genorten Johapji Holm, Die Belegsdieft betregt zur Zeit 35 Ancierte" er sidi mit cera jungen Kaufmann Herrnenn und Ernst Moheri. die ancerer. Hans Molzen aus Gammelbymoor bei So- 50 Prozent der Firma Hugo Stinnes GmbH. oeste!lte unc 50 Lohnempfanger, oarunler rup. Unter der Firmenbezeidinung.Holm & Die Ynrtsdiaftskrise fiihrte zur Auflosung 14 Griedien, die auf dem von der Firma gemolzen" eroifneten sie am 1. September j cer offenen Handelsgesellsdiaft und zvrenq kauften ebemaligen,feuersdii;i riensburg" 1855 ihr qemeinsames Unlernehmen. Das zur ScirieEung der Reeoerei und der noch wohnen. Seit Jahren erbeitet Holm & Molzen, erste Gescna'tslokal befand sicb im Haus in Rendsburq verbliebenen Filiale. Die AnGroBe StraBe 48, ihren Kohleaschuppen teile der bishericen Gesellsciafter iiber- aufierdem ais Sch:fismakler, die Firma ist batten die beiden Kaufleule vor dern Nor- neh;n Hans Molzen in ^Copenhagen, als Ge- M. a. Agent der finnisdien Gesellsciaft; -s- = dertor erv.-arben sie einen Legerpiatz sdie'tsfuhrer v.-urden Johann Holm und nfir.ske". am Hafen, en dem Schiife in voller Breite Ernst Molzen bestei!'. anlegen konnten. Dadurdi wurde das EntNadi dem Zweiten \Veltkriec, der erneut" laden der Kohler;sciiffe rationelisiert. In Gravenstein, Sonderburg, Apenrade, Ha- grobe Sdjv,-ieriqkei!en bradite, wurde Lodersleben und Rendsburg vurden Filialen renz Dethlef'sen, Scrvviegersohn von Ernst?^olzen, Gesdiaftsfuhrer der Kohlenhande! j eingericiitet. & Molzen GmbH. Als Vertreter fur j Urn sidi beirxi Kohleimport niciit fremder Holm kam Werner Barlag als Gesdiafts- 1 S&iffe bedienen zu mussen, qab die Firms Stinnes fiihrer hinzu. Nadi dem Tode von Hans Mol-! 1882 bei der Flensb-arqer Sd-.iffsbau-Gesell- zen v-urde Lorenz Dethleffsen Generalbe-1 saaft ihren ersten eigenen Dempfer in vollmaditigter von Molzens Erben. Er berie' j Auftrag. Ihm folgten beld zahlreidie andeie Fritz-Liider Vvohlers zum Geschaitsfuhrer, nachdern Werner Barleg zu Stinnes zuruek- j gekehrt war. Nadi cer Wahrungsreform erieble die Firma einen gewaltigtn Aufstieg. Sie begann 1954 mit dem Mineralolhandel und erriditete em Industriehafen ein Keizollager, des als das groele private D'llaqer in Sdileswjg-Holstein bezeidinet wird. In den grocen Tanks kor.r.en 8,8 Mill. Liter D'l lagem. Fiir 1967 ist die Erriditung eines dritten Tanks von Litern Dl vorge?ehen. Zur Kundenbeiieferung slehen adit 'i eigene Tankwagen mit Liter Tank- Hans Molzen st Ferdinand Holm

4 F Seite 5 Jahrgang Geburtstag Karl Holms Am 11. November vollendet Herr Kar Holm sein 80. Lebensjahr. Einer alien Flensburger Familie entslammend, wandte sich Herr Holin in seinen jungen Jahren dem kaufmannischen Beruf zu und war nach AbschluB seiner Ausbildung mehrere Jahre im Ausland tatig. Im Jahre 1893 trat er dana in das vaterliohe Geschaft, die bekannte Firma Holm und Molzen ein und hat wesentlich zura Aufbliihen dieses an der Abstimmungszeit Oberburgermeister Dr. Todsen vorubergehend die Leitung der Stadt niederlegen mubte, iibernahm Herr Holm kommissarisch den Posten des Oberburgermeisters. Das ihm damit ubertragene schwierige Amt, dessen Ausubung viel diplomatische Geschicklichkeit erforderle, hat er erfolgreich innegehabt und sich damit den Dank der Flensburger erworben. In der folpenden Zeit hat Herr Holm in verdienstvoller Weise in einer Reihe wirtschaftlicher Organisationen mitgewirkt, die sich vor allem dem Wiederaufbau der deutschen Handelsschiffahrt widmeten. So war er Mitglied des Prasidiums des Vereins Deutscher Reeder, fiihrte neun Jahre lang den Vorsitz des Deutschen Nauti-' schen Vereins und wurde von der Reichsregierung in mehrere Delegationen berulen, die in Schiffahrtsangelegenheiten im Auslande zu verhandeln hatten. Herr Hojm leitete ferner wahrend vier Jahrzehnte den von ihm im Jahre 1906 gegriindeten Verein der Kohlenimporteure in den deutschen Ostseehafen. Auch war er mehrere Jahre Vizeprasident der Industrieund Handelskammer Flensburg, bis er im Jahre 1926 aus seiner Firma ausschied. Im Jahre 1935 verzog Herr Holm vorubergehend nach Berlin, wo er insbesondere die Aufgabe iibernahm, fur den Verein der Kohlenimporleure die Verbindung mit den verechiedenen Regierungsstellen zu pilegen. Nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 kehrte unser Jubilar in seine Vatersiadt zuruck, mit der er sich immer verbunden gefuhlt hat. In erfreulicher korperlicher und geistiger Frische verbringt er seinen Lebensabend im Stadtischen AHersheim an der Exe, seinen 80. gesehenen Handelshauses, insbesondere der Kohienabteilucg der Firma, beigetragen. Eine besondere Aufgabe vurde Karl I bei seinen Kindern. Moge Herrn Holm Geburtstag allerdings begeht er auswarts kolm nach dem ersten Weltkrieg in seiner. noch ein langer und gesegneter Lebensabend beschieden Vatersladt Flensburg zuteil. Als wahrend sein.

5 Diese 3 Parzellen bildeten das Grundstiick, sie wurden auch 1964 zusammen iibergeben vom damaligen Eigentumer Restaurator Jobs. Jensen, Kollund ner Restaurator Jobs. Jensen, Kollund -.ejendommen, der er indfort i tingbogen for Kollund under art.nr Kollund Bov sogn areal ol4qm 614 art.nr. 395 Kollund Bov sogn areal 8929 qm t.nr. 396 Kollund Bov sogn areal 177 qm' Was mich sehr verbluffte: ich fand im Grundbuch keinen Kaufvertrag mit Karl Hobn weder von 1914 noch spater beim Verkauf und das mub verwundern bei den sehr peniblen Aufbewahrungsvorschriften fiir Grundbuchangelegenheiten. Und dann kam ich drauf: Karl Holm ist als deutscher Staatsbiirger nach 1945 enteignet worden und wohl in Zusammenhang damit sind alle ihn und seine Eigentumsrechte betreffenden Unterlagen aus dem Grundbuc entfernt worden, weil sie wohl mit vielen Shnlichen Dokumenten zentral von den damit befassten Justizlobehorden gesammelt wurden. Wahrscheinlich sind sie auch heute noch dort..? Die Initialen am Westgiebel stehen J fur Jepsen und H fur Holm 1. Ehefrau von Karl Holm

6 Es verkauft urd iiberlasst der Hofbesitzer Petersen von seinem, in Kollund belegenen, i Grundbuch von Kollund Bd. II Blatt 45 eingetragenen Grundbesitz einen Theil der Parzellen No. 32 und 33 Kartenblatt 6, welcher begrenzt wird westlich durch den offentlichen Weg,,Kumleweg", nordlich durch das Grundstuck des Kaufers, ostlich durch den ersten Graben und sudlich durch den Strand....." In der Akte Mr. 583 findet sich eine Eintragung: Karl Holm kauft am ,,von Wwe. Bredsdorff ein Trennstiick des im Grundbuch von Kollund Bd. I Blatt 19 eingetragenen Grundbesitzes erworben Demnachst hat Herr Hohn noch ein weitere Trennstuck erworben, zur GroBe von 696 qm und zwar zu einempreis von... Die grundbuchmabige Bezeichnung des gesamten Kaufobjektes ist jetzt Kartenblatt 6 der Parzelle 115/32 116/35 117/34 Gemarkund Kollund" Die Quellen bleiben weiterhin diirftig- ich fend,,afrids etter Matrikulskort" vom (ich meine im Katasteramt Apenrade) omfattende art. 246 Kollund Ejerlav der tilhorer Emil Mygind og agtes afhaendet til Frs Annamarie Holm f. Blohm". (dabei handelt es sich um die auf S. 1 erwahnte art. Nr. 246 mit 614qm, oben rechts an der StraBe, wo der kleine Parkplatz liegt) Zur Veranschaulichung eine grobe Skizze: