2 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen

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1 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Die Ermittlung des Materialbedarfs bildet die Basis aller Aktivitäten im Rahmen der Materialwirtschaft. Der Bedarf ist die Quantität/Menge von Materialien bzw. Erzeugnissen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes an die verbrauchenden bzw. produzierenden Stellen des Unternehmens abgegeben wird. Der Bedarf wird ermittelt, um das Fertigungsprogramm, das auf festen Kundenaufträgen oder wahrscheinlichem Absatz von Materialien und Erzeugnissen basiert, mengen- und termingerecht zu erfüllen (Bichler 001, S. 84ff). Die Materialbedarfsarten können nach Ursprung und Erzeugnisebene in Primärbedarf, Sekundärbedarf und Tertiärbedarf unterteilt werden und unter Berücksichtigung des Zusatzbedarfes und der Lagerbestände in Bruttound Nettobedarf eingeteilt werden..1 Primär-, Sekundär- und Tertiärbedarf Abb..1. Zusammenstellung der Materialbedarfsarten (Pfohl 004, S. 103)

2 8 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Tabelle.1. Primärbedarf Sekundärbedarf Tertiärbedarf Primärbedarf Erzeugnisse, Gruppenteile, Ersatzteile und Waren Ergibt sich aus Absatzplan, Produktionsplan Kundenaufträgen Beispiele: PKW, Waschmaschine, Kleidung Sekundärbedarf Werkstoffe, Rohstoffe, Einzelteile und Baugruppen Notwendig zur Fertigung des Primärbedarfes Beispiele: Aluminium, Granulat, Bleche, Holz Tertiärbedarf Hilfs- und Betriebsstoffe und Verschleißwerkzeuge Beispiele: Öle, Schmierstoffe, Energie. Brutto- und Nettobedarf Der Sekundärbedarf wird aus der Multiplikation des Primärbedarfes mit den Erzeugnisbestandteilen aus den Stücklisten abgeleitet. Unter Berücksichtung des Zusatzbedarfes kann der Bruttobedarf ermittelt werden. Sekundärbedarf + Zusatzbedarf = Bruttobedarf Der Zusatzbedarf ist der ungeplante Bedarf, der zusätzlich benötigt wird, wie z.b. Mehrbedarf für Ausschuss, Schwund, Instandhaltung, Reparaturen, Versuchszwecke, Herstellung von Exoten. Der Zusatzbedarf wird häufig durch Statistiken ermittelt und dem Sekundärbedarf als prozentualer Zuschlag zugeschlagen. Tabelle.. Bruttobedarfsermittlung unter Berücksichtigung des Zusatzbedarfes Quartal ermittelter Sekundärbedarf Zusatzbedarf (10%) = Bruttobedarf Eine genaue Materialbedarfsermittlung ist erst durch die Berücksichtigung der Lagerbestände möglich. Daraus resultiert der Nettobedarf. Zur Ermittlung des Nettobedarfes werden die Lagerbestände und die offenen Mengen laufender Bestellungen vom Bruttobedarf abgezogen. Hinzugerechnet werden die reservierten Bestände aus Vormerkungen für bestehende Aufträge, die in Kürze vom Lager abgehen.

3 .3 Materialien und Betriebsmittel in der Materialwirtschaft 9 Bruttobedarf Lagerbestände Bestellbestände + Reservierte Bestände = Nettobedarf Letztlich ist der Nettobedarf der Beschaffungsbedarf für die Materialien, die programmorientiert disponiert werden (Oeldorf/Olfert 008, S. 130f)..3 Materialien und Betriebsmittel in der Materialwirtschaft Als Material (lat. Material) werden alle Gegenstände der Materialwirtschaft bezeichnet, die zur Herstellung von Gütern benötigt werden. Beispiele hierfür sind Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Handelswaren und Dienstleistungen (Härdler 1999, S. 85). Tabelle.3. Materialien und Betriebsmittel Rohstoffe (Erzeugnisstoffe) Hilfsstoffe Betriebsstoffe Zulieferteile Ersatzteile Handelswaren Fertigerzeugnisse (Enderzeugnisse) Halbzeuge sind unmittelbarer Hauptbestandteil des zu fertigenden Erzeugnisses (z.b. Aluminium, Kupfer, Granulat). gehen lediglich als Hilfsfunktion in das Endprodukt ein (z.b. Leim, Schrauben). werden im Produktionsprozess verbraucht, bilden also keinen Bestandteil des Fertigerzeugnisses (z.b. Energie, Wasser, Öl). werden von Lieferanten bezogen. werden eigens erstellt. Sie können auch Endprodukt sein (z.b. Auspuff, Motor, Schraube) werden dem Endprodukt unverarbeitet bereitgestellt. Sie können das Verkaufsprogramm ergänzen (z.b. Radios, Feuerlöscher bei PKW- Fertigung) sind vom Unternehmen hergestellte Endprodukte, Vorräte (z.b. PKW, Fernseher, Kleidung, Waschmaschinen) Sind vorgeformte Rohstoffe (z.b. Bleche, Kunststoffe, Baustähle, T-Träger).

4 30 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen.4 Grundbegriffe und Aufgaben des Materialbestandes Ziel der Bestandsführung ist die rechtzeitige und termingerechte Versorgung des Unternehmens mit Material. Der Bedarf muss errechnet werden, um festzulegen, welche Materialien für die Leistungserstellung des Betriebes bereitzustellen sind. Hierbei muss das richtige Material, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Menge und Qualität, am richtigen Ort und zu den optimalen Kosten bereitgestellt werden ( 6 r der Logistik ). Der Bedarf gibt jedoch keine Aussagen darüber, wie viel beschafft werden muss. Um Bestände planen zu können, müssen bestimmte Faktoren berücksichtigt werden..4.1 Fallbeispiel: Ermittlung des Materialbedarfes für Zahnräder Bedarf (B) in Stück Zugang (Z) in Stück Lagerbestand (AB B + Z) in Stück Anfangsbestand (AB) Auftrag 1 (von der Fertigung) Auftrag (von der Entwicklung) Zugang (vom Lieferanten I) Auftrag 3 (von der Werkstatt) Verschrottung (Abgang) Ausschuss (Abgang) Mindestbestand.400 Mindestbestellmenge (Losgröße: 500 Stück).000 Der Materialbedarf von.000 Stück ist zu Losen von Stück vom Einkauf über Rahmenverträge (z.b. Just-in-Time, Just-in-Sequence) oder als Einzelbestellung zu beschaffen..4. Sicherheitsbestand Der Sicherheitsbestand wird auch eiserner Bestand, Mindestbestand oder Reservebestand genannt und ist der Bestand an Material, der nicht zur Fertigung herangezogen wird (Ehrmann 008, S. 77ff). Bei Erreichen des Sicherheitsbestandes soll die neue Lieferung spätestens eingetroffen sein.

5 .4 Grundbegriffe und Aufgaben des Materialbestandes 31 Der Sicherheitsbestand basiert auf dem Durchschnittsverbrauch an Materialien innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Der Sicherheitsbestand kann von folgenden Faktoren abhängig sein: Trendprodukte (Inline-Skater), Saisonprodukte (Ski, Mähdrescher), Berechenbarkeit des Bedarfes (PKW, Waschmaschine, Ersatzteile), Lieferzeit, Lieferengpässe, strategische Produkte, A-Teile (hohe Kapitalbindung geringer Sicherheitsbestand), C-Teile (geringe Kapitalbindung hoher Sicherheitsbestand, der Wiederbeschaffungszeit (WBZ), geringe WBZ = geringer Sicherheitsbestand. Der Sicherheitsbestand kann 5 10% des durchschnittlichen Lagerbestandes betragen. Bei kurzen Lieferzeiten (Just-in-Time, Just-in-Sequence) kann er aber auch nur 1 Tage oder 4 8 Stunden betragen (z.b. bei der Sitzfertigung für PKW). Die Ermittlung des Sicherheitsbestandes (SB) erfolgt häufig mit Hilfe grober Näherungsrechnungen: SB = Verbrauch pro Periode x WBZ SB = 10 0% des Lagerbestandes (je nach ABC-Artikel) (.1) Beispiel: V M = durchschnittl. Verbrauch pro Monat: Wiederbeschaffungszeit für V M : 70% der Bestände 0,3 Monate Monat Lagerendbestand pro Monat V M (70% der Lagerbestände ) Sicherheitsbestand (V M x WBZ) Januar ,7 = ,3 = 105 Februar ,7 = ,3 = 16 März ,7 = ,3 = Gesamtverbrauch der 3 Monate: Stück Verbrauch pro Monat: Stück : 3 = 600 Stück Sicherheitsbestand: 40 0,3 Monate (WBZ) = 16 Stück Bei C-Artikel ergibt sich ein Sicherheitsbestand von z.b.: 0% 600 = 10 Stück.

6 3 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Zusätzlich wird oft auch der Sicherheitskoeffizient angegeben: Sicherheitsbestand (1) SK 100 durchschnittlicher Lagerbestand bzw. Sicherheitsbestand () SK 100 Höchstbestand (.).4.3 Meldebestand und Bestellpunkt Der Meldebestand (Bestellpunkt) ist der Bestand, bei dessen Unterschreiten eine Bestellung ausgelöst wird. Spätestens wenn der Verbrauch den Sicherheitsbestand erreicht hat, soll das bestellte Material eintreffen. Um das zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Festlegung der Bestellpunkte (Schulte G 001, S. 177ff). Fester Bestellpunkt: Er wird über einen längeren Zeitraum festgelegt. Gleitender Bestellpunkt: Er passt sich Änderungen an, wobei die mathematische Ermittlung mit Hilfe der EDV erfolgt. Der Zeitpunkt der Bestellung muss so rechtzeitig sein, dass der Sicherheitsbestand nach Möglichkeit nicht genutzt wird (Oeldorf/Olfert 008, S. 186). Die Festlegung kann abhängig sein von Trends (Sportartikel), Saisonprodukten (Gartenmöbel) oder der Berechenbarkeit. Jeder Betrieb bzw. jede Branche legt hier verschiedene Formeln zur Errechnung fest. (1) BM = Verbrauch je Periode Lieferzeit + Sicherheitsbestand () BM = x Sicherheitsbestand (3) BM = Mindestbestellmenge + Sicherheitsbestand (.3) Beispiel: Monatsendwerte der Lagerbestände Dezember 008: 600 Stück März 009: 540 Stück Januar 009: 635 Stück April 009: 590 Stück Februar 009: 600 Stück Verbrauch: 0 % Beschaffungsdauer: 1,5 Monate Mindestbestellmenge: 100 Stück

7 .4 Grundbegriffe und Aufgaben des Materialbestandes 33 Monat Verbrauch Beschaffungsdauer Sicherheitsbestand Meldebestand. Formel Meldebestand 3. Formel Dezember 10 1, Januar 17 1, Februar 10 1, März 108 1, April 118 1, Nach der zweiten Formel beträgt der Meldebestand für Dezember: 180 = 360. Bei Anwendung der dritten Formel ergibt sich für Dezember ein Meldebestand von: = 80 Errechnung der Werte für die obige Tabelle: 10 Stück (Verbrauch) 1,5 Monate = 180 Stück (Sicherheitsbestand) In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die durchschnittliche Lagerdauer (Umschlagdauer) zu kennen, da sie einen Hinweis auf die Bestellhäufigkeit gibt. durchschnittlicher Lagerbestand () DLD 360 (Tage) (.4) Jahresverbrauch Ferner berechnet man häufig die Reichweite, um die Notwendigkeit einer Bestellung zu erkennen: Lagerbestand am Stichtag (1) RW ( T / Wo. / Mon.) durchschnittl. Verbrauch pro T/Wo./Mon. bzw. Lagerbestand offene Bestellungen () SK (T/Wo./Mon.) geplanter Verbrauch pro T/Wo./Mon. (.5) Eine weitere Verbrauchskennzahl liefert die Umschlagshäufigkeit eines Lagers: (1) UH bzw. Verbrauch in der Periode durchschnittlicher Lagerbestand (.6)

8 34 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen () SK 360(40) Tage durchschnittliche Lagerdauer in Tagen.4.4 Höchstbestand Maximalbestand Der Höchstbestand (maximaler Bestand) gibt an, welche Materialmenge maximal am Lager vorhanden sein darf. Ziel ist es, einen überhöhten Lagerbestand und dementsprechend eine zu hohe Kapitalbindung am Lager zu vermeiden (Ehrmann 008, S. 76ff)..4.5 Wiederbeschaffungszeit Folgende Einflussfaktoren sind für den Zeitraum der Wiederbeschaffung bzw. der Eigenerstellung zu berücksichtigen: Beschaffungsvorbereitung, Produktionszeit beim Lieferanten, Qualitätskontrolle, Risikozuschlag, Lieferzeit (inkl. Transportzeit), Materialentnahme. Abb... Der Materialbestand (Oeldorf/Olfert 008, S. 186) Abbildung. zeigt den Höchstbestand (maximaler Lagerbestand, der die maximale Kapitalbindung im Lager verursacht), den Melde-, Sicher-

9 .4 Grundbegriffe und Aufgaben des Materialbestandes 35 heitsbestand und die Wiederbeschaffungszeit. Dabei wird von gleichmäßigem Verbrauch ausgegangen und es gilt: 1. Die Wiederbeschaffungszeit ist die Zeitdauer zwischen der Bestellauslösung und dem Zeitpunkt der Verfügbarkeit des bestellten Materials im Lager. Sie setzt sich zusammen aus Bestellabwicklung im Einkauf (z.b. 3 Tage), Produktionszeit beim Lieferanten (z.b. 0 Tage), Transportzeit (z.b. 1 Tag), Risikozuschlag (z.b. 1 Tag), Qualitätsprüfung und Einlagerung (z.b. 1 Tag), insgesamt: 6 Tagen.. Die Vorhersagespanne ist die Länge des Zeitintervalls, für das eine Bedarfsvorhersage gemacht wird. Die Bedarfsvorhersage geht vom geschätzten Durchschnittsverbrauch in einer Periode aus..4.6 Fehlmengenkosten und Lieferbereitschaftsgrad a) Fehlmengenkosten Die Fehlmengenkosten sind Kosten, die durch eine fehlende Lieferbereitschaft entstehen. Fehlmengenkosten sind abhängig vom Lieferbereitschaftsgrad. Bei einem hohen Lieferbereitschaftsgrad (z.b. 98%) entstehen geringe Fehlmengenkosten. Gründe für Fehlmengen bzw. Fehlmengenkosten: späte Lieferung des Lieferanten, späte Bestellung durch Einkauf, schlechte Qualität, beschädigte Ware, falsche Ware geliefert. Fehlmengen können für das Unternehmen folgende Auswirkungen haben: Produktionsstillstand, Umsatzverlust, zeit- und kostenaufwendige Nacharbeit und Nachlieferung, Vertragsstrafe, schlechtes Image, Auftragsstornierungen. b) Lieferbereitschaftsgrad Der Lieferbereitschaftsgrad bezeichnet die Fähigkeit, jederzeit alle Bedarfsanforderungen erfüllen zu können. Der Lieferbereitschaftsgrad wird errechnet aus (Oeldorf/Olfert 008, S. 18):

10 36 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Beispiel: Anzahlsofort bedienter Bedarfspositionen LB 100 (.7) Anzahl aller Bedarfspositionen Wenn 180 von 10 Bedarfspositionen sofort bedient werden sollen, ergibt 180 sich ein Lieferbereitschaftsgrad von ,71%. 10 Ein Sicherheitsbestand, der alle Bedarfsanforderungen zu 100% erfüllt, kann einen hohen Lagerbestand und damit eine hohe Kapitalbindung mit sich ziehen. Ab einem Lieferbereitschaftsgrad von 85% können die Lagerkosten überproportional zunehmen. Gewünscht ist ein Lieferbereitschaftsgrad von 98 99% vom Zentrallager oder von nachgeordneten Lagern aus. Abb..3. Lieferbereitschaftsgrad in Abhängigkeit der Lagerhaltungskosten (Oeldorf/Olfert 008, S. 18).4.7 Errechnung der Kapitalbindung Die Kapitalbindung im Unternehmen findet z.b. im Lager statt. Die Waren im Unternehmen bzw. im Lager werden meist fremdfinanziert, das heißt auf Bankkredit finanziert. Die Kapitalbindung ist also der Fremdkapital-

11 .5 Bedarfsermittlung 37 zins, der vom Unternehmen jeden Monat an die Bank bezahlt werden muss. Folgendes Beispiel veranschaulicht dies: Lageranfangsbestand: 1,5 Mio. Euro Lagerendbestand:,5 Mio. Euro Durchschnittlicher Lagerbestand: Mio. Euro 1,5 Mio. +,5 Mio. = 4 Mio. Euro 4 Mio. : = Mio. Euro Kapital wird fremdfinanziert: Zinssatz 8 % pro Jahr 8 % von Mio. = Euro pro Jahr Zinszahlung (Kapitalbindung) Euro pro Jahr : 1 Monate = ,33 Euro pro Monat (Kapitalbindung).5 Bedarfsermittlung Ziel und Aufgabe der Bedarfsprognose ist es, den Bedarf der Materialien so vorherzusagen, dass diese für die Produktion oder den direkten Verkauf als Handelsteil termin- und mengengerecht zur Verfügung stehen. Voraussetzung hierfür ist die ordnungsgemäße Ermittlung der Ausgangsmaterialien, Teile, Baugruppen sowie die genaue Festlegung des Vorhersagezeitraumes, richtige Bedarfsvorhersage und Bedarfsrechnung (Kluck 008, S. 71ff). Es kann unterschieden werden zwischen programmorientierter Bedarfsermittlung, verbrauchsorientierter Bedarfsermittlung, subjektiver Bedarfsschätzung. Alle drei Arten sind in der Praxis meist nebeneinander üblich (Grunwald 1991, S. 158ff), wie in Abb..4 und Tabelle.4 dargestellt. Die Materialplanung und Bestandsrechnung auf der Basis der Bedarfsermittlung und Bedarfsschätzung ist von verschiedenen Faktoren abhängig wie Bedarfsmenge pro Zeiteinheit, Bedarfsschwankungen, Bestellrhythmen, Just-in-Time, Just-in-Sequence, vorhandene Lagerbestände, Engpässe, offene Bestellungen, Sicherheitsbestände, Lieferzeit.

12 38 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Abb..4. Methoden der Bedarfsermittlung (Pfohl 004, S. 104) Tabelle.4. Methoden der Bedarfsermittlung Programmorientierte Bedarfsermittlung Anhand von Stücklistenauflösungen bei prognostizierbarem Bedarf oder festen Kundenaufträgen anwendbar. Verbrauchsorientierte Bedarfsermittlung Anhand von Vergangenheitswerten bei Bedarfsund Verbrauchsschwankungen, Trend, Saison oder unregelmäßigem Verbrauch anwendbar. Subjektive Bedarfsschätzung Bei schwierig planbarem Verbrauch oder unregelmäßiger Nachfrage anwendbar (z.b. bei Spezialteilen, Exoten). Bestellmengenplanung Grundlagen für die Bestellmengenplanung sind die Ergebnisse der Bedarfsplanung. Sie wird auf der Basis von Optimierungsberechnungen durchgeführt. Die kostenoptimale Bestellmenge muss dabei einen bestmöglichen Ausgleich finden zwischen Beschaffungskosten, Bedarfsschätzung, Fehlmengenkosten, mittelbaren Beschaffungskosten und Lagerkosten (Grunwald 1991, S. 18ff). Weiter müssen in der Bestellmengen-

13 .5 Bedarfsermittlung 39 planung die Höhe der Lagerbestände und der Verbrauch berücksichtigt werden. Bezüglich der Optimierung der Bestellmengenplanung spielen auch die Festlegung der richtigen Breite und Tiefe des Materialsortiments und die Zusammenarbeit mit Konstruktion und Fertigung eine wesentliche Rolle (Ehrmann 005, S. 400ff). Ist die bestellte Menge sehr gering, hat das Unternehmen geringe Kapitalbindungs- und Lagerhaltungskosten, aber es muss öfter bestellt werden. Dies verursacht erhöhte Bestellkosten..5.1 Programmorientierte Bedarfsermittlung Die programmorientierte Bedarfsermittlung orientiert sich am geplanten Produktionsprogramm bzw. an den vorliegenden Kundenaufträgen (auftragsgesteuerte Disposition). Aus dem Produktionsprogramm (z.b. Fertigung von PKW pro Periode) wird die Bedarfsplanung abgeleitet. Mit Hilfe der verschiedenen Stücklisten und Verwendungsnachweise werden exakte Bedarfsmengen und Bedarfstermine (deterministische Bedarfsprognose) ermittelt. Anschließend können die verschiedenen Arten der Bestellmengenplanung angewandt werden, Voraussetzung hierfür ist eine genaue Kenntnis des Lagerbestandes (Kluck 008, S. 77ff). Bei der programmorientierten Bedarfsermittlung kann aufgrund der höheren Planungssicherheit mit einem geringeren Sicherheitsbestand als bei der verbrauchsorientierten Bedarfsermittlung gearbeitet werden. Die Grundlagen der programmorientierten Bedarfsermittlung sind die Lagerund Kundenaufträge Lager- und Kundenaufträge a) Lageraufträge Bei einem anonymen Markt wird aufgrund von Lageraufträgen produziert, d.h. es liegen keine festen Kundenaufträge vor. Man geht dabei von den Absätzen des letzten Jahres aus und addiert etwaige Absatzsteigerungen (z.b. Handys, PCs, Fernseher). Grundlage des Fertigungsprogramms sind die voraussichtlich am Markt abzusetzenden Mengen unter Einhaltung der fertigungswirtschaftlichen Möglichkeiten (Kapazität, Personal, Maschinen, Rohstoffe). Der Bedarf für eine bestimmte Periode, d.h. die Nachfrage des Marktes, ist als Primärbedarf zu prognostizieren. Aus diesem Primärbedarf wird das Fertigungsprogramm abgeleitet (Glaser et al. 199, S. 53ff).

14 40 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Tabelle.5 zeigt ein Fertigungsprogramm (Primärbedarf/Fertigerzeugnisse) im Unternehmen für das erste Quartal 003. Tabelle.5. Fertigungsprogramm Artikel Bezeichnung Mengen Zeitraum Handys F PCs CP Fernseher S Mit Hilfe der Stücklistenauflösung wird der sich aus dem Fertigungsprogramm ergebende Sekundärbedarf (z.b. Gehäuse, Rohstoffe) bestimmt. Abb..5. Erzeugnisstruktur des Stahlrohrtisches 1001 (Glaser/Geiger/Rhode 199, S. 13)

15 .5 Bedarfsermittlung 41 b) Kundenaufträge Das Produktionsprogramm wird auf die direkt vom Kunden beauftragte Menge ausgelegt. Es können jedoch Vorleistungen (Baugruppen, Plattformstrategie, Modulbauweise) für die Enderzeugnisse in Serien oder Massenfertigung erstellt werden. Es werden hierbei oft spezielle Materialien und Teile verwendet. Bei begehrten Produkten oder langfristigen Investitionsentscheidungen wird aufgrund von Kundenaufträgen produziert (z.b. Flugzeuge, Schiffe). Durch die Modulbauweise und Plattformstrategien verbunden mit kurzen Lieferzeiten, versuchten die Unternehmen immer mehr von den kapitalintensiven Lageraufträgen zu den umsatzsicheren Kundenaufträgen zu wechseln. Viele PKW-Modelle, Maschinen und Anlagen werden nur noch nach Kundenaufträgen individuell innerhalb der Plattformstrategie gefertigt. Abbildung.5 und.6 zeigen die Komponenten eines Stahlrohrtisches. Abb..6. Komponenten des Stahlrohrtisches 1001 (Glaser/Geiger/Rhode 199, S. 13).5.1. Stücklistenerstellung (analytische Bedarfsauflösung) Die kundenbezogene Fertigung erfolgt oft durch Handwerksbetriebe oder Mittelbetriebe in Einzel-, Kleinserien- oder Variantenfertigung.

16 4 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Die Stückliste (analytische Bedarfsauflösung) stellt ein Verzeichnis der Rohstoffe, Teile und Baugruppen eines Erzeugnisses dar. Sie gibt Auskunft über den qualitativen und quantitativen Aufbau des Erzeugnisses. Ausgangspunkt für die einzelnen Stücklisten ist die Gesamtstückliste (Zusammenstellung aller Bestandteile eines Erzeugnisses ohne Ordnung nach bestimmten Merkmalen). Aus ihr werden Stücklisten für spezielle Zwecken abgeleitet (Oeldorf/Olfert 008, S. 133ff). Tabelle.6. Arten von Stücklisten Dispositionsstückliste Mengenstückliste, in der nach Eigenfertigung und Fremdbezug unterschieden wird. Jedes Teil wird auf der Stufe aufgeführt, wo es erstmalig auftritt. Konstruktionsstückliste Stückliste mit relevanten technischen Daten. Ersatzteilstückliste Für die Wartung und Reparatur der Erzeugnisse bestimmt. Mengenstückliste Zusammenstellung der Bestandteile eines Produktes, für die quantitative Dokumentation bestimmt. Strukturstückliste Zeigt in welcher Fertigungsstufe eine Baugruppe oder ein Einzelteil verwendet wird. Baukastenstückliste Enthält Baugruppen einer Fertigungsstufe, die direkt in die übergeordnete Baugruppe eingehen. Variantenstückliste Sie beschreibt mehrere sich nur geringfügig unterscheidende Erzeugnisse. Tabelle.7 zeigt eine Mengenübersichtsstückliste. Tabelle.7. Mengenübersichtsstückliste des Stahlrohrtisches 1001 TNR (BG): 1001 TB (BG): Stahlrohrtisch 70 x 140, Holzplatte, Verstärkungsstreben Positionsnummer TNR (KOMP) TB (KOMP) Menge Holzplatte Querrohr Längsrohr Verstärkungsstrebe Tischbein Lasche Fuß- Stöpsel Schraube Gestell Seitengestell Querverbindung Längsverbindung

17 .5 Bedarfsermittlung Verwendungsnachweise (synthetische Bedarfsauflösung) Die synthetische Bedarfsauflösung basiert auf den Teileverwendungsnachweisen. Bei den Verwendungsnachweisen wird festgestellt, in welchen Erzeugnissen die einzelnen Bestandteile enthalten sind. Sie finden Anwendung bei Teileänderungen (Modifikation), Preiserhöhungen, Lieferengpässen und Lieferverträgen. Es werden die in Abb..7 dargestellten Arten von Verwendungsnachweisen unterschieden: Abb..7. Arten von Verwendungsnachweisen (Schulte G 001, S. 18)

18 44 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Mengenverwendungsnachweis Strukturverwendungsnachweis Baukastenverwendungsnachweis Nur mengenmäßige Verwendung aufgezeigt, keine Fertigungsstruktur. Gesamte Struktur wird aufgezeigt. Lediglich die übergeordneten Komponenten werden aufgezeigt. Stücklisten und Verwendungsnachweise können folgende Informationen enthalten: Basisdaten Sachnummer, Benennung, Maßeinheit des Materials, Technische Daten, Gewicht, Konstruktionsdaten (Ehrmann 008, S. 60ff). Beispiel: Aus folgenden Stücklisten ergeben sich die Verwendungsnachweise: E 1 E E 3 E 4 Bezeichnunnunnunnung Menge Bezeich- Menge Bezeich- Menge Bezeich- Menge T 1 T T 3 T T T 4 T T 1 T T 4 T T 1 T 1 T 1 T T 3 T 4 T 5 Be- Menge Be- Menge Be- Menge Be- Menge Be- Menge zeich- nung zeich- nung zeich- nung zeich- nung zeich- nung E 1 E 3 E E 1 E E 3 E E 1 E 1 E E 3 Abb..8. Verwendungsnachweis (Oeldorf/Olfert 008, S. 139) E E Verfahren der analytischen Bedarfsauflösung Bei der analytischen Bedarfsauflösung werden die Baukastenstücklisten und Strukturstücklisten zur Ermittlung des Nettobedarfes verwendet. Dabei lassen sich verschiedene Verfahren unterscheiden: Fertigungsstufenverfahren, Dispositionsstufenverfahren, Renettingverfahren. 3

19 .5 Bedarfsermittlung 45 a) Fertigungsstufen-Verfahren Beim Fertigungsstufen-Verfahren (Baustufenverfahren) werden die Teile der Erzeugnisse in der Reihenfolge der Fertigungsstufen aufgelöst. Das Fertigungsstufenverfahren ist nur anwendbar, wenn in den Erzeugnissen keine Teile enthalten sind, die auf verschiedenen Stufen (und damit mehrfach) vorkommen. b) Dispositionsstufen-Verfahren Das Dispositionsstufen-Verfahren wird angewendet, wenn einzelne Teile in mehreren Erzeugnissen und/oder verschiedenen Fertigungsstufen vorkommen. Damit jedes Teil nur einmal aufgelöst werden muss, werden alle gleichen Teile auf die unterste Verwendungsstufe (Dispositionsstufe) heruntergezogen. Abb..9 Stücklistenauflösung nach Fertigungsstufen-Verfahren (In Anlehnung an Oeldorf/Olfert 008, S. 146) Eine nach dem Fertigungsstufen-Verfahren angeordnete Stückliste (Abb..9.) wird zum Dispositionsstufen-Verfahren (Abb..10) aufgelöst, da in der Stückliste Erzeugnisse (T1 u. G) auf mehreren Stufen existieren. Im Folgenden wird das Dispositionsstufen-Verfahren anhand eines Fallbeispiels verdeutlicht. Ein Primärbedarf von E1 pro Periode wird wie folgt angenommen: P4: 0 Stk.; P5: 5 Stk.; P6: 30 Stk.

20 46 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Abb..10. Stücklistenauflösung nach Dispositionsstufen-Verfahren (In Anlehnung an Oeldorf/Olfert 008, S. 147) Es wird eine Vorlaufverschiebung zur Fertigung/Beschaffung der Stücklistenkomponenten von einer Periode angenommen. Die Stücklistenauflösung nach dem Dispositionsstufen-Verfahren gibt die Abb..10 vor. Der Sekundärbedarf soll pro Periode und Stufe ermittelt werden. Tabelle.8. Fallbeispiel Auflösung nach dem Dispositionsstufen-Verfahren (In Anlehnung an Oeldorf/Olfert 008, S. 147) Stufe Periodenbedarf P1 P P3 P4 P5 P6 0 Primärbedarf E Sekundärbedarf G Vorlaufverschiebung Sekundärbedarf G Vorlaufverschiebung Sekundärbedarf T Vorlaufverschiebung Sekundärbedarf T Vorlaufverschiebung Sekundärbedarf T Vorlaufverschiebung

21 .5 Bedarfsermittlung 47 Sekundärbedarf G1 (Stufe 1): Abgeleitet aus dem Primärbedarf für E1 ergibt sich für den Sekundärbedarf G1 (E1 = x G1): P4: x 0 = 40; P5: x 5 = 50; P6: x 30 = 60 Aufgrund der Vorlaufzeit wird der Bedarf um eine Periode nach vorne verschoben: P3: 40; P4: 50; P5: 60. Sekundärbedarf G (Stufe ): Abgeleitet aus dem Primärbedarf für E1 ergibt sich für den Sekundärbedarf G (E1 = 1 x G): P3: 1 x 0 = 0; P4: 1 x 5 = 5; P5: 1 x 30 = 30 Abgeleitet aus dem Sekundärbedarf G1 ergibt sich für den Sekundärbedarf G (G1 = x G): P3: x 40 = 80; P4: x 50 = 100; P5: x 60 = 10 In Summe und unter Einbeziehung der Vorlaufzeit ergibt sich ein Bedarf pro Periode von P: 100; P3: 15; P4: 150. Sekundärbedarf T1 (Stufe ): Abgeleitet aus dem Primärbedarf für E1 ergibt sich für den Sekundärbedarf T1 (E1 = 5 x T1): P3: 5 x 0 = 100; P4: 5 x 5 = 15; P5: 5 x 30 = 150 Abgeleitet aus dem Sekundärbedarf G1 ergibt sich für den Sekundärbedarf T1 (G1 = 3 x T1): P3: 3 x 40 = 10; P4: 3 x 50 = 150; P5: 3 x 60 = 180 In Summe und unter Einbeziehung der Vorlaufzeit ergibt sich ein Bedarf pro Periode von: P: 0; P3: 75; P4: 330. Sekundärbedarf T3 (Stufe 3): Abgeleitet aus der Summe des Sekundärbedarfes G ergibt sich für den Sekundärbedarf T3 (G = x T3): P: x 100 = 00; P3: x 15 = 50; P4: x 150 = 300 Unter Einbeziehung der Vorlaufzeit ergibt sich ein Bedarf pro Periode von: P1: 00; P: 50; P3: 300. Sekundärbedarf T4 (Stufe 3): Abgeleitet aus der Summe des Sekundärbedarfes G ergibt sich für den Sekundärbedarf T4 (G = 3 x T4): P: 3 x 100 = 300; P3: 3 x 15 = 375; P4: 3 x 150 = 450

22 48 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Unter Einbeziehung der Vorlaufzeit ergibt sich ein Bedarf pro Periode von: P1: 300; P: 375; P3: 450. c) Renettingverfahren Dieses Verfahren ist, im Gegensatz zum Fertigungsstufenverfahren, in der Lage, eine Mehrfachverwendung in verschiedenen Fertigungsebenen und Erzeugnissen zu berücksichtigen (Härdler 1999, S. 96). Die Bedarfsermittlung für ein Teil, das in mehreren Erzeugnissen vorhanden ist und/oder mehrfach auf verschiedenen Ebenen vorkommt, muss beim Renetting (engl.: netto, einnehmen) entsprechend oft erfolgen. Dabei ist der jeweils bis dahin entstandene Bedarf zu berücksichtigen. Das Verfahren hat in der Praxis keine große Bedeutung (Oeldorf/Olfert 008, S. 146ff)..5. Verbrauchsorientierte Bedarfsermittlung Die verbrauchsorientierte Ermittlung des Materialbedarfs wird aufgrund von Vergangenheitswerten prognostiziert. Sie kommt insbesondere zur Anwendung bei: Gütern des Tertiärbedarfes (Hilfs- und Betriebsstoffe, C-Güter), wenn deterministische Methoden nicht anwendbar sind (Ersatzteilbedarf, ungeplante Entnahmen), ungeplantem Ausschuss, deterministischen Methoden, wenn sie unwirtschaftlich sind (Einzelfertigung) (Oeldorf/Olfert 008, S. 154ff). Voraussetzungen an Vorhersagezeiträume Die verbrauchsorientierte Bedarfsermittlung beruht auf Vorhersagen. Sie ist um so schwieriger zu erstellen, je weiter sie in die Zukunft reicht. Sie soll dennoch einen angemessen Zeitraum überbrücken. Aus diesem Grund sind von Bedeutung: Anzahl der Vergangenheitsdaten, die Beschaffungszeit der Materialien (Beschaffungszeitraum und Vorhersagezeitraum), zukünftige Kundenwünsche, Wettbewerbssituation (Marktstellung). Für die mathematisch-statistische Ermittlungsmethode ist eine gewisse Bedarfskontinuität erforderlich (Probleme bei sporadischem und stark schwankendem Bedarf).

23 .5 Bedarfsermittlung 49 Es lassen sich folgende Arten von Bedarfsverläufen unterscheiden: sporadisch schwer planbar, Bedarf unregelmäßig, stark schwankend schwer planbar, Bedarf unregelmäßig, konstant Bedarf regelmäßig, gut planbar, trendbeeinflusster Verlauf bei gleichmäßiger Steigerung planbar (z.b. Inline-Skater), saisonabhängig planbar; Winter/Sommer (z.b. Kleidung/ Erntemaschinen) Verbrauchsorientierte Bestandsergänzung Der operative Einkauf muss in Verbindung mit der Materialdisposition die Materialien so rechtzeitig bereitstellen, dass der Sicherheitsbestand nicht angegriffen wird. Die Vorhersagespanne und die Wiederbeschaffungszeit sind dabei wichtige Kriterien. Die Anwendung erfolgt vor allem dort, wo ein regelmäßiger Verbrauch an Hilfs- und Betriebsstoffen und an relativ geringwertigen Materialien vorliegt, sowie bei der Auffüllung des Grundbestandes, z.b. Silos oder Tanks. verbrauchsorientierte Bestandsergänzung Bestellungen werden in gleichbleibenden Zeitabständen (T) ausgelöst. Es wird entweder immer die gleiche Menge bestellt, oder es wird ein Höchstbestand festgelegt, den das Lager bei Eintreffen der neuen Lieferung erreichen soll. Eine Kontrolle des Lagerbestandes zum Bestellzeitpunkt erfolgt nur im Bestellrhythmussystem mit Höchstbestand. Die Bestellmenge wird hier als Differenz zwischen Lagerbestand zum Zeitpunkt der Überprüfung und dem gewünschten Höchstbestand bestimmt (Arnolds 001, S. 107ff). Es fallen geringere Tätigkeiten für die Überwachung und Kontrolle als beim Bestellpunktverfahren an, es können aber erhöhte Fehlmengen auftreten. Bestellrhythmusverfahren Bestellpunktverfahren Abb..11. Verfahren der verbrauchsorientierten Bestandsergänzung a) Bestellrhythmusverfahren

24 50 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Abb..1. Bestellrhythmusverfahren mit gleichen Bestellmengen (Fortmann/ Kallweit 007, S. 80) b) Bestellpunktverfahren Eine Bestellung wird dann ausgelöst, wenn der Lagerbestand eine zuvor festgelegte Höhe, die als Meldebestand oder Bestellpunkt bezeichnet wird, erreicht oder unterschritten hat. Bei unregelmäßigem Lagerverbrauch sind die Zeiträume zwischen zwei Bestellungen (im Unterschied zum Bestellrhythmussystem) unterschiedlich lang. Das Bestellpunktverfahren erfordert eine kontinuierliche Lagerverbrauchs(Lagerabgangs-)kontrolle, um ständig über den Lagerbestand informiert zu sein. Abb..13. Bestellpunktverfahren mit gleichen Bestellmengen (Fortmann/Kallweit 007, S. 81)

25 .5 Bedarfsermittlung 51 Es hat den Vorteil, dass sich die Zeiträume zwischen den Bestellungen einer Veränderung des Lagerabgangs anpassen (Fortmann/Kallweit 007, S. 80ff). Die regelmäßige Lagerverbrauchskontrolle erfordert einen höheren Kontroll(Verwaltungs-)aufwand, es entstehen aber geringere Fehlmengenkosten, da eine ständige Kontrolle der Lagerbewegungen stattfindet..5.. Stochastische Methoden Der Begriff Stochastik bezeichnet ein Teilgebiet der Statistik, das sich mit der Analyse zufallsbedingter Ereignisse und deren Wert für statistische Untersuchungen befasst. Die stochastischen Verfahren zur Bedarfsvorhersage unterstellen einen Zusammenhang zwischen dem Verbrauch in der Vergangenheit und dem Bedarf in zukünftigen Perioden. Grundlage der stochastischen Methoden sind effektive Verbrauchsdaten aus der Vergangenheit (Schulte G 001, S. 17ff). Stochastische Methoden Mittelwertbildung Exponentielle Glättung Regressionsanalyse Einen Überblick über die Eignung der verschieden stochastischen Methoden in Bezug auf verschiedene Bedarfverläufe bietet Abb..14. a) Mittelwertbildung Die Methoden zur Ermittlung des Mittelwertes sind für eine Bedarfsvorhersage geeignet, wenn der Bedarfsverlauf der Materialien konstant ist. Es lassen sich drei Möglichkeiten der Mittelwertbildung unterscheiden: arithmetischer Mittelwert, gleitender Mittelwert, gewogen-gleitender Mittelwert. a) Arithmetischer Mittelwert Bei der Berechnung des arithmetischen Mittelwertes werden die Verbräuche der jeweiligen Perioden addiert und durch die Anzahl der Perioden dividiert. Eine gezielte Anpassung der jüngsten Bedarfsentwicklung ist nicht möglich, da die Gleichgewichtung sämtlicher vergangener Periodenverbräuche problematisch ist. Um kurzfristige Zufallsschwankungen weitestgehend auszuschalten, muss die Anzahl der zugrundeliegenden Verbräuche genügend groß sein (Schulte C 009, S. 391). Er wird wie folgt errechnet:

26 5 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Abb..14. Eignung der stochastischen Methoden bei verschiedenen Bedarfsverläufen (Wilhelm 1983, S. 88)

27 .5 Bedarfsermittlung 53 T1 T... Tn V (.8) n V Vorhersagewert für die nächste Periode T n Materialbedarf der Periode n n Anzahl der betreffenden Perioden Beispiel: Der Materialbedarf für das vergangene Jahr bildet folgende Zahlenreihe: Januar 100 Juli 169 Februar 103 August 144 März 138 April 114 Mai 16 Juni 98 Daraus ergibt sich ein Vorhersagewert für den Januar des darauffolgenden Jahres von: Beispiel: T1 T... T8 V (.9) 8 V September V Oktober b) Gleitender Mittelwert Der gleitende Mittelwert wird aus einer vorher bestimmten Anzahl der letzten Periodenverbräuche berechnet. Dabei wird die Anzahl der Verbrauchswerte konstant gehalten. Die am weitesten zurückliegenden Periodenverbräuche werden eliminiert und durch die neuen Werte ersetzt, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen (Schulte C 009, S. 391). Der gleitende Durchschnitt der sechs letzten Perioden ergibt als Vorhersage für den September:

28 54 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen T3 T4 T5 T6 T7 T8 V (.10) 6 Beispiel: V September , V Oktober ,5 130, Der Vorhersagebedarf für September kann auf V = 131 oder V = 13 festgelegt werden. c) Gewogen-gleitender Mittelwert Bei der Methode des gewogen-gleitenden Mittelwertes besteht die Möglichkeit, die einzelnen Perioden unterschiedlich zu gewichten. Das Prinzip ist dem des gleitenden Mittelwertes gleich, jüngere Perioden werden jedoch stärker gewichtet als ältere Perioden. So lassen sich Trends besser erkennen. Formel (.11) kommt zur Anwendung (Oeldorf/Olfert 008, S. 160ff): T1G 1 TG T3G 3...Tn G n V (.11) G G G... G G i = Gewichtung der Periode i 1 Beispiel: Für das vorangegangene Beispiel gelten folgende Gewichtungen: G 1 = 6%; G = 9%; G 3 = 13%; G 4 = 18%; G 5 = 4%; G 6 = 30% September V 136, Oktober , V 136, Hier kann der Bedarf für September V = 136 (aufgerundet 137) sein. n

29 .5 Bedarfsermittlung 55 b) Exponentielle Glättung Das Verfahren der exponentiellen Glättung eignet sich für konstante Verbrauchsabläufe. Die Daten werden je nach Verbrauchsverlauf unterschiedlich gewichtet. Unterschieden wird zwischen exponentieller Glättung erster Ordnung und exponentieller Glättung zweiter Ordnung. Exponentielle Glättung erster Ordnung Die exponentielle Glättung erster Ordnung ist die wichtigste Methode der verbrauchsorientierten Bedarfsermittlung (Härdler 1999, S. 108). Ein zuvor berechneter Prognosewert wird mit dem tatsächlich eingetretenen Verbrauch verglichen und die dabei entstandene Abweichung berücksichtigt. Zur Gewichtung der Daten wird der Glättungsfaktor verwendet. Je kleiner man wählt, umso stärker werden die Vergangenheitswerte gewichtet. Das bedeutet eine starke Glättung der Zufallsschwankungen (Härdler 1999, S. 108). Es gilt: V n V a T i V n V (T V ) (.1) a = neue Vorhersage = alte Vorhersage = tatsächlicher Bedarf der abgelaufenen Periode = Glättungsfaktor Beispiel: Gegeben sind: V a = 00 T i = 50 = 0,; 0,5; 0,7 Daraus lässt sich V n ermitteln: V n = , (50 00) = 10 für = 0, V n = ,5 (50 00) = 5 für = 0,5 V n = ,7 (50 00) = 35 für = 0,7 Die Verbrauchvorhersage für September heißt V n = 10 für = 0,. Exponentielle Glättung zweiter Ordnung i Während die exponentielle Glättung erster Ordnung für konstanten Materialbedarf einsetzbar ist, ermöglicht die exponentielle Glättung zweiter Ordnung die Berücksichtigung von Trends (Oeldorf/Olfert 008, S. 16ff). Für die Bedarfsvorhersage werden zwei Punkte auf einer Trendgeraden benötigt. Der erste Punkt ergibt sich aus dem Glättungswert erster Ordnung: a

30 56 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen V n 1 Va(1) Ti(1) Va(1) (.13) Der zweite Punkt wird in der Vergangenheit angesetzt. Man erhält durch die Formel den um den Zeitraum 1 (.14) zurückliegenden Glättungswert zweiter Ordnung: V n Va() Ti() Va() (.15) Aus diesen beiden Formeln kann der Mittelwert für die laufende Periode errechnet werden: V n Vn(1) Vn(1) Vn() (.16) Die Steigung der Trendgeraden kann mit den bestimmten Mittelwerten errechnet werden: b n Vn(1) Vn() (.17) 1 b n stellt dabei den neuen Aufstiegsfaktor der Trendgeraden dar. Die Bedarfsvorhersage für die neue Periode lautet somit: V 1 n 1 Vn b n (.18) Beispiel: Gegeben: V a = 00 T i = 50 = 0, V 1) n( 00 0, (50 00) 10 Somit ergibt sich ein Glättungsfaktor zweiter Ordnung von: Vn() 00 0, (10-00) 0 Der Vorhersagewert für die laufende Periode beträgt: Vn

31 .6 Ermittlung der optimalen Losgröße und Bestellmenge 57 Die Steigung der Trendgeraden ist: bn 0, 1-0, (10-0) Es ergibt sich als neuer Vorhersagewert: Vn 1 1-0, ,.5.3 Subjektive Bedarfsschätzung Die subjektive Bedarfsschätzung wird angewendet, wenn keine Vergangenheitswerte vorliegen bzw. der Bedarfsverlauf völlig unregelmäßig ist (Einzelfertigung, Produktneuentwicklung, Werkstattfertigung, spezielle Kundenwünsche). Bei dieser Methode gibt es im Wesentlichen zwei Formen: Analogschätzung und Intuitivschätzung. In der Analogschätzung werden Vorhersageergebnisse vergleichbarer Materialien auf das betreffende Material übertragen. Existieren keine vergleichbaren Erzeugnisse, bleibt nur noch die Intuitivschätzung. Bei der Intuitivschätzung werden Expertenmeinungen zusammengetragen. Die Fehleinschätzung ist dabei sehr groß und kann bei Materialien mit geringen Lagerhaltungskosten als wirtschaftlich angesehen werden (Schulte C 009, S. 396ff). Bei kurzen Lieferzeiten wird daher bei Bedarf beschafft; bei langen Lieferzeiten ist die Vorratshaltung notwendig..6 Ermittlung der optimalen Losgröße und Bestellmenge Der Einkäufer hat die Aufgabe, einen optimalen Ausgleich zwischen Beschaffungskosten, Bedarfsschätzung, Fehlmengenkosten, Bestellkosten (nicht abhängig vom Bestellwert) und Lagerkosten zu finden. Dies gilt für die Eigenfertigung wie den Fremdbezug (Ehrmann 001, S. 88ff). Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass ca. 80% der Bestellungen einen Warenwert von unter US$ haben. Die durchschnittlichen Bestellkosten pro Bestellung betragen dabei 100 US$ pro Bestellung.

32 58 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen.6.1 Kostenbestandteile Die Höhe wirtschaftlicher Beschaffungsmengen hängt von den Lagerhaltungs- und Bestellkosten ab (Oeldorf/Olfert 008, S. 30). Die optimale Beschaffungsmenge ist die Bestellmenge, bei der die vorgenannten Kosten bezogen auf eine Mengeneinheit ein Minimum erreichen. Gesamtkosten Kostenminimum Lagerhaltungskosten Bestellabhängige Kosten Optimale Bestellmenge Abb..15. Optimale Bestellmenge (Schulte C 009, S. 399) Die Lagerhaltungskosten setzen sich zusammen aus: Lagerkosten: Lager als Investition, Personal, Versicherung, Abschreibung, Maschinen, Energie, Instandhaltung etc., Kapitalbindungskosten: Zinskosten für eingelagerten Warenwert, Kreditzinsen an Bank. Die Bestellkosten setzen sich zusammen aus: Personalkosten im Einkauf, Abschreibung der Räume im Einkauf, Raummiete, Geschäftsreisen, Büromaterial etc. Daraus lassen sich die Bestellkosten pro Bestellung ableiten.

33 .6 Ermittlung der optimalen Losgröße und Bestellmenge 59 Tabelle.9. Zusammensetzung der Bestellkosten (Beschaffung Aktuell 7/000) Personalkosten für Einkäufer Personalkosten für Einkaufshilfspersonal Telefon-, Telefax- und kosten Büromaterial und Formulare Geringwertige Wirtschaftsgüter Abschreibungen auf Investitionen im Einkauf Personalweiterbildung Mietkosten der EDV Sonstige Kosten der EDV Fahrtkosten (ohne Fuhrpark) Fuhrparkkosten Bewirtungskosten ,0 % 1,7 % 4,0 %,0 % 1,5 % 1,0 % 0,5 %,5 % 0,5 % 1,5 % 0,7 % 0,1 % Summe Kostenstelle Einkauf % Anzahl aller Bestellungen: Die Bestellkosten betragen hier 40 Euro pro Bestellung ( Euro/ Bestellungen = 40 Euro pro Bestellung) Zusätzlich spielt selbstverständlich auch der Preis der eingekauften Waren eine Rolle für die Kosten, die mit einer Bestellung verbunden sind. Neben diversen Preisvergünstigungen, die geschickte Einkäufer erreichen können, sollte ein Unternehmen, soweit es die Liquiditätsplanung zulässt, Skonto in Anspruch nehmen. Bei Skonto handelt es sich um einen Preisnachlass, der bei Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist gezahlt wird. Üblich sind 3% bei einer Zahlung innerhalb von sieben Tagen. Beispiel: Der Zahlungsbetrag beläuft sich auf Bei einer sofortigen Zahlung dürfen 3% des Betrags als Skonto abgezogen werden. Jedoch ist hierfür eine 14-tägige Kreditaufnahme bei einem Jahreszinssatz von 8% nötig, da dass Unternehmen das Kapital kurzfristig nicht zur Verfügung hat. Alternativ kann das Unternehmen auch den vollen Rechnungsbetrag in Höhe von Euro nach 14 Tagen bezahlen. Bei einer sofortigen Zahlung spart das Unternehmen also Euro (3% Skonto auf Euro Rechnungsbetrag). Dem stehen 8% Zinsen für die Dauer von 14 Tagen (Inanspruchnahme des Kredits), gegenüber. Die Kreditsumme von 8% für Euro (3 % Skonto d. h Euro werden sofort abgezogen) für 14 Tage beträgt 301,78 Euro.

34 60 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Rechnung: x 8 x 14: 360 x 100 Es werden 360 Zinstage unterstellt. Der Einsparung von Euro (3% Zins) stehen Zinskosten von 301,78 Euro gegenüber. Die Gesamtersparnis beträgt somit Euro - 301,78 Euro =.698, Euro. Insgesamt spart das Unternehmen also.698, Euro, wenn es 3% Skonto in Anspruch nimmt. a) Durchschnittlicher Lagerbestand und Zinskosten Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Bestellmenge und Kapitalbindung. Eine zu hohe Bestellmenge hat einen zu hohen Lagerbestand zur Folge und eine entsprechend hohe Zinsbelastung. Zu viele Bestellungen hingegen verursachen zu hohe Bestellkosten. Der durchschnittliche Lagerbestand kann folgendermaßen ermittelt werden. a) Bei ungleichmäßigen Lagerzugängen und -abgängen: Jahresanfangsbestand 1 Monatsendbestände DLB 13 bzw. 1 Jahres - AB 11 Monatsendbestände 1 Jahres - EB DLB 1 (.19) b) Bei regelmäßigen Lagerzugängen und -abgängen: Beispiel: Anfangsbestand Endbestand DLB (.0) Jan AB: 700 Jan EB: 600 Juli EB: 500 Feb EB: 600 Aug EB: 480 Mrz EB: 540 Sep EB: 550 Apr EB: 590 Okt EB: 600 Mai EB: 545 Nov EB: 650 Juni EB: 530 Dez EB: 680

35 .6 Ermittlung der optimalen Losgröße und Bestellmenge 61 Bei regelmäßigen Lagerzu- und -abgängen ergibt sich ein durchschnittlicher Lagerbestand von DLB 690 Bei unregelmäßigen Zu- und Abgängen ergibt sich: DLB DLB 581,9 bzw DLB DLB 57,9 1 Bei regelmäßigen Lagerzu- und -abgängen ergibt sich ein durchschnittlicher Lagerbestand von DLB 690 Multipliziert man den durchschnittlichen Lagerbestand mit dem Einzelpreis des jeweiligen Artikels, so erhält man das durchschnittlich pro Periode im Lager gebundene Kapital. Hieraus lassen sich die Zinskosten der Kapitalbindung berechnen: BD p BD DLB E ZK (.1) 100 ZK = Zinskosten BD = durchschnittlich im Lager gebundenes Kapital E = Einstandspreis, z.b. 1,50 Euro p = Zinssatz; z.b. 8% Beispiel: BD = 100 1,50 = 150 sowie ZK Die Zinskosten betragen 1.

36 6 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Bei gleichmäßigen Lagerzugängen und -abgängen errechnet sich das gebundene Kapital aus: B Kapitalbindung im Lager L E (.) B L = Lagerbestand (Anfangsbestand + Endbestand) E = Einstandspreis; z.b. 40 Beispiel: Die Kapitalbindung im Lager beträgt Daraus lassen sich die Zinskosten berechnen: Beispiel: ZK Die Zinskosten betragen 480. BL p ZK E (.3) 100 b) Berechnung des Lagerkosten- und des Lagerhaltungskostensatzes Die Lagerkosten setzen sich zusammen aus z.b. Raumkosten, Miete, Kosten für Lagerpersonal, Abschreibung auf Maschinen, EDV und Anlagen und Energiekosten. Aus oben genannten Berechnungen ergibt sich der Lagerkostensatz: L S K L B L KL 100 LS (.3) BL E = Lagerkostensatz = Lagerkosten = Lagerbestand (Anfangsbestand + Endbestand) Als Lagerkosten werden hierbei alle Kosten erfasst, die im Lager anfallen, ausgenommen die Zinskosten für die Kapitalbindung der Waren. Die

37 .6 Ermittlung der optimalen Losgröße und Bestellmenge 63 Waren im Lager sind sog. Umlaufvermögen und werden meist fremdfinanziert, das heißt es wird ein Kredit bei der Bank aufgenommen. Dafür müssen vom Unternehmer Fremdkapitalzinsen bezahlt werden. Beispiel: Der Lagerbestand in 010, bewertet in Euro, beträgt Stück. Der Preis pro Stück beträgt 0. Lagerkosten fielen in Höhe von Euro an. L S % Beispiel: Falls der Warenwert bereits bekannt ist (Anzahl der Teile multipliziert mit ihrem Einstandspreis) so vereinfacht sich die Berechnung: Er betrage , die Lagerkosten betragen Daraus ergibt sich der Lagerkostensatz zu L S ,55% Lagerhaltungskostensatz Der Lagerhaltungskostensatz setzt sich aus dem Lagerkostensatz und dem Zinssatz für den eingelagerten Warenwert im Lager (gebundenes Kapital) zusammen. Bei einem Zinssatz von 8% ergibt sich der Lagerhaltungskostensatz: Lagerhaltungskostensatz (LHS) = Lagerkostensatz + Zinssatz (.5) Beispiel: In einem Lager befanden sich im letzten Jahr durchschnittlich Stk. Rohmaterial mit einem Einstandspreis von 7 /Stk. Der Kalkulationszinssatz betrage 9%. Die Lagerkosten betrugen Dann berechnet sich der Lagerkostensatz zu L S % Zusammen mit dem Kalkulationszinssatz ergibt sich somit ein Lagerhaltungskostensatz von LHS = 4% + 9% = 33%.

38 64 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Wenn das Unternehmen die Waren verkaufen möchte, so müssen natürlich die Lagerhaltungskosten neben anderen Kosten sowie dem Gewinnzuschlag auf den Einstandspreis aufgeschlagen werden, damit das Unternehmen einen Gewinn erzielt..6. Klassische Losgrößenformel nach Andler Die Optimierung der Beschaffungsmenge lässt sich mit Hilfe der klassischen Losgrößenformel nach Andler ermitteln. Sie wird im Folgenden hergeleitet. Optimale Bestellmenge und optimale Beschaffungshäufigkeit Die Losgrößenformelrechnung setzt eine konstante Versorgung der Produktion voraus. Zur Ermittlung der optimalen Beschaffungsmenge und Beschaffungshäufigkeit müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden. Der Stückpreis ist unabhängig von der Beschaffungsmenge. Der Bedarf ist bekannt und konstant, die Lieferzeit ist praktisch Null. Mindestbestellungen sind nicht vorgesehen. Es gibt keine Fehlmengen. Bestellungen einzelner Artikel sind voneinander unabhängig (Bichler/ Schröter 001, S. 107ff). Ansatzpunkt des Modells ist die Minimierung der Gesamtkosten (KG): K G M x LHS K B E (.6) x 100 K G M X K B = Gesamtkosten = Jahresgesamtbedarfsmenge = Bestellmenge = Bestellkosten Aus dieser Gleichung kann man erkennen, dass die Bestellkosten mit wachsender Bestellmenge abnehmen, die Lagerkosten hingegen mit der Bestellmenge linear ansteigen. Das Minimum der obigen Gleichung erhalten wir durch Bildung der 1. Ableitung von KG nach x: dkg M E LHS KB dx (.7) x 00

39 .6 Ermittlung der optimalen Losgröße und Bestellmenge 65 Dann gilt: dkg M E LHS KB = 0 dx (.8) x 00 Durch Auflösen dieser Gleichung nach x wird die optimale Bestellmenge wie in Gl. (.9) bestimmt (Oeldorf/Olfert 008, S. 54ff). Hierbei d KG wird vorausgesetzt, dass 0 dx X opt. X opt = optimale Beschaffungsmenge M = Jahresbedarfsmenge E = Einstandspreis pro Mengeneinheit K B = Bestellkosten je Bestellung L HS = Lagerhaltungskostensatz Beispiel: 00 M K B (.9) E LHS Ein Unternehmen benötigt für 010 voraussichtlich 1.00 Mengeneinheiten eines Materials, dessen Einstandspreis 4 Euro/Einheit beträgt. Die Bestellkosten für eine Bestellung betragen 40 Euro, der Lagerhaltungskostensatz wird mit 1% des durchschnittlichen Lagerbestandes angesetzt. Der Lieferant liefert immer nur in Paletten zu 50 Stück. Die Mindestbestellmenge für den Lieferanten beträgt 50 Stück X opt. 447, Stück Paletten 4 1 Abbildung.16 zeigt die Entwicklung von Bestellmengen und Lagerbeständen in Abhängigkeit der Zeit.

40 66 Materialbestand und Materialbedarf im Unternehmen Abb..16. Entwicklung der Bestellmengen und Lagerbestand in Abhängigkeit der Zeit (Bichler/Schröter 001, S. 103) Die klassische Losgrößenformel kann auch zur Ermittlung der optimalen Beschaffungshäufigkeit dienen. Die Formel lautet: X 00 M K B (.30) E LHS Wird X in der klassischen Losgrößenformel durch n M ersetzt und ist n = Häufigkeit der Bestellungen, so ergibt sich eine Möglichkeit, die optimale Beschaffungshäufigkeit zu ermitteln: M 00 M K B (.31) n E LHS Die Auflösung der Gleichung nach n führt zu folgenden Umformungen: M n 00 M K E LHS M E LHS 00 K B n n B B M E LHS 00 K (.3)

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