Wirtschaft und Wissen: Berliner Industrie und Innovationsstandorte

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1 Wirtschaft und Wissen: Berliner Industrie und Innovationsstandorte Standorte profilieren Entwicklungen forcieren

2 InhalT Kapitel 1 Berlin muss sich auf starke Industrieadressen konzentrieren 4 Kapitel 2 Industrie und Wissenschaft geben Berlin Zukunft 5 Die Industriestadt Berlin erfindet sich neu 5 Standortvorteil Wissenschaft 8 Wissenschaft und Industrie mehr Innovation durch Kooperation 10 Kapitel 3 Industrie und Innovationsstandorte im profil 13 Am Borsigturm 14 Biotech-Campus Berlin-Buch 16 Clean Tech Business Park Berlin Marzahn und Berlin Eastside 18 Klima- und Energiecampus Tegel 20 Großbeerenstraße 22 Industriepark Spandau mit Siemens Technopark 24 IT-Campus Charlottenburg 26 Medical City mit Bayer HealthCare Pharma Campus 28 Motzener Straße 30 Schönerlinder Straße / Buchholz Nord 32 Südring 33 Technologieregion Südost 35 Teltowkanal 37 Wilhelmsruh / Flottenstraße 39 Wissenscampus Dahlem 40 Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof 42 Zehlendorfer Stichkanal 44 Exkurs BBI Business Park Berlin 46 Tempelhofer Freiheit 46 Berliner Industrie- und Innovationsstandorte in der Übersicht 48 Kapitel 4 handlungsempfehlungen Ressourcen konzentrieren Zukunft gestalten 50 Quellenverzeichnis 52 3

3 Kapitel 1 Kapitel 2 Berlin muss sich auf starke Industrieadressen konzentrieren Industrie und Wissenschaft geben Berlin Zukunft Die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Industrie und industrienahen Dienstleistungen hängt wie in allen hoch entwickelten Regionen entscheidend von ihrer Innovationsfähigkeit ab. Speziell solche Unternehmen und solche Gewerbestandorte werden besonders zukunftsfähig sein, die auf ein kreatives Milieu und auf die Nähe und Zusammenarbeit mit Wissenschaft- und Forschungseinrichtungen bauen können. Was ist das Besondere der einzelnen Berliner Gewerbestandorte? Welches sind die Faktoren für eine erfolgreiche Entwicklung? Wo kooperieren Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen besonders eng? Wie können und müssen Schwerpunkte in der Vermarktung und bei den fördernden Maßnahmen gesetzt werden? Diese Fragen sind nicht neu, sie werden häufig gestellt. Die IHK Berlin möchte mit dem vorliegenden Papier die Debatte fokussieren. Im Gesamtinteresse der Berliner Wirtschaft müssen die wichtigen Gewerbegebiete noch klarer profiliert und unterstützende Maßnahmen konzentriert werden. Unstrittig können und müssen die Gewerbegebiete in einer Metropole auch andere Zielgruppen ansprechen und andere besonders innovative Themen besetzen, als solche auf der sogenannten grünen Wiese. Für Berlin gilt also, einerseits Ressourcen zu bündeln und ausgewählte Standorte zu qualifizieren sowie andererseits immer Flächen für die gesamte Vielfalt der Stadt im Angebot zu haben. Für die besonders innovativen Standorte kann es dabei nicht genug Aufmerksamkeit geben. Speziell für forschungsintensive Zukunftsbranchen gibt es Vorteile, die sich aus einer speziellen Nachbarschaft und einer engen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, technologieorientierten und produzierenden Unternehmen in räumlicher Nähe ergeben. Dieser Standortvorteil einer Metropole birgt nicht nur Vorteile für die lokalen Partner, sondern generiert Wachstum und Beschäftigung für die gesamte Stadt. Berlin hat hier besondere Vorteile, kann sowohl eine einmalige Wissenschaftslandschaft vorweisen als auch eine Industrie, die derzeit eine Renaissance sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Hinsicht erlebt. So steigt die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Industrie nicht nur in den traditionell starken Branchen, auch die Märkte der Zukunft, u.a. auf dem Gebiet der Green Economy, werden zunehmend von den Unternehmen besetzt. Die Chance der Berliner Industrie liegt daher insbesondere auch darin, vom direkten Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, zu hochqualifiziertem Personal und zu Spinoff-Prozessen zu partizipieren. Doch es bedarf noch einiger Anstrengung, um diese besser zu nutzen: Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen müssen enger miteinander verzahnt werden. Die Verkehrs- und Netzinfrastruktur muss stimmen. Unstrittig ist eine konsequente Adressbildung, also eine noch klarere Darstellung der Kompetenzen der einzelnen Gewerbegebiete für eine erfolgreiche Vermarktung im internationalen Wettbewerb. Die besondere Herausforderung besteht darin, sich auf bestimmte Lagen und Aufgaben zu konzentrieren, ohne den Blick für die Gesamtstadt zu verlieren. Das fängt bei den Personalressourcen an und geht über organisatorische und investive Maßnahmen bis hin zur Vermarktung. Industrie und Wissenschaft haben in Berlin eine lange Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert haben Unternehmerpersönlichkeiten wie August Borsig, Georg Halske, Emil Rathenau, Ernst Christian Friedrich Schering und Werner Siemens große Industriegeschichten geschrieben. Und auch die Wissenschaft erlebte ihre große Blütezeit im Verlauf des 18. und 19. sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Namen wie Leibniz, Humboldt, Schinkel, Hegel, Virchow, Helmholtz, Koch, Planck, Haber und Einstein sind eng mit Berlin verbunden. Dank der Erkenntnisse und dem Erfindergeist auch dieser Wissenschaftler erlebte die Berliner Industrie Mitte des 19. Jahrhunderts einen rapiden Aufschwung. Ergebnisse von Forschungsprojekten wurden in die Tat umgesetzt. Die Kombination aus unternehmerischem Gründer- und Innovationsgeist führte dazu, dass die Berliner Industrie Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihren Kernbranchen Elektrotechnik sowie Maschinenund Fahrzeugbau zu einer der führenden Industriemetropolen weltweit gehörte. An diese Tradition gilt es anzuknüpfen: Auch die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Berlin liegt in einer innovativen Industrie, die eng mit der Wissenschaft zusammenarbeitet. Die Industriestadt Berlin erfindet sich neu Die Berliner Industrie entwickelt sich seit einigen Jahren wieder positiv. Nach einem langen Strukturwandel hat sie sich international wettbewerbsfähig, innovativ und modern aufgestellt. Neben großen, mit den Namen der Berliner Industriepioniere verknüpften Konzernen sind es vor allem die zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen - Traditionsbetriebe wie auch junge hochinnovative Technologieansiedlungen -, die das Bild der Berliner Industrie prägen. Auch der Berliner Senat, der lange Zeit zu einseitig die Entwicklung einer Dienstleistungsmetropole betont hat, setzt endlich einen Schwerpunkt auf Industriepolitik. Traditionell ist die Berliner Industrie in den Branchen Elektrotechnik, Chemische und Pharmazeutische Industrie sowie Maschinenbau stark und leistungsfähig. Hier werden 90 Prozent der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Berliner Verarbeitenden Gewerbe aufgebracht, was wiederum ein Indiz für deren Innovationsorientierung ist. Aber auch in den anderen Zukunftsbranchen bestehen auf Grund der endogenen Potenziale der Berliner Wirtschaft große Chancen für eine weitere Aufwertung der Stadt im nationalen und internationalen Standortwettbewerb. So arbeiten in keiner anderen Großstadt so viele Menschen in den Leitmärkten der Green Economy wie in Berlin. 1 Insgesamt ist jedoch die industrielle Basis in Berlin nach dem langen Schrumpfungsprozess nur noch sehr schmal. Derzeit arbeiten hier nurmehr In der Berliner Umweltwirtschaft waren im Jahr 2009 rund Personen beschäftigt. Berlin hält damit den größten Anteil an den Green-Economy Beschäftigten in Deutschland insgesamt. Beschäftigte 2. Um den durchschnittlichen Industrieanteil der europäischen Hauptstädte zu erreichen, müssten es aber gut sein. 3 Dies ist eine wesentlicher Grund dafür, dass Berlin in seiner gesamtwirtschaftlichen Leistungskraft noch immer hinter anderen Metropolen zurücksteht. Die Beschäftigungslücke in der Industrie im Vergleich zu anderen Regionen ist Erbe der deutschen Teilung Die Ursachen für den geringen Industriebesatz in Berlin sind vielfältig. Im Westteil der Stadt entfiel mit der Wiedervereinigung die starke Subventionierung der Industrie fast schlagartig, weswegen viele Betriebe zunächst unwirtschaftlich wurden. Im Ostteil der Stadt verhinderte die sozialistische Planwirtschaft weitgehend Innovationen und privates Unternehmertum, so dass ein Großteil der Betriebe nach dem Mauerfall nicht hinreichend wettbewerbsfähig waren. Zudem bewirkte der Strukturwandel der 1980er und 1990er Jahre einen erheblichen Verlust an Industrie in Berlin. Nicht zuletzt haben Teilung und Mauerbau dazu geführt, dass zahlreiche mittelständische Industriebetriebe sowie die Unternehmenszentralen und dem- 2 Statistisches Landesamt Berlin-Brandenburg: sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe am Arbeitsort am (Datenquelle: Auswertungen aus der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit) 3 Ergebnis einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung, Geppert et al. (2009) 4 5

4 Industrie und Wissenschaft geben Berlin Zukunft Gesundheitswirtschaft (Life Sciences) Kommunikation, Medien und Kreativwirtschaft Verkehr und Mobilität Umwelt und Energie Technologieorientierte Kompetenzfelder Berlin Hamburg Deutschland Biotechnologie Medizintechnik Optische Technologien IuK / Medien Verkehrssystemtechnik Energietechnik Abb. 1: Anteil des FuE-Personals an den Beschäftigten in %, IBB (2010) Abb. 2: Darstellung der Berliner Cluster und der dazugehörigen technologieorientierten Kompetenzfelder (politische Zielvorstellung), IHK Berlin in Anlehnung an IHK Berlin et al. (2008): Monitoring entsprechend Forschungs- und Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen aus Berlin abwanderten oder sich dort nicht mehr ansiedelten. Diese Lücke ist bis heute nicht geschlossen. Berliner Industrie holt auf und gewinnt Forschungsstärke zurück Die strukturelle Neuaufstellung der Berliner Industrie hat Früchte getragen. So ist auch in Berlin seit 2005 wieder ein stetiger Anstieg der am Bruttoinlandsprodukt gemessenen Wirtschaftsleistung des verarbeitenden Gewerbes zu beobachten. Diese positive Entwicklung ist nicht nur in einer steigenden Exportquote 4 begründet, sondern vor allem in der Fokussierung großer Teile der Industrie auf forschungsintensive, hochtechnologische Felder. 4 Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz Gemessen am Anteil von in der Forschung und Entwicklung beschäftigten Mitarbeitern am Gesamtpersonal belegt Berlin im Vergleich forschungsstarker Industriestandorte heute wieder einen Spitzenplatz. 5 Die dadurch zurückgewonnene und steigende Innovationskraft sichert langfristig Wachstum und Beschäftigung. Die Berliner Industriepolitik setzt auf die innovativen Stärken Die Potenziale für das Wachstum moderner Industrien liegen in den hochinnovativen und forschungsintensiven Branchen. Die Berliner Innovationsstrategie setzt deswegen auf die technologischen Kompetenzfelder, in denen die Stadt 5 Die Erneuerung der Berliner Industrie zeigt sich deutlich bei interregionalen Vergleichen. So belegt Berlin nach aktuellen Berechnungen bei der FuE-Personalintensität inzwischen den vierten Rang innerhalb der 21 deutschen Verdichtungsräume., Geppert et al. (2009) über besondere Innovationspotenziale in verfügt. Die Entwicklung dieser Kompetenzfelder, die jeweils einen starken industriellen Kern haben, ist durch eine hohe Dynamik gekennzeichnet. Nach aktuellen Berechnungen der IBB sind ca Unternehmen und Beschäftigte in den Berliner Kompetenzfeldern tätig, wobei noch weiteres Wachstumspotenzial erschlossen werden kann. 6 Grundlagen dafür sind die Vervollständigung von Wertschöpfungsketten und die Stärkung von Netzwerken zwischen Produzenten, Zulieferern, Forschungseinrichtungen und Dienstleistern in diesen Kompetenzfeldern. 6 IBB (2010): Berlin aktuell - Perspektiven Berliner Kompetenzfelder Um die Entwicklung einer modernen, innovativen und nachhaltigen Industrie weiter zu forcieren, bestimmen aktuell zwei große Initiativen die Industriepolitik in Berlin der Masterplan Industriestadt Berlin 2010 bis 2020 und der Steuerungskreis Industriepolitik beim Regierenden Bürgermeister. Beide kennzeichnet ein ressortübergreifender Ansatz und die breite Beteiligung der wichtigsten Akteure Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, ein industrielles Wachstum deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt zu erzielen. Ein wichtiges Instrument für die Erreichung dieses Ziels ist der Wissenstransfer. Beide Initiativen setzen daher in ihren Aktivitäten einen großen Schwerpunkt darauf, die Kooperation von Wissenschaft und Industrie zu verbessern. Der Masterplan Industrie 7 sieht 34 konkrete Projekte in den vier Maßnahmebereichen Rahmenbedingungen, Innovationen, Fachkräfte und Standortkommunikation vor. So soll u.a. die Transparenz des Industrieflächenangebotes erhöht und die Vermarktung des Industriestandortes Berlin verbessert werden. Das politische Spitzengremium Steuerungskreis Industriepolitik unter Leitung des Regierenden Bürgermeisters konzentriert sich auf die Querschnittsthemen Wissenstransfer und Fachkräfte und begleitet die Umsetzung des Masterplanes Industrie. 7 Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen (Federführung) zusammen mit dem Netzwerk Industriepolitik (2010): Masterplan Industriestadt Berlin Der Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe wird überarbeitet Der kurz vor der Veröffentlichung stehende neue Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe 8 wird darstellen, welches Flächenangebot in welchen Teilräumen Berlins zur Verfügung steht. Grundlage hierfür bilden die bislang getrennten Planwerke der Senatsver- 8 Um attraktive Gewerbe- und Industrieflächen vorzuhalten, hat sich die Berliner Politik und Verwaltung in der Vergangenheit im wesentlichen zwei Instrumente gegeben: den Stadtentwicklungsplan Gewerbe und das Entwicklungskonzept für den produktionsgeprägten Bereich. Beide Instrumente dienen als Orientierungsrahmen sowohl für private Investoren als auch für die öffentliche Verwaltung bei Wirtschaftsansiedlungen und Gewerbeflächenplanungen. Während das Entwicklungskonzept vor allem von den Anforderungen des produktionsgeprägten Bereichs der Berliner Wirtschaft ausgeht, steht beim StEP Gewerbe das Primat der Stadtverträglichkeit und des Interessenausgleichs im Vordergrund. Derzeit wird ein neuer Plan erarbeitet, der beide Instrumente zusammenführen soll. 6 7

5 Industrie und Wissenschaft geben Berlin Zukunft GEWERBEFLÄCHEN IN BERLIN waltung für Stadtentwicklung mit dem Stadtentwicklungsplan Gewerbe und der Senatsverwaltung für Wirtschaft mit dem Entwicklungskonzept für den produktionsgeprägten Bereich. Die Wirtschaft war in die Erarbeitung des neuen Plans intensiv eingebunden und begrüßt die Zusammenlegung der bisherigen Planwerke. Neuland wird der Stadtentwicklungsplans Industrie und Gewerbe insofern betreten, als künftig die Qualität von Flächen in den Vordergrund gestellt werden soll. Denn trotz eines guten Flächenangebotes haben Unternehmen immer wieder Probleme, geeignete Flächen zu finden, die den konkreten Anforderungen von produzierenden Unternehmen entsprechen. Allerdings wird der Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe keine detaillierten Antworten zur Profilierung der einzelnen Standorte und zur Verknüpfung mit der Wissenschaft geben. Die IHK Berlin möchte mit dieser Broschüre einen Beitrag leisten, diese Informationen zu untersetzen und zu ergänzen, um auf eine konkretere Maßnahmenebene zu kommen und letztlich eine stärkere Fokussierung der Personal- und Finanzressourcen und der Vermarktung zu erreichen. Standortvorteil Wissenschaft Im Jahr 2010 wurde die lange Tradition der Berliner Wissenschaft besonders gewürdigt. Allein fünf der ältesten und zugleich international bekanntesten Wissenschaftseinrichtungen Berlins begingen Jubiläen. 9 Diese gefeierten 9 Die Staatsbibliothek zu Berlin feiert ihre Gründung vor 350 Jahren, die Charité Universitätsmedizin Berlin ihre Gründung vor 300 Jahren, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ihr erstes Statut von 1710 und ihre Eröffnung 1711, die Humboldt- Gewerbeflächen Nord-West Reinickendorf Spandau Mitte Abb. Nachnutzung 3: Gewerbeflächen des in s Berlin, Gliederung Tegel in Teilräume Berliner Wirtschaft, Ausgabe Juli/August 2010 Institutionen, Tegeler aber auch die unzähligen REINICKENDORFdurch fast 50 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Die großen natio- See weiteren prägen den Wissenschaftsstandort Berlin. senalen Forschungsorganisationen wie die M Jungfernheide Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz- Berliner Wissenschaft punktet mit Vielfalt und Qualität Gr Berlin zählt zu den größten Wissenschaftsregionen SGr Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft 105 und die Max-Planck-Gesellschaft M sind jeweils mit SG mehreren Instituten in der deutschen Hauptstadt vertreten. Zudem Europas und bündelt G unterschiedliche Kompetenzen. Wissenschaftliche Vielfalt und hohe Qualität gibt es in Berlin G ca. 20 Forschungseinrichtungen von Bundes- und Landesministerien. bieten vier Universitäten, sieben Hochschulen, drei Kunst- und Musikhochschulen sowie CHARLOTTENBURG- 22 private Hochschulen mit Jungfernheide Studierende an VolksparkBerliner Hochschulen ziehen 111 WILMERSDORF staatlicher Anerkennung. Ergänzt wird diese vielseitige Hochschullandschaft Berlin ist ein beliebter Studienort. Rund Studierende 100 sind an den Berliner Hochschulen eingeschrieben, von denen G Gewerbliche Baufläche (gewerbliche Nutzung, Einzelhandel viele nur aus in begründeten anderen Einzelfällen) Regionen Deutschlands SG Sonderbaufläche mit gewerblichem Charakter und der Welt stammen. Seit mehreren Universität zu Berlin ihre Gründung vor 200 SGr Sonderbaufläche mit hohem Grünanteil Jahren und die Max-Planck-Gesellschaft die Jahren bereits weist Berlin den höchsten (SG und SGr sind Vorhalteflächen für einen Forschungs- und Industriepark Zukunftstechnologie) Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, M Gemischte Baufläche mit unterschiedlichen Funktionen Wanderungsgewinn (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, in Deutschland Wohnen) auf. ihrer Vorläuferorganisation, vor 100 Jahren. Gr Grünflächen (Freiflächen, Wasserflächen) Im Saldo kommen ca junge Menschen mehr für ein Studium nach Berlin Hinzu kommen die zwei größten naturwissenschaftlichen Einrichtungen, das Museum für Wohngebiete Naturkunde und der Botanische Garten/das Grafik: S&E, Henriette Anders als die Stadt verlassen haben. Damit Quelle: IHK Botanische Museum, deren Geburtstage sich zum 200 bzw. 100 Mal jähren. führt Berlin die Liste der Wanderungsge- Bernauer Str. Nonnendammallee Süd-West Charlottenburg-Wilmersdorf Steglitz-Zehlendorf Tempelhof-Schöneberg Saatwinkler Damm Süd-Ost Friedrichshain-Kreuzberg Neukölln Treptow-Köpenick Nord-Ost Pankow Lichtenberg Marzahn-Hellersdorf Ollenhauer Str winne vor Hamburg mit einem Plus von fast Studierenden deutlich an. Auch in den nächsten Jahren wird die Anzahl der Studierenden weiter wachsen. In den Hochschulverträgen haben Land und staatliche Hochschulen Anfang 2010 vereinbart, innerhalb der nächsten beiden Jahre neue Studienplätze zu schaffen. Auch der Etat der Berliner Hochschulen wächst von 952 Mio. Euro im Jahr 2010 auf Mio. Euro in Wissenschaft ist in Berlin zu Hause 1996 Im nationalen Vergleich ist die Berliner Wissenschaft an der Spitze. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird in keinem anderen Bundesland von der öffentlichen Hand mehr für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Der Anteil der FuE-Ausgaben am Berliner BIP liegt für die Hochschulen bei 1,4 Prozent und für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen bei 1,1 Prozent. Damit rangiert Berlin auf Rang 1 in Deutschland an Hochschulen an Forschungseinrichtungen Berlin 0,43 0,68 Bremen 0,16 0,28 Sachsen 0,16 0,22 Mecklenburg-Vorpommern 0,04-0,02 Hamburg 0-0,05 Thüringen 0-0,1 Sachsen-Anhalt -0,03-0,17 Baden-Württemberg -0,04 0,1 Bayern -0,04-0,04 Niedersachsen -0,07-0,01 Schleswig-Holstein -0,08-0,08 Saarland -0,08-0,15 Nordrhein-Westfalen -0,08-0,13 Rheinland-Pfalz -0,09-0,44 Brandenburg -0,09-0,29 Hessen -0,17-0,44 Abb. 5: FuE-Aufwendungen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Anteil am BIP (Abweichungen vom Durchschnitt) Abb. 4: Anzahl der Studierenden an öffentlichen Hochschulen in Berlin, Statistisches Landesamt Berlin-Brandenburg (2010) Stifterverband für die deutsche Wissenschaft (2010): Ländercheck Lehre und Forschung im föderalen Wettbewerb 8 9

6 Industrie und Wissenschaft geben Berlin Zukunft Auch in der von Bund und Ländern ausgelobten Exzellenzinitiative zur Förderung der Spitzenforschung konnten sich die Berliner Universitäten in allen drei Förderlinien durchsetzen. Der Freien Universität gelang es, mit dem Zukunftskonzept International Network University als sogenannte Eliteuniversität ausgezeichnet zu werden. Zusammen mit den Erfolgen der Humboldt-Universität und der Technischen Universität werden die Berliner Universitäten in vier Exzellenz-Clustern und sieben Graduiertenschulen gefördert. In einigen Projekten forschen Wissenschaftler aller Universitäten sowie der außeruniversitären Einrichtungen gemeinsam. Diese enge Kooperation zeichnet den Forschungsstandort Berlin aus. Von der Forschungsstärke der Berliner Wissenschaft soll auch die Wirtschaft profitieren Allerdings kann die Forschungsstärke der Berliner Wissenschaft noch nicht seitens der Berliner Wirtschaft gespiegelt werden. Dafür steht auch der vergleichsweise geringere Anteil der Wirtschaft an den gesamten Berliner FuE-Ausgaben. Zwar wirbt jeder Berliner Wissenschaftler mit Euro fast Euro mehr Drittmittel ein als im deutschen Durchschnitt. Jedoch stammen diese mehrheitlich aus öffentlichen Fördertöpfen sowie von Stiftungen oder Unternehmen aus anderen Regionen. Da letztere die Erkenntnisse der Berliner Wissenschaft in Innovationen, also marktfähige Produkte, außerhalb Berlins umsetzen, belegt die Hauptstadt bei den Patentanmeldungen im Bundesländervergleich nur hintere Plätze. Es gilt daher, die jeweils vorhandenen besonderen Kompetenzen von Wissenschaft und Wirtschaft in Berlin noch besser in Einklang zu bringen und technologische, Kompetenzfelder und Cluster zu stärken. Dazu bedarf es neben einer exzellenten Forschung und einer kritischen Masse an Unternehmen der engeren Zusammenarbeit beider Seiten. Die wissenschaftliche Kompetenz konzentriert sich in den Berliner Orten des Wissens Ansatzpunkte dafür bieten Berlins Orte des Wissens, in denen sich die Wissenschaftseinrichtungen räumlich konzentrieren. Bereits 2007 hat die Berliner Wissenschaftskommission 10 diese Campus näher beschrieben und deren gezielte Entwicklung empfohlen: Diese Orte des Wissens sind die Grundpfeiler von Berlins Wissenschaft. Ihre Struktur ist vergleichbar: eine leistungsfähige Universität oder Fachhochschule steht jeweils im Zentrum und wird ergänzt durch außeruniversitäre Forschung sowie Unternehmen, die mit den benachbarten Wissenschaftseinrichtungen kooperieren. 11 Diese Orte des Wissens sind die Campus Adlershof, Buch, Charlottenburg, Dahlem und Mitte. Wissenschaft und Industrie mehr Innovation durch Kooperation Die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Wirtschaft wird - wie in allen hoch entwickelten Regionen - sehr stark von ihrer Innovationsfähigkeit bestimmt. Neue Technologien und Innovationen entstehen in der Zusammenarbeit und Interaktion sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch mit anderen 10 Berliner Wissenschaftskommission (2007): Berlins Orte des Wissens 11 ebd. Unternehmen oder Wissenschaftseinrichtungen. Ständiger Austausch und verschiedenen Akteuren bereichern den eigenen Forschungs- und Entwicklungsprozess im Unternehmen und sind wichtige Voraussetzung für neue wettbewerbsfähige Produkte und Prozesse. Die Wissenschaft ist Inkubator wirtschaftlicher Entwicklung In diesem Zusammenhang wandelt sich die Rolle der Wissenschaftseinrichtungen. Bislang standen zwei Funktionen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Vordergrund. Sie waren vor allem Anbieter von qualifizierten Arbeitskräften und von Grundlagenwissen. Inzwischen dienen sie nicht mehr nur als Lieferant von Wissenszuwachs und Qualifikation, sondern sie sind auch Quelle technologischer Entwicklungen und von Unternehmensgründungen. Sie werden zunehmend zu einem wichtigen Treiber regionaler Innovations- und Wachstumsprozesse. Dies gilt erst recht für Berlin mit seinem enormen wissenschaftlichen Potenzial. Diese immense Ressource zu nutzen, muss eine wesentliche Aufgabe der Zukunft sein. Dabei reicht die bloße Produktion von Wissen nicht aus. Vielmehr muss Wissenschaft mit wirtschaftlicher Anwendung verbunden werden. Dieser Wissens- und Technologietransfer kann über Forschungskooperationen mit Unternehmen, über Personaltransfer, Aus- und Weiterbildung sowie über die Ausgründung von Unternehmen erfolgen. Wissenschaft und Wirtschaft profitieren von Kooperationen und Wissenstransfer Kooperationen mit der Wissenschaft ermöglichen den Unternehmen, schnell auf neueste Erkenntnisse der Forschung zuzugreifen und damit mehr potenzielle Innovationsideen zu generieren. Zudem erhalten sie die Möglichkeit, ihre eigenen Mitarbeiter weiterzubilden und wissenschaftliches Personal zu rekrutieren. Oft können Unternehmen auch Ressourcen oder teure Infrastrukturen der Forschungseinrichtungen nutzen, deren Anschaffung für das Unternehmen nicht sinnvoll wäre. Nicht zuletzt kann sich die enge Beziehung zu einem wissenschaftlichen Institut aufgrund dessen Reputation positiv auf das Image des Unternehmens auswirken und weitere Kontakte erleichtern. Wissenschaftseinrichtungen können Kooperationen mit Unternehmen nutzen, um ihre Forschung anwendungsorientierter auszurichten, da sie mehr Informationen über deren Problemlösungsbedarf erhalten. Darüber hinaus werden die praktische Anwendung der Grundlagenforschung gefördert und gegebenenfalls zusätzliche Drittmittel akquiriert. Der Wissenstransfer in Berlin birgt noch Potenziale Zahlreiche erfolgreiche Beispiele von Berliner Unternehmen zeigen bereits, welches wirtschaftliche Potenzial in einem effektiven Wissenstransfer liegt. Nicht nur, dass diese Unternehmen wettbewerbsfähiger, innovativer und dadurch wachstumsstärker als ihre Wettbewerber sind. Auch haben sich inzwischen unzählige Ausgründungen aus Berliner Wissenschaftseinrichtungen auf den Weltmärkten etabliert. Darüber hinaus gibt es Unternehmen, die ihre Standortentscheidung zugunsten Berlins aufgrund der Forschungsinfrastruktur getroffen und insbesondere ihre Forschungsabteilung nach Berlin verlagert haben. Diese Erfolgsgeschichten können jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass noch immer Barrieren in der Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bestehen. Um diese zu beseitigen, wurde beispielsweise 2010 die Transferallianz unterzeichnet, ein gemeinsames Projekt von IHK Berlin, Verbänden und Wissenschaftseinrichtungen unter Federführung der Senatsverwaltung für Wirtschaft. Ziel ist es, mit umsetzungsorientierten Projekten den Wissenstransfer in Berlin zu optimieren. Unterschiedliche Studien bestätigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in vielen Bereichen noch verbessert werden kann. Dabei fällt ins Auge, dass zwar die klare Mehrheit der Berliner Industriebetriebe ein explizites Interesse an der Kooperation mit Hochschulen hat, konkrete Projekte aber dann nicht zustande kommen. Die Kooperation funktioniert dort am besten, wo es persönliche Kontakte zwischen entwickelnden Unternehmen und Partnern in den Wissenschaftsinstitutionen gibt. Probleme in der Kommunikation behindern eine erfolgreiche Zusammenarbeit Hindernisse einer funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft liegen vor allem in der Kommunikation miteinander. Verfügen Unternehmen nicht über einen persönlichen Kontakt, erschwert sich die Kontaktaufnahme mit der Wissenschaft. Die richtigen Ansprechpartner zu finden, die sowohl auskunftsfähig als auch auskunftswillig sind, erfordert häufig einen hohen Aufwand seitens der Unternehmen. Hinzu kommen kulturelle Unterschiede zwischen beiden Systemen. Dabei stehen sich die Freiheit der Wissenschaft und die wirtschaftliche Anwendbarkeit von Forschungsergebnissen mitunter unvereinbar gegenüber, da Ergebnis- und Marktorientierung nicht primäres Ziel der Wissenschaft sind. Auch Managementdefizite der Wissenschaftler bei der Abwicklung von Kooperationsprojekten (z.b. fehlende Zeitpläne und Meilensteine) oder der hohe Druck innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft, ständig Forschungsergebnisse zu veröffentlichen, widersprechen unternehmerischen Zielen, wie der schnellen Umsatzgenerierung, der Kostenreduzierung und dem Schutz bzw. der Geheimhaltung interner Forschungsergebnisse. Andererseits bestimmen auch die innovativen Kapazitäten der Unternehmen selbst die Erfolgsaussichten von Kooperationen. Ihre Fähigkeiten, externes Wissen aufzunehmen und zu verarbeiten, werden zum einen durch interne Ressourcen beeinflusst, z.b. eine eigene Forschungsabteilung. Ebenso kommt es darauf an, dass Unternehmen den anderen den Austausch mit Zulieferern, Kunden und anderen Unternehmen für ihren Innovationsprozess nutzen. Räumliche Nähe unterstützt die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Einige dieser Hindernisse können durch räumliche Nähe teilweise abgebaut werden. Vor allem in Branchen und Technologien, die von einer hohen Wissenschaftsbindung und damit einem engen Austausch zwischen akademischer und industrieller Forschung gekennzeichnet sind, können informelle Kontakte und langfristig angelegte Kooperationen so besser gepflegt werden. Verständnis- und Kommunikationsprobleme werden im persönlichen Austausch besser und direkt gelöst. Ein Personalaustausch gestaltet sich praktikabler in unmittelbarer Nachbarschaft ebenso wie die Möglichkeit für Unternehmen, Forschungsinfrastruk

7 Industrie und Wissenschaft geben Berlin Zukunft Kapitel 3 turen wie Laboratorien und Messanlagen zu nutzen. Räumliche Nähe erleichtert die Vertrauensbildung und Netzwerkentwicklung, da sich in direkter Nachbarschaft deutlich mehr Gelegenheiten zum Austausch und Aufeinandertreffen ergeben. Dies gilt nicht nur für Kooperationen mit Wissenschaftseinrichtungen, sondern auch für solche mit anderen Partnern, Kunden und Zulieferern. Nicht zuletzt konzentrieren sich Spinoff- Prozesse, vor allem in Hochtechnologien, zunächst auf das räumliche Umfeld der Wissenschaftseinrichtungen, die die Rolle von Inkubatoren für die Unternehmensgründungen übernehmen. Natürlich ist eine Standortnähe nicht zwangsläufig hinreichende Bedingung für die Anbahnung, die Durchführung und die Aufrechterhaltung von Kooperationen. Zum einen sind räumlich begrenzte Kontakte in der international geprägten Wirtschaft nicht ausreichend. Zum anderen müssen deren Zustandekommen unterstützt sowie Standorte bewusst und gezielt entwickelt werden. Eine solche Unterstützung können Technologiezentren und Technologieparks bzw. deren Management bieten, die den jeweiligen Standort mit einem expliziten Profil entwickeln und vermarkten. Dafür werden spezifische Gebäude und Flächen sowie ein begleitendes Angebot an Beratungs-, Vernetzungs- und Serviceleistungen bereitgestellt. Berlin bietet Standorte für Innovationen Auch in Berlin bestehen unzählige Kooperationspotenziale. So zählen ohne Frage Adlershof, Buch, Charlottenburg, Dahlem und Mitte zu den Standorten mit einer hohen Konzentration von Wissenschaftseinrichtungen, innovativen Unternehmen und Spinoff-Prozessen. 12 Aber auch in gewachsenen Gewerbegebieten mit einem stark industriellen Charakter gibt es Unternehmen, die mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen kooperieren. Nicht zuletzt hat Berlin Standorte, an denen sich renommierte Wissenschaftseinrichtungen befinden, die wiederum (noch) nicht als Ansiedlungsstandorte für Unternehmen bekannt sind. Die vorliegende Broschüre macht diese Standorte transparent und definiert Handlungsempfehlungen zur Unterstützung weiterer Kooperationen. Industrie- und Innovationsstandorte im Profil Die nachfolgenden Standortprofile und daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen stützen sich auf die Recherche bereits vorhandener Gebietsdaten, die Auswertung von Daten aus dem geografischen Informationssystem der IHK Berlin (Unternehmensrecherche) sowie eine Reihe von Interviews mit Unternehmen, Standortentwicklern und weiteren lokalen Akteuren. Bei der Betrachtung der einzelnen Standorte haben wir uns auf die folgenden Merkmale konzentriert: Das inhaltliche Profil, die standortprägenden Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen machen mögliche Synergien und Kooperationsansätze deutlicher. Mit der Auswahl bestehender Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft am Standort werden Best Practices dargestellt und erste Ansatzpunkte gegeben, um Wissenstransfer- und Innovationsprozesse weiter zu intensivieren. Zudem wird in den Standortdarstellungen deutlich, wo bereits institutionalisierte Netzwerke etabliert sind und wie die Vermarktung des Standortes bisher erfolgt. Anhand dieser Untersuchung des Status quo haben wir jeweils Perspektiven und erste Handlungsempfehlungen entwickelt, die aus Sicht der Berliner Wirtschaft zur weiteren Entwicklung des Standortes notwendig sind. Diese Aufzählung ist dabei nicht abschließend. Als Ergebnis der Untersuchung wurden die Standorte zur besseren Orientierung in drei Kategorien eingeteilt: Die Etablierten: Klassische Industriestandorte Die etablierten, klassischen Industriestandorte sind häufig von Unternehmen geprägt, die bereits seit mehreren Jahrzehnten an diesem Standort produzieren. Oft kooperieren lediglich einzelne Unternehmen mit Wissenschaftseinrichtungen. Standorte: Am Borsigturm, Berlin Eastside, Großbeerenstraße, Industriepark Spandau, Motzener Straße, Südring, Teltowkanal, Wilhelmsruh/Flottenstraße, Zehlendorfer Stichkanal Wissenschaft vor Ort: Standorte für Hochtechnologie Die Standorte für Hochtechnologie zeichnen sich durch eine hohe Konzentration von Wissenschaftseinrichtungen und Technologie aus, die in enger Nachbarschaft miteinander kooperieren. Standorte: Biotech-Campus Berlin- Buch, IT-Campus Charlottenburg, Technologieregion Südost, Wissenscampus Dahlem, Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof Die nächste Generation: Innovationsstandorte der Zukunft Die Innovationsstandorte der Zukunft sind Potenzialflächen für die Ansiedlung neuer und die Erweiterung bestehender Unternehmen. Diese Standorte bieten die Möglichkeit, die Kooperation von Industrie und Wissenschaft gezielt zu fördern. Standorte: Clean Tech Business Park Berlin Marzahn, Energiecampus Tegel, Medical City, Schönerlinder Straße / Buchholz Nord, Siemens Techno Park 12 Berliner Wissenschaftskommission (2007): Berlins Orte des Wissens 12 13

8 KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT am Borsigturm Auf dem traditionsreichen Industriestandort findet sich ein großer Branchenmix mit einem hohen Anteil an verarbeitendem Gewerbe. Schwerpunkte sind: Informations- und Kommunikationstechnik, Maschinenbau und Verkehrstechnik. Größere am Standort Breitenbachstraße Korsch AG GEA Grasso GmbH mago Kohn & Kempkes GmbH & Co. KG MKF-Folien GmbH Minderjahn + Kiefer Mucos Pharma GmbH & Co. KG Uhde Inventa-Fischer GmbH Borsigdamm Borsig GmbH Herlitz PBS AG lekker Energie GmbH Motorola GmbH mr:nexnet GmbH PCS Power Converter Solutions TRX Germany GmbH Flohrstraße AMK Tornado Antriebstechnik GmbH DeltaTech Controls GmbH Deutsche Telekom AG OTIS GmbH & Co. OHG Oranienburger Straße Advance Pharma GmbH Collonil Salzenbrodt GmbH & Co. KG Lichtwer Pharma GmbH & Co. KG P&H Logistik AG ZF Lenkungssysteme GmbH, Werk Berlin Direkt am Standort gibt es keine Wissenschaftseinrichtungen. Die Gewerbegebiete befinden sich jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Technische Universität Berlin (siehe IT-Campus Charlottenburg) sowie zur Beuth Hochschule für Technik Berlin. Diese gehört zu den traditionsreichen Hochschulen mit einem großen ingenieurwissenschaftlichen Angebot für mehr als Studierende: von klassischen Ingenieurdisziplinen wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Bauwesen, Gartenbau bis hin zu innovativen Studiengängen wie Informatik, Biotechnologie, Medizintechnik, Lebensmitteltechnologie, Audiovisuelle Medien und Geoinformationswesen. Die Motorola Gmbh hat bereits Kooperationsprojekte mit der TU Berlin, dem An-Institut DAI-Labor und dem Fraunhofer FOKUS durchgeführt. Das Unternehmen rüstet die Polizei in mehreren Bundesländern und die Sicherheitsbehörden auf Bundesebene mit Digitalfunk- Geräten aus. auch die Deutsche Telekom arbeitet in zahlreichen Projekten mit regionalen Wissenschaftseinrichtungen wie der Fraunhofer-Gesellschaft und den Berliner Universitäten zusammen. Neben den Deutsche Telekom Laboratories (siehe IT- Campus Charlottenburg) unterstützt das Unternehmen weitere Lehrstühle in den Bereichen Dienstleistungsinnovationen sowie Innovations- und Technologiemanagement an der TU Berlin. Direkt am Standort befindet sich das Technologiezentrum Am Borsigturm mit den Schwerpunkten Informations-, Kommunikations- und Verkehrstechnik, Logistik. In das Technologiezentrum integriert ist das PHÖNIX Gründerzentrum am Borsigturm. Hier liegen die Schwerpunkte auf den Themen Logistik, Verkehrs-, Informations-, Kommunikations-, Umwelttechnik, Mutimedia. Bisher sind keine institutionalisierten Netzwerke am Standort vorhanden. Die Vermarktung der ansässigen Unternehmen erfolgt ausschließlich über eigene Webseiten. perspektiven und handlungsempfehlungen Für größere ansiedlungen stehen derzeit kaum freie Flächen zur Verfügung. Längerfristige Entwicklungspotenziale bestehen deshalb vor allem in der Qualifizierung und Ergänzung der vorhandenen Strukturen. Durch die regelmäßige Überlastung des Tunnels Tegel ist die Erreichbarkeit im Umfeld häufig stark eingeschränkt. Durch verbesserte Wegweisung und Verkehrssteuerung zwischen den Bezirken Mitte, Reinickendorf und Pankow sollte diese Überlastung eingedämmt werden. Bei den anstehenden Sanierungsmaßnahmen der Rudolf-Wissel-Brücke ist berücksichtigen, dass die Industrie- und Gewerbegebiete auf eine leistungsfähige Stadtautobahn angewiesen sind. Bezirk Reinickendorf Borsigdamm ca. 40 ha / k.a. Flohrstraße ca. 57 ha / k.a. Breitenbachstraße ca. 95 ha / k.a. Oranienburger Straße ca. 47 ha / k.a. Darstellung von gewerblichen Bauflächen nahezu vollständige Sicherung als Gewerbefläche (GE) und Industriefläche (GI) 35 km autobahn Direkte Anbindung an die BAB 111 hauptbahnhof 9 km S- und U-Bahn Anschluss Grundstücke teilweise mit Gleisanschluss 14 15

9 STanDORT FÜR hochtechnologie Biotech campus Berlin Buch Der Campus Berlin-Buch hat einen klaren Schwerpunkt im Bereich Gesundheitswirtschaft. Er ist heute ein Standort für eine integrierte Entwicklung von Forschung, Klinik und Technologie. Im unmittelbaren Umfeld des Campus befinden sich Einrichtungen der klinischen Maximal- und Spezialversorgung mit über 20 Fachkliniken, sechs Instituten sowie zwei Spezialkliniken in unterschiedlicher Trägerschaft sowie Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung. 13 In das wissenschaftliche und klinische Profil des Campus ist der BiotechPark Berlin-Buch eingebunden. Darüber hinaus befindet sich mit der Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e.v. eines der größten Aus- und Weiterbildungszentren Deutschlands für Pflege- und andere medizinische Berufe in Buch. Schwerpunkte sind: Gesundheitsversorgung und klinische Forschung, Biotechnologie, Medizintechnik. Größere am Standort Helios Kliniken GmbH Immanuel-Krankenhaus Klinik- und Heimbetriebsgesellschaft mbh Weitere standortprägende Bavarian Nordic GmbH Celares GmbH 13 Berliner Wissenschaftskommission (2007): Berliner Orte des Wissens Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG epo GmbH Glycotope GmbH Invitek GmbH MerLion Pharmaceuticals GmbH Silence Therapeutics AG Wissenschaftseinrichtungen Ein Schwerpunkt der Forschung am Standort liegt auf der Untersuchung der molekularen Ursachen von Krebs-, Herz-Kreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen. Vor allem auf dem Gebiet der Grundlagenforschung für molekulare Medizin genießt Buch international Anerkennung. Wissenschaftseinrichtungen am Standort Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) Experimental Clinical and Research Center (Forschungszentrum von Charité und MDC) Charité - Universitätsmedizin Helios Klinikum Berlin-Buch Rheumaklinikum Berlin-Buch Die Life-Science-Unternehmen und die Einrichtungen der Krankenversorgung sind eng mit den ansässigen Forschungseinrichtungen auf dem Campus verbunden. Besonderes Merkmal des Campus Buch ist die enge Kooperation von Grundlagen- und klinischer Forschung. Diese wird u.a. in den übergreifenden Einrichtungen von Charité und MDC deutlich. Die vor Ort profitieren von der Möglichkeit, mit den Wissenschaftseinrichtungen zu kooperieren. So nutzt Bavarian Nordic Reinsträume des MDC für die Produktion von klinischen Prüfmustern (Impfstoffen). Ebenso arbeiten die Invitek GmbH und die epo GmbH in Forschung und Entwicklung mit dem MDC zusammen. aus den Wissenschaftseinrichtungen (MDC, der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR und dem FMP) sind bereits einige Unternehmen hervorgegangen, beispielsweise Glycotope, Eckert & Ziegler sowie MerLion Pharmaceuticals. Das Areal des Campus Berlin-Buch steht im Eigentum des Landes Berlin. Betrieb und Vermarktung werden gemeinschaftlich von der Campusnutzergemeinschaft über die BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch organisiert und getragen. Sie soll vor allem Unternehmen der Lebenswissenschaften auf dem Campus ansiedeln und unterstützen. Gesellschafter der BBB Management GmbH sind das MDC (60 %), das FMP (20 %) sowie die Bayer HealthCare AG (20 %). Die BBB Management fungiert auch als Schnittstelle zwischen Forschung, Klinik, Unternehmen, Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit. Sie bietet eine Reihe von Serviceleistungen (u.a. Gemeinschaftseinrichtungen und technische Infrastruktur) an und betreibt das Gläserne Labor. Vom Standort aus wird das Netzwerk für Wirkstoffentwicklung koordiniert. Netzwerkpartner sind unter anderem die Brancheninitiative BioTOP Berlin-Brandenburg, die Charité, die Bayer Health- Care AG, das FMP und das MDC. perspektiven und handlungsempfehlungen Seit den 1990er Jahren ist der Campus Berlin-Buch kontinuierlich gewachsen und hat sich zu einem interdisziplinären Standort der Berliner Gesundheitswirtschaft etabliert. Weitere Einrichtungen der klinischen Forschung sind in Planung oder im Bau, z.b. ein neues Laborgebäude für experimentelle Forschung (MDC). Das Deutsche Institut für Herz-Kreislaufforschung, eines von vier Bundeszentren zur Erforschung von Volkskrankheiten, wird 2011 seine Arbeit aufnehmen. Bezirk autobahn 10 km zur BAB 10 hauptbahnhof 18 km S-Bahn Anschluss Auch viele Unternehmen befinden sich in einer Wachstumsphase und benötigen dringend zusätzliche Flächen und eine leistungsfähige Infrastruktur. Eine Entwicklungsstrategie für das Campusgelände muss deshalb folgende Punkte berücksichtigen: Viele Akteure des Standortes benötigen Erweiterungsmöglichkeiten. Zusätzliche Flächen müssen sich in der Nachbarschaft zu den bestehenden wissenschaftlichen und klinischen Netzwerken befinden. Sie müssen mit einer gemeinsamen Identität entwickelt und vermarktet werden. Derzeit wird die Erschließung des Geländes in der ehemaligen Brunnengalerie und des Öffentlichen Bereichs I (ehem. Städtische Kliniken) geprüft. Der Campus Buch muss besser an das Straßennetz angebunden werden. Ein zusätzlicher Anschluss an die BAB 10 hätte die Vorteile, dass einerseits der Standort besser erreichbar wird, andererseits die Kerne von Buch und seiner Nachbarorte vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz muss weiter optimiert werden. So muss der S-Bahnhof Buch dringend saniert und entsprechend den Bedürfnissen der Patienten und Gäste barrierefrei gestaltet werden. Zudem sollte das Karower Eisenbahnkreuz Pankow ca. 32 ha / nur noch einzelne Parzellen BiotechPark: 2,6 ha / 1 ha sofort verfügbar Darstellung als Gemeinbedarfsfläche mit hohem Grünanteil und der Zweckbestimmung Hochschule und Forschung sowie Krankenhaus verbindliche Festsetzungen bestehen nicht 40 km als Turmbahnhof ausgebaut werden, damit sowohl S-Bahnen als auch Regionalzüge halten können. Die kritische Parkplatzsituation muss verbessert werden. Der hohe Bedarf durch Anwohner, Beschäftigte, Patienten und Gäste muss mit einer Neuordnung der Stellflächen gedeckt werden. Die Weiterentwicklung des Campus Berlin-Buch stellt zudem neue Anforderungen an die Energieversorgung. So ist die Leistungsfähigkeit der Netze zu erhöhen, um den steigenden Bedarf zu decken. Das Teilareal des Campus Berlin- Buch ist bis 2024 treuhänderisches Eigentum der BBB Management GmbH und geht dann in den Besitz des Landes Berlin über. Doch schon zuvor müssen die langfristige Ausrichtung des Standortes und das zukünftige Betreibermodell festgelegt werden

10 KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT / InnOVaTIOnSSTanDORT DER ZuKunFT clean Tech Business park Berlin Marzahn und Berlin Eastside Der Clean Tech Business Park Berlin Marzahn konzentriert sich auf die Bereiche: Solarenergie und Clean Technologies. Größere am Standort Inventux Technologies GmbH Die Umgebung des Clean Tech Business Park wird vom sogenannten Gewerbeband Berlin eastside geprägt. Die Wirtschaftsstruktur des Standortes ist sehr vielfältig. Neben privaten und öffentlichen Dienstleistungen haben sich unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Handel, Gastgewerbe, Verkehr und dem produzierenden Gewerbe angesiedelt. Das Gewerbeband ist gekennzeichnet durch einen hohen Anteil an verarbeitendem Gewerbe und einer Mischung aus Gewerbehöfen und Gewerbeflächen. Schwerpunkte sind: Verkehrstechnik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Nahrungsmittelindustrie. Größere am Standort ALBA Group plc & Co. KG Aponeo Deutsche Versand-Apotheke Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG Elpro AG Eurovia GmbH GLS Gleis-Logistik-Service GmbH Harry-Brot GmbH Knorr-Bremse AG Menütaxi GmbH NILES Werkzeugmaschinen GmbH TÜV Rheinland Akademie VBU Verkehrsbau Union GmbH am Standort selbst befinden sich keine Wissenschaftseinrichtungen. In unmittelbarer Nachbarschaft bestehen Kooperationspotenziale zur HTW Berlin, Alice Salomon Fachhochschule, Katholische Hochschule für Sozialwesen, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sowie zur H:G Hochschule für Gesundheit und Sport. Das Studienangebot reicht von den Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften über das Verwaltungswesen bis hin zu sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächern, Gesundheitswirtschaft und Sport. Technologiezentren sind im Gebiet nicht vorhanden. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Existenzgründerzentrum Technische Dienstleistungen (EGZ) an der HTW mit den Schwerpunkten Technische und Ingenieurdienstleistungen, Informatik, Internetdienste, snahe Dienstleistungen sowie die beiden Gründerzentren Marzahn-Hellersdorf und Hohenschönhausen mit den Schwerpunkten Handwerk, produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen. Zwischen dem Clean Tech Business Park und dem Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof bietet sich eine Arbeitsteilung an. So hätte letzterer vor allem Raum für die Grundlagenforschung bis hin zum Prototypenbau. Der Clean Business Park hingegen könnte den Unternehmen ausreichend große Industrieflächen bieten, sobald eine Serienfertigung aufgebaut werden soll. Die Knorr Bremse ag kooperierte u.a. mit dem Institut für Land- und Seeverkehr an der TU Berlin im Projekt MODBRAKE (Innovative Modular Brake Concepts for Integrated European High-Speed Railway Systems). Das EUgeförderte Projekt, an dem sich zahlreiche weitere Industriepartner beteiligten, diente der besseren Interoperabilität der europäischen Eisenbahnsysteme. Zahlreiche Netzwerke und Vereinigungen unterstützen die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes Berlin eastside: Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis e.v.: Interessenvertretung der Unternehmen und Selbstständigen in Marzahn-Hellersdorf Regionalmanagement im Bezirk Lichtenberg von Berlin: Gewerbeflächenmanagement, Betreiber des Unternehmensportal Berlin eastside UPL, Gewerberaum- und -flächenbörse Unternehmerinnennetzwerk Berlin- Eastside: Netzwerk für selbstständige Frauen aller Branchen, Berufs- und Altersgruppen, Plattform für Erfahrungsaustausch und Informationsvermittlung, Kontaktvermittlung Weitlingkiez Lichtenberg: Netzwerk der Händler und Gewerbetreibenden im Weitlingkiez Wirtschaftskreis Hohenschönhausen- Lichtenberg e. V.: Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft mit mehr als 200 Mitglieds Die Vermarktung erfolgt über eine eigene Webseite sowie das Gebietsmanagement Berlin eastside. 14 perspektiven und handlungsempfehlungen Schwerpunkt der künftigen Entwicklung bildet der Clean Tech Business Park, der aktuell zu einem 90 Hektar großen branchenoptimierten Gewerbepark entwickelt wird. Mit der Fertigstellung Ende 2011 steht das größte freie Industriegebiet (GI) 14 Das Gebietsmanagement ist eine Public-Private-Partnership. Partner sind die Bezirksämter Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg, die Berliner Wasserbetriebe, die Gewerbesiedlungs-Gesellschaft mbh ORCO-GSG, die Knorr-Bremse AG und die DOBA Vermietung und Service GmbH. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, den Standort Berlin eastside zu profilieren und aktiv zu vermarkten. Weitere Firmen und Institutionen unterstützen das Bündnis ideell. Bezirke innerhalb Berlins zur Verfügung. Hier können sich Produktions ansiedeln, die in normalen Gewerbegebieten unzulässig wären und spezielle infrastrukturelle Voraussetzungen benötigen. So erhält das komplette Areal eine den Produktionsanforderungen entsprechende Verkehrserschließung und Versorgung mit Elektro-, Gas-, Wasser-, Druckluft- und Telekommunikationsnetzen. Eine Besonderheit liegt in der Ausweisung einer Kernzone, in der Störfallanlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz errichtet werden können. Mit einer 200 Meter tiefen Schutzzone wird der gesetzlich festgelegte Abstand zu schutzbedürftigen Nutzungen sichergestellt. So können Unternehmen auch die für ihre Produktion benötigten größeren Gasbestände vorhalten. Die weitere Positionierung des Clean Tech Business Parks als Standort für technologieorientierte Unternehmen kann mit der Eröffnung eines Technologiezentrum unterstützt werden. Dieses sollte auf die Bereiche Umwelttechnik, Erneuerbare Energien, Clean Technologies spezialisiert sein. Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg-Hohenschönhausen Clean Tech Business Park: ca. 90 ha / kurzfristig 90 ha eastside: ca ha / nur noch einzelne Parzellen Darstellung als gewerbliche Baufläche Clean Tech Business Park: B-Plan zur Sicherung als Industriefläche (GI) in Aufstellung; eastside: nur vereinzelt Sicherung über B-Pläne als Gewerbe- und Industrieflächen (GE und GI) 25 km autobahn 5 bis 10 km zur BAB 10 hauptbahnhof 15 km S-Bahn Anschluss Mit der Fertigstellung des Clean Tech Business Park und einem steigenden Wirtschaftsverkehrs muss die Verkehrsanbindung optimiert werden. Die Unternehmen brauchen schnelle und kurze Verbindungen zur Autobahn, nach Adlershof und zum BBI. Daher ist die Ortsumfahrung Ahrensfelde möglichst kurzfristig fertig zu stellen und die Entscheidung zum Bau der Tangentialverbindung Ost zeitnah zu treffen

11 InnOVaTIOnSSTanDORT DER ZuKunFT Klima und Energiecampus Tegel Der Berlin-Tegel ist derzeit noch einer der beiden Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin. Spätestens ein halbes Jahr nach der für Juni 2012 geplanten Fertigstellung des s Berlin Brandenburg International (BBI) soll der Berlin-Tegel geschlossen werden. Es befinden sich derzeit keine Unternehmen am Standort, die auch nach Schließung des s dort ansässig bleiben werden. Das gelände soll zu einem Forschungs- und Industriepark für Zukunftstechnologien entwickelt werden. Als Schwerpunkte sind vorgesehen: Methoden erneuerbarer Energiegewinnung Mobilität (vor allem Verkehrsleittechnik, Beschichtungstechnologie und Informationsvernetzung) sowie Entwicklung neuer Werkstoffe (als Querschnittsthema in den Bereichen Energie und Mobilität). auf dem Gelände befinden sich keine Wissenschaftseinrichtungen. In unmittelbarer Nachbarschaft bieten jedoch vor allem die Technische Universität Berlin und die Beuth Hochschule für Technik Berlin Kooperationspotenziale (vgl. Campus Charlottenburg und Am Borsigturm). Zwar sind auch bisher keine Technologieund Gründerzentren auf dem Standort angesiedelt. Allerdings befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft das Technologiezentrum Am Borsigturm, das PHÖNIX Gründerzentrum am Borsigturm und das Berliner Innovations- und Gründerzentrum (BIG) im Technologie- und Innovationspark (TIB). Deren Schwerpunkte liegen vor allem in den Bereichen Informations- und Kommunikations-, Umwelt- und Verkehrstechnik sowie Logistik. Bislang sind keine Netzwerke am Standort vorhanden. Die Vermarktung des Geländes als Klima- und Energiecampus erfolgt derzeit noch nicht. perspektiven und handlungsempfehlungen Die Entwicklung des geländes als Industriefläche wird als eines der Leitprojekte der Berliner Industriepolitik verfolgt. Ziel ist es, am Standort Tegel attraktive Bedingungen für zukunftsorientierte Unternehmen zu schaffen, die in enger Kooperation mit Berlins Wissenschaftslandschaft Lösungen für Zukunftsfragen erarbeiten und umsetzen. Hierfür ergeben sich folgende Anforderungen: Das Änderungsverfahren zum muss zügig abgeschlossen werden. Um Investoren möglichst schnell verbindliches Planungsrecht zu ermöglichen, müssen zudem die Bebauungsplanverfahren parallel eingeleitet werden. Vor allem das Thema Energie erscheint für Berlin und den Tegel zukunftsträchtig. Die Beteiligung der TU Berlin am KIC Klima des EIT 15 und das Ziel, das Colocation-Centre 16 nach Berlin und ggf. nach Tegel zu holen, würde eine derartige Entwicklung unterstützen. Voraussetzung für eine Entwicklung als energieorientierter Campus wäre jedoch die politische Abkehr vom Standort Gasometer. Nicht nur, dass der Gasometer von vielen Forschungseinrichtungen als ungeeigneter und willkürlich gewählter Standort angesehen wird. Vielmehr müssen alle Aktivitäten rund um das Thema Energie an einem Standort gebündelt werden. Für Tegel spricht dabei die Nähe zur Innenstadt sowie zu möglichen Kooperationspartner aus 15 Die TU Berlin ist an der Wissens- und Innovationsgemeinschaft ( Knowledge and Innovation Communities - KIC) Climate beteiligt, die durch das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) ausgewählt und gefördert werden. 16 Das Colocation-Centre ist der Mittelpunkt der KIC-Aktivitäten. der Wirtschaft (z.b. Siemens AG und dessen Ausrichtung Green Siemens ). Für eine Ansiedlung von Forschungseinrichtungen auf dem gelände muss eine Empfehlung der Politik ebenso gegeben sein wie ein finanzieller Anreiz. So ist es beispielsweise der TU Berlin ohne Subventionen kaum möglich, wieder stärker produktionsorientiert zu forschen. Für die Errichtung einer konkurrenzfähigen Industriefläche ausreichender Größe ist die Umnutzung der Cité Pasteur vom derzeitigen Wohngebiet in eine Gewerbefläche anzustreben. Die hier entstehenden Gewerbeflächen bilden die erforderlichen Abstandsflächen zum industriellen Kern. Die Verkehrsanbindung an das Areal ist zu optimieren. Dazu gehören die Umwidmung und der Umbau der A 111 in eine anbaufähige Stadtstraße, die Schaffung zusätzlicher verkehrlicher Anbindungen oder auch ein attraktives ÖPNV-Angebot. Die Vermarktung des geländes sollte bereits jetzt beginnen, um Unternehmen mit der Einstellung des Flugbetriebs eine Ansiedlung zu ermöglichen. Hierzu muss nicht nur kurzfristig eine Entwicklungsgesellschaft eingesetzt werden. Auch ansiedlungsinteressierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen müssen frühzeitig identifiziert und kontaktiert werden. Bezirk Reinickendorf ca. 460 ha / mittel- bis langfristig ca. 200 ha als Gewerbe- und Industriefläche Darstellung als Verkehrsfläche ; Änderungsverfahren läuft und soll bis Mitte 2011 abgeschlossen sein; geplant ist, rund 200 ha als Forschungs- und Industriepark für Zukunftstechnologien auszuweisen und weitere 200 ha als Grün- und Waldfläche verbindliche Festsetzungen bestehen nicht 30 km autobahn Direkte Anbindung an die BAB 111 hauptbahnhof 8 km kein S- und U-Bahn Anschluss 20 21

12 KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT Großbeerenstraße Der Standort ist stark geprägt vom verarbeitenden Gewerbe. Das traditionell geprägte Gewerbegebiet ist vielschichtig im Bezug auf Unternehmensgrößen und Branchen. Von den ca Beschäftigten am Standort arbeiten mehr als 80% in diesem Sektor. Allein Beschäftigte zählt dabei das Werk der Daimler AG. Schwerpunkte sind: Fahrzeugbau, Maschinenbau und Ernährungsgewerbe. Größere am Standort Avaya GmbH & Co. KG BEKUM Maschinenfabriken GmbH Daimler AG Werk Berlin Hinz Fabrik GmbH Lankwitzer Lackfabrik GmbH Pepperl+Fuchs GmbH, Werk Berlin Plischka Umzüge GmbH Ruksaldruck GmbH & Co. KG Weitere standortprägende Braun Schaltgeräte und Service e.k. Fapack Fabrikation Vertrieb von Verpackungsmitteln Infopark AG LHG Lindemann Holding GmbH & Co. KG Lysoform Dr. Hans Rosemann GmbH Schöning Pharmazeutische Präparate GmbH Turmbau Steffens & Nölle GmbH Tyco Electronics Raychem GmbH Einige am Standort Großbeerenstraße kooperieren bereits mit Wissenschaftseinrichtungen in Berlin. Auf diese Weise ergänzen sie ihre eigene starke Forschungs- und Entwicklungskompetenz. Beispielsweise arbeitet das Unternehmen Pepperl + Fuchs, dass in Berlin das Kompetenzzentrum für Opto-Sensorik aufgebaut hat, eng mit der HTW Berlin zusammen. Das Daimler center for Automotive Information Technology Innovations (DCAITI) spezialisiert sich auf Zukunftsszenarien der Automobilelektronik. Das Institut, am Ernst-Reuter-Platz gelegen, wurde 2006 als eine gemeinsame Initiative von der Daimler AG und der TU Berlin gegründet. Das snetzwerk Großbeerenstraße hat gemeinsam mit dem Institut für Technischen Umweltschutz und dem Wissenschaftsladen kubus der TU Berlin das Projekt KlimaPositiv gestartet. Kleine und mittelständische Unternehmen werden dabei unterstützt, die betriebliche Material- und Energieeffizienz zu verbessern und eine entsprechende Eigenzertifizierung aufzubauen. Zudem werden die Themen Logistik und Mobilität im Projekt näher betrachtet. Der Erfolg des projektes KlimaPositiv hat einige Unternehmen zu einer engeren Zusammenarbeit mit der Wissenschaft motiviert. In weiteren Projekten mit der TU werden die Dachflächen im Gewerbegebiet analysiert und Lehrveranstaltungen zum Thema Umweltmanagement angeboten. Zudem wurde ein Austausch mit Ingenieurstudenten der HWR etabliert. Das snetzwerk Großbeerenstraße e.v. wurde Ende 2008 mit Unterstützung der bezirklichen Wirtschaftsförderung als branchenübergreifendes Netzwerk am Standort gegründet. Mittlerweile hat es 34 Mitglieder mit steigender Tendenz. Das Netzwerk verfolgt die Ziele, Kontakte zwischen den Unternehmen herzustellen und zu festigen, gemeinsame Interessen zu vertreten, den Standort zu profilieren, ihn mit einem Vermietungs- und Leerstandskonzept besser zu vermarkten und gemeinsame Projekte zu initiieren, z. B. im Einkauf, bei der Rekrutierung von Personal und in der Kooperation mit Hochschulen. Die Vermarktung des netzwerkes erfolgt über eine eigene Webseite, einen Newsletter und Unternehmertreffen, zu denen nicht nur Mitglieder des Netzwerkes geladen werden. perspektiven und handlungsempfehlungen Für größere Ansiedlungen stehen derzeit kaum freie Flächen zur Verfügung, lediglich begrenzte Büro- und Lagerflächen. Längerfristige Entwicklungspotenziale bestehen in der Qualifizierung und Ergänzung der vorhandenen Strukturen, wobei Wachstumschancen für ansässige Unternehmen und kleinere neue Betriebe mit Fertigungs-, Vertriebs- und Servicefunktionen bestehen. Die Anbindung des Standortes ist aktuell gut. Allerdings sollte geprüft werden, ob die Eröffnung des BBI und das damit verbundene erhöhte Verkehrsaufkommen die Verkehrssituation verschlechtern wird. Entsprechende Gegenmaßnahmen müssten dann entwickelt werden. Innerhalb des Standortes gibt es Behinderungen für den Verkehrsfluss. So ist es schwierig, aus Stichstraßen unmittelbar in der gewünschten Fahrtrichtung in die Großbeerenstraße einbiegen zu können. Eine Ampelregelung würde dieses Problem lösen. Auch sind weder Anlieger noch das Netzwerk in die Planung und die Einrichtung neuer Radwege einbezogen worden. Ein durchgängiges System gibt es nicht. Dort wo neue Radwege entstanden sind, gehen sie zu Lasten der Parkmöglichkeiten und verschlechtern die ohnehin schwierige Parksituation weiter. Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort sollte hier die Bezirksverwaltung die Standortbedingungen weiter optimieren. Die Fachkräftesicherung ist ein wichtiges Anliegen des Unternehmensnetzwerkes Großbeerenstraße. Bezirk autobahn 5 km zur BAB 100 hauptbahnhof 13 km S-Bahn Anschluss Aufgabe des Arbeitgeberservices der Arbeitsagentur und des Unternehmensservices ist es, die Unternehmen in gemeinsamen Projekten hierbei intensiver zu unterstützen und auf die Bedürfnisse der Unternehmen einzugehen. Die Kommunikation und der Informationsfluss zwischen der Verwaltung, vor allem auf Bezirksebene, und den Unternehmen des Standortes ist zu verbessern. Tempelhof-Schöneberg ca. 220 ha / nur noch einzelne Parzellen Darstellung von gewerblichen Bauflächen größtenteils Sicherung der Flächen als Industriefläche (GI), in Randbereichen als Gewerbefläche (GE) 18 km 22 23

13 KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT / InnOVaTIOnSSTanDORT DER ZuKunFT Industriepark Spandau mit Siemens Technopark Am Standort befinden sich in unmittelbarer räumlicher Nähe mehrere Gewerbegebiete, die einen hohen Anteil an verarbeitendem Gewerbe aufweisen. Einen besonderen Schwerpunkt setzt Siemens mit mehreren Werken und der angrenzenden Siemensstadt. Schwerpunkte sind: Maschinenbau, Verkehrstechnik, Logistik, Elektrotechnik, Informationstechnik und Automotive. Ein Schwerpunkt der künftigen Profilierung liegt auf dem Siemens Technopark, auf dem sich bislang etwa 50 Unternehmen mit rund Beschäftigten angesiedelt haben. Eine spezielle Ausrichtung ist nicht vorgesehen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass das Areal aufgrund der bisherigen Struktur besonders interessant sein kann für Unternehmen aus den Bereichen: Hochspannungstechnologien, Softwareentwicklung und Smart Grid Technologien. Größere am Standort Siemensstadt mit Technologiepark Epcos AG EPROXX Electronic Systems Production GmbH & Co. KG Siemens AG Tektronix Berlin GmbH & Co. KG Turbine Airfoil Coating and Repair GmbH Tyco Electronics AMP GmbH WINCOR NIXDORF International GmbH am Juliusturm Bayerische Motoren Werke AG, Werk Berlin Nestle Deutschland AG, Herta Werk Berlin charlottenburger chaussee MAN Bus & Truck Deutschland GmbH Schälerbau Berlin, Niederlassung der August Reiners Bauunternehmung GmbH Gartenfeld BSH Bosch und Siemens Haushaltsgeräte GmbH Klosterfelde ALD Industrie- und Montagepark Staaken GmbH Axel Springer AG Bausch + Lomb GmbH CNH Baumaschinen GmbH Direkt am Standort sind keine Wissenschaftseinrichtungen vorhanden. In unmittelbarer Nachbarschaft bieten aber insbesondere die TU Berlin und die Beuth Hochschule für Technik Berlin mögliche Kooperationspotenziale (vgl. auch Campus Charlottenburg und Am Borsigturm). Einige am Standort kooperieren bereits mit Wissenschaftseinrichtungen in Berlin. Auf diese Weise ergänzen sie ihre eigene starke Forschungs- und Entwicklungskompetenz. So bestehen bspw. zwischen MAN und der Beuth Hochschule für Technik Berlin sowie der TU Berlin insbesondere in der gewerblichen Erstausbildung sowie bei Diplomarbeiten und Praktika bereits seit mehreren Jahren Kooperationsbeziehungen. Siemens und weitere Unternehmen im Siemens Technopark arbeiten derzeit nicht aktiv mit Berliner Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Das Siemens- Schaltwerk kooperiert eng mit der BTU Cottbus. Der Berliner Standort der Bausch + Lomb GmbH ist der zweitgrößte des globalen Unternehmens. Der führende Hersteller von Augenmedikamenten hat inzwischen sein neues europäisches Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung im Geschäftsbereich Pharma in Spandau eingerichtet. Zudem bildet Bausch + Lomb gemeinsam mit der Beuth Hochschule in einem dualen Studiengang Betriebswirte aus. WIncOR nixdorf ist Partner des Fraunhofer-Innovationsclusters Sichere Identität - ein Zusammenschluss von fünf Fraunhofer-Instituten, fünf Hochschulen und 12 Wirtschafts, vor allem aus Berlin und Brandenburg. Die gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekte beschäftigen sich mit Technologien und Verfahren zum eindeutigen Identitätsnachweis. Der Standort Berlin der BSH Bosch und Siemens Haushaltsgeräte GmbH ist weltweites Entwicklungszentrum der BSH-Wäschepflege-Produkte. Das Unternehmen konzentriert sich derzeit auf engere Kooperationen mit der regionalen Wissenschaft. Erste Projekte wurden bereits mit Wissenschaftlern der TU Berlin diskutiert. am Standort selbst existieren keine Technologie-, Innovations- und Gründerzentren. In naher Entfernung befinden sich das Berliner Innovations- und Gründerzentrum / Technologie- und Innovationspark Berlin (BIG / TIB) mit Schwerpunkten in Umwelt-, Automatisierungs-, Mess-, Informations- und Medizintechnik, das Technologiezentrum Am Borsigturm mit Schwerpunkten in Logistik, Verkehrs-, IuK- und Umwelttechnik sowie mehrere Gründerzentren. Bisher sind keine institutionalisierten Netzwerke am Standort vorhanden. Die Vermarktung des Siemens Technopark sowie des Delta Businesspark Gartenfeld erfolgt über eigene Webseiten, wobei der Informationsgehalt sehr unterschiedlich ist. perspektiven und handlungsempfehlungen Für größere Ansiedlungen stehen in den Gewerbe- und Industriegebieten kaum freie Flächen zur Verfügung. Bezirke Längerfristige Entwicklungspotenziale bestehen deshalb vor allem in der Qualifizierung und Ergänzung der vorhandenen Strukturen. Sofort n bietet insbesondere der Siemens Technopark. Hier können ungenutzte Siemens Gebäude- oder Grundstücksflächen gemietet oder gekauft werden. Um Existenzgründer und junge Unternehmen anzuziehen, werden die Mietflächen auch zu Sonderkonditionen angeboten. Einzelne Forschergruppen Berliner Wissenschaftseinrichtungen sollten direkt vor Ort mit den lokalen Unternehmen an gemeinsamen Projekten arbeiten. Spandau Siemensstadt ca. 132 ha / ca. 43 ha im Siemens TechnoPark sofort verfügbar Am Juliusturm ca. 49 ha / k.a. Charlottenburger Chaussee ca. 58 ha / k.a. Gartenfeld ca. 60 ha / k.a. Klosterfelde ca. 84 ha / k.a. Darstellung von gewerblichen Bauflächen Siemensstadt und Gartenfeld: Festsetzung als Industriefläche (GI); Siemens Technopark: B-Plan im Verfahren, Festsetzung als Gewerbe- und Industrieflächen (GE und GI); Am Juliusturm: Festsetzung als Industriefläche (GI); Charlottenburger Chaussee: teilweise Festsetzung als Gewerbe- und Industrieflächen (GE und GI); Klosterflede: Festsetzung als Gewerbe- und Industriefläche (GE und GI) 30 km autobahn 5 km zur BAB 100 hauptbahnhof 12 km S- und U-Bahn Anschluss Grundstücke zum großen Teil mit Gleis- und Wasseranschluss 24 25

14 STanDORT FÜR hochtechnologie IT campus charlottenburg Der Standort ist geprägt von zahlreichen Wissenschaftseinrichtungen, innovativen Unternehmen und Start-ups aus verschiedenen Technologiefeldern sowie einer internationalen Kunst- und Kulturszene. Schwerpunkte sind: Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Automotive und Engineering, Design. Größere am Standort Berner und Mattner Systemtechnik GmbH Deutsche Telekom AG Laboratories Gravis Computervertriebsgesellschaft mbh IAV GmbH Ingenieursgesellschaft Auto und Verkehr Lufthansa Systems AG Strato Rechenzentrum AG Torex Retail Solutions GmbH TELES AG T-LABS World of Medicine AG Weitere standortprägende Carmeq GmbH COGO Optronics GmbH Frogster Online Gaming GmbH mental images GmbH MetaDesign AG Metanomics GmbH Saperion AG u2t Photonics AG Wissenschaftseinrichtungen Auf dem Campus Charlottenburg befinden sich zwei international renommierte Universitäten, weitere Hochschulen und einige außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Allein die TU Berlin beschäftigt ca Mitarbeiter und bietet Studierenden ein breites Fächerspektrum an sieben Fakultäten. Sie erhielt im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern den Zuschlag für die Graduiertenschule Berlin Mathematical School (BMS) sowie den Exzellenzcluster Unifying Concepts in Catalysis (UniCat). Die Universität der Künste Berlin ist mit ihren vier Fakultäten und Studierenden die größte künstlerische Hochschule Deutschlands. Wissenschaftseinrichtungen am Standort Technische Universität Berlin - Ingenieur- und Naturwissenschaften, Planungs-, Geistes- Sozial- und Wirtschaftswissenschaften Universität der Künste - Bildende Kunst, Gestaltung, Musik, Darstellende Kunst Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme FOKUS Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik ISST Physikalisch-Technische Bundesanstalt bbw Hochschule FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH International Business School Berlin SRH Hochschule Berlin GmbH ESCP Europe Wirtschaftshochschule Berlin Der Standort bietet einige Beispiele für langfristig angelegte Partnerschaften und funktionierende Kooperationen sowohl zwischen Wissenschaft und Wirtschaft als auch zwischen den universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Zudem stehen einige Ausgründungen aus der lokalen Forschung für gelebten Wissenstransfer. Im Bereich der automobilforschung kooperieren das Fraunhofer IPK und das Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der TU mit der Automobilzulieferbranche in Berlin. International tätige Ausgründungen der TU Berlin befinden sich direkt am Standort, z.b. gedas AG (Auto/Software), TELES AG (Internetdienste), IAV GmbH (Auto und Entwicklung), Inpro GmbH (Auto und Entwicklung), 4flow AG (Logistik und Software). European Telematics Factory (ETF) dient als Kompetenzzentrum für Telematik und mobile IT-Anwendungen. Von der engen Verknüpfung zum Lehrstuhl für Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik der TU und dem dort ansässigen Netzwerk TelematicsPRO e.v. profitieren bestehende Unternehmen und Ausgründungen. 17 Das European center for Information and Communication Technologies (EICT) ist eine Public-Private-Partnership im Bereich der IKT. Partner sind neben der Fraunhofer Gesellschaft und der TU Berlin, die Deutsche Telekom AG, die Daimler AG und die Opera Software ASA. 18 Darüber hinaus hat die Deutsche Telekom AG gemeinsam mit der TU in einer strategischen Partnerschaft die Deutschen Telekom Laboratories gegründet. T-Labs, EICT, Fraunhofer-Gesellschaft, DFKI, Siemens und SAP bilden gemeinsam das deutsche Kernteam der neuen Wissens- und Innovationsgemeinschaft EIT ICT Labs 19 und sind damit europäisches Forschungszentrum für IKT. Die Wissenschaftseinrichtungen am Standort bieten umfangreiche Unterstützung für Ausgründungen und andere Transferprozesse. Zukünftig wird das neue Gründer- und Kooperationszentrum 17 vgl. Internetauftritt TelematicsPRO e.v. 18 vgl. Internetauftritt EICT GmbH 19 Die TU Berlin ist an der Wissens- und Innovationsgemeinschaft KIC EIT ICT Labs (für Informations- und Kommunikationstechnologien) beteiligt, die durch das Europäische Institut für Innovation und Technologie gefördert werden. Berlin ist innerhalb des europäischen Konsortiums verantwortlich für den Bereich Innovation. Die TU Berlin ist einer der sechs deutschen Hauptpartner. Das deutsche Colocation-Centre als Mittelpunkt der KIC-Aktivitäten wird auf dem Campus der TU Berlin eingerichtet. Bezirk CHIC die passenden Flächen für Gründungen bieten. Bisher bestehen keine standortbezogenen Netzwerke. Die Initiative NAVI BC 20 hat die Etablierung einer Marke für den Standort zum Ziel, die nicht nur die bessere Darstellung nach außen, sondern auch eine stärkere Vernetzung der Akteure am Standort unterstützt. Ein von NAVI BC erstmals im Jahr 2010 initiiertes Projekt zur besseren Vermarktung des Campus Charlottenburg war die Expo Berlin City West. Die Immobilienausstellung hat Ansiedlungsmöglichkeiten für Technologiefirmen und potenzielle Unternehmen aufgezeigt. perspektiven und handlungsempfehlungen Auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme wurden durch NAVI BC folgende Aufgaben für den Standort definiert: 20 vgl. Internetauftritt Nachhaltige Vitalisierung Berlin Charlottenburgs NAVI BC; Das Projekt NAVI BC führen TU Berlin und UdK als Konsortialpartner der Adlershof Projekt GmbH im Auftrag des Wirtschaftsstadtrates Charlottenburg-Wilmersdorf und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung durch. Charlottenburg-Wilmersdorf ca. 400 ha / ca. 3 ha Büroleerstand und ca. 3,3 ha Brachflächen, die eine Entwicklung von ca m² HNF ermöglichen vorwiegend Darstellung von gemischten Bauflächen und Sonderflächen mit der Zweckbestimmung Hochschule und Forschung teilweise verbindliche Festsetzungen, jedoch nicht flächendeckend 32 km autobahn 6 km zu BAB 100 hauptbahnhof 3 km S- und U-Bahn Anschluss Standortprofilierung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Engineering und Ansiedlung profilkonformer Unternehmen, Förderung des Gründungsgeschehens, Aufbau eines Gründungs- und Kooperationszentrums, Immobilienentwicklung und Immobiliennutzung, Hybrid-Programm: gemeinsame Projekte von TU und UdK, Entwicklung einer Standortmarke und einer entsprechenden Kampagne, Stärkung des Kulturstandortes und Synergien von Wissenschaft und Kultur. 21 Darüber hinaus stehen folgende Aufgaben an: Eröffnung des Charlottenburger Gründungs- und Innovationszentrums (CHIC) für bis zu 100 Unternehmen. Das CHIC wird eng mit dem Ausgründungsservice der TU Berlin kooperieren und Spin-offs ein bedarfgerechtes Flächenangebot unterbreiten. Es müssen Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, um das bestehende Immobilienangebot auf den Bedarf von Unternehmen nach kleinteiligen und flexibel teilbaren Flächen auszurichten. 21 vgl. Internetauftritt Nachhaltige Vitalisierung Berlin Charlottenburgs NAVI BC 26 27

15 KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT / InnOVaTIOnSSTanDORT DER ZuKunFT Medical city mit Bayer healthcare pharma campus Das Gebiet Fennstraße ist geprägt von einem der größten Arbeitgeber der Stadt, der Bayer HealthCare AG (mit rund Beschäftigten in Berlin). Auf der Basis des kürzlich beschlossenen Site Master Plans plant das Unternehmen, diesen Standort zu einem attraktiven PharmaCampus zu entwickeln. Dazu soll auch ein neues Hauptgebäude direkt am Nordhafen entstehen. Schwerpunkt des Standortes ist: Pharmazeutische Industrie. Das ehemalige Bahngelände zwischen dem Hauptbahnhof und dem Nordhafen, das Entwicklungsgebiet Heidestraße, ist eine der großen Potenzialflächen der Berliner Stadtentwicklung. Im April 2009 wurde der Masterplan Heidestraße verabschiedet. Demnach sollen im Gebiet verschiedene Nutzungen (Wohnen, Arbeiten und Kultur) bei hoher Attraktivität und Aufenthaltsqualität integriert werden. Wissenschaftseinrichtungen In unmittelbarer Nachbarschaft des Standortes befindet sich der lebenswissenschaftliche Campus der Humboldt- Universität zu Berlin. Wissenschaftliche Schwerpunkte sind Infektionsbiologie und Immunität, Molekulare Medizin, Neurowissenschaften (Cognitive, Computational & Medical Neurosciences), Organismische Evolution und Kommunikation, Theoretische Biowissenschaften, Pflanzenwissenschaften, Sportwissenschaft und Sportmedizin, Biophysik und Bioinformatik. Wissenschaftseinrichtungen am Standort Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Biologie, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin Museum für Naturkunde Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie Deutsches Rheumaforschungszentrum Berlin Vivantes-Netzwerk für Gesundheit Bundeswehr-Krankenhaus Sowohl die hu Berlin mit der Humboldt- Innovation GmbH als auch die Charité mit ihrer Transferstelle bieten Unterstützung bei Kooperationen mit der Wirtschaft und Ausgründungen. Zahlreiche erfolgreiche Ausgründungen sind das Ergebnis. Die Bayer healthcare ag (ehem. Schering AG) kooperiert traditionell mit einigen Berliner Einrichtungen der Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft, vor allem mit der Charité, dem Deutschen Herzzentrum und den drei Universitäten, aber auch mit weiteren außeruniversitären Forschungseinrichtungen. In Berlin konzentriert Bayer die Forschung und Entwicklung in den Kernbereichen Onkologie, Kardiologie, Women s Healthcare und Diagnostische Bildgebung. Bislang sind keine institutionalisierten Netzwerke am Standort vorhanden. Die Vermarktung der Unternehmen erfolgt ausschließlich über eigene Webseiten. perspektiven und handlungsempfehlungen In unmittelbarer Nähe der beiden Standorte Fennstraße und Heidestraße befinden sich die beiden landeseigenen Klinik, Charité-Universitätsklinikum und Vivantes-Netzwerk für Gesundheit GmbH. Die Funktion beider Häuser als Motor der Gesundheitsregion Berlin ist infolge erheblicher wirtschaftlicher Probleme gefährdet. Durch das künftige Zusammengehen der beiden Häuser unter einem gemeinsamen Dach einer Holding könnte aus Sicht von IHK und HWK Berlin die langfristige Überlebens- und Zukunftsfähigkeit von Charité und Vivantes gesichert werden IHK und HWK Berlin haben im Mai 2010 ein gemeinsames Konzept vorgestellt, indem für Ein zukunftsträchtiges Investitionskonzept für Charité und Vivantes enthält einen Klinikneubau, der das dringend sanierungsbedürftige Bettenhochhaus am Charité-Campus Mitte ersetzt. Um diesen zu einem Nukleus für Forschung und Industrie zu entwickeln, befindet sich der ideale Standort auf dem ehemaligen Bahngelände nördlich des Hauptbahnhofs. Hier kann mit dem Masterplan Heidestraße der Grundstein für eine zukunftsträchtige Medical City mitten in Berlin gelegt werden. Die Heidestraße schafft sowohl die räumliche Verbindung zwischen den heutigen Charité-Standorten Campus Mitte und Campus Virchow-Klinikum als auch zum Standort der Bayer HealthCare AG und damit zum geplanten PharmaCampus. Damit bietet dieser Standort die große Chance, industrielle Forschung mit klinischer Forschung räumlich zu verknüpfen und den Technologietransfer zu erleichtern. Zusätzliche Anziehungspunkte für einen Medizin- und Forschungsstandort sind die weiteren geplanten Nutzungen auf dem Gelände und im direkten Umfeld der Heidestraße. So sind im Masterplan Flächen zum Wohnen, für Büros, Einzelhandel und ein attraktives Freizeitangebot mit Galerien, Ateliers und Gastronomie angedacht (Art-Campus). Die auf dem Areal das künftige Zusammengehen der beiden Häuser unter dem gemeinsamen Dach einer Holding Charité Gesundheitsholding Berlin geworben wird. IHK Berlin und HWK Berlin (2010): Charité- Universitätsmedizin Berlin und Vivantes-Netzwerk für Gesundheit GmbH eine gemeinsame Zukunft geben Bezirk vorgesehenen Flächen für Gewerbenutzungen bieten aufgrund der Nähe zur Medical City und PharmaCampus attraktive Standortbedingungen für Unternehmen der Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmazie sowie medizinnahen Dienstleistungen. Berlin erhält mit Ansiedlung einer Medical City an diesem Standort die Mitte Heidestraße: ca. 40 ha / kurz- bis mittelfristig 40 ha Fennstraße: ca. 19 ha / k.a. Heidestraße: Darstellung von gemischten Bauflächen und Grünflächen, Fennstraße: Darstellung als gewerbliche Baufläche Heidestraße: Sicherung des Europaplatzes als Kerngebiet, weitere zur Umsetzung des Masterplanes Heidestraße werden derzeit aufgestellt; Fennstraße: Festsetzung als Gewerbegebiet (GE) 25 km autobahn 3 km zur BAB 100 hauptbahnhof Direkte Anbindung S- und U-Bahn Anschluss Charité Wedding LEGENDE 1 Bayer HealthCare Pharma Campus 2 Medical City 3 Residential Area / Assisted Living 4 Art-Campus 5 Business Quarter 6 Bio-Tech Medical City Kartengrundlage: OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA / einzigartige Chance, in Kombination mit der guten Verkehrsanbindung sowie der zentralen Lage eine berlintypische und zukunftsträchtige Nutzerstruktur aus Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit im Zentrum der Hauptstadt entstehen zu lassen. Gleichzeitig kann sich Berlin damit als eine der führenden Gesundheitsregionen in Deutschland und Europa etablieren. 1 2 Abb. 6: Medical City im Herzen der Stadt, IHK Berlin (2010) 6 3 Hauptbahnhof 4 5 Charité Mitte 28 29

16 KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT Motzener Straße Der Standort Motzener Straße steht für klassische, moderne Industrie. Insgesamt sind rund 180 Betriebe mit ca Beschäftigten auf dem Gelände tätig. Davon gehören knapp die Hälfte der Betriebe und rund 80 Prozent der Beschäftigten zum produzierenden Gewerbe. Das Branchenspektrum ist breit gefächert. Dominierend sind kleine und mittelständische Unternehmen, die neben der Fertigung die Verwaltung oder auch den Unternehmenssitz im Gebiet angesiedelt haben. Schwerpunkte sind: Metallverarbeitung, Maschinenbau und Kunststoffverarbeitung. Größere am Standort Alfred Rexroth GmbH & Co. KG BEPLA Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG Converteam GmbH Dr. Kade Pharmazeutische Fabrik GmbH Divapharma GmbH Gundlach Display + Box GmbH Häfele Berlin GmbH & Co KG Hettich GmbH & Co. KG, Werk Berlin Intertex Textilverarbeitungs-GmbH & Co. KG Produktionsgesellschaft Klosterfrau Berlin GmbH Profine KBE Fenstersysteme GmbH SKF Lubrication Systems Germany AG Stollwerck GmbH Weitere standortprägende ALRE-IT Regeltechnik GmbH Fiberweb Berlin GmbH Geyer Gruppe Industrieholding Hans Timm Fensterbau GmbH & Co. KG HAWE InLine Hydraulik GmbH INDIA Tastenfabrik Berlin Kräcker GmbH Semperlux AG Einzelne Unternehmen des Standortes kooperieren auf unterschiedlichen Gebieten mit Berliner Wissenschaftseinrichtungen. Beispielsweise ist die hochschule für Wirtschaft und Recht an einigen Projekten beteiligt, die sich u.a. mit der Einführung von Umweltmanagementsystemen, der Erstellung von Ökobilanzen, der nachhaltigen Prozessoptimierung und der Stoffstromanalyse beschäftigen. Das snetzwerk Motzener Straße hat das Projekt NEMo - Null Emission Motzener Straße gestartet, das von der HTW Berlin unterstützt wird. Ziel des Projektes ist die Erarbeitung von Konzepten zur Verringerung des Energieund Ressourcenbedarfs in 180 Betrieben des Industriegebietes. Das Unternehmensnetzwerk Motzener Straße e.v. ist aus zwischenbetrieblichen Kooperationen am Standort hervorgegangen, unterstützt durch die Wirtschaftsförderung des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Mit derzeit 55 Mitglieds verfolgt das Netzwerk die Ziele, gemeinsame Interessen zu vertreten, regelmäßige Unternehmertreffen und Veranstaltungen durchzuführen, einen gemeinsamen Einkauf von Unternehmen zu organisieren, weitere Kooperationen zu verstärken (z. B. Übernahme von qualifizierten Mitarbeitern durch ein anderes Unternehmen, wenn sie im ursprünglichen Unternehmen nicht mehr beschäftigt werden können oder wenn ihre Bewerbung auf einen ausgeschriebenen Arbeitsplatz nicht berücksichtigt werden konnte), Projekte zur Qualifizierung und Fachkräftesicherung sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu initiieren. So wurde bereits eine öffentliche Kindertagesstätte am Standort eröffnet und Kooperationen mit sieben Schulen im Bezirk aufgebaut, insbesondere um den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht zu fördern. Die Vermarktung des Netzwerkes erfolgt über eine eigene Webseite. perspektiven und handlungsempfehlungen Für größere Ansiedlungen stehen derzeit kaum freie Flächen zur Verfügung, lediglich begrenzte Büro- und Lager- flächen. Längerfristige Entwicklungspotenziale bestehen in der Qualifizierung und Ergänzung der vorhandenen Strukturen, wobei Wachstumschancen für ansässige Unternehmen und kleinere neue Betriebe mit Fertigungs-, Vertriebs- und Servicefunktionen bestehen. Die Infrastruktur des Standortes muss modernisiert werden. Dies betrifft nicht nur die bessere Erschließung des Gewerbegebietes. Auch die Verbesserung der Parkplatzsituation und die Optimierung des Verkehrsflusses z. B. durch die Erschließung von Ausweichmöglichkeiten für zu parkende LKWs - sind wichtige Projekte, die die Tätigkeit der Unternehmen erleichtern können. In die weitere Entwicklung des Standortes Motzener Straße ist auch die Umgebung und das Wohnumfeld einzubeziehen. Das betrifft insbesondere den Gleichklang von Ökonomie und Ökologie. Das Netzwerk selbst hat am Standort Initiativen und Projekte für eine höhere Energieeffizienz und einen besseren Klimaschutz angestoßen. Damit sich daraus nachhaltige Projekte mit Modellcharakter für andere Standorte in Berlin entwickeln können, müssen sie auch durch eine öffentliche Anschubfinanzierung gefördert werden. Um für die Unternehmen am Standort, auch künftig die benötigten Fachkräfte zu sichern, sind die begonnenen Kooperationsprojekte mit Schulen und Hochschulen fortzusetzen und auszubauen. Das betrifft auch das Instrument des Dualen Lernens, die Verbundausbildung und die Bereitstellung von Praktikantenplätzen für Schüler und Studierende. Bezirke autobahn 9 km zur BAB 100 hauptbahnhof 17 km S-Bahn Anschluss Tempelhof-Schöneberg ca. 112,5 ha / nur einzelne Parzellen Darstellung von gewerblichen Bauflächen größtenteils Sicherung als Industriefläche (GI), in Randbereichen als Gewerbefläche (GE) 14 km 30 31

17 InnOVaTIOnSSTanDORT DER ZuKunFT KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT / InnOVaTIOnSSTanDORT DER ZuKunFT Schönerlinder Straße / Buchholz nord Südring Auf der Fläche westlich der Schönerlinder Straße haben sich sechs Unternehmen angesiedelt. Das größte von ihnen ist das Logistikzentrum der Netto Marken Discount AG & Co. KG. Die Fläche östlich der Schönerlinder Straße ist kaum erschlossen und beherbergt 15 kleine und mittelständische Unternehmen. Direkt am Standort befinden sich keine Wissenschaftseinrichtungen. Kooperationspotenziale bieten sich vor allem zum Biotech-Campus Berlin-Buch, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. Dort befinden sich auch das Innovationsund Gründerzentrum (IGZ) Berlin-Buch sowie der BioTech Park Campus Berlin- Buch (BBB). Bislang sind keine Netzwerke am Standort vorhanden. Die Vermarktung der ansässigen Unternehmen erfolgt zum Teil über eigene Unternehmenswebseiten. Bezirk perspektiven und handlungsempfehlungen Das Gebiet befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Campus Berlin-Buch und hat somit das Potenzial, den Standort zu ergänzen. Die Flächen sind jedoch aufgrund ihrer Lage und ihres gewerblichen Charakters für Hightech-Firmen bislang wenig attraktiv. Diese Unternehmen präferieren Standorte mit einem wissenschaftlichen und klinischen Umfeld. Sie benötigen vorhandene Netzwerke und vielfältige Serviceangebote, um sich erfolgreich weiterzuentwickeln und das zunehmend internationale Klientel zu bedienen. Um zu prüfen, inwieweit das Gebiet Schönerlinder Straße als Ergänzung zum Biotech-Campus Berlin-Buch genutzt werden kann, ist in einem ersten Schritt ein Standortprofil mit lokalen Akteuren zu erarbeiten. Für den Standort muss möglichst kurzfristig Baurecht geschaffen werden. Nur wenn eine Angebotsplanung vorliegt, kann der Standort bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt Pankow ca. 260 ha / langfristig 260ha Darstellung von gewerblichen Bauflächen östlich der Schönerlinder Straße bestehen keine verbindlichen Festsetzungen; westlich der Schönerlinder Straße ist seit 1994 ein Bebauungsplan im Verfahren 36 km autobahn Direkte Anbindung zur BAB 10 hauptbahnhof 18 km Kein S- und U-Bahn Anschluss werden. Bislang müssen genau aus diesem Grund Investoren abgewiesen werden. Der Standort steht für klassische, moderne Industrie mit einem hohen Anteil an verarbeitendem Gewerbe. Schwerpunkte sind: Medizintechnik, Maschinenbau, Metallverarbeitende Industrie, Logistik und Ernährungsindustrie. Größere am Standort BIOTRONIK SE & Co. KG Carl Spaeter GmbH Druckhaus Schöneweide GmbH Fricopan Back GmbH Höhn Brot GmbH & Co. KG Kunzendorf Spedition GmbH PUK-WERKE KG Kunststoff-Stahlverarbeitung GmbH & Co. Remondis GmbH & Co. KG Siemens AG Derzeit bestehen kaum nennenswerte Unternehmen Bezirk und Wissenschaftseinrichtungen, meist aufgrund des hohen Personal- und Ressourcenaufwandes für die kleinen und mittleren Unternehmen. Zudem gibt es am Standort nur wenige Unternehmen, die über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung verfügen. Nur einzelne Unternehmen betreuen Abschlussarbeiten von Studierenden. Über den Gründer des Unternehmens, Prof. Max Schaldach, hat BIOTRONIK seine Wurzeln in der TU Berlin. Dieser studierte und lehrte an der TU. Parallel dazu entwickelte und produzierte er mit Partnern den ersten implantierbaren Herzschrittmacher. In Zusammenarbeit mit der Tu Berlin haben die PUK-WERKE einen Prüfstand entwickelt, auf dem die Produkte nach strengen Vorgaben getestet werden. Im Jahr 2008 hat sich im Rahmen des Programms Stadtumbau West das Unternehmensnetzwerk Neukölln-Südring gegründet. Ziel ist es, nachbarschaftliche Neukölln ca. 190 ha / kurzfristig nur noch einzelne Parzellen; langfristig ca. 60 ha südlich des bestehenden Gewerbegebietes Darstellung von gewerblichen Bauflächen teilweise Sicherung als Gewerbe- und Industrieflächen (GE und GI); noch keine verbindlichen Festsetzungen auf der südlichen Teilfläche zwischen Teltowkanal, A 113 und Späthstraße / Baumschulenstraße (derzeit Kleingartenanlage) 13 km autobahn Direkte Anbindung an die BAB 100 hauptbahnhof 11 km S- und U-Bahn Anschluss Grundstücke zum Teil mit Gleis- bzw. Wasseranschluss Beziehungen zu verbessern, ein kreatives Milieus innerhalb des Standorts zu schaffen und gemeinsame Anliegen (z.b. eine wirtschaftsnahe Infrastruktur) schneller und effektiver zu realisieren. Die Vermarktung des Unternehmensnetzwerkes Neukölln-Südring e.v. erfolgt über eine eigene Website. Eine Vermarktung des Gewerbegebietes Südring im Ganzen erfolgt bislang nicht. perspektiven und handlungsempfehlungen Für größere Ansiedlungen stehen derzeit kaum freie Flächen zur Verfügung. Längerfristige Entwicklungspotenziale bestehen jedoch auf der südlich an das bestehende Gewerbegebiet angrenzenden Kleingartenanlage. Die Fläche ist im bereits als gewerbliche Baufläche dargestellt, muss jedoch noch über entsprechende gesichert werden. Die Vernetzung der Unternehmen am Standort untereinander und 32 33

18 SÜDRInG STanDORT FÜR hochtechnologie mit anderen Akteuren muss weiter intensiviert werden. Die Vermarktung des Gewerbegebietes muss verbessert werden. Hier sind Bezirksverwaltung und Unternehmensservice in der Pflicht, gemeinsam mit den Unternehmern vor Ort Aktivitäten und Projekte zu starten. Mit Verlängerung der A100 erhält das Gewerbegebiet eine bessere Anbindung in Richtung Norden, der heutige provisorische Anschluss an die A100 in Richtung Westen wird aber nach aktuellem Planungsstand entfallen. Wenn eine Vollanschlussstelle an der Grenzallee mit einer Zu- und Abfahrt in und aus Richtung A 100 nicht umsetzbar ist, muss zumindest das Straßennetz den geänderten Routen angepasst werden. Um für Arbeitnehmer die Erreichbarkeit des Standortes mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erhöhen, müssen die Busfahrpläne dem Drei-Schicht- System in Unternehmen am Standort Rechnung tragen. Technologieregion Südost Auf dem traditionsreichen Industrieareal des heutigen Gewerbegebietes Schöneweide waren früher Industrie wie AEG, Kabelwerke Oberspree, Berliner Metallhüttenwerk und Samsung tätig. Heute befindet sich dort neben einigen Gewerbeansiedlungen das Technologie- und Gründerzentrum Spreeknie mit zahlreichen forschungsintensiven Unternehmen. In geringer Entfernung haben sich zudem zahlreiche technologieorientierte Unternehmen im Innovationspark Wuhlheide angesiedelt. Schwerpunkte sind: Umwelt- und Energietechnik, Optoelektronik und Mikrosystemtechnik, Informations- und Kommunikationstechnologien, Bio- und Medizintechnik. Größere am Standort CeWo Centrum für Wirtschaftsentwicklung und Weiterbildung FOR Life GmbH LACUFA GmbH Lacke und Farben Silicon Sensor AG Weitere standortprägende Admos Gleitlager GmbH BAE Batterien GmbH BOS Berlin Oberspree Sondermaschinenbau GmbH & Co. Engineering und Service KG Christian Dunkel GmbH Crystal GmbH Keshet Geschäftsführungs GmbH & Co. Rundfunk-Zentrum Berlin KG (Funkhaus Berlin Nalepastraße) Micro resist GmbH LEONI Fiber Optics GmbH PEBA Prüfinstitut für Baustoffe GmbH PROAUT TECHNOLOGY GmbH Stage Tec Entwicklungsgesellschaft für professionelle Audiotechnik mbh Bezirk Wissenschaftseinrichtungen Direkt am Standort befindet sich die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Die HTW Berlin, gegründet im Jahr 1994, ist eine vergleichsweise junge Institution. Mit fast Studierenden und 530 Beschäftigten zählt sie zu den mittelgroßen Hochschulen in Deutschland. Die fünf Fachbereiche der HTW Berlin bieten ein breites Fächerspektrum in den Bereichen Technik, Informatik, Wirtschaft, Kultur und Gestaltung. Es reicht von den klassischen Fachhochschul-Disziplinen Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Betriebswirtschaftslehre bis zu jüngeren, innovativen Ausbildungsangeboten wie Informationstechnik/Vernetzte Systeme, Construction and Real Estate Management oder Regenerative Energiesysteme. Treptow-Köpenick Schöneweide: ca. 74 ha / k.a. Innovationspark Wuhlheide: ca. 30 ha / ca. 6,7 ha sofort Darstellung des Spreeuferstreifens als gewerbliche und gemischte Bauflächen sowie als Wohn- und Grünflächen; Innovationspark Wuhlheide: gewerbliche Baufläche nur vereinzelt verbindliche Festsetzungen entlang des Uferstreifens; Innovationspark Wuhlheide: verbindliche Festsetzung bestehen nicht 10 km autobahn 3 km zur BAB 113 hauptbahnhof 16 km S-Bahn Anschluss Grundstücke zum Teil mit Gleis- bzw. Wasseranschluss 34 35

19 TEchnOlOGIEREGIOn SÜDOST KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT Die zahlreichen Forschungsprojekte der HTW Berlin zeichnen sich vor allem durch eine große Praxisnähe und einem meist starken regionalen Bezug aus. Die htw Berlin bietet ihr breites Spektrum an wissenschaftlichen Arbeiten der Wirtschaft zur Umsetzung in die Praxis an. Sie vermittelt auch Laborleistungen, bietet die Möglichkeit, Geräte zu nutzen und Gutachten zu erstellen. Hinzu kommen einige differenzierte Angebote zum Personaltransfer, der Weiterbildung und für Gründungsinteressierte. 23 Ein gutes Beispiel für die Transferbestrebungen der HTW bietet das gameslab. In diesem interdisziplinären Forschungszentrum für (Computer)Spiele werden Projekte gemeinsam mit Unternehmen bearbeitet. unmittelbar am Standort befindet sich das TGS Technologie- und Gründerzentrum Spreeknie. Es bietet neben günstigen Fertigungs-, Werkstatt-, Labor- und Büroflächen eine fachspezifische Begleitung in der Gründungsphase und im Unternehmensalltag. Themenschwerpunkte sind Informations-, Kommunikations-, Umwelt-, Solar-, Automatisierungs- und Lasertechnik Die BaE Batterien Gmbh kooperiert mit der HTW, um die eigene Werksentwicklung ökologisch und ökonomisch zu optimieren. Silicon Sensor International ag kooperiert mit der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht in dem Modellprojekt Nachhaltiges Wirtschaften in 23 vgl. Internetauftritt HTW Berlin Berliner Betrieben, in dem Schnittstellen zwischen bestehenden Qualitäts- und zukünftigen Umweltmanagementsystemen definiert werden. Ansässige Unternehmen unterstützen die lokal organisierte Bürgerplattform Menschen verändern ihren Kiez -Organizing Schöneweide 24 und erarbeiten gemeinsam Entwicklungsmöglichkeiten für den Standort. Der Innovationspark Wuhlheide und das Technologie- und Gründerzentrum Spreeknie werden als Technologieregion Südost gemeinsam vermarktet. Der Innovationspark Wuhlheide im Eigentum des Landes Berlin wird durch die Innovationspark Wuhlheide Managementgesellschaft mbh (IMG mbh) verwaltet und bewirtschaftet. Diese entwickelt und vermarktet den Standort, unterstützt die mehr als 150 meist technologieorientierten Unternehmen bei der Projektentwicklung. Das Campus-Management begleitet die Unternehmen in ihrer Entwicklung und fördert Kooperationen und Netzwerke. Die SEK Stadtentwicklungsgesellschaft für Berlin-Köpenick mbh vermarktet und betreibt das Technologie- und Gründerzentrum Spreeknie. Sie bietet Serviceleistungen wie Konferenzräume, Unternehmens- und Existenzgründerberatung, Marketing, allgemeine Dienstleistungen und Vernetzungsunterstützung an. 24 vgl. Internetauftritt Organizing Schöneweide perspektiven und handlungsempfehlungen Mit der Süd-Ost-Verbindung entsteht ab Frühjahr 2011 eine neue, vierstreifige Straßenverbindung zwischen der Rummelsburger Straße und der Buschkrugallee. Die Gewerbegebiete östlich der Spree erhalten damit einen schnellen Anschluss zur Autobahn A 113 und zum neuen BBI. Der erste Bauabschnitt Rummelsburger Straße Köpenicker Landstraße wird die Ortskerne von Nieder- und Oberschöneweide verkehrlich entlasten. Mit der Beauftragung und Umsetzung eines Verkehrskonzeptes mit integriertem ÖPNV- Masterplan sollen insbesondere die verbesserte Erreichbarkeit der Gewerbegebiete Tabbertstraße und des Funkhaus Areals gewährleistet werden. Die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze durch eine standortbezogene Wirtschaftsansiedelung soll in den nächsten Jahren durch das Regionalmanagement Schöneweide unterstützt werden. Dieses wird voraussichtlich im ersten Quartal 2011 beauftragt. Ziel ist es, das Profil von Schöneweide in den Branchen Kreativwirtschaft und Energietechnologie zu schärfen und insbesondere vorhandene Konzepte und Ideen der lokalen Wirtschaft und Bürgerplattform in konkrete branchenspezifische Firmenansiedelung umzusetzen. Teltowkanal Auf dem traditionsreichen Industriestandort findet sich ein großer Branchenmix mit einem hohen Anteil an verarbeitendem Gewerbe. Schwerpunkte sind: Medizintechnik, Mikrosystemtechnik, Verkehrstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Bauwesen und Optische Technologien. Größere am Standort aap Implantate AG Alcatel-Lucent Deutschland AG, Zweigniederlassung Berlin ArcelorMittal GmbH, Niederlassung Berlin Bär & Ollenroth KG Bahlsen GmbH & Co. KG Berliner Glas KgaA Herbert Kubatz GmbH & Co DEK Deutsche Extrakt Kaffee GmbH Deutsche Telekom Kundenservice GmbH Gilette Deutschland GmbH & Co. Kieback & Peter GmbH & Co. KG NextiraOne Deutschland GmbH Novapax Kunststofftechnik Steiner GmbH & Co. KG Pfennigs Feinkost GmbH PostCon Deutschland GmbH Stream International GmbH Thales Rail Signalling Solutions GmbH Voxpark GmbH Direkt am Standort befinden sich keine Wissenschaftseinrichtungen. Die zentrale Lage des Gewerbegebietes begünstigt jedoch Kooperationen mit allen großen Universitäten der Stadt. Das international aufgestellte Unternehmen Alcatel-Lucent unterhält mit einigen Wissenschaftseinrichtungen weltweit strategische Partnerschaften. Dazu gehört auch das Berliner Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, mit dem das Unternehmen gemeinsame Projekte Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Neukölln ca. 202 ha / k.a. durchführt, Zugang zu dessen Forschungsinfrastruktur hat und zeitweise Personal austauscht. Alcatel-Lucent kooperiert mit weiteren Berliner Wissenschaftseinrichtungen, insbesondere auf dem Gebiet Kommunikationsinfrastruktur und dem Betrieb des Digitalfunknetzes. Die Berliner Glas Kgaa arbeitet im Netzwerk OpTecBB e.v. mit. Gemeinsam mit zahlreichen Berliner Wissenschaftseinrichtungen u.a. die drei Universitäten Berlins, das Max-Born-Institut, das Ferdinand-Braun-Institut und einige Fraunhofer Institute, die ebenfalls Mitglied des Netzwerkes sind, - werden Wege zur Erschließung und Nutzung optischer Technologien gegangen. Direkt im Gewerbegebiet befindet sich das MINERVA Gründerzentrum im Ullsteinhaus mit den Schwerpunkten Mode und Design. Auch das nahe Innovations- und Gründerzentrum FOCUS Mediport bietet jungen Unternehmen und Existenzgründern, vor allem der Biound Medizintechnik, Platz. Darstellung von gewerblichen Bauflächen größtenteils Sicherung der Flächen als Industriefläche (GI), in Randbereichen als Gewerbefläche (GE) 18 km autobahn Direkte Anbindung zur BAB 100 hauptbahnhof 11 km S- und U-Bahn Anschluss 36 37

20 TElTOWKanal KlaSSISchER InDuSTRIESTanDORT Wilhelmsruh / Flottenstraße Bisher sind keine institutionalisierten Netzwerke am Standort vorhanden. Die Vermarktung der ansässigen Unternehmen erfolgt ausschließlich über eigene Webseiten. perspektiven und handlungsempfehlungen Für größere Ansiedlungen stehen derzeit kaum freie Flächen zur Verfügung. Längerfristige Entwicklungspotenziale bestehen deshalb vor allem in der Qualifizierung und Ergänzung der vorhandenen Strukturen. Auf dem traditionsreichen Industriestandort findet sich ein großer Branchenmix mit einem hohen Anteil an verarbeitendem Gewerbe. Schwerpunkte sind: Verkehrstechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Pharmazeutische Industrie. DSW Deutsch Schutz- und Wachdienst GmbH & Co. KG G-ELIT Präzisionswerkzeug GmbH GERB Schwingungsisolierungen GmbH & Co. KG Paul Guse GmbH Piepenbrock Sicherheit GmbH & Co. KG Direkt am Standort befinden sich keine Wissenschaftseinrichtungen. In unmittelbarer Nachbarschaft bieten jedoch die TU Berlin und die Beuth Hochschule für Technik Berlin Kooperationspotenziale (vgl. IT-Campus Charlottenburg und Am Borsigturm). Darüber hinaus befindet sich das Gründerzentrum Pankow GO Panke ohne explizite Schwerpunktsetzung in unmittelbarer Nähe. Einige am Standort kooperieren bereits mit Wissenschaftseinrichtungen in Berlin. Auf diese Weise ergänzen sie ihre eigene starke Forschungs- und Entwicklungskompetenz. So arbeitet ALSTOM Power Service GmbH eng mit der HTW und der TU bei Praktika, Diplomarbeiten und in Forschungsprojekten zusammen. Auch Stadler Pankow führte bereits Projekte mit dem Institut für Konstruktion, Mikround Medizintechnik der TU Berlin mit dem Ergebnis konkreter Produktinnovationen durch. Bisher sind keine institutionalisierten Netzwerke am Standort vorhanden. Die Vermarktung der Unternehmen erfolgt ausschließlich über eigene Webseiten. perspektiven und handlungsempfehlungen Für größere Ansiedlungen stehen derzeit kaum freie Flächen zur Verfügung. Längerfristige Entwicklungspotenziale bestehen deshalb vor allem in der Qualifizierung und Ergänzung der vorhandenen Strukturen. Größere am Standort Wilhelmsruh ALSTOM Power Service GmbH Stadler Pankow GmbH Flottenstraße ALBA Group plc & Co. KG Bartscherer & Co. Recycling GmbH Chemische Fabrik Tempelhof Preuß & Temmler GmbH & Co. KG CT Arzneimittel GmbH DHL Freight GmbH Bezirke n Pankow und Reinickendorf Wilhelmsruh: ca. 25 ha / k.a. Flottenstraße: ca. 91 ha / k.a. Darstellung von gewerblichen Bauflächen Wilhelmsruh: verbindlichen Festsetzungen bestehen nicht Flottenstraße: Festsetzung als Gewerbe- und Industriefläche (GE und GI) 38 km autobahn 4 km zur BAB 111 hauptbahnhof 7 km S- und U-Bahn Anschluss Wilhelmsruh verfügt über einen Gleisanschluss 38 39

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