Ein Blick in die Geschichte. Stockstadt a. Main

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1 Ein Blick in die Geschichte von Stockstadt a. Main Die Ursprünge Stockstadts reichen weit in die Vergangenheit zurück. Zahlreiche antike Funde deuten auf eine sehr frühe f Besiedlung unserer Gegend hin. Erste größere und deutliche Siedlungsspuren hinterließen en aber erst die Römer vor nahezu 2000 Jahren. Der Verlauf des Limes am Untermain 1

2 Im 1. Jahrhundert nach Christus (n. Chr.) errichteten sie auf dem Gelände der heutigen Papierfabrik Sappi ein Kastell, eine militärische Anlage zur Sicherung der Grenzen des römischen Imperiums. Mit der Stationierung zahlreicher Soldaten in dem neu erbauten Kastell entstanden in der Folge zahlreiche weitere Ansiedlungen. Römerkastell / Modelle einer Wehrmauer Um das Jahr 260 n. Chr. mussten aber die Römer dem sich stärker ausbreitenden Stamm der Alemannen weichen. Diese wiederum wurden ab dem 5. Jahrhundert von den Franken verdrängt. In der Mitte des 9. Jahrhunderts werden in einem Seligenstädter Zinsregister erstmals vier Stockstädter Bürger als Steuerpflichtige erwähnt. Zu dieser Zeit führte Stockstadt die Bezeichnung Stocestat. 2

3 Im Jahr 1024 ging Stocestat als Geschenk des Kaisers Heinrich II. in den Besitz des Klosters Fulda über,, welches schon damals eines der bedeutendsten Klöster in Deutschland war. Die Entwicklung des Ortsnamens seit der ersten Erwähnung Erst im Jahr 1309 änderte sich wieder die Zugehörigkeit von Stockstadt, in alten Unterlagen mittlerweile als Stoddenstat bezeichnet. Neuer Landesherr ist nun das Erzstift Mainz. Diese Zuordnung zum Mainzer Landesherrn hielt recht lange an,, bis in das beginnende 19. Jahrhundert. Als Folge der napoleonischen Kriege e fiel das gesamte Untermaingebiet, also auch Stockstadt, an das erst im Jahre 1806 durch Napoleon s Gnaden neu errichtete richtete Königreich Bayern. Das geschah im Jahre 1814, als in Wien der sogenannte Wiener Kongresses tagte,, der die Macht- und Gebietsverhältnisse sse in Europa neu ordnete. In Deutschland bzw. dem Deutschen Reich wurden immer wieder Kriege geführt. Diese Kriege, sowie religiöse Verfolgungen en und Hetzen, führten dazu, dass in der Vergangenheit zahlreiche Zuwanderer in Stockstadt ansässig und heimisch h wurden. Die Menschen kamen aus allen deutschen oder ehemals deutschen Gebieten sowie aus fremden Ländern, wie z.b. aus den Niederlanden, aus Frankreich und Österreich-Ungarn Ungarn. 3

4 Das umfangreichste Bevölkerungswachstum setzte aber nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit dem Zustrom zahlreicher r Flüchtlinge und Heimatvertriebene tvertriebenen ein. Etwas später dann, in der Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders, Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre, verstärkte sich der Zuwachs noch durch die vielen nach Deutschland strömenden Gastarbeiter. Meist kamen diese Arbeiter oder ganze Familien aus Italien, Griechenland und der Türkei. Noch heute stellen die türkischen und italienischen Bürger in Stockstadt neben den Deutschen den höchsten Bevölkerungsanteil. Die alte Mainbrücke von Stockstadt Am Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr Stockstadt dann eine grundlegende Veränderung von einer ursprünglichen Kleingemeinde mit bäuerlicher Dorfstruktur hin zu einer prosperierenden Industriegemeinde. Dies war vor allem auf die Ansiedlung der Aschaffenburger Zellstoff-Fabrik im Jahre 1898 zurückzuführen. Im Jahre 1970 fusionierten die Zellstoffwerke Aschaffenburg mit der Zellstoff-Fabr Fabrik Waldhof (bei Mannheim); die neue Firma hieß nun Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg (PWA). Dieser Großbetrieb b brachte durch viele neue Arbeitsplätze Wohlstand in die Gemeinde und beeinflusste in großem Maße die Ansiedlung weiterer Industriebetriebe. Eine solche Entwicklung war möglich, weil die Verantwortlichen der Gemeinde Stockstadt weitblickend handelten und rechtzeitig die örtlichen und gesetzlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung von Industriebetrieben veranlassten. 4

5 Die PWA behielt elt ihren Namen bis 1995, dann hieß sie nach mehreren Eigentümerwechseln zunächst SCA, dann MODO,, danach M-real. Seit Januar 2009 gehört sie zum südafrikanischen Papierkonzern Sappi und trägt seither diesen Namen. Zellstoff- und Papierfabrik Sappi Heute ist Stockstadt eine moderne Gemeinde, der es gelungen ist, die Erfordernisse eines Industriestandortes mit dem Wunsch seiner Bürger nach attraktiven Wohngebieten und Freizeiteinrichtungen in Einklang zu bringen. Die vorhandene Infrastruktur ist vorbildlich, die Verkehrsanbindungen nahezu ideal. Diesen vorbildlichen Einrichtungen und nicht zuletzt zt seiner Wirtschaftskraft hat es Stockstadt zu verdanken, dass es am zum Markt erhoben wurde und sich seither Markt Stockstadt a. Main nennen darf. Die Markterhebung erfolgte durch den damaligen bayerischen Minister des Innern, Herrn Dr. Günther Beckstein, der die Verleihungsurkunde persönlich an den seinerzeitigen 1. Bürgermeister Lothar Schaffrath überreichte. 5

6 Zentrum von Stockstadt mit Bahnhof, Rathaus und Kirchen Dies ist nur ein grober Überblick über die Geschichte bzw. Vergangenheit der Marktgemeinde Stockstadt. Wenn Sie Interesse an einer Vertiefung der Stockstädter Geschichte haben, empfehlen wir Ihnen, die Stockstädter Chronik zu lesen.. Mittlerweile ist neben der Erstausgabe der Stockstädter Chronik auch ein Ergänzungsband erhältlich. Außerdem gibt es spezielle Literatur über den römischen Limes,, der durch das Gemeindegebiet verlaufen ist und auch über die antiken Funde, die hier in Stockstadt ausgegraben worden sind. s Diese Funde werden teilweise im hiesigen Heimatmuseum aufbewahrt und ausgestellt, außerdem können Teile davon in Aschaffenburg fenburg und in dem rekonstruierten Römerkastell Saalburg in Hessen bei Bad Homburg besichtigt werden. Im gut sortierten Buchhandel steht Ihnen eine große Auswahl an Bücher üchern über die Geschichte der Römer in Germanien und über das Welterbe erbe Limes zur Verfügung. Aber auch im Rathaus von Stockstadt liegt eine kleine Auswahl an Literatur zum Verkauf bereit; ; die d nachstehend aufgeführten Titel können Sie am Schalter der Gemeindekasse erwerben. 6

7 Buchtitel: Preis: Chronik Stockstadt Beiträge zur geschichtlichen Entwicklung Hrsg.: Gemeinde Stockstadt, ,00 Euro 25 Jahre Zukunft ,90 Euro Fortsetzung der Chronik Stockstadt Hrsg.: Markt Stockstadt, 2007 Stockstadt am Main in alten Ansichten von Dr. Fred Rattinger Europäische Bibliothek, Zaltbommel Niederlande Das Römerkastell Stockstadt von Dr. Fred Rattinger Gemeinde Stockstadt, Selbstverlag Vor- und Frühgeschichte Stockstadt a. Main von Dr. Fred Rattinger Sonderdruck aus der Chronik Stockstadt, Selbstverlag 9,90 Euro 2,00 Euro 3,00 Euro Chronik Stockstadt + 25 Jahre Zukunft, 2 Bde. zusammen 29,90 Euro Welterbe Limes: Roms Grenze am Main von Bernd Steidl Logo Verlag 21,80 Euro 7

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