Der Case Manager der Suva - ein bisschen auch Psychologe

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1 Der Case Manager der Suva - ein bisschen auch Psychologe

2 New Case Management N C M Schadenabwicklung und Wiedereingliederung in der Unfallversicherung

3 Die Ziele von New Case Management Die Genesung der Verunfallten fördern Eine Ausgrenzung vermeiden und Ängsten vorbeugen. Frühzeitige Erkennung komplexer Fälle Gezielter Einsatz von Ressourcen (geringer Betreuungsaufwand in den Kleinschäden/hoher Betreuungsaufwand in den Komplexfällen) Absenzen am Arbeitsplatz verringern Kosten senken

4 New Case Management seit 2003 Schadenbehandlung in drei Prozessen Standardfälle 75% Normalfälle 20% Hinweis: i 95% aller Fälle generieren 20% der Kosten Hinweis: i 5% der Fälle generieren 80% Komplexfälle 5% Kosten

5 New Case Management Die drei Schadenprozesse Standardfälle dfäll 75% Kostengünstige Abwicklung der Schaden- Fälle. Viele Arbeitsschritte sind automatisiert. Geringer Einsatz von Personalressourcen. Ziel: rasche und unkomplizierte Auszahlung von Leistungen in klaren Schadenfällen. Normalfälle 20% Klassisches Case Management. Bearbeitung durch ausgebildete FachspezialistenInnen. Enge Zusammenarbeit mit AD und Kreisarzt. Ziel: Enge Betreuung des Versicherten. Wiedereingliederung am Arbeitsplatz. Erkennung Komplexfall. Fallführung durch Komplexschaden- SpezialistenInnen oder Case Manager. Hoher Betreuungsaufwand. Coaching des Patienten. t Aufbau Netzwerk. 5% Ziel: Berufliche und soziale Wiedereingliederung Komplexfälle 5%

6 Schwieriges Soziales Umfeld Schwerstverletzte Etc. Kriterien des Komplexfalls Psychische Beschwerden HWS Bschwerden Schädelhirntrauma. Voraussichtliche Invalidität Komplexfall Verlust/Gefährdung Arbeitsplatz

7 NCM: Bisherige Erfahrungen nach Einführung Die bisherigen Erfahrungen seit Einführung des NCM sind sehr gut Die Falldurchschnittskosten sind nach den ersten Erhebungen gesunken. Welchen Anteil NCM daran hat, darüber gibt es bis heute noch keine definitive Antwort. Die Auswertungen laufen. Von Kunden (Versicherte/Betriebe) und Partner erhalten wir sehr viele positive Rückmeldungen Die Beziehungen zu Kunden und Partnern (Betriebe, Invalidenversicherung, Haftpflichtversicherung, Krankenkassen, Rechtsanwälte, medizinische Leistungserbringer, etc.) haben sich vertieft. Dies führt zu klaren Vorteilen in der Fallbearbeitung NCM führt zu einem andauernden Ausbau von Partnerschaften Austausch von Wissen und vernetztem Denken

8 Fallbeispiel Unfall April 2006 / 19 jähriger jugoslawischer Versicherter / Anlehre als Baupraktiker / Amputation Finger 1 3 Verlängerungsoperation Daumenstumpf erfolgreich Es verbleibt massive Einschränkung der Feinmotorik und Grifffunktion sowie Hypersensibilität Zudem zeigt sich, dass der Versicherte den Unfall nicht verarbeitet hat (träumt von Unfall / Panikattacken/ Getraut sich nicht Finger im Alltag zu zeigen, hat Angst keine Freundin zu finden )

9 Massnahmen Erstkontakt (zuhören, Verständnis zeigen, Erwartungen entgegennehmen) Begleitung zu Kontrollen KSSG (Unterstützung tüt bei Operationsentscheid) Organisation eines Deutschkurses (Finanzierung von 2/3 der Kosten durch Suva) > gratis gibt's nichts (1/3 zu seinen Lasten) Die Motivation deutsch zu lernen ist anfänglich nicht riesig. Gespräche CM/Vers. bezüglich Wichtigkeit dieses Schrittes. Abklärung Brüggli Vorschlag Ausbildung Mechapraktiker (CNC) Angst des Versicherten, er finde nach der Lehre keine Stelle, da Ausbildung in geschützter Werkstätte.

10 Massnahmen Vorlehre und Lehre zum Mechapraktiker aufgegleist. Lehre läuft. Praktisch ist er sehr gut. In der Schule harzt es. Ziele werden aufgestellt (Thema Absenzen, Inanspruchnahme von Lernhilfen Lob bei Zielerreichung wird vermittelt und auch in neue Vereinbarung integriert.) Gespräche zusammen mit Lehrer und Lehrmeister Paralell läuft immer eine Psychotherapie.

11 Zusammenarbeit mit Anwalt Alle Schritte werden Anwalt kommuniziert/ diskutiert Anwalt nimmt aktiv Einfluss auf den Versicherten, als es mit der Motivation zum Deutsch lernen harzt Diskussion bezgl. richtigem Psychiater. Schliesslich Zuweisung zum Arzt gemäss Vorschlag Anwalt. IE-Prüfung (25%) in Absprache mit Anwalt Verzicht auf jetzige Auszahlung an jungen Patienten. Kommunikation an Versicherten, dass ich kein gutes Gefühl habe, ihm soviel Geld auszuzahlen. Er soll Bedarf melden.

12 Resultat Einheitlicher Auftritt gegenüber VN führt dazu, dass er sich gut aufgehoben und Ernst genommen fühlt Erwartungen/ Vorschläge können mit ihm sachlich diskutiert werden. Dank guter Vertrauensbasis, nimmt er diese positiv auf Fazit: Psychische Situation stabilisiert sich. Deutschdefizite werden kleiner. Daher kommt er in Umschulung gut mit, was zusätzliche Motivation erzeugt. Mittlerweile hat er die Umschulung erfolgreich abgeschlossen und eine Anschlusslösung gefunden.

13 Der Case Manager als Psychologe Wir orientieren über unsere Zuständigkeit / Aufgabe Wir sind transpartent und halten den Versicherten auf dem Laufenden Wir informieren über unsere Vorstellungen/ Pläne der Fallbehandlung (Was gedenken wir zu tun) Andere Vorstellungen werden in die Ueberlegungen miteinbezogen Wir nehmen die ganze Person und nicht nur den verletzten Teil ernst Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe ( Zurück in ein selbstbestimmtes Leben ) Wir zeigen ungünstige Entwicklungen frühzeitig auf (z.b. zu erwartende Leistungseinstellung) Wir wissen, dass nur gemeinsam getragene Ziele zum Erfolg führen.

14 IHR Auftritt Fragen? Anregungen? Diskussion?

15 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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