Verordnung zum Fachhochschulgesetz

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1 1 Verordnung zum Fachhochschulgesetz (vom 8. April 2009) Der Regierungsrat beschliesst: I. Es wird eine Verordnung zum Fachhochschulgesetz erlassen. II. Veröffentlichung der Verordnung in der Gesetzessammlung (OS 64, 162) und der Begründung im Amtsblatt. Begründung 1. Ausgangslage Mit dem Fachhochschulgesetz vom 2. April 2007 (FaHG, LS ), welches das Gesetz über die Fachhochschulen und die Höheren Fachschulen vom 27. September 1998 ablöste und seit 1. Januar 2008 in Kraft ist, wurden die rechtlichen Grundlagen für eine Neustrukturierung der Zürcher Fachhochschule (ZFH) geschaffen. Die früheren Hochschulen der ZFH, die unterschiedliche Trägerschaften aufwiesen, wurden zu drei staatlichen Hochschulen mit eigener Rechtspersönlichkeit zusammengefasst: die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und die seit 2002 bestehende Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH). Aufgrund der neuen Bestimmungen des FaHG müssen die auf den bisherigen gesetzlichen Grundlagen und den früheren Strukturen beruhenden Erlasse der ZFH angepasst und zusätzlich für Bereiche, die neu zu regeln sind, Bestimmungen geschaffen werden. Am 16. Juli 2008 hat der Regierungsrat die Personalverordnung der Zürcher Fachhochschule (PVF, LS ) und die Verordnung über die Studiengebühren an der Zürcher Fachhochschule (LS ) erlassen, die frühere Verordnungen zu den gleichen Themen ablösten und auf Beginn des Studienjahres 2008/09 in Kraft traten.

2 2 2. Regelungen der Verordnung zum Fachhochschulgesetz In der Verordnung zum Fachhochschulgesetz werden Bereiche zusammengefasst, die thematisch nicht den unter Ziff. 1 aufgeführten Verordnungen zugeordnet werden können. Dabei geht es um die Stellung der Studierenden, Auditorinnen und Auditoren sowie um den Fachhochschulrat und die Bildungsdirektion. 3. Die Bestimmungen im Einzelnen Die Verordnung zum Fachhochschulgesetz gliedert sich in die Abschnitte 1. Gegenstand, 2. Studierende, 3. Auditorinnen und Auditoren, 4. Fachhochschulrat, 5. Aufgaben der Bildungsdirektion sowie 6. Schlussund Übergangsbestimmungen. Auf die einzelnen Abschnitte wird in den folgenden Ausführungen eingegangen. 1. Abschnitt: Gegenstand Da der Titel «Verordnung zum Fachhochschulgesetz» keine näheren Rückschlüsse auf den Inhalt erlaubt, werden in 1 die in der Verordnung geregelten Bereiche aufgeführt. 2. Abschnitt: Studierende A. Immatrikulation / D. Exmatrikulation 2 definiert die Immatrikulation als Einschreibung in die Liste der Studierenden; 14 legt fest, dass mit der Streichung aus der Liste die mit der Immatrikulation erworbenen Rechte erlöschen. Die Regelung des Verfahrens wird den Hochschulleitungen überlassen, da die Abläufe im operativen Bereich liegen und auf die unterschiedlichen Verhältnisse der einzelnen Hochschulen ausgerichtet werden müssen. B. Rechtsstellung 3 geht von zwei Kategorien von Studierenden aus. Ordentliche Studierende sind Personen, die für einen Bachelor- oder daran anschliessenden Masterstudiengang immatrikuliert sind. Als Studierende in der Weiterbildung gelten Personen, die für ein Weiterbildungsstudium mit dem Abschluss Master of Advanced Studies (MAS, mindestens 60 ECTS-Punkte) immatrikuliert sind, nicht hingegen Personen, die andere Weiterbildungen wie Zertifikatslehrgänge (mindestens 10 ECTS-Punkte) und Weiterbildungs-Diplomlehrgänge (mindestens 30 ECTS-Punkte) absolvieren. Zu welchem Zeitpunkt die

3 Immatrikulation für einen MAS erfolgt, hängt vom Konzept des jeweiligen Weiterbildungsangebotes ab; bei einem modularen Aufbau ist die Immatrikulation für den MAS unter Umständen nicht schon von Beginn der Weiterbildung an, sondern erst nach dem erfolgreichen Abschluss bestimmter Module möglich. Für die Festlegung der Einzelheiten ist die Hochschule zuständig. Der Einbezug der Absolventinnen und Absolventen von Weiterbildungen mit MAS-Abschluss zusätzlich zu den Studierenden in Bachelor- und daran anschliessenden Masterstudiengängen steht in Einklang mit der Definition der Immatrikulation gemäss Bundesamt für Statistik. Einem MAS gleichgestellt sind im Übrigen Nachdiplomstudien, die gemäss Verordnung des EVD über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen vom 2. September 2005 (SR ) im Fachbereich Wirtschaft mit dem Titel «Executive Master of Business Administration» (EMBA) abschliessen. Gestützt auf 22 FaHG werden in 4 7 der Verordnung als allgemeine Rechte der Studierenden die Benützung der Einrichtungen und Beratungsangebote, das Vorschlagsrecht und die Immaterialgüterrechte aufgeführt. Gemäss 3 und 4 wird unterschieden zwischen ordentlichen Studierenden, die zur Benützung der allgemeinen und studiengangsspezifischen Einrichtungen sowie des Beratungs- und Betreuungsangebotes der Hochschule berechtigt sind, und Studierenden in der Weiterbildung, denen diese Rechte so weit zukommen, als es für ihr Studium erforderlich ist. Die nähere Ausgestaltung richtet sich nach den Verhältnissen der einzelnen Hochschulen und liegt in der Zuständigkeit der jeweiligen Hochschulleitung. Weitere Rechte und Pflichten der Studierenden, die im Zusammenhang mit dem Studium und den Prüfungen stehen, werden in den entsprechenden Erlassen (Studien- und Prüfungsordnungen) geregelt. C. Disziplinarordnung Laut 20 FaHG regelt die Verordnung das Disziplinarrecht; wer schwer oder wiederholt gegen die Disziplinarordnung verstösst, kann von der Hochschule ausgeschlossen werden. Diese Bestimmung bildet die Grundlage für die Disziplinarordnung gemäss 8 13 der Verordnung. Darin werden die Disziplinarverstösse aufgelistet und die Disziplinarmassnahmen, die vom schriftlichen Verweis bis zum endgültigen Ausschluss vom Studium reichen, festgelegt. Die Bestimmungen über das Verfahren sehen vor, dass für die wesentlichsten Entscheide im Rahmen der Disziplinarordnung die Rektorin oder der Rektor der Hochschule zuständig ist. 3

4 4 3. Abschnitt: Auditorinnen und Auditoren Gestützt auf 22 FaHG legt die Verordnung Bestimmungen zur Stellung der Auditorinnen und Auditoren fest ( 15 und 16). Es handelt sich dabei um Personen, die zur Teilnahme an einzelnen Lehrveranstaltungen der Bachelor- und daran anschliessenden Masterstudiengänge zugelassen sind, aber keine ECTS-Punkte erwerben können. 4. Abschnitt: Fachhochschulrat A. Vertretungen der Hochschulangehörigen Nach 9 Abs. 3 lit. b FaHG nehmen an den Sitzungen des Fachhochschulrates je eine Vertreterin oder ein Vertreter der Studierenden, der Dozierenden und des übrigen Hochschulpersonals mit beratender Stimme teil. Für die Regelung der Zusammensetzung und der Wahl der Vertretungen wird in 9 Abs. 4 FaHG auf die Verordnung verwiesen. Diese präzisiert in 17, dass zur Gruppe der Dozierenden auch die Lehrbeauftragten mit befristeter Anstellung ( 12 Abs. 1 lit. b FaHG) gehören und unter dem Begriff «übriges Hochschulpersonal» die Assistierenden und die wissenschaftlichen Mitarbeitenden sowie das administrative und technische Personal ( 12 Abs. 1 lit. c und d FaHG) zusammengefasst werden. Da die drei Hochschulen der ZFH gemeinsam je eine Vertreterin oder einen Vertreter der Studierenden, der Dozierenden und des übrigen Hochschulpersonals in den Fachhochschulrat abordnen, sieht die Verordnung ein Wahlverfahren mit Wahlausschüssen vor, denen Delegierte aller drei Hochschulen angehören ( 18 und 19). Der Fachhochschulrat kann jedoch stattdessen auch den Verband einer Gruppe Hochschulangehöriger mit der Wahl einer Vertreterin oder eines Vertreters und einer Stellvertreterin oder eines Stellvertreters beauftragen, wenn dabei ein ordnungsgemässes Verfahren gewährleistet wird ( 20). Die Vertretung ist gemäss 22 der Verordnung auf eine Dauer von zwei Jahren mit der Möglichkeit zweimaliger Wiederwahl beschränkt. Von weiteren Vorgaben, wie beispielsweise einem bestimmten Turnus für den Einbezug aller drei Hochschulen der ZFH, wird abgesehen. B. Besondere Geschäfte und Ausschluss der Öffentlichkeit 23 und 24 dienen der Wahrung des Sitzungsgeheimnisses. Bei einzelnen Geschäften kann sich ein Ausschluss von Sitzungsteilnehmerinnen und -teilnehmern mit beratender Stimme vor allem aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes aufdrängen.

5 5. Abschnitt: Aufgaben der Bildungsdirektion Auch in der neu strukturierten ZFH fallen Aufgaben an, die weder von den drei Hochschulen selbst noch vom Fachhochschulrat wahrgenommen werden. Im Vordergrund stehen dabei Aufgaben, die der Koordination im Rahmen der ZFH dienen oder die Zusammenarbeit auf schweizerischer Ebene betreffen. Wie bisher soll dafür die Bildungsdirektion zuständig sein. 6. Abschnitt: Schluss- und Übergangsbestimmungen Die Verordnung zum Fachhochschulgesetz soll auf Beginn des Studienjahres 2009/10, d. h. am 1. August 2009, in Kraft treten. Die Einführung der neuen Disziplinarordnung wird mit einer Übergangsbestimmung ( 26) geregelt. Zu den Bestimmungen über den Fachhochschulrat, die gestützt auf die gesetzlichen Grundlagen bereits umgesetzt wurden, und zu den Aufgaben der Bildungsdirektion, die sich gegenüber bisher nicht ändern, sind keine Übergangsregelungen erforderlich Auswirkungen der neuen Bestimmungen Soweit Erlasse einzelner Hochschulen Bestimmungen über die Studierenden sowie Auditorinnen und Auditoren enthalten, die von der Verordnung abweichen und daher nicht als Präzisierung oder Ergänzung der neuen Regelungen betrachtet werden können, sind sie an das übergeordnete Recht anzupassen. Die Einführung der Verordnung zum Fachhochschulgesetz hat keine zusätzlichen Kosten zur Folge. Im Namen des Regierungsrates Der Präsident: Der Staatsschreiber: Notter Husi

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