TU Dresden. Instandhaltungsstrategie im Netzbetrieb -Technische Prozesse im Umfeld der veränderten Energiemärkte-

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1 TU Dresden Instandhaltungsstrategie im Netzbetrieb -Technische Prozesse im Umfeld der veränderten Energiemärkte-

2 Durch das organisatorische Unbundling ergeben sich die größten Auswirkungen zunächst im Netzbereich eines EVU. Anlagen: Die Anlagen können beim integrierten Versorgungsunternehmen verbleiben. Personal: Das Leitungspersonal muss unabhängig von den Bereichen Erzeugung und Versorgung sein. Informationen: Marktaktive Vertriebsmitarbeiter dürfen Informationen nur in nichtdiskriminierender Weise erhalten. Prozesse: Die Entscheidungsgewalt über die Netze muss unabhängig von den anderen Tätigkeitsbereichen sein. Rahmenbedingungen und Trends Die Umsetzung der EU-Beschleunigungsrichtlinie in nationales Recht ist nahezu abgeschlossen. Die Bundesnetzagentur nimmt seit 2005 alle netzspezifischen Regulatoraufgaben wahr. Stärkster Veränderungsbedarf durch Inkrafttreten EnWG durch Organisatorisches und Informatorisches Unbundling. Handlungsbedarf Organisatorische/rechtliche Trennung des Netzbereichs in unterschiedlich starkem Maße möglich. Stärkere Differenzierung von Netzmanagement und Netzservice. Deutlichere Ausprägung eines eigenständigen Netzvertriebs notwendig, dadurch verliert der (Energie-) Vertrieb sein Alleinstellungsmerkmal als singulärer Kundenkontakt Accenture. All rights reserved. 2

3 Die Entwicklung der Makro-Einflussfaktoren wird den Kostendruck auf die Ver- und Entsorgungsunternehmen weiter erhöhen, so dass die Notwendigkeit zur zielgerichteten Strategieumsetzung zwingend gegeben ist. Kunden Eigentümer Mitarbeiter -Markt - Energiewirtschaft -Markt - Finanzen Marge Regulator Marktkonzept der VU Renditeforderungen Finanzvorstand Energiepreisänderungen (Weltmarkt) erhöhen politischen Druck auf den Regulator Deutliche Senkung der Netznutzungspreise 1 (im Mittel) bei regionaler Differenzierung erwartet Neben quantitativ-monetären werden auch die qualitativen Anforderungen des Regulators steigen 2 Pan-Europäische Transparenz mündet in steigende Renditeerwartungen Commodity-Falle kann zu erheblichen Erlös- und damit Renditeeinbußen führen Nutzung des Netzes als Cash-Cow führt zu steigenden Effizienzanforderungen 1) Nachfolgend Netznutzungsentgelte NNE 2) Insbesondere in bereits länger regulierten Märkten (z.b. GB) kommt es zunehmend zu Anforderungen qualitativer Natur, auf Grund eines über mehrere Jahre unausgeglichenen Verhältnisses von Regulatorvorgaben und Finanzmarktverhalten 2005 Accenture. All rights reserved. 3

4 Die Übertragungs- bzw. Verteilnetze als Teil der Wertschöpfungskette bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen internen und externen Vorgaben. -Ursachen des Spannungsfelds - Verteilung Erzeugung Handel Übertragung Netz Verteilung Vertrieb NNE sind Preisbestandteil im Bereich des Privatkundengeschäfts und im Bereich Gewerbekunden Übertragung Erhöhung der Anlagenrendite Regulatorische Vorgaben Ergebnislimitierung Wettbewerbsbereiche Gesetzliche Restriktionen -Ziel - Erzielung einer maximalen Anlagenrendite 2005 Accenture. All rights reserved. 4

5 Dabei weist das Netzgeschäft besondere Spezifika auf. -Spezifika - Kapitalperspektive Netz hohe Kapitalbindung (lange Nutzungsdauer) hohe Investitionsvolumina Erzeugung Handel Übertragung Verteilung Vertrieb Erlösperspektive Erlöslimitiert (NNE entsprechend Markttoleranz und Regulatorverhalten) Bei den Aufgabenschwerpunkten in den Bereichen Übertragungs- und Verteilnetz gibt es eine Vielzahl von Übereinstimmungen. Kostenperspektive Gleichartige Bedeutung von Abschreibung sowie Instandhaltungsaufwand -Ergebnis - Übertragungs- und Verteilungsnetzgeschäft operieren unter vergleichbaren strategischen Rahmenbedingungen 2005 Accenture. All rights reserved. 5

6 Nach vollzogenem Unbundling wird voraussichtlich nur das Netz als natürliches Monopol einer Regulierung unterliegen. Regulierung Regulatorischer Zaun Integriertes EVU Netz & Vertrieb Erzeugung Netz Vertrieb & Handel Erzeugung Netz (natürliches Monopol) Services Vertrieb & Handel Zeit Wettbewerb Erzeugung Strukturelles Unbundling 2005 Accenture. All rights reserved. 6

7 Die Makro-Einflussfaktoren führen mit dem Ziel eines positiven Margeneffektes zu einer Konzentration auf prozessgetriebene Verbesserungen im Kostenbereich. -Netz-GuV - -Kosten - Veränderungen der Positionen -Erlöse - Durch Effizienzsteigerung mittels Prozessoptimierung werden Kostensenkungspotentiale ausgeschöpft. Kosten Übertragung Verteilung Netzgewinn Makrofaktoren Erlöse Sonstige Dienstleistungen Netznutzungsentgelte Sonstige Dienstleistungen Sinkende NNE erhöhen Druck auf die Erlösseite. Erlössteigerungen aus Sonstigen Dienstleistungen sind i.d.r. schwierig realisierbar. -Netzgewinn - Kostenreduktion ermöglicht (Über 1 -) Kompensation der Erlösrückgänge. 1) Szenario der Überkompensation der Erlösrückgänge in Veränderungen der Positionen graphisch dargestellt Accenture. All rights reserved. 7

8 Die Anreizregulierung fördert die effektive Ausnutzung von Effizienzsteigerungspotenialen, indem relativ effizienten Unternehmen höhere Renditen ermöglicht werden. -Effizienz- und Renditeentwicklung im anreizregulierten Netzgeschäft - Produktivität 100% E K t 0 t 1 t 2 t n = Unternehmen = ø Produktivitätsniveau PRINZIPDARSTELLUNG Renditesteigerung Für eine Regulierungsperiode (2-5 Jahre) wird ein Entwicklungspfad für Preise (Price-Cap) oder Erlöse (Revenue-Cap) festgelegt Berücksichtigt werden dabei: Inflationsentwicklung Die allgemeine Entwicklung der Produktivität Von der Effizienz eines Unternehmens abhängige unternehmenindividuelle Effizienzsteigerungsziele Die Effizienz eines Netzbetreibers wird hierzu durch geeignete Benchmarking-Methode bestimmt Regulierungsansatz, der Preise bzw. der Erlöse eines Unternehmens nicht starr an seinen Kosten orientiert, sondern ineffizienten Unternehmen geringere und effizienten Unternehmen höhere Renditen zugesteht. t 0 t n Regulierungsperioden 2005 Accenture. All rights reserved. 8 Anreiz zur Effizienzsteigerung in den Unternehmen Quelle: Anreizregulierung aus Sicht der BNetzA vom

9 Anreizregulierung und Renditeforderungen erfordern den Übergang zum aktiven Netzgeschäft, der durch reine Effizienzsteigerungen nicht zu erreichen ist, sondern eine grundsätzliche Neugestaltung verlangt. Netzgeschäft -Erfolgsfaktoren für den Übergang - Kommunikation & Kulturwandel Organisatorische Ausrichtung DV-Architektur Prozeßmodell Steuerungsmodell Wirtschaftlicher Fokus Netzoptimierung Umsatz & Profit Preisbildung Risikomanagement Lebenszykluskosten Profitorientiert Anlagenmanagement Traditioneller Übertragungsund Verteilungsbereich Strategische Positionierung Regulator Tarifgenehmigung Technischer Fokus Netzerhaltung Kosten Risikoaversion Jahresplanung Budgetorientiert Personalauslastung Finanzmärkte -Zeit - -Schlussfolgerung - Eine ganzheitliche technischkaufmännische Steuerung nimmt im Netz- und Anlagengeschäft eine Schlüsselfunktion ein 2005 Accenture. All rights reserved. 9

10 Die Wertschöpfung in anlagenintensiven Industrien hängt wesentlich vom effektiven Management des gebundenen Kapitals ab. 20% 10% Analyse anlagenintensiver Industrien Baugewerbe Eigenkapitalrentabilität (ROE) 1) [in %] Elektrotechnik Maschinenbau Automobilbau Metallerzeugung Chemie Ernährungsgewerbe Verkehr Energie- und Wasserversorgung 10% 20% 30% 40% 50% Anlagenintensität [in %] Das grundlegende Prinzip einer wertorientierten Unternehmensführung liegt darin, ein operatives Ergebnis zu erzielen, das die zur Finanzierung benötigten Kapitalkosten übersteigt. In der Vergangenheit war eine Reduzierung des gebundenen Kapitals oder der Kapitalkosten nicht im Fokus von Unternehmen in erst kürzlich oder noch nicht liberalisierten Märkten (z.b. Energieversorgung, Verkehr). In anlagenintensiven Industrien kommt insbesondere einem effektiven Asset Management die Aufgabe zu, die Wertschöpfung des Unternehmens nachhaltig zu steigern. ROE = Quelle: Accenture Research 1) EBT Eigenkapital 2005 Accenture. All rights reserved. 10

11 Eine getrennte Betrachtung von Anlagen erhöht die Bestandseffektivität und steigert die Bewirtschaftungseffizienz. Erfolgreiche Unternehmen steuern einzelne Anlagensegmente zum Beispiel auf Basis derer Anlagenrendite. anlagenintensiv kundenintensiv x% y% z% Umsatzrendite [in %] Integriertes Geschäft Anlagengeschäft Vertriebsgeschäft konstante Anlagenrendite Umsatzrendite [in %] Anlagenkapitalumschlag [in %] Anlagenkapitalumschlag [in %] : Regionen eines britischen Energieversorgungsunternehmen Anlagenrendite = Ergebnis = Ergebnis Umsatz Umsatzrendite X = Anlagenkapital Umsatz Anlagenkapital X Anlagenkapitalumschlag 2005 Accenture. All rights reserved. 11

12 Asset Management spielt nach den Großunternehmen eine immer wichtigere Rolle für mittelständische und kleine Versorgungsunternehmen. Transport- und große Verteilungsunternehmen große Regionalversorger Regionalversorger und Stadt-/Wasserwerke Ausbreitungsgrad Asset Management 2005 Accenture. All rights reserved

13 Durch die Implementierung von Asset Management wird eine ganzheitliche transparente Bewirtschaftung des gesamten Netz- und Anlagenparks ermöglicht. Kernkompetenzen Asset Management Ziele Investitions- und Instandhaltungsmanagement Anlagenstrategieentwicklung Vertrags-/ Auftragsmanagement Anlagengeschäftsmanagement Transparente Entscheidungen durch Kenntnis der komplexen Zusammenhänge von Wirtschaftlichkeit, Technik, Risiko etc. Optimierung komplexer Entscheidungen durch strukturierte Nutzung der verfügbaren Informationen Optimierung der Strategien für Instandhaltung und Investitionen Reduktion der Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten Optimierung des Anlagenparks Vgl. u.a. Beckers et al.: "Anlagenmanagement im Netzgeschäft - Basis für den Unternehmenserfolg", Elektrizitätswirtschaft, (November 2001), S Accenture. All rights reserved. 13

14 Die Ansatzpunkte für die Wertsteigerung werden beispielsweise durch den den ROCE-Baum transparent, indem seine Kosten und Nutzen dezidiert nachvollziehbar sind. BEISPIEL Resultat Ergebnisgröße GuV / Bilanz Asset-Management Ansatzpunkte EBIT Gesamtleistung Betriebskosten sonst. betr. Aufwand Umsatz Materialaufwand Personalaufwand Bilanziell Aufwand für Betrieb / IH bezogene Leistungen Aufwand für Betrieb / IH Material ROCE / Abschreibung Kalkulatorisch 1 Personalaufwand Vorräte Capital employed Working Capital Immaterielle VG Sachanlagevermögen 1 1) Abhängig von der Begriffsklärung und Asset Management Philosophie (TNW, Sachzeitwert, Bilanzielle Werte...) Bitte hier auch Wechselwirkung der Kalkulatorischen Zinsen mit der NNE-Kalkulation (Umsatz) beachten Accenture. All rights reserved. 14 Liquidität Forderung/ Verbindlichkeiten Rückstellungen 2 Sachanlagevermögen = muss / notwendig = soll / wünschenswert = kann -Legende - Berücksichtigung Steuerungsmodell

15 Die aus den Werttreiberbäumen abgeleiteten finanziellen Werttreiber führen über die Handlungsoptionen zu technischen Werttreibern. -Finanzielle Werttreiber - -Wesentliche Handlungsoptionen innerhalb des Asset Managements nach Kernprozessen - -Technische Schlüssel-Werttreiber - Aufwand für Betrieb / IH bezogene Leistungen Neuinvestition Altersstruktur und Mengengerüst Aufwand für Betrieb / IH Material Stillegung Netzoptimierung/ Rückbau dichtebezogene Werttreiber Personalaufwand Erneuerung/ Sanierung* Instandhaltungsspezifische Werttreiber Netzzustand und Versorgungsqualität Sachanlagevermögen Instandhaltung 2005 Accenture. All rights reserved. 15 * Investiv

16 Aus den technischen Werttreibern werden mögliche Kennzahlen abgeleitet, die je Sparte auf die einzelnen Netz- und Anlagensegmente zuordenbar sind. -Übersicht ausgewählter (technischer) Kennzahlen - Technische Kennzahlen Ergänzende (Personal-) Kennzahlen Altersstruktur und Mengengerüst dichtebezogene Werttreiber Netzlängen Anzahl Anlagentypen Anzahl Anschlussstellen Altersklassen Anschlussdichte Versorgungsdichte Netzzustand und Versorgungsqualität Personalkennzahlen Personalstrukturkennzahlen Produktivitätskennzahlen personalkostenbezogenen Kennzahlen Instandhaltungsspezifische Werttreiber Instandhaltungsquoten (Mengen und Kosten) Störungshäufigkeiten Technische Zustandsklassen Qualitätsbeeinträchtigungen und Ausfallzeiten 2005 Accenture. All rights reserved. 16

17 Eine Anlagensegmentierung ist die Grundlage für das Steuerungsmodell des Anlagengeschäftes und dient der effektiven Allokation von Ressourcen. -Mögliche Segmentierungsdimensionen - -Grob-Segmentierungsdimensionen - Ausfallrisiko Personenrisiko... Risikoaspekte Regulatorische Aspekte Versorgungssicherheit Strukturklassen... Wasser Gas Strom Hoch-Spg. Mittel-Spg. Niedrig-Spa. Hoch-Spg. Spannungsstufen Mittel-Spg. Niedrig-Spa. Hoch Mittel Niedrig Wirtschaftliche Aspekte Anlagensegmentierung Technische Aspekte Anlagenrendite Anlagenauslastung... Geographie Gemeinden... Regionale Aspekte Kundenaspekte Privatkunden Großkunden Sonderkunden... Spannungs-/ Druckebenen Anlagentypen... Region ARegionale Region AspekteA Region A Region A Region Region A B Region Region A B Region B Region B Region Region B Region Region B Region Region Region Region Region A Region A Region Region A B Region B Region Region B Region Region 2005 Accenture. All rights reserved. 17

18 Ein komplettiertes Asset Management ermöglicht eine getrennte Anlagenbetrachtung inklusive technischen und wirtschaftlichen Kennzahlen sowie Steuerungsoptionen. Anlagensegmentierung Kennzahlen zur Bestandseffektivität / Bewirtschaftungseffizienz Steuerungsoptionen, z.b. Balanced Scorecard Anlagenrendite Balanced Scorecard Finanzen Kunde/ Markt Prozesse Ressourcen/ Mitarbeiter Anlagenzustand Ziel: Renditeoptimierung des Anlagenbestandes unter Berücksichtigung seiner Risikoposition und seines technischen Status Methode: Segmentierung des Anlagenbestandes in wirtschaftlich steuerbare Einheiten und Erstellen einer Asset Scorecard pro Anlagensegment Ziel: Erfüllung einer gegebenen Infrastrukturaufgabe mit möglichst geringem Anlagenbestand Methode: Definition der von externen Erlösen unabhängigen Infrastrukturaufgabe und Analyse, wo Anlagenüberbestände oder Ineffizienzen in der Bewirtschaftung vorliegen Ziel: Ganzheitliche Steuerung des Asset Managements über reine Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen hinaus Methode: Definition von Kennzahlen in den vier Dimensionen Finanzen, Kunde/ Markt, Prozesse, Ressourcen/ Mitarbeiter im Rahmen einer unternehmensübergreifenden Systematik 2005 Accenture. All rights reserved. 18

19 Die Steuerung eines Netz- und Anlagengeschäftes erfordert zunächst die Segmentierung der Netze und Anlagen zum Beispiel nach Geographie, Betriebsmitteln oder Anlagenrendite. Segmentierung nach Steuerungskriterien wie z.b. Anlagenauslastung oder Rendite Segmentierung nach Strategiekriterien wie z.b. Ausfall- oder Personenrisiko Desinvestieren Anlagenrendite gut Investieren Beobachten Einsparen Risikokategorie A: Instandhaltungsstrategie A Risikokategorie B: Instandhaltungsstrategie B schlecht Anlagenzustand gut Risikokategorie C: Instandhaltungsstrategie C 2005 Accenture. All rights reserved. 19

20 Für einzelne Anlagensegmente oder Betriebsmittel muss jeweils die wirtschaftlich sinnvollste Instandhaltungsstrategie gewählt werden. Ereignisorientiert (Corrective Maintenance, CM) Zeitbasiert (Time Based Maintenance, TBM) Keine Wartung; Ersatz des Betriebsmittels nach dessen Ausfall Wartung in festen Zeitintervallen; Ersatz des Betriebsmittels nach einer vorgegebenen Zeit traditionelle Instandhaltungsarten Zustandsorientiert (Condition Based Maintenance, CBM) Wartung und Ersatz des Betriebsmittels in Abhängigkeit des Zustands, Zuverlässigkeitsorientiert (Reliability Centred Maintenance, RCM) Wartung und Ersatz des Betriebsmittels in Abhängigkeit des Zustands und der Wichtigkeit 2005 Accenture. All rights reserved. 20

21 Die unterschiedlichen IH-Methoden haben direkten Einfluss auf Lebensdauer, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Betriebsmittelsubstanz Funktionsstörung Ereignisorientierte Instandhaltung Betriebsdauer zeitbasierte Instandhaltung zustandsorientierte Instandhaltung* Funktionsgrenze Zuverlässigkeitsorientierte IH* t 2t 3t 4t 5t *dynamisch entsprechend Messungen, Kalibrierung etc Accenture. All rights reserved. 21

22 Die Ersatz-und Instandhaltungsstrategie ist so auzurichten, dass bei einem vorgegebenem Niveau an Versorgungssicherheit die Kosten der Anlagen über den Lebenszyklus minimiert werden hoch Kosten niedrig? Ereignisorientiert Instandhaltungsstrategie Vorsorglich 2005 Accenture. All rights reserved. 22

23 Die buchhalterische, lineare Abschreibung und die natürliche bzw. nutzungsbedingte Alterung stehen in keinen direkten Zusammenhang. Amortisierung: LA, Ca n (Mio ) A n CA n LA Alterung: A n (%) Nutzungsende CAn - Abschreibung verursacht durch natürliche Alterung (Condition based amortisation) An - Grad der natürlichen Alterung in %, berechnet anhand der zustandrelevanten Messgrößen LA -lineare Abschreibung 2005 Accenture. All rights reserved. 23 t (Jahre) 0

24 Bei der Analyse unterschiedlicher Betriebsmittel wurden typische Ausfallverhalten festgestellt. Badewannenkurve : Kinderkrankheiten zu Beginn des Lebenszyklus, nahezu konstante Betriebsdauer, erneutes Anteigen der Schadensrate am Ende Theorie : zuverlässiges Verhalten, erst am Ende des Lebenszyklus Ansteigen der Störungshäufigkeit Schadenshäufigkeit Annähernd stetiges Ansteigen der Schadensrate, ein Ende der Nutzungsdauer kündigt sich nicht an Kostante Zuverlässigkeit während des gesamten Lebenszyklusses Hohe Zuverlässigkeit am Anfang, dann schnelles Ansteigen von Schäden mit gleich bleibender Tendenz Die Schadensrate sinkt kontinuierlich mit der Nutzung Nutzungsdauer Quelle: Accenture-Research 2005 Accenture. All rights reserved. 24

25 Durch zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung kann das Verhalten eines Gesamtsystems positiv beeinflusst werden Definition*: Zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung (RCM) ist eine Methode zum Festlegen der wirtschaftlich sinnvollsten Instandhaltungs-Strategie für ein Betriebsmittel unter Berücksichtigung seines betrieblichen Umfelds. RCM: Reliability-Centered Maintenance *: Definition nach John Moubray, Präsident of Aladon LLC Risiko-Management bedeutet nicht, sich aus Gründen der Sparsamkeit bewusst einem höheren Betriebsrisiko auszusetzen. Risiko-Management bedeutet, die Betriebsmittel zu identifizieren, die im Fehlerfalle den größten Schaden verursachen würden. Diese Betriebsmittel erhalten bei der präventiven Instandhaltungsplanung die höchste Priorität Accenture. All rights reserved. 25

26 Zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Betriebsmittels bzw. -systems von der Inbetriebnahme bis zum Ausbau Aufgaben und Ziele der kontinuierlichen und diskontinuierlichen Anlagenüberwachung Optimierungspotential Betriebsmittelsubstanz Z1 Z2 Z3 Z4 Z5 Funktionsstörung Funktionsgrenze Betriebsdauer t 2t 3t 4t 5t Entfallene Maßnahmen reduzieren direkt den Instandhaltungsaufwand Zusätzliche, gezielte Maßnahmen erhöhen die Lebensdauer 2005 Accenture. All rights reserved. 26

27 Zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung kombiniert unterschiedliche Instandhaltungsmethoden zu einer optimierten Gesamtstrategie Zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung Planmäßige Instandhaltung Zustandsabhängige Instandhaltung Ereignisorient. Instandhaltung Vorraussagende Instandhaltung Hinweis: Begriffe entsprechend IEC50(191), 1990, und DIN EN (Sept. 1998) 2005 Accenture. All rights reserved. 27

28 Eine zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung berücksichtigt den technischen Zustand und die Wichtigkeit des Betriebsmittels gleichermaßen. Risikomanagement Betriebsmittel- Monitoring Inspektion, Diagnose Erfahrung, subjektive Einschätzung Zuverlässigkeitsberechnung Technischer Zustand Zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung Wichtigkeit Technischer Zustand Alter des Betriebsmittels Technische Ausführung des Betriebsmittels Jährliche Betriebs- und Instandhaltungskosten Betriebserfahrungen mit typgleichen Betriebsmitteln Verfügbarkeit von Ersatzteilen für Altgeräte Behördliche Auflagen, Vorschriften oder Gesetze Accenture. All rights reserved. 28 Wichtigkeit = Konsequenzen einer Störung Kosten eines neuen Betriebsmittels Wirtschaftliche Folgen (Pönalen,...) Forderungen aus der Produzentenhaftpflicht Auswirkungen auf Kunden Personengefährdung Umwelt- und Imageschäden...

29 Mehrdimensionales Anlagenmonitoring unterstützt die Qualität der Instandhaltungsentscheidungen. Bildung von Anlagengruppen Budgetierungsprioritäten Überwachungsmonitor Definition von Kennzahlen Tendenzen von Anlagenzuständen Zustandscluster Altersstrukturen Kaufmännische Daten Accenture. All rights reserved. 29 Quelle: SAG Energieversorgungslösungen AG

30 Beispiel 1: Durch segment- bzw. betriebsmittelspezifische Instandhaltungsstrategien können zum Teil erhebliche Kosteneinsparpotentiale realisiert werden. Voraussagend* 30% SLA MS H U T S TA TUS 8 V205 SP = 2000 kpa 15 RV 201 SP = 1500 kpa P P SP = 300 kpa PCV kpa PI 201 I N T E R S T A G E P R E SS U R E PT V209 SP = 260 kpa PCV 206 SP = 1500 kpa 15 RV 202 SP = 2000 kpa SP = 350 kpa P 15 RV P 203 P P 50% Wartung 20% ereignisorientiert SP = 400 kpa 15 V V V V V211 PCV 202 PCV V204 OVER PRESSURE SLAM SHUT 50 NB PCV 201 PASSIVE MONITOR 50 NB MAOP = 7000 kpa ANSI 600 Schalter im Netz wird charakterisiert durch: Fehleranfälligkeit des Systems bedingt durch Fehler des Ventils / Schiebers Gesamtkosten als Folge eines Systemsfehlers Ausfällhäufigkeit des Systems bedingt durch Fehler des Ventils / Schiebers PCV 204 ACTIVE REGULATOR MAOP = 1050 kpa ANSI NB 80 CV201 STANDBY RUN Instandhaltungsstrategie ist charakterisiert durch: Eine Kombination von voraussagener, vorbeugender (Wartung) und ereignisorientierter Instandhaltung Die Wahl der Instandhaltungsmaßnahmen auf Basis der Kosteneffizienz in Verbindung mit dem Ausfallrisiko Ein Kontrollprogramm, um aus den aktuellen Instandhaltungsmaßnahmen Erfahrungen für weitere Optimierungen zu sammeln... *z.b. Zustands- oder Zuverlässigkeitsorientiert 2005 Accenture. All rights reserved. 30

31 Bei einem internationalen EVU führte die Anwendung dieser Prinzipien zur Entwicklung von drei grundsätzlich unterschiedlichen Instandhaltungsstrategien für Schalt bzw. Schieberkomponenten. INTERNATIONALES BEISPIEL Schieber in Netzsegment 1 P = 0.2 C = $0.5k (ausschließlich Kosten Instandsetzung) Nicht-kritische Komponente Akzeptierte Zuverlässigkeit 80% Vorhersehbar 5% 10% Wartung 85% ereignisor. Z.B. Betrieb bis zum Ausfall ( RTF )* Schieber in Netzsegment 2 P = 0.2 C = $10k (Kosten Instandsetzung zzgl. mittlere Ausfallkosten) Kritische Komponente Akzeptierte Zuverlässigkeit 90% Vorhersehbar 25% 70% Wartung 5% ereignisor. Z.B. regelmäßige Inspektionen mit intervallweisem Monitoring Schieber in Netzsegment 3 P = 0.2 C = $500k (Kosten Instandsetzung zzgl. hohe Ausfallkosten) Höchst-Kritische Komponente Akzeptierte Zuverlässigkeit 99,9% Vorhersehbar 70% 30% Wartung 0% ereignisor. Z.B. regelmäßige Inspektionen mit kontinuierlichem Monitoring P = Probability of failure C = cost of failure * RTF= Run to Failure 2005 Accenture. All rights reserved. 31

32 Erst der Einsatz entscheidungsunterstützender Systeme führt zu veränderten Verhaltensweisen und nachhaltig besseren Entscheidungen im Asset Management. Qualitative Planungsunterstützung Quantitatives Simulationsmodell Entscheidungsunterstützende Systeme... sichern die Konformität der anlagenbezogenen Entscheidungen mit den langfristigen Zielen des Anlagengeschäftes bzw. des Unternehmens. strukturieren die verfügbaren Anlageninforma-tionen durch Modellbildungen und erhöhen damit das Verständnis komplexer Zusammenhänge. zeigen die Auswirkungen alternativer Investi-tionsund Instandhaltungsstrategien auf Kosten, Zustand, Risiko,... in einem sicheren Umfeld. verbessern die Dokumentation und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen. können sowohl qualitativen als auch quantitativen Charakter haben Accenture. All rights reserved. 32

33 Die Wahl der richtigen Instandhaltungs- und Investitionsstrategie im Rahmen des übergreifenden Asset Managements bedarf der Verfügbarkeit unterschiedlicher Daten und Kennzahlen technisch Führungs- und Steuerungssystem kaufmännisch Planung Netz- und Anlagen- Informationssysteme Asset Management Betrieb und Steuerung Störungsbehebung und Instandhaltung Finanzen und Controlling kaufmännische Informationssysteme Vertrieb Personal und Organisation GIS, BIS, techn. Anwend. Integrierte IT-Plattform ERP-Systeme (z.b. SAP) Daten- basis 2005 Accenture. All rights reserved. 33

34 Neue Trends in der Versorgungswirtschaft sind Verfahren zur Steigerung der Effizienz im Netz- und Anlagengeschäft Arbeiten dokum. Kontinuierliche Verbesserung Strategie- Entwicklung Arbeiten ausführen Arbeitseinsatzplanung Analyse Bewerung Instandhaltungsmanagement Arbeits- Planung EAO Systeme......sichern die Konformität der anlagenbezogenen Entscheidungen mit den langfristigen Zielen des Anlagengeschäftes bzw. des Unternehmens....verhindern, daß Asset Manager trotz neuer Organisation, neuen Prozessen und neuen Steuerungsinstrumenten genauso entscheiden und handeln wie in der Vergangenheit....strukturieren die verfügbaren Anlageninformationen durch Modellbildungen und erhöhen damit das Verständnis komplexer Zusammenhänge....zeigen die Auswirkungen alternativer Investitionsund Instandhaltungsstrategien auf Kosten, Zustand, Risiko etc. in einem sicheren Umfeld....verbessern die Dokumentation und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen....können sowohl qualitativen als auch quantitativen Charakter haben Accenture. All rights reserved. 34

35 Durch EAM und EAO kann das Netz- und Anlagengeschäft langfristig effizienter und effektiver gestaltet werden BEISPIEL Werttreiber Umsatz Erhöhung der Produktionsleistung Geringere Produktionsabweichungen Betriebskosten Verbesserung der Planungs- und Budgetierungseffektivität Erhöhung der IH-Produktivität Reduzierung der außerplanmäßigen Beschaffungen Betriebsvermögen Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit Verringerung der Überbestände Kürzere Reparaturzeiten ausgebauter Komponenten Maßnahme (beispielhaft) Reduzierung von Störungen Schnellere Störungsbehebung Bessere Nutzung von Anlagendaten zur Entscheidungsunterstützung Bessere Planung der IH-Projekte Bessere Bestandsplanung für Ersatzteile und Werkzeuge Besser instandgehaltene Anlagen Effektivere Bestandsplanung Höhere Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Werkzeugen Erreichbar durch EAM EAO EAM-Systeme erhöhen in erster Linie die Effizienz der Netz- und Anlagenbetriebs ( die Dinge richtig tun ), während EAO-Systeme die Effektivität des Asset Managements verbessern ( die richtigen Dinge tun ) 2005 Accenture. All rights reserved. 35

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