VON NICK CAVALANCIA. Windows. Server sicher verabschieden

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1 VON NICK CAVALANCIA Windows Server 2003 sicher verabschieden

2 Von Nick Cavalancia Sie haben nur noch ein halbes Jahr! Diese Worte bereiten möglicherweise sogar aus gebufften IT-Profis Sorge. Immerhin vertrauen Sie auf Windows Server 2003, um einen großen Teil Ihrer produktiven Umgebung zu betreiben. Und das soll nun verschwinden. Also machen Sie in Gedanken eine Inventur Ihrer Server und Applikationen, die unter Windows Server 2003 laufen. Einige lassen sich schnell abhaken bei denen ist es einfach, aber dann stolpern Sie über ein paar Server, bei denen der Umzug weg von Windows Server 2003 kein Kinderspiel werden wird. Spätestens da wird Ihnen klar: So einfach wird das nicht! Zum Glück haben Sie noch etwas Zeit. Es wird ja nicht so sein, dass Ihre Server am 14. Juli 2015 plötzlich den Dienst versagen. Allerdings wenn ab dem 15. Juli etwas schiefgeht, sind Sie auf sich allein gestellt, denn es wird keinen Support von Microsoft mehr geben, um den Produktivbetrieb wieder ans Laufen zu bekommen. Das anzustrebende Ziel ist also, von Windows Server 2003 wegzuziehen und dabei möglichst viele Risiken zu vermeiden. Dieses Whitepaper erläutert jetzt allerdings nicht detailliert die einzelnen Schritte, um Ihre Windows Server 2003 zu verabschieden. Vielmehr beleuchtet es die vier grundlegenden Risiken bei der Stilllegung der entsprechenden Server und wie Sie diese am besten vermeiden: Mangelnde Motivation Keine Datensicherung Einheitliche Implementierung Kein Referenzpunkt bzw. keine Möglichkeit, zurück zu gehen 2

3 Umstiegsrisiko 1 Die Motivation finden Vielleicht denken Sie: Es funktioniert doch alles, warum also etwas ändern? Mögliche Kompatibilitätsprobleme mit Applikationen und Unsicherheit über die richtige Umsetzung einer Migration sind sicherlich gängige Gründe, warum Sie nicht migrieren wollen. Der Hauptgrund ist aber meistens das Argument: Weil eine Migration sehr aufwendig ist. Aber nicht zu migrieren ist riskant. Nicht nur, dass Ihnen für Ihre wichtigsten Produktivsysteme der Support fehlen wird, es ist auch ziemlich wahrscheinlich, dass einige von Ihnen zudem entsprechend veraltete Applikationen einsetzen. Bedenken Sie, dass Windows Server 2003 technisch bereits mehr als elf Jahre auf dem Buckel hat. Einige von Ihnen werden auf diesen Servern möglicherweise auch Applikationen einsetzen, die so alt sind, dass es vermutlich dafür keine Updates mehr gibt und im schlimmsten Fall sogar die Herstellerfirma nicht mehr existiert! Sie sollten sich klarmachen, dass Sie sich nicht von einem einzigen Betriebssystem oder einer Applikation abhängig machen dürfen, um damit den Betrieb Ihrer Firma unbegrenzt weiter aufrecht zu erhalten. Vielmehr sollten Sie vorausschauend auf den Zeitpunkt hin planen, an dem die Unterstützung für Ihr Betriebssystem und Ihre Applikationen ausläuft, wie beispielweise mit einem Umzug von Windows Server 2003 auf Windows Server Risikovermeidung Da ein wesentliches Risiko im immer enger werdenden Zeitrahmen besteht, sollten Sie so schnell wie möglich mit dem Umzug beginnen. Sie benötigen ausreichend Zeit, um neue Hardware, eine Virtualisierungsinfrastruktur und Ersatzapplikationen zu organisieren. Außerdem müssen Sie einen Aktionsplan erstellen, wie genau Sie Ihre 2003-Server ausrangieren und dafür 2012-Server implementieren wollen. Dies sollte Sie nicht über raschen; Sie müssen nur realisieren, dass Sie so schnell wie möglich damit beginnen sollten. 3

4 Umstiegsrisiko 2 Datensicherung Eigentlich sollte es offensichtlich sein, aber Sie werden Datensicherungen brauchen. Das war schon immer die Kardinalsregel Nummer Eins und hier gilt sie umso mehr. Während Sie vielleicht meinen, Ich habe doch bereits den alten Server was sollte ich da noch benötigen?, denken Sie bitte auch daran, dass der wahre Grund für Sie, diesen Weg zu gehen, die Frage nach Was wäre, wenn ist wie in Was wäre, wenn der Server nach Ende des Supportzeitraums versagt? Sie dürfen sich nicht nur auf ein altes Serverbetriebssystem verlassen, das zudem auf alter Hardware läuft, um Ihre Daten bei oder nach einer Migration abzusichern. Sollte es ausfallen, müssen Sie es ganz alleine wieder ans Laufen bekommen. Deshalb benötigen Sie unbedingt einen Data Protection-Plan. Microsoft empfiehlt eine saubere Neuinstallation, was allein schon deswegen Sinn macht, weil Sie den neuen Windows Server 2012 wohl kaum auf Ihrer alten Hardware installieren werden. Einige erwägen, ein Upgrade vorhandener Systeme von 2003 auf 2008 und dann von 2008 auf 2012 durchzuführen. Doch davon ist unbedingt abzuraten! Die meisten von Ihnen werden am Ende also neue Server im Einsatz haben, während die alten Daten intakt bleiben. Und auch wenn Sie die alten Server erst einmal unangetastet lassen, können Sie diese doch nicht für immer vorhalten. Sie brauchen also einen Plan zur Sicherung bestimmter Daten, damit diese nach der Migration bei Bedarf verfügbar sind: 1. Das komplette Betriebssystem Es empfiehlt sich, ein Image des kompletten Servers oder ein Vollbackup zu haben, mit dem Sie eine Wiederherstellung auf einem beliebigen Server auch auf fabrikneuer Hardware durchführen können. Die Erstellung eines virtuellen Servers als Absicherung könnte ebenfalls sinnvoll sein (mehr dazu später). 2. Applikationen & Daten Nehmen Sie beispielsweise Microsoft Exchange. Vielleicht denken Sie, dass Sie ja Kopien Ihrer Exchange-Datenbanken haben. Wenn Sie aber noch Exchange 2003 einsetzen, haben Sie vielleicht auch immer noch diese häufig vergessenen Datensätze (wie SSL-Zertifikate), die ebenfalls gesichert werden müssen. Achten Sie also nicht nur auf die offensichtlichen Datensätze, sondern berücksichtigen Sie auch die unterstützenden Daten, sowohl für Ihre Unternehmensapplikationen als auch für die von Drittherstellern. 3. Firmendaten Dieser Punkt ist relativ einfach. Stellen Sie sicher, dass Sie Datensicherungen für alle wichtigen Ordner (freigegebene, gemeinsam genutzte Ordner, die persönlichen Ordner der Benutzer etc.) und die zugehörigen Sicherheitsbestimmungen haben. 4

5 4. Benutzerprofile Einige von Ihnen verwenden vielleicht noch Roaming-Profile mit ihren Windows 7-Clients. Es ist sehr wichtig, auch von diesen Ordnern ein Backup zu haben. Risikovermeidung Das größte Risiko bei diesem Aspekt besteht darin, keinen Zugriff mehr auf Ihre alten Daten, Applikationen oder die entsprechende Umgebung zu haben. Sie sollten bei Backup aber weniger an die Bedeutung für den Migrationsprozess an sich denken. Denken Sie bei Backup stattdessen mehr an die Möglichkeit, auf Referenzdaten in alten Applikationen zurückgreifen zu können, die Sie auf dem Windows Server 2012 nicht installieren konnten (weshalb Sie neue kaufen mussten). Außerdem wird Backup auch zur Einhaltung von Richtlinien und Aufbewahrungsbestimmungen benötigt. Sie können Ihre Datensätze zwar auch mit voneinander unabhängigen Backups sichern. Ein Image-Backup ist jedoch umfassender und ermöglicht eine problemlose Wiederherstellung ganz nach Bedarf. Sie sollten außerdem beachten, dass abhängig von der Applikation sowie Ihrer Branche evtl. auch gewisse Bestimmungen bezüglich der Aufbewahrungsdauer von Daten eingehalten werden müssen. Diese kann zwei, drei, aber durchaus auch sieben oder noch mehr Jahre betragen. 5

6 Umstiegsrisiko 3 Implementierung Da dieses Whitepaper nicht davon handelt, wie man Windows Server 2012 implementiert, konzentrieren wir uns lieber auf die Risikovermeidung bei der Umsetzung. Spätestens, wenn Sie direkt vor der Implementierung stehen, werden Sie erkennen, mit wie vielen Server, Applikationen, Konfigurationen, Sicherheitseinstellungen und Daten Sie es zu tun haben. Und Sie können keine Zeit mit der Frage verschwenden, warum ein bestimmter Dienst nicht startet oder jene Applikation nicht funktioniert. Einer der Hauptfaktoren, um Ihren Aufwand bei der Problemlösung zu reduzieren, besteht darin, die Implementierung möglichst einheitlich umzusetzen. Bedenken Sie: Wenn jeder Server eine eigene Installation erfordert, riskieren Sie, mit unterschiedlichen Konfigurationen zu enden was wiederum den Aufwand zur Lösung aufkommender Probleme in die Höhe treibt. Bei Windows Server 2008 und 2012 gibt es schon allein bei den Gruppenrichtlinien deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten. Und dann gibt es noch neue Funktionen, verbesserte alte Funktionen und noch einiges mehr. Migrationen in dieser Größenordnung sind daher auch eine Möglichkeit, Konfigurationen und Sicherheitsstandards für alle neuen Server zu etablieren. Hier zeigt sich, dass Konsequenz der Schlüssel für ein erfolgreiches Projekt ist. Risikovermeidung Um Risiken bei der Implementierung zu vermeiden, sollten Sie die Konfiguration jedes Servers genau planen. Für den Anfang kann dabei das Microsoft Deployment Toolkit sehr hilfreich sein, das verschiedene Tools und Musterlösungen bietet. Wie die meisten IT-Profis bevorzugen Sie aber vermutlich eine Lösung, mit der Sie den Prozess automatisieren und vereinfachen können, wie beispielsweise auch Lösungen von Drittherstellern für einheitliches Massen-Deployment. 6

7 Umstiegsrisiko 4 Kein Referenzpunkt oder kein Weg zurück Erinnern Sie sich an die Datensicherung, die wir weiter vorne im Text besprochen haben? Die könnte sich jetzt als nützlich erweisen. Windows Server 2012 ist nicht einfach nur ein neuer Aufguss von 2003 es ist vielmehr eine komplett neue Plattform mit neuen und besseren Technologien, die es bei Veröffentlichung von Server 2003 so noch gar nicht gab. Es gibt also keine Garantie, dass das, was unter 2003 funktioniert hat, auch unter 2012 funktionieren wird. Bei einer kurzen Suche im TechNet-Forum finden sich viele Beispiele für ältere Applikationsversionen (egal welcher Hersteller), die auf der neuen Plattform nicht richtig laufen. Das kann man Microsoft nicht vorwerfen, denn es ist unrealistisch, zu erwarten, dass Microsoft die Lauffähigkeit jeder unbedeutenden, zehn Jahre alten Applikation auf einem neuen Betriebssystem erhalten muss (nicht einmal für Applikationen von Microsoft selbst). Angenommen, Sie wollen bei Ihrer Implementierung einige der neuen Funktionen von Server 2012 R2 nutzen (oder Funktionen, die in Server 2008 neu waren, die Sie bisher aber noch nicht nutzen konnten) beispielsweise die Dynamische Zugriffssteuerung (ein anforderungsbasiertes Autorisierungsmodell zur Verbesserung von NTFS). Dabei erkennen Sie, dass dies mit einer Dritthersteller-Applikation, die unter Server 2003 noch problemlos ausgeführt werden konnte, nicht funktioniert. Es ist verständlich, dass so etwas leicht passieren kann. Risikovermeidung Um das Risiko auszuschließen, sollten Sie erwägen, mindestens eine funktionierende Kopie Ihrer Server 2003-Umgebung verfügbar zu halten. Wenn Sie Server 2012 implementieren und dabei auf Probleme stoßen, stehen Ihnen beide Server für Vergleiche zur Verfügung, z.b. um zu sehen, wie eine betroffene Applikation früher funktionierte, oder um notfalls auch zurück zu gehen, falls Ihre Produktivumgebung von einem nicht kurzfristig lösbaren Problem betroffen ist. Abhängig von den von Ihnen ermittelten Risiken, die während des Projekts auftreten könnten, haben Sie einige Möglichkeiten, diese durch die von Ihnen zuvor erstellten Sicherungen zu entschärfen. Eine Sandbox-Umgebung kann beispielsweise einen Referenzpunkt liefern; Das Vorhalten einer betriebsbereiten virtuellen Instanz Ihrer 2003-Server kann die benötigte Rollback-Funktionalität bereitstellen. 7

8 Sandbox-Umgebung Bei dieser Vorgehensweise geht es in erster Linie darum, nicht nur einen Server oder eine Applikation, sondern möglichst die komplette alte Umgebung vorzuhalten, als Referenz dafür, wie diese funktioniert hat. Mithilfe von Virtualisierung lässt sich so etwas recht leicht implementieren. Es gibt dazu eine Reihe von P2V-Lösungen (physisch zu virtuell) auf dem Markt. Nehmen Sie einen kostengünstigen Hypervisor und virtualisieren Sie die alte Umgebung mithilfe virtueller Netzwerke. So erhalten Sie eine Sandbox. Die Systeme in der Sandbox funktionieren auch weiterhin interaktiv untereinander, haben jedoch keinen Zugriff auf das Netzwerk außerhalb. Diese Umgebung muss übrigens nicht die ganze Zeit in Betrieb sein. Sie muss auch nicht auf teurer Hardware laufen schließlich ist sie nicht mehr länger produktiv im Einsatz. Es geht nur noch darum, sie am Laufen zu halten (insbesondere im Hinblick auf mögliche Unterschiede zur neuen Implementierung, wenn diese im Gegensatz zur alten nicht funktionieren sollte), und nicht darum, wie schnell sie läuft. Virtuelle Rollbacks Mit einer Kopie der 2003-Maschine im Hintergrund, um bei Bedarf zu ihr zurückkehren zu können, erhalten Sie ein mächtiges Werkzeug. So können Sie Ihrem CIO mitteilen, dass die Produktivumgebung durch die Migration nicht beeinflusst wird. Falls etwas schiefgeht, müssen Sie nur den virtuellen Server hochfahren, und schon sind Sie wieder im Geschäft. Am nächsten Wochenende können Sie dann einen neuen Migrationsversuch starten. Da Sie einen 2003-Server möglicherweise wieder produktiv einsetzen müssen, sollten Sie in Ihrer Planung einen Platz in der virtuellen Infrastruktur vorsehen, der über eine vergleichbare Leistung wie der ursprüngliche physische 2003-Server verfügt. 8

9 Umstieg ohne Risiko Die Zeit läuft langsam ab. Aber Sie müssen Ihre 2003-Server jetzt nicht überhastet ausrangieren, denn eine solche Eile könnte zum Risiko für Ihr Geschäft werden. Doch wenn Sie den in diesem Artikel aufgeführten Grundlagen folgen, können Sie nicht nur Servus zu Windows Server 2003 sagen, sondern dies auch noch so tun, dass Sie alle während des Prozesses auftauchenden Probleme beheben können. Gute Planung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Aber noch wichtiger ist es, auch die richtigen Tools zu nutzen, um den Prozess beschleunigen, automatisieren und vereinfachen sowie bei Bedarf auf die alte Umgebung zurückgreifen zu können. Mit fast 20 Jahren IT-Erfahrung im Enterprise-Umfeld ist Nick Cavalancia ein versierter Berater, Sprecher, Trainer, Autor und Kolumnist, der zudem zahlreiche Zertifizierungen erworben hat (z.b. MCSE, MCT, MCNE und MCNI). Er ist Autor und Mitautor und hat an der Veröffentlichung von über einem Dutzend Büchern mitgearbeitet zu Themen wie Windows, Active Directory, Exchange und anderen Microsoft-Technologien. Er war bereits Sprecher auf Konferenzen wie Microsoft Exchange Conference, TechEd und Exchange Connections sowie auf zahllosen Webinaren und Messen auf der ganzen Welt. 9

10 Über Acronis Acronis setzt Standards für Data Protection der Neuen Generation. Mit seinen Lösungen für Backup, Disaster Recovery und sicheren Zugriff, basierend auf der AnyData Engine und dem Vorsprung durch seine Imaging-Technologie, bietet Acronis einfaches, umfassendes und sicheres Backup für Dateien, Applikationen und Betriebssystem in beliebiger Umgebung virtuell, physisch, Cloud oder mobil. Acronis wurde 2002 gegründet und schützt Daten von über 5 Millionen Nutzern und Unternehmen in über 130 Ländern. Acronis-Produkte beinhalten mehr als 100 Patente und wurden u.a. zum besten Produkt des Jahres gewählt von Network Computing, TechTarget und IT Professional. Die Produkte decken eine große Bandbreite von Funktionen ab wie z.b. Migration, Klonen und Replizierung. Weitere Informationen finden Sie unter acronis.com/de-de/. Folgen Sie Acronis auf Twitter: twitter.com/acronis_de/; oder auf Facebook unter: Copyright Acronis International GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Acronis und das Acronis-Logo sind Markenzeichen der Acronis International GmbH. Andere erwähnte Namen können Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Eigentümer sein und sollten als solche betrachtet werden. Technische Änderungen, Abweichungen bei den Abbildungen sowie Irrtümer sind vorbehalten

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