Vom Nutzen der Wildblumen

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1 Vom Nutzen der Wildblumen Katja Jacot Agroscope ART 8046 Zürich Kurs Ökologische Ausgleichsflächen haben viele Funktionen! BÖA Jahrestagung 2011 Strickhof Wülflingen, 23. März 2011

2 1

3 Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART Vom Nutzen der Wildblumen Katja Jacot Vom Nutzen der Wildblumen Einleitung Wildblumen in ökologischen Ausgleichsflächen Lebensraum von Nützlingen Bedeutung von Anthriscus Wiesen für Blattlausantagonisten im Frühjahr Welche Lebensräume sind für Bodenpilze (Metarhizium ssp.) wichtig? Ausblick 2

4 Aufteilung der ökologischen Ausgleichsflächen (2009) Auf jedem Landwirtschaftsbetrieb müssen auf 7% der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologische Ausgleichsflächen angelegt werden (aktuell: auf rund 11%) Total ha Ca ha 2.0% 2.2% 6.0% 17.0% 1.9% 48.9% extensiv genutzte Wiese wenig intensiv genutzte Wiese Streueflächen Hecken, Feld- und Ufergehölze Ökoflächen im Ackerland extensiv genutzte Weide 21.1% Waldweide Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft 3 Artenreiche Wiese Saum auf Ackerfläche M.Jenny Buntbrache Ackerschonstreifen Rotationsbrache D. Schaffner 4

5 Bedeutung von Wildblumen für Nützlinge Planter et favoriser des fleurs spécifiques pour : Apporter du nectar, du pollen,... Augmenter le nombre de proies Créer un microclimat favorable Augmenter leur longévité et fécondité Fournir des refuges pour l hiver 5 Habitate von Nützlingen und Schädlingen des Acker- und Futterbaus Pourcentage d'espèces (%) Ravageurs (total: 209 espèces) Auxiliaires (total: 850 espèces) Boller, E. F., Häni, F. & Poehling, H.-M. (2004) Ecological Infrastructures. Ideabook on Functional Biodiversity at the Farm Level. Temperate Zones of Europe. 0 Type A Type B Type C Typ A: braucht nur Ackerkultur als Habitat (zbsp spezialisierte Parasitoide) Typ B: überwintert in ökologischen Infrastrukturen ausserhalb der Kulturen (zbsp viele Parasitoide) Typ C: braucht zusätzlich Entwicklungsmöglichkeiten in ökologischen Infrastrukturen ausserhalb der Kulturen (zbsp Blattläuse, Marienkäfer, Schwebfliegen, Blattlauspilze; Entomophtorales) 6

6 Blattläuse Blattläuse fügen der Landwirtschaft weltweit extremen Schaden zu, da sie als Schädlinge nahezu alle Zimmerpflanzen, Gemüsepflanzen, Obstbäume, Getreidepflanzen usw. befallen. Bis zum Ende einer Saison können aus einer Blattlaus 1,560,000,000,000,000,000,000,000,000 (1,56 x ) Läuse entstehen! 7 Blattlausfeinde Bodenpilze Marienkäfer Florfliegen Schwebfliegen Schlupfwespen 8

7 Habitatpflege zur Nützlingsförderung mit dem 4V Konzept Für die Nützlingsförderung sind folgende 4 Vs anzustreben: Gute Voraussetzungen in der Kultur Ein Vorsprung gegenüber Schädlingen Grosse Vielfalt Gute Verteilung der Nützlinge 9 Bedeutung von Anthriscus sylvestris Wiesen für Blattlausantagonisten im Frühjahr Plot 10

8 Attraktivität von Anthriscus sylvestris Wiesen für Schwebfliegen im Frühjahr control wheat wheat/aphids Geringes Blütenangebot und kaum Blattläuse in den ext. Wiesen 11 Attraktivität von Anthriscus sylvestris Wiesen für Marienkäfer im Frühjahr Hoverflies Eggs Hoverflies Larvae Hoverflies Pupae Ladybird Eggs Habitat Lacewings Plot <0.001 *** <0.001 *** ** ** ** control wheat wheat/aphids 12

9 Bedeutung der Landschaft (100m-500m Radius) für Blattlausantagonisten 13 Bedeutung der Landschaft für die Schwebfliegen im Frühjahr Wooden Habitats (1)-Hoverflies Flowering Habitats (1)-Hoverflies Artificial Habitats (1)-Hoverflies Hoverflies (ln) Buffer: 100m 250m 500m Hoverflies (ln) Buffer: 100m 250m 500m Hoverflies (ln) Buffer: 100m 250m 500m Wooden habitats 1 (%) Flowering habitats 1 (%) Artificial habitats 1 (%) Hoverflies (ln) Wooden Habitats (2)-Hoverflies Gehölze Gehölze Buffer: 100m 250m 500m Hoverflies (ln) Flowering Habitats (2)-Hoverflies Wiesen Buffer: 100m 250m 500m Hoverflies (ln) Artificial Habitats (2)-Hoverflies Gebäude und Strassen Gebäude und Strassen Buffer: 100m 250m 500m Wooden habitats 2 (%) Flowering habitats 2 (%) Artificial habitats 2 (%)

10 Schlussfolgerungen 1 Bedeutung der Resultate für die biologische Schädlingsbekämpfung auf Betriebsebene Gehölze (Hecken, Wälder und Obstgärten) hatten einen positiven Einfluss auf Blattlausantagonisten Extensiv genutzte Wiesen (der Versuchsregionen) hatten im Frühling eine geringere Bedeutung für die untersuchten Blattlausantagonisten Blattlausantagonisten können im Frühjahr mit spezifischen Wildblumen gefördert werden (Pollen, Nektar, Blattläuse) 15 Metarhizium ssp. in verschiedenen Lebensräumen S. Schneider (Molekulare Ökologie, Agroscope; SNF Projekt) Metarhizium ssp. ist ein weltweit verbreiteter, bodenbewohnender Pilz und wird zur biologischen Bekämpfung von Schadinsekten (zbsp Blattläuse) eingesetzt. 16

11 Sampling scheme 3 Regionen im Mittelland Klettgau Aesch Oberwil 3-4 Standorte pro Region -Getreidefeld -Naturwiese -Saum auf Ackerfläche -Waldrand 4 Transekte pro Lebensraum 8 Bodenproben pro Transekt Getreidefeld Naturwiese Saum auf Ackerfläche Waldrand 17 Metarhizium spp. Dichten in verschiedenen Lebensräumen Getreidefeld Naturwiese Saum auf Ackerfläche Waldrand Anzahl Genkopien pro Gramm Boden S. Schneider (Molekulare Ökologie, Agroscope; SNF Projekt) 18

12 Schlussfolgerungen 2 Metarhizium ssp kommt insbesondere in extensiv genutzten Wiesen und Säumen vor. Natürliche Dichten sind so hoch wie empfohlene Mengen für die biologische Schädlingsbekämpfung. Welche Wildblumen spielen eine Schlüsselrolle? Bodenbearbeitung und Gehölze wirken negativ auf diese Boden-Pilze. 19 Optimierung von Ökosystemleistungen auf Betriebs- und Landschaftsebene: Fragestellungen unseres aktuellen Projektes: 2010: Welche Lebensräume (Hecken, Säume; artenreiche Wiesen) sind im Frühjahr für Schwebfliegen (welche?) und weitere Blattlausantagonisten (wie Bodenpilze; Marienkäfer; Schlupfwespen) wichtig? Welche Rolle spielt dabei der Gehölzanteil in der Landschaft? 2011+: Wie effektiv ist eine Reduktion der Blattläuse in den Kulturen mit und ohne spezifische Wildblumen? Welche Rolle spielt dabei der Gehölzanteil in der Landschaft? 20

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