Virtualisierung pragmatisch realisieren mit Open Source-Technologie Xen und PRIMERGY

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1 White Paper Virtualisierung pragmatisch realisieren mit Open Source-Technologie Xen und PRIMERGY Virtualisierung im Überblick 03 Begriffe der Virtualisierung 05 Full Virtualization und Paravirtualisierung 05 Warum Unternehmen Server-Virtualisierung nutzen 07 Typische Einsatzszenarien für Virtualisierung 08 Xen Open Source Virtual Machine Monitor 09 Ab wann auf die Power von Open Source-Virtualisierung setzen? 12 Zusammenfassung 15

2 Seite 2 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Virtualisierung ist eine Schlüsseltechnologie innerhalb der Dynamic Data Center-Strategie von Fujitsu Siemens Computers. International nutzen Unternehmen aller Branchen und Größen mit unseren Dynamic IT-Lösungen bereits Virtualisierung, um ihren IT-Betrieb zu vereinfachen, die Ressourcennutzung zu verbessern und sie wirtschaftlich entsprechend den geschäftlichen Anforderungen zu skalieren. Kontinuierlich erweitern wir unser Portfolio für virtualisierte Server-Infrastrukturen mit Industrie- Standard- und Open Source-basierten Lösungen, sodass wir Kunden entsprechend ihren individuellen Anforderungen optimal bedienen können.

3 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Seite 3 Virtualisierung im Überblick Virtualisierung ist eine Technologie, die im Rechenzentrum unter anderem zur Konsolidierung von Hardware, zur Steigerung von Performance und Effizienz oder zur Erreichung von Hochverfügbarkeit eingesetzt wird und dadurch zu einer Verbesserung des Return on Investment (ROI) beiträgt. Virtualisierung entkoppelt Software, Services beziehungsweise Daten von fest zugewiesenen Hardware-Ressourcen und ersetzt diese durch logische Verbindungen zwischen physischer Hardware und Software. Virtualisierung ist ein grundlegendes Konzept, das auf allen wichtigen Ebenen der IT- Infrastruktur greift. Es gibt verschiedene Formen, um die Schnittstelle einer Ressource von der eigentlichen Hardware zu abstrahieren sie sind zum Beispiel bei Speichern (RAID oder LUNs/logische Volumes), in Netzwerken (VLAN) oder den Schnittstellen moderner Web-Services zu finden. Neue Entwicklungen wirken sich erheblich auf die Virtualisierung von Industrie-Standard- Servern aus: Vor Kurzem haben Intel und AMD für die x86-architektur eine neue Chip- Generation freigegeben, die Virtualisierung nativ unterstützt. Server mit dieser CPU- Architektur sind die perfekte Plattform für Virtualisierungs-Software wie VMware Virtual Infrastructure und Xen, mit denen auf einem Server verschiedene Applikationen gleichzeitig betrieben werden können. Das heißt, ein einzelner Server kann die Rolle mehrerer voneinander unabhängiger Server übernehmen. Virtualisierung ist seit einiger Zeit ein viel beachtetes Thema beim serverbasierten Computing. Um Geld zu sparen, wollen viele Anwender so viele Instanzen von Applikationen wie möglich auf ihren leistungsstarken Mehrprozessorsystemen laufen lassen. Ihre Rechnung ist ziemlich einfach: Wenn ich fünf Datenbanken auf einem System laufen lassen kann, dann brauche ich auch nur einen Server.

4 Seite 4 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Server-Virtualisierung wird im Prinzip mit einem Stück Software erreicht (dem so genannten Hypervisor oder Virtual Machine Monitor (VMM)), das zwischen der Server- Hardware und dem Betriebssystem sitzt. Diese Software stellt eine logische Hardware- Schnittstelle, die so genannte virtuelle Maschine, bereit. Die virtuelle Maschine (auch Virtual Machine (VM) genannt) sowie deren Applikationen und andere Software, die auf ihr laufen, denken, sie liefen auf einem physischen Server. A A A A A A A VM1 VM2 VM3 VM4 VM5 Virtual Machine Monitor (VMM) Hardware Abb. 1: Der VMM bzw. Hypervisor erlaubt es verschiedenen VMs, auf einer einzelnen Hardware zu laufen und sich deren Ressourcen zu teilen. Die logische Schnittstelle ermöglicht die Aufteilung der Hardware-Ressourcen und deren gemeinsame Nutzung durch verschiedene VMs, sodass Server besser ausgelastet werden. Zudem wird jede VM also Betriebssystem, Applikationen und Daten als große Datei auf physischen Systemen abgelegt. Administratoren können eine VM daher einfach von einem physischen System auf ein anderes verschieben oder es auf einem gemeinsam genutzten Speichersystem sichern, sodass die VM verschiedenen Systemen je nach geschäftlicher Anforderung zur Verfügung steht. Mit dem Aufkommen der Open Source Virtual Machine-Technologie des Xen Hypervisors werden die Performance-Auswirkungen des Virtualization Layers, die mit Full Virtualization und Software-Emulation einhergehen, weitgehend ausgeräumt. Gleichzeitig bedeutet die Einführung von Xen, dass Virtualisierung aufgrund des Open Source-Ansatzes immer wirtschaftlicher wird.

5 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Seite 5 Begriffe der Virtualisierung Chip-Virtualisierung: Dieser Ansatz schafft eine definierte Kommunikations-Schnittstelle zwischen dem Virtual Machine Monitor und zugeordneten Gastsystemen. Intel und AMD bieten mit ihren aktuellen x86- und x64-prozessoren Virtualisierungsfunktionalität, die Hypervisors effizienter und robuster macht. Hypervisor oder Virtual Machine Monitor (VMM): Bei diesem Ansatz laufen unter der Kontrolle des Hypervisors mehrere Betriebssysteme parallel auf einem Rechner. Dank der Abstrahierung eines physischen Servers erscheint es, als ob mehrere Server im Einsatz wären. VMware Virtual Infrastructure, Xen und Microsoft Virtual Server sind zurzeit die bedeutendsten Produkte für Industrie-Standard-Server. Anwendungsvirtualisierung: Bei diesem Ansatz werden Server, Applikationen und Speicher voneinander separiert. Unterstützt wird das Konzept durch einen Mechanismus für die dynamische Just in time -Zuordnung von Server-Ressourcen zu Applikationen. Fujitsu Siemens Computers bietet mit FlexFrame for SAP und FlexFrame for Oracle 10g die ersten wirklich adaptiven Lösungen. Rechenzentrums-Virtualisierung: Die Bereitstellung virtueller Server aus einem Pool verteilter Komponenten ist die Schlüsseltechnologie der PRIMERGY BladeFrame-Lösung von Fujitsu Siemens Computers. Diese herausragende Virtualisierungslösung basiert auf Industrie-Standard-Servern, die mit dem PAN-(Processing Area Network-)Manager über ein Hochgeschwindigkeitsnetzwerk und eine sehr effektive I/O-Virtualisierungsmethode verbunden werden. Full Virtualization und Paravirtualisierung Für Rechenzentrumsumgebungen sind zwei Arten von Virtualisierung interessant: Full Virtualization und Paravirtualisierung. Full Virtualization verwendet eine Virtualisierungsschicht, die den Zugriff auf Hardware-Ressourcen verwaltet und es ermöglicht, verschiedene Betriebssysteminstanzen auch Betriebssysteme verschiedener Hersteller nebeneinander auf einem Server zu betreiben. Entscheidender Vorteil von Full Virtualization ist die Tatsache, dass keinerlei Modifikation an den VMs und Betriebssystem-Instanzen vorgenommen werden muss. Allerdings erfordert dieses Modell, dass Anweisungen für die Virtual Machine eingefangen und emuliert werden müssen, wodurch sich die Performance verschlechtern kann. Außerdem gestattet Full Virtualization kein Ressourcen-Sharing, wenn zwei VMs zur selben Zeit auf demselben Server laufen. So können beispielsweise zwei Web-Server-VMs, die auf einem Server laufen, sich nicht gleichzeitig Web-Seiten teilen. Die Partitionierung untereinander ist also noch grobkörnig. VMware Virtual Infrastructure ist zurzeit die verbreitetste Full Virtualization VM im ISS-Markt.

6 Seite 6 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Paravirtualisierung unterscheidet sich von Full Virtualization dadurch, dass die paravirtualisierten Betriebssystem-Instanzen der VMs modifiziert sind und die Virtualisierungsschicht erkennen. Dadurch kann der Hypervisor schwer zu virtualisierende Prozessor-Anweisungen umgehen und durch einen entsprechenden Befehl ersetzen. Das Ergebnis ist eine höhere Performance als bei Full Virtualization VMs. Das Paravirtualisierungsmodell gewinnt an Bedeutung, da es verspricht, aus existierenden Chips bessere Leistung herauszuholen, und mit der Virtualisierungsfähigkeit der neuen x86-chip-generation Leistungsvorteile bietet. Es erlaubt zudem die gemeinsame Nutzung des Arbeitsspeichers, ohne dass das Host-Betriebssystem modifiziert werden muss. Im Bereich der Paravirtualisierung führend ist die Open Source Virtual Machine-Technologie des Xen Hypervisors. Zusätzlich gestärkt wird Xen durch die Verfügbarkeit von Management-Lösungen von Virtual Iron und XenSource sowie durch ZENWorks Virtual Machine Manager und ZENWorks Orchestrator von Novell. Der nächste Schritt: Paravirtualisierte Treiber werden die I/O-Performance von full-virtualized Betriebssystemen weiter verbessern. Novell hat die Verfügbarkeit paravirtualisierter Netzwerk- und Block-Geräte-Treiber angekündigt. Damit kann zum Beispiel Microsoft Windows Server 2000/2003/XP ohne Modifikation mit verbesserter I/O-Performance in Xen-Umgebungen unter SUSE Linux Enterprise Server 10 von Novell auf Server-Plattformen mit Intel Virtualization Technology (Intel VT) bzw. AMD-Virtualization (AMD-V) laufen. Zusammen mit der Möglichkeit, Linux ohne Modifikation auf SUSE Linux Enterprise Server zu betreiben, eröffnet sich Anwendern dadurch der Weg, alte Windows- und Linux-Lösungen auf virtuellen Servern zu konsolidieren. Applikation Applikation Betriebssystem Virtual Machine Betriebssystem Virtual Machine API API Virtual Machine Monitor Virtual Machine Monitor Plattform Plattform Abb. 2: Full Virtualization und die Paravirtualisierungs-Architektur. In beiden Fällen gibt es eine Software-Schicht, den so genannten Virtual Machine Monitor (VMM). Er beinhaltet ein Virtual Machine-Steuerprogramm und regelt die Verwaltung des Arbeitsspeichers und die I/O-Virtualisierung. Das Paravirtualisierungsmodell beinhaltet Programmschnittstellen, die die VM in einigen Fällen unterstützen.

7 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Seite 7 Warum Unternehmen Server-Virtualisierung nutzen Die skizzierten Virtualisierungsansätze bedeuten zweifellos einen Paradigmenwechsel im Betrieb der Unternehmens-IT. Stellt sich die Frage, warum immer mehr Unternehmen bereit sind, diesen zu vollziehen? Kurzum: Man verbindet mit Virtualisierung große Erwartungen. Im Wesentlich sind dies: Mehr Wirtschaftlichkeit Viele Anwender sehen in Virtualisierung einen attraktiven Weg, Investitionskosten zu reduzieren, indem sie ihren Serverpark verkleinern. Durch den Einsatz der Virtualisierungstechnologie können die Ressourcen von Rechnern erheblich besser ausgenutzt, die Rechner damit höher ausgelastet und wirtschaftlicher eingesetzt werden. Bei größeren Konsolidierungsprojekten lassen sich dadurch die Kosten auch für große Rechner klein halten. Weitere Überlegungen hierbei sind generelle Erleichterungen im IT-Betrieb wie Einsparungen bei Hardware-Wartungen, vereinfachte Verteilung von Arbeitslasten über mehrere Server (Live-Migration), effiziente Verbesserung der Quality of Services oder Rationalisierungseffekte bei der Anwendungsentwicklung und -zertifizierung. Mehr Sicherheit Server-Virtualisierung ermöglicht es, Risiken im IT-Betrieb zu reduzieren. Dynamische Lastverteilung oder die wirtschaftliche redundante Auslegung von Umgebungen spielen beispielsweise eine Rolle. Ein starkes Argument ist hierbei auch der abgeschottete Betrieb, wodurch sich Fehler eines virtuellen Servers nicht auf andere auswirken. Zudem hilft Virtualisierung, Risiken bei der Kapazitätsplanung zu reduzieren sprich, Probleme mit Unter- und Überprovisionierung. Mehr Unabhängigkeit Virtualisierung soll unabhängiger machen von einzelnen Herstellern oder auch von der Notwendigkeit, wegen kaum noch genutzter Altanwendungen alte Maschinen mitzuschleppen. Mehr Beweglichkeit Virtualisierung reduziert den Aufwand und Zeitbedarf, um Geschäftsanforderungen abzudecken sei es durch Verlagerung von Arbeitslasten von einem Server auf einen anderen, schnellere Bereitstellung neuer Anwendungsumgebungen oder flexiblere Skalierungsmöglichkeiten moderner Industrie-Standard-Server.

8 Seite 8 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Typische Einsatzszenarien für Virtualisierung Konsolidierung von Servern und Workload Virtualisierung kann viele Applikationen auf einem Server unterbringen, die in einer konventionellen Umgebung nicht nebeneinander existieren können. Durch die Verlagerung der Betriebssysteme und Applikationen von verschiedenen, wenig ausgelasteten Hardware- Plattformen auf einen einzelnen Server sparen Unternehmen Kosten für Raum, Energie und das Konsole-Management. Und obwohl dann ein realer Server gemeinsam genutzt wird, ist durch verschiedene Laufzeitumgebungen eine klare Trennung zwischen den verschiedenen Gast-Betriebssystemen und Applikationen sichergestellt. Letztlich führt der höhere Nutzungsgrad zu einem verbesserten ROI. Support von alten Betriebssystemen Virtualisierung ermöglicht es, VMs und Applikationen langfristig stabil zu betreiben und zu unterstützen. Durch Entkopplung der Hardware vom Host-Betriebssystem kann sich jede Umgebung entwickeln, ohne dass andere Umgebungen beeinträchtigt werden. Beispiele hierfür sind Netware von Novell oder Microsoft Windows NT-basierte Lösungen. Das heißt, die Unterstützung vollständig virtualisierter Alt-Betriebssysteme schützt die Hard- und Software-Investitionen optimal. Schnelle Anwendungsbereitstellung Virtualisierung als zuverlässiger Mechanismus für die Verteilung von Software: Die Virtualisierungs-Software vereint dazu das Image von Betriebssystem und Applikation und erstellt eine übertragbare Appliance, welche die Bereitstellung der Applikation auf jedem Server erlaubt, der das Gast-Betriebssystem unterstützt. Dadurch wird es möglich, neue Server statt in vielen Stunden, Tagen oder gar Wochen mit wenigen Klicks einzurichten. Dynamische Lastverteilung Virtualisierung ermöglicht sehr zuverlässig einen Lastausgleich über einen Pool wirtschaftlicher Ressourcen. VMs können zwischen physischen Servern migriert werden, um Arbeitslasten, Kühlung, Energieverbrauch oder die Zuweisung von Arbeitsspeicher auszubalancieren. Verwirklichen lässt sich dies mit einer Automatisierungstechnologie von Fujitsu Siemens Computers, dem Adaptive Services Control Center (ASCC ), der regelbasiert die Auslastung überwacht und die Migration anstößt. ASCC sorgt für eine robuste, wirtschaftliche Umgebung und minimiert die Auswirkungen von Hardware-Fehlern. Disaster Recovery Business Continuity Virtualisierung ermöglicht die Wiederherstellung der Laufzeitumgebung von VMs im Katastrophenfall, denn der Einsatz von VMs garantiert klar getrennte Laufzeitumgebungen. Fällt ein Server aus, können Kopien der VMs dadurch auf anderen Servern in Echtzeit eingesetzt werden.

9 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Seite 9 Xen Open Source Virtual Machine Monitor Xen ist ein auf dem Linux-Kernel basierender VMM, der direkt auf x86-hardware läuft. Tatsächlich können mit Xen mehrere VMs, mit jeweils verschiedenen Betriebssystemen, auf einem physischen Server laufen und dies mit einer Performance, die mit der Performance des nativen Betriebssystems vergleichbar ist. Xen ist von führenden Herstellern anerkannt und wird von ihnen eingesetzt, darunter wichtige Partner von Fujitsu Siemens Computers wie AMD, Egenera, Intel, Novell, Red Hat und Sun Microsystems. Sie haben den Xen VMM inzwischen erweitert und dahingehend optimiert, dass mit Xen Version 3.0 Betriebssysteme ohne Modifikation auf der aktuellen Generation von x86-prozessoren mit Hardware-basierten Virtualisierungserweiterungen (Intel VT und AMD-V) laufen. Xen liegt unterhalb der Betriebssystem-Kernel und lenkt den Zugriff auf Rechnerressourcen wie Arbeitsspeicher oder Netzwerk-Adpater, um verschiedene VMs, die mit ihrem eigenen Betriebssystem auf einem realen Server laufen, sicher auszuführen. Xen ist momentan der performanteste Hypervisor auf dem Markt, denn er verursacht bis zu zehn Mal weniger Overhead als vergleichbare proprietäre Angebote. Grund für die einzigartige Performance ist, dass Xen Paravirtualisierung nutzt. Das heißt, die auf einem System laufenden virtuellen Server arbeiten mit dem Hypervisor zusammen, um Unternehmensanwendungen bestmögliche Performance bereitzustellen. Xen setzt zudem die Hardware-Virtualisierung von Intel VT und AMD-V wirkungsvoll ein. Außerdem handelt es sich bei Xen um eine Open Source- Technologie, die immer mehr Mitstreiter gewinnt und von Anfang an offene Standards unterstützt. Xen ist die schnellste und sicherste Open Source-Software zur Infrastruktur- Virtualisierung, mit ähnlicher Performance wie nativer Code. Da sie unter General Public License (GPL) steht, ist sie zudem frei als Download verfügbar. Parallel dazu haben inzwischen viele Unternehmen kommerzielle Werkzeuge für das Xen VM-Management entwickelt. Domain 0 (Management) Applikationen Applikationen IO Path Physische Treiber Linux- Kernel Virtueller Treiber IO-System Virtueller Treiber Kernel IO-System Virtueller Treiber Physischer Treiber Kernel Management IO Path IO Path IO Path IO Path IO Path Path IO Path Hypervisor (XEN) Arbeitsspeicher- & CPU-Management IO & Plattform-Geräte (Festplatte, LAN, USB, BMC, IPMI,ACPI, etc.) Physische Hardware Arbeitsspeicher & CPU (x86, x86-64, EM64T, Itanium) Abb. 3: Die Xen-Architektur ermöglicht es paravirtualisierten Betriebssystemen, direkt mit minimaler Auswirkung auf die Performance mit der Hardware zu kommunizieren.

10 Seite 10 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Insbesondere wird Xen von den beiden führenden Enterprise-Class Linux-Distributoren, Novell und Red Hat, gefördert. Xen ist Teil der aktuellen Enterprise Linux-Versionen SUSE Linux Enterprise Server 10 und Red Hat Enterprise Linux 5. Enterprise Linux und die Xen 3.0 Virtualisierungs-Engine erreichen eine bemerkenswerte Ressourcennutzung sowie deutliche Verbesserungen bei zum Beispiel Verfügbarkeit, Manageability, Skalierbarkeit, Performance oder Applikationssicherheit. Mit dem Xen-Code und den beiden aktuellen Enterprise Linux-Versionen von Novell und Red Hat können Rechenzentrumsadministratoren verschiedene Gast-Betriebssysteme (alte Linux Enterprise-Versionen, Windows oder andere, nicht modifizierte Betriebssysteme) sicher in VMs auf einem einzigen Server laufen lassen. Kurz gesagt: Mit den aktuellen Enterprise Linux-Version der beiden Hersteller erhalten Unternehmen eingebaute Virtualisierungstechnologie. Sie verfügen damit über die Basis für die Optimierung der Ressourcennutzung im Rechenzentrum sowie zugleich über integrierte Management-Werkzeuge für Xen. Mit grafikorientierten Systemmanagement-Anwendungen wie YaST in SUSE Enterprise Linux können Anwender Xen VMs auf ihrem Linux Enterprise-Server erstellen, starten, stoppen und migrieren und sie haben die Möglichkeit, eine paravirtualisierte Gast-VM sehr einfach in einem Hochverfügbarkeits-Cluster unterbrechungsfrei von einer realen Maschine auf eine andere zu migrieren. Dabei wird der Zustand von Betriebssystem und Applikation in der VM aufrechterhalten. Administratoren versetzt dies in die Lage, Hardware-Wartung mit laufenden Applikationen während der Betriebszeit durchzuführen. Der Xen Hypervisor und die zugehörigen Werkzeuge ermöglichen es, die abstrahierte Ressourcenschicht, das VM Lifecycle Management und die Umverteilung der realen Ressourcen zu kontrollieren. Mit dem ZenWorks Virtual Machine Manager arbeitet insbesondere Novell zurzeit an leistungsfähigeren Werkzeugen für die Verwaltung, mit denen auch die zentrale Überwachung von Windows-, Linux- und Unix-Systemen möglich ist. Ziel ist es, VM-basierte Arbeitslast je nach Priorität intelligent und automatisch über einen Pool verfügbarer realer Ressourcen zu verteilen. SUSE Linux Enterprise Server 10 und Red Hat Enterprise Linux 5 legen die Grundlage für die Realisierung dieser Vision. Das Competence Center Virtualisierung von Fujitsu Siemens Computers wird in enger Zusammenarbeit mit Novell sicherstellen, dass PRIMERGY-Server auch diese erweiterten Möglichkeiten der Virtualisierung umfassend unterstützen. Angestrebt werden hierbei

11 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Seite 11 zugleich weitere Verbesserungen bei der Hardware-Verwaltung. In Abstimmung mit der Distributed Management Task Force (DMTF), der Normungsorganisation für die Common Information Model-(CIM-)Spezifikationen, nutzen Novell, Red Hat und andere Xen-Anbieter (Xen Source, Virtual Iron) CIM-basierte Modellierung zur Entwicklung einer Kerninfrastruktur für die vollständig automatisierte Rechenzentrumsverwaltung. Diese ist einfach in die Hardware-Management-Suite ServerView (welche bereits für Xen vorbereitet ist) und die Automatisierungslösung ASCC von Fujitsu Siemens Computers integrierbar. Die Einkapselung von Applikationen in Verbindung mit dem CIM-Instrumentarium wird so die Möglichkeit schaffen, VMs eine regelbasierte Schicht hinzuzufügen. Dazu ein Beispiel: Signalisiert ein System, dass eine VM mit außergewöhnlich hoher CPU-Auslastung läuft, können, um die Lastspitze abzufangen, automatisch weitere Images derselben Applikation in weiteren VMs bereitgestellt werden. Und wenn die Last sinkt, werden die VMs automatisch wieder heruntergefahren. Xen läuft derzeit auf x86- und x86-64-basierten PRIMERGY-Systemen mit Enterprise- Class Software Support von Fujitsu Siemens Computers, Novell und Red Hat. Die Portierung auf IA64 (Itanium) läuft gegenwärtig, sodass Xen im Verlauf des Jahres 2007 auch auf PRIMEQUEST verfügbar sein wird. Folgende Plattformen können bereits ohne Modifikation als virtuelle Maschinen die Hardware-Virtualisierungstechnologien von Intel und AMD sowie die Xen Hypervisor-Werkzeuge von SUSE Linux Enterprise Server 10 und Red Hat Enterprise Linux 5 nutzen: SUSE Linux Enterprise Server 8, 9 und 10 Red Hat Enterprise Linux 3, 4 und 5 Microsoft Windows Windows Server 2000, 2003 und Vista Darüber hinaus werden Novell und Red Hat in 2007 die Unterstützung folgender modifizierter Gast-Betriebssysteme auf SUSE Linux Enterprise Server 10 und Red Hat Enterprise Linux 5 aufnehmen, wenn sie dieselben Xen Hypervisor-Anwendungsschnittstellen beachten: NetWare 6.5 SP7 (Bestandteil der nächsten Version von Novell Open Enterprise Server) SUSE Linux Enterprise Server 9 SP4 Red Hat Enterprise Linux 4.5 ff. und 5 Sun Solaris 10 x86

12 Seite 12 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Ab wann auf die Power von Open Source-Virtualisierung setzen? Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass rund um Open Source-Virtualisierungstechnologien momentan ein gewisser Rummel herrscht. Doch wer die sich damit zweifellos eröffnenden Möglichkeiten als Unternehmen konsequent nutzen will, braucht pragmatische Lösungen. Die Fakten aus Sicht von Fujitsu Siemens Computers hierzu sind: Die aktuelle PRIMERGY-Servergeneration mit x86-cpus von Intel und AMD unterstützen Virtualisierung hardwareseitig. Gemeinsam mit der in den Enterprise-Versionen von Novell und Red Hat integrierten Xen-Virtualisierungstechnologie werden sie die Rechenzentrumsverwaltung erheblich verändern. Im Hinblick auf die Senkung der Kosten im IT-Management durch Konsolidierung von Servern in virtualisierten Umgebungen sind die Kosten für Virtualisierungssoftware durchaus von Interesse. Da in SUSE Linux Enterprise Server 10 respektive Red Hat Enterprise Linux 5 integriert, verursacht Xen keine zusätzlichen Lizenzierungskosten. Für Unternehmen wichtig ist hierbei zudem, dass Fujitsu Siemens Computers für diese Enterprise Linux-Versionen konkrete Software-Support-Angebote bietet, die von 5x9 bis 7x24 reichen. Obwohl Xen im Vergleich zu Virtualisierungsprodukten wie etwa von VMware noch über deutlich weniger Funktionalitäten verfügt, ist Xen bereits so weit, dass man die Möglichkeiten von VMs und das Verhalten von Testapplikationen für sich erkunden kann, um für sein Unternehmen das Potenzial von Virtualisierung im Rechenzentrum zu evaluieren. Produktfamilie für wachsende Anforderungen: Fujitsu Siemens Computers bietet mit PRIMERGY- Industrie-Standard-Servern vom Mono- bis 16-Prozessor-System ein umfassendes Porfolio für zuverlässige und flexible IT-Infrastrukturen. Die Enterprise Linux-Versionen von Novell und Red Hat sind für die komplette PRIMERGY-Produktfamilie zertifiziert. Xen wird von allen PRIMERGY-Servern mit Intel VT oder AMD-V unterstützt.

13 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Seite 13 Wer Open Source-Virtualisierung für sich jetzt entdecken will, dem ermöglichen SUSE Linux Enterprise Server 10 und Red Hat Enterprise Linux 5 den einfachsten Start. Denn Xen Hypervisor-Funktionalität und Code sind enthalten und die integrierten Verwaltungswerkzeuge bieten für den Beginn alles Notwendige. Die beiden Enterprise Linux-Versionen sind für alle PRIMERGY-Modelle zertifiziert und Xen wird auf allen PRIMERGY-Servern mit Intel VT und AMD-V unterstützt. Für die Erkundung und Evaluierung von Xen in einer kontrollierten Laborumgebung bieten sich insbesondere Dienste an, die schon in einer Linux-Umgebung bereitgestellt werden, aber in der Regel auf einem dedizierten PRIMERGY-Server nur wenig Arbeitslast verursachen. Häufig sind dies Web-Server, DHCP/DNS-Server, LDAP-Server oder NFS-Boot-Server. Einige Hinweise in Bezug auf Arbeitslasten bei Virtualisierung mit Xen: Server-Konsolidierung: Wir empfehlen, mit einigen Linux-Servern zu beginnen, die für ähnliche Aufgaben genutzt werden, und sie mit Virtualisierung auf einem PRIMERGY- Server zu konsolidieren. Durch das Zusammenfassen vergleichbarer Arbeitslasten auf einem PRIMERGY-Server kann zugleich der administrative Aufwand konsolidiert werden. Mit nichtproduktiven Systemen zu starten ist durchaus sinnvoll, um sich zunächst einmal mit der Verwaltung virtueller Server vertraut zu machen. Anschließend sollte man mit nichtkritischen produktiven Bereichen fortfahren. Konkret empfehlen wir: Starten Sie mit einfachen Arbeitslasten wie Apache oder testen Sie eine kundenspezifische Applikation, die Sie virtualisieren möchten. Entwicklungsserver: Wenn Ihre Organisation häufiger Server für die Entwicklung kundenspezifischer Applikationen einsetzt, dann ist die Provisionierung virtueller Server für Entwicklungsumgebungen anstelle von realen eine Überlegung wert. Daraus können sich auch Konsolidierungseffekte ergeben, auf jeden Fall jedoch Zeitersparnisse bei der Einrichtung zusätzlicher Entwicklungsressourcen. Der Einstieg könnte so aussehen: Sie erstellen ein Server-Image für Ihren Entwicklungsserver und wenn Sie für Ihre Entwickler einen neuen Server benötigen, legen Sie einfach eine neue VM an und installieren Ihr Entwicklungsserver-Image. Testserver: Abgesehen davon, dass man hier ein anderes Server-Image hat, entspricht dieses Szenario dem bei Entwicklungsservern. Vorteile des Ansatzes: Dank der Xen- Paravirtualisierung treten keine Performance-Einbußen auf diesen Testservern auf und man spart sich Zeit zur Einrichtung von Umgebungen für Tests und Validierungen von Applikationen.

14 Seite 14 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Die Xen-Technologie fasst schnell Fuß und bereichert den Bereich der Server-Virtualisierung enorm. Wie bei anderen Open Source-Projekten verhilft hierbei die große Linux- und Open Source-Gemeinde Xen zu einer raschen Entwicklung. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Xen durch dessen Integration in die Enterprise Linux-Distributionen von Novell und Red Hat. Fujitsu Siemens Computers empfiehlt daher Unternehmen, bei Xen durchaus die gleiche Strategie zu wählen, wie sie bei Linux verfolgt wurde: Wer beim Einsatz von Linux lieber auf das erste Service Pack gewartet hat, sollte das auch bei Xen so machen. Wer Neuerungen für sich so rasch wie möglich nutzen will, der kann mit seiner Strategie auch bei der Xen-Einführung sehr erfolgreich sein, wenn er sich an den von Fujitsu Siemens Computers, Novell und Red Hat unterstützten Konfigurationen orientiert. Feststehen dürfte: Mit zunehmendem Reifegrad wird Xen eine sehr leistungsstarke Lösung. Eine Rolle für die wachsende Akzeptanz von Xen wird nicht zuletzt spielen, dass Unternehmen die Vorteile höherer Stabilität, erweiterter Möglichkeiten sowie realisierbarer Einsparungen und Vereinfachungen im IT-Betrieb für sich erkennen.

15 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Seite 15 Zusammenfassung Server-Virtualisierung ist für Open Source-Lösungen eine leistungsstarke Technologie, mit der man die Verwaltung und Ressourcennutzung im Rechenzentrum signifikant verbessern kann. Und obwohl sich diese Technologie noch in ihrer Reifephase befindet, bietet sie bereits greifbare Vorteile in verschiedenen Bereichen wie: Unterstützung von Server-Konsolidierung Rationalisierung von Entwicklungs- und Testumgebungen Verbesserung der geschäftlichen Kontinuität Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Unternehmens-IT Virtualisierung wird zukünftig ein Merkmal eines jeden PRIMERGY-Industrie-Standard- Servers sein. IT-Organisationen sollten heute damit beginnen, die neuen Technologien zu evaluieren und zu implementieren. Kurzfristig werden sie so die Vorteile von Open Source für sich nutzen können, während sie langfristig damit die Grundlage für den umfassenden Einsatz legen und sich den Weg zum Dynamic Data Center ebnen. Mit seinem Angebot ist Fujitsu Siemens Computers im Bereich Industrie-Standard-Server- Virtualisierung führend. Und Virtualisierung ist eine Schlüsseltechnologie der Dynamic Data Center-Strategie von Fujitsu Siemens Computers. Zudem arbeitet Fujitsu Siemens Computers mit führenden Herstellern wie Novell, Red Hat, Intel oder AMD daran, dass Open Source-Virtualisierung zu einer Standardtechnologie wird. Bereits heute bietet Fujitsu Siemens Computers getestete, Xen-zertifizierte Industrie-Standard-Server und ein ganzheitliches Serviceangebot für die rationelle, einfache Implementierung sowie den Betrieb von Virtualisierungs-Infrastrukturlösungen.

16 Seite 16 White Paper Stand: April 2007 Virtualisierung mit Xen und PRIMERGY Sie möchten das Potenzial von Virtualisierung mit Xen für Ihr Unternehmen detailliert bewerten? Fujitsu Siemens Computers bietet Ihnen das Wissen, die Werkzeuge und die Unterstützung zur Entwicklung einer maßgeschneiderten Strategie, mit der Sie das Optimum aus den Möglichkeiten der Virtualisierung für Ihr Unternehmen herausholen. Gerne diskutieren wir mit Ihnen, wie Virtualisierung mit Linux Ihr Geschäft voranbringen kann und warum Sie mit uns Ihre geschäftskritischen Anwendungen auf Linux einsetzen sollten. Nähere Informationen zu Virtualisierungslösungen und der Dynamic Data Center- Strategie von Fujitsu Siemens Computers erhalten Sie hier: Alle Rechte vorbehalten, insbesondere für Patente, Gebrauchsmuster und Geschmacksmuster. Liefermöglichkeiten und technische Änderungen vorbehalten. Die in diesem Dokument wiedergegebenen Bezeichnungen können Marken sein, deren Benutzung durch Dritte für eigene Zwecke die Rechte der Inhaber verletzen kann. Copyright Fujitsu Siemens Computers, 04/2007 Herausgeber: Fujitsu Siemens Computers Corporate Marketing Kontakt: Internet: Bestellnummer: DE

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