Pflege in Deutschland - aus Patientensicht 4. Frühjahrstagung Telemedizin am in Düsseldorf Manuela Anacker

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1 Pflege in Deutschland - aus Patientensicht 4. Frühjahrstagung Telemedizin am in Düsseldorf Manuela Anacker

2 Pflegebedürftige 2013 nach Versorgungsart 2,6 Millionen Pflegebedürftige insgesamt zu Hause versorgt 1,86 Millionen (71%) in Heimen vollstationär versorgt: (29%) durch Angehörige: 1,25 Millionen Pflegebedürftige zusammen mit/durch ambulante Pflegedienste: Pflegebedürftige durch ambulante Pflegedienste mit Beschäftigten in Pflegeheimen mit Beschäftigten Quelle: Statistisches Bundesamt (2015): Pflegestatistik 2013

3 Pflegestufenverteilung 2013 nach Versorgungsart stationär Quelle: Statistisches Bundesamt (2015): Pflegestatistik 2013

4 Altersverteilung Pflegebedürftige UNTER UND ÄLTER Quelle: Bundesministerium für Gesundheit (2015), Statistiken zur Pflegeversicherung

5 Demenz Entwicklung der Demenzerkrankungen in Deutschland Demenzerkrankte heute 1,3 Mio. Altersabhängige Häufigkeit der Demenz in % Prognose: Mio ,6 Mio. Quelle: Demenzreport Febr Institut für Bevölkerung und Entwicklung 5

6 Pflegende Angehörige Pflegearbeit ist vor allem Frauenarbeit Häusliche Pflege wird bis zu 70 % von weiblichen Angehörigen geleistet Ehefrauen, Partnerinnen, Töchtern, Schwiegertöchtern, Schwestern 60 % der Pflegepersonen sind über 55 Jahre alt Konsequenzen: Ausstieg aus dem Beruf (Unvereinbarkeit) finanzielle Einbußen (Einkommensverlust und Zusatzkosten) geringe Rente (je nach Pflegestufe 0,26 bis maximal 0,8 Entgeltpunkte dagegen: Kindererziehung 1 EP pro Jahr) Gefahr: Altersarmut

7 Pflegende Angehörige Hohe Gesundheitsbelastungen 80 % aller Pflegepersonen sind stark belastet Physische und psychische Belastung sind außerordentlich hoch Gesundheitliche Beschwerden: - Rückenschmerzen (60 %) - Schlafstörungen (25 %) - Herz-Kreislauf-Beschwerden (20 %) - Magenschmerzen (20 %) Besonders hohe Belastungen festzustellen: - bei Menschen mit geringem Einkommen (professionelle Unterstützungs- und Entlastungsangebote nicht finanzierbar) - bei Menschen, die demenzerkrankte Angehörige pflegen

8 Pflege-Dschungel Fachärzte Geriatrische Klinik Pflegedienst Akutklinik Ambulantes Hospiz Pflegekurse Geriatrische Reha Pflegeheim Soziotherapie Hausarzt Gerontopsychiatrie Häusliche Krankenpflege Ambulante Palliativversorgung Kurzzeitpflege niedrigschwellige Betreuungsangebote mobile Präventionsangebote stationäres Hospiz Mobile Reha Haushaltsnahe Dienstleistung stationäre Palliativversorgung Wohnberatung

9 Pflegebedürftige sind keine homogene Gruppe

10

11 Telemedizin in der Pflege aus PatientInnen-Sicht - Telemedizin kann in der Zukunft Versorgungslücken schließen - komplementär zur konventionellen pflegerischen Versorgung - zum Wohle der Betroffenen - der Mensch muss im Vordergrund stehen - Technik braucht Ethik - Werte in der digitalen Welt - Datenschutz und Datensicherheit - Nutzerinteressen vor kommerziellen Interessen - Versorgungsoptimierung versus Kostenoptimierung - Zuwendung und persönliche Ansprache können nicht ersetzt werden

12 Telemedizin und differenzierte Zielgruppen in der Pflege Pflegebedürftige Pflegende Angehörige Pflegekräfte Freiheit Selbstbestimmung und Selbstkonstruktion Teilhabe Recht auf Privatsphäre ambulanter Sektor stationärer Sektor

13 Telemedizin in ausgewählten Bereichen der Pflege Verbleib in der eigenen Häuslichkeit ermöglichen Polypharmazie Prävention, z.b. Sturzprophylaxe Telemonitoring, z.b. von Vitalfunktionen Wundmanagement Information, Vernetzung und Kommunikation Telemedizinisches Konsil Notrufmanagement

14 Quelle: Vitaphone

15 Pflege und Telemedizin No Goes Technik ist kein Pflege- oder Familienersatz Computerhunde oder Robotik als Ersatz für Zuwendung Exklusion der gläserne Patient Priorisierung von Leistungen Must Have der Nutzen für die PatientInnen muss erwiesen sein Bewertung analog sonstiger neuer Untersuchungs- u. Behandlungsmethoden Datenschutz und Datensicherheit Haftungsfragen sonstige rechtliche Grundlagen

16 Quelle: Dr. med., MBA Peter Langkafel

17

18 Ausblick aus Patientensicht - Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Diskussion. - Digitalisierung ist ein Werkzeug und wir entscheiden, wozu wir es verwenden. - Gesamtregulierung - Blick nicht nur auf einzelne Technologien NutzerInnen-Kriterien: Teilhabe/Zugang, Selbstbestimmung und Autonomie, Schutz, Partizipation und Kommunikation sowie Transparenz

19 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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