Ruheforst. 2. Bauweise, überbaubare Grundstücksfläche und Stellung baulicher Anlagen Baugrenze, überbaubare Grundstücksfläche nach Planeinschrieb

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1 Bebauungsplan Teil 1: Bebauungsplan A Planzeichnung M 1: Teil B - Textliche Festsetzungen A- Planungsrechtliche Festsetzungen nach 9 Abs. 1 BauGB Ruheforst 1. Art der baulichen Nutzung / Fläche für Wald Fläche für Wald mit der Zweckbestimmung "Bestattungswald Donauwörth - naturnahe Bestattung" ( 9 Abs. 1 Nr. 18b BauGB) Art. 8 Abs. 2 DSchG: Die aufgefundenen Gegenstände und der Fundort sind bis zum Ablauf von einer Woche nach der Anzeige unverändert zu belassen, wenn nicht die Untere Denkmalschutzbehörde die Gegenstände vorher freigibt oder die Fortsetzung der Arbeiten gestattet. Zu verständigen ist das: Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, Dienststelle Thierhaupten, Klosterberg 8, Thierhaupten, Telefon ( ) , Fax ( ) , oder die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde. Nachrichtliche Übernahmen Bauweise, überbaubare Grundstücksfläche und Stellung baulicher Anlagen Baugrenze, überbaubare Grundstücksfläche nach Planeinschrieb 2579 vorhandene Grundstücksgrenzen Flora-Fauna-Habitatgebiet mit der Nummer "Donauwörther Forst mit Standortübungsplatz und Harburger Karab" 3. Verkehrsflächen Straßenverkehrsfläche Landschaftschutzgebiet LSG "Naturpark Altmühltal" P Straßenverkehrsfläche mit der Zweckbestimmung Parken Zugang zwingend Satzung 4. Grünflächen Schottergebundener Fußweg und Andachtsfläche Mit Inkrafttreten dieses Bebauungsplans "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" sind sämtliche rechtsverbindliche Festsetzungen von bisher bestehenden Bebauungsplänen oder Bauvorschriften innerhalb des räumlichen Geltungsbereiches aufgehoben. Bestattungswald 14 2,10 Öffentliche Grünfläche Planungen, Nutzungsregelungen, Maßnahmen und Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft Umgrenzung von Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft 1 Für den Geltungsbereich des Baugebietes gilt der von Becker + Haindl, Klosterweg 6a, Wemding vom... ausgearbeiteten Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" in der Fassung vom... und die auf diesem vermerkten Festsetzungen. 2 Der Bebauungsplan besteht aus der Bebauungsplanzeichnung, den daneben vermerkten Festsetzungen, sowie der Begründung. 3 Der Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" wird mit der Bekanntmachung der Genehmigung gemäß 10 BauGB rechtsverbindlich. 258 Leitbild: Naturnahe Waldentwicklung Maßnahme: Einbringen von Totholz Die Stadt Donauwörth erlässt den Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwört (Stiegelschlag)" als Satzung , Sonstige Planzeichen Räumlicher Geltungsbereich Alle Maßangaben in Metern B - Örtliche Bauvorschriften nach Art. 81 BayBO 1. Gestaltung baulicher Anlagen Zur Bewahrung des Waldcharakters sind bauliche Anlagen nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoffe und Farbe im Sinne der anerkannten Regeln der Baukunst einwandfrei zu gestalten und mit ihrer Stellung Proportion und Gestaltung harmonisch in die umgebende landschaftliche Situation einzufügen. 2. Gestaltung unbebauter Flächen Die Rechtsgrundlagen hierfür sind: - Baugesetzbuch (BauGB) 2, Abs. 1, Satz 1 und 13 in der Fassung vom , (BGBI. I S. 2414), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom (BGBI. I S. 1722) - Baunutzungsverordnung (BauNVO) in der Fassung der Bekanntmachung vom , zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes vom (BGBI. I S. 1548), - Bayerischen Bauordnung (BayBO) in der Fassung der Bekanntmachung vom (GVBl S. 588, BayRS I), zuletzt berücksichtige Änderung: Inhaltsübersicht und Art. 82, 83 und 84 geänd. ( 1 G v , S. 89) - Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom (GVBI S. 82, BayRS UG), zuletzt berücksichtige Änderung: mehrfach geänd. ( 1 Nr. 398 V v , 286) - Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern in der Fassung der Bekanntmachung vom , letzte berücksichtigte Änderung: mehrfach geänd. ( Nr. 37 V v , 452) 6 4 8,50 P 3 1,20 P Das natürliche Gelände darf nur soweit verändert werden, als dies zur ordnungsgemäßen Errichtung des Andachtsplatzes und des Fußweges unumgänglich ist. Einfriedungen sind generell unzulässig. Die Abgrenzung zum regulären Wirtschaftswald erfolgt durch einen Mulchstreifen (Einsaat mit Wildblumensaatmischung), der mindestens einmal im Jahr zu bearbeiten ist. 3. Gestaltung der Grabstätten, Markierungen Verfahrensablauf 1. Der Stadtrat der Stadt Donauwörth hat in der Sitzung vom den Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" gemäß 2 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) beschlossen. Der Aufstellungsbeschluss wurde am ortsüblich im Amtsblatt der Stadt Donauwörth bekannt gemacht. Die Bestattungen erfolgen an sogenannten Ruheräumen. An einem Baum können je nach natürlichen Gegebenheiten mehrere Grabstätten (maximal 12) vergeben werden. Jede Grabstätte dient der Bestattung einer Urne. Die Urnen müssen aus nicht-verrottbarem, inertem Material bestehen. Der gewachsene und weitgehend naturbelassene Wald darf in seinem Erscheinungsbild nicht gestört und verändert werden. Besonders alte, hohe und für Natur und Landschaft wertvolle Bäume sind zu erhalten. Es ist daher untersagt, die Grabbäume und den Grabplatz zu bearbeiten, zu schmücken oder in sonstiger Form zu verändern. Unzulässig sind Grabmale, Gedenksteine und sonstige bauliche Anlagen, Kränze und Grabschmuck, Kerzen oder Lampen, Anpflanzungen. 2. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß 3 Abs. 1 BauGB mit öffentlicher Darlegung und Anhörung für den Vorentwurf des Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" hat in der Zeit vom bis stattgefunden. 3. Zum Vorentwurf des Bebauungsplans wurden die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß 4 Abs. 1 BauGB mit Schreiben vom um Stellungnahme gebeten. Die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange hatten bis zum die Gelegenheit zur Stellungnahme. Bebauungsplan Teil 2: Ausgleichsbedarf M 1:2.000 BEWERTUNG Eingriffsfläche B III Gebiet mit hoher Bedeutung Typ B niedriger bis mittlerer Versiegelungsund Nutzungsgrad Markierungen zum Auffinden des Grabbaumes und Namensplaketten zur Erinnerung an Verstorbene sind erlaubt. Diese dürfen nur von der Friedhofsverwaltung angebracht werden. Vorgaben: Größe der Markierung maximal 6 cm x 6 cm Größe der Namensplakette maximal 6 cm x 10 cm (Nur Name, Geburts-, Sterbedatum, religiöses Symbol) Hinweise und sonstige Vorschriften 1. Altablagerungen Bei Erdarbeiten ist generell darauf zu achten, ob evtl. künstliche Auffüllungen, Altablagerungen, o. ä. angetroffen werden. In diesem Fall ist umgehend die zuständige Behörde zu informieren. 2. Brandschutz 4. Der Entwurf des Bebauungsplans "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" wurde mit der Begründung gemäß 3 Abs. 2 BauGB in der Zeit vom bis öffentlich ausgelegt. 5. Zum Entwurf des Bebauungsplans "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" wurden die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß 4 Abs. 2 BauGB mit Schreiben vom mit Frist bis zum um Stellungnahme gebeten. 6. Die Große Kreisstadt Donauwörth hat mit Beschluss des Stadtrats vom... den Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" gemäß 10 Abs. 1 BauGB als Satzung beschlossen. Donauwörth, den... Waldmeister-Hainbuchenwald III ERMITTLUNG DES AUSGLEICHSBEDARFS Eingriffsfläche x Faktor = Bedarf Ausgleichsfläche BIII 861 m² x 2,00 = m² B m² x 0,00 = 0 m² Kein Eingriff: m² Geltungsbereich: Ausgleichsbedarf: m² m² BILANZIERUNG Dargebot Ausgleichsfläche Fl.Nr m² - Ausgleichsbedarf "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" m² Auf die Bestimmungen der BayBO hinsichtlich des Brandschutzes wird besonders hingewiesen. Die Feuerwehrzufahrt für Fahrzeuge bis 16 t Gesamtgewicht und ausreichende Rettungswege sind sicherzustellen. Die DIN Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken ist zu beachten. Eine ausreichende Löschwasserversorgung ist sicherzustellen. Eventuell notwendige bauwasserrechtliche oder sonstige Genehmigungen sind vorzulegen. 3. Wasserwirtschaftliche Belange Erforderliche wasserrechtliche Genehmigungen sind bei Bedarf bei der zuständigen Behörde einzuholen. 4. Immissionen Bedingt durch die unmittelbare Nachbarschaft landwirtschaftlicher Flächen ist mit Staub-, Lärm- und Geruchsimmissionen zu rechnen. Diese sind von Vorhabensträger, Waldbesuchern, Trauergästen und Angehörigen zu beachten bzw. zu dulden. Armin Neudert Oberbürgermeister 7. Der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" wurde am... gemäß 10 Abs 3 Halbsatz 2 BauGB ortsüblich bekannt gemacht. Der Bebauungsplan wird seit diesem Tage zu jedermanns Einsicht bereitgehalten. Der Bebauungsplan ist damit gemäß 10 BauGB in Kraft getreten. Auf die Rechtsfolgen der 44 und 215 BauGB wurde in der Bekanntmachung hingewiesen. Donauwörth, den... Änderungen Stadt Donauwörth Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" Entwurf in der Fassung vom Bestehende Perchtoldsdorfer Straße mit Bankett 0 Rechnerische Differenz 0 m² Der Eingriff kann somit vollständig kompensiert werden. Es sind keine nachhaltigen Beeinträchtigungen in Natur und Landschaft zu erwarten. 5. Bodendenkmäler Bei Bodeneingriffen im Planungsgebiet des Vorhabenbezogenen Bebauungsplans "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" muss damit gerechnet werden, dass man auf Bodendenkmäler stößt. Der betroffene Personenkreis (Eigentümer oder Besitzer der Grundstücke) ist schriftlich auf die gesetzlichen Vorschriften zum Auffinden von Bodendenkmälern nach Art. 8 des Denkmalschutzgesetzes hinzuweisen. Art. 8 Abs. 1 DSchG: Wer Bodendenkmäler auffindet, ist verpflichtet, dies unverzüglich der Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem Landesamt für Denkmalpflege anzuzeigen. Zur Anzeige verpflichtet sind auch der Eigentümer und der Besitzer des Grundstücks, sowie der Unternehmer und der Leiter der Arbeiten, die zu dem Fund geführt haben. Die Anzeige eines der Verpflichteten befreit die Übrigen. Nimmt der Finder an den Arbeiten, die zu dem Fund geführt haben, aufgrund eines Arbeitsverhältnisses teil, so wird er durch die Anzeige an den Unternehmer oder den Leiter der Arbeiten befreit. Armin Neudert Oberbürgermeister 8. Satzung ausgefertigt am:... Donauwörth, den... Armin Neudert Oberbürgermeister Planung: Becker + Haindl Architekten - Stadtplaner - Landschaftsarchitekten Klosterweg 6a Wemding Tel.: Auftraggeber: Stadt Donauwörth Städtische Forstverwaltung Rathausgasse Donauwörth

2 Bebauungsplan mit Ausgleichsbebauungsplan "Solarpark Riedlingen" - Begründung - Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" Teil A: Begründung (gemäß 2a BauGB) Teil B: Umweltbericht Entwurf in der Fassung vom Große Kreisstadt Donauwörth Stadtbauamt Rathausgasse Donauwörth Tel Bearbeitung: Becker + Haindl Architekten - Stadtplaner - Landschaftsarchitekten Klosterweg 6a Wemding Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 1

3 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung - VORHABEN: BEBAUUNGSPLAN "BESTATTUNGSWALD DONAUWÖRTH (STIEGELSCHLAG)" Begründung Teil A: Begründung Entwurf in der Fassung vom BEARBEITUNG: Becker + Haindl Architekten Stadtplaner - Landschaftsarchitekten Klosterweg 6a Wemding Tel / 1776 Fax / 1737 Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 2

4 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung - INHALTSVERZEICHNIS Teil A: Begründung 1.0 Allgemeines Anlass der Planaufstellung, Lage des Planungsgebietes und räumlicher Geltungsbereich Rechtsgrundlagen des Bebauungsplans mit Ausgleichsbebauungsplan Benachbarte Bebauungspläne Schutzgebiete und objekte Umweltverträglichkeitsvorprüfung (UVGP) Allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls Entwicklung aus dem Flächennutzungsplan Flächenbilanz Planungsrechtliche Festsetzungen Art der baulichen Nutzung Bauweise, überbaubare Grundstückfläche und Stellung der baulichen Anlagen Erschließung / Verkehrsflächen Grünflächen Planungen, Nutzungsregelungen, Maßnahmen und Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung Örtliche Bauvorschriften Gestaltung baulicher Anlagen Gestaltung unbebauter Flächen Gestaltung der Grabstätten / Markierungen Hinweise und sonstige Vorschriften Friedhofssatzung 12 Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 3

5 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung - Teil B: Umweltbericht 1.0 Einleitung Inhalt und Ziele des Bebauungsplans einschließlich der Beschreibung der Festsetzungen Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festgelegten Ziele des Umweltschutzes und ihre Berücksichtigung Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen, die in der Umweltprüfung ermittelt wurden Bestandsaufnahme des Umweltzustandes, einschließlich der Umweltmerkmale, die voraussichtlich erheblich beeinträchtigt werden Prognose über Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung und Nichtdurchführung der Planung Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung der nachteiligen Auswirkungen 2.4 Maßnahmen zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen 18 (Naturschutzrechtliche Eingriffs-/ Ausgleichsregelung) In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten Merkmale der technischen Verfahren und Hinweise auf die Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Unterlagen Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen bei der Durchführung des Bauleitplans Allgemein verständliche Zusammenfassung 24 Anlagen: 1. FFH-Vorprüfung 2. Gebietsdaten NATURA 2000 Fachinformationssystem Bundesamt für Naturschutz 3. Übersicht FFH-Gebiet 4. Screening (UVPG Vorprüfung des Einzelfalls) Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 4

6 Bebauungsplan mit Ausgleichsbebauungsplan "Solarpark Riedlingen" - Begründung Allgemeines 1.1 Anlass der Planaufstellung, Lage des Planungsgebietes und räumlicher Geltungsbereich Anlass der Planaufstellung Die Stadt Donauwörth plant im Stadtwald Donauwörth die Errichtung eines Bestattungswaldes. In der Stadtratssitzung am wurde der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst. Hier sollen Beisetzungen der Aschen von Verstorbenen in biologisch abbaubaren Urnen an ausgewählten Ruheräumen stattfinden. Grundgedanke ist die Idee eines christlichen Waldfriedhofes, der den respektvollen und würdigen Umgang mit Interessenten, Hinterbliebenen und Verstorbenen, sowie mit den Themen Trauer, Gedenken und Hoffnung garantiert. Ferner bietet dies den Menschen eine zusätzliche Alternative zu herkömmlichen Bestattungen. An ausgewählten Ruhebäumen stehen hier bis zu 12 Urnenplätze zu Verfügung. Diese orientieren sich kreisförmig in einem Abstand vom etwa 2 m um den Baum. Es ist vorgesehen ca geeignete, langlebige Ruhebäume je Hektar auszuwählen. Diese werden in ihrer Erscheinung nicht verändert und lediglich mit einer kleinen nummerierten Marke versehen, damit Angehörige, Trauergäste und Besucher den jeweiligen Ruheplatz aufsuchen können. Auf Wunsch kann eine kleine Namensplakette des Verstorbenen am Baum befestigt werden. Grundsätzlich bleibt das Gelände des Bestattungswalds ein naturbelassener Wald. Es findet dort keine forstliche Bewirtschaftung mehr statt. Lediglich eine Pflege des Baumbestandes soll die Begehbarkeit und Erreichbarkeit der Ruhestätten sichern. Sollte ein Ruhebaum während der Laufzeit ausfallen, so wird ein neuer Baum gepflanzt. Die Kennzeichnung und Namenschilder werden vorübergehend an einem Eichenpflock oder Findling befestigt. Fällt ein erworbener / reservierter Baum aus, an dem jedoch noch keine Urne beigesetzt wurde, können die Betroffenen einen neuen Baum von ähnlicher Qualität aussuchen. Um Angehörige, Trauergäste und Waldbesucher zu lenken und Ihnen das Aufsuchen der Ruhestätten zu ermöglichen, ist es angedacht, einen zentralen Fußweg (schottergebunden) anzulegen. Die Abgrenzung des Bestattungswalds erfolgt durch die Anlage eines deutlichen ca. 3 m breiten Mulchstreifens. Dieser wird mit einer Wildblumensaatmischung eingesät, um den Besuchern aufzuzeigen, dass sich dieses Waldstück in seiner Nutzung von anderen Waldbereichen unterscheidet. Etwa in der Mitte des Plangebiets soll ein schotterbefestigter Andachtsplatz für Trauerfeiern angelegt werden. Dieser wird mit 5-7 Holzbänken, einem christlichen Symbol (Kreuz oder Heiligenstatue) versehen werden. Im Schnitt werden zwischen 5 und 30 Trauergäste zu einer Beisetzung erwartet. Besucherzeiten des Bestattungswalds werden in der Friedhofssatzung festgelegt. Für Trauergäste und Waldbesucher stehen im nordöstlichen Bereich des Plangebiets 31 Längsparkplätze an der direkt angrenzenden Perchtoldsdorfer Straße zur Verfügung Die Betreuung der Anlage / des Bestattungswalds wird in einer internen Dienstanweisung geregelt, in welcher die ordnungsgemäße Betreuung des Bestattungswalds gewährleistet wird. Mit der Erstellung des Bebauungsplanes wurde das Büro Becker + Haindl, Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten, Klosterweg 6a, Wemding beauftragt. Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 5

7 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung Lage des Planungsgebiets Das Planungsgebiet liegt nördlich der Stadt Donauwörth im Donauwörther Forst "Stiegelschlag". Abb. 1: Lage im Raum Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag) Räumlicher Geltungsbereich Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplanes ist in den Planzeichnungen dargestellt. Die Gesamtfläche des räumlichen Geltungsbereichs des Bebauungsplans beträgt m² und befindet sich auf den Fl.Nrn (TF Wald) und 2583 (TF Wald) der Gemarkung Donauwörth. Das Bebauungsplanungsgebiet wird im Wesentlichen wie folgt umgesetzt: im Norden Fl.-Nr (TF Wald) und Fl.-Nr (TF Wald) im Osten Fl.-Nr. 2576, öffentliche Straße, Perchtoldsdorfer Straße und Fl.-Nr (TF Wald) im Süden Fl.-Nr (TF Wald) im Westen Fl.-Nr (TF Wald) Ziele der Planung Anlass der Aufstellung des Bebauungsplans gibt die konkrete Nachfrage nach Fläche für die Errichtung des Bestattungswalds durch die Stadt Donauwörth. Mit der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans werden folgende Ziele verfolgt: eine geordnete, den gesetzlichen Vorgaben entsprechende Plangenehmigung für den Bestattungswalds zu erreichen durch grünordnerische Maßnahmen dem Landschaftsbild Rechnung zu tragen einen Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft zu erreichen die Umweltauswirkungen (Umweltbericht) zu beschreiben Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 6

8 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung Rechtsgrundlagen des Bebauungsplans Baugesetzbuch (BauGB) in der aktuell gültigen Fassung Bayerische Bauordnung (BayBO) in der aktuell gültigen Fassung Baunutzungsverordnung (BauNVO) in der aktuell gültigen Fassung Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in der aktuell gültigen Fassung Bayerisches Naturschutzgesetz (BayNatSchG) in der aktuell gültigen Fassung 1.3 Benachbarte Bebauungspläne An das Planungsgebiet grenzen keine rechtsgültigen Bebauungspläne an. 1.4 Schutzgebiete und objekte Im räumlichen Geltungsbereich des Bebauungsplans befinden sich folgende Schutzgebiete: Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Gebiet) mit der Nr "Donauwörther Forst mit Standortübungsplatz und Harburger Karab: Das Plangebiet liegt im FFH-Gebiet Donauwörther Forst mit Standortsübungsplatz und Harburger Karab. Demnach bietet der Donauwörther Forst (Waldmeister-Hainbuchenwald) Habitate für die Gelbbauchunke sowie die Bechsteinfledermaus. Die FFH-Vorprüfung ergab, dass erhebliche Beeinträchtigungen des FFH-Gebiets sicher ausgeschlossen werden können. So befindet sich der Bestattungswald an der südlichen Grenze des FFH-Gebiets. Zudem sind in näherer Umgebung zum Plangebiet keine Wasserflächen zu finden und somit auch keine Habitate der Gelbbauchunke. Mit dem Vorkommen der Bechsteinfledermaus im Geltungsbereich muss gerechnet werden. Durch die Festsetzung des Bestattungswalds werden jedoch die besonders wertvollen alten und hohen Bäume gesichert und somit vor Rodung geschützt. Da besonders diese Habitate für die Fledermaus darstellen, kommt es zum Schutz der Habitate. Des Weiteren findet aufgrund der Nutzung des Waldes als Ort für Bestattungen eine ruhige und wenig frequentierte Nutzung durch den Menschen statt, wodurch keine Störung des Lebensraums der Bechsteinfledermaus stattfindet. Landschaftsschutzgebiet LSG "Naturpark Altmühltal": Der Naturpark Altmühltal ist ein 2962 km² großer Naturpark in Bayern, dessen Ausdehnung fast deckungsgleich mit der naturräumlichen Haupteinheit Südliche Frankenalb ist. Mit der Schutzverordnung für den Naturpark Altmühltal soll die Erholungseignung der Teillandschaften auf der Basis eines ausgewogenen Naturhaushalts und der landschaftlichen Vielfalt erhalten beziehungsweise wiederherstellt und verbessert werden, geeignete Landschaftsteile für die Erholung erschlossen und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts der Teillandschaften insgesamt erhalten beziehungsweise wiederhergestellt und verbessert werden, die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Teillandschaften gesichert, die Vielfalt an wildwachsenden Pflanzen und wildlebenden Tieren sowie deren Lebensgemeinschaften gesichert und erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft verhindert werden. Weitere Schutzobjekte sind im Geltungsbereich nicht vorhanden. Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 7

9 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) Allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls Gemäß Nr Anlage 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) ist für den Bau eines Städtebauprojektes für sonstige bauliche Anlagen, für den im bisherigen Außenbereich im Sinne des 35 des Baugesetzbuchs ein Bebauungsplan aufgestellt wird, mit einer zulässigen Grundfläche im Sinne des 19 Absatz 2 der Baunutzungsverordnung oder einer festgesetzten Größe der Grundfläche von insgesamt m² bis weniger als m² eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls vorgesehen. Da durch den Eintrag der Totenasche in den Boden eine Beeinträchtigung entstehen könnte, wurde diese Thematik im Zuge einer UVPG untersucht. Als Ergebnis kann festgestellt werden, dass, da nicht abschließend geklärt ist, ob bzw. inwieweit freigesetzte Rückstände aus Totenaschen zu relevanten Beeinträchtigungen des Bodens führen können, zur Vermeidung von Beeinträchtigungen des Bodens nicht-verrottbare Urnen aus inertem Material verwendet werden sollen. Zudem wurde bei der teilweisen Auslichtung des Waldes darauf geachtet, dass alte, hohe, für Natur und Landschaft wertvolle Bäume erhalten werden sollen. Des Weiteren wird eine naturnahe Waldentwicklung durch das Einbringen von Totholz gefördert und erhalten, so dass sowohl die Charakteristik der Waldfläche und deren Funktion als Lebensraum als auch des Lebensraums der Bechsteinfledermaus erhalten bleibt. 1.6 Entwicklung aus dem Flächennutzungsplan Das Plangebiet des Bebauungsplans ist im wirksamen Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Donauwörth als Fläche für Wald dargestellt. Da die durch das Vorhaben entstehenden Eingriffe derart kleinmaßstäblich sind, ist davon auszugehen, dass hier keine Konflikte zur dargestellten Nutzung auftreten, die eine Änderung des bestehenden Flächennutzungsplanes der Stadt Donauwörth zur Folge hätten. So wird im Bebauungsplan weiterhin "Fläche für Wald" - mit der Zweckbestimmung Bestattungswald - festgesetzt. Der Bebauungsplan ist somit aus dem Flächennutzungsplan entwickelt. Bei der nächsten Gesamt-Fortschreibung des Flächennutzungsplans wird die Zweckbestimmung Bestattungswald nachrichtlich übernommen. 1.7 Flächenbilanz Festsetzung Flächengröße Fläche für Wald m² davon Ausgleichsfläche m² Straßenverkehrsfläche m² Fußweg und Andachtsfläche 861 m² Gesamt m² Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 8

10 2.0 Planungsrechtliche Festsetzungen Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung Art der baulichen Nutzung /Fläche für Wald Fläche für Wald mit der Zweckbestimmung "Bestattungswald Donauwörth - naturnahe Bestattung" ( 9 Abs. 1 Nr. 18b BauGB). 2.2 Bauweise, überbaubare Grundstückfläche und Stellung der baulichen Anlagen Die überbaubare Grundstücksfläche wird als Baugrenze als äußere Abgrenzung der Andachtsfläche festgesetzt (siehe Planzeichnung). Somit ist sichergestellt, dass für die Ausgestaltung der Andachtsfläche ausreichend Gestaltungsspielraum vorhanden ist. Fest installierte Sitzgelegenheiten sind auch außerhalb in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde zulässig. Sonstige Bauten sind unzulässig. 2.3 Erschließung / Verkehrsflächen Der Bestattungswald wird in der Waldabteilung Stiegelschlag nördlich der Stadt Donauwörth durch die direkt angrenzende Perchtoldsdorfer Straße (Straßenverkehrsfläche) erschlossen. Die Bankette werden als Straßenverkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung "Parken" ausgewiesen. Es werden 31 Längsparkplätze angeboten. Der Zugang zum Bestattungswald erfolgt zwingend von der Perchtoldsdorfer Straße aus. Die Festsetzungen dienen der Erreichbarkeit des Bestattungswalds, der Verkehrssicherheit und einer geordneten Erschließbarkeit der Ruhebäume. 2.4 Grünflächen Von der Perchtoldsdorfer Straße aus geht ein 2 m breiter schotterbefestigter zentraler Fußweg in den Wald ab, der zu einer schotterbefestigten Andachtsfläche führt. Entlang der Längsparkplätze wird eine öffentliche Grünfläche festgesetzt. Die Festsetzungen dienen einer geordneten Grünordnung. 2.5 Planungen, Nutzungsregelungen, Maßnahmen und Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft Um Eingriffe in Natur- und Landschaft zu kompensieren, werden Flächen und Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft innerhalb des räumlichen Geltungsbereiches festgesetzt. Der nordwestliche Bereich des Geltungsbereichs wird als Ausgleichsfläche für den Eingriff in Natur und Landschaft herangezogen. Aufgrund des Vorkommens der Bechsteinfledermaus und deren geringfügige Störung soll durch das Einbringen von Totholz ein Naturnaher Waldabschnitt hergestellt werden, der der Bechsteinfledermaus als Rückzugshabitat dient. 2.6 Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung Die Bearbeitung der Naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung erfolgt entsprechend dem Leitfaden "Bauen im Einklang mit Natur und Landschaft, Eingriffsregelung in der Bauleitplanung" (Bayerisches Staatsministerium für Landschaftsentwicklung und Umweltfragen) Die Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung und die Ermittlung des Ausgleichsbedarfs sind dem Umweltbericht unter Kapitel 6 zu entnehmen. 9 Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding

11 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung - Der Bebauungsplan wird dem Gebietstyp B (niedriger bis mittlerer Versiegelungs- und Nutzungsgrad) zugeordnet. Der Umfang der insgesamt erforderlichen Flächen für Kompensationsmaßnahmen beläuft sich auf m². Es besteht ein internes Ausgleichsflächendargebot von m² im Geltungsbereich des Bebauungsplans. Der Eingriff in Natur und Landschaft kann somit vollständig kompensiert werden. Es sind keine verbleibenden negativen Auswirkungen auf Natur und Landschaft zu erwarten. Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 10

12 3.0 Örtliche Bauvorschriften 3.1 Gestaltung baulicher Anlagen Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung - Zur Bewahrung des Waldcharakters sind bauliche Anlagen nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoffe und Farbe im Sinne der anerkannten Regeln der Baukunst einwandfrei zu gestalten und mit ihrer Stellung Proportion und Gestaltung harmonisch in die umgebende landschaftliche Situation einzufügen. 3.2 Gestaltung unbebauter Flächen Das natürliche Gelände darf nur soweit verändert werden, als dies zur ordnungsgemäßen Errichtung des Andachtsplatzes und des Fußweges unumgänglich ist. Einfriedungen sind generell unzulässig. Die Abgrenzung zum regulären Wirtschaftswald erfolgt durch einen Mulchstreifen (Einsaat mit Wildblumensaatmischung), der mindestens einmal im Jahr zu bearbeiten ist. 3.3 Gestaltung der Grabstätten, Markierungen Die Bestattungen erfolgen an sogenannten Ruheräumen. An einem Baum können je nach natürlichen Gegebenheiten mehrere Grabstätten (maximal 12) vergeben werden. Jede Grabstätte dient der Bestattung einer Urne. Die Urnen müssen aus nicht-verrottbarem, inertem Material bestehen. Der gewachsene und weitgehend naturbelassene Wald darf in seinem Erscheinungsbild nicht gestört und verändert werden. Besonders alte, hohe und für Natur und Landschaft wertvolle Bäume sind zu erhalten. Es ist daher untersagt, die Grabbäume und den Grabplatz zu bearbeiten, zu schmücken oder in sonstiger Form zu verändern. Unzulässig sind Grabmale, Gedenksteine und sonstige bauliche Anlagen, Kränze und Grabschmuck, Kerzen oder Lampen, Anpflanzungen. Markierungen zum Auffinden des Grabbaumes und Namensplaketten zur Erinnerung an Verstorbene sind erlaubt. Diese dürfen nur von der Friedhofsverwaltung angebracht werden. Vorgaben: Größe der Markierung maximal 6 cm x 6 cm Größe der Namensplakette maximal 6 cm x 10 cm (Nur Name, Geburts-, Sterbedatum, religiöses Symbol) 3.4 Hinweise und sonstige Vorschriften Altablagerungen Bei Erdarbeiten ist generell darauf zu achten, ob evtl. künstliche Auffüllungen, Altablagerungen, o. ä. angetroffen werden. In diesem Fall ist umgehend die zuständige Behörde zu informieren. Brandschutz Auf die Bestimmungen der BayBO hinsichtlich des Brandschutzes wird besonders hingewiesen. Die Feuerwehrzufahrt für Fahrzeuge bis 16 t Gesamtgewicht und ausreichende Rettungswege sind sicherzustellen. Die DIN Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken ist zu beachten. Eine ausreichende Löschwasserversorgung ist sicherzustellen. Eventuell notwendige bauwasserrechtliche oder sonstige Genehmigungen sind vorzulegen. Wasserwirtschaftliche Belange Erforderliche wasserrechtliche Genehmigungen sind bei Bedarf bei der zuständigen Behörde einzuholen. 11 Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding

13 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Begründung - Immissionen Bedingt durch die unmittelbare Nachbarschaft landwirtschaftlicher Flächen ist mit Staub-, Lärmund Geruchsimmissionen zu rechnen. Diese sind von Vorhabensträger, Waldbesuchern, Trauergästen und Angehörigen zu beachten bzw. zu dulden. Bodendenkmäler Bei Bodeneingriffen im Planungsgebiet des Vorhabenbezogenen Bebauungsplans "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" muss damit gerechnet werden, dass man auf Bodendenkmäler stößt. Der betroffene Personenkreis (Eigentümer oder Besitzer der Grundstücke) ist schriftlich auf die gesetzlichen Vorschriften zum Auffinden von Bodendenkmälern nach Art. 8 des Denkmalschutzgesetzes hinzuweisen. Art. 8 Abs. 1 DSchG: Wer Bodendenkmäler auffindet, ist verpflichtet, dies unverzüglich der Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem Landesamt für Denkmalpflege anzuzeigen. Zur Anzeige verpflichtet sind auch der Eigentümer und der Besitzer des Grundstücks, sowie der Unternehmer und der Leiter der Arbeiten, die zu dem Fund geführt haben. Die Anzeige eines der Verpflichteten befreit die Übrigen. Nimmt der Finder an den Arbeiten, die zu dem Fund geführt haben, aufgrund eines Arbeitsverhältnisses teil, so wird er durch die Anzeige an den Unternehmer oder den Leiter der Arbeiten befreit. Art. 8 Abs. 2 DSchG: Die aufgefundenen Gegenstände und der Fundort sind bis zum Ablauf von einer Woche nach der Anzeige unverändert zu belassen, wenn nicht die Untere Denkmalschutzbehörde die Gegenstände vorher freigibt oder die Fortsetzung der Arbeiten gestattet. Zu verständigen ist das: Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, Dienststelle Thierhaupten, Klosterberg 8, Thierhaupten, Telefon ( ) , Fax ( ) , oder die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde. 4.0 Friedhofssatzung Es ist durch die Stadt Donauwörth eine Friedhofssatzung zu erstellen, die die Vorschriften über die Nutzung, Pflege und Überwachung der Waldbestattungsfläche regelt. Die darin enthaltenen Vorschriften sind von den Vertragspartnern bzw. Friedhofsverwaltung einzuhalten. Ergänzend zu den o.g. Verpflichtungen aufgrund gültiger Rechtsformen sind zur Vermeidung von Umweltauswirkungen folgende, zusätzliche Aspekte zu beachten bzw. zu gewährleisten. der Charakter des Waldes muss erhalten bleiben die Pflege und Sicherheit (Windwurf, usw.) der Waldbestattungsfläche obliegt ausschließlich der Städt. Forstverwaltung Pflege und Unterhaltung der Waldbestattungsfläche muss gewährleistet sein Pflege und Unterhaltung der Ausgleichsmaßnahmen muss fachgerecht erfolgen Zudem wird für den Betrieb des Bestattungswalds auf die Einhaltung der Verordnung über die Verhütung von Bränden (VVB Bayern) verwiesen. Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 12

14 VORHABEN: BEBAUUNGSPLAN "BESTATTUNGSWALD DONAUWÖRTH (STIEGELSCHLAG)" Begründung Teil B: Umweltbericht Entwurf in der Fassung vom BEARBEITUNG: Becker + Haindl Architekten Stadtplaner - Landschaftsarchitekten Klosterweg 6a Wemding Tel / 1776 Fax / 1737 Becker + Haindl Klosterweg 6a Wemding 13

15 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht - 1. Einleitung 1.1 Inhalt und Ziele des Bebauungsplanes, einschließlich der Beschreibung der Festsetzungen Ziele des Bebauungsplanes: Die Stadt Donauwörth hat konkreten Bedarf an einer Fläche zur Errichtung eines Bestattungswald. Ziel ist die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für dessen Errichtung. Das Planungsgebiet liegt im Norden von Donauwörth. Kurzdarstellung des Planungsinhaltes und der Beschreibung der Festsetzungen Art des Verfahrens Verhältnis zum Flächennutzungsplan Art der baulichen Nutzung Erschließung Aufstellung eines Bebauungsplanes Im Flächennutzungsplan ist das Gebiet als Fläche für Wald festgesetzt. Der Bebauungsplan ist somit aus dem Flächennutzungsplan entwickelt. Bei der nächsten Gesamt-Fortschreibung des Flächennutzungsplans wird die Zweckbestimmung Bestattungswald nachrichtlich übernommen. Fläche für Wald mit der Zweckbestimmung "Bestattungswald Stiegelschlag" nach 9 Abs. 1 Nr. 18b BauGB) Die Erschließung erfolgt über einen schottergebundenen zentralen Fußweg Flächenbedarf Räumlicher Geltungsbereich m² 1.2 Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festgelegten Ziele des Umweltschutzes und ihre Berücksichtigung Für den Bebauungsplan sind nachfolgend aufgeführte Fachgesetze, Fachpläne und Schutzgebiete für die Durchführung des Bauleitplanverfahrens maßgeblich von Bedeutung: Fachgesetze Baugesetzbuch (BauGB) in der aktuell gültigen Fassung: - eine geordnete städtebauliche Entwicklung - eine dem Wohle der Allgemeinheit entsprechende, sozialgerechte Bodennutzung - Sicherung einer menschenwürdigen Umwelt - Schutz und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen - sparsamer und schonender Umgang mit Grund und Boden Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in der aktuell gültigen Fassung: - Natur und Landschaft so zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln bzw. wieder herzustellen, dass die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts, die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, die Tier- und Pflanzenwelt einschl. ihrer Lebensstätten und Lebensräume sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft auf Dauer gesichert sind. - Vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen Bayerisches Naturschutzgesetz (BayNatSchG) in der aktuell gültigen Fassung: - örtliche Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege festsetzen BILANUM Am Hasenbichel Wemding 14

16 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht - Fachpläne Genehmigter Flächennutzungsplan - Ordnen der städtebaulichen Entwicklung der Gemeinde Zur Berücksichtigung der festgelegten Ziele wurden folgende Planungsschritte durchgeführt: - Frühzeitige Ermittlung des Umweltzustandes - Entwicklung von Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen - Ermittlung der verbleibenden erheblichen Beeinträchtigungen Die Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen sowie die Maßnahmen zum Ausgleiche werden planungsrechtlich im Bebauungsplan festgesetzt. Des Weiteren wird, dem Verfahrensfortschritt entsprechend, der Kenntnisstand ergänzt bzw. fortgeschrieben. 2. Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen, die in der Umweltprüfung ermittelt wurden 2.1 Bestandsaufnahme und Bewertung des Umweltzustandes, einschließlich der Umweltmerkmale, die voraussichtlich erheblich beeinträchtigt werden Der Bestand wurde mittels Grundlagenrecherche, Fachgutachten und Begehung erfasst und bewertet. Schutzgut Klima/ Luft Beschreibung und Bewertung Bezüglich ihrer klimatischen Funktion wird Wäldern eine luftreinigende Wirkung zugesprochen. Durch die Verdunstung der Bäume erhöht sich die Luftfeuchtigkeit und das Blattwerk kann Stäube ausfiltern. Eine Kaltluftproduktion wird Wäldern hingegen nicht zugeordnet. Im Kronendach kühlt sich die Luft nur langsam ab und sinkt in den Stammraum ab. Aufgrund der nordöstlich geneigten Hanglage fließt diese im vorliegenden Fall weiter talwärts und wird durch aufströmende, warme Luft ersetzt. Das Plangebiet stellt einen klimatisch bedeutsamen Bereich dar. Baubedingte Auswirkung Durch die Bautätigkeit kommt es zeitlich begrenzt zu Schadstoffausstoß durch Baumaschinen und Baufahrzeuge. Anlage- und betriebsbedingte Auswirkung Durch die Nutzung des Waldes als Bestattungswald wird dessen Charakteristikum nicht verändert. Daher bleiben die klimatischen Eigenschaften erhalten geringe Erheblichkeit keine Erheblichkeit Boden Im Norden Donauwörths finden sich vorwiegend Brekzien. Ein Gestein, das aus eckigen Gesteinstrümmern besteht, die durch eine feinkörnige Grundmasse verkittet sind. Im Nördlinger Ries finden sich hauptsächlich Impaktbrekzien, die durch den Meteoriteneinschlag entstanden sind. Durch die Anlage eines schottergebundenen Fußwegs und der Gräber wird der Oberboden verdichtet. Die Bodenprofile werden jedoch nicht verändert. BILANUM Am Hasenbichel Wemding Durch die Anlage eines schottergebundenen Fußwegs und der Gräber wird der Oberboden verdichtet. Die Bodenprofile werden jedoch nicht verändert. 15

17 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht - Die Gesteinstrümmer werden durch Sedimentation zu einem Gefüge. Durchführung der Umweltverträglichkeitsvorprüfung (UVPG) Allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls mit dem Fokus auf Bodenbelastungen durch die Totenasche. Durch die Festsetzung von nicht-verrottbarem, inertem Material werden Beeinträchtigungen vermieden. geringe Erheblichkeit geringe Erheblichkeit Wasser Grundwasser Der Grundwasserflurabstand ist nicht bekannt, ist jedoch vermutlich aufgrund der Topographie eher oberflächenfern. Grundwasser voraussichtlich keine Beeinträchtigung. Grundwasser voraussichtlich keine Beeinträchtigung. Durch die Teilversiegelung des schottergebundenen Fußwegs reduziert sich die Versickerung von Niederschlagswasser. Durch die Überschirmung durch das Kronendach ist jedoch nicht mit einer erhöhten Ableitung von Niederschlagswasser zu rechnen. Fließ- und Stillgewässer Im Planungsgebiet befinden sich keine Fließ- und Stillgewässer. Fließ- und Stillgewässer keine Beeinträchtigung Fließ- und Stillgewässer keine Beeinträchtigung voraussichtlich keine Erheblichkeit voraussichtlich keine Erheblichkeit Tiere u. Pflanzen Der Umgriff des Bebauungsplans liegt in einen ca jährigen Laubmischwald. Das Plangebiet liegt im FFH-Gebiet Nr. 7230/371 Donauwörther Forst mit Standortübungsplatz und Harburger Karab mit den Leitarten Bechsteinfledermaus und Gelbbauchunke. Im Plangebiet selbst befinden sich keine amtlich kartierten Biotope. Durch die Bautätigkeit kommt es zeitlich begrenzt zu Störungen durch Baumaschinen und Baufahrzeuge. Das Habitat der Gelbbauchunke stellen Wasserflächen dar. Diese sind im Planungsgebiet und in der näheren Umgebung nicht zu finden. Diese wird daher nicht beeinträchtigt. Die Bechsteinfledermaus bevorzugt alte hohe Bäume. Diese werden als Ruhebäume gesichert (siehe FFH-Vorprüfung). Da der Wald in seinem Charakter nicht wesentlich verändert wird, findet ein positiver Eingriff in den Lebensraum der Bechsteinfledermaus statt. Zudem wird im Rahmen der Eingriffsregelung Totholz in einen Waldabschnitt eingebracht. BILANUM Am Hasenbichel Wemding 16

18 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht - Durchführung der Umweltverträglichkeitsvorprüfung (UVPG) Allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls mit dem Fokus auf Tiere und Pflanzen. Bei der teilweisen Auslichtung des Waldes wird darauf geachtet, dass alte, hohe, für Natur und Landschaft wertvolle Bäume erhalten werden sollen. Des Weiteren wird eine naturnahe Waldentwicklung durch das Einbringen von Totholz gefördert und erhalten, so dass sowohl die Charakteristik der Waldfläche und deren Funktion als Lebensraum als auch des Lebensraums der Bechsteinfledermaus erhalten bleibt. Mensch Während Beerdigungen wird der Waldabschnitt verstärkt besucht. Die Wander- und Erholungsmöglichkeiten werden jedoch nicht eingeschränkt. Landschaftsbild Das Plangebiet liegt nördlich von Donauwörth in einem Laubmischwald in der Waldabteilung Stiegelschlag. In und um den Wald verlaufen unbefestigte Wege. Wohngebiete o.ä. grenzen nicht an und befinden sich nicht in der Nähe. Der Wald weist gute Wander- und Erholungsmöglichkeiten auf. Das Planungsgebiet liegt im Norden von Donauwörth. Dieser ist durch einen hohen Waldanteil gekennzeichnet. Durch den Bestattungswald werden Bereiche innerhalb des Waldes umgestaltet, welche landschaftlich nach außen nicht sichtbar sind. geringe Erheblichkeit Durch die Bautätigkeit kommt es kurzzeitig zu Lärmbelästigungen durch Baumaschinen und Baufahrzeugen. geringe Erheblichkeit Durch die Bautätigkeit kommt es zeitlich begrenzt zu Überlagerung durch Baumaßnahmen. geringe Erheblichkeit geringe Erheblichkeit keine Erheblichkeit Durch den Bestattungswald werden Bereiche innerhalb des Waldes umgestaltet, welche landschaftlich nach außen nicht sichtbar sind. keine Erheblichkeit Kultur- u. Sachgüter Im Geltungsbereich befinden sich keine Bau- und Bodendenkmäler Derzeit keine bekannt. Derzeit keine bekannt. Erheblichkeit derzeit nicht bekannt Erheblichkeit derzeit nicht bekannt BILANUM Am Hasenbichel Wemding 17

19 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht Prognose über Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung und Nichtdurchführung der Planung Prognose bei Durchführung Durch das geplante Vorhaben kommt es zur geringfügigen Überbauung von Waldfläche. Durch die Nutzung als Bestattungswald wird der Waldabschnitt verstärkt durch den Menschen besucht. Durch die ruhige Nutzungsart werden die Charakteristika jedoch nicht verändert. Prognose bei Nichtdurchführung Die Fläche würde bei Nicht-Durchführung weiter forstwirtschaftlich und gelegentlich von Erholungssuchenden genutzt werden. 2.3 Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung der nachteiligen Auswirkungen Es ist zu prüfen, ob das Planungsziel mit möglichst geringen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft quantitativ und qualitativ erreicht werden kann. Aufgrund dieser Prüfung wurden nachfolgende Vermeidungs- und Verringerungsmaßnahmen planungsrechtlich festgesetzt: Schutzgut Klima/Luft Vermeidung und Verringerung der Auswirkungen - Verminderung der vollständigen Versiegelung durch Festsetzung von sickerfähigen Belägen für den Fußweg und den Andachtsplatz Boden Wasser Tiere u. Pflanzen Mensch Landschaftsbild Kultur- u. Sachgüter - Die Verkehrsfläche wurde auf ein für eine funktionierende Erschließung unumgängliches Minimum reduziert. - Verminderung der vollständigen Versiegelung durch Festsetzung von sickerfähigen Belägen für Fußwege, Stellplätze und Garagenzufahrten. - Festsetzung von Urnen aus nicht-verrottbarem, inertem Material - derzeit keine vorgesehen - Erhalt des Charakteristikums des Waldes - Sicherung des Lebensraums der Bechsteinfledermaus durch Sicherung der alten hohen Bäume als Ruhebäume - Erhalt der Wander- und Erholungsmöglichkeiten - derzeit keine vorgesehen - derzeit keine vorgesehen BILANUM Am Hasenbichel Wemding 18

20 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht Maßnahmen zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen (Naturschutzrechtliche Eingriffs-/ Ausgleichsregelung) Um Eingriffe in Natur und Landschaft zu vermeiden bzw. Ausgleich und Ersatz für nicht vermeidbare Beeinträchtigungen zu schaffen, wird für das Planungsgebiet parallel zum Bebauungsplan die naturschutzrechtliche Eingriffs-/ Ausgleichsregelung durchgeführt. Ausgangssituation / Rechtliche Grundlagen 18 des Bundes- Naturschutz- Gesetzes sieht für die Bauleitplanung und für Verfahren zu Satzungen nach 34 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 Baugesetzbuch die Anwendung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung vor, wenn auf Grund dieser Verfahren nachfolgende Eingriffe in Natur und Landschaft zu erwarten sind. Um Eingriffe in Natur und Landschaft zu vermeiden, und Ausgleich für eventuell unvermeidbare Beeinträchtigungen zu schaffen, wurden für den Bebauungsplan die nachfolgend aufgeführten Schritte bearbeitet: Erfassen und Bewerten des Bestandes Erfassen der Eingriffe Vorkehrungen zur Vermeidung und Verminderung von Eingriffen Ermitteln des Umfangs der erforderlichen Kompensationsmaßnahmen Auswahl und Festlegung der Kompensationsmaßnahmen Kostenschätzung der Kompensationsmaßnahmen. Die Bearbeitung erfolgt entsprechend dem Leitfaden Bauen im Einklang mit Natur und Landschaft, Eingriffsregelung in der Bauleitplanung (Bayerisches Staatsministerium für Landschaftsentwicklung und Umweltfragen). In der folgenden Abbildung ist die Matrix zur Festlegung der Kompensationsfaktoren aus diesem Leitfaden ablesbar. BILANUM Am Hasenbichel Wemding 19

21 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht - Abb.1: Matrix zur Festlegung der Kompensationsfaktoren Gebiete unterschiedlicher Bedeutung für Naturhaushalt und Landschaftsbild GEBIETE UNTERSCHIEDLICHER EINGRIFFSSCHWERE Typ A Typ B hoher Versiegelungs- und Nutzungsgralungs- niedriger bis mittlerer Versiege- und Nutzungsgrad Kategorie I Gebiete geringer Bedeutung: - Ackerflächen, regelmäßig gepflügt - Grünland, Grünflächen, intensiv gepflegt - verrohrte Gewässer - Flächen, weitgehend ohne naturbetonte Landschaftselemente Kategorie II Gebiete mittlerer Bedeutung: - extensiv genutztes Grünland, Obstwiesen mit altem Obstbaumbestand, Heckengebiet - Bauminseln, Feldgehölze, strukturarme Forste - Ruderalflächen - Gewässer mit mittlerer Gewässergüte - Bisherige Ortsrandbereiche mit Grünstruktur Kategorie III Gebiete hoher Bedeutung: - strukturreiche Wälder - artenreiche, ältere Gebüschund Heckenlandschaften - nährstoffarme Gewässer - Kaltluftentstehungsgebiete - Bereiche traditioneller Kulturlandschaften mit historischen Landnutzungsformen Baugebiete: Festgesetzte GRZ 0,35 od. entspr. Eingriffsschwere Feld A I 0,3-0,6 Feld A II 0,8-1,0 Feld A III und B III 1,0-3,0 (in Ausnahmefällen darüber) Baugebiete: Festgesetzte GRZ 0,35 oder entspr. Eingriffsschwere Feld B I 0,2-0,5 (In den Planungsfällen des vereinfachten Vorgehens gem. 3.1 ist dem Rechnung getragen) Feld B II 0,5-0,8 (in besonderen Fällen 0,2)* * unterer Wert bei sonstigen Gebieten und Flächen, z. B. bei intensiv genutzten Spiel- und Sportplätzen mit versiegelten Flächen Quelle: Bauen im Einklang mit Natur und Landschaft, Eingriffsregelung in der Bauleitplanung BILANUM Am Hasenbichel Wemding 20

22 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht - Ermitteln des Umfangs der erforderlichen Ausgleichsflächen (vgl. hierzu Abb.1: Matrix zur Festlegung der Kompensationsfaktoren und Plananlage 3: Bestand - Bewertung - Ausgleichsbedarf) Gebietstyp B (GRZ < 0,35): niedriger bis mittlerer Versiegelungs- und Nutzungsgrad Das Planungsgebiet wird aufgrund der festgesetzten GRZ von 0,35 dem Gebietstyp B (GRZ < 0,35) zugeordnet. Durch die Verknüpfung von Gebietstyp B und der entsprechenden Wertigkeit des Bestandes wird der zutreffende Kompensationsfaktor bestimmt. Der jeweilige Höchstwert, der in der obigen Tabelle aufgeführt ist, kann durch Reduzierwerte, die von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes vorgegeben sind, bis auf den Minimalwert reduziert werden. Vom Umgriff des Bebauungsplanes ist ein Gebiet mit hoher Wertigkeit betroffen. B III: hoch (max. Ausgleichsfaktor 0,5) Die Waldfläche stellt grundsätzlich ein hochwertiges Gebiet dar. B 0: 'keine' Die bestehende Perchtoldsdorfer Straße stellt ein Gebiet ohne Wertigkeit dar. Kategorie Eingriffsfläche max. Faktor Reduzierfaktor * 1 tatsächlicher Faktor Ausgleichsbedarf B I 'gering' 861 m² 3,0 1,0 2,0 = m² B 0: 'keine' m² * 1 Der Ausgleichsfaktor wird auf Grund der Verminderungsmaßnahmen Verminderung der vollständigen Versiegelung durch Festsetzung von sickerfähigen Belägen für den Fußweg und den Andachtsplatz Die Verkehrsfläche wurde auf ein für eine funktionierende Erschließung unumgängliches Minimum reduziert. Festsetzung von Urnen aus nicht-verrottbarem, inertem Material Erhalt des Charakteristikums des Waldes Sicherung des Lebensraums der Bechsteinfledermaus durch Sicherung der alten hohen Bäume als Ruhebäume Erhalt der Wander- und Erholungsmöglichkeiten Der Umfang der insgesamt erforderlichen Flächen für Kompensationsmaßnahmen beläuft sich auf m² BILANUM Am Hasenbichel Wemding 21

23 Ausgleichsmaßnahmen Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht - Für den Ausgleich der nicht vermeidbaren Eingriffe wurden Maßnahmen im Geltungsbereich auf Fl.Nr festgesetzt. Naturnahe Waldentwicklung - Einbringen von Totholz Bilanz - erforderlicher Ausgleich / Ausgleichsflächenangebot Ausgleichsflächenangebot Ausgleichsfläche, Fl.Nr m² Ausgleichsflächenbedarf m² 0 m² Der Eingriff kann vollständig ausgeglichen werden. Somit ist mit keinen verbleibenden, erheblichen und nachhaltigen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu rechnen. BILANUM Am Hasenbichel Wemding 22

24 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten Anlass für die Aufstellung des Bebauungsplans ist der konkrete Bedarf der Stadt Donauwörth nach einer Fläche zur Errichtung eines Bestattungswalds. Aufgrund seiner Lage in Nähe der Siedlungsfläche eignet sich das Gebiet nördlich der Parkstadt gut für die vorgesehene Nutzung, da es über eine kurze Anbindung verfügt. Des Weiteren sind aufgrund der angrenzenden Perchtoldsdorfer Straße die Erschließung und Parkierungsmöglichkeiten gegeben. Aus vorgenannten Gründen schieden anderweitige Planungsmöglichkeiten aus. 2.6 Merkmale der technischen Verfahren und Hinweise auf die Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Unterlagen Für die Beurteilung der Eingriffsregelung wurde der Bayerische Leitfaden "Bauen im Einklang mit Natur und Landschaft, Eingriffsregelung in der Bauleitplanung" verwendet. Die Aussagen insbesondere zu Klima, Boden, Biotope, Mensch und Arten (keine schützenswerte Tier- und Pflanzenarten) basieren auf Einschätzungen des Bearbeiters. 2.7 Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen bei der Durchführung des Bauleitplanes Nach Bau des Andachtsplatzes sowie des Fußweges beginnt die Nutzungsphase. Die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen sowie ihre Pflege und Unterhaltung wird durch die untere Naturschutzbehörde, Landkreis Donau-Ries, überprüft. Durch die Stadt Donauwörth ist eine Friedhofssatzung zu erstellen, die die Vorschriften über die Nutzung, Pflege und Überwachung der Waldbestattungsfläche regelt. Die darin enthaltenen Vorschriften sind von den Vertragspartnern bzw. Friedhofsverwaltung einzuhalten. Ergänzend zu den o.g. Verpflichtungen aufgrund gültiger Rechtsformen sind zur Vermeidung von Umweltauswirkungen folgende, zusätzliche Aspekte zu beachten bzw. zu gewährleisten. der Charakter des Waldes muss erhalten bleiben die Pflege und Sicherheit (Windwurf, usw.) der Waldbestattungsfläche obliegt ausschließlich der Städt. Forstverwaltung Pflege und Unterhaltung der Waldbestattungsfläche muss gewährleistet sein Pflege und Unterhaltung der Ausgleichsmaßnahmen muss fachgerecht erfolgen BILANUM Am Hasenbichel Wemding 23

25 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" - Umweltbericht - 3. Allgemein verständliche Zusammenfassung Die Stadt Donauwörth beabsichtigt die Errichtung eines Bestattungswalds im Waldabschnitt "Stiegelschlag", nördlich der Parkstadt Nördlingen auf den Fl.Nrn und 2583, Gemarkung Donauwörth. Hier sollen Beisetzungen der Aschen von Verstorbenen in biologisch abbaubaren Urnen an ausgewählten Ruheräumen stattfinden. An ausgewählten Ruhebäumen stehen hier bis zu 12 Urnenplätzen zu Verfügung. Diese orientieren sich kreisförmig in einem Abstand vom etwa 2 m um den Baum. Es ist vorgesehen ca geeignete, langlebige Ruhebäume je Hektar auszuwählen. Um Angehörige, Trauergäste und Waldbesucher zu lenken und Ihnen das Aufsuchen der Ruhestätten zu ermöglichen, ist es angedacht, einen zentralen Fußweg (schottergebunden) anzulegen. Der Eingriff in Natur und Landschaft wird im Geltungsbereich ausgeglichen. Der Ausgleichsbedarf von m² wird durch einen Naturnahen Waldumbau durch Einbringen von Totholz erbracht. Der Eingriff kann daher vollständig kompensiert werden. Es ist mit keinen zusätzlichen erheblichen Umweltauswirkungen zu rechnen. Donauwörth, den Bearbeitung: Stadt Donauwörth: Norbert Haindl, Dipl.-Ing. (FH) Armin Neudert, Oberbürgermeister Becker + Haindl Architekten. Stadtplaner. Landschaftsarchitekten Klosterweg 6a Wemding BILANUM Am Hasenbichel Wemding 24

26 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" NATURA 2000 Bayern - Verträglichkeitsabschätzung / Vorprüfung [Prüfung der Erheblichkeit] A Screening NATURA 2000-Gebietsnummer Name DE Donauwörther Forst mit Standortübungsplatz und Harburger Karab Naturschutzfachliche Bedeutung Bestand (Arten, auf die sich Art. 4 der Richtlinie 79/409/EWG bezieht und die im Anh. II der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind) Großflächige Waldlandschaft mit Buchen- und Eichen- Hainbuchenwäldern, im Standortübungsplatz Lebensraumkomplex aus magerem Grünland und Kleingewässern. Bedeutender Lebensraum der Bechsteinfledermaus, im Übungsplatz bedeutende Gelbbauchunken-Population. Myotis bechsteinii Bechsteinfledermaus Nichtziehend Bombina variegata Gelbbauchunke Nichtziehend Kurze Projektbeschreibung Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" Die Stadt Donauwörth beabsichtigt in einem Waldstück nördlich der Stadt die Anlage eines Bestattungswalds auf den Flur-Nrn (Tfl.) und 2583 (Tfl.), Gemarkung Donauwörth. An ausgewählten Ruhebäumen stehen hier bis zu 12 Urnenplätzen zu Verfügung. Diese orientieren sich kreisförmig in einem Abstand vom etwa 2m um den Baum. Es ist vorgesehen ca geeignete, langlebige Ruhebäume je Hektar auszuwählen. Erschlossen wird das Gebiet durch die Pechtoldsdorfer Straße, von welcher der Zugang zum Bestattungswald erfolgt. Innerhalb des Waldes führt ein schottergebundener Fußweg zum Andachtsplatz und den Ruhebäumen. Wasserflächen sind in der näheren Umgebung nicht zu finden. Vorliegende Unterlagen - Bebauungsplan Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag) - Bestand Bewertung Biotoptypen - Gebietsdaten NATURA 2000 Fachinformationssystem Bundesamt für Naturschutz SPA-Gebiete / FFH-Gebiete (*siehe Anhang) Seite 1 von 5

27 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" NATURA 2000 Bayern - Verträglichkeitsabschätzung / Vorprüfung Datum B Prüfung der Erheblichkeit der Auswirkungen Prüfkriterien Beschreibung einzelner Projektteile (oder Kombinationen), die sicher bis wahrscheinlich zu erheblichen Auswirkungen = Beeinträchtigungen führen können oder wo Art und Umfang der Beeinträchtigungen unklar sind: Es werden ein schottergebundener Fußweg sowie ein Andachtsplatz innerhalb des Waldes angelegt. Aufgrund der geringen Große der Baumaßnahmen kommt es zu keinen erheblichen Beeinträchtigungen. Auswirkungen des Projekts, die zu erheblichen Beeinträchtigungen führen können oder wo Art und Umfang der Beeinträchtigungen unklar sind: Besucher der Beerdigungen bzw. der Ruhestätten. Aufgrund der ruhigen Nutzung als Bestattungswald führen diese zu keinen erheblichen Beeinträchtigungen. Direkte, indirekte, vorübergehende oder sekundäre Auswirkungen des Projekts: - Flächenverbrauch - Abstand vom NATURA Gebiet bzw. von wertgebenden Teilflächen - Beanspruchung von Ressourcen - Emissionen - Oberflächenveränderungen (Aushub, Auffüllungen etc.) - Transportbewegungen - Dauer der Störungen - ca. 917 m² - Das Planungsgebiet liegt im südlichen Randbereich des FFH- Gebiets im Eichen-Hainbuchenwald, der erhalten bleibt. Die Pechtoldsdorfer Straße, die an den Bestattungswald angrenzt stellt die Grenze des FFH-Gebiets dar. - keine - kurzzeitig während der Bauzeit durch Baufahrzeuge, danach Besucherverkehr mit Beschränkung durch Öffnungszeiten; betriebsbedingte Emissionen fallen aufgrund der ruhigen Nutzung als Bestattungswald nicht an. - keine (natürliches Gelände bleibt erhalten) -keine - kurzzeitig während Beerdigungen. Störungen jedoch nur von kurzer Dauer Seite 2 von 5

28 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" NATURA 2000 Bayern - Verträglichkeitsabschätzung / Vorprüfung Datum B Prüfung der Erheblichkeit der Auswirkungen Mögliche Veränderungen von Arten u/o LRT in Form von - Verkleinerung von LRT u/o Habitaten - Störung wertgebender Arten - Habitatzerschneidung - Verringerung der Populationsgrößen - Funktionsverluste - Veränderung maßgeblicher Schutzparameter (z. B. Wasserqualität, Kleinklima) - Teilweise Auslichtung des Waldes, jedoch Erhalt der alten, hohen, für die Natur und Landschaft wertvollen Bäume, die Habitate der Bechsteinfledermaus darstellen. Aufgrund der Nutzung als Friedforst Sicherung der Bäume vor Rodung. Daher Sicherung der Habitate. Wasserflächen und damit verbunden Lebensräume der Gellbauchunke sind nicht vorhanden. - nein - nein - nein - nein - nein Mögliche Veränderungen des Gebiets als Ganzes: - Beeinträchtigung der Schlüsselfunktionen, die die Struktur des Gebiets definieren - Beeinträchtigung der Schlüsselfunktionen, die die Funktion des Gebiets definieren - Nein, die betroffenen Flächen befinden sich im Randbereich des Waldmeister-Hainbuchenwalds. Wasserflächen sind in der näheren Umgebung nicht zu finden. Aufgrund der Nutzung als Friedforst Sicherung der wertvollen Bäume vor Rodung. - nein, s. o. Mögliche Veränderungen der Kohärenz des Netz NATURA 2000 Keine Veränderung der Kohärenz (Zusammenhang) des Netz NATURA 2000 zu erwarten / befürchten. Indikatoren für die o. g. Effekte hinsichtlich - Verlust von LRT oder Arten - Zerschneidung / Fragmentierung - Isolierung / Abtrennung - Störung - Veränderung von Schlüsselelementen des Gebiets z. B. störungsempfindliche LRT / Arten, %-Anteile Verlust, Zeitrahmen der Bestandserholung / Wiederherstellbarkeit - - nein - nein - nein - nein Seite 3 von 5

29 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" NATURA 2000 Bayern - Verträglichkeitsabschätzung / Vorprüfung Datum B Prüfung der Erheblichkeit der Auswirkungen Summationswirkung: - Es sind derzeit dem Planverfasser keine weiteren Projekte bekannt Gibt es andere Projekte, die darüber hinaus das Gebiet beeinträchonswirkung auf das Gebiet zu erwarten. und auch keine Vorhaben vorgesehen. Deshalb ist keine Summatitigen können? Seite 4 von 5

30 Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag)" NATURA 2000 Bayern - Verträglichkeitsabschätzung / Vorprüfung Datum C Zusammenfassung Art und Weise, in der das Projekt (einzeln oder in Zusammenwirkung) das Gebiet beeinträchtigen könnte: keine Rückfragen, Auskünfte, Informationsquellen: Homepage BayLfU Begehung vor Ort Ergebnisse, Reaktionen, Auswertungen: Die Wirkungen / Auswirkungen werden als relativ gering und beherrschbar angesehen. Erhebliche Beeinträchtigungen können sicher ausgeschlossen werden Gründe: Aufgrund der Lage im Randbereich, des Fehlens von Wasserflächen in unmittelbarer Umgebung und der ruhigen, gering frequentierten Nutzung als Bestattungswald und der Sicherung wertvoller Bäume können erhebliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden. Erhebliche Beeinträchtigungen können nicht sicher ausgeschlossen werden VP erforderlich Kästchen am Bildschirm ankreuzen: Symbol durch Doppelklick öffnen, dann Standardwert Aktiviert anklicken. aufgestellt:... Norbert Haindl, Dipl.-Ing. (FH) VA durchgeführt Unterlagen sind dokumentiert / einzusehen bei: am durch Managementplan-Dokumentation... Seite 5 von 5

31 BfN: Bombina variegata (Linnaeus, 1758) 1 von :48 Bombina variegata (Linnaeus, 1758) Gelbbauchunke bis zu 56 mm große Unke mit kontrastreicher Unterseite EU-Code: 1193, Anh. II, IV Rote Liste Status (D) 2 Verbreitung Das Verbreitungsgebiet der Gelbbauchunke erstreckt sich von Frankreich bis nach Südosteuropa. In Deutschland erreicht sie ihre nördliche bzw. nordöstliche Verbreitungsgrenze etwa in der Mitte des Landes. Besiedelt werden fast nur durch menschliche Tätigkeiten entstandene Lebensräume wie Kies- und Tongruben oder militärische Nutzungsflächen. Fortpflanzung/Biologie Die Laichablage erfolgt von Mai bis Juli in sonnigen, nährstoffarmen und sehr flachen (Kleinst-)Gewässern (z. B. Pfützen, Wagenspuren, kleine Tümpel). Die älteren Jung- und die Alttiere benötigen im Sommer außerdem größere Gewässer mit anhaltender Wasserführung als Rückzugsraum. Zur Überwinterung dienen frostsichere Verstecke wie verlassene Nagerbauten. Gefährdung Die Rekultivierung von Abgrabungen z. B. durch Auffüllen der Gruben führt zur Vernichtung der Lebensräume. Auch die natürliche Ansiedlung von Gehölzen in stillgelegten Abgrabungen oder aufgegebenen militärischen Nutzflächen sowie die fehlende Dynamik verringern besonders das Angebot geeigneter Laichgewässer. Schutz Vorhandene Lebensräume sollten geschützt werden. Eine geeignete Pflege v. a. das Entfernen von Gehölzen ist in den meisten Fällen unabdingbar. Es sollte ein großes Angebot verschiedener Gewässer (periodische und anhaltende Wasserführung) verfügbar sein. Ein Verbund der einzelnen Vorkommen sollte angestrebt werden. Literaturhinweis verändert nach: Sy, T. (2004): Bombina variegata (Linnaeus, 1758). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH -Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2):

32 fn: Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817) von :49 Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817) Bechsteinfledermaus mittelgroße, dunkelbraune Fledermaus EU-Code: 1323, Anh. II, IV Rote Liste Status (D) 3 Verbreitung Die Bechsteinfledermaus ist in Europa mit Ausnahme des größten Teils von Skandinavien, der baltischen Republiken und Russlands weit verbreitet. Außerhalb von Mitteleuropa existieren nur inselartige Vorkommen. Deutschland ist bis auf größere Teile Norddeutschlands besiedelt. Die Art ist stark an Waldlebensräume gebunden. Fortpflanzung/Biologie Die Art hat eine ausgesprochen geringe Fortpflanzungsrate (0,63 Jungtiere pro Weibchen und Jahr). Paarungen finden wahrscheinlich vom Spätsommer bis ins Frühjahr hinein statt. Die Jungen kommen im Juni oder Juli zur Welt. Die Wochenstuben können (durchschnittlich 30)Weibchen umfassen. Winterschlafende Tiere wurden zwischen November und März gefunden. Gefährdung Die Hauptgefährdung für die Bechsteinfledermaus ist die Forstwirtschaft. Durch die enge Bindung an Baumhöhlen, kommt die Art zumeist nur in naturnahen Waldbeständen vor. Die Anwendung von Pestiziden wirkt sich negativ auf die Nahrungsgrundlagen aus. Eine weitere Gefährdung der Art ist der Straßenverkehr (Kollisionen, Verlärmung). Schutz Eine Erhöhung des Totholzanteils in Wäldern begünstigt die Art, wobei Bäume und Äste mit Höhlenbildungen sowie mit abstehender Borke für die Tiere besonders wichtig sind. Auf den Neu- oder Ausbau von Verkehrstrassen in einem Umkreis von ca. 3 km um bekannte Quartiere und Wochenstuben sollte verzichtet werden. Literaturhinweis verändert nach: Meinig, H.; Brinkmann, R. und Boye, P. (2004): Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH -Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2):

33 Flora-Fauna-Habitatgebiet mit der Nummer "Donauwörther Forst mit Standortübungsplatz und Harburger Karab" Bebauungsplan "Bestattungswald Donauwörth Stiegelschlag" m Maßstab 1: Gedruckt am :05 Bayerische Vermessungsverwaltung 2016, Bayerisches Landesamt für Umwelt Donauwörth

34 Große Kreisstadt Donauwörth Bebauungsplan Bestattungswald Donauwörth (Stiegelschlag) Anlage: Vorprüfung des Einzelfalls gem. 3c Satz 1 UVPG (Screening-Unterlage) Auftraggeber: Große Kreisstadt Donauwörth Rathausgasse Donauwörth Bearbeitung: BILANUM Dr. Wolfgang Schmidt Am Hasenbichel Wemding Wemding,

35 BILANUM Am Hasenbichel Wemding 1. Vorbemerkungen Das geplante Vorhaben umfasst die Einrichtung eines Bestattungswaldes im Stadtwald Donauwörth. Die Gesamtfläche des räumlichen Geltungsbereichs des Bebauungsplanes beträgt m² (s. Abb. 1). Abb. 1: Planzeichnung Bebauungsplan (verkleinerte Darstellung ohne Maßstab) Gemäß Nr Anlage 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) ist für den Bau eines Städtebauprojektes für sonstige bauliche Anlagen, für den im bisherigen Außenbereich im Sinne des 35 des Baugesetzbuchs ein Bebauungsplan aufgestellt wird, mit einer zulässigen Grundfläche im Sinne des 19 Absatz 2 der Baunutzungsverordnung oder einer festgesetzten Größe der Grundfläche von insgesamt m 2 bis weniger als m 2 eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls vorgesehen. Die zuständige Behörde stellt gemäß 3a UVPG auf Antrag des Trägers eines Vorhabens auf der Grundlage geeigneter Angaben zum Vorhaben fest, ob nach den 3b bis 3f für das Vorhaben eine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht (Screening, Prüfung der UVP-Erfordernis für die Gesamtmaßnahme). Dabei ist eine UVP nur dann durchzuführen, wenn das Vorhaben nach Einschätzung der zuständigen Behörde aufgrund einer überschlägigen Prüfung unter Berücksichtigung der in der Anlage 2 zum UVPG aufgeführten Kriterien erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen haben kann, die nach 12 UVPG zu berücksichtigen wären. Der Ablauf der allgemeinen und der standortbezogenen Vorprüfung des Einzelfalls ist schematisch in nachfolgender Abbildung 2 dargestellt. Screening Bestattungswald DON (Stiegelschlag) Seite 1 von 9

36 BILANUM Am Hasenbichel Wemding Abb. 2: Ablaufschema von allgemeiner und standortbezogener Vorprüfung des Einzelfalls Die Erarbeitung der nachfolgenden Screening-Unterlage erfolgt auf Grundlage der Anlage 2 zum UVPG. Da für das Screening über die Anlage 2 zum UVPG hinaus kein einheitlicher Rahmen vorgegeben ist, orientiert sich die Erarbeitung des Weiteren am Leitfaden zur Vorprüfung des Einzelfalls im Rahmen der Feststellung der UVP-Pflicht von Projekten (BMU, Endfassung vom ). Screening Bestattungswald DON (Stiegelschlag) Seite 2 von 9

37 BILANUM Am Hasenbichel Wemding 2. Allgemeine Vorprüfung Screening Bestattungswald DON (Stiegelschlag) Seite 3 von 9

38 BILANUM Am Hasenbichel Wemding Screening Bestattungswald DON (Stiegelschlag) Seite 4 von 9

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42 BILANUM Am Hasenbichel Wemding 3. Zusammenfassung, gutachterliches Fazit Geplant ist die die Einrichtung eines Bestattungswaldes im Stadtwald Donauwörth. Die Gesamtfläche des räumlichen Geltungsbereichs des Bebauungsplanes beträgt m². Das Plangebiet liegt sowohl im FFH-Gebiet Donauwörther Forst mit Standortübungsplatz und Harburger Karab als auch innerhalb des Landschaftsschutzgebietes LSG Naturpark Altmühltal. Weitere Schutzgebiete gemäß den Naturschutzgesetzen oder Flächen der amtlichen Biotopkartierung sind nicht vorhanden. Auch sind weder Wasserschutzgebiete vorhanden noch für die vom Vorhaben direkt betroffenen Grundstücke Bau- oder Bodendenkmale bekannt (s. Abb. 3). Abb. 3: Schutzgebiete/-ausweisungen im Umfeld des geplanten Vorhabens Für die Einrichtung des Bestattungswaldes erfolgt eine teilweise Auslichtung des Waldes, dabei jedoch Erhalt der alten, hohen, für Natur und Landschaft wertvollen Bäume. Durch Einbringen von Totholz in der vorgesehenen Ausgleichsfläche wird eine naturnahe Waldentwicklung erhalten bzw. gefördert. Damit ist zu erwarten Erhalt sowohl der Charakteristik der Waldfläche und deren Funktion als Lebensraum als auch des Lebensraums der Bechsteinfledermaus (s. FFH-Vorprüfung). Im Bestattungswald soll erfolgen die Beisetzung der Asche von Verstorbenen in Urnen an ca geeigneten, langlebigen Ruhebäumen je Hektar, bis zu 12 Urnenplätzen je Baum in einem kreisförmigen Abstand vom etwa 2 m um den Baum. Da nicht abschließend geklärt Screening Bestattungswald DON (Stiegelschlag) Seite 8 von 9