Weiterbildungskonzept der Notfallabteilung Spital Bülach

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1 Weiterbildungskonzept der Notfallabteilung Spital Bülach Datum: Januar 2014 Von: Dr. med. Christoph Schreen, Leitender Arzt Notfallabteilung Dr. med. Hendrik Meier, Stv.. Leiter Notfallabteilung Inhaltsverzeichnis 1 Allgemeines Betriebliche Merkmale der Ausbildungsstätte Ärztliches Team Anerkennung der Weiterbildungsstätte Weiterbildungsstellen Zielgruppe Verantwortlicher Leiter für die Weiterbildung Allgemeine Weiterbildungsziele Einführung Evaluation Strukturierte Weiterbildung Weiterbildungsveranstaltungen Weiterbildungsinhalte Weitere Aufgaben: /5

2 1 Allgemeines 1.1 Betriebliche Merkmale der Ausbildungsstätte Das Spital Bülach ist eines der 8 Schwerpunktspitäler des Kantons Zürich mit einem Einzugsgebiet von ca. 160'000 Einwohnern. Es verfügt gesamthaft über 240 Betten, welche von den chirurgischen (inkl. Urologie, Orthopädie und Handchirurgie), medizinischen (inkl. Palliativmedizin und Geriatrie) und gynäkologischen (inkl. Geburtshilfe und Neonatologie) Kliniken belegt werden. Diese Kliniken werden von Chefärzten geleitet, ebenso wie die Institute für Radiologie und Anästhesie. Im Spital Bülach werden pro Jahr rund stationäre und über ambulante Patienten behandelt. Die Notfallabteilung (NA) wird von einem ärztlichen Leiter in Funktion eines Leitenden Arztes geführt, welcher der Chefärztin Chirurgie unterstellt ist. Sie besteht aus der Notfallpraxis (NFP) für Patienten mit einfachen, ambulant behandelbaren gesundheitlichen Problemen und der Notfallstation (NFS) für schwer erkrankte oder verletzte Notfallpatienten. In der Notfallabteilung wurden im Jahr 2013 rund 27'900 Notfallkonsultationen gezählt, davon rund 14'600 in der Notfallstation und 13'300 in der Notfallpraxis. Ebenfalls in die Notfallstation integriert ist das chirurgische Ambulatorium mit knapp 2900 Konsultationen pro Jahr. Der Leistungsauftrag der NA umfasst die Triage aller Notfallpatienten, Erstbehandlung und Erstversorgung von ambulanten und stationären Notfallpatienten aller Disziplinen (Ausnahme: Schwangere ab 32. SSW), die Versorgung von vitalgefährdeten Patienten im Schockraum, Unterstützung beim Management von internen Notfällen (insbesondere bei fehlender IPS-Kapazität), Überbrückungsbetreuung bei Intensivpatienten sowie Interventionen bei hospitalisierten Patienten nach Absprache. Die Räumlichkeiten der Notfallabteilung samt Infrastruktur und Nutzung sind im Betriebskonzept beschrieben und werden hier nicht aufgeführt. Alle Arbeitsplätze der Ärzte sind mit einem Computer ausgerüstet. Ein Klinikinformationssystem ist realisiert mit Vernetzung zu Labor, Radiologie und Verwaltung. Es besteht ein Intranet und alle Arbeitsplätze haben Zugang zum Internet mit verschiedenen Datenbanken. Die Codierung der Diagnosen und Behandlungen erfolgt zentral durch Fachpersonen. 1.2 Ärztliches Team Das ärztliche Team der Notfallabteilung besteht zurzeit aus dem ärztlichen Leiter (100% Leitender Arzt) und weiteren 240% Oberarztstellen (aktuell verteilt auf 3 Personen). Einer der Oberärzte (100%) ist als Stellvertreter des Leiters definiert und vertritt diesen bei Abwesenheit. Das Kaderteam gewährleistet eine Dienstabdeckung an 365 Tagen im Jahr tagsüber in der NA mit jeweils Übergabe abends an die diensttuenden Kaderärzte Chirurgie und Medizin. Montags bis freitags sind jeweils 2 Kaderärzte anwesend (zuständig für NFP und NFS), am Wochenende und Feiertagen nur ein Kaderarzt für die NFS. Das Assistenzarzt-Team des Notfalls besteht aus medizinischen und chirurgischen Assistenzärzten, welche von den Kliniken für mehrere Monate auf die Notfallstation rotieren. Deren Einteilung in den Notfall- Zyklus geschieht durch die Dienstplaner der beiden Kliniken. Die Führung der Notfallabteilung obliegt sowohl in administrativer wie auch fachlicher Hinsicht dem Leitenden Arzt in Absprache mit der Chefärztin Chirurgie, welcher er unterstellt ist. Der Leiter und sein Stellvertreter verfügen über einen eidgenössisch anerkannten Facharzttitel (vorzugsweise in Allgemeiner Innerer Medizin), sowie verschiedene Zusatzqualifikationen wie ACLS / ATLS / PALS und den Fähigkeitsausweis Klinische Notfallmedizin SGNOR. Kenntnisse in Sonografie sowie eine Weiterbildung in Management sind erwünscht. 2/5

3 Die Oberärzte der NA verfügen ebenfalls über einen anerkannten Facharzttitel (oder stehen kurz vor Abschluss eines solchen) und Ausbildung in ATLS / ACLS und streben vorzugsweise den Fähigkeitsausweis klinische Notfallmedizin an. Die Ausbildung der Kaderärzte erlaubt es ihnen, interdisziplinär (Medizin und Chirurgie) zu arbeiten, dies unter Zuzug der jeweiligen Fachdisziplinen der Kliniken des Hauses bzw. externer Konsiliarärzte bei Bedarf. 1.3 Anerkennung der Weiterbildungsstätte Gemäss Revision des Fähigkeitsprogrammes Klinische Notfallmedizin (SGNOR) vom 23. August 2013 ist die Notfallabteilung des Spitals Bülach als Weiterbildungsstätte der Kategorie 2 für einen Weiterbildungszeitraum von 12 Monaten anerkannt. 2 Weiterbildungsstellen 2.1 Zielgruppe Als Anwärter für den Fähigkeitsausweis Klinische Notfallmedizin kommen aufgrund der aktuellen ärztlichen Struktur nur die Oberärzte des Notfalls in Betracht, welche fix im Notfall angestellt sind und nicht in andere Abteilungen rotieren. In Zukunft könnte das ärztliche Notfallteam um Assistenzärzte erweitert werden, die ebenfalls interdisziplinär arbeiten und auch nur in der NA tätig sind. Damit könnten auch Assistenzärzte von einer strukturierten Weiterbildung in klinischer Notfallmedizin profitieren. Externe Rotationen der Oberärzte (beispielsweise in die Notfallstation des Kinderspitals Zürich oder andere Notfallstationen) können bei Eignung und unter individueller Prüfung in Zusammenarbeit mit anderen Notfallstationen evaluiert werden. 2.2 Verantwortlicher Leiter für die Weiterbildung Die verantwortliche Leiter für die Weiterbildung ist Herr Dr. med. Hendrik Meier, Stellvertreter des Leitenden Arztes und ärztlichen Leiters der NA, Herr Dr. med. Christoph Schreen. Dr. med. Hendrik Meier verfügt über den Facharzt Allgemeine Innere Medizin, Fähigkeitsausweise in Klinischer Notfallmedizin und Sonographie des Abdomens. Er ist verantwortlich für die Weiterbildung der Notfall-Oberärzte. Die Assistenzärzte werden im Rahmen ihrer Rotation auf die NA vom Kaderteam Notfall betreut, die Tutoren sind jedoch Kaderärzte der Kliniken Medizin und Chirurgie. 2.3 Allgemeine Weiterbildungsziele Es gelten die im Fähigkeitsprogramm zum Fähigkeitsausweis Klinische Notfallmedizin unter Punkt 4 aufgeführten Inhalte sowie der Lernzielkatalog des Fähigkeitsausweis Klinische Notfallmedizin SGNOR. 2.4 Einführung Die Einführung der Oberärzte erfolgt durch den ärztlichen Leiter mittels standardisierter Checkliste. Diese umfasst eine Einführung in die räumlichen, strukturellen, administrativen und organisatorischen Begebenheiten der NA. 2.5 Evaluation Es finden halbjährliche Ausbildungsgespräche und jährliche Qualifikationsgespräche mit Zielvereinbarungen zwischen dem Leitenden Arzt und den Oberärzten statt, welche in entsprechenden Unterlagen dokumentiert werden. Im klinischen Alltag werden die Fähigkeiten mittels MiniCEX und DOPS evaluiert. 3/5

4 3 Strukturierte Weiterbildung 3.1 Weiterbildungsveranstaltungen Den Oberärzten der NA steht die gesamtinterne Weiterbildung des Spital Bülach zur Verfügung. Diese umfasst: Fall der Woche jeweils montags in der Notfallstation Wöchentlich stattfindende Curriculumsfortbildung in Innerer Medizin Wöchentlich stattfindender Journal Club Medizin und Chirurgie Wöchentlich stattfindende Clinical pearl Medizin Monatlich stattfindende interdisziplinäre Hausarztfortbildung 6-wöchentlich stattfindende interdisziplinäre M & M-Besprechungen Alternierend wöchentlich stattfindende Boards fü Gastroenterologie, Rheumatologie Wöchentlich stattfindende MKSAP-Fragerunde in Innerer Medizin Externe Weiterbildungen zu notfallmedizinisch relevanten Themen (wie Sonografie, ACLS und ATLS sowie Forum Fortbildungen) werden unterstützt und gefördert 3.2 Weiterbildungsinhalte Theoretisches Wissen: Pathophysiologie, Klinik, Diagnostik, Therapie und Prävention des gesamten Spektrums der klinischen Notfallmedizin Indikation für die häufigsten funktionellen Tests sowie der radiologischen Untersuchungen Wirksamkeit, Risiken und Kosten der diagnostischen und therapeutischen Massnahmen und Mittel im Rahmen der notfallmedizinischen Behandlung Theoretische und praktische Fähigkeiten: Diagnosestellung der notfallmedizinisch relevanten Krankheitsbilder unter Berücksichtigung des bio-psycho-sozialen Umfeldes des Patienten und Erstellung einer Problemliste sowie eines Untersuchungs- und Therapieplans mit Gewichtung der Dringlichkeit Auswertung von Laboruntersuchungen jeglicher Art sowie radiologischer Bildgebung (insbesondere konventionell und sonografisch) und EKG Behandlung von lebensbedrohlichen Notfallsituationen inklusive Reanimation und Schockraum nach ACLS- und ATLS-Richtlinien Führung und Wissensvermittlung für Assistenzärzte Medizin und Chirurgie und Förderung ihrer Entwicklung Managen des Patientenprozesses in der NA (von Triage bis zur Entlassung) insbesondere unter Berücksichtigung der limitierten Ressourcen Technische Fertigkeiten in Diagnostik und Therapie: Punktion und Einlegen eines Verweilkatheters arteriell und venös (konventionell und sonografisch gesteuert) Einlage eines Blasenkatheters Einlage einer Magensonde Lumbalpunktion Aszitespunktion sowie Einlage einer Drainage (sonografisch gesteuert) Pleurapunktion sowie Einlage einer Drainage (sonografisch gesteuert) Punktion grosser Gelenke Wundversorgungen Repositionen von Luxationen und Frakturen efast Sonografie und weitere sonografische Untersuchungen je nach Ausbildung Durchführung einer Elektrokonversion (Schockraum) 4/5

5 Reanimation Weitere Aufgaben Beteiligung am hausinternen Reanimations-Dienst Halten von hausinternen Fortbildungen notfallmedizinisch relevanter Themen für Ärzte und Notfallpflege Beteiligung an Projekten der NA (Qualitätssicherung, Triagekonzept etc.) Bülach, den 21. Januar 2014 Dr. med. Christoph Schreen Leitender Arzt Dr. med. Hendrik Meier Stv. Leiter Notfallabteilung 5/5

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