Herzlich Willkommen. Thema des Webinars: Entwicklung einer Profi-Strategie. Referent: Thomas Wacker Beginn: 19:00 Uhr

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1 Herzlich Willkommen Thema des Webinars: Entwicklung einer Profi-Strategie Referent: Thomas Wacker Beginn: 19:00 Uhr

2 Die heutigen Themen Was bietet eine professionelle Strategie Der Ablauf einer Profi-Strategieentwicklung Festlegen des Setups Kursmuster Kursmuster ausmachen, erkennen, selbst kreieren und die Basics über Kursmuster Der Trend Was ist ein Trend? Wie werden Richtung und Stärke bestimmt? Die Praxis Widerstände und Unterstützungen (W/U): Basics, Seitwärtsphasen, Hochs und Tiefs mit praktischen Beispielen Die Kurszielbestimmung mit Praxisbeispiel Konvergenzen und Divergenzen von Indikatoren erfolgreich nutzen Zusatzsetup durch Fibonacci-Retracements schaffen Ableitung aller vorherigen Komponenten zu einer kompletten Strategie 2

3 Was bietet eine professionelle Strategie? Professionelle Strategie = Zielgerichtetes Trading Sowohl ein starres als auch flexibles Regelwerk Freiheitsgrade für professionelle Marktinterpretationen Verbund mehrerer Techniken und Ansätze Verwendung für verschiedene Produktarten möglich Einsatzmöglichkeit für unterschiedliche Markttypen u. -situationen Reproduzierbarkeit Durchführbarkeit von Analysen Die Möglichkeit für eine Optimierung Die Grundlage für erfolgreiches Handeln 3

4 Der Ablauf einer Profi-Strategieentwicklung Auf den Merkzettel: Das Setup festlegen (alle Einstiegsbedingungen) Setup auf Einsetzbarkeit überprüfen Einen Backtest durch den Aufbau von Statistiken Auswertung der Statistiken Aus den Ergebnissen Strategien ableiten Testphase durch täglichen Einsatz im Papertrading Anpassung und Optimierung der Strategie Erneute Testphase Realer Einsatz 4

5 Das Setup festlegen Das Setup wird für den FOREX-Handel (EUR/USD) entwickelt Es sollen hauptsächlich Ausbrüche, aber auch Rücksetzer gehandelt werden Dazu werden sowohl Fortsetzungs- als auch Umkehrmuster eingesetzt Diese werden anhand von Widerstands- und Unterstützungsniveaus ermittelt Bestimmung der Trendrichtung und des Momentums Bestätigung durch Konvergenzen und Divergenzen Zusätzliche Einstiegsmöglichkeit in Rücksetzern durch Fibonacci-Retracements Alle Komponenten müssen aufeinander abgestimmt werden Passt eine dabei nicht, fällt die Struktur in sich zusammen Die Strategie erzeugt dann eher Verlust denn Gewinn 5

6 Beispiele handel barer Kursmuster Muster 1 Muster 3 Umkehrmuster Muster 2 Muster 4 6

7 Basics über Kursmuster Es können bekannte Muster, aber auch eigene angewendet werden Das angewandte Muster sollte klar erkennbar sein Das Muster sollte in einem erkennbaren Trend entstehen Der Name eines Musters ist unbedeutend Hilfslinien (W/U) einzeichnen Eine solche Linie sollte mehrmals getestet worden sein Oft entstehen sogenannte Schiebe- oder Komprimierungszonen Aus einer solchen Komprimierung erfolgt dann ein Ausbruch In der Regel verläuft der Ausbruch in Richtung des vorherigen Haupttrends Ein Bruch in die Gegenrichtung ist meist ein Zeichen für eine Trendumkehr Ein Ausbruch aus einem Muster stellt ein Ein- oder Ausstiegssignal dar 7

8 Was ist ein Trend? Märkte: Das Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage Nachfrage > Angebot = steigende Kurse = Aufwärtstrend Nachfrage < Angebot = fallende Kurse = Abwärtstrend Nachfrage ~ Angebot = Seitwärtstrend Ein nachhaltiger Trend entsteht meist durch die Wirtschaftszyklen Durch erhöhte oder sinkende Nachfrage nach: Produkten des alltäglichen Lebens Rohstoffe für deren Herstellung z.b. Öl, Metalle usw. Angst vor z.b. Inflation (Gold oder Devisen) Seitwärtstrends: Unsicherheit über die aktuelle und die zukünftige Situation Extreme Bewegungen: Entstehen durch Überreaktionen auf Informationen. Meist sehr kurzfristig ausgelegt 8

9 Die Trendstärke (Momentum) Stellen Sie sich zunächst einen flachen Stein vor, den jemand über eine Wasserfläche hüpfen lässt Warum setzt er wiederholt auf dem Wasser auf? Er springt, weil er Momentum besitzt! Wenn dieses Momentum nachlässt, sinkt der Stein durch die Wasseroberfläche Er macht neue Tiefs und sinkt auf den Boden des Teichs. Das Wasser verhält sich genau wie ein Trend Vor einem Einstieg muss daher die Trendrichtung ermittelt werden und die Trendstärke gemessen werden Wie aber messen wir Richtung und Stärke? 9

10 Die Trendrichtung und Trendstärke erkennen Fall 1: Trendrichtung: Aufwärtstrend Steigende Hochs und Tiefs Trendstärke: Punkt T2 liegt unter Punkt H1: Kein starker Trend H2 H1 Fall 2: Trendrichtung: Aufwärtstrend Steigende Hochs und Tiefs Trendstärke: Punkt T2 liegt über Punkt H1: Starker Trend H2 H1 T1 T2 T1 T2 10

11 Die Trendrichtung und Trendstärke in der Praxis Vorsicht! Tieferes Hoch Zunehmende Trendstärke Vorsicht! Höheres Hoch Höheres Tief Vorsicht! Tieferes Tief, Trendwechsel 11

12 Widerstände und Unterstützungen (W/U) Waagerechte Linien im Chart und relativ einfach zu zeichnen Basieren auf deutliche erkennbaren Hochs und Tiefs Genauer zu zeichnen als z.b. Trendlinien Chart-Intervall ist variabel einzusetzen Linien-Niveaus oft an runden oder Vortagswerten (Hoch, Tief, Schluss) Abprall von W/U-Linien kann Trendwende einleiten Bruch der Linie kann Trend fortsetzen Je öfter ein Niveau getestet wird, desto stärker die Linie Je stärker die Linie, desto wahrscheinlicher wird ein Abprall Bruch einer starken Linie erfolgt meist unter hoher Dynamik Oft entstehen Schiebezonen an starken Linien Steigender Kurs trifft auf Widerstand und fallender Kurs trifft auf Unterstützung Bei Bruch wird Widerstand zur Unterstützung oder aus Unterstützung ein Widerstand Nach Bruch oft Rückkehr des Kurses zur Linie Bruch erst bei 2-3 Kerzen über/unter der Linie Linien bieten gute Kauf- und Verkaufssignale Linien bieten auch gute Stopp-Levels 12

13 W/U innerhalb der Vortagskursspanne Vortagshoch Eröffnung Vortagsschluss Vortagstief Vortagsniveaus werden im Tagesverlauf immer wieder gesucht 13

14 W/U in Seitwärtsphasen Tatsache: W/U, hie runde Werte, werden immer wieder gesucht Tatsache: W/U bieten daher gute Ein- u. Ausstiegs- sowie Stoppniveaus 14

15 W/U durch Hochs oder Tiefs Tatsache: Der Kurs kommt sehr oft zum vorherigen Hoch/Tief zurück 15

16 Kurszielbestimmung Kursziele sollten immer als Mindestkursziele gesetzt werden Nach Möglichkeit immer Trendfolgend arbeiten um Gewinne zu maximieren Jedes Kursziel sollte eine realistische Chance besitzen auch erreicht zu werden Kurszielermittlung über den ATR-Indikator: Daytrading: ATR 14 auf Tagesbasis (durchschnittliche Tagesschwankung) Swingtrading: ATR 14 auf Wochenbasis (durchschnittliche Wochenschwankung) Positionstrading: ATR 14 auf Monatsbasis (durchschnittliche Monatsschwankung) Kurszielermittlung durch W/U: In trendlosen Seitwärtsmärkten sollten kurz- bis mittelfristige Kursziele an W/U gesucht werden Übergeordnete Kursziele an starken W/U-Niveaus (z.b. an vorherigen Trendumkehrpunkten) Im kurzfristigen Bereich bieten Vortagshoch, Vortagstief u. Vortagsschlusskurs gute Ziele Spiegeln der letzten Trendbewegung: Meist ist die nächste Trendbewegung ähnlich groß wie die vorherige Daher macht es Sinn die Größe der vorherigen Bewegung dem Retracement-Tief aufzuschlagen 16

17 Kurszielbestimmung in der Praxis W/U: Movegrößen: Kursziel ATR wird Projektion 14: an 0,0220 einem der W/U-Niveau vorherigen Bewegung gesetzt Eine Tagesschwankung von 220 Pips wird dem Tageshoch abgezogen 17

18 Konvergenzen und Divergenzen nutzen Konvergenzen und Divergenzen entstehen bei Indikatoren Indikatoren berechnen vergangene Kursreihen teils sehr kreativ Sie stellen daher den bisherigen Kursverlauf nur grafisch anders dar Daher sind Erfolge gerade mit den Standard-Indikatoren sehr selten zu erzielen Eine Ausnahme stellen die Konvergenzen und Divergenzen dar Konvergenzen: Hochs u. Tiefs des Indikators sind mit denen des Charts identisch Konvergenzen = Trendbestätigung Divergenzen: Im Indikator bildet sich ein höheres Tief im Chart aber ein tieferes Tief Divergenzen = Trendumkehr wahrscheinlich Diese Art der Interpretation bietet keine direkten Ein- oder Ausstiegssignale Verlässliche zusätzliche Information für Trendumkehr oder Trendbestätigung Einstiege könnten so möglicherweise vorgezogen werden 18

19 Konvergenzen und Divergenzen im RSI 19

20 Konvergenzen und Divergenzen in der Stochastik 20

21 Konvergenzen und Divergenzen in der Praxis Seitwärtsrange Achtung! Ausbruchbestätigung! 21

22 Fibonacci-Retracements für Einstiege nutzen Fibonacci (nach Leonardo Fibonacci) ist eine unendliche Zahlenfolge Eine folgende Zahl berechnet sich durch die Addition der beiden vorherigen Zahlen Dieses Verhältnis erscheint immer wieder in der Naturwissenschaft (Population, Schneckenhaus) Auch bei der Chart-Analyse finden sich immer wieder Auffälligkeiten bei der Anwendung Es gibt z.b.: Fibonacci-Retracements, -Projektionen, -Time Zones, -Fans und Arcs Fibonacci-Retracements eignen sich gut für den Einstieg in Rücksetzern Die Fibonacci-Retracements werden in den Chart gezeichnet (in jedem Chart-Programm möglich) Dabei werden das jeweils letztes markante Hoch und Tief miteinander verbunden Dazwischen ergeben sich prozentuale Levels, zu der der Kurs oft zurückkehrt Die Levels 0 (Endpunkt), 38,20%; 50,00%; 61,80% und 100% (Startpunkt) Darüber hinausgehende Levels könnten zur Kurszielbestimmung dienen Normale Korrektur: 38,2 bis 50,0% Level Starke Korrektur: 61,8% Über 61,8% meist keine Korrektur mehr, oft ein Trendumkehrzeichen Die Fibo-Levels können daher gut als Einstiegslevels eingesetzt werden 22

23 Fibonacci-Retracements in der Praxis I 23

24 Fibonacci-Retracements in der Praxis II 24

25 Fibonacci-Retracements in der Praxis III 25

26 Strategieaufbau Name der Strategie, Markt, Markttypen und Zeithorizont Beschreibung und Aufgabe der Strategie Das Setup Risiko- und Money Management Parameter Marktvorbereitung und Tradevorbereitung Einstiegskriterien und Einstiegsablauf Stopp-Management Kursziel Komponenten inklusive CRV-Bestimmung Gewinn-Management (Nachgezogene Stopps) Ausstiegskriterien und Ausstiegsablauf Wiedereinstiegskriterien Tradeaufbereitung und Analysen (Überwachung) 26

27 Strategieableitung Teil I: Daytraden EUR/USD Ausbruchstrategie: Fürs Daytraden auf Basis von W/U, Vortagshoch, -tief, -schluss Markttypen: Markt: EUR/USD Markttypen: Trend-, Stop and Go-, Choppy-, Range- und Reversal-Märkte Setup: Ausbruch in Hauptrichtung über ein W/U-Muster nutzen Vor Einstieg Trendrichtung und- stärke bestimmen. Auf Konvergenzen und Divergenzen achten. Ohne adäquates W/U-Muster werden Fibonacci-Retracements eingesetzt Risiko-Management: Positionsrisiko max. 0,75%, Tagesrisiko max. 2,5 % (abhängig von Tradefrequenz und Volatilität) Es werden grundsätzlich Initial-Stopps zeitgleich mit dem Einstieg gesetzt Money Management: Stopps nachziehen, Break Even (um Stopp im Plus), Trendfolgend, Pyramidisierung Markt- und Tradevorbereitung: Tageszielplanung, Marktszenarien durchspielen, direkte Tradeplanung 27

28 Strategieableitung Teil II: Daytraden EUR/USD Einstieg: Nach dem gebrochenen W/U Niveau per Limit-Order in einem Rücksetzer Ohne W/U Niveau erfolgt Einstieg nach Fibonacci-Retracement auf dem 43 Prozent-Level Initial-Stopp: Stopp vor das gebrochene W/U Niveau setzen, maximales Gesamtrisiko festlegen Mindest-CRV: Abhängig von der Trefferquote, Trade CRV Ziel CRV = mind. 0,2 Punkte im Plus Kursziel: Mindestkursziel 1 Move-Größe, Mindest-CRV muss erreicht werden (ATR). Ausstieg: Nachgezogener Stopp (Idealfall), Limit-Order an Kursziel (Marktabhängig), Zeitausstieg Nachgezogener Stopp: Stopp immer über/unter letztes Hoch/Tief od. W/U Wiedereinstieg: Unglücklich ausgestoppt, Einstieg bei Setup Wiederholung, maximal 2x 28

29 Strategieüberwachung Regelmäßige Überwachung der Strategien notwendig Zeitintervall ist abhängig von Anlagezeitrahmen Scalping = Wöchentlich, Daytraden = Monatlich Swing-Trading = Quartalweise, Positions-Trading = Jährlich Dazu müssen die Trades in einem Trading-Tagebuch dokumentiert werden Treten bei einer Strategie Verlustserien auf, diese nicht mehr einsetzen Analysephase durchführen um Fehler aufzudecken Fehler eliminieren und Strategie optimieren Erneute Testphase durchführen (Papertraden) Dann realer Einsatz 29

30 Die Markterfahrung Die Erfahrung unterscheidet den Profi vom Anfänger Markterfahrung ist durch nichts zu ersetzen, wie in jedem anderen Beruf auch Markterfahrung sammelt man durch weit über 1000 Std. vor dem Chart Zusätzlich gehören Studien, Analysen und Statistiken dazu Ausprobieren, analysieren, verwerfen u. neu ausprobieren = der ewige Kreislauf Die heute vorgestellten Komponenten sind erfolgreich nur mit Erfahrung anzuwenden Daher sollten Sie durch Papertrading ausgiebig getestet werden Dazu gehört eine gute Buchführung durch ein professionelles Tradingjournal Im Anschluss müssen die Strategien ausgewertet werden Danach gehören eine Optimierung sowie Verfeinerungen dazu Erst dann bietet sich ein realer Einsatz an Erwarten Sie zu Anfang nicht zu viel. Gehen Sie Schritt für Schritt vor Erst mit der Zeit fasst diese Struktur und macht erfolgreich 30

31 Das Fazit Eine professionelle Strategie bietet Reaktionsmöglichkeit auf verschiedene Märkte: Das heißt Handel bare Muster ausmachen und fixieren Einen Handelsansatz daraus entwickeln Strategiestruktur festlegen Das Setup festlegen Trendrichtung und Trendstärke vor Einstieg ermitteln Einsatz zusätzlicher Komponenten wie Konvergenzen und Divergenzen planen Zusatzsetup (z.b. Fibonacci), wenn kein Muster im Markt erkennbar Ableitung einer kompletten Strategie nach Strukturplan Markterfahrung berücksichtigen Strategie testen, optimieren, testen dann erst in der Realität einsetzen. 31

32 Vielen DANK für Ihre Aufmerksamkeit

33 Der nächste Workshop findet statt am Thema: Der richtige Umgang mit Verlusten 33

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