Führungsstile. Verfasser: Bernd Fischl (Frau Dr. Schroll Decker, TU München)

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1 Führungsstile Verfasser: Bernd Fischl (Frau Dr. Schroll Decker, TU München) Datum

2 Gliederung: 1.) Definition Führungsstil 2.) Unterschiedliche Führungstypologien a) Die klassische Dreiteilung nach Lewin/Lippit/White b) Unterteilung in vier Klassen nach Weber c) Abstrakte Zweiteilung 3.) Zusammenfassung 4.) Literaturverzeichnis

3 Die folgende Abhandlung zum Thema Führungsstile soll den Begriff, die Unterteilungen und eventuelle Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Führungsstilen kurz erläutern: 1.) Definition Führungsstil Unter Führungsstil kann eine Form der Verhaltensbeeinflussung verstanden werden, die seitens des Führers im Interaktionsprozeß mit seinen Geführten Anwendung findet. Man unterscheidet in der Regel zwischen Führungsverhalten, unter dem das aktuelle Verhalten eines Führers zu verstehen ist, und Führungsstil, was als eine situationsübergreifende generelle Disposition zu verstehen ist. Führungsstil und Führungsverhalten können jedoch identisch sein, wenn in einer bestimmten Situation das Führungsverhalten der Grundeinstellung der Führungskraft entspricht. 2.)Unterschiedliche Führungstypologien Es bestehen mehrere Möglichkeiten Führungsstile gegeneinander abzutrennen: a) Die klassische Dreiteilung nach Lewin/Lippit/White Die klassische Dreiteilung (nach Lewin, 1935) unterscheidet zwischen autokratischen, demokratischen und laissez-faire Führungsstilen. Beim autokratischen Führungsstil laufen alle Ereignisse über den Führer. Er allein bestimmt die Marschroute. Den Maßstab für die Bewertung der Tätigkeiten lässt der Führer erkennen. Anders der demokratische Führer. Er versucht Eigeninitiative, Diskussion und gemeinsame Entscheidungen allem voran zu stellen. Bei der Beurteilung strebt er so weit wie möglich nach Objektivität. Der Laissez-faire-Führer strebt eine extrem liberale Stellung an und versucht die Gruppenmitglieder möglichst wenig zu beeinflussen. Sie genießen volle Freiheit. Eine Bewertung seitens des Führers über die Mitglieder wird vermieden. Die hier vorgenommene Dreiteilung ist eine idealtypische Konzeption, was eine praktische Überprüfung praktisch unmöglich macht. Auch wird sie der Komplexität des Führungsprozesses nicht gerecht. Aufgrund dieser doch erheblichen Mängel wird bei aktuelleren Forschungen zunehmend davon Abstand genommen und versucht sie durch empirische Faktoren zu ersetzen.

4 b) Unterteilung in vier Klassen nach Weber Eine weite Verbreitung findet auch die Unterscheidung in vier Klassen: Patriarchalisch, charismatisch, autokratisch und bürokratisch. Im ersten Fall (patriarchalisch) wird der Familienvater (Patriarch) als Führungspersönlichkeit unbefragt anerkannt. Er trägt die Verantwortung, Pflicht und Sorge und erwartet im Gegenzug Treue, Anerkennung, Gehorsam und Dank. Es existiert nur eine Führungsinstanz und Entscheidungsbefugnis kann nicht delegiert werden. Der charismatische Führer besticht durch seine herausragende Persönlichkeit. Vor allem in Krisen- und Notsituationen sind sie allen voran, da in diesen Zeiten oft der Sinn für Rationalität verloren geht. Auf strukturelle Maßnahmen kann aufgrund der persönlichen Erscheinung des Führers verzichtet werden. Den autokratischen Führungsstil findet man vornehmlich in größeren Organisationen. Charakteristisch ist eine große hierarchische Ordnung. Die nachgeordneten Instanzen sorgen für die Durchsetzung der Entscheidungen des Autokraten und verhindern einen direkten Kontakt zwischen Führer und Geführten. Eine übertriebene Form von Reglementierungen und Strukturierungen in Form von Geboten und Anordnungen liegt beim bürokratischen Führungsstil vor. Anstatt einer willkürlichen Herrschaft legt der bürokratische Führer Wert auf Sachkompetenz, was normalerweise von den Geführten als gerecht und legal akzeptiert wird. c) Abstrakte Zweiteilung Als dritte Möglichkeit, Führungsstile zu unterscheiden bzw. voneinander abzutrennen, bietet sich die Möglichkeit einer stark abstrahierten Zweiteilung, welche sich überwiegend im Schrifttum durchgesetzt hat. Es wird hier zwischen autoritativ (autoritär, absolutistisch) und kooperativ (partizipativ, demokratisch) unterschieden. Die nach Lewin angeführte dritte Art, die Laissez-faire-Führung, wird hier unterlassen, da die Notwendigkeit bzw. der Nutzen einer solchen Führung (Selbstbestimmung und Eigenständigkeit der Gruppenmitglieder) nicht anerkannt wird. 3.) Zusammenfassung In dieser reinen Form kommen Führungsstile in der Praxis nicht vor, da jede dieser Grundformen ein breites Spektrum von speziellen Führungsstilen aufweist. Sie liegen immer zwischen den Extremen. Die entscheidenden Kriterien, wann welcher Führungsstil vorliegt basieren auf dem Ausmaß der Zuordnung von Aktivitäten und dem Grad der Einbeziehung in den Prozeß der

5 Entscheidung und Willensdurchsetzung für Führer und Geführte. Die Unmöglichkeit des empirischen Nachweises dieser idealtypischen Konzeptionierungen hat dazu geführt, aus den Vorgaben realtypische Führungsstile zu entwickeln aus denen Aussagen für die Praxis abgeleitet werden können.

6 4.) Literaturverzeichnis: 1.) Ekkehard Nuissl: Einrichtungen leiten, führen, managen; Blattsammlung (wie ausgegeben) 2.) Dr. Hans-Joachim Schulz: Führungsstile und Unternehmenskultur Ein Thema für Betriebsräte?; Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (Hrsg.); November ) R. Stroebe/G. Stroebe: Führungsstile; Sauer - Verlag GmbH, Heidelberg; ) J. Hentze/ P. Brose: Personalführung; UTB Verlag, Stuttgart; ) Reinhard Baumgarten: Betriebliche Führungsstile Eine Untersuchung zur Typologie und Effizienz von Führungsstilen; Dissertationsarbeit; TU Berlin; 1974

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