Mobile Geriatrische Rehabilitation Karlsruhe

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1 Mobile Geriatrische Rehabilitation Karlsruhe Fallbeispiele Juli 2014 Christian Aldus Facharzt für Innere Medizin Geriater Leitender Arzt Mobile Geriatrische Rehabilitation Karlsruhe

2 Fallbeispiel - ohne Möglichkeit einer mobilen geriatrischen Rehabilitation - Frau H., 84 Jahre Demenz, Schenkelhalsbruch

3 Fallbeispiel ohne mobile geriatrische Rehabilitation Frau H., 84 Jahre bekannte leicht- bis mittelgradige demenzielle Entwicklung, darum 3 x tägliche Besuche durch Schwiegertochter/Sohn (leben nebenan) mit gemeinsamen Mahlzeiten, Betreuung bei der Körperpflege, besonders beim Duschen Anfang 2009 Sturz abends beim Aufstehen zur Toilette mit Schenkelhalsbruch, die Pat. wird erst am nächsten Morgen von der Schwiegertochter gefunden Operation am Einlieferungstag, nach der Operation wegen Herzrhythmusstörungen Aufnahme auf die Intensivstation, dort zunehmende Verwirrtheit und Unruhe, Frau H. erkennt die Angehörigen nur bedingt

4 Fallbeispiel ohne mobile geriatrische Rehabilitation Frau H., 84 Jahre zunehmende Zustandsverschlechterung mit Herzschwäche, daraus resultierende Lungenentzündung nach Beatmung über wenige Tage Stabilisierung, Verlegung in die Abteilung für Innere Medizin erste Versuche einer Mobilisation und Behandlung durch Krankengymnastik/Ergotherapie; Frau H. erholt sich nur langsam Wundinfektion mit Verlegung in die chirurgische Abteilung zum erneuten operativen Eingriff, hierdurch wieder deutlicherer Mobilitätsverlust

5 Fallbeispiel ohne mobile geriatrische Rehabilitation Frau H., 84 Jahre Pat. deutlich verwirrter und unruhiger, vor allem nachts, ruft nach den Angehörigen. Läßt tagsüber nur im Beisein der Angehörigen Therapien zu, ist sonst müde, teils passiv, teils aggressiv und abwehrend Verlegung in die stationäre geriatrische Rehabilitation - die Angehörigen können aufgrund der Entfernung nur zu begrenzten Zeiten in der Reha-Klinik sein Aufgrund der auch medikamentös nicht wesentlich stabilisierbaren Unruhe und Abwehr von Therapieangeboten erfolgt der Abbruch der stationären Rehabilitation und die Verlegung von Frau H. ins Pflegeheim

6 1. Fallbeispiel mit mobiler geriatrischer Rehabilitation Frau M., 86 Jahre Demenz, Oberschenkelschaftbruch

7 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (1-1) Frau M., 86 Jahre bisher in der Familie mit Ehemann lebende, selbständig am Rollator mobile Pat., demenzielle Entwicklung. Häusl. Versorgung durch Tochter (am Ort) unterstützt, Ehemann (88 J.) kognitiv gut orientiert, noch mit dem Fahrrad mobil. spontaner Oberschenkelschaftbruch nach Minimalverletzung (zweizeitig?) rechts bei wiederholten Stürzen, rezidivierende postoperative Orientierungsstörung/Unruhezustand nach der Operation zunächst in der Kurzzeitpflege, deutlich verwirrt mit Halluzinationen (wie bereits im Krankenhaus), nicht steh- oder gehfähig, depressiv, Angehörige gehen von Dauerpflege im Heim aus, sind sehr unglücklich damit

8 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (1-2) Frau M., 86 Jahre Start der Mobilen Geriatrischen Rehabilitation in der Kurzzeitpflege, jedoch große Schwierigkeiten aufgrund des verlängerten Unruhezustandes mit v.a. nächtlicher Angststörung und Unruhe und damit am Tag deutlicher Erschöpfung und Müdigkeit Gespräch mit allen Beteiligten, Formulierung von Minimalzielen, mit deren Erreichen eine häusliche Versorgung vorstellbar wäre Vorbereitung für die Rückkehr in die häusliche Versorgung (Hilfsmittelverorgung, amb. Pflegedienst, Trainingsschwerpunkt Transfer Bett Rollstuhl Stand am Bettende mit Festhalten).

9 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (1-3) Frau M., 86 Jahre nach dem Umzug weiteres Muskelaufbau- und Transfertraining, Stehen, später Gehen am Gehbock, ergotherapeutisches Hirnleistungstraining, Umgestaltung der Wohnung zum Erreichen der Selbständigkeit bei Wahrung der Eigensphäre des Ehemannes geleitet durch Ergotherapie und Physiotherapie, Treppentraining, Wasch-Anziehtraining durch die Rehabilitative Pflege.

10 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (1-4) Frau M., 86 Jahre Unterstützung der Mobilisierung durch geschickte Konstruktion, durchgeführt durch den Ehemann zum Abschluss der Rehabilitation am Gehbock selbständig in der Wohnung mobil, kann mit Hilfe das Haus (5 Stufen) verlassen und im Kfz gefahren werden, in der Körperpflege weitestgehend selbständig, 3x wöchentlich (gerne!) in der Tagespflege (wie schon vor der Rehabilitation)

11 2. Fallbeispiel mit mobiler geriatrischer Rehabilitation Frau P., 81 Jahre Demenz, Gangstörung

12 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (2-1) Frau P., 81 Jahre Gangstörung und Sturzsyndrom, Wirbelsäulenschmerzsyndrom, Alzheimerdemenz, chronische Herzschwäche, Diabetes (Insulin) im Alltag wenig konzentriert, Betreuung sinnvoll zur Gefahrenvermeidung, Bewältigung der 4 Etagen ohne Lift kaum noch möglich. Verschobener Tagesrhythmus. Ehemann sehr aktiv und geistig rege, aber psychisch belastet Therapie: Gangschulung, Muskelaufbautraining, Treppensteigen, Beratung zur Implementierung einer äußeren Tagesstruktur. Seither regelmäßige Teilnahme an der Tagespflege, dort auch Kost und Diabeteskontrolle

13 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (2-2) Frau P., 81 Jahre zum Abschluss der Rehabilitation an Walkingstöcken Treppe wieder möglich sowie Gehen außer Haus in Begleitung durch regelmäßige Tagespflege geordneterer Tagesrhythmus, Ehemann entlastet, Umzug in ein Betreutes Wohnen (mit ggf. vorhandenem Pflegebereich) jetzt geplant Diabeteseinstellung besser durch regelmäßige Mahlzeiten

14 3. Fallbeispiel mit mobiler geriatrischer Rehabilitation Herr A., 74 Jahre türk. Migrant, Oberschenkelamputation

15 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (3-1) Herr A., 74 Jahre Oberschenkelamputation links bei schweren diabetischen Gefäßschäden, insulinpflichtiger Diabetes, Z.n. Herzbypass-OP, Depression nach der Amputation deutliche Depression wegen der Isolierung, wegen verschiedener folgender Krankenhausaufenthalte keine Anwendung der (bereits vorhandenen) Prothese, schlecht eingestellter Diabetes aufgrund fehlenden Wissens über Insulinabschätzung und Spritztechnik, kritische Situation am rechten Bein

16 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (3-2) Herr A., 74 Jahre Problem: durch Sprachbarriere bisher keine wirklichen/effektiven Schulungsmaßnahmen durchgeführt jetzt mit regelmäßiger Schulung (auch der Ehefrau!) unter Übersetzung v.a. durch die Tochter Training auf verschiedenen Ebenen möglich Vorbereitung des Prothesenstumpfes, Prothesentraining, Gehtraining am Gehbock, Treppensteigen mit Gehstütze, Schulung in der Spritztechnik mit Insulin und Ablesen der Insulineinheiten nach Blutzucker mit Korrektur, Benutzen des elektrischen Rollstuhls zu regelmäßigen Treffen mit ehem. Arbeitskollegen

17 individuelle Lösungen für mehr Selbständigkeit/Teilhabe (3-3) Herr A., 74 Jahre zum Abschluss der Rehabilitation am Gehbock selbständig in der Wohnung mobil, kann mit Hilfe Treppe steigen, das Haus (6 Stufen) verlassen und den (elektrischen) Rollstuhl verwenden deutlich gebesserte Blutzuckerwerte, meist < 200 (davor oft > 300). Die Familie plant die Teilnahme an einer türkischsprachigen Diabetesschulung zur weiteren Verbesserung der Einstellung und Krankheitskontrolle deutlich zurückgekehrte Lebensfreude und Stimmung

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