Seminar zur Allgemeinen Wirtschaftsinformatik im WS 2008/2009. Informationsmanagement im Krankenhaus

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1 Seminar zur Allgemeinen Wirtschaftsinformatik im WS 2008/2009 (Priv.-Doz. Dr. Lilia Waehlert) Informationsmanagement im Krankenhaus Das Gesundheitswesen stellt einen wichtigen und aktuellen Betrachtungsgegenstand ökonomischer Untersuchungen dar. Aufgrund gesetzlicher Regelungen und dynamischer Kostenentwicklungen wächst der Druck vor allem auf Krankenhäuser (KH), neben der medizinischen Versorgung auch wirtschaftlich zu denken und zu handeln. Grundlage für Planung und Entscheidungen sowie Wirtschaftlichkeitsanalysen zum effizienten Mitteleinsatz und Ressourcenallokation bilden Informationen. Gegenstand des Seminars ist vor diesem Hintergrund die Analyse und Darstellung von Zielen, Aufgaben und Methoden des Informationsmanagement (IM) für den Bereich des Gesundheitsmanagement, respektive Krankenhäuser. Dabei geht es darum, das Instrumentarium bzw. Teilbereiche des Informationsmanagements auf den spezifischen Bereich des Krankenhauses zu übertragen und vor dem Hintergrund der dort herrschenden Anforderungen und Bedingungen zu entwickeln. Einen Schwerpunkt nehmen der Bereich des Krankenhauscontrollings sowie die Kostenrechnung ein. Ebenso steht die Frage nach der Unterstützung des Krankenhausinformationsmanagement durch geeignete Informations- und Kommunikationstechnologien im Fokus des Seminars. Das Seminar wird als Blockveranstaltung am Freitag, dem 12. Dezember abgehalten. Da das Seminar zwei Themenbereiche miteinander verknüpft, reichen die Themen von allgemeinen Themen zum Gesundheitswesen/Informationsmanagement bis hin zu spezifischen Fragestellungen von z.b. der Pfadkostenrechnung als Informations- und Steuerungsinstrument von Entscheidungen. Jeder Teilnehmer kann sich für eines der unten stehenden Themen eintragen, welches schriftlich auszuarbeiten und im Rahmen der Blockveranstaltung zu präsentieren ist. Bei Mehrfachbelegungen der Themen präsentieren die Verfasser gemeinsam. Die schriftliche Arbeit sollte ca. 15 Seiten umfassen und unterliegt den für Seminararbeiten üblichen formalen Richtlinien. Großer Stellenwert wird der Diskussion der Themen im Rahmen der Blockveranstaltung eingeräumt, so dass jeder Teilnehmer gebeten ist, von seinem Thema ausgehend offene Aspekte abzuleiten und in der Plenumssitzung einzubringen. Gesprächstermine können individuell vereinbart werden oder Fragen/Gliederungen etc. via mail an geschickt werden. Der Veranstaltungsort wird rechtzeitig bekannt gegeben.

2 Sollten Sie sich für die Teilnahme entscheiden, tragen Sie sich bitte in die unten stehende Themenliste ein. Die Anmeldung ist verbindlich. Bei erfolgreicher Teilnahme kann ein Seminarschein zur Allgemeinen Wirtschaftsinformatik erworben werden. Themenliste 1. Das Gesundheitswesen in Deutschland: Zahlen, Daten, Fakten und offene Probleme Bei diesem Thema handelt es sich um ein Einstiegsthema, bei dem die zentralen Daten und Fakten zum Gesundheitswesen erarbeitet und dargestellt werden sollen. Insbesondere die Besonderheiten des Gesundheitswesens in Deutschland, wie z.b. die sektorale Gliederung und die daraus resultierenden unterschiedlichen Interessenlagen der beteiligten Akteure, sollen dargestellt werden. Ebenso gilt es, die wichtigsten gesetzlichen Regelungen kurz zu skizzieren sowie die Auswirkungen auf insbesondere Krankenhäuser darzustellen (Beispiel: Umstellung auf DRGs, Gesundheitsstrukturreform 1996 ff.). Einen wesentlichen Teil der Arbeit sollte die Darstellung der grundsätzlichen Probleme und Schwierigkeiten darstellen, mit denen insbesondere Krankenhäuser konfrontiert sind. Struktur und Kennzeichen des Gesundheitswesens in Deutschland (Sektoren, Klinikbetreiber, quantitative Aufteilung des Gesundheitsmarktes etc.) Zahlen bzgl. Ausgaben und Ausgabenentwicklungen im Gesundheitswesen etc. Gesetzliche Regelungen (Deckelung/Budgetierung, DRGs etc.) Eventuell Vergleich zu anderen europäischen Ländern Abgeleitete Anforderungen an Krankenhäuser (Was resultiert aus den dargestellten Entwicklungen für das Management von Krankenhäusern?) Worin bestehen die Hauptprobleme im Gesundheitswesen und speziell für Krankenhäuser (staatliche Regulierung; Einfluss der Krankenkassen; Anreizproblematik usw.)? 2

3 2. Krankenhausmanagement und Informationsmanagement: Definition, Gegenstand, Aufgaben und Konzepte Hier geht es schwerpunktmäßig um begriffliche Abgrenzungen sowie die Darstellung von Gegenstand, Aufgaben und Konzepten des Krankenhausmanagements. Versteht man das Informationsmanagement als einen Teilbereich davon, so ist zu fragen, was unter IM im Krankenhaus (heute) verstanden wird und gegebenenfalls verstanden werden sollte. Definition Krankenhausmanagement Gegenstand, Ziele und Aufgaben des Krankenhausmanagement Konzepte des KM Definition von Zielen, Aufgaben und Gegenstand des IM Einordnung des IM in das KM Abgeleitete Aufgaben, Schwerpunkte und Besonderheiten des IM im KH 3

4 3. Krankenhauscontrolling: Ziele, Merkmale und Besonderheiten Auch hier geht es darum, den allgemein bekannten Aufgabenbereich des Controllings zunächst zu definieren und darzustellen und schließlich auf das Krankenhaus zu übertragen. Wo liegen die zentralen Schwerpunkte und Aufgaben des Krankenhauscontrolling, welcher Instrumente und Methoden bedient es sich und wie ist hier Stand der Dinge im Krankenhaus. Definition Controlling: Was ist das? Wie ordnet es sich in das Management ein? In welcher Beziehung stehen Controlling und Informationsmanagement? Welche Ziele und Aufgaben hat das Controlling? Stand des Controllings in deutschen Krankenhäusern Abgrenzung/Einordnung und Definition des Krankenhauscontrolling Darstellung von Instrumenten und Methoden des Krankenhauscontrolling Welche zukünftigen Entwicklungen sind zu erwarten bzw. anzustreben? 4. Die Kostenrechnung im Krankenhaus: Stand, Anforderungen und Defizite Bei diesem Thema geht es um die Darstellung der Kostenrechnung im Krankenhaus. Insbesondere die aus den gesetzlichen Regelungen resultierenden Anforderungen sind zu definieren und zu erarbeiten. Mögliche Defizite sollen identifiziert und notwendige Weiterentwicklungen skizziert werden. Definition Kostenrechnung: Was ist das und welche Kostenrechnung ist von den Krankenhäusern gefordert? Ziele und Aufgaben der Kostenrechnung im Krankenhaus auch im Hinblick auf die Informations- und Steuerungsfunktion im Rahmen des IM 4

5 Stand der Kostenrechnung Notwendige Weiterentwicklungen 5. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement im Krankenhaus: Ziele, Merkmale und Aufgaben im Rahmen des Informationsmanagement Gegenstand ist die Darstellung von Zielen und Aufgaben eines Krankenhausqualitätsmanagements. Daneben soll die Frage beantwortet werden, wie Qualitätsmanagement und sicherung und Informationsmanagement miteinander zusammenhängen. Definition Qualitätsmanagement Definition Krankenhausqualitätsmanagement Ziele und Aufgaben des Krankenhausqualitätsmanagements Einordnung des Qualitätsmanagement im Rahmen des Informationsmanagement Aufgaben und Methoden zur Qualitätsplanung, -lenkung, - dokumentation und -kontrolle 6. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung des IM im Krankenhaus: Stand und Potentiale 5

6 Dieses Thema widmet sich schwerpunktmäßig möglichen sinnvollen Einsatzbereichen von IuK-Technologien im Krankenhaus, die das Ziel haben, zu einer besseren Informationsversorgung im Krankenhaus im Sinne eines IM beizutragen. Ziel ist es, einerseits Einsatzbereiche zu identifizieren (z.b. strukturiert nach intern: Kostenrechnung; KIS; extern: mobile Technologien wie z.b. das Herzhandy etc.), diese jedoch auch hinsichtlich ihrer Umsetzung und Umsetzbarkeit zu bewerten. Dies schließt mit ein, Voraussetzungen und Anforderungen zu identifizieren (z.b. Einsatzhemmnisse durch Widerstreit von medizinischer und ökonomischer Interessenslage; Modellierungsvoraussetzungen; Einbindung in Prozesse etc.). Dazu ist es sinnvoll, eine Analyse existenter Studien zum Einsatz und den Einsatzmöglichkeiten von IT im Krankenhaus vorzunehmen. Schwerpunktmäßig handelt es sich folglich um eine Arbeit, die einen Überblick über die verschiedenen Einsatzbereiche und existierenden Systeme von IuKT im Krankenhaus liefern soll. Darstellung des Stands an IT im Krankenhaus anhand der Sichtung von Studien Potentiale des IT-Einsatzes inclusive Überblick über neue Entwicklungen im Bereich Krankenhaus-IT Identifikation und Darstellung von Einsatzhemmnissen und Einsatzvoraussetzungen 7. Krankenhausinformationssysteme: Ziele, Aufgaben und zukünftige Perspektiven Gegenstand dieses Beitrags ist es zunächst, den Begriff des Krankenhausinformationssystems zu definieren und vom Begriff des IM abzugrenzen bzw. dort einzuordnen. Im Einzelnen geht es dann darum, Ziele und Funktionen von KIS darzustellen sowie sinnvolle Entwicklungsperspektiven abzuleiten. Definition Krankenhausinformationssystem Abgrenzung/Einordnung von KIS in das IM Ziele und Funktionen von KIS Anwendungsbeispiele von KIS 6

7 Zukünftige Weiterentwicklungen 8. Telematik, elektronische Gesundheitskarten und Elektronische Gesundheitsakten Gegenstand dieser Thematik sind neue Konzepte und Entwicklungen im Bereich der Speicherung und Übertragung von Patienteninformationen. Ziel des Beitrags sollte von daher sein, zunächst die Entwicklungen in diesem Bereich aufzuzeigen und zu beschreiben sowie Ziele und Funktionen dieser Entwicklungen darzustellen. Ebenso geht es darum, eine Bewertung dieser Konzepte vorzunehmen (z.b. Datenschutzaspekte) und Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Definition der Begriffe: Was heißt Telematik und was sind elektronische Gesundheitskarten und akten? Ziele und Funktionen dieser Entwicklungen (auch für das Informationsmanagement) Einsatzhemmnisse und Einsatzvoraussetzungen Bewertung der Vor- und Nachteile 7

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