Die Risikomarge. Oktober Prof. Dr. Claudia Cottin & Dr. Stefan Nörtemann

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1 Die Risikomarge unter IFRS & Solvency II Oktober 2014 Prof. Dr. Claudia Cottin & Dr. Stefan Nörtemann

2 Einleitung & Motivation 2 Versicherungsunternehmen müssen regelmäßig Auskunft geben und Bericht erstatten über ihre ökonomische Situation. Im Sinne einer möglichst transparenten und vergleichbaren Berichterstattung existieren verschiedene Vorschriften und Regelwerke, zum Beispiel: Vorschriften für HGB-Bilanz Vorgaben für Unternehmensbewertungen, wie MCEV-Principles Vorgaben für Solvenzbilanz (Solvency II) Internationale Bilanzierungsstandards (IFRS) Dabei sind die letzten beiden aktuell in aller Munde und stehen beide vor einer grundlegenden Neuregelung. Vor diesem Hintergrund haben die Referenten Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Regelwerke herausgearbeitet. Der Fokus der folgenden Ausführungen liegt auf dem Begriff der Risikomarge, der in beiden Regelwerken eine zentrale Rolle spielt.

3 Ziele der Veranstaltung 3 Financial Reporting Überblick Solvency II IAS / IFRS Solvenzbilanz vs. IFRS-Bilanz Einblick Die Risikomarge Simulationen Beispiele Ausblick Gemeinsamkeiten & Unterschiede Zusammenfassung

4 Agenda 4 Financial Reporting Überblick Solvency II IAS / IFRS Solvenzbilanz vs. IFRS-Bilanz Einblick Die Risikomarge Simulationen Beispiele Ausblick Gemeinsamkeiten & Unterschiede Zusammenfassung

5 Financial Reporting 5 Versicherungsunternehmen müssen über ihre ökonomische Situation regelmäßig umfassend Auskunft geben und Bericht erstatten. Hierfür gibt es unterschiedliche Anlässe: Gesetzliche Anforderungen (z.b. VAG, HGB, ) Marktanforderungen (z.b. für Ratings) Spezielle Anlässe (z.b. Kauf/Verkauf) Zu unterscheiden sind dabei verschiedene Adressatengruppen: Staatliche Aufsichtsbehörden (in D die BaFin) Die Öffentlichkeit (Kunden, Investoren, ) Interne Adressaten wie Mutterkonzern oder Verhandlungspartner z.b. beim Kauf/Verkauf von Unternehmen(steilen)

6 Solvency II Hintergründe Solvency II 6 Solvency II definiert EU-weit geltende Anforderungen an die Kapitalausstattung und das Risikomanagement sowie ein einheitliches Berichtswesen von Versicherungsunternehmen. Alle 27 EU-Mitgliedsstaaten und die drei weiteren Staaten des Europäischen Wirtschaftraumes werden Solvency II anwenden. Im März 2003 veröffentlichte die Europäische Kommission diesbezüglich die Allgemeinen Überlegungen zur Form eines neuen EU- Aufsichtssystems. Start des Solvency-II Prozesses Feldstudien (QIS) unter Federführung von CEIOPS Solvency II Rahmenrichtlinie vom 22. April 2009 Die Verhandlungsführer von Europäischem Parlament, der Kommission und des Ministerrats haben (im Rahmen des sog. Trilogs) eine Einigung bei den Omnibus-II-Verhandlungen erzielt. Starttermin von Solvency II: 01. Januar 2016

7 Drei-Säulen-Modell Solvency II 7 Erste Säule Quantitative Anforderungen Solvency II : Zweite Säule Qualitative Anforderungen Dritte Säule Markttransparenz Kapitalanforderung SCR & MCR Governance- Vorschriften Befugnisse der Aufsicht Veröffentlichungspflichten: Supervisory Reporting Public Disclosure SCR = Solvency Capital Requirement MCR = Minimum Capital Requirement

8 Kapitalanforderungen Solvency II 8 Kapitalanlagen (Assets) Freies Kapital SCR MCR Risikomarge BEL = Best Estimate Liabilities Eigenmittel Vers.technische Rückstellungen SCR ist das angestrebte Risikokapital; Unterschreitung von MCR erfordert sofortiges Einschreiten der Finanzaufsicht Gewinn- und Verlustverteilung (mögliche Veränderung des Kapitals im Folgejahr) P(Verlust > MCR) < 15% P(Verlust > SCR) < 0.5% SCR MCR Verluste % 85% Gewinne

9 Bilanzen Allgemeines 9 Jede Unternehmensbilanz besteht grundsätzlich aus zwei Bestandteilen, der Aktiv-Seite und der Passiv-Seite. Um zur Bewertung unterschiedlicher Aktiv- und Passiv-Posten verbindliche Regeln aufzustellen, gibt es Rechnungslegungsstandards. Vermögen (Assets) Eigenkapital Fremd- Kapital (Liabilities) Die Passiv-Seite beschreibt die Herkunft der Finanzmittel im Unternehmen. Man unterscheidet zwischen Eigenkapital und Fremdkapital (auch Verbindlichkeiten bzw. Liabilities). Die Aktiv-Seite (auch Vermögen bzw. Assets) beschreibt die Verwendung der Finanzmittel, bei Versicherungsunternehmen hauptsächlich Kapitalanlagen in engerem Sinne. In jedem Bewertungssystem muss die Summe der Aktiva der Summe der Passiva entsprechen.

10 IFRS Project on Insurance Contracts IFRS 4 10 Internationale Rechnungslegungs-Standards und Interpretationen: International Financial Reporting Standards (IFRS) seit 2001 International Accounting Standards Board (IASB) entwickelt und überarbeitet die IFRS und die (früheren) IAS Grundlage für Europa und weltweit Standards werden auf Basis eines breiten fachlichen und öffentlichen Diskussionsprozesses entwickelt Rechnungslegung für Versicherungsverträge: IFRS 4 Übergangsstatus (seit 2004): IFRS 4, Phase II in Arbeit Diskussionspapier: Exposure Draft ED/2010/8 Revised Exposure Draft am 20. Juli 2013: ED/2013/7 Bis Oktober 2013 in Diskussion Weiterentwicklung zum Standard

11 Agenda 11 Überblick Financial Reporting Solvency II IAS / IFRS Einblick Solvenzbilanz vs. IFRS-Bilanz Die Risikomarge Simulationen Ausblick Beispiele Gemeinsamkeiten & Unterschiede Zusammenfassung

12 Solvenz-Bilanz Solvency II 12 Freie Eigenmittel Solvenzkapitalanforderung (SCR) Verfügbare Eigenmittel (Own Funds) Marktwert der Aktiva Risikomarge Bester Schätzwert Liabilities (BEL) entspricht i.w. Erwartungswert Versicherungsleistungen (diskontiert) Versicherungstechnische Rückstellungen

13 Ermittlung des SCR Solvency II 13 Die Solvenzkapitalanforderung SCR ergibt sich aus der Aggregation mehrerer Teil-SCRs einzelner Risikomodule. Die Teil-SCRs ergeben sich aus dem Vergleich einer Best-Estimate Solvenzbilanz mit einer gestressten Solvenzbilanz. Die Stressszenarien sind so kalibriert, dass sich das SCR als zum Sicherheitsniveau 99,5% ergibt.

14 IFRS-Bilanz IFRS 4 14 Building Block Approach: Assets (Fair Value) Excess Capital Contractual Service Margin (CSM) Risk Adjustment Time Value of Future Cash Flows (TVFCF) Fulfilment Value Die vertragsbezogene Dienstleistungsmarge (CSM) beinhaltet zukünftig erwartete Erträge aus den Versicherungsverträgen; Zwitter zwischen EK und FK. Die Erfüllungs-Cashflows ( Fulfilment Cashflows ) beinhalten einen aktuellen Schätzer der Beträge, die das Unternehmen an Prämieneinnahmen und Ausgaben für Leistungen und Kosten erwartet, angepasst hinsichtlich Risiko und dem Zeitwert des Geldes, ähnlich BEL.

15 Solvency-II-Passiva vs. IFRS-Passiva (I) 15 Solvency II Freie Eigenmittel Solvenzkapitalanforderung (SCR) Risikomarge Bester Schätzwert Liabilities (BEL) IFRS 4 Excess Capital Contractual Service Margin (CSM) Risk Adjustment Time Value of Future Cash Flows (TVFCF) Solvency-II-Projekt beabsichtigt grundsätzlich weitgehende Konsistenz mit IFRS allerdings ist IFRS 4, Phase II, kaum auf Solvency II abgestimmt (zumal IFRS größeren Geltungsbereich umfasst). Solvency II zielt ab auf Schutz der Versicherungsnehmer und Finanzstabilität; daher SCR von zentraler Bedeutung. IFRS zielt ab auf global konsistente und transparente Rechnungslegungsstandards zur Information von Investoren und anderen Users of Financial Statements. SCR spielt dort explizit keine Rolle. CSM weist zukünftig erwartete Gewinne aus den VVerträgen aus, die aber noch eng dem Versicherungsvertrag, d.h. den Liabilites, zugeordnet sind. Insofern hat CSM ähnlich wie SCR eine Zwitterstellung zwischen freiem EK und gebundenem Kapital; ansonsten sind aber SCR und CSM nicht vergleichbar....

16 Solvency-II-Passiva vs. IFRS-Passiva (II) 16 Solvency II Freie Eigenmittel Solvenzkapitalanforderung (SCR) Risikomarge Best Estimate Liabilities (BEL) IFRS 4 Excess Capital Contractual Service Margin (CSM) Risk Adjustment Time Value of Future Cash Flows (TVFCF) Die versicherungstechnischen Rückstellungen (BEL + Risikomarge) gemäß Solvency II und der Fulfilment Value (TVFCF + Risk Adjustment) gemäß IFRS 4 sind sehr ähnliche Konzepte, allerdings bei Solvency II eher aus Sicht der VN und bei IFRS 4 eher aus Sicht des VU. Potenzielle Unterschiede der Berechnungen betreffen z.b. Details zur Diskontierung, den Detailgrad der CF-Modellierung und die Berücksichtigung von Diversifikationseffekten. Sowohl unter Solvency II als auch IFRS 4 wird eine marktkonsistente Bewertung der Liabilities angestrebt. Allerdings gibt es in der Auslegung, was darunter zu verstehen ist, im Detail Unterschiede. Das Prinzip der marktkonsistenten Bewertung ist insbesondere für die Berechnung der Risikomarge bzw. des Risk Adjustment von zentraler Bedeutung.

17 Exkurs: Marktkonsistente Bewertung 17 Marktkonsistente Bewertung bedeutet grob gesprochen, dass die Bewertung eines Finanzprodukts oder einer finanziellen Verpflichtung konsistent mit am Finanzmarkt beobachteten Preisen ist. Sehr einfaches Beispiel: Bestimme den marktkonsistenten Wert eines zweijährigen Sparvertrags mit versprochener Auszahlungsreihe (300, ) ( 3% Nominalzins, Rückzahlungsbetrag ) unter der Voraussetzung, dass an der Börse ein- bzw. zweijährige ausfallfreie Zero-Bonds mit Nennwert 100 zum Kurs B 1 = 100 und B 2 = 94 gehandelt werden. Lösung: Die versprochene Auszahlung kann von der Bank mit Sicherheit geleistet werden, wenn sie 3 Bonds B 1 und 103 Bonds B 2 kauft. Daher ist der marktkonsistente Wert des Sparvertrags MW = 3*B *B 2 = 3* *94 = 9982 Die mit der marktkonsistenten Bewertung verbundene Anlagestrategie nennt man auch Hedging oder Duplikation. Versicherungsrisiken lassen sich in der Regel nicht vollständig hedgen.

18 Agenda 18 Überblick Financial Reporting Solvency II IAS / IFRS Einblick Solvenzbilanz vs. IFRS-Bilanz Die Risikomarge Simulationen Ausblick Beispiele Gemeinsamkeiten & Unterschiede Zusammenfassung

19 Allgemeine Idee der Risikomarge (I) 19 Sowohl unter Solvency II als auch IFRS 4 ist Marktkonsistenz ein wichtiges Bewertungsprinzip. Falls die versprochenen Versicherungsleistungen durch am Markt gehandelte Finanzprodukte duplizierbar wären, entsprächen BEL bzw. TVFCF im Wesentlichen ihrem dadurch ermittelbaren marktkonsistenten Wert. Versicherungsleistungen aus Verträgen mit biometrischen Risiken, Risiken aus Naturgefahren, u.ä. sind aber im Allgemeinen nicht vollständig duplizierbar. Somit kann BEL bzw. TVFCF nur auf Basis eines größtmöglichen duplizierbaren Anteils berechnet werden bzw. hilfsweise als Erwartungswert künftiger (diskontierter) Zahlungsströme. (Nach dem Gesetz der großen Zahl sind die Schwankungen um den Erwartungswert bei großen Versicherungskollektiven klein, und die erwarteten Zahlungen lassen sich i.d.r. marktkonsistent bewerten.) Nur im Falle der vollständigen Duplizierbarkeit braucht das VU zur Erfüllung der Versicherungsverträge kein Risiko einzugehen. Anderenfalls muss als Kompensation für die Risikoübernahme eine Risikomarge einkalkuliert werden.

20 Allgemeine Idee der Risikomarge (II) 20 Solvency II Freie Eigenmittel Solvenzkapitalanforderung (SCR) Risikomarge Unterschied zwischen SCR und Risikomarge Das SCR ist Eigenkapital der Eigner des VU, das als finanzielles Sicherheitspolster zur Abfederung unerwarteter negativer Geschäftsentwicklungen dient. Die Risikomarge ist (unter Solvency II und IFRS) ein Sicherheitspuffer innerhalb der versicherungstechnischen Rückstellungen und hat somit Fremdkapitalcharakter. Im Normalfall sollte also die Risikomarge (größenordnungsmäßig) aus den Versicherungsbeiträgen der VN gespeist sein (Vergütung des VU für die Risikoübernahme). Bester Schätzwert Liabilities (BEL)

21 Allgemeine Idee der Risikomarge (III) 21 Die Risikomarge entspricht gedanklich einer noch nicht als Gewinn realisierten Vergütung des VU für die Risikoübernahme aus den VVerträgen. Folglich kann man sich dafür grundsätzlich an ähnlichen Prinzipien orientieren wie bei der Beitragskalkulation. Mögliche Typen von Ansätzen Quantilbasierte Ansätze Value-at-Risk Conditional Tail Expectation Tail Value-at-Risk Cost-of-Capital-Ansätze Modifikation von Rechnungsgrundlagen und sonstigen Annahmen

22 Risikomarge unter IFRS 4 IFRS 4 22 Grundsätzlich geht IFRS 4 von unternehmensindividuellen Risikomargen (Risk Adjustments) aus, die also auch die Risikobereitschaft des Unternehmens widerspiegeln. Im alten Exposure Draft ED/2010/8 waren drei verschiedene Verfahren zur Bestimmung des Risk Adjustment vorgesehen, nämlich a) Confidence Level b) Conditional Tail Expectation c) Cost of Capital Gemäß neuem Exposure Draft ED/2013/07 ist kein bestimmtes Verfahren mehr vorgegeben. Die Vorgaben beschränken sich lediglich auf einige notwendige Bedingungen wie z.b., dass das Risk Adjustment in einen Quantil-Ansatz übersetzt werden soll. Das bedeutet: Man geht in Konfidenzniveau = gamma Prozent aller Fälle davon aus, dass der Fulfilment Value plus Risikomarge zur Erfüllung des Vertrages ausreichend ist.

23 Risikomarge unter Solvency II (I) Solvency II 23 Unter Solvency II soll auch die Risikomarge nach marktkonsistenten Prinzipien bestimmt werden. Konkret soll in diesem Sinne der Asset-Wert bestimmt werden, der an ein Referenzunternehmen übertragen werden müsste, damit dieser den fraglichen Versicherungsbestand übernimmt. Auf der Passiv-Seite entspricht dieser Wert dann BEL + Risikomarge. Unterscheidung zwischen duplizierbaren und nicht duplizierbaren Zahlungsströmen auf der Liability-Seite: Duplizierbarkeit = es gibt Assets, mit denen die Liability-Zahlungen mit Sicherheit exakt abgedeckt werden können ( vollständiges Hedging ); Versicherungsleistungen aus Verträgen mit biometrische Risiken, Risiken aus Naturgefahren, u.ä. sind im Allgemeinen nicht vollständig hedgebar. Nachdem man einen größtmöglichen duplizierbaren Anteil bestimmt hat, verbleibt eine Risikomarge, die zusätzlich an Asset-Werten übertragen werden müsste, damit sich die beiden (unabhängigen) Vertragspartner in der Übertragung einig werden.

24 Risikomarge unter Solvency II (II) Solvency II 24 Herleitung der Risikomarge aus Überlegung, dass eine Übertragung eines Versicherungsbestands von einem Versicherungsunternehmen auf ein anderes auch die Übertragung entsprechender bedeckender Vermögenswerte erfordert. (Übertragungsszenario). Ursprüngliches Unternehmen Übertragung aller Verpflichtungen Beschaffung der notw. Eigenmittel Referenzunternehmen Kapitalgeber Die Risikomarge für das ursprüngliche Unternehmen entspricht dann den Kapitalkosten, die das Referenzunternehmen aufbringen müsste, um das mit dem zusätzlichen Bestand verbundene Solvenzkapital zu beschaffen. Gemäß Solvency II ist also zur Berechnung der Risikomarge ein Cost-of- Capital-Ansatz vorgeschrieben.

25 CoC-Ansatz für die RM Solvency II 25 Ursprüngliches Unternehmen Übertragung aller Verpflichtungen Beschaffung der notw. Eigenmittel Referenzunternehmen Kapitalgeber Das Referenzunternehmen muss aufgrund der Übernahme des Versicherungsbestands in t = 0 zusätzliche Eigenmittel SCR(0) und auch in allen Folgejahren zusätzliche Eigenmittel SCR(t) vorhalten. Wenn sich das Referenzunternehmen diese zusätzlichen Eigenmittel am Kapitalmarkt beschafft, muss es dafür einen über dem risikolosen Zins liegenden Kapitalkostensatz CoC aufbringen. Die mit der Kapitalbeschaffung verbundenen Kosten sind auf den Zeitpunkt t=0 zu diskontieren. Somit ergibt sich für die Risikomarge des ursprünglichen Unternehmens folgende Formel: SCR(t) RM CoC t 1 (1 r ) t0 t1 Im SII-Regelwerk ist der Kapitalkostensatz CoC derzeit auf 6% festgelegt.

26 Diskussion der RM-Formel Probleme Solvency II 26 Die Solvenzkapitalanforderung SCR ergibt sich aus der Aggregation mehrerer Teil-SCRs einzelner Risikomodule Die Teil-SCRs ergeben sich aus dem Vergleich einer Best Estimate Solvenzbilanz mit einer gestressten Solvenzbilanz Die Stressszenarien sind so kalibriert, dass sich das SCR als zum 99,5% Quantil ergibt Problem 1: Möglicher Zirkelschluss! Problem 2: Ermittlung zukünftiger SCRs!

27 Veranschaulichung von Problem 2 Solvency II 27 Bildquelle: December 2012, p. 38

28 Risikomarge Vereinfachungen Solvency II 28 Infolge des Problems 2 erlauben die SII-Vorgaben diverse Vereinfachungen von denen die folgenden zwei in der Praxis verbreitet sind: Approximation des gesamten SCR für jedes künftige Jahr mittels eines proportionalen Ansatzes: BEL(t) SCR(t) SCR(0) BEL(0) SCR(t) SCR(0) BEL(t) RM CoC (1 r ) BEL(0) (1 r ) t1 t1 t0 t1 t0 t1 Schätzung aller künftigen SCRs auf einmal, mittels einer Approximation auf Basis des Durationsansatzes: CoC RM Dur mod(0) SCR(0) (1 r ) 1 Beispiele später

29 Agenda 29 Überblick Financial Reporting Solvency II IAS / IFRS Einblick Solvenzbilanz vs. IFRS-Bilanz Die Risikomarge Simulationen Ausblick Beispiele Gemeinsamkeiten & Unterschiede Zusammenfassung

30 Projektionsrechnungen 30 Viele Bewertungsaufgaben unter SII und IFRS, insbesondere die Bestimmung der Risikomarge, erfordern Projektionsrechnungen. Projektionsrechnung = Hochrechnung des gesamten Versicherungsunternehmens über einen definierten Zeitraum (Projektionsdauer) auf Basis gewisser (dynamischer) Regeln Grundlage ist die Berechnung der Zahlungsreihe (Cashflow) C(t) := L(t) P(t) + K(t), für Zeitpunkte t = 1,..., n, des Saldos aus zukünftigen Leistungen, Beiträgen und Kosten, wobei n der Zeitpunkt der letzten Zahlung ist. Projektion der Cashflows C(t) für alle Folgejahre ( auslaufender Bestand )

31 Beteiligte IT-Systeme 31 Solvency II IFRS BSM Asset Management Projektionssoftware Schaden Management Kapitalmarkt = Datenfluss Bestandsverwaltung BSM = Branchensimulationsmodell des GDV

32 BSM Ausgangslage & Motivation 32 Unter Solvency II sind Eigenmittel und Solvenzkapitalanforderung auf Grundlage ökonomischer Bilanzen zu bestimmen. Komplexer Optionscharakter der klassische Lebensversicherung in D: Zinsgarantie zukünftige Überschussbeteiligung (die im Zeitverlauf fest deklariert wird) komplexe Interaktion von Aktiv- und Passiv-Seite Die Ergebnisse hängen von der unsicheren künftigen Kapitalmarktentwicklung ab. Deterministische Berechnungen der versicherungstechnischen Rückstellungen auf Grundlage der heutigen Kapitalmarktverhältnisse künftig nicht mehr ausreichend. Daher entwickelte der GDV das sogenannte Branchen-Simulationsmodell (BSM) für die deutschen Lebensversicherer zur ökonomischen Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen... im Rahmen des Standardmodells für Solvency II.

33 Berechnungen Vorgehen (vereinfacht) 33 Vorgehen bei den Berechnungen zur Solvenzbilanz (Standardmodell) 1. Projektion der Cashflows (für ein Best Estimate Szenario) 2. Projektionen für alle Stressszenarien (Sterblichkeit, Storno, u.v.m.) 3. Aufstellen der Solvenzbilanz für Best Estimate Szenario (ohne RM!) 4. Aufstellen der Solvenzbilanz für alle Stressszenarien (ohne RM!) 5. Berechnung der Teil-SCRs 6. Aggregation zur Kapitalanforderung SCR 7. Berechnung der Risikomarge 8. Aufstellen der (eigentlichen) Solvenzbilanz Schritte 1 & 2 mit einer Projektionssoftware Restliche Schritte z.b. mit BSM

34 Agenda 34 Financial Reporting Überblick Solvency II IAS / IFRS Solvenzbilanz vs. IFRS-Bilanz Einblick Die Risikomarge Simulationen Beispiele Ausblick Gemeinsamkeiten & Unterschiede Zusammenfassung

35 Ein Beispielunternehmen 35 Lummerland-Leben AG Klassisches LVU, klassisches Produktspektrum eher rentenlastiger Bestand HGB-Bilanz Aktiva (T ) Passiva (T ) Rückversicherung Eigenkapital Kapitalanlagen vt. Rückstellungen (brutto) sonstige Aktiva sonstige Passiva Summe Summe Marktwerte der Aktiva: T SCR = T Durmod = 18,73 Quelle: hr-shop,

36 B_BILANZJAH LANZMO B_VertragCF_Praem B_VertragCF_Kost B_VertragCF_Leist_Beg B_VertragCF_Leist_End 36 Cashflows Cashflows für 100 Jahre (bis 2114) jeweils zum Jahresende Prämien / Beiträge Kosten Rentenleistungen Kapitalleistungen berechnet mit einer Projektionssoftware mit Best Estimate Annahmen und Rechnungsgrundlagen 2. Ordnung , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,17-944, , , ,13-449, , , ,12-144, , , ,17-23, , , ,19-3, , , ,26 0, , , ,04 0, , , ,43 0, , , ,03 0, , , ,80 0, , , ,67 0, , , ,74 0, , , ,03 0, , , ,33 0, , , ,00 0, , , ,08 0, , , ,23 0, , , ,99 0, , , ,90 0, , , ,76 0, , , ,34 0, , , ,56 0, , , ,19 0, , , ,09 0, , , ,49 0, , , ,12 0, , , ,08 0, , , ,77 0, , , ,43 0, , , ,95 0, , , ,95 0, ,88-749, ,07 0, ,63-509, ,78 0, ,81-338, ,57 0, ,08-220, ,20 0, ,57-137, ,32 0, ,14-80, ,29 0, ,59-50, ,32 0, ,47-34, ,11 0, ,31-22, ,78 0, ,21-15, ,39 0, ,14-8, ,59 0, ,09-4,41-677,50 0, ,00-2,55-375,41 0, ,00-1,37-200,92 0, ,00-0,57-88,10 0, ,00-0,09-21,60 0, ,00 0,00-4,69 0, ,00 0,00-0,16 0, ,00 0,00 0,00 0, ,00 0,00 0,00 0, ,00 0,00 0,00 0, ,00 0,00 0,00 0, ,00 0,00 0,00 0, ,00 0,00 0,00 0, ,00 0,00 0,00 0,00

37 EW_gar = BE(t) SCR(t) 37 Risikomarge(n) gemäß Solvency II Approximation des gesamten SCR für jedes künftige Jahr mittels eines proportionalen Ansatzes RM CoC t0 = T Schätzung aller künftigen SCRs auf einmal, mittels einer Approximation auf Basis des Durationsansatzes = T ( SCR(t) SCR( 0) t1 t1 1 rt 1) BE( 0) t0 ( 1 rt 1) CoC RM Dur mod ( 0) SCR ( 0) ( r ) 1 1 BE(t) SCR (t) SCR ( 0) BE( 0) BE(t) , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,58 700, ,05 474, ,78 317, ,17 210, ,29 136, ,59 87, ,45 55,38-861,00 34,67-531,07 21,38-319,20 12,85-185,73 7,48-102,23 4,12-52,83 2,13-25,86 1,04-11,46 0,46-4,04 0,16-0,90 0,04-0,16 0,01-0,01 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00

38 Fazit & Zusammenfassung (1) 38 Anders als unter IFRS 4 ist unter Solvency II für die Berechnung der Risikomarge im Standardmodell der Kapitalkostenansatz mit einem fixen Kapitalkostensatz von 6% vorgeschrieben. Die Risikomarge ergibt sich damit als das 0,06 fache der Summe aller, mit dem risikofreien Basiszinssatz diskontierten Solvenzkapitalanforderungen SCR über alle Folgejahre. Die Berechnung der Solvenzkapitalanforderungen der Folgejahre ist problematisch, komplex und sehr aufwendig. Daher sind unter gewissen Voraussetzungen Vereinfachungen erlaubt. In der Praxis führen die Vereinfachungen zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen! In der Folge ist eine Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen kaum möglich.

39 Fazit & Zusammenfassung (2) 39 Unter IFRS 4 wird kein bestimmtes Verfahren mehr vorgegeben! Gemäß Exposure Draft ED/2013/07 werden lediglich notwendige Bedingungen formuliert. Demnach ist das Risk Adjustment in einen Quantilsansatz zu übersetzen. Das erlaubt sowohl die Anwendung eines Confidence Level Ansatzes (z.b. Value-at-Risk-Berechnung) als auch eines Kapitalkostenansatzes wie unter Solvency II. Obwohl die internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) grundsätzlich auch für Solvency II das vorgegebene Rahmenwerk für die Bewertung aller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sein sollen ist eine Vergleichbarkeit der Risikomargen kaum möglich!

40 Publikation in Vorbereitung 40 Die risikoorientierte Bewertung von Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen gemäß IFRS 4 und Solvency II Gemeinsames und Trennendes Claudia Cottin und Stefan Nörtemann

41 41 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Thank you for your attention! Prof. Dr. Claudia Cottin Fachhochschule Bielefeld Am Stadtholz Bielefeld Dr. Stefan Nörtemann msg life Deutschland GmbH Domstraße Köln

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