Auslastung sichern: Warum Sie auf Doppelzimmer setzen sollten

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1 Auslastung sichern: Warum Sie auf Doppelzimmer setzen sollten 1

2 Die Gesellschaft hat sich den Auswirkungen der demographischen Entwicklung zu stellen. Vor allem die unmittelbar Betroffenen wie die Träger von Pflegeheimen, die Kostenträger und die Pflegebedürftigen selbst werden Veränderungen hinnehmen müssen. Es geht nicht darum, was wünschenswert wäre, es geht vielmehr darum, was zukünftig realisierbar ist. Dies zu erkennen, bedeutet Existenzsicherung für die Pflegeheimbetreiber und Sicherheit für die anvertrauten Pflegebedürftigen und Mitarbeiter. 2

3 Pflegebedürftige gesamt davon vollstationäre Pflege davon ambulante Pflege und Pflege durch Angehörige Kosten der vollstationären Pflege 22,2 Mrd. 28,6 Mrd. 44,0 Mrd. 3

4 4

5 Pflegebedürftige bis 2008 (vollstationär und ambulant) Altersgruppe

6 Die Rücklagen der ohnehin schon defizitären Pflegeversicherung werden spätestens 2007 verbraucht sein. Die zudem durch den Anstieg an Pflegebedürftigen zu erwartenden Kostensteigerungen sind nicht mehr zu bewältigen. Eine baldige und grundlegende Reform der Pflegeversicherung ist unabdingbar, um auch die Versorgung zukünftiger Pflegebedürftiger zu sichern. Die Reform der Pflegeversicherung wird zwei Grundsätze erfüllen müssen: 1. Höhere Einnahmen 2. Minderung der Gesamtausgaben 6

7 Kostenstruktur der vollstationären Pflege: 1. Personalkosten 50% - 60% 2. Sonstige Kosten ca. 25% 3. Miete (Immobilie) 15% - 25% 7

8 Da die Pflegesätze, insbesondere die darin enthaltenen Personalkosten, und die Unterkunfts- und Verpflegungssätze keinen Handlungsspielraum mehr zu lassen, verbleiben nur noch die Investitionskosten als Einsparpotenzial. Für die Immobilienbesitzer und für die Kostenträger (Sozialhilfeträger) gibt es derzeit keine zwingenden gesetzlichen Vorgaben, ob Ein-, Zwei- oder Mehrbettzimmer vorgehalten werden müssen. Angesichts des Kostendrucks und der leeren öffentlichen Kassen ist aber davon auszugehen, dass zukünftig eine Kostenübernahme des Sozialhilfeträgers standardmäßig nur noch für Unterbringungen in Zwei- oder gar Mehrbettzimmer erfolgen wird. 8

9 Träger und Investoren brauchen Sicherheit. In den kommenden 15 Jahren werden jährlich zwischen und zusätzliche Pflegeplätze benötigt. Das Durchschnittsalter der heutigen Pflegeheime beträgt ca. 35 Jahre. Die Schaffung neuer und der Erhalt bestehender Pflegeplätze bedarf dringender Investitionen. Aber Investoren brauchen Sicherheiten, damit sie investieren. Für Investoren hat eine sichere Mieteinnahme oberste Priorität. Dieses können Träger nur durch eine hohe Auslastung der Einrichtung gewährleisten. 9

10 Investoren und Träger brauchen langfristig verlässliche Perspektiven seitens der Politik. Jahrelang forderte die Politik Einbettzimmer als Standard. Mit steigendem Kostendruck wird aber wieder vermehrt die Standardisierung des Zweibettzimmers (Niedersachsen, Bayern, Baden Württemberg) favorisiert. Auf Grund der momentanen Reformbestrebungen der Politik fehlen gleichwohl verbindliche Aussagen. Investoren und Pflegeheimbetreiber können ihre Vorhaben daher derzeit nur an eigenen sachlich objektiven und vorausschauenden Überlegungen ausrichten. 10

11 Beispiel für die Verteilung der vereinbarten Investitionsaufwendungen auf Einbettzimmer und Zweibettzimmer bei unterschiedlicher Gewichtung: Quelle: Hinweise zu Vereinbarungen nach 93 Abs. 7 Satz 4 BSHG a. F. ( 75 ff. SGB XII n. F.) für Pflegeeinrichtungen des Nds. Landkreistages vom Gleichmäßige Verteilung alle Plätze Pflegeplätze 48 Einbettzimmer-Plätze 22 Zweibettzimmer-Plätze 26 Gesamtaufwendungen ,90 : Jahrestage ,59 Auslastung 98% Tagesbetrag 16,93 Monatsbetrag 515,01 11

12 Aufwendungen Aufwendungen Summe Einbettzimmer Zweibettzimmer Verteilung alle Plätze , , ,90 10 % * , ,45 Gewichtete Verteilung , , , Plätze Auslastung 0,98 0,98 Tagesbetrag 18,62 15,50 Monatsbetrag 566,42 471,51 * Der Nds. Landkreistag geht davon aus, dass Einbettzimmer um 10 % höherwertiger sind 12

13 Die Haushaltslage, die zukünftige demographische Entwicklung und die Tendenzen in mehreren Bundesländern kann die Standardisierung des Zweibettzimmers zur Konsequenz haben. 13

14 Warum soll das auch nicht gehen? Es ist wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich, pflegerisch und sozial vertretbar, dass Sozialhilfeempfänger im Zweibettzimmer leben. 14

15 Wirtschaftlich: Hohe Beitragssätze, leere Kassen und eindeutige Prognosen über steigende Kostenbelastungen in der Zukunft zwingen zum Handeln. Politisch: Die Pflegekosten werden schließlich von den Beitragszahlern und den Steuerzahlern erbracht. Angesichts der bekannten Fakten ist ein sparsamer Umgang erforderlich und nur ein solcher politisch zu rechtfertigen. 15

16 Gesellschaftlich: Die Öffentlichkeit erwartet und akzeptiert, dass Sozialhilfeempfänger Einbußen bezüglich ihrer finanziellen Ausstattung hinzunehmen haben. Warum soll dies nicht auch für Sozialhilfeempfänger gelten, die in Pflegeheimen leben? Pflegerisch: Die Pflegequalität ist davon völlig unberührt. Sozial: Bewohner in Zweibettzimmern sind häufig kontaktfreudiger und aufgeschlossener. Sie integrieren sich schneller in den Tagesablauf des Pflegeheims. Sie sind selten einsam, dafür mobiler und motivierter, da sie sich oftmals gegenseitig ermuntern. 16

17 Résume: Objektiv betrachtet gibt es viele Aspekte, zukünftig pflegebedürftigen Sozialhilfeempfängern eine Unterbringung im Zweibettzimmer zu zumuten. Für die Zukunft des Pflegemarktes in Deutschland ist es wichtig, dass Träger mögliche Entwicklungen rechtzeitig wahrnehmen und richtig interpretieren. Irreführende Markteinschätzungen und emotionsgeleitetes Anspruchsdenken sind unternehmerisch nicht vertretbar. Auslastungsdefizite und wirtschaftliche Schwierigkeiten sind die Folge, darunter zu leiden haben vor allem die anvertrauten Pflegebedürftigen. Dringend benötigte Investoren könnten abgeschreckt werden und sich vom Markt zurückziehen. 17

18 Investitionen werden nicht mit Emotionen, sondern basierend auf realen Erwartungen getätigt. 18

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