Evaluation in der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF)

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1 Evaluation in der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) Dr. med. Georg Bauer, DrPH Abteilung Gesundheits- und Interventionsforschung Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Zürich Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften ETH Zürich

2 Evaluation in der BGF: Überblick Ausgangslage: in der Praxis geringe Verbreitung von BGF-Evaluation - Gründe, Herausforderungen Lösungsansätze - Allgemeiner BGF-Evaluationsansatz - Praxisbeispiel nationales Projekt KMU-vital - Praxisbeispiel einzelnes, lokales BGF Projekt Fazit

3 Geringe Verbreitung BGF-Evaluation in Unternehmen BGF braucht initialen Investitionsentscheid Fortsetzung auf Basis eigener Erfahrungen und Rückmeldungen aus Belegschaft BGF-Erfolg sichtbar und erlebbar machen - Breiter Einbezug Belegschaft - Schnelle, breitenwirksame, sichtbare Aktionen - Kontinuierliche Kommunikation was läuft Systematisch Feedbacks einholen und weitergeben - Unstrukturiert: Gespräche mit Betroffenen - Strukturiert: Evaluation Funktion der Evaluation: Legitimation, Optimierung, Transfer

4 Konzept/Prozess-/Ergebnisevaluation (In Anlehnung an: Leitfaden Selbstevaluation in der Projektarbeit, Meier 1997) Konzeptevaluation - Planung des Projekts - Ziele - Massnahmen - Erwartete Ergebnisse Prozessevaluation - Durchführung des Projekts - Ablauf - Organisation - Eingesetzte personelle & Materielle Mittel - Bekanntheitsgrad, Akzeptanz, Inanspruchnahme - Art und Umsetzungsgrad Massnahmenvorschläge Ergebnisevaluation - Ergebnisse des Projekts - Erreichung selbstdefinierter Projektziele - Effekte und Auswirkungen des Projekts - Veränderungen bei Zielgruppe bez. Kenntnis, Einstellung, Verhalten - Veränderungen im Umfeld - finanzielle Einsparungen /ROI

5 BGF-Evaluationsmethoden Befragung (schriftliche Surveys, Interviews, Fokusgruppen) Beobachtungen (Interventionen, Arbeitsplätze) Projektdokumentation (z.b. Verbesserungsvorschläge Gesundheitszirkel-Protokoll) Firmendaten (Absenzdaten, Fluktuationsrate, Produktivität)

6 Evaluationsgegenstand: BGF-Massnahmenfelder allgemeine Gesundheitsfaktoren Verhalten (Kompetente Person) Kurse zu Rauchen Ernährung Bewegung Entspannung Verhältnisse (gesunde Organisation) Rahmenbedingungen Rauchfreies Unternehmen gesundes Kantinenessen betriebliches Fitnesscenter Ruheräume Gesundheitsleitbild, Policies Arbeitsbezogene Gesundheitsfaktoren Personalentwicklung Umgang mit Arbeitsplatz und Arbeitsmitteln Teamfähigkeit Berufliche Qualifikation Arbeitsmarktfähigkeit Führungsverhalten Arbeitsgestaltung Gestaltung Arbeitsplatz und Arbeitsmittel Teamarbeit Erweiterung Arbeitsaufgabe Erhaltung Arbeitsplätze Erhöhung Handlungs- und Entscheidungsspielräume

7 Evaluationsziele: BGF-Outcomes ENWHP

8 Unklare Ziel-Massnahmen-Beziehung allgemeine Gesundheitsfaktoren Verhalten (Kompetente Person) Kurse zu Rauchen Ernährung Bewegung Entspannung Verhältnisse (gesunde Organisation) Rahmenbedingungen Rauchfreies Unternehmen gesundes Kantinenessen betriebliches Fitnesscenter Ruheräume Gesundheitsleitbild, Policies Arbeitsbezogene Gesundheitsfaktoren Personalentwicklung Umgang mit Arbeitsplatz und Arbeitsmitteln Teamfähigkeit Berufliche Qualifikation Arbeitsmarktfähigkeit Führungsverhalten Arbeitsgestaltung Gestaltung Arbeitsplatz und Arbeitsmittel Teamarbeit Erweiterung Arbeitsaufgabe Erhaltung Arbeitsplätze Erhöhung Handlungs- und Entscheidungsspielräume

9 BGF-Evaluation: Lösungsansätze Klare Interventionstheorie Welche Intervention/ Massnahmen- Bündel soll welche Wirkung erzielen? - Klare, realistische Ergebnis-Ziele Berücksichtigung normativer BGF-Ansatzes (Ideal) - Generelle BGF-Ziele - Genereller BGF-Verlauf Welcher Ablauf soll zu den Zielen führen? - Klare, realistische Teil-Ziele (Prozess-Ziele) Berücksichtigung Unternehmenskontext (Realität) - Unternehmensspezifische BGF- Ziele - unternehmensspezifischer BGF-Verlauf

10 Normative BGF-Ziele (Luxemburger BGF-Deklaration ENWHP 1997) Gesundheit* Produktivität Gesundheitsförderliches Verhalten* Gesundheitsförderliche Verhältnisse (Arbeitsbedingungen)* Mitarbeiter-orientierte Unternehmenskultur* *Erhebung durch Mitarbeitenden-Befragung (MAB)

11 Ziel gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen: unterschiedliche Ausgangsbedingungen (Baseline-MAB Pilotunternehmen KMU-vital) Analyse der Arbeitsbedingungen = sehr negativ / +2 = sehr positiv Firma 1 Firma 2 Firma 3 Firma 4 Firma 5 Firma 6 Firma Körperliche Beanspruchung 2 Arbeitsaufgabe 3 Arbeitszeit 4 Unternehmensleistungen 5 Mitarbeiterbeteiligung 6 Führungsstil Vorgesetzter 7 Arbeitsklima 8 Unternehmensbindung

12 Interventionstheorie (Ablauf) BGF-Prinzipien (Luxemburger Deklaration ENWHP) Systematik Partizipation Ganzheitlichkeit Integration

13 Interventionstheorie (Ablauf) BGF-Prinzipien Systematik Partizipation Ganzheitlichkeit Integration

14 BGF-Interventionstheorie & Evaluation BGF-Ablauf BGF-Teilziele (Evaluationsfragestellung) Evaluationsmethode Einstieg Sensibilisierung GL Kontext-Berücksichtigung Befragung GL (Prä-Post) Interviews MA und GL (Prä/Post) Analyse Einbezug MA Sensibilisierung MA TN-Rate MAB MAB (Prä/Post) Strategieentwicklung Massnahmenplan: Ganzheitlichkeit Massnahmenplan: Ressourcen Raster Verhalten vs. Verhältnisse Befragung TN-Gesundheitszirkel (Post) Massnahmen Allgemein: Grad der Umsetzung Umsetzungsmodule: Interventions-Dosis Umsetzungsmodule: Interventions-Qualität Befragung TN-Gesundheitszirkel (Post) Zeitlicher Umfang & TN-Rate Module Befragung TN-Module (Post) Evaluation und Integration Entscheidungsrelevantes Controlling Institutionalisierung Interviews GL Befragung TN-Gesundheitszirkel

15 Unternehmensspezifische BGF-Ziele Übereinstimmung mit normativen BGF-Zielen Wichtigkeit & Grad der Zielerreichung Prä-Post Veränderungen anhand Mitarbeitenden- Befragung bzw. anderer Kennzahlen

16 Evaluation BGF-Einzelprojekt Was soll evaluiert werden? Interventionstheorie - Klärung zentraler Ergebnisziele - Klärung zentraler Interventionselemente und Prozessziele Plausibler Zusammenhang zwischen Intervention und Wirkungen? Zielformulierung anhand SMART-Kriterien: spezifisch, messbar, akzeptabel, realistisch, terminiert Wie soll evaluiert werden? Klärung der Zielsetzung der Evaluation (intern, extern) Auswahl ökonomischer Evaluationsmethoden

17 BGF-Evaluation: Fazit Berücksichtigung genereller BGF-Ansatz Klare, realistische Interventionstheorie mit Ergebnis-Zielen & Prozess-Zielen (Zwischenschritte) Globalveränderungen -> differenzierte Analyse von Untergruppen (TN/Nicht-TN), Antwortverteilung Interpretation unter Berücksichtigung des sich verändernden Unternehmenskontexts und realen BGF-Verlaufs Wirkt es? -> Was wirkt unter welchen Bedingungen?

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