Vielfalt. Das Bildungsmagazin. Liebe Leserinnen und Leser, Suche nach Bildungsgerechtigkeit: Kein Schulplatz für Kinder. Inklusion mit Ausnahmen

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1 Sommer 2013 Vielfalt Das Bildungsmagazin Liebe Leserinnen und Leser, spätestens kurz vor den Sommerferien fragen sich nicht wenige Eltern: Soll ich drei Tage vor Beginn der Ferien den Flug für 100 Euro weniger in den Süden buchen und Ärger mit der Schule riskieren? Immerhin droht ein Bußgeld von bis zu 500 Euro, wenn Kinder wiederholt dem Unterricht fernbleiben wurde die Schulpflicht in der Weimarer Verfassung einheitlich für ganz Deutschland festgeschrieben. Aufgrund der Kulturhoheit der Länder regeln die Bundesländer in ihren Schulgesetzen die Schulpflicht. In Nordrhein-Westfalen gilt die Schulpflicht für alle Kinder, die hier leben. Nicht nur für deutsche Kinder, sondern für alle selbst für jene Kinder aus Migrationsfamilien, die ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land leben. Die Schulpflicht verpflichtet allerdings nicht nur die Eltern zur Einhaltung, sondern die Schulbehörden zur Bereitstellung eines Schulplatzes. Im Schwerpunkt berichten wir über neu eingewanderte Kinder, die in Städten wie Duisburg und Köln bis zu einem halben Jahr auf einen Schulplatz warten. Es sind keine traurigen Einzelfälle, es sind hunderte Kinder ohne Schulplatz. Die Schulpflicht wird für sie über Wochen und Monate ausgesetzt, ein Novum, das das Schulgesetz nicht vorsieht. Nach den Sommerferien droht dieses Elend weiter zu gehen, wenn sich keine zivilgesellschaftliche Lobby hinter Kinder und Eltern stellt. Ob die Plätze für die unter Dreijährigen in den Kitas nach den Sommerferien reichen werden, steht noch nicht ganz fest. Fest steht, dass die über Dreijährigen größte Probleme haben, überhaupt noch einen Platz zu ergattern, besonders dann, wenn sie neu mit ihren Eltern nach Deutschland einwandern. Inklusion bedeutet, die, die nicht dabei sind, sichtbar zu machen und Bildungsgerechtigkeit für sie einzufordern. Suche nach Bildungsgerechtigkeit: Kein Schulplatz für Kinder Inklusion mit Ausnahmen Seite 2 Seite 5 Bildungspaket kommt nicht an Seite 7 Gemächlich wird der gemeinsame Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung in NRW umgesetzt. Das verbriefte Recht auf Inklusion scheint auf sich warten lassen zu können. Möglicherweise kann das Recht auf einen Kitaplatz, auf einen Schulplatz und auf den gemeinsamen Unterricht nur unter der Devise der Antidiskriminierungsbewegungen erreicht werden: Nicht jammern, sondern klagen! Mercedes Pascual Iglesias für die Redaktion Interkulturelles Zentrum Höhenberg Seite 8 Seite 12 Seite 13 Foto: Amirpur

2 Schwerpunkt: Schule /2 GESUCHT WIRD BILDUNGSGERECHTIGKEIT FÜR NEUZUWANDERER Nora spricht zwei Sprachen: Bulgarisch und Türkisch. In der Schule lernte sie in kyrillischer Schrift Lesen und Schreiben. Sie war in der dritten Klasse, als ihre Mutter Ceylan Rahimova im November letzten Jahres beschloss, von Bulgarien nach Köln zu ziehen. Der Vater lebt schon einige Zeit in Deutschland und hat bei einer Kölner Baufirma eine Anstellung gefunden. Anfang Dezember meldet sich die Mutter mit ihren beiden Kindern Nora und der fünfjährigen Neriman offiziell in Köln-Poll an. Als EU-Bürgerin kein Problem. Wenige Tage später gehen Vater und Mutter mit Nora zur nächstgelegenen Grundschule im Stadtteil, um sie anzumelden. Fehlanzeige. Nora wird weggeschickt, weil sie kein Deutsch spricht. Am Anfang hat das Schulamt richtig Druck gemacht. Wir sollten ganz schnell zum Gesundheitsamt gehen, um die Schuluntersuchung machen zu lassen, aber dann haben wir nichts mehr gehört, Foto:flickr, joeseph B berichtet die Mutter von ihren ersten Erlebnissen mit dem deutschen Schulsystem. Wir haben nicht lokker gelassen. Wir waren in allen Grundschulen im Stadtteil. Alle haben uns weggeschickt. Nora bekommt die Ablehnungen hautnah mit und sie macht sich ihren Reim darauf. Mein Mädchen war sehr enttäuscht, sie hat viel geheult und gesagt, die wollen mich hier nicht haben, ich will zurück nach Bulgarien zu meinen Freundinnen. STRUKTURELLE DISKRIMINIERUNG - KEIN EIN- ZELFALL Nora sei kein trauriger Einzelfall, berichtet Eliza Aleksandrova von der Integrationsagentur des Kölner Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. Viele bulgarische Kinder warten bis zu fünf Monaten auf einen Schulplatz". Was die Mutter von Nora als Absicht der Stadt bezeichnet, sie damit aus Köln loszuwerden, ist für die Psychologin Aleksandrova ein Hinweis für strukturelle Diskriminierung: "Davon sind besonders Kinder aus Romafamilien betroffen. Mit dem Erlangen eines Schulplatzes sei die Diskriminierung jedoch nicht gebannt. Eine andere Familie habe letztes Jahr von Februar bis Oktober auf einen Schulplatz für ihr zehnjähriges Grundschulkind gewartet. Nach nur einem Monat leitete die Schule das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs ein. Die Eltern sind hinters Licht geführt worden. Sie haben dem Verfahren zugestimmt, ohne zu wissen, was es bedeutet, wenn ihr Kind in eine Sonderschule abgeschoben wird." Weder die Bemühungen um einen Schulplatz für Nora noch um einen Kindergartenplatz für die fünfjährige Nerima fruchten. Beide Kinder bleiben ohne die Möglichkeit, andere Kinder kennenzulernen und Deutsch zu lernen, bei der Mutter. Deren Jobsuche wiederum und damit verbunden auch die Wohnungssuche stagnieren. Die Familie lebt beim Arbeitgeber des Mannes in zwei Büroräumen. Das Provisorium, geplant für die ersten Wochen, zieht sich in die Länge. Was die Kinder brauchen, beschreibt Karl-August Schwarthans von der AWO Integrationsstelle in Duisburg bei der Experten-Anhörung im NRW-Integrationsministerium am 19. März: Insbesondere die Kinder und Jugendlichen, die sich auf der Warteliste für den Schulbesuch befinden, benötigen ein Angebot zur Vorbereitung auf die Schule, ebenso wie die Kinder im Vorschul- und Kindergartenalter. Der rechtliche Anspruch auf einen Kindergartenplatz muss durchgesetzt werden. INTERNATIONALE KLASSEN SOLLEN VORBE- REITEN Für die Stadt bedeutet das eine Herausforderung. Köln ist eine junge, wachsende Stadt. Das ist schön, führt aber in manchen Veedeln zu voll ausgelasteten Schulen, beschreibt Beate Blüggel, Leiterin der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen (RAA) die Situation. Außerdem hat es in den letzten Jahren eine Veränderung der Schullandschaft gegeben, weil ja viele Hauptschulen geschlossen worden sind. Das war die Schulform, die sich bisher hauptsächlich mit der Beschulung von Seiteneinsteigern beschäftigt hat. Petra Fervers ist

3 Schwerpunkt: Schule /3 Foto: flickr, archangeldeb bei der RAA zuständig für die Beratung der neu zugewanderten Kinder und ihrer Eltern. Auf ihre Empfehlung hin weist das Schulamt die Neu-KölnerInnen so weit wie möglich Schulen mit besonderen Klassen zu in denen die Kinder intensiv sprachlich gefördert werden, bevor sie in eine Regelschulklasse wechseln. Mittlerweile beteiligten sich neben Haupt- und Realschulen auch Gymnasien und Gesamtschulen an der Beschulung neu eingewanderter Kinder, führt sie aus: Wir haben 21 Grundschulen mit 24 internationalen Klassen. Die Grundschüler gehen aber auch in die zuständigen Grundschulen vor Ort. Es gibt 13 Hauptschulen mit 20 Klassen, sieben Realschulen mit 13 Klassen sowie vier Gesamtschulen und sechs Gymnasien, die in internationalen Klassen die Schüler auf die Regelschule vorbereiten. SCHULPFLICHT GILT FÜR ALLE Am 8. März dieses Jahres erhalten die Eltern von Nora einen Brief vom Schulamt der Stadt mit folgendem Inhalt: Ihr obengenanntes schulpflichtiges Kind ist hier seit dem erfasst. Auf Grund der hohen Anzahl von eingereisten schulpflichtigen oder schulberechtigten Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in diesem Schuljahr kann sich die im Falle Ihres Kindes erforderliche Zuweisung in eine Vorbereitungsklasse verzögern. Bitte warten Sie einen weiteren Bescheid ab. Und die Schulpflicht? Eine Befreiung von der Schulpflicht gibt es prinzipiell nicht, sagt Beate Blüggel. Die Schulpflicht gilt für alle, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Nordrhein-Westfalen haben. Nicht einmal der aufenthaltsrechtliche Status spiele eine Rolle, erklärt sie. Es gibt ein Menschenrecht auf Bildung. Die Kinder haben ein Recht, und unsere Pflicht ist es dafür zu sorgen, dass sie das bekommen. Auf die Frage, ob es in Köln eine Frist gebe, bis wann neu Zugewanderte einen Schulplatz erhalten müssen, antwortet sie: Sofort! Am 10. April erhalten die Eltern von Nora den nächsten Brief des Schulamtes, nicht aber mit der Zusage für den lang ersehnten Schulplatz, sondern mit einer Ordnungsverfügung wegen der versäumten Anmeldung Ihres Kindes zum Schulbesuch. Erst als sich eine Beratungsstelle einschaltet, gewinnt die Beschulung des Kindes etwas an Fahrt, und die Zwangsmittelandrohung wird eingestellt. In der letzten Maiwoche kann Nora nach einem halben Jahr Warten zur Schule. Sie hat probeweise im Rahmen einer pädagogischen Einzelfallentscheidung mangels freier Kapazitäten in Auffang-/Vorbereitungsklassen einen Schulplatz in einer allgemeinen Grundschule ohne Vorbereitungsklasse erhalten. Ob sie hier oder in den Vorbereitungsklassen besser Deutsch lernt, ist eine andere Diskussion, die noch zu führen ist. Den ersten Schritt ins deutsche Bildungssystem hat die Neunjährige jedenfalls geschafft anders, als die im Juni 2013 beim Kölner Schulamt registrierten 40 Kinder von Neuzuwanderern, die keinen Schulplatz erhalten haben. Dazu kommen noch jene Kinder, die nicht von ihren Eltern gemeldet worden sind, und eine beträchtliche Anzahl von Kindern aus Flüchtlingsfamilien, die in sogenannten Transitunterkünften leben und von denen das Schulamt offiziell keine Kenntnis hat. NICHTBESCHULUNG KEIN LOKALES PROBLEM Ein lokales Kölner Problem ist die Nichtbeschulung schulpflichtiger Kinder indes nicht. In Duisburg setzt sich der Arbeitskreis Neu-EU-Bürger dafür ein, dass jedes Kind einen Schulplatz erhält. 210 Kinder und Jugendliche stehen hier auf der Warteliste. Barbara Wohlgemuth von der RAA Duisburg engagiert sich im Arbeitskreis. Seit mehr als 20 Jahren unterrichtet die Lehrerin internationale Klassen für neueingewanderte Kinder und Jugendliche. Der ganze Vorgang dauert im günstigsten Fall vier Wochen. Der ungünstige Fall ist dann, wenn zu wenige Schulplätze da sind, wie jetzt im Moment wieder. Das heißt, es ist kein wohnortnaher Schulplatz zu finden. Ein Nadelöhr war lange das personell unterbesetzte Gesundheitsamt, denn die Kinder müssen vor Eintritt in die Schule untersucht werden. Der Gesundheitszustand vieler Kinder aus Rumänien und Bulgarien sei schlecht, erklärt die Sozialarbeiterin Uli Kloeters von der Internationalen Initiative Hochfeld e.v. Die EU-Versicherungskarte decke nur die akute medizinische Versorgung. Diese EU-Karte erlischt außerdem nach 12 Monaten, und wer nicht dauerhaft in Bulgarien oder Rumänien lebt hat auch keinen Anspruch auf eine Versicherung dort. Wir haben extrem viele Kinder und Jugendliche, die keinerlei Krankenversicherung haben. Wir hatten einen Schüler, der hatte einen Schulplatz, alles war in Ordnung, aber der brauchte einen Rollstuhl. Der hat keinen bekommen. Wir haben teilweise Jugendliche und auch Kinder, die eine Brille brauchen, die bekommen keine Brille. Es gibt Kinder, die von den Schulen abgelehnt werden, weil ihr Gesundheitszustand schlecht ist. Erschwerend komme noch hinzu, so Wohlgemuth, dass die Gruppe der Analphabeten und der zum Beispiel auf Ky-

4 Schwerpunkt: Schule /4 rillisch oder in einer anderen Schrift Alphabetisierten unter den Kindern und Jugendlichen wachse. Viele Schulen würden diese Kinder aus Scheu vor Mehrarbeit und einem schlechten Ruf nicht aufnehmen wollen. Das ganz große Problem sind die 16-, 17-Jährigen, deren Schulpflicht bald abläuft und die nicht alphabetisiert sind. Die also kaum eine Schule besucht haben. Bei den bulgarischen Jugendlichen haben wir viele, die sind alphabetisiert, aber auf Kyrillisch, und das ist nun mal ein riesiger Unterschied. INSTITUTIONALISIERTE SCHULABSTINENZ Das Forschungskolleg Siegen weist in seinem Abschlussbericht Zuwanderung aus Südosteuropa darauf hin, dass viele Kinder und Jugendliche von massiver Armut betroffen sind, die selbst den Kauf eines Pausenbrötchens, von Schulmaterialien oder gar einer Fahrtkarte für den Schulweg erschwert. Die WissenschaftlerInnen Buko, Jonuz, Cudak und Güler Saied erkennen zudem eine beträchtliche Ungleichbehandlung gegenüber den anderen Kindern und Jugendlichen durch die Beschulung in Auffangklassen oder die Nicht-Bereitstellung von ausreichenden Schulplätzen, eine quasi institutionalisierte Schulabstinenz. Sie bedeutet für die SchülerInnen eine Lerneinbuße, die strukturell verursacht ist und individualisiert hier auf den Rücken der neu ankommenden SchülerInnen ausgetragen wird. EINE VERLOREN GEGANGENE GENERATION Schlechte Perspektiven durch Ausgrenzung sieht auch Uli Kloeters, denn es fehle in Duisburg an der Logistik, um die Schüler sofort beschulen oder wenigstens für die ersten Wochen flexible Lerngruppen einrichten zu können. Wir haben viele Jugendliche, die vor fünf Jahren gekommen sind, und für die keinerlei Angebot gemacht werden konnte, weil es nicht finanziert wurde. Die sind mittlerweile natürlich längst aus der Schulpflicht raus, haben keinen Schulabschluss und kommen jetzt vielleicht langsam in neu entwickelten Maßnahmen an. Das ist echt eine verlorene Generation. Abgesehen von RAA und Jugendamt, die sich seit Beginn der neuen Zuwanderung in Duisburg sehr bemüht haben, haben wir oft genug mit den Kindern vor verschlossener Tür gestanden. Im letzten Jahr hätten Eltern gegen die Einrichtung einer Vorbereitungsklasse in ihrem Gymnasium protestiert. Langsam aber werde die Lobby in Duisburg für neu eingewanderte Kinder und Jugendliche größer. In Köln geht Nora jetzt wieder gerne in die Schule. Sie kann sich schnell die neuen deutschen Wörter merken. Bald wird sie neben Bulgarisch und Türkisch eine dritte Sprache können: Deutsch, wenn ihr keine weiteren Hindernisse in den Weg gelegt werden und sie die Förderung erhält, die sie braucht. Neriman, ihre fünfjährige Schwester, wird keinen Kitaplatz mehr vor der Einschulung bekommen. Eine Grundschule hat sie bereits wegen ihrer mangelnden Deutschkenntnisse abgelehnt. Foto: Flickr, Michael San Diego Zu wenige Gesamtschulplätze in Köln Während der Wunsch nach Gymnasialplätzen für angehende Fünftklässler in der Domstadt in diesem Jahr erfüllt werden kann, bekommen mehr als 640 Kölner Kinder keinen Platz in einer Gesamtschule. Für beide Schultypen sind die Anmeldungen gestiegen. Bei Real- und Hauptschulen sind dagegen mehr Plätze als Interessierte vorhanden. Nur 443 Kinder sind für die Hauptschule angemeldet worden, während es dort trotz Schulschließungen in Köln immer noch Plätze gibt. Die Übergangsquote zum Gymnasium beträgt aktuell 51 Prozent waren es 4,3 Prozent weniger. In allen Kölner Gesamtschulen gibt es mehr Anmeldungen als Plätze. Die Initiative Mehr Gesamtschulen in Köln wirft der Stadt vor, weiterhin den Elternwillen zu missachten. Rein rechnerisch wären rund fünf neue Gesamtschulen notwendig. 311 Kinder mit besonderem Förderbedarf können ab dem kommenden Schuljahr an Regelschulen unterrichtet werden im laufenden Schuljahr waren es 189.

5 Inklusion /5 DER BERG KREISSTE UND GEBAR EINE MAUS. Vier Jahre nachdem die Bundesregierung die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen unterschrieben hat, verabschiedete das NRW-Kabinett einen Gesetzentwurf zu deren Umsetzung. Aber: Wir setzen nicht auf eine abrupte Kehrtwende per Knopfdruck, betonte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. Ab dem Schuljahr 2014/15 soll schrittweise zunächst in den Klassen 1 und 5 der Rechtsanspruch behinderter Kinder auf Unterricht in einer Regelschule umgesetzt werden. Allerdings: Die kommunalen Schulträger können ihre Zustimmung verweigern, wenn der Aufwand für den gemeinsamen Unterricht nicht vertretbar ist. FÖRDERUNTERRICHT AKTUELL In der Bundesrepublik Deutschland lernt aktuell nur jedes vierte Förderkind gemeinsam mit Kindern ohne besonderen Förderbedarf. Laut der im März von der Bertelsmann-Stiftung publizierten Studie Inklusion in Deutschland eine bildungsstatistische Analyse des Bildungsforschers Klaus Klemm sind es in NRW gerade einmal 19,5 Prozent. Damit hinkt Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich deutlich hinterher. (Allerdings gibt die Landesregierung einen aktuellen Anteil von FörderschülerInnen, die eine Regelklasse besuchen, mit 25 Prozent an.) Bremen besetzt laut der Bertelsmann-Studie mit 55,5 Prozent den Spitzenplatz in Sachen Inklusion, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 54,1 Prozent. Nur in Hessen (17,3 %) und Niedersachsen (11 %) ist der Inklusionsanteil noch geringer als in NRW. Jede dritte Schule in NRW bietet gemeinsames Lernen an. Von den 693 Förderschulen des Landes haben 244 weniger als die eigentlich vorgesehene Mindestschülerzahl von 144. Doch die Förderschulen werden nicht abgeschafft, die Parallelstruktur bleibt bestehen. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Förderschüler seit dem Schuljahr 2008/2009 zudem gestiegen: Im Schuljahr 2011/12 gab es hier Förderschüler (2008/9 waren es noch ) gingen 5,2 Prozent aller SchülerInnen auf eine Förderschule, 2012 waren es 5,3 Prozent. Drei Viertel der SchülerInnen verlassen die Sonderschule nach wie vor ohne Abschluss. Die Situation in Köln schildert Maricarmen Kempken von der Stabsstelle Integrierte Jugendhilfe und Schulentwicklungsplanung : Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (außer dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) werden im kommenden Schuljahr in allgemeinen Schulen in Köln gemeinsam lernen. Im vergangenen Schuljahr waren es Davon besuchten 64 Prozent Grundschulen und Waldorfschulen, 19,9 Prozent Gesamtschulen, 8,6 Prozent Hauptschulen, 3,2 Prozent Realschulen, 2,5 Prozent Gemeinschaftsschulen, 1,4 Prozent die Sekundarstufe einer Waldorf-Schule und 0,3 Prozent ein Gymnasium. 305 FörderschülerInnen werden im Schuljahr 2013/14 aus der 4. Klasse in eine allgemeine weiterführende Schule wechseln. Im vergangenen Schuljahr waren es 189. IMMER MEHR KINDER FÖRDERBEDÜRFTIG Zwar wird laut der Bertelsmann-Studie Inklusion in Deutschland eine bildungsstatistische Analyse des Bildungsforschers Klaus Klemm überall in der Foto: flickr, Deanna Design Bundesrepublik vermehrt inklusiv unterrichtet. Das führt aber nicht zu einem Rückgang der Förderschulen. Offenbar werden immer mehr Kinder als besonders förderbedürftig eingestuft. Die Förderquote in NRW ist akzuell auf 6,6 Prozent gestiegen gegenüber 6,0 Prozent aller SchülerInnen im Jahr Von Bundesland zu Bundesland sind die Einstufungen höchst unterschiedlich. In Mecklenburg-Vorpommern betrug die Quote 10,9 Prozent, in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen 4,9 Prozent, in Bayern 6 Prozent und in Hessen 5,4 Prozent. SchülerInnen im Osten werden häufiger als förderbedürftig eingestuft als im Westen. Als mögliche Ursache für den bundesweiten Anstieg der Zahl von Förderkindern vermutet Bildungsforscher Klemm: Schulen werben über zusätzliche Inklusionskinder Ressourcen ein. Wird also die Inklusionsquote auch dadurch erhöht, dass vermehrt Kinder als FörderschülerInnen deklariert werden? Der Psychologe Norbert Grewe von der Universität Hildesheim sieht als mögliche Gründe für den Anstieg des Förderbedarfs: Es droht nicht mehr der Ausschluss aus dem vertrauten schulischen Umfeld und es gibt zusätzliche Hilfen. Mit zunehmendem Alter findet gemeinsames Lernen laut Bertelsmann-Studie

6 Inklusion /6 immer weniger statt. Zwar gehen 71 Prozent der Kinder mit besonderem Förderbedarf in eine integrative Kita, in der Grundschule sind es noch 36 Prozent und in der Sekundarstufe nur noch 14,5 Prozent. PLÄNE FÜR DIE ZUKUNFT Eine Mindestgrößenverordnung für Förderschulen soll laut NRW-Schulministerin Löhrmann kommen, allerdings nicht per Gesetz. Damit wird der Landtag an der Entscheidung nicht beteiligt. Derzeit sind SonderpädagogInnen im Regelunterricht eingesetzt. Die Landesregierung verspricht bis zum Ende der Legislaturperiode zusätzliche Lehrerstellen. Diese würden sich überwiegend aus demografischen Effekten durch sinkende Schülerzahlen ergeben. Außerdem sollen bis 2015 weitere 200 Lehrerstellen für Schulen im Übergangsprozess bereit gestellt werden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält hingegen insgesamt Stellen für nötig. Indessen hat die NRW-Landesregierung die Anzahl der Studienplätze für angehende SonderpädagogInnen um 500 erhöht, um den Bedarf an LehrerInnen für den gemeinsamen Unterricht decken zu können. Außerdem bildet sie Lehrkräfte aus Regelschulen zu SonderpädagogInnen weiter. Die Sachmittel im Inklusionsfonds sollen im Landeshaushalt 2013 auf 3,7 Millionen Euro verdreifacht werden. Zusätzlich zu den besonders förderungsbedürftigen Erstund Fünfklässlern erhalten auch Kinder, bei denen im Lauf des Schulbesuchs erstmals Förderungsbedarf festgestellt wird, einen Rechtsanspruch auf einen Platz in der Regelschule. Mindestens eine allgemeine Schule soll den Eltern jeweils angeboten werden. Und es sollen Schwerpunktschulen gebildet werden, an denen die Integration vorrangig umgesetzt wird. So hofft die NRW-Schulministerin, in vier Jahren eine Integrationsquote von 50 Prozent zu erreichen. KOSTENÜBERNAHME UMSTRITTEN Wer bezahlt die Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf? Die Landesregierung setzt auf demografische Effekte und rechnet mit weitgehender Kostenneutralität. Der Bildungsforscher Klaus Klemm, Autor der Bertelsmann-Studie Inklusion in Deutschland eine bildungsstatistische Analyse,hatte allerdings bereits 2012 einen Bedarf von 95 Millionen Euro für zusätzliche LehrerInnen errechnet, um den gemeinsamen Unterricht aller Kinder in NRW in angemessener Qualität anbieten zu können (selbst wenn die Mittel der Förderschulen in Regelschulen umgeschichtet würden). Falls also höhere Finanzmittel benötigt werden, verweisen die kommunalen Spitzenverbände auf das Prinzip der Konnexität. Es besagt, dass derjenige, der die politische Entscheidung trifft, die Folgekosten finanzieren muss. Die Kommunen sehen das Land in der Pflicht. Das Land wiederum bestreitet einen finanziellen und personellen Mehrbedarf der Schulträger durch das Inklusionsgesetz. Auseinandersetzungen vor Gericht zwischen Land und Kommunen scheinen vorprogrammiert. KOMMUNALER ERFOLG Einen großen Erfolg in Sachen Inklusion verzeichnet die Stadt Dortmund: Innerhalb der letzten fünf Schuljahre konnte sie die Quote des gemeinsamen Unterrichts auf 42,2 Prozent verdoppeln. Alle Grundschulen sind daran beteiligt. KRITISCHE STIMMEN Eva-Maria Thoms vom Kölner Elternverein mittendrin e.v. (www.eine-schulefuer-alle.info) äußerte sich enttäuscht vom Ersten Gesetz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in den Schulen der NRW-Landesregierung: Den von der UNO geforderten individuellen Rechtsanspruch jedes Kindes auf inklusive Bildung kann man sich in diesem Gesetzestext allenfalls zwischen den Zeilen zusammeninterpretieren. Aufgrund praktischer Erfahrungen befürchtet sie: Wenn das Amt nicht will, haben die Familien nur dann eine Chance, wenn sie genug Geld und Nerven haben, sich einen guten Anwalt zu leisten. Das ist dann Inklusion für Bessergestellte. Außerdem verschärfe der Verzicht auf klare Regeln zum Abbau des Förderschulsystems den Mangel an Sonderpädagogen für die integrativen Schulen. Das NRW-Gesetz gebe den Kommunen eine Lizenz zum Unterlassen und drohe die gerade begonnene Entwicklung einer inklusiven Schullandschaft personell auszuhungern. Ulrike Hüppe, stellvertretende Vorsitzende des Elternverbands Gemeinsam leben, gemeinsam lernen NRW kritisierte, dass das Recht auf gemeinsames Leben und Lernen mit den Kindern aus der Nachbarschaft nach wie vor von den verfügbaren Finanzmitteln abhängig bleibt: Die Finanzlage der Kommunen lässt erwarten, dass Eltern weiterhin vor Gericht gehen müssen, um ein von Deutschland anerkanntes Menschenrecht für ihr Kind zu erkämpfen das währenddessen eine Zwangszuweisung zur Sonderschule erhält. Der Verband schlägt vor, die Förderschulen Lernen, Sprache und emotionale/soziale Entwicklung ab 2014/15 abzuschaffen. Dadurch werde es möglich, eine 2/3-Quote für die Inklusion in Schulen zu schaffen, so Bernd Kochanek, der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben, gemeinsam lernen. Das bisherige Parallelsystem sei weder sinnvoll noch weiter finanzierbar. Von wilder Inklusion spricht Dorothea Schäfer, Vorsitzende der GEW in NRW, und gesellt sich damit in die Reihen der prinzipiellen Bedenkenträger, die eine Abkehr vom aussondernden Schulsystem nur unter optimalen personellen, räumlichen und finanziellen Bedingen für machbar hält. Gleicher Meinung ist auch Klaus Kaiser, stellvertretender Fraktionschef der CDU im Landtag. Inklusion solle in NRW nicht übers Knie gebrochen werden. Notwendig seien ausreichende Ressourcen und eine Doppelbesetzung im Klassenraum. Norbert Killewald, der Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, forderte die Kommunen auf, zu benennen, was sie in den nächsten Jahren durch die Schließung von Förderschulen einsparen. Allein die Einsparungen für Heizung, Strom, Hausmeister und Sekretariat beläuft sich nach seinen Schätzungen pro Schule auf bis Euro jährlich. Über 300 Förderschulen, schätzt Killewald, werden in den nächsten Jahren aufgelöst. In der aktuellen Bertelsmann-Studie konstatiert Bildungsforscher Klaus Klemm: Solange das Doppelsystem aus Regel- und Förderschule besteht, ist erfolgreiche Inklusion schwierig, weil Förderschulen jene Ressourcen binden, die dringend für den gemeinsamen Unterricht benötigt werden.

7 Bund & Land /7 Bildungspaket kommt nicht an ARMUTSRISIKO HOCH 180 soziale Einrichtungen in bundesweit 130 Kommunen befragte der Paritätische Wohlfahrtsverband zur Umsetzung des Bildungspakets. Auch zwei Jahre nach dessen Einführung kommen die finanziellen Hilfen für Kinder offenbar bei vielen Familien nicht an. Der mögliche Zuschuss zum Beitrag für einen Sportverein oder eine Musikschule sei mit zehn Euro monatlich zu gering, stellt die DPWV-Umfrage fest. Gerade in den armen Stadtteilen und Regionen bleibe es für viele Kinder und Jugendliche zu kostspielig, am kulturellen Leben teilzunehmen. Am häufigsten genutzt werde das subventionierte Mittagessen für Kinder aus finanziell schwachen Familien. Allerdings sei das Angebot durch die Eigenbeteiligung von einem Euro gegenüber zuvor kostenlos angebotenen Mahlzeiten zum Teil sogar teurer geworden und das Verfahren bürokratischer. Dabei ist das Armutsrisiko in Deutschland trotz der derzeit guten Konjunktur höher als in seinen Nachbarstaaten (Polen ausgenommen), kritisierten VertreterInnen von Paritätischem Wohlfahrtsverband, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt und Sozialverband VdK im März. Laut EU-Statistik galt 2010 jeder sechste Einwohner der Bundesrepublik als armutsgefährdet. Das Einkommen des obersten Fünftels war viereinhalbnmal so hoch wie das des untersten. Von Verteilungsgerechtigkeit kann kaum noch gesprochen werden, kommentiert Wolfgang Stadler, Bundesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, die Siuation. Er fordert die Abschaffung der Minijobs, die Beibehaltung der Rentenquote von 51 Prozent und ausreichend gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die eine Erwerbstätigkeit beider Eltern ermöglichen. Foto: flickr, boasorte&careca Abstimmung im Bundestag SCHWARZ UND GELB STIMMEN GEGEN DIE DOPPELTE STAATSBÜRGERSCHAFT Streichung der Optionspflicht, Hinnahme der doppelten Staatsbürgerschaft, Einbürgerungserleichterungen oder die Achtung von EU-Rechten türkischer Staatsbürger gleich mehrere Oppositionsanträge fanden keine Mehrheit im Parlament. CDU/CSU und entgegen dem eigenen Wahlprogramm FDP lehnten die Vorstöße ab. Die Opposition ist Anfang Juni im Bundestag mit Vorstößen zur Streichung der sogenannten Optionspflicht im Staatsangehörigkeitsrecht gescheitert. In namentlicher Abstimmung lehnte das Parlament einen entsprechenden Gesetzentwurf der Grünen mit 307 gegen 267 Stimmen ab. Auch Anträge der SPD und der Linken zur Abschaffung des Optionsmodells fanden keine Mehrheit. Nach der Optionspflicht müssen sich hierzulande geborene Kinder ausländischer Eltern nach Erreichen der Volljährigkeit und spätestens bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres zwischen der deutschen Staatsangehörigkeit und der ihrer Eltern entscheiden. Derzeit seien junge Deutsche dem Optionszwang unterworfen, von denen 70 Prozent türkische Wurzeln hätten. Zwei Drittel aller Optionspflichtigen hätten gerne den Doppelpass, erklärte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast. Von einer Abschaffung der Optionspflicht werde am Ende ganz Deutschland profitieren. SPD: UNWÜRDIGE PRAXIS DES OPTIONSZWANGES Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion Thomas Oppermannverwies darauf, dass in Deutschland 15 Millionen Menschen lebten, die entweder Einwanderer sind oder direkt von Einwanderern abstammen und nicht länger Bürger zweiter Klasse sein dürften. Seine Fraktion wolle die Einbürgerung erleichtern, die doppelte Staatsbürgerschaft ermöglichen und die unwürdige Praxis des Optionszwanges beenden. Ein Staatsangehörigkeitsrecht, das aus Deutschen Ausländer macht, sei ein absurdes Staatsangehörigkeitsrecht. Aus MiGAZIN (sto/bk)

8 Kita /8 Kita-Ausbau für unter Dreijährige in Nordrhein-Westfalen NRW-FAMILIENMINISTERIN ZUVERSICHTLICH Werden die Betreuungsplätze für unter Dreijährige (U3) in Nordrhein-Westfalen ab August dieses Jahres ausreichen, um den Rechtsanspruch, der dann für sie in Kraft tritt, zu erfüllen? NRW-Familienministerin Ute Schäfer ist zuversichtlich. Mit Plätzen und Plätze für 33 Prozent der unter Dreijährigen sei landesweit die vom Deutschen Jugendinstitut errechnete Bedarfsquote von 32 Prozent übertroffen. Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede. In den Großstädten werden voraussichtlich deutlich höhere Quoten nötig sein, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen. Immer mehr Eltern streben für ihren Nachwuchs die frühpädagogische Bildung in einer Kita-Gruppe an. Junge Frauen wollen rasch zurück in den Beruf und sich finanziell absichern. Zwar meldet die Stadt Köln zum Beispiel Plätze für 40,7 Prozent aller unter Dreijährigen. Doch den tatsächlichen Bedarf in Universitäts- Großstädten schätzt Martin Künstler, Leiter der Fachgruppe Kinder und Familie im Paritätischen Wohlfahrtsverband, auf rund 60 Prozent Stephanie Paeleke-Kuhlmann, Sprecherin des NRW-Familienministerium, geht von eher 50 Prozent aus. Heinz Hilgers vom Deutschen Kinderschutzbund verweist zudem auf die Erfahrung, dass in der Regel dort, wo das Betreuungsangebot wächst, auch die Nachfrage zunimmt. NOT MACHT ERFINDERISCH 712 Millionen Euro hat das Land laut NRW-Familienministerin Ute Schäfer seit 2010 in den U3-Ausbau investiert. Allein im vergangenen Jahr sind neue Betreuungsplätze für unter Dreijährige geschaffen worden teils auf ungewöhnliche Art. In Mülheim etwa wurden Wohnungen angemietet, in denen Tagesmütter gemeinsam Gruppen betreuen. Aktuell sind von den Betreuungsplätzen in NRW bei Tageseltern. In einer besonders schwierigen Lage sind arbeitsuchende Frauen: Solange sie keine Betreuung für ihr kleines Kind nachweisen können, winkt jeder Arbeitgeber ab. Und solange sie keinen Arbeitsplatz haben, stehen sie in der Warteliste der Kitas hintenan. Wer nach dem 1. August weder in einer der Kindertagesstätte noch bei Tageseltern einen Betreuungsplatz für sein Kind bekommt, kann klagen und hat dann gegebenenfalls Aussicht auf Schadensersatz wegen Verdienstausfall. Zuvor muss man aber alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben ob dies der Fall war, entscheidet das Gericht. Heinz Hilgers vom Kinderschutzbund sieht den Klageweg eher skeptisch: Was ist, wenn vor allem jene Eltern, die es sich leisten können, einen Betreuungsplatz für ihre Kinder einklagen? Dann würden jene Kinder, die eine besondere Entwicklungsförderung brauchen, schlechtere Chancen haben. ELTERN SOLLEN AUSHELFEN Wo kein U3-Platz ist, wird keiner herbeizuzaubern sein. Und der Klageweg dauert. Um Klagen vorzubeugen, wollen die Kommunen versuchen, mit den Eltern einvernehmliche Notlösungen zu finden. Ursula Krickl, Sprecherin des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, schlägt etwa vor, die Kitas sollten kurzfristig für einige Monate mehr Kinder aufnehmen. Oder so Krickl Eltern könnten stundenoder tageweise als Erzieherinnen, Köchinnen oder Reinigungskräfte aushelfen. Das würde allerdings kaum hinzunehmende Qualitätsverluste bedeuten. Was die Anmeldefristen betrifft, einigte sich der dritte Landeskrippengipfel darauf, dass die Jugendämter spätestens sechs Monate nach der Anmeldung eines Kindes einen Platz zur Verfügung stellen müssen. Bei Arbeitsplatz- oder Wohnungswechsel soll möglichst schneller reagiert werden. Ulli Volland-Dörmann, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbands Köln, geht davon aus, dass die institutionellen Betreuungsplätze in Köln bis zum Sommer den Bedarf nicht decken werden: Die Nachfrage nach U3-Plätzen ist sehr groß, weil Vereinbarkeit von Familie und Beruf und frühe Bildung und Förderung von Kindern in Kindertagesstätten zunehmend selbstverständlicher auf der Agenda von Eltern stehen. Und dafür reicht das bisherige Angebot in vielen Stadtteilen und Stadtbezirken nicht aus. Die Idee, zusätzliche Kinderbetreuung über Tagespflegemütter und -väter zu entwickeln, ist zunehmend schwierig umzusetzen, weil es an weiteren Interessenten und akzeptablen Räumen, zum Beispiel aus Brandschutzgründen, fehlt. Dazu kommen die erhöhten Kosten für die Eltern, wenn sie Tagespflegeplätze in Anspruch nehmen. Foto: Amirpur

9 Kita /9 Foto: Amirpur Ulli Volland-Dörmann weiter: Aus meiner Sicht sollten wir uns in Köln auf den Ausbau der institutionellen Kinderbildung und -Betreuung konzentrieren. Um mehr Kindern auch aus bildungsfernen Familien die Chance auf frühe Bildung zu ermöglichen, wäre es aus Sicht der Freien Wohlfahrtspflege in Köln wünschenswert, wenn der Rat der Stadt Köln die bisher beschlossene Bedarfsdeckungsquote von 40 Prozent weiter anheben könnte. Das setzt natürlich voraus, dass sich der Bund und auch das Land noch viel stärker als bisher finanziell an diesem ambitionierten Ausbauprogramm beteiligen. Nicht nur Neubau und Ausstattung, auch der Betrieb dieser Einrichtungen braucht verstärkte finanzielle Förderung von Bundes- und Landesseite. Um dem drohenden Fachkräftemangel konstruktiv zu begegnen, braucht es verschiedene Konzepte: Wir müssen am bestehenden Image des überaus anspruchsvollen Erzieher- und Erzieherinnenberuf arbeiten, um zukünftig noch mehr Nachwuchskräfte zu gewinnen. Wir sollten neue zusätzliche Ausbildungswege entwickeln, noch intensiver interdisziplinäre Teams möglich machen und dabei die Entlohnung dieser gesellschaftlich so relevanten Aufgabe noch deutlicher als bisher in den Blick nehmen. Auch dazu ist weitere finanzielle Unterstützung von Freien Trägern durch die öffentliche Hand unabdingbar. Leider sind auch Erzieher und Erzieherinnen mit Migrationsgeschichte in Kindertagesstätten bisher noch stark unterrepräsentiert. Aber wir stellen mit Freude fest, dass aktuell Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund und weiterer sprachlicher und kultureller Kompetenz deutlich steigen. Das befähigt uns unter anderem auch, bilinguale Konzepte anzubieten, die wir im Sinne von gelingender Sprachförderung aber auch zusätzlicher sprachlicher Kompetenz sehr begrüßen. Der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler (AWO-Bundesvorsitzende) stellte Ende Mai eine Umfrage in den Kitas des Verbandes vor, wonach die Bereitstellung zusätzlicher Plätze für Kleinkinder häufig auf Kosten der Qualität geht, weil die Gruppen um bis zu 25 Prozent vergrößert oder anders zusammengestellt würden. Hinter den Erfolgsmeldungen über die Schaffung weiterer Plätze gerate die Qualität der Kinderbetreuung aus dem Blick. Dem Personal fehle Zeit für die Kinder, den Kindern fehle es an Platz. Die AWO fordert deshalb bundeseinheitliche Mindeststandards und mehr Geld für die Kommunen beim Kita-Ausbau. Klagen, wenn es keinen U3-Kitaplatz gibt? KLAGEBERECHTIGT sind Sorgeberechtigte, die für ihre unter Dreijährigen ab 1. August 2013 keinen Kitaplatz bekommen. EINREICHEN kann man die Klage erst nach dem Stichtag beim Verwaltungsgericht oder Amtsgericht. KOSTEN kann eventuell die Rechtsschutzversicherung übernehmen. Auf jeden Fall muss man aber zuvor nachfragen, ob sie die Kosten der Klage trägt. KlägerInnen ohne Versicherung müssen in Vorkasse gehen. Geringverdienende und Hartz-IV- EmpfängerInnen können Prozesskostenbeihilfe beantragen. VERDIENSTAUSFALL, weil Sorgeberechtigte aufgrund fehlender Betreuung nicht arbeiten gehen können, kann der Kommune in Rechnung gestellt werden ERFOLGSCHANCEN: Wenn es keinen Kita-Platz gibt, könnten die Kommunen und Gemeinden den Eltern entgegenkommen und verstärkt Tageseltern finanzieren, um die Klage abzuwenden. Der Klageweg dauert eventuell länger als ein Jahr und ist nicht einfach. Wenn man zum Beispiel eine Tagesmutter angeboten bekommt, diese aber ablehnt, weil sie nicht geeignet erscheint, kann entgegnet werden, man habe nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, das Kind unterzubringen.

10 Kita /10 Hürdenlauf zum Krippenplatz MIGRANTINNEN MÜSSEN HÖHERE HINDERNISSE ÜBERWINDEN Foto: flickr, Vinylmeister Einen Krippenplatz für Kinder zu finden, ist allgemein schon schwierig. Wie eine aktuelle Studie jetzt zeigt, haben es MigrantInnen besonders schwer. Außerdem stellt die Studie fest: Das Betreuungsgeld verstärkt den Anreiz für eine Erziehung zuhause. Eltern mit Migrationshintergrund stehen vor besonders hohen Hürden, wenn sie einen Krippenplatz für ihr Kind suchen. Viele wollen ihr Kleinkind in die Krippe geben, können aber die Zugangshürden nicht überwinden. Eltern mit geringer Schulbildung mit und ohne Migrationshintergrund erhalten häufig gar keinen Betreuungsplatz. Als Hürde nennen Eltern mit Migrationshintergrund vor allem die mangelnde interkulturelle Öffnung der Einrichtungen und die aus ihrer Sicht geringe Qualität der Betreuung. Eine Untersuchung des Sachverständigenrats Deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), die in Kooperation mit der Vodafone Stiftung Deutschland entstanden ist, stellt große Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Zuwanderergeneration fest: Während die erste Generation ein- und zweijährige Kinder überwiegend zu Hause betreut, entscheidet sich die zweite Generation fast genauso häufig für eine Betreuung in der Krippe wie Eltern ohne Migrationshintergrund. Fast die Hälfte (48,6 Prozent) der Familien der zweiten Generation und der binationalen Familien nutzt einen Krippenplatz für ihre Kleinkinder, wenn ein Elternteil Abitur hat. Bei den Familien ohne Migrationshintergrund sind es 51,3 Prozent. BILDUNGSSTATUS ENTSCHEIDEND Ob sich Eltern mit Migrationshintergrund für eine Kindertagesbetreuung entscheiden, hängt maßgeblich von ihrem Bildungsstatus ab, sagte Dr. Jan Schneider, Leiter des Forschungsbereichs beim SVR Damit zeigt sich bei der Kindertagesbetreuung das gleiche Muster wie im Schulbereich: Die Bildung der Eltern wirkt sich massiv auf die Startchancen von Kindern aus. Für die SVR-Untersuchung wurden die Antworten von Eltern mit und ohne Migrationshintergrund ausgewertet, die im Rahmen der Studie Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A) des Deutschen Jugendinstituts (DJI) befragt wurden. Die Ergebnisse des SVR-Forschungsbereichs, die auf eigenen Berechnungen beruhen, sind repräsentativ. UNTERSCHIEDLICHE ZUGANGSHÜRDEN Familien mit Migrationshintergrund stehen je nach Zuwanderergeneration und Bildungsstatus vor unterschiedlichen Zugangshürden, ihr Kind in einer Kita betreuen zu lassen. Eltern der ersten Generation nennen die als gering wahrgenommene Qualität der Kita als Hürde. Erste und zweite Generation geben an, dass sie ihr Kind in die Krippe geben würden, wenn es besser auf die Schule vorbereitet würde. Gewünscht wird auch eine stärkere Berücksichtigung von Kultur oder Religion. Die Kosten spielen für Eltern mit Migrationshintergrund sogar eine geringere Rolle als für Eltern der Mehrheitsgesellschaft. Der SVR-Forschungsbereich kommt zu dem Schluss, dass Eltern angesichts der zahlreichen Zugangshürden häufig keine echte Wahl zwischen den Betreuungsalternativen Erziehung zu Hause und Krippenplatz haben. Mit dieser Wahlfreiheit hat die Bundesregierung die Einführung des Betreuungsgeldes zum 1. August 2013 begründet. Nun ist zu befürchten, dass die Anreize für eine ausschließliche Erziehung zu Hause durch das Betreuungsgeld verstärkt werden. Denn über ein Drittel aller Eltern (36,9 %), die ihr Kind zu Hause erziehen, werden von den Kosten der Kinderbetreuung abgeschreckt und dies trifft insbesondere für Familien mit niedrigem Bildungsniveau zu. Es spricht vieles dafür, dass sich diese Eltern in Abwägung von Kosten und Nutzen noch eher für eine Betreuung ihres Kindes zu Hause entscheiden, sagte Dr. Jan Schneider. HÜRDEN ABBAUEN Solange die Zugangshürden zur Kindertagesbetreuung nicht beseitigt werden, gibt es keine echte Wahlfreiheit zwischen einem Krippenplatz und einer ausschließlichen Betreuung in der Familie, sagt Schneider. Dabei profitieren gerade Kinder aus Zuwanderer- und bildungsfernen Familien besonders von dem Besuch einer Kindertageseinrichtung, beispielsweise. beim Spracherwerb. Deshalb muss alles daran gesetzt werden, Zugangshürden zur Kindertagesbetreuung abzubauen, sagte Schneider. Sonst wird diesen Kindern die Chance auf sozialen Aufstieg und gesellschaftliche Teilhabe verbaut. Der SVR-Forschungsbereich empfiehlt folgende Maßnahmen für den Abbau der Zugangshürden zur Krippenbetreuung: Die Schaffung von mehr Betreuungsplätzen, Qualitätssteigerung, interkulturelle Öffnung der Krippen und Abbau finanzieller Hürden. (sb) Aus MiGAZIN 7.Juni 2013

11 Kita /11 Tagesmütter: Einkommen teils unter der Armutsgrenze DJI STELLT KINDERTAGESPFLEGE AUF DEN PRÜFSTAND Ab August greift der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr in Deutschland. Besonders in den Großstädten werden voraussichtlich Kita-Plätze fehlen. Vielerorts wird dann wohl auf Tageseltern zurückgegriffen werden. Jetzt hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) einen Evaluationsbericht zur Kindertagespflege vorgelegt. Einige Ergebnisse: DIE AUSTATTUNG mit Fachberatungsstellen ist regional höchst unterschiedlich. Steht in manchen Kommunen acht Tagespflege-Personen eine Beratungsstelle zur Verfügung, war 2011 anderenorts eine Vollzeitkraft für die Beratung von 166 Tageseltern zuständig. Manche Jugendämter zahlen den Pflegepersonen weniger als drei Euro pro Betreuungsstunde und Kind. DAS EINKOMMEN solcher Tageseltern liegt unter der Armutsgrenze. DIE QUALIFIKATION von Tageseltern hat sich im Untersuchungszeitraum ( ) deutlich verbessert. Zwei Drittel verfügten über die Grundqualifizierung nach dem DJI-Curriculum. Nur in zwölf Prozent der erfassten Jugendamtsbezirke hatte es keine Probleme mit Vertretungen der Tageseletern im Bedarfsfall gegeben. Ein systematisches VERTRETUNGSSYSTEM müsste geschaffen werden, um die Kindertagespflege verlässlicher zu gestalten. Die Zahl der Großpflegestellen ist um ein Drittel gestiegen. Stellen mit drei, vier oder mehr Tagespflegekräften wurden vor allem in westlichen Großstädten eingerichtet. Die Zahl der fest angestellten Tagespflegepersonen hat sich von 2009 bis 2012 verdoppelt. Seit 2012 fördert das Bundesfamilienministerium unter bestimmten Voraussetzungen die Festanstellung ein Jahr lang bis zu 50 Prozent. weitere Informationen: Hochschule Arbeitsmarkt-Chancen nach dem Studium VIELE ABSOLVENTINNEN AUSBILDUNGSFREMD BESCHÄFTIGT Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg ist das Erwerbslosigkeits-Risiko für HochschulabsolventInnen mit einer Quote von 2,4 Prozent im Jahr 2011 gering gewesen. Allerdings: Unbezahlte Praktika, Minijobs und Durststrecken während der Selbstständigkeit werden in der Statistik nicht erfasst, ebenso wie die vielen AkademikerInnen, die ausbildungsferne Jobs annehmen müssen. Laut Bildungsforscher Gregor Fabian vom Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover ist etwa jede/r fünfte AbsolventIn ausbildungsfremd beschäftigt. Besonders GeisteswissenschaftlerInnen sind betroffen. Sie müssen zudem mit einer Sucharbeitslosigkeit von durchschnittlich sechs bis zwölf Monaten rechnen, weiß Ingrid Arbeitlang, Beraterin bei der Arbeitsagentur in Berlin. Zehn Monate nach Beendigung ihres Studiums waren 2009 nach Erhebungen des HIS 13,5 Prozent der Menschen mit nicht-deutschen Wurzeln erwerbslos dreimal so viele wie bei AbsolventInnen ohne Migrationsgeschichte (4,5 Prozent). Auch bei der Adäquanz der Beschäftigung nach einem Hochschulabschluss lagen die MigrantInnen deutlich hinter ihren KommilitonInnen ohne Migrationsgeschichte: 18 Prozent arbeiteten unterhalb der Standards für ihre Qualifikation gegenüber 13 Prozent der Vergleichsgruppe. Dennoch ist ein Studium auch für sie eine gute Wahl. Mit Euro lag ihr durchschnittliches Brutto-Jahreseinkommen nach einem Jahr deutlich höher als im Mittel der Bundesrepublik und nicht wesentlich unter dem der akademischen BerufsanfängerIinnen ohne Migrationsgeschichte ( Euro). Ihre Berufszufriedenheit war laut HIS-Bildungsforscher Fabian sogar deutlich höher als die der AbsolventInnen ohne Migrationshintergrund. Zum Weiterlesen: Foto: Amirpur

12 Hochschule /12 Friedrichshafener Uni fördert Diversität STIPENDIUM FÜRS ANDERSSEIN AN DER ZEPPELIN-UNIVERSITÄT Menschen mit ungeraden Lebensläufen sind an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen willkommen. Gerade wer nicht in das Profil für gängige Stipendien passt, hat Chancen, hier ein Diversitätsstipendium zu bekommen. Studierende mit Zuwanderungsgeschichte, Ausbildungsabbrecher, Legastheniker, Dyskalkuliker, ältere Bachelor-Bewerber über 30, Studienabbrecher, Nerds (einseitige Computerenthusiasten), Gründungspleitiers, Bildungsaufsteiger im zweiten oder dritten Bildungsweg und Bachelor-Studierende mit Kind sie alle können sich für das Wintersemester bis Mitte Juli um ein sogenanntes Diversitätsstipendium an der Zeppelin-Universität bewerben, teilt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.v. mit. Er hat dieses außergewöhnliche Stipendium im April als Hochschulperle des Monats ausgezeichnet. Damit werden regelmäßig innovative Projekte herausgestellt, die es verdienen, einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu werden. Foto: flickr, tacker Vorgestellt Bericht zur Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention BUNDERREGIERUNG ERHÄLT SCHLECHTES ZEUGNIS Die Behindertenrechtskonventions-Allianz, ein Bündnis aus 78 Verbänden der Behindertenpolitik, hat der Bundesregierung im März ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: Eine konsequent menschenrechtliche Betrachtungsweise ist in der deutschen Behindertenpolitik und der Gesetzgebung noch nicht ausreichend erkennbar, schreibt die BRK-Allianz in ihrem Ersten Bericht der Zivilgesellschaft zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Der Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen will vier Jahre nach dem Inkrafttreten der Konvention in Deutschland verfolgen, wie sich die Praxis der Inklusion entwickelt. Anspruch und Lebenswirklichkeit klaffen noch weit auseinander, bedauerte Maria Loheide, Vorstandsmitglied der Diakonie. Z.B. sind Menschen mit Behinderung doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit, kritisiert der Bericht, bleiben Menschen mit Behinderungen häufig unberücksichtigt. Rainer Brockhaus, Direktor der Christoffel-Blindenmission, rügte, durch solche Ausgrenzung könne sich die Situation Betroffener in Ländern der Dritten Welt sogar verschlimmern. Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), wies die Kritik zurück. Foto: flickr, zilverbat

13 Vorgestellt /13 Das interkulturelle Zentrum der AWO in Köln Höhenberg HILFE ZUR SELBSTHILFE EIN GUTES BEISPIEL Hier ins Zentrum an der Olpener Straße kommen jede Woche mehr als 140 Menschen. Sie suchen Beratung und Begegnung. Was uns am meisten am Herzen liegt, ist Hilfe zur Selbsthilfe und die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement, sagt Nuran Kancok, die Koordinatorin der AWO-Einrichtung in Höhenberg, einem östlichen Kölner Stadtteil, als sie das Interkulturelle Zentrum vorstellt. Heute Vormittag hat sich die Frauengruppe hier versammelt, am Nachmittag kommen die Senioren. Die Frauen haben Wurzeln in der Türkei, in Syrien, Marokko, Thailand, Nigeria und Indien. Ganz verschieden sind ihre Glaubensrichtungen, ihr Alter, ihre Lebenserfahrungen und ihre Bildung. Jetzt leben sie in verschiedenen rechtsrheinischen Kölner Stadtteilen. Sie kommen mit unterschiedlichsten Fragen und Interessen. Nuran Kancok, die fünf Honorarkräfte des Zentrums und die BesucherInnen besprechen gemeinsam, was in der vergangenen Woche in der Familie passiert ist, welche Rezepte ausprobiert wurden, mit welchen Ärzten sie welche Erfahrungen gemacht haben, was auf dem nächsten Elternabend in der Schule besprochen werden soll, dass die U-Bahn-Haltestelle barrierefrei gemacht werden müsste und der Bürgersteig abgesenkt werden sollte all das ist für die rund 20 Mitglieder der Frauengruppe Thema. BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT Ayşe Mutlu* kommt seit drei Jahren in die Frauengruppe. Außerdem besucht sie auch den Malkurs, die Kunsthandwerksgruppe und singt türkische Volkslieder im Chor des Interkulturellen Zentrums. Als die gelernte Bürokauffrau 2011 arbeitslos geworden war, hat sie sich zur Integrationslotsin ausbilden lassen. Sie begleitet MigrantInnen zu Behörden und ÄrztInnen und übersetzt. Sie hilft beim Ausfüllen von Formularen und gibt ihr Wissen über Rechtsfragen, die deutsche Bildungslandschaft und Kulturgepflogenheiten weiter. Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit erhält die Deutsch-Türkin viel Lob und Dank. Das hilft mir sehr. sagt die engagierte Frau, sonst wäre ich ja auch den ganzen Tag allein. Auf meine Bewerbungen bekomme ich in der Regel nicht mal eine Antwort. Ayşe Mutlu trägt ein Kopftuch. Sie meint, das sei mit ein Grund für ihre Erwerbslosigkeit. AUSTAUSCH DURCH KULTURTAUSCH Ohne Arbeit aber ist sie keineswegs. Bei vielen Aktivitäten des Interkulturellen Zentrums macht sie mit beim Vorbereiten des Stadtteilfests ebenso wie beim Adventsbasar und beim Kulturtausch. Was Kulturtausch heißt? Wir besuchen zum Beispiel das Begegnungszentrum der Synagogengemeinde und erfahren, was deren Mitglieder bewegt, und umgekehrt laden wir sie dann zu uns ein und erzählen, was wir hier machen, erklärt Ayşe Mutlu. Die Integrationsfachkraft Nuran Kancok ergänzt, dass ähnliche interkulturelle Begegnungen auch schon mit den Integrationsagenturen der Caritas, dem DRK und dem Bürgerzentrum Vingster Treff organisiert wurden. Hier geht es zum Beispiel um das Lotsenprojekt im Auftrag der Stadt Köln. Dafür wurden gemeinsam Info-Veranstaltungen und Schulungen zu den Themen Ehrenamt, Ausländerrecht, Bildung, Gesundheit, Interkulturelles Training, Soziales und Altenhilfe durchgeführt. Wir haben keinerlei Berührungsängste, erklärt Mutlu, ob Moslem, Christ oder Jude für mich ist jeder Glaube heilig. Wir sollten nicht irgendetwas Äußeres, sondern unsere Menschlichkeit achten. Egal, welchen Glauben du hast und woher du kommst bei uns hier bist du herzlich willkommen. Hier gibt es keine Trennung. VIELFÄLTIGE ANGEBOTE Die Angebote des interkulturellen Zentrums richten sich nach den Bedürfnissen der BesucherInnen. So kamen beispielsweise auch die Museumsbesuche des interkulturellen Zentrums auf deren Anregung hin zustande. Auch Stefanie Oppermann ist im Zentrum aktiv. Die deutsche Lehramtsstudentin arbeitet hier als Honorarkraft, um Interessierten in ihrem Deutschkurs zu Foto: Zita Kudrass

14 AWO /14 besserem Verstehen, Sprechen und Schreiben dieser schweren Sprache zu verhelfen. Derzeit beteiligen sich acht Frauen: zwei Thailänderinnen, eine Inderin, eine Marokkanerin und vier Frauen mit türkischem Migrationshintergrund. Kursleiterin Oppermann fragt Habibe Sapmaz, wie man haben und sein richtig verwendet. Kann sie einen Beispielsatz sagen? Prompt kommt die Antwort Ich bin ein Buch. Ein herzlicher Lacherfolg. In der lockeren Atmosphäre im AWO- Zentrum braucht sich niemand zu genieren. Alle müssen hier versuchen Deutsch zu sprechen, sonst könnten sich die Frauen mit ihren verschiedenen Muttersprachen gar nicht verständigen. Ihre Motivation ist unterschiedlich: Indu Desai will sich auf einen Job bewerben, Banjit Patalung möchte mit ihren deutschen Schwiegereltern in deren Sprache sprechen können, Ayla Dönekli will mit ihren Kindern Hausaufgaben machen. Jede einzelne hat andere Vorkenntnisse und kommt je nach Lerneifer verschieden schnell voran. Am meisten Spaß haben alle bei den Rollenspielen. Da wird ein Arztbesuch simuliert oder ein Gespräch im Supermarkt. Ayla Dönekli hat schon andere Deutschkurse besucht. Aber die waren ihr zu schwierig, berichtet sie. Die Atmosphäre war nicht vertraut genug, um immer wieder Fragen stellen zu können. Bei Stefanie Oppermann traut sie sich. Und die hat ihre erwachsenen Schülerinnen aus aller Welt einfach gern. Sie hat auch Verständnis für die Situation der Mütter, die es einfach nicht schaffen, regelmäßig teilzunehmen und dann wieder Extra-Hilfen brauchen. KLEINE PROJEKTE GROSSE WIRKUNG Für Nuran Kancok, die Integrationsfachfrau des interkulturellen Zentrums, zeigt auch dieses Beispiel, wie kleine Projekte große Wirkung haben können. Kostenpflichtige Kurse können sich manche gar nicht leisten. Und hier sind sie flexibel. Wenn sie nicht kommen können, weil etwa ein Kind erkrankt ist oder sonst ein Hinderungsgrund auftaucht, ist das kein Drama. Stefanie Oppermann wiederholt und erklärt das Versäumte je nach Bedarf. WEITERLEITUNG VON WISSEN Michael Sewenig, Leiter der Integrationsagentur der AWO, die das Interkulturelle Zentrum Höhenberg betreibt, schätzt besonders, dass hier Selbsthilfepotenziale der StadtteilbewohnerInnen geweckt werden. Das zeichnet die Zentren der Freien Wohlfahrtspflege auch aus, dass sie Personen niedrigschwellig erreichen und Menschen unterschiedlicher Herkunft befähigen, besser zurechtzukommen. Wir haben in Höhenberg zum Beispiel das Elternnetzwerk, wo Erziehungsfragen mit Hilfe von Selbsthilfepotenzialen geklärt werden. Hier können Eltern sich darüber austauschen, welche Schwierigkeiten, aber auch welche Möglichkeiten der Erziehung es gibt. Unser Zentrum bietet einen offenen Kommunikationsraum, ergänzt Frau Kancok. Wir erfahren, wo es aktuell kostengünstige oder sogar kostenfreie kulturelle, sportliche und gesundheitliche Angebote gibt und leiten dieses Wissen weiter. Im Stadtteil ist bekannt, dass man hier bei Problemen aller Art beraten wird. Die Zentren sind ein wichtiger Bestandteil der integrationspolitischen Infrastruktur. Sie werden mit Landes-, kommunalen und Eigenmitteln finanziert. Das gelingt bisher trotz Haushaltskonsolidierung der Stadt Köln und immer knapper werdender Budgets. *Name von der Redaktion geändert. Impressum Herausgeber: Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Mittelrhein e.v. Integrationsagentur Dienststelle Venloer Wall 15, Köln Redaktion Donja Amirpur Ariane Dettloff Mercedes Pascual Iglesias Ellen Petry Verantwortlich (i. S. d. P.) Andreas Johnsen, Geschäftsführer Telefon: Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. AWO Bezirksverband Mittelrhein e.v. Abdruck, auch in Auszügen, erwünscht, jedoch nur mit Genehmigung des Herausgebers. Gefördert durch:

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