Integrierte Versorgung und Anforderungen aus medizinischer Sicht. Gesundheitsforum Aargau 10. Juni 2010 Prof. Dr. med.d.conen

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1 Integrierte Versorgung und Anforderungen aus medizinischer Sicht Gesundheitsforum Aargau 10. Juni 2010 Prof. Dr. med.d.conen

2 Ausgangsüberlegungen Problembereiche im Gesundheitswesen Ineffiziente Leistungserbringung/steigende Kosten Unkoordinierte Betreuung/Behandlung an den Schnittstellen Patientenbedürfnisse nicht im Mittelpunkt Über-, Unter- und Fehlversorgung Medizinische Fehler Intransparente Prozess - und Ergebnisqualität

3 Wahrnehmung einer ineffizienten oder Zeit konsumierenden Versorgung Base: Adults with any chronic condition (Sample: Telephone Interview. n=7500) Percent AUS CAN FR GER NETH NZ UK US Doctor recommended treatment you thought had little or no benefit Often/sometimes felt time was wasted due to poorly organized care Either/both experiences Source: 2008 Commonwealth Fund International Health Policy Survey of Sicker Adults.

4 Überblick Deutschland - Österreich- Schweiz Daten von 2007 (OECD 2010)

5 Coordination of Care: Kings commonwealth fund Sicherheitsrisiken in allen Ländern; Koordinationsprobleme: Ambulant-stationär; Arzt-Arzt Doi /hlthaff.W5.509 Health Affairs 28, no.1 (2009):w1-w16 Zugangs-, Schnittstellenprobleme, Medical errors: chron. multimorbide Patienten

6 Coordination Problems with Medical Tests or Records in Past Two Years Base: Adults with any chronic condition (n=7500) Percent AUS CAN FR GER NETH NZ UK US Test results/records not available at time of appointment Duplicate tests: doctors ordered test that had already been done Either/both coordination problems Source: 2008 Commonwealth Fund International Health Policy Survey of Sicker Adults.

7 Koordinationsdefizite Erste Befragung 2005 von ca Erwachsenen aus AUS, CAN, NZ, UK, USA, D mit chron. Erkrankungen in der Anamnese Sponsor: Commonwealth Fund, in D IQWIG Ergebnisse I : Grundkrankheiten der befragten Population vergleichbar Aufklärung über Risiken vor Behandlung: 57-61% Nosokomiale Infekte: 3-10% Ausreichende Schmerztherapie: 78-82% Kommunikationsfehler bemerkt: 19-22% Schlechte Koordination bei der Entlassung: 33-66% Wiederaufnahme (als Notfall): 10-20% Schoen C, et al. Health Affairs 2005; DOI /htaff.W5.509

8 Schnittstellen: ambulant-stationär

9 Die Last chronischer Krankheiten 78% der Gesundheitsausgaben entfallen auf die Versorgung von Menschen mit chronischen Krankheiten Chronisch kranke Menschen machen aus: 55% der Notfallstationsaufenthalte 70% der Spitaleintritte 80% der Spitalaufenthaltstage Health and Health Care The Forecast The Challenge Institute of the Future 2003

10

11 Rehospitalisation oder Notfallkonsultation wegen Komplikationen nach Entlassung Base: Adults with any chronic condition who were hospitalized Percent Data collection: Harris Interactive, Inc. Source: 2008 Commonwealth Fund International Health Policy Survey of Sicker Adults.

12 Gaps in Hospital Discharge Planning and Transitional Care Base: Adults with any chronic condition who were hospitalized in past 2 years (n=7500) Percent did NOT AUS CAN FR GER NETH NZ UK US Know who to contact for questions about condition or treatment Receive instructions about symptoms and when to seek further care Receive written plan for care after discharge Have arrangements made for follow-up visits with any doctor Any discharge gaps Data collection: Harris Interactive, Inc. Source: 2008 Commonwealth Fund International Health Policy Survey of Sicker Adults.

13 Diabetiker, die die empfohlenen Präventionsmassnahmen erhielten Base: Adults with diabetes Percent received all four diabetes services* * Hemoglobin A1c checked in past six months; feet examined for sores or irritations in past year; eye exam for diabetes in past year; and cholesterol checked in past year. Source: 2008 Commonwealth Fund International Health Policy Survey of Sicker Adults.

14 Beseitigung von Schnittstellen

15 Prioritäten von Versicherten: Qualität > Service TK Servicebaromer: n= 3400 Fälle; Rücklauf 17%

16 Sicht der Öffentlichkeit über den Nutzen von Massnahmen zur Qualitätsverbesserung somewhat effective very effective Commonwealth Fund 2006

17 Role of Nurse in Care Management Base: Adults with any chronic condition (n = 7500) Percent said nurse is regularly involved in management of condition Data collection: Harris Interactive, Inc. Source: 2008 Commonwealth Fund International Health Policy Survey of Sicker Adults. 17

18

19 Patient Engagement in Care Base: Adults with any chronic condition (n = 7500) Percent AUS CAN FR GER NETH NZ UK US Regular doctor always tells you about treatment options and involves you in decisions* Your clinician gives you a written plan to manage care at home * Among those with regular doctor or place of care. Data collection: Harris Interactive, Inc. Source: 2008 Commonwealth Fund International Health Policy Survey of Sicker Adults.

20 Wie oft sind Sie in den letzten 12 Monaten in Entscheidungen über Versorgung, Behandlung oder Tests von Health Professionals einbezogen worden?

21 Sektorenübergreifende Versorgung es ist komplexer.. Stationäre VERSORGUNG Ambulante Versorgung Schnittstellen Nach-Stat. Versorgung Pfad Pfad Pfad Schnittstellen Schnittstellen

22 Klinische Pfade: Definition Der klinische Pfad ist eine institutionelle Leitlinie, beschreibt berufsgruppenübergreifend Aufnahme- und Entlassungsprozesse einer homogenen Gruppe von Patienten, die von einer bestimmten Diagnose betroffen ist. Die für Diagnose und Therapie notwendigen Prozesse werden als Standard vorgegeben und erfasst. Idealerweise Integration des vor- und nachstationären Betreuungsprozesses.

23 Prozessoptimierung-Prozessmanagement je nach Sichtweise Betriebswirtschaftliche Sichtweise Prozessoptimierung Prozesskostenrechnung Target costing Produktdifferenzierung. Medizinische Sichtweise

24 Die Klassische Sicht des BWLers...passt eventuell nicht wirklich

25 und es ist kein simples Optimierungsproblem Erfolg organisatorischer Regelungen Optimum Optimaler Organisationsgrad (Kieser 1981, S.72) Organisatorischer Rationalisierungsgrad

26 auch wenn die Industrie dies gerne hätte

27 Prozessoptimierung-Prozessmanagement je nach Sichtweise Betriebswirtschaftliche Sichtweise Prozessoptimierung Medizinische Sichtweise Disease management Evidence based Medicine Nursing Guidelines

28 Cash interests taint drug advice* Enge finanzielle Beziehungen mit der pharmazeutischen Industrie von Experten, die Leitlinien/Behandlungsempfehlungen erstellen It`s not true that people can remain completely objective. *News: Nature 2005; 437:

29 Elemente eines Behandlungspfades

30 KSA 651 akuter Cerebrovaskuläre r Insult Durchschnittliche Verweildauer 8 Tage

31 Der klinische Pfad: Cerebrovaskulärer Insult Performance-Indikatoren zur Beurteilung der Qualität Schnelle Diagnostik und Einleitung der Therapie Verbesserung des funktionellen Zustandes Überleben der Hospitalisation Therapie ohne Komplikationen und Vermeidung von Folgeerkrankungen Unterstützung des Patienten und Vorbereitung des Austritts

32 Cerebrovaskulärer Insult - Computertomographie

33 Zeitintervall: Eintritt bis Diagnosestellung Time to diagnosis

34 Der klinische Pfad: Cerebrovaskulärer Insult Performance-Indikatoren zur Beurteilung der Qualität Schnelle Diagnostik und Einleitung der Therapie Verbesserung des funktionellen Zustandes Überleben der Hospitalisation Therapie ohne Komplikationen und Vermeidung von Folgeerkrankungen Unterstützung des Patienten und Vorbereitung des Austritts

35 Mortalität

36 Der klinische Pfad: Cerebrovaskulärer Insult Performance-Indikatoren zur Beurteilung der Qualität Schnelle Diagnostik und Einleitung der Therapie Verbesserung des funktionellen Zustandes Überleben der Hospitalisation Therapie ohne Komplikationen und Vermeidung von Folgeerkrankungen Unterstützung des Patienten und Vorbereitung des Austritts

37 Komplikationen

38 Der klinische Pfad: Cerebrovaskulärer Insult Performance-Indikatoren zur Beurteilung der Qualität Schnelle Diagnostik und Einleitung der Therapie Verbesserung des funktionellen Zustandes Überleben der Hospitalisation Therapie ohne Komplikationen und Vermeidung von Folgeerkrankungen Unterstützung des Patienten und Vorbereitung des Austritts

39 Vorbereitung auf die Zeit nach dem Spital

40 Reviews zu den Effekten von integrierter Versorgung Review found: Linking Care of Family Doctors, hospitals and community groups and using teams of different professionals could improve quality of care and costs. Evidence that integrated Care can improve use of healthcare ressources and reduce costs. Evidence that I.C. can improve clinical outcomes (U.K) Evidence that multidisciplinary teams improve patient satisfaction and reduce healthcare costs. Inconsistent evidence about the effect of multidisciplinary teams on clinical outcomes Die meisten Studien beschreiben Formen von integrativer Versorgung, die als verbesserte intra- bzw. intersektorale Kooperation bezeichnet werden kann: EBM-basierte Behandlungspfade Definierte Aufgabenverteilungen und Überweisungsbeziehungen Strukturierter Informationsaustausch Einheitliche Dokumentation von Prozess- und Ergebnisindikatoren Singh D, Transforming Chronic Care 2005

41 Was benötigen wir um zu den besten zu gehören? Ein High Performance Gesundheitssystem ist so gestaltet, dass vier Hauptziele erreicht werden können: Hohe Qualität, Sicherheit Zugang zur Versorgung für alle Menschen Wirksam, mit hohem Nutzen Fähigkeit zur Verbesserung Lange Gesundheit und Arbeitsfähigkeit

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