WISSENSBILANZ gemäß 13 (6) UG sowie der Wissensbilanzverordnung in der geltenden Fassung

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1 WISSENSBILANZ 2013 gemäß 13 (6) UG sowie der Wissensbilanzverordnung in der geltenden Fassung Linz, im April 2014

2 Inhaltsverzeichnis I.1 WISSENSBILANZ NARRATIVER TEIL... 1 A. Wirkungsbereich, strategische Ziele, Profilbildung... 1 B. Organisation... 3 C. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement... 4 D. Personalentwicklung und Nachwuchsförderung... 8 E. Forschung und Entwicklung...14 F. Studien und Weiterbildung...23 G. Gesellschaftliche Zielsetzungen...34 H. Internationalität und Mobilität...42 I. Kooperationen...45 J. Bibliotheken und besondere Universitätseinrichtungen...48 K. Bauten...52 M. Preise und Auszeichnungen...53 N. Resümee und Ausblick...57 I.2 WISSENSBILANZ KENNZAHLEN Intellektuelles Vermögen A Intellektuelles Vermögen Humankapital B Intellektuelles Vermögen Beziehungskapital C Intellektuelles Vermögen Kernprozesse A Kernprozesse Lehre und Weiterbildung B Kernprozesse Forschung und Entwicklung Output und Wirkung der Kernprozesse A Output und Wirkung der Kernprozesse Lehre und Weiterbildung B Output und Wirkungen der Kernprozesse Forschung und Entwicklung II. WISSENSBILANZ BERICHT ÜBER DIE UMSETZUNG DER ZIELE UND VORHABEN DER LEISTUNGSVEREINBARUNG Zusammenfassende Darstellung der Ziele Zusammenfassende Darstellung der Vorhaben I

3 I.1 Wissensbilanz Narrativer Teil A. Wirkungsbereich, strategische Ziele, Profilbildung Die Johannes Kepler Universität (JKU) Linz beruft sich als tragende Säulen auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen anwendungsorientierter und Grundlagenforschung, eine forschungsgeleitete und in die Zukunft gerichtete Lehre, innovative Kooperationen auf nationaler wie auch internationaler Ebene, das Wahrnehmen gesellschaftlicher Verantwortung sowie eigenverantwortliches Management. Die JKU schöpft großes Potential aus ihrer einzigartigen Campuslage. Hierdurch können Wissen und Expertise von drei Fakultäten (Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät SOWI; Rechtswissenschaftliche Fakultät RE; Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät TNF) in einem interdisziplinären Sinne ineinanderfließen. Dieses Alleinstellungsmerkmal entsprechend ins Rampenlicht zu rücken und verstärkt davon zu profitieren, ist ein klar deklariertes Ziel der JKU war ein Jahr der intensiven Vorbereitungen hinsichtlich der Errichtung der Medizinischen Fakultät. Seit Februar 2014 ist die JKU nunmehr um die vierte, die Medizinische Fakultät, reicher. Die entsprechenden Beschlüsse in National- und Bundesrat wurden am 24. bzw gefällt, die Änderung der Organisation der JKU am in einem Sondermitteilungsblatt verlautbart und somit die Medizinische Fakultät formal gegründet. Die JKU wird sich vor diesem Hintergrund in Zukunft auch über die Campusgrenzen am Stadtrand hinaus erstrecken, denn ein neues Campusgebäude soll bis 2021 am Gelände des Allgemeinen Krankenhauses (AKh) Linz entstehen. Somit wird die JKU auch in der Linzer Innenstadt sichtbar und präsent. Im Zuge der Umsetzung der Ziele des Europäischen Hochschulraums wurde im Bereich Studium und Lehre insbesondere darauf geachtet, Interdisziplinarität und interfakultäre Kooperationen curricular zu implementieren. Darüber hinaus stellt der Kooperationsverbund zwischen den Universitäten am Standort Linz, der Fachhochschule Oberösterreich sowie den Pädagogischen Hochschulen einen bedeutenden strategischen Eckpfeiler dar. Die Fokussierung der Forschung wird begleitet von nationalen und internationalen Kooperationen sowie der forcierten Zusammenarbeit mit regionalen Forschungspartnern des außeruniversitären sowie des Unternehmensbereiches. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Verknüpfung von Grundlagenforschung höchster Qualität mit kooperativer Forschung, also der Bildung einer fruchtbaren Synthese von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung im vorwettbewerblichen Bereich, gelegt. Entsprechend bemüht sich die JKU um erfolgreiche Bewerbungen und Teilnahmen an nationalen und europäischen Exzellenzprogrammen. 1

4 Im Bereich Internationalität und Mobilität unternimmt die JKU Anstrengungen, die Mobilität ihrer Studierenden und wissenschaftlichen MitarbeiterInnen im Sinne fachspezifischer und persönlicher Weiterentwicklung aktiv und nachhaltig zu fördern und stetig weiterzuentwickeln. Studierendenaustauschvereinbarungen mit über 200 sowie Partnerschaftsverträge mit über 100 Universitäten weltweit zeugen von der Bedeutung, die diesem Bereich zugestanden wird, wobei im Sinne einer Konsolidierung der bestehenden Kooperationen, die stets der Idee der Wertschöpfung für die JKU folgen, der Leitspruch Qualität vor Quantität gilt. Exemplarisch für die Internationalität der JKU sei an dieser Stelle noch das einzigartige Modell des Joint Master Global Business erwähnt, wonach Studierende aus gegenwärtig zwei Programmen wählen können, die sie für jeweils drei Monate entweder nach Kanada, Taiwan und Linz oder Russland, Shanghai und Linz führen. Das strategische Ziel der JKU bleibt, sich mittelfristig zu einer europäischen Spitzenuniversität mit solider regionaler Verankerung zu entwickeln. Nach außen hin sichtbar werdende Exzellenz in Forschung und Lehre ist hierfür die Grundvoraussetzung. Im Sinne der Erreichung dieser Zielsetzung kann bereits auf beträchtliche Qualitäten verwiesen werden, deren Konsolidierung und sukzessive Stärkung neben ständiger Arbeit an Ausbaupotentialen im Mittelpunkt steht. 2

5 B. Organisation 3

6 C. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement Ausgestaltung und Entwicklungsstand des QMS im Hinblick auf dessen Auditierung Mit der Bekanntgabe der Entwicklung des Hochschul-Qualitätssicherungsgesetzes (HS- QSG) haben sich die Rahmenbedingungen für das universitäre Qualitätsmanagement entscheidend geändert. Als entscheidende Maßnahme hierfür wurde 2012 wie in der Wissensbilanz 2012 berichtet die Abteilung Qualitätsmanagement und Berichtswesen als zentrale Koordinationsstelle eingerichtet. Im Berichtsjahr 2013 hat diese bereits zahlreiche Maßnahmen im Sinne des Aufbaus eines universitätsweiten, gesamthaften Qualitätsmanagementsystems umgesetzt. Im Bereich des nicht-finanziellen Berichtswesens lag der Fokus neben der Kernkompetenz Wissensbilanz auf der Entwicklung spezifischer Berichte für unterschiedlichste Anspruchsgruppen zur Etablierung eines hochwertigen Berichtswesens wurden beispielsweise in den Bereichen Organisation, Personal, Forschung, Studien und Weiterbildung, Gesellschaftliche Zielsetzungen (insbesondere Frauenförderung und Gleichstellung), Internationalität und Mobilität Reports eingeführt und/oder bestehende weiterentwickelt. Darüber hinaus wurden aufbauend auf einer umfassenden Statusanalyse im Hinblick auf notwendige Strukturverbesserungen zahlreiche Maßnahmen zum Aufbau oder Reorganisation von Prozessen als Qualitätsmanagementmaßnahme angeregt und schrittweise bereits umgesetzt. Dabei fungiert das Qualitätsmanagement und Berichtswesen als zentrale Schnittstelle mit koordinierender Funktion und ExpertInnenwissen. Die genannten Tätigkeiten stellen zentrales Element der vorbereitenden Maßnahmen zur Durchführung eines gesamthaften Audits dar, welches durch die Gesetzgebung (HS-QSG) klar gegenüber den klassischen Programmakkreditierungen einzelner Studienprogramme präferiert wird. Die Zertifizierung (= Audit) des Qualitätsmanagementsystems (ist auf sieben Jahre befristet) ist an der JKU in der Leistungsvereinbarungsperiode geplant. Die Auswahl und der Vertragsabschluss mit der Agentur (gemäß Verordnung zur Festlegung der Hochschul-Qualitätssicherungsagenturen) sind bis 2015 vorgesehen. Standard Operating Procedures (SOP) Die im Vorjahr als qualitätsfördernde Maßnahme eingeführten Standard Operating Procedures kurz SOP wurden fortgeführt und weiterentwickelt. Eine SOP dient dazu, einen Prozess bzw. das Vorgehen innerhalb eines Prozesses qualitätsgeleitet zu beschreiben und erhöht somit maßgeblich die Transparenz für alle Beteiligten. 4

7 Im Berichtsjahr 2013 wurden an der JKU 11 SOPs neu eingeführt sowie zahlreiche weitere überarbeitet und wiederveröffentlicht. Akkreditierungen Im Dezember 2012 wurden die MBA-Programme der LIMAK neuerlich erfolgreich durch die FIBAA akkreditiert: Sowohl der Global General Management Executive MBA, als auch die Management MBA Programme (Controlling and Performance Management, Innovation and Product Management, International Business Development, Leading Change, Management for Engineers, Quality, Project and Process Management und Sales Management Excellence) übertrafen in wesentlichen Punkten die Qualitätsanforderungen der FIBAA. Das Curriculum fördert interdisziplinäres Denken, das sich alleine schon durch die Integration von Management- und Führungskompetenzen, aber auch durch den hohen Praxistransfer verdeutlicht. Weiterhin gelingt der Theorie-Praxistransfer nach Ansicht der Gutachter hervorragend. Eine Verknüpfung der Theorie mit der praktischen Anwendung ist durchgängig gegeben; Theorie und Praxis ergänzen sich gegenseitig. (Auszug aus dem FIBAA GutachterInnenbericht). Ebenso wird die Qualifikation des Lehrpersonals das neben der JKU Linz und der FH OÖ von verschiedenen renommierten Hochschulen im In- und Ausland rekrutiert wird positiv heraus gestrichen, die neben wissenschaftlichem Know-how über eine einschlägige, internationale Erfahrung in der Praxis verfügen. Auch den intensiven Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen wird eine sehr gute Note ausgestellt. Besonderen Stellenwert hat das Alumni Netzwerk der LIMAK. Dementsprechend positiv wird dieses auch im Bericht der FIBAA Kommission bewertet. Die Aktivitäten, die im Rahmen des LIMAK Clubs angeboten werden, sind vielseitig, gut durchdacht und sehr ansprechend. Der Business School ist es gelungen, mehr als 90% der Absolventen für dieses Netzwerk zu gewinnen. Die Alumni-Aktivitäten der LIMAK sind vorbildlich, lautet das Fazit der FIBAA GutachterInnen. Interne und externe Evaluierungen Im Bereich der Forschung existiert für die Universitäten ein differenziertes, mehrstufiges Qualitätssicherungssystem, das an der JKU wie im Folgenden dargestellt umgesetzt wird: Die Befähigung zur Forschung wird in einem streng reglementierten Ausbildungsprozess, vom Grundstudium über die Dissertation bis zum Habilitationsverfahren, sichergestellt. Die Qualifikationsvereinbarung im Rahmen des Kollektivvertrags stellt ein zusätzliches Instrument zur Qualitätssicherung dar. 5

8 Bei der Neubesetzung von Professuren anhand eines Berufungsverfahrens werden an die JKU nur ExpertInnen berufen, deren fachliche Schwerpunkte einen Ausbau bzw. eine Ergänzung der bestehenden Forschungsschwerpunkte im jeweiligen Exzellenzfeld darstellen. Somit ist sichergestellt, dass die JKU entsprechend der Leistungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung die Ziele und Vorhaben des Entwicklungsplans erfüllen kann. Als grundlegendes Instrument einer internen Evaluierung wurde 2013 auf Basis der FoDoK (Forschungsdokumentationsdatenbank der JKU) ein Instrument zur Erstellung sowohl standardisierter als auch individueller Berichte zur Forschungsleistung von Organisationseinheiten und ForscherInnen entwickelt und den Instituten zur Verfügung gestellt. Die externe Evaluierung erfolgt für individuelle Forschungsleistungen im Rahmen der Berufungs- und Habilitationsverfahren durch die dafür in der Satzung vorgesehenen Begutachtungs- und Bewertungsprozesse. Weiters stellen sich die ForscherInnen der JKU externen Evaluierungen im Rahmen ihrer Publikationstätigkeit bzw. im Zuge der Beantragung von Forschungsprojekten in geförderten Forschungsprogrammen vorrangig durch die FFG, die EU und den FWF. Universitätsübergreifende Aktivitäten Trotz aller berechtigten Bedenken, die gegenüber Rankings aufgrund mangelnder Datensicherheit und zweifelhafter Auswertung der Daten bestehen, beteiligt sich die JKU aktiv an mehreren internationalen Rankings, um die Sichtbarkeit auf internationaler Ebene zu verstärken und für potenzielle incoming-studierende präsent zu sein lieferte die JKU wie in den Jahren zuvor Daten für das Times Higher Education Ranking, für QS World University Rankings und für das Academic Ranking of World Universities der Shanghai Jiao Tong University (ARWU-Ranking). Beim THE-Ranking wurde die JKU gesamt auf Rang gerankt, beim QS-Ranking auf Rang und beim ARWU-Ranking auf Rang Im Hinblick auf die Erarbeitung von Bewertungsindikatoren, eines Benchmarking-Systems sowie der Identifikation von Peer Institutionen zum Leistungsvergleich beteiligte sich die JKU 2013 an der zweiten Pilot-Evaluierungsphase des U-Multirank-Projekts. Die Auswertungsergebnisse werden für Frühjahr 2014 erwartet. Besser als in Gesamt-Universitäts-Rankings schneidet die JKU bei Rankings ab, wo einzelne Fachbereiche gerankt werden. Beim QS-Ranking erreichte die JKU im Bereich Mathematics Rang , im Bereich Natural Sciences Rang 337, im Bereich Engineering & Technology Rang 364 und im Bereich Social Sciences & Management Rang

9 Beim NTU-Ranking der National Taiwan-University, das automatisch und basierend auf Anzahl und impact der wissenschaftlichen Publikationen erstellt wird, liegt die JKU im Bereich Materialwissenschaften auf Rang 176, im Bereich Mathematik auf Rang 249 und im Bereich Engineering auf Rang 257. Beim Research Paper in Economics-Ranking der University of Connecticut, das auf der größten bibliographischen Datenbasis für Ökonomie und Zitationsanalysen basiert, erreichte das Institut für Volkswirtschaftslehre an der JKU beim Ranking der forschungsstärksten Fakultät für Volkswirtschaftslehre/Wirtschaftswissenschaften in Österreich Rang 2. Als beste österreichische AutorInnen in Volkswirtschaftslehre/Wirtschaftswissenschaften wurden die JKU-Professoren Friedrich Schneider und Joseph Francois auf den Plätzen 1 und 2 gerankt. Beim Microsoft Academic Search erreichte die JKU im Field Software Engineering Rang 35, im Field Electrical and Electronic Engineering Rang 323, im Field Condensed Matter Physics Rang 496 und im Field Chemical Physics and Material Physics Rang 620. Follow-up Maßnahmen Die Interne Revision trägt durch ihre Prüfungsfeststellungen und den darauf aufbauenden Handlungsempfehlungen für das Management zu einer Qualitätssicherung in den Prozessen von Lehre, Forschung und Verwaltung, in der Wirtschaftlichkeit sowie in der Einhaltung von Regelungen und internen Kontrollen bei. Prüfungsthemen und -schwerpunkte im Jahr 2013 waren die Analyse von IST-Prozessen in der Verwaltung, die Einhaltung von Richtlinien und Sicherheitsregelungen sowie die finanzielle Gebarung in den verschiedensten Bereichen. Durch die Durchführung eines systematischen Maßnahmencontrollings sowie durch Followup Prüfungen ist eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität möglich. 7

10 D. Personalentwicklung und Nachwuchsförderung Human Resource Management Mit Stichtag beschäftigte die Johannes Kepler Universität Linz (2011: 2.654) MitarbeiterInnen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Veränderung von plus 0,7 Prozent Personen gehören dem wissenschaftlichen, 700 dem allgemeinen sowie weitere 693 dem drittmittelfinanzierten Personal an. Umgerechnet in Vollzeitäquivalente entspricht dies den Werten 1.766,9 (JKU gesamt), 679,3 (wissenschaftlich), 603,9 (allgemein) sowie 483,7 (drittmittelfinanziert). Ohne das Engagement, das diese MitarbeiterInnen Tag für Tag zeigen, wäre es der JKU nicht möglich, ihren hohen Standard in Forschung und Lehre aufrechtzuerhalten. Von den wissenschaftlichen Beschäftigten zählen 121 (2012: 123) zur Gruppe der UniversitätsprofessorInnen, (2012: 1.197) zu den außerordentlichen UniversitätsprofessorInnen, UniversitätsdozentInnen, LektorInnen und den wissenschaftlichen MitarbeiterInnen mit Diplom oder Doktorat den Kerngruppen in Forschung und Lehre. 700 MitarbeiterInnen (2012: 699) waren in Dienstleistungsfunktionen in den zentralen Verwaltungseinheiten sowie an den Instituten als administrative, technische und LabormitarbeiterInnen tätig. Hinzu kommen 499 Beschäftigte (2012: 473), die als wissenschaftliche MitarbeiterInnen in Drittmittelforschungsprojekte involviert waren, sowie 194 Angestellte (2012: 169) aus dem administrativen Bereich, die über Drittmittel finanziert werden. Insgesamt befanden sich Ende MitarbeiterInnen der JKU in Karenz. Berufungsmanagement In das Berichtsjahr 2013 fallen sechs Berufungen gem. 98 UG (2012: 7) sowie zwei Berufungen gem. 99 UG (2012:0), acht Habilitationen (2012: 9) und zwei Emeritierungen. (2012: 4). Von den acht Berufungen erfolgten drei an der SOWI-Fakultät (Prof. in Doris Weichselbaumer, Institut für Frauen und Geschlechterforschung; Prof. Matthias Fink, Institut für Innovationsmanagement, Prof. in Scherschel Karin, Institut für Soziologie), eine an der RE- Fakultät (Prof. Günther Löschnigg, Institut für Universitätsrecht) sowie vier an der TN- Fakultät (Prof. Werner Baumgartner, Institut für Medizin- und Biomechatronik; Prof. Mario Huemer, Institut für Signalverarbeitung; Prof. Ronny Ramlau, Institut für Industriemathematik; Prof. Zoltan Major; Institut für Polymer Product Engineering). 8

11 Dem hohen Qualitätsanspruch der JKU in Forschung und Lehre entsprechend, wurden die Berufungsverfahren für mehrere strategisch relevante Professuren eingeleitet, wie zum Beispiel: Energieeffiziente analoge Schaltungen und Systeme Katalyse Integrierte Qualitätsgestaltung Integrierter Schaltungs- und Systementwurf Software Science Drei Personen habilitierten sich an der SOWI-, fünf an der TN-Fakultät. Es emeritierten Prof. Hartmut Bremer und Prof. Günter Pilz, beide TN-Fakultät. Nachwuchsfördermaßnahmen Grundausbildung des allgemeinen und wissenschaftlichen Personals Die MitarbeiterInnen des wissenschaftlichen und des allgemeinen Personals durchlaufen zu Beginn ihrer Dienstzeit an der JKU eine spezifische, über Jahre etablierte und laufend weiterentwickelte Grundausbildung. Das Grundausbildungsprogramm für das wissenschaftliche Personal wurde 2013 im neunten und zehnten Turnus durchgeführt und von insgesamt 55 MitarbeiterInnen absolviert. Über die kollektivvertraglich geforderte Grundausbildung im Bereich der Hochschuldidaktik hinaus bietet die JKU den NachwuchswissenschafterInnen mit diesem Programm eine erweiterte Grundausbildung im Bereich Forschung mit den Schwerpunkten Publizieren und Vortragen an. In der Evaluierung wurde auch 2013 insbesondere das direkt an die Lehre der TeilnehmerInnen gekoppelte Mentoring positiv hervorgehoben, im Rahmen dessen lehrerfahrene MitarbeiterInnen an den Instituten für ein Semester die Funktion der Mentorin bzw. des Mentors übernehmen. Das Grundausbildungsprogramm für das allgemeine Personal wurde im Berichtsjahr im achten, neunten und zehnten Turnus von insgesamt 43 Personen besucht. Das Programm ist modular aufgebaut und insbesondere auf die Themenbereiche des Organisations- und Arbeitsrechts sowie Spezifika aus dem Bereich des Managements und der Verwaltung der JKU ausgerichtet. Den individuell unterschiedlichen Anfordernissen am jeweiligen Arbeitsplatz wird insofern Rechnung getragen, als innerhalb des ersten Dienstjahres mindestens ein frei wählbares Seminar aus dem JKU-internen Weiterbildungsprogramm verpflichtend zu absolvieren ist. 9

12 Weiterbildung Sämtlichen MitarbeiterInnen der JKU steht ein umfangreiches internes Weiterbildungsprogramm kostenlos zur Verfügung. Das inhaltliche Spektrum der in diesem Rahmen angebotenen, zumeist halb-, ein- oder mehrtägigen Seminare spannt sich über die Themenfelder Forschung und Lehre, Management und Führung, Selbst- und Teamentwicklung, Sprachen und EDV wurden in diesem Zusammenhang insgesamt 53 verschiedene Veranstaltungen angeboten. Elf MitarbeiterInnen aus dem wissenschaftlichen Bereich nahmen an den Medientrainings des BMWF teil. Darüber hinaus wurden 38 MitarbeiterInnen im Rahmen unterschiedlichster extern angebotener Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt. Beratung, Begleitung und Coaching Neben den etablierten, vorrangig von der JKU-Personalentwicklung verantworteten Beratungsleistungen auf individueller sowie organisationaler Ebene, ist es ein wichtiges Anliegen, die MitarbeiterInnen bereits beim Eintritt bestmöglich in der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Ein wichtiges Instrument dafür ist der 2012 neu etablierte und 2013 voll umgesetzte JKU-Eintrittsprozess, der über einen standardisierten, von den MitarbeiterInnen in Eigenverantwortung zu erfüllenden Aktivitätenkatalog hinaus den obligatorischen Besuch des JKU-Willkommenstags vorsieht. Im Rahmen dessen wurden 2013 über 100 wissenschaftliche und allgemeinbedienstete MitarbeiterInnen in die Geschichte, Organisation und Abläufe der JKU eingeführt. Dem Fokusthema Führungskräfteentwicklung Rechnung tragend, wurde das seit 2010 bestehende Angebot gezielter Führungskräfte-Coachings 2013 weiter ausgebaut. Die Coachings werden von Führungskräften im allgemeinen Dienst und vermehrt auch von jenen im wissenschaftlichen Bereich in Anspruch genommen. Im Berichtsjahr wurde zudem damit begonnen, im Rahmen der Personalentwicklung einen Fundus an Selbststudienmaterialen zum Thema Führung und Management aufzubauen. Gestaltung von Rahmenbedingungen Die Gestaltung karriereförderlicher Rahmenbedingung stellt für die JKU einen integrativen Bestandteil wirksamer Nachwuchsförderung dar und findet abteilungsübergreifend statt. Eine zentrale Rolle hierbei nehmen die zahlreichen Aktivitäten im Bereich der Frauenförderung und Gleichstellung ein. Aber auch die Vergabe von Stipendien an WissenschafterInnen als Anreiz zur verstärkten Teilnahme an internationalen Konferenzen und Kongressen, ist als nachwuchsfördernde Maßnahme zu betrachten. 10

13 Ausbildung von Lehrlingen Die JKU bildet Lehrlinge in den unterschiedlichsten Lehrberufen aus von VerwaltungsassistentInnen über ChemielabortechnikerInnen bis hin zu MalerInnen wurden zehn Lehrlinge in drei Berufen aufgenommen. Davon waren sechs weiblich und vier männlich. Insgesamt befanden sich im September Lehrlinge an der JKU in Ausbildung. Die Lehrlinge werden an der JKU professionell betreut und erhalten eine umfassende Ausbildung am Arbeitsplatz. Neben der üblichen Ausbildung anhand des Berufsbilds steht den Lehrlingen ein abwechslungsreiches Zusatzangebot zur Verfügung. So bietet die JKU beispielsweise Begleitmaßnahmen an, um den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern. Während der drei Lehrjahre müssen verpflichtend zwölf vorgegebene Seminare besucht werden, welche von den Rechten und Pflichten eines Lehrlings, über die Struktur der JKU bis hin zu Bewerbungstraining und Seminare zur Sozialen Kompetenz reichen. Im Lehrberuf der/des VerwaltungsassistentIn ist ein Rotationssystem etabliert, welches Einblick in die Tätigkeitsfelder und Arbeitsbereiche anderer Abteilungen und Institute gibt. Dies erweitert den Erfahrungshorizont und gewährleistet eine umfassende Ausbildung. Umsetzung des Laufbahnmodells Dem Kollektivvertrag für die ArbeitnehmerInnen der Universitäten entsprechend, wird unterschieden zwischen Rotationsstellen (= zeitlich befristet zu besetzende Planstellen für Pre- und Post-Docs gem. 26 KV), Dauerstellen (= befristete, nach positiver Evaluierung unbefristet zu besetzende Planstellen für Senior Scientists gem. 26 Abs. 2 KV bzw. Senior Lecturers gem. 26 Abs. 3 KV) und Karrierestellen (= Post-Doc-Planstellen; MitarbeiterInnen gem. 26 KV, von denen erwartet werden kann, dass sie eine etwaige Qualifizierungsvereinbarung gem. 27 KV erfüllen können). Darüber hinaus werden ProjektmitarbeiterInnen gem. 28 KV (Pre- und Post-Docs) für die Dauer wissenschaftlicher Projekte, LektorInnen gem. 29 KV auf Teilzeitbasis sowie studentische MitarbeiterInnen gem. 30 KV beschäftigt. Der Einsatz des wissenschaftlichen Personals erfolgt auf Basis des Personalstrukturplans, in dem die Anzahl der Stellen je Kategorie auf Basis der insgesamt der Organisationseinheit zugewiesenen Stellen festgelegt ist. Für die RE- und SOWI-Fakultät wurde 2013 auf Ebene der Pre-Doc-Stellen gem. 26 KV damit begonnen, neue Modelle der Vertragsgestaltung zu entwickeln, um den MitarbeiterInnen verbesserte Möglichkeiten zur Fertigstellung der Dissertation einzuräumen. Um der weiteren Verbesserung des Betreuungsschlüssels in der Lehre an der RE-Fakultät Rechnung zu tragen, wurde darüber hinaus ein Prozess angestoßen, die Karrierewege im Bereich des akademischen Mittelbaus neu zu gestalten. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Einsatz von Senior Lecturers gem. 26 Abs. 3 KV. 11

14 Vereinbarkeit von Beruf und Familie Am wurde der JKU vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend das Grundzertifikat Audit hochschuleundfamilie" verliehen. Damit wurde ein dreijähriger Auditierungsprozess gestartet mit einer geplanten Reauditierung im Jahr Als eine Maßnahme des Audits wurde das Familienservice eingegliedert in die Abteilung Gleichstellungspolitik eingerichtet. Dafür stehen personelle Ressourcen im Ausmaß von 30 Std./Woche zur Verfügung. Örtlich ist das Familienservice im Kinderbüro der JKU untergebracht. Schwerpunkte dieses Angebots sind Information, Beratung, Planung, Umsetzung und Evaluierung von Maßnahmen sowie Vernetzungsaktivitäten zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie (Kinderbetreuung sowie Pflege älterer Angehöriger). Als Serviceleistung werden zudem Veranstaltungen für die gesamte Familie angeboten. Beispielsweise gab es bei der Langen Nacht der Forschung" 2013 erstmals eine Kinderstation. Als weitere Unterstützung für Personen mit Babys und Kleinkindern wurden neun Wickeltische am Campus montiert. Beschreibung des Kinderbetreuungsangebots Das Angebot der stundenweisen Betreuung durch das Kinderbüro an der JKU unter der Trägerschaft des Hilfswerks OÖ richtet sich an Universitätsbedienstete und Studierende mit Kind(ern). Kinder ab einem Alter von zwölf Monaten können zu einem Preis von EUR 2,- pro Stunde von Montag bis Freitag 8:00 bis maximal 17:30 Uhr untergebracht werden. Auch in den Semester-, Oster- und Sommerferien wird eine Kinderbetreuung angeboten wurden während der Sommerferien zusätzlich Themenwochen mit wissenschaftlichen Workshops und Laborbesuchen abgehalten. Die Betreuung konnte stundenweise, halbtags, ganztags oder wochenweise gebucht werden wurde das Kinderbüro mit dem 2. Platz beim Landesfamilienpreis Felix familia, einem Preis für oberösterreichische Unternehmen und Institutionen mit besonders herausragenden Leistungen im Bereich familienbewusster Personalpolitik, ausgezeichnet. Im Auftrag des Rektorats wurde eine Studie zur Erhebung des Kinderbetreuungsbedarfs durchgeführt, aus der Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie abgeleitet werden. Die Administration der Informationsplattform unikid.at für Eltern an österreichischen Universitäten wurde bis Ende 2013 von der Abteilung Gleichstellungspolitik übernommen. Als Mitglied im Dual-Career-Netzwerk der Österreichischen Universitäten arbeitet die JKU intensiv am Ausbau des Dual-Career-Service. 12

15 Angebot zur Arbeitsflexibilität für Angehörige der Universität mit Betreuungspflichten Bediensteten der Universität steht es nach Maßgabe der dienstlichen Gegebenheiten frei, eine gleitende Arbeitszeit in Anspruch zu nehmen, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Dies ist per Betriebsvereinbarung geregelt. Maßnahmen zur spezifischen Karriereförderung von BerufsrückkehrerInnen nach der Elternkarenz Die JKU hält zu karenzierten Personen auch während deren Abwesenheit Kontakt und informiert über wichtige Themen. Dies trägt zu einer besseren Eingliederung beim Wiedereinstieg bei. 13

16 E. Forschung und Entwicklung Forschungsschwerpunkte, Forschungscluster und -netzwerke Großes Potential für die Forschung an der JKU liegt in der durch die Campuslage auch lokal stark begünstigten Verschränkung der in den drei Fakultäten vorhandenen Expertisen in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik. Die Interdisziplinarität soll verstärkt zu einem Markenzeichen der JKU werden, womit die Universität auch internationalen Trends folgt. Die Entwicklung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät hat in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen, was auch an einem Generationenwechsel liegen mag, der sich aufgrund der großen Anzahl an Emeritierungen ergeben hat. Gesellschaftsrelevante Forschung, die auch in internationale Publikationserfolge mündet, wird in vielen Forschungsprojekten betrieben, die sich mit der Finanzkrise und ihren weitreichenden Konsequenzen auf weite Teile unserer Gesellschaft befassen. Neben den finanziellen und gesamtwirtschaftlichen Aspekten, die von den Betriebs- und VolkswirtInnen untersucht werden, widmen sich unter anderem die SoziologInnen der hochaktuellen Frage, ob es unter den Bedingungen leerer öffentlicher Kassen zu grundlegend neuen Wirkungsweisen der Sozialpolitik kommen wird. PädagogInnen und SoziologInnen sind als ExpertInnen in der österreichischen und internationalen Bildungsforschung nachgefragt. Intensiviert wurde die Gesundheits-, Pflege- und Careforschung. Die SozialwirtInnen befassen sich darüber hinaus mit der Transformation der internationalen Gesundheitssysteme. Die Anforderungen in der Arbeitswelt haben sich grundlegend gewandelt, ebenso die Erwartungen von den ArbeitgeberInnen an die ArbeitnehmerInnen und umgekehrt. Dazu ermöglicht zunehmende Mobilität auch mehr Flexibilität, mit allen Vor- und Nachteilen. Das Thema Arbeitswelt wird an der SOWI von den PädagogInnen und PsychologInnen insbesondere hinsichtlich der psychologischen Aspekte erforscht. Die VolkswirtInnen sind in mehreren hochkarätigen und internationalen Projekten mit Fragen von Arbeitsmarktforschung und Effekten der Alterung auf die Gesellschaft befasst (Nationales Forschungsnetzwerk The Austrian Center for Labor Economics and the Analysis of the Welfare State sowie Survey on Health, Ageing, and Retirement in Europe von der EU finanziert). Auch die volkswirtschaftlichen Aspekte des Gesundheitssystems sind ein Forschungsschwerpunkt. Ein Schwerpunkt, der im Bereich der Betriebswirtschaftslehre bereits seit längerem erfolgreich etabliert ist, ist die Familienunternehmensforschung ein vor allem für die (ober-) österreichische Unternehmenslandschaft äußerst wichtiges Thema, das in einem der vielen institutsübergreifenden Forschungsbereiche der Institute für Controlling und Consulting, für 14

17 Betriebliche Finanzwirtschaft, für Unternehmensführung und -entwicklung und des Instituts für Angewandte Statistik weiter vorangetrieben wird. Fragen der Globalisierung und ihre vielfältigen Auswirkungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilbereichen werden u.a. in historischer Perspektive untersucht. In der Betriebswirtschaftslehre wird der Frage nachgegangen, wie Unternehmen und Organisationen gestaltet werden können, um sich optimal an die internationalen Wettbewerbsbedingungen anzupassen. Die Einrichtung des CD-Labors für effiziente intermodale Transportsteuerung am Institut für Produktions- und Logistikmanagement (Leitung Prof. Karl Dörner) zeugt von der Praxisrelevanz der hier getätigten Forschung für die Industrie. Als weiteres Beispiel hierfür sind die umfangreichen nationalen und internationalen Forschungskooperationen der Wirtschaftsinformatik mit namhaften Unternehmen zu nennen, die sowohl die Innovation und Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologie als auch den effektiven und effizienten Einsatz von Informationstechnologien und den Aufbau von Wissensmanagementsystemen zum Gegenstand haben. Schwerpunkte, in denen die Wirtschaftsinformatik international beachtete Forschungsergebnisse erzielen konnte, sind Business Engineering, Data Analysis, Software Engineering und Location and Context Based Services. Zu den methodologischen und ethischen Grundlagen der Sozialwissenschaften schließlich, hat das Institut für Philosophie Forschungsbeiträge geleistet. Die zunehmende Internationalisierung von Lebenssachverhalten (Stichwort: Globalisierung), demografische Veränderungen, technische Fortschritte und ähnliche Phänomene unserer Zeit zwingen den Gesetzgeber, laufend und in immer kürzeren Abständen rechtliche Anpassungen vorzunehmen. Forschungsergebnisse der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der JKU fließen dabei regelmäßig in den Gesetzgebungsprozess ein beispielsweise haben Linzer RechtswissenschafterInnen die politische Debatte um die (Wieder-)Einführung von Erbschafts- und Schenkungssteuer mit wissenschaftlichen Analysen unterlegt und in Steuerreformgremien etwa zur Besteuerung von Land- und Forstwirtschaft mitgewirkt. Auch das Justizministerium griff im letzten Jahr bei der Neuregelung der Geldschuld auf die Expertise Linzer JuristInnen zurück. Des Weiteren werden konkrete Auswirkungen von wichtigen Gesetzesnovellen auf die Rechtspraxis von Linz aus untersucht; hier erfolgt etwa die Evaluierung der letzten großen Reform der Strafprozessordnung, mit der zentrale Kompetenzen von den unabhängigen UntersuchungsrichterInnen zur weisungsgebundenen Staatsanwaltschaft wanderten. Die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise hat nicht nur den Gesetzgeber zum Handeln veranlasst, sondern auch eine wahre Prozessflut ausgelöst, wobei AnlegerInnen von Privaten bis zu Gebietskörperschaften Schäden aus verlustbringenden Investments einklagen. Die dadurch aufgeworfenen Fragen reichen vom allgemeinen Vertrags- und 15

18 Schadenersatzrecht über die Prospekthaftung, das Gesellschafts- und Insolvenzrecht bis zur Wertpapieraufsicht. Ihre wissenschaftliche Untersuchung sowie die Unterstützung von Gesetzgebung und Rechtspraxis erfolgen in Kooperation mehrerer Linzer Institute und fügen sich in den Exzellenzschwerpunkt der RE-Fakultät zum Unternehmensrecht ein. Zentrale Rechtsfragen der Gegenwart und Zukunft sind nicht einzelnen klassischen Disziplinen zuordenbar, sondern Querschnittsmaterien. Dies gilt etwa auf dem Gebiet der Geschlechtergleichbehandlung, des Umweltschutzes, des Medizin- und des Technikrechts. Um ihrer enormen gesellschaftspolitischen Bedeutung Rechnung zu tragen und Ressourcen zu bündeln, sind diesen Forschungsfeldern eigene Institute bzw. Abteilungen gewidmet, die mit anderen renommierten (außer-)universitären Einrichtungen im In- und Ausland kooperieren. Da viele Probleme, die sich in diesen Rechtsgebieten stellen, nicht an den nationalstaatlichen Grenzen haltmachen, kommt auch der völker- und europarechtlichen Expertise große Bedeutung zu. Vielfach nimmt die Linzer RE-Fakultät eine Vorreiterrolle ein, etwa im Arbeitsverfassungsrecht, das so zentrale Fragen wie die Einrichtung von Betriebsräten regelt, und im Verfassungs- und Verwaltungsrecht: die Einführung der Verwaltungsgerichte erster Instanz, vielfach als Jahrhundertreform bezeichnet, wurde durch den Fachbereich Öffentliches Recht an der JKU bei der Schaffung der entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und bei ihrer Umsetzung von Beginn an wissenschaftlich begleitet sind mehrere Publikationen Linzer RechtswissenschafterInnen zu diesem Thema erschienen bzw. fertiggestellt worden, die bereits als Standardliteratur hierzu gelten. Ebenso sind 2013 die Tagungsbände zum 18. Österreichischen Juristentag erschienen, der 2012 unter maßgeblicher Beteiligung der RE-Fakultät in Linz stattfand und aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie zum Beispiel die rechtliche Erfassung von gleich- und verschiedengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften zum Gegenstand hatte. In allen Disziplinen wirken Linzer RechtswissenschafterInnen an der jeweiligen österreichischen und internationalen Standardliteratur mit. Zahlreiche, die Jurisprudenz prägende, Gesetzeskommentare und Fachbücher, führende Zeitschriften und Online- Plattformen entstehen an der Linzer RE-Fakultät. Viele ihrer Angehörigen wirken zudem als RichterInnen bzw. als wissenschaftliche MitarbeiterInnen an Höchstgerichten oder als BeraterInnen in bedeutenden nationalen und internationalen Gremien mit. Die Forschungsleistungen an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät dokumentieren sich sowohl in der Grundlagen- als auch in der angewandten Forschung in einer stattlichen Anzahl geförderter Projekte konnten an der TN-Fakultät zwei weitere CD-Labors eingerichtet werden: Am Institut für Chemische Technologie Anorganischer Stoffe das CD-Labor Kombinatorische Oxidchemie (Leitung: Prof. Hassel), und am Institut für Systems Engineering and 16

19 Automation das CD-Labor Monitoring and Evolution of Very-Large-Scale Software Systems (Leitung: Prof. Grünbacher; zwei Module werden vom Institut für Systemsoftware betreut). Mehrere Institute aus dem Bereich Chemie und Kunststofftechnik sind an interdisziplinären Verbundprojekten, gefördert im Rahmen des COMET-Programmes der FFG APMT, SolPol, Wood K plus und ACCM, federführend beteiligt. Die Institute für Chemie der Polymere und für Anorganische Chemie sind am FFG-Projekt Krebsimmuntherapie beteiligt. An den Instituten für Anorganische und Physikalische Chemie laufen FWFgeförderte Projekte und Forschungsergebnisse zum Thema CO 2 -Recycling. Bedeutende Fortschritte wurden in der Forschung auf dem Gebiet der künstlichen Photosynthese erzielt. Von der EU werden die Projekte Selective Photocatalytic Hydroxlation (in der Schiene ERA-Chemistry), Supramolecular Photocatalytic Water Splitting (in der Schiene COST) und Solar Collectors Made of Polymers (in der Schiene SCOOP) gefördert. Im Bereich der Informatik wurden zahlreiche neue Forschungsprojekte eingeworben bzw. begonnen: Das Institut für Computational Perception konnte drei Projekte im Schnittbereich zwischen Mustererkennung, Artificial Intelligence und Information Retrieval einwerben, zwei davon im EU-Rahmenprogramm FP7: GiantSteps Seven League Boots for Music Creation and Performance und PHENICX - Performances as Highly Enriched and Interactive Concert experiences. Vom FWF wird das Projekt Social Media Mining for Multimodal Music Retrieval gefördert. Der am Institut für Formale Modelle und Verifikation entwickelte SAT solver Lingeling gewann insgesamt sieben Medaillen in der internationalen SAT Competition. Am Institut für Pervasive Computing wurden 2013 die drei EU-Projekte SOCIONICAL, SAPERE und HC2 höchst erfolgreich abgeschlossen, drei neue Projekte wurden eingeworben und bereits begonnen: FoCAS, Raising Attention und 360Light. Das von Prof. Ferscha seit sieben Jahren erfolgreich geleitete Research Studio Pervasive Computing Applications (Programm Research Studios Austria) mit den Standorten Wien und Linz konnte enger an die JKU gebunden werden. Das Ministerium hat die Basisfinanzierung des Research Studios in Form eines Zusatzes an die Leistungsvereinbarung der JKU zugesichert. Am Institut für Systems Engineering and Automation wurden zwei FWF-Projekte und ein ACCM-Projekt gestartet. Die Stärke des Fachbereichs Mathematik an der JKU, seine internationale Sichtbarkeit und seine mit führende Rolle innerhalb der österreichischen Mathematik sowohl in der theoretischen Forschung als auch vor allem in der angewandten Forschung (Industrial Mathematics, Computational Mathematics, Mathematische Modellierung und Simulation, u.a.) wird unterstrichen durch eine Reihe großer Forschungsprojekte, an denen Institute des Fachbereichs Mathematik zum Teil leitend beteiligt sind. So wurden 2013 zwei FWF- Spezialforschungsbereiche eingerichtet: Algorithmic and Enumerative Combinatorics (Co- Sprecher: Priv.-Doz. Schneider), und Quasi-Monte Carlo-Methoden: Theorie und Anwendungen (Sprecher: Prof. Larcher). Zudem wurde das FWF-Nationale 17

20 Forschungsnetzwerk Geometrie + Simulation (Sprecher: Prof. Jüttler) eingerichtet. Ein großes Forschungsprojekt ist das EU-IAPP Projekt EXAMPLE (Koordinator: Prof. Jüttler). Äußerst fruchtbar ist auch die intensive Kooperation mit dem im Bereich der JKU angesiedelten Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics (RICAM) der ÖAW, an dem mehrere Professoren der JKU teilweise in leitender Funktion beteiligt sind. Dieser Cluster, bestehend aus den Instituten des Fachbereichs Mathematik, dem RICAM, den hier stationierten Großprojekten sowie den im Umfeld entstandenen Spin-off- Unternehmen, kann durchaus als ein Excellence Center für Angewandte Mathematik von internationalem Ruf bezeichnet werden. Die Mechatronik Linzer Prägung versteht sich als synergetische Kombination aus Mechanik/Maschinenbau, Elektrotechnik/Elektronik, angewandte Computerwissenschaften, Automatisierungs-/Regelungstechnik sowie Systemkonstruktion und dem Entwurf mechatronischer Systeme. Der Aufbauschwerpunkt Informationselektronik beschäftigt sich mit den Technologien, Verfahren, Methoden und Algorithmen zur Daten- und Nachrichtenübertragung und Verarbeitung vornehmlich auf Hardwareebene. Im Berichtszeitraum wurde mit den Berufungen der Professoren Baumgartner (Medizinmechatronik) und Huemer (Signalverarbeitung) die Kompetenz in Übereinstimmung mit dem Entwicklungsplan in wesentlichen Entwicklungs- und Kerngebieten gestärkt. Ende 2013 wurde zusätzlich zu den bestehenden, dem Exzellenzfeld zugeordneten CD-Labors ( Integrierte Radarsensoren von Prof. Stelzer, Modellierung partikulärer Strömungen von Assoz.Prof. Pirker) ein weiteres CD-Labor für Leichtbau (Prof. Schagerl) genehmigt. Damit wird die grundlagenorientierte anwendungsbezogene Forschung im Exzellenzfeld, welche u.a. bereits durch das Mechatronik-Kompetenzzentrum ACCM (COMET K2-Zentrum) und das JKU Hoerbiger Research Institute for Smart Actuators (Leitung Prof. Amrhein) stark verankert war, weiter verstärkt. Anfang 2013 hat das ACCM die erste Förderphase abgeschlossen und, nach erfolgreicher Evaluierung dieser ersten Phase die zweite fünfjährige Förderperiode begonnen. Im ACCM forschen 27 internationale wissenschaftliche Partnerinstitutionen mit 52 Instituten (unter Federführung der JKU-Institute des Fachbereichs Mechatronik) gemeinsam mit 59 UnternehmenspartnerInnen in Projekten mit hohem Grundlagenanteil mit einem Gesamtvolumen von rund 63 Mio. (im Zeitraum 2013 bis inkl. 2017). Der Fachbereich Physik hat auch im Jahr 2013 wieder Meilensteine gesetzt. Unter anderem wurden zusammen mit japanischen KollegInnen die dünnsten Leuchtdioden der Welt, zehnmal dünner als eine Frischhaltefolie, entwickelt. Außerdem wurde eine ebenso dünne Elektronikfolie entwickelt. Beide Projekte sind im Rahmen eines ERC Advanced Grants von Prof. Siegfried Bauer realisiert worden. In der Mikroelektronik hält die Miniaturisierung unvermindert an. Längst sind nanoskopische Abmessungen erreicht, bei denen die klassische Physik zu versagen beginnt. Hier setzt die Forschungsgruppe von Dr. Georgios Katsaros an: Mit Unterstützung zweier im Jahr 2013 eingeworbener Großprojekte (ein ERC Starting Grant von der EU und ein START Preis vom FWF) will er Spinzustände nutzen, um 18

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