Stationen der Physik an der TU Graz

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1 Stationen der Physik an der TU Graz 1855 Einrichtung der Lehrkanzel für Physik 1875 Nicola Tesla studiert Physik bei Prof. Pöschl 1888 Professor Albert Ettingshausen wird Ordinarius für Physik 1904 Otto Nussbaumer macht sein Experiment der drahtlosen Übertragung von Musik 1920 Abtrennung der Elektrotechnik Prof. K. W. Fritz Kohlrausch wird Ordinarius für Physik Errichtung des Physikhörsaalanbaus 1955 Prof. Rudolf Gebauer wird Ordinarius für Physik 1956 Einrichtung des Instituts für Theoretische Physik (Prof.Dr. Ernst Ledenigg) 1965 Einrichtung des Instituts für Angewandte Physik und Lichttechnik (Prof.Dr. Erich Krautz) 1965 ministerielle Genehmigung des Vollstudiums Physik an der TH Graz 1970 Einrichtung des Instituts für Kernphysik (Prof.Dr. Ludwig Breitenhuber) 1976 Einrichtung des Lehramtsstudiums 1978 Fertigstellung des Physikgebäudes Petersgasse Umwandlung in ein Bakkalaureat/Magister-Studium, Magisterabschluss als Dipl.Ing. 1

2 Einige Umzüge in 195 Jahren 1. Joanneum seit 1811 Physik seit Übersiedlung in Alte Technik Umzug in das neue Physikgebäude

3 Das Vorstadium Erzherzog Johann (* ) Johann Baptist Joseph Fabian Sebastian, Sohn des Großherzogs Leopold von Toskana (später Kaiser Leopold II.) und Maria Ludovica von Bourbon (Tochter des damaligen spanischen Königs), wurde am 20. Jänner 1782 als dreizehntes von sechzehn Kindern in Florenz geboren Der Erzherzog unterstützt Andreas Hofer beim Tiroler Freiheitskampf. Doch die Befreiung Tirols, das zuvor an Bayern verloren gegangen war, schlägt fehl. Der Kaiser untersagt ihm fortan den Aufenthalt in Tirol, worauf sich des Erzherzogs ganze Aufmerksamkeit auf die Steiermark richtet Der Erzherzog legt mit der Schenkung seiner umfangreichen Sammlungen von Objekten aus verschiedenen Gebieten wie Naturgeschichte, Chemie, Ökonomie und Technologiesowie einer Bibliothek den Grundstein für die Lehranstalt Joanneum: Unterricht in Botanik, Mineralogie, Chemie, Astronomie, Technologie, 1833 Physik eigenständiges Lehrfach, Anton Schrötter ( ) schon mit eigenem physikalischem Kabinett, unter den Nachfolgern Adalbert von Waltenhofen (Demonstration Wirbelstrombremse) 1855 Jakob Pöschl erster berufener Physikprofessor (aus Wien), 32 Jahre im Amt! 1874 k.k. Technische Hochschule in Graz, später berühmter Student von Prof. Pöschl: Nicola Tesla Forschung Elektrotechnik, z.b. Elektromotor ohne Kommutator und Bürsten 3

4 Neubau Alte Technik Rechbauerstraße 1888 Albert von Ettingshausen (* 1850 in Wien; 1932 in Graz) bekleidet Lehrkanzel für Physik und Elektrotechnik Bis 1888 ao. Prof. an der Karl-Franzens-Universität mit berühmtem Mentor Ludwig Boltzmann und berühmtem Schüler Walther Nernst: Ettingshausen-Nernst-Effekt: bei der Einwirkung eines Magnetfeldes auf einen Wärmestrom in einem elektrischen Leiter entsteht senkrecht zum Wärmestrom und senkrecht zum Magnetfeld eine elektrische Spannung (eine thermoelektrische Erscheinung und das thermische Analogon zum Hall- Effekt). 4

5 Intensivierung der physikalischen Forschung Albert von Ettingshausen unter starker Lehrbelastung: Physik, Elektrotechnik und Maschinenbau, wenig Grundlagenforschung, sondern vorwiegend Elektromaschinenbau Assistent Otto Nußbaumer: Radio Days in Graz Vor hundert Jahren gelang Ing. Otto Nußbaumer eine technische Sensation: Am 15. Juni 1904 konnte er weltweit das erste Mal drahtlos die menschliche Stimme übertragen. Nußbaumer führte dies an der technischen Hochschule in Graz mit selbst gebauten Geräten vor. Er fand jedoch keine Anerkennung und so hat er seine epochale Erfindung auch nicht zum Patent angemeldet und weiter entwickelt. 1920: Berufung von K.W. Fritz Kohlrausch aus Wien (zur Unterscheidung von seinem berühmten Onkel Friedrich Kohlrausch in Göttingen, Zürich, Darmstadt, Würzburg, Straßburg, Berlin) Wenig Interesse an Lehre Forschung: Ramanspektroskopie, Klärung unbekannter Molekülstrukturen, Strukturmodelle, viele Fachbücher, macht TU Graz international bekannt 5

6 Der Weg zum Vollstudium Technische Physik Ära Kohlrausch am Physikalischen Institut Seit 1950: Mitarbeiter begannen neue Arbeitsrichtungen wie Gasentladungsphysik und Elektronenmikroskopie 1951: Gründung des Zentrums für Elektronenmikroskopie unter Leitung von Dr. Fritz Grasenick 1955: Berufung von Prof. Rudolf Gebauer von der TH Darmstadt als Kohlrausch-Nachfolger an das Physikalische Institut, gleichzeitig Gründung einer Lehrkanzel für Theoretische Physik mit Prof. Ernst Ledinegg gemeinsam Bemühung um Zulassung eines Vollstudiums durch das Ministerium in Wien, Erfolg

7 Weitere Institutsgründungen 1965: Institut für Angewandte Physik und Lichttechnik unter Leitung von Prof. Erich Krautz (vormals Forschungsdirektor bei Osram) 1970: Institut für Kernphysik unter Leitung von Prof. Ludwig Breitenhuber Forschung bis dato: Institut f. Experimentalphysik (Prof. R. Gebauer) Starkeffekt, Atome in hohen Elektrischen Feldern Institut f. Theoretische Physik (Prof. E. Ledinegg) Theorie der e-m Wellen, Transportprozesse, Kohärenzen, Kernphysik Raummangel: alles platzt aus den Nähten! Institut f. Angewandte Physik und Lichttechnik (Prof. E. Krautz) Lichttechnik, Feldelektronenmikroskopie, Feldionenmikroskopie und Oberflächenphysik mit Prof. Klaus Rendulic seit 1974 Zentrum für Elektronenmikroskopie Institut f. Kernphysik (Prof. L. Breitenhuber) Strahlen- und Kernphysik, Reaktorphysik 7

8 Ein Neubau für die Physik muss her! Seit seiner Ankunft 1955 kämpfte Prof. Gebauer für ein Physikgebäude : Anfertigung verschiedener Planungsvorschläge für einen Physikneubau 1967: Öffentliche Ausschreibung eines Wettbewerbs zur Planung des Neubaus 1970: endlich gesicherte Finanzierung und fertige Bauplanung, 1975: Fertigstellung des Rohbaus und Emeritierung Prof. Gebauer 1975: Berufung Professor Helmut Jäger von der Uni Kiel auf die Gebauer-Nachfolge Ende 1977: Beginn des Einzugs in das neue Gebäude Petersgasse 16 8

9 Was tut man, wenn man plötzlich ganz viel Platz hat? Man kann Neues beginnen! Prof. Erich Krautz emeritiert 1977, Prof. Hartmut Kahlert wird 1979 aus Wien auf die Nachfolge berufen, bringt neu die Festkörperphysik, insbesondere Halbleiterforschung nunmehr Institut für Festkörperphysik großer Hörsaal P1 Hörsaal P2 Institut für Kernphysik Institut für Festkörperphysik Institut für Theoretische Physik Institut für Experimentalphysik Enorme Expansion der Forschungslabors und Projekte in allen Instituten 9

10 Forschung in den Physikinstituten Weitere personelle Entwicklungen: Kernphysik Emeritierung Breitenhuber 1994 Berufung Würschum (FZ Karlsruhe) 2000 Institut für Materialphysik Theoretische Physik Emeritierung Ledinegg 1981 Berufung von der Linden (MPI Garching) 1997 Experimentalphysik Emeritierung Jäger 1999 Berufung Ernst (Penn State University) 2001 Institut für Experimentalphysik Clusterstrahlen Materiewellenoptik Quantenoptik Plasmaphysik Institut für Theoretische Physik Vielteilchenphysik Mathematische und Angewandte Theoretische Physik Plasmaphysik Heutiger Stand: Institut für Festkörperphysik Semiconductor Device Physics Interface Science Advanced Materials (& Christian Doppler Lab.) Institut für Materialphysik Synthese & Eigenschaften Nukleare Festkörperphysik Strahlenmesstechnik Come and See the Invisible 10

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