Medizinische Versorgung von Migrant*innen ohne Krankenversicherung

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1 Medizinische Versorgung von Migrant*innen ohne Krankenversicherung

2 GLIEDERUNG 1. Adressat*innen (Asylbewerber*innen, Papierlose, EU-Bürger*innen) 2. Sozialrechtliche Bestimmungen 3. Medizinische Ambulanz ohne Grenzen in Mainz 4. Film: Bei Krankheit droht Abschiebung-wenn Menschen nicht zum Arzt gehen dürfen 5. Gruppenarbeit Fälle mit Diskussion

3 a. Asylbewerber*innen Personen: die aus Ihrem Herkunftsland geflüchtet sind wegen politischer Verfolgung/Folterung. Sie stellen in einem fremden Land Antrag auf Asyl.

4 b. Papierlose / Illegalisierte Personen, die weder einen asyl- oder ausländerrechtlichen Aufenthaltsstatus besitzen, noch eine ausländerrechtliche Duldung vorweisen können. Der Aufenthalt wird nicht erlaubt, wenn die Ausländer in das Bundesgebiet einreisen, ohne die in 14 AufenthG katalogisierten Voraussetzungen zu erfühlen.

5 b. Gründe für illegalisierte Einreise

6 c. EU-Bürger*innen Insbesondere Personen aus den neuen Mitgliedsstaaten Recht auf Einreise und Aufenthalt nach dem Freizügigkeitsgesetz/EU Freier Zugang zum Arbeitsmarkt, aber kein Anspruch auf Sozial- Leistungen!

7 Medizinische Versorgung von Migrant *innen a. Sozialrechtliche Bestimmungen Asylbewerber*innen Die Krankenversorgung ist in 4 und 6 Asylbewerberleistungsgesetz geregelt Personen mit Duldung oder Aufenthaltspapier haben in den ersten vier Jahren folgende medizinische Leistung nach 4: Bei akuten Erkrankungen und Schmerzen, bei Schwangerschaft Krankenschein beim Sozialamt beantragen Nach vier Jahren Aufenthalt in Deutschland stehen alle medizinische Leistungen zur Verfügung.

8 b. Sozialrechtliche Bestimmungen Papierlose / Illegalisierte Gemäß 87 Abs.2 Nr1 AufenthG sind die deutschen Behörden verpflichtet die Ausländer- und Polizeibehörden zu unterrichten, wenn sie Kenntnisse vom Aufenthalt eines Papierlosen Mensch erlangen = Vermeidung von jeglicher staatlicher Registrierung Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere heben keinen Anspruch auf Krankenversicherungsleistung Ausnahme: unabwendbare Notfallbehandlungen im Krankenhaus = Schweigepflicht der Ärzte

9 b. Genfer Deklaration Generalversammlung des Weltärztebundes 1948 in Genf, Schweiz 1968 Sydney, Australien 1983Venedig, Italien 1995 Stockholm, Schweden Zeitgemäße Version vom Eides des Hippokrates = (erste grundlegende Formulierung der ärztlichen Ethik)

10 b. Ziele der Genfer Deklaration: Unterrichtung der ärztliche Ethik und der Menschenrechte als Pflichtfach in dem Curriculum Verstärkung des ethnischen Denken und Handeln der Ärzte Die Arzt-Patienten-Beziehung zu verstärken und zu befestigen

11 b. Genfer Gelöbnis Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich: Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinen Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung

12 c. Sozialrechtliche Bestimmungen EU-Bürger*innen Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Krankenversicherungspflicht Minijob auf 450 Euro Basis: Ergänzendes ALG II: Krankenversicherungspflicht Auffangversicherung in der GKV: ca. 140 Euro

13 c. Sozialrechtliche Bestimmungen EU-Bürger*innen Selbständig: Private Kranken Versicherung (PKV) Arbeitsuchend: kein Anspruch auf eine Krankenversicherung!

14 Medizinische Ambulanz ohne Grenzen /Mainz

15 Medizinische Beratungs-und Behandlungsangebote Allgemeinmedizin Zahnmedizin Gynäkologie Pädiatrie Psychotherapie Kinder-u. Jugendpsychotherapie Neurologie / Psychiatrie Innere Medizin Chirurgie Telemedizinische Kooperation Dermatologie

16 Fünf Behandlungsräume, Wartebereich, Medikamenten- und Hilfsmittellager, Besprechungsräume, Büroräume auf 250 m2

17

18 20 Ärztinnen Soziale Beratung Multi-/interdisziplinäres Team Verwaltung Geschäftsführung Krankenschwester Krankenpfleger Dolmetscherin

19 Wohnungslose Menschen die legal in Deutschland leben, aber ohne KV Haftentlassene Nicht krankenversicherte Leiharbeiter*innen Papierlose Personengruppen in der Ambulanz

20

21 Zusammenarbeit mit Dolmetscher*innen Flyer und Anamnesebögen in verschiedenen Sprachen

22 SOZIALE BERATUNG Primäres Ziel: Rückkehr in das vorhandene Gesundheits- und Sozialleistungssystem! Aufgaben Aktives Zuhören Lebenswelt verstehen Entlasten und Mut zusprechen Informationen über sozialrechtliche Aspekte zur Verfügung stellen Telefonische/schriftliche Kontaktaufnahme mit Behörden Begleitung zu Behörden Unterstützung bei Antragstellung Vermittlung an weitere Kooperationspartner

23 Film: Bei Krankheit droht Abschiebung

24 verzweifelt entwürdigt einsam beschämt traurig Sozial benachteiligte Menschen überfordert wütend machtlos hilflos resigniert

25 Fall A: Frau S. lebt seit 6 Monaten in Mainz. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, deshalb ist sie untergetaucht. Auf dem Weg zum Bäcker wird sie von einem Auto angefahren. Sie ist schwer verletzt, aber noch bei Bewusstsein. Der Autofahrer ruft einen Krankenwagen. Frau S. wird in die Uni-Klinik Mainz gebracht. Wie geht es nun weiter? Welche Rechte bezüglich der medizinischen Versorgung hat Frau S.?

26 Fall B: Frau H. lebt mit ihrem Mann im Asylbewerberheim in Mainz und ist im 7 Monat schwanger. Sie werden von der Behörde geduldet (Aufenthaltstitel). Plötzlich setzen mitten in der Nacht die Wehen ein, die Geburt steht bevor. Das Paar begibt sich zur Uni- Klinik. Wie geht es nun weiter? Welche Rechte bezüglich der medizinischen Versorgung hat Frau H.?

27 Fall C: Herr B. ist seit 2 Monaten mit seiner Familie in Mainz. Er kommt aus Bulgarien und ist in Deutschland arbeitssuchend. Er kann sich die Kosten für eine Krankenversicherung nicht leisten. Nun hat er fürchterliche Zahnschmerzen. Wie geht es nun weiter? Welche Rechte bezüglich der medizinischen Versorgung hat Herr B.?

28 Quellen Nomus Gesetze (Stand:5 Juli 2013):Gesetze für die Soziale Arbeit.3 Auflage. Baden- Baden: Nomus Verlag blob=publicationfile

29 VIELEN DANK FÜR EURE AUFMERKSAMKEIT UND MITARBEIT!

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