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2 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Ziele Ziele Nach dieser Lektion sollten Sie Folgendes können: Datenintegritäts-Constraints implementieren Datenintegritäts-Constraints pflegen Constraint-Informationen aus dem Data Dictionary ermitteln 13-2 Copyright Oracle Corporation, All rights reserved Oracle8i Datenbankadministration Teil I

3 Überblick Überblick Datenintegrität Daten Datenbank- Trigger Anwendungscode Integritäts- Constraint Tabelle 13-3 Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Methoden, um Datenintegrität zu garantieren Datenintegrität bedeutet, dass die Daten den Unternehmensregeln genügen. Datenintegrität kann verwaltet werden über: Anwendungsprogrammteile Datenbank-Trigger deklarative Integritäts-Constraints Welche dieser Möglichkeiten zur Abbildung der Unternehmensregeln verwendet wird, ist eine Design-Entscheidung. Die Datenbankadministration hat im Wesentlichen dafür zu sorgen, die vom Datenbank-Design gewählten Methoden umzusetzen sowie Performance-Anforderungen und Integritätsanforderungen auszuwägen. Anwendungsprogrammteile können entweder als gespeicherte Prozeduren in der Datenbank implementiert werden oder als Anwendungen, die auf dem Client laufen. Der Schwerpunkt dieser Lektion liegt auf Datenbank-Triggern und Integritäts- Constraints. Datenbank-Trigger Datenbank-Trigger sind PL/SQL-Programme, die bei bestimmten Ereignissen, wie zum Beispiel beim Einfügen oder Ändern einer Zeile, ausgeführt werden. Trigger können aktiviert und deaktiviert werden. Aktiviert heißt, sie werden ausgeführt, wenn das Ereignis eintritt, deaktiviert heißt, sie werden nicht ausgeführt, auch wenn sie definiert sind. Datenbank-Trigger werden in der Regel nur verwendet, wenn komplexe Unternehmensregeln eingehalten werden müssen, die nicht mit Integritäts-Constraints abgebildet werden können. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-3

4 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Hinweis: Datenbank-Trigger werden in anderen Oracle Kursen behandelt. Integritäts-Constraints Zur Umsetzung der Unternehmensregeln werden bevorzugt Integritäts-Constraints verwendet, weil sie: bessere Performance bieten einfach deklariert und geändert werden können, da keine aufwendige Programmierung erforderlich ist zentral an einer Stelle sind flexibel sind (aktiviert oder deaktiviert) vollständig im Data Dictionary dokumentiert sind Die folgenden Abschnitte erklären die Wirkung von Integritäts-Constraints und ihre Implementierung im Oracle Server Oracle8i Datenbankadministration Teil I

5 Integritäts-Constraints Integritäts-Constraints Constraint-Typen Constraint NOT NULL UNIQUE PRIMARY KEY FOREIGN KEY CHECK Beschreibung Gibt an, daß eine Spalte keine NULL-Werte enthalten kann Gibt eine Spalte oder eine Kombination von Spalten an, die eindeutig sind Gibt eine Spalte oder eine Kombination von Spalten an, die Primärschlüssel der Tabelle sind Gibt eine Spalte oder eine Kombination von Spalten an, die Fremdschlüssel in einem referentiellen Integritäts-Constraint sind Gibt eine Bedingung an, die jede Zeile der Tabelle erfüllen muß 13-4 Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Constraint-Typen Wie Sie in der Folie sehen, gibt es fünf Arten von deklarativen Integritäts-Constraints. NOT NULL- und CHECK-Constraints erfordern keinen Verwaltungsaufwand. Dagegen muss die Datenbankadministration Primärschlüssel-, Unique- und Fremdschlüssel-Constraints sorgfältig verwalten, um hohe Verfügbarkeit und akzeptable Performance zu gewährleisten. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-5

6 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Constraint-Zustände Deaktiviert mit NOVALIDATE Deaktiviert mit VALIDATE Aktiviert mit NOVALIDATE Aktiviert mit VALIDATE = = Neue Daten Bestehende Daten 13-5 Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Constraint-Zustände Ein Integritäts-Constraint kann folgende Zustände haben: deaktiviert mit NOVALIDATE deaktiviert mit VALIDATE aktiviert mit NOVALIDATE bzw. erzwungen aktiviert mit VALIDATE Deaktiviert mit NOVALIDATE. Ein deaktiviertes Constraint mit NOVALIDATE wird nicht überprüft, obwohl die Constraint-Definition noch im Data Dictionary gespeichert ist. Daten in der Tabelle und neue Daten, die eingefügt oder aktualisiert werden, genügen eventuell nicht den durch das Constraint festgelegten Regeln. Deaktiviert mit VALIDATE. Ein Constraint in diesem Zustand erlaubt keine Änderungen der Spalten des Constraint. Zusätzlich wird der Index für das Constraint gelöscht und das Constraint ist ausgeschaltet. Mit einem Unique-Constraint im Zustand deaktiviert mit VALIDATE können Sie Daten effizient von einer nicht partitionierten in eine partitionierte Tabelle laden. Verwenden Sie dazu die Option EXCHANGE PARTITION des Befehls ALTER TABLE. Hinweis: Partitionierte Tabellen werden in diesem Kurs nicht behandelt Oracle8i Datenbankadministration Teil I

7 Integritäts-Constraints Constraint-Zustände (Fortsetzung) Aktiviert mit NOVALIDATE (erzwungen). Bei einem mit NOVALIDATE aktivierten Constraint können keine Daten neu eingetragen werden, die das Constraint verletzen. Allerdings kann die Tabelle ungültige Daten enthalten, die das Constraint verletzen. In der Regel handelt es sich hierbei um einen Zwischenzustand, der sicherstellt, dass alle neuen Daten geprüft werden, bevor sie in die Tabelle eingetragen werden. Aktiviert mit VALIDATE. Wenn ein Constraint diesen Zustand hat, erfüllen alle Daten in der Tabelle garantiert das Constraint. Außerdem verhindert dieser Zustand, dass ungültige Daten eingetragen werden. Dies ist der normale Betriebszustand für ein Constraint bei Online-Transaktionsverarbeitung. Wird ein Constraint vom Zustand deaktiviert in den Zustand aktiviert mit VALIDATE gesetzt, wird die Tabelle gesperrt und alle Daten in der Tabelle werden auf Konformität geprüft. Dadurch kann es vorkommen, dass DML-Operationen wie zum Beispiel Laden von Daten, warten müssen. Es ist daher ratsam, zuerst in den Zustand aktiviert mit NOVALIDATE zu wechseln und dann in den Zustand aktiviert mit VALIDATE. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-7

8 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Aufgeschobene Constraints DML-Anweisung Prüfe sofortige Constraints COMMIT Prüfe aufgeschobene Constraints 13-6 Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Aufgeschobene Constraints Sie können die Stelle in einer Transaktion, an der ein Constraint geprüft wird, steuern, wenn Sie das Constraint entsprechend definieren. Sofortige Constraints (nondeferred bzw. immediate) Sofortige Constraints werden am Ende jeder DML-Anweisung überprüft. Bei einer Constraint-Verletzung wird die Anweisung zurückgerollt. Löst das Constraint eine Aktion aus, wie zum Beispiel kaskadierendes Löschen, gehört diese Aktion zu der Anweisung, die die Aktion verursacht hat. Ein als NONDEFERRABLE definiertes Constraint kann nicht so eingestellt werden, dass es erst am Ende einer Transaktion geprüft wird. Aufgeschobene Constraints (deferred) Aufgeschobene Constraints werden nur überprüft, wenn eine Transaktion ein Commit durchführt. Werden zum Commit-Zeitpunkt Constraint-Verletzungen festgestellt, wird die gesamte Transaktion zurückgerollt. Diese Constraints sind sinnvoll, wenn in einer Fremdschlüsselbeziehung Eltern- und Kindzeilen gleichzeitig eingetragen werden, zum Beispiel bei einem Auftragssystem, bei dem der Auftrag und die Auftragsposten gleichzeitig eingetragen werden Oracle8i Datenbankadministration Teil I

9 Integritäts-Constraints Aufgeschobene Constraints (Fortsetzung) Um aufschiebbar zu sein, muss ein Constraint bei der Erstellung auf eine der folgenden Arten als aufschiebbares Constraint definiert werden, mit: anfangs sofort (initially immediate): Solange nichts anderes angegeben ist, funktioniert das Constraint defaultmäßig wie ein sofortiges Constraint. anfangs aufgeschoben (initially deferred): Defaultmäßig wird das Constraint nur am Ende einer Transaktion überprüft. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-9

10 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Constraints als sofortig oder aufgeschoben definieren Mit den Befehl ALTER SESSION oder SET CONSTRAINTS können Sie den Zustand für ihren Constraint setzen. ALTER SESSION SET CONSTRAINT[S] = {IMMEDIATE DEFERRED DEFAULT}; 13-7 Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Überprüfung eines Constraint ändern Der Default-Modus eines aufschiebbaren Constraint wird im Data Dictionary gespeichert. Anwendungen können aber den Modus auf aufgeschoben (deferred) oder sofort (immediate) ändern. Diese Änderung wird mit dem Befehl ALTER SESSION oder mit dem Befehl SET CONSTRAINT durchgeführt: ALTER SESSION SET CONSTRAINT[S] = {IMMEDIATE DEFERRED DEFAULT} SET CONSTRAINT[S] {constraint [, constraint ]... ALL } {IMMEDIATE DEFERRED} Oracle8i Datenbankadministration Teil I

11 Integritäts-Constraints Überprüfung von Primärschlüssel- und Unique-Constraints Schlüssel aktiviert? Ja Vorhandener Index verfügbar? Ja Nein Vorhandenen Index verwenden Aufgeschobenes Constraint? Ja Nein Nein Keinen Index verwenden Eindeutigen Index erzeugen Nicht-eindeutigen Index erzeugen 13-8 Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. So wird ein Unique- und Primärschlüssel-Constraint überprüft Primär- und Unique-Schlüssel werden mit Hilfe von Indizes überprüft. Sie können den Typ dieser Indizes bestimmen. Der Oracle Server implementiert Unique- und Primärschlüssel-Constraints wie folgt: Ist das Constraint deaktiviert, werden keine Indizes benötigt. Ist das Constraint aktiviert, und die Spalten im Constraint bilden den Anfangsteil eines Index, wird der Index zur Überprüfung des Constraint verwendet. Ist das Constraint aktiviert und gibt es noch keinen Index mit den Constraint- Spalten als Hauptteil, wird ein Index mit demselben Namen wie das Constraint erzeugt: Ist das Constraint aufschiebbar (deferrable), wird ein nicht-eindeutiger Index auf der Schlüsselspalte erzeugt. Ist das Constraint nicht aufschiebbar (nondeferrable), wird ein eindeutiger Index erzeugt. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-11

12 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Überlegungen zu Fremdschlüsseln Sie wollen Elterntabelle löschen Elterntabelle leeren Tablespace löschen, der die Elterntabelle enthält Sperren der Kindtabelle bei DML-Anweisungen auf der Elterntabelle verhindern Dazu müssen Sie CASCACE-Constraints verwenden Fremdschlüssle deaktivieren oder löschen CASCADE CONSTRAINTS-Klausel verwenden Index auf dem Fremdschlüssel erzeugen DML-Anweisungen auf der Kindtabelle ausführen 13-9 Sicherstellen, daß der Tablespace, der den Index auf der Elterntabelle enthält, online ist Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Überlegungen zu Fremdschlüssel-Constraints Bei der Verwaltung von Tabellen mit einer Fremdschlüssel-Beziehung müssen Sie einige Faktoren berücksichtigen. DDL-Anweisungen, die die Elterntabelle betreffen Der Fremdschlüssel muss gelöscht werden, bevor die Elterntabelle gelöscht werden kann. Sie können beide Aktionen mit einer Anweisung ausführen: DROP TABLE table CASCADE CONSTRAINTS Die Elterntabelle kann nur mit TRUNCATE geleert werden, wenn der Fremdschlüssel gelöscht oder deaktiviert wird. Der Fremdschlüssel muss gelöscht werden, bevor der Tablespace, der die Elterntabelle enthält, gelöscht werden kann. Mit folgendem Befehl können Sie beides erreichen: DROP TABLESPACE tablespace INCLUDING CONTENTS CASCADE CONSTRAINTS Oracle8i Datenbankadministration Teil I

13 Integritäts-Constraints DML-Anweisungen auf Tabellen in einer Fremdschlüssel-Beziehung Wird beim Löschen von Zeilen in der Elterntabelle nicht die Option DELETE CASCADE verwendet, muss der Oracle Server sicherstellen, dass die Kindtabelle keine Zeilen mehr mit dem entsprechenden Fremdschlüssel enthält. Ebenso darf der Elternschlüssel nur geändert werden, wenn keine Kindzeilen mehr mit dem alten Schlüsselwert vorhanden sind. Gibt es keinen Index auf dem Fremdschlüssel in der Kindtabelle, sperrt der Oracle Server die Kindtabelle und verhindert Änderungen, um referentielle Integrität sicherzustellen. Gibt es einen Index auf der Tabelle, werden zur Einhaltung der referentiellen Integrität nur die Indexeinträge gesperrt. Es müssen keine einschränkenderen Sperren auf der Kindtabelle gesetzt werden. Müssen beide Tabellen gleichzeitig von unterschiedlichen Transaktionen geändert werden, erzeugen Sie einen Index auf den Fremdschlüsselspalten. Wenn in die Fremdschlüsselspalten Daten eingetragen werden oder die Fremdschlüsselspalten geändert werden, prüft der Oracle Server den Index auf der Elterntabelle, mit dem der referenzierte Schlüssel überprüft wird. Die Operation ist daher nur erfolgreich, wenn der Tablespace, der den Index enthält, online ist. Beachten Sie, dass der Tablespace, der die Elterntabelle enthält, für DML-Operationen auf der Kindtabelle nicht online sein muss. Hinweis: Indizes auf Fremdschlüsselspalten sind empfehlenswert, da sie außer den bereits erwähnten Vorteilen noch zusätzliche Vorteile für die Performance haben. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-13

14 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Constraints implementieren Constraints beim Erzeugen der Tabelle definieren CREATE TABLE summit.employee( id NUMBER(7) CONSTRAINT employee_id_pk PRIMARY KEY DEFERRABLE USING INDEX STORAGE(INITIAL 100K NEXT 100K) TABLESPACE indx, last_name VARCHAR2(25) CONSTRAINT employee_last_name_nn NOT NULL, dept_id NUMBER(7)) TABLESPACE data; Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Constraints beim Erzeugen der Tabelle definieren Sie können bei der Erzeugung einer Tabelle ein Constraint definieren oder eine vorhandene Tabelle ändern, um ein Constraint hinzuzufügen. Syntax: Constraint-Definition innerhalb der Spaltendefinition Bei der Erzeugung einer Tabelle kann ein Constraint wie folgt in der Definitionszeile definiert werden, in der eine Spalte definiert wird: column datatype [CONSTRAINT constraint] in_line_constraint [defer_spec] Oracle8i Datenbankadministration Teil I

15 Constraints implementieren Syntax: Constraint-Definition innerhalb der Spaltendefinition (Fortsetzung) in_line_constraint :== {[NOT] NULL PRIMARY KEY [USING INDEX index_clause] UNIQUE [USING INDEX index_clause] REFERENCES [schema.]table [(column)] [ON DELETE CASCADE] CHECK (condition) } defer_spec :== [NOT DEFERRABLE DEFERRABLE [INITIALLY {IMMEDIATE DEFERRED}] ] [DISABLE ENABLE [VALIDATE NOVALIDATE]] mit: CONSTRAINT gibt den Namen constraint des Integritäts- Constraint an, der im Data Dictionary gespeichert wird USING INDEX gibt an, dass die in index-clause angegebenen Parameter für den Index verwendet werden sollen, mit dem der Oracle Server einen Unique- oder Primärschlüssel-Constraint überprüft. (Der Index hat denselben Namen wie das Constraint.) DEFERRABLE gibt an, dass die Constraint-Überprüfung mit dem Befehl SET CONSTRAINT(S) bis zum Ende der Transaktion aufgeschoben werden kann NOT DEFERRABLE gibt an, dass dieses Constraint am Ende jeder DML-Anweisung überprüft wird. Sessions und Transaktionen können einen als NOT DEFERRABLE definiertes Constraint nicht aufschieben. NOT DEFERRABLE ist der Default-Wert. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-15

16 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Syntax: Constraint-Definition innerhalb der Spaltendefinition (Fortsetzung) INITIALLY IMMEDIATE gibt an, dass am Anfang einer Transaktion defaultmäßig das Constraint am Ende jeder DML-Anweisung überprüft wird. Fehlt die INITIALLY-Klausel, ist der Default- Modus INITIALLY IMMEDIATE. INITIALLY DEFERRED bedeutet, dass das Constraint aufschiebbar ist und defaultmäßig erst am Ende einer Transaktion überprüft wird DISABLE deaktiviert das Integritäts-Constraint. Ein deaktiviertes Integritäts-Constraint wird vom Oracle Server nicht überprüft Oracle8i Datenbankadministration Teil I

17 Constraints implementieren Syntax: Constraint-Definition außerhalb der Spaltendefinition Ein Constraint kann auch außerhalb der Spaltendefinition definiert werden: [CONSTRAINT constraint] out_of_line_constraint out_of_line_constraint :== {PRIMARY KEY (column [, column ]... ) [USING INDEX index_clause] UNIQUE (column [, column ]... ) [USING INDEX index_clause] FOREIGN KEY (column [, column ]... ) REFERENCES [schema.]table [(column [, column ]... )] [ON DELETE CASCADE] CHECK (condition) } [defer_spec] Hinweis Sie sollten Namenkonventionen für Constraints verwenden, insbesondere für CHECK-Constraints, weil dasselbe Constraint mehrmals mit unterschiedlichen Namen erzeugt werden kann. Constraint-Definitionen außerhalb der Spaltendefinition werden in folgenden Fällen benötigt: wenn sich ein Constraint auf zwei oder mehr Spalten bezieht wenn ein Constraint (außer NOT NULL-Constraints) zu einer Tabelle hinzugefügt wird Constraints nach Erzeugung der Tabelle definieren: Beispiel ALTER TABLE summit.employee ADD(CONSTRAINT employee_dept_id_fk FOREIGN KEY(dept_id) REFERENCES summit.department(id) DEFERRABLE INITIALLY DEFERRED); Hinweis: Mit der EXCEPTIONS-Klausel, die in Constraints aktivieren später in dieser Lektion besprochen wird, können Zeilen identifiziert werden, die ein Constraint verletzen, das mit dem Befehl ALTER TABLE hinzugefügt wird. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-17

18 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Richtlinien für Constraints Primärschlüssel- und Unique-Constraints: Indizes in getrennten Tablespace plazieren Verwenden Sie nicht-eindeutige Indizes, wenn häufig große Mengen von Daten geladen werden Selbstreferenzierende Fremdschlüssel : Definieren bzw. aktivieren Sie den Fremdschlüssel nach dem ersten Laden Verwenden Sie aufschiebbare Constraints Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Richtlinien für Constraints Folgende Richtlinien sollten Sie bei der Erzeugung von Constraints berücksichtigen: Legen Sie Indizes für Primärschlüssel- und Unique-Constraints in einen anderen Tablespace als die Tabelle. Dazu geben Sie entweder die Klausel USING INDEX an, oder Sie erstellen die Tabelle, erstellen den Index und ändern dann die Tabelle, um das Constraint hinzuzufügen oder zu aktivieren. Wenn häufig Daten in großem Umfang in die Tabelle geladen werden, sollten zuerst die Constraints deaktiviert, dann die Daten geladen und zum Schluss die Constraints wieder aktiviert werden. Wird ein eindeutiger Index für ein Primärschlüssel- oder Unique-Constraint verwendet, wird dieser Index gelöscht, wenn das Constraint deaktiviert wird. Die Performance kann eventuell verbessert werden, wenn in solchen Fällen ein nicht-eindeutiger Index verwendet wird. Dazu kann entweder das Constraint als aufschiebbar definiert werden oder der Index erzeugt werden, bevor das Constraint definiert und aktiviert wird. Enthält eine Tabelle einen selbstreferenzierenden Fremdschlüssel, laden Sie Daten auf eine der folgenden Arten: Definieren bzw. aktivieren Sie den Fremdschlüssel nach dem ersten Laden. Definieren Sie das Constraint als aufschiebbares Constraint. Die zweite Methode ist besser, wenn häufig Daten geladen werden Oracle8i Datenbankadministration Teil I

19 Constraints verwalten Constraints verwalten Constraints aktivieren Aktivieren mit NOVALIDATE Kein Sperren der Tabelle Primär- und Unique- Schlüssel müssen nichteindeutige Indizes verwenden ALTER TABLE summit.department ENABLE NOVALIDATE CONSTRAINT dept_pk; Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Constraints aktivieren Ein deaktivierter Constraint kann auf zwei Arten aktiviert werden: mit NOVALIDATE oder mit VALIDATE. Mit NOVALIDATE aktivieren Die Aktivierung eines Constraint mit NOVALIDATE ist viel schneller als die Aktivierung mit VALIDATE, weil die vorhandenen Daten nicht auf Constraint- Verletzung geprüft werden. Wenn ein Constraint mit dieser Option aktiviert wird, sind keine Sperren auf der Tabelle erforderlich. Diese Methode eignet sich, wenn viel DML-Aktivität auf einer Tabelle erforderlich ist wie typischerweise in einer OLTP- Umgebung. Syntax Mit folgendem Befehl können Sie ein Constraint mit NOVALIDATE aktivieren: ALTER TABLE [ schema. ] table ENABLE NOVALIDATE {CONSTRAINT constraint PRIMARY KEY UNIQUE ( column [, column ]... ) } [ USING INDEX index_clause ] Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-19

20 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Einschränkungen Die Klausel USING INDEX kann nur für Primärschlüssel- und Unique- Constraints verwendet werden, die als aufschiebbar definiert wurden und für die gilt: Die Constraints wurden deaktiviert erzeugt. Die Constraints wurden deaktiviert und der Index gelöscht. Wenn der Index allerdings erst erzeugt werden muss, ist diese Methode nicht besser als die Aktivierung mit VALIDATE, da der Oracle Server die Tabelle sperren muss, um den Index aufzubauen. Hinweis: Deaktivieren von Constraints wird im Kurs Professioneller Einstieg in SQL und Oracle behandelt Oracle8i Datenbankadministration Teil I

21 Constraints verwalten Constraints aktivieren Aktivieren mit VALIDATE Sperren der Tabelle Eindeutige und nicht eindeutige Indizes sind möglich Tabellendaten müssen gültig sein ALTER TABLE summit.employee ENABLE VALIDATE CONSTRAINT emp_dept_fk; Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Mit VALIDATE aktivieren Bei der Aktivierung eines Constraint mit VALIDATE werden die vorhandenen Daten auf Constraint-Verletzung geprüft. Dies ist die Default-Einstellung beim Aktivieren eines Constraint. Die Aktivierung eines deaktivierten Constraint mit VALIDATE hat folgende Wirkung: Die Tabelle wird gesperrt und Änderungen an der Tabelle werden verhindert, bis die Validierung der vorhandenen Daten abgeschlossen ist. Der Oracle Server erstellt einen Index auf den Indexspalten, wenn noch keiner vorhanden ist. Für ein Primärschlüssel- bzw. Unique-Constraint, das sofort ausgeführt wird, wird ein eindeutiger Index erstellt. Für ein aufschiebbares Primärschlüssel- bzw. Unique-Constraint wird ein nicht-eindeutiger Index erstellt. Wird der Befehl bei der Überprüfung des Constraint ausgeführt, sind keine Tabellensperren für die Validierung erforderlich. Das Constraint garantiert, dass während der Validierung keine Constraint-Verletzungen vorkommen können. Dies hat folgende Vorteile: Alle Constraints werden gleichzeitig aktiviert. Jedes Constraint wird intern parallelisiert. Gleichzeitige Aktivitäten auf der Tabelle sind erlaubt. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-21

22 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Syntax Mit folgendem Befehl aktivieren Sie ein Constraint mit VALIDATE: ALTER TABLE [ schema. ] table ENABLE [ VALIDATE ]{CONSTRAINT constraint PRIMARY KEY UNIQUE ( column [, column ]... ) } [ USING INDEX index_clause ] [ EXCEPTIONS INTO [ schema. ] table ] Hinweis Die Option VALIDATE ist die Default-Option. Sie muss daher nicht angegeben werden, wenn ein deaktiviertes Constraint aktiviert wird. Enthält die Tabelle Daten, die das Constraint verletzen, wird die Anweisung zurückgerollt und das Constraint bleibt deaktiviert. Die EXCEPTIONS-Klausel wird im folgenden Abschnitt behandelt Oracle8i Datenbankadministration Teil I

23 Constraints verwalten EXCEPTIONS-Tabelle verwenden 1. EXCEPTIONS-Tabelle erzeugen (utlexcpt.sql). 2. ALTER TABLE mit EXCEPTIONS-Klausel ausführen. 3. Zeilen mit ungültigen Daten durch eine Unterabfrage auf EXCEPTIONS identifizieren. 4. Fehler korrigieren. 5. ALTER TABLE erneut ausführen, um as Constraint zu aktivieren Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. So werden Constraint-Verletzungen identifiziert Die EXCEPTIONS-Klausel unterstützt die Identifizierung von Zeilen, die ein zu aktivierendes Constraint verletzen. So können Sie Constraint-Verletzungen entdecken und beheben und das Constraint wieder aktivieren: 1 Wenn die Tabelle EXCEPTIONS noch nicht existiert, führen Sie das Skript utlexcpt.sql im Administrationsverzeichnis aus, um diese Tabelle zu erstellen: Statement processed. SQL> DESCRIBE exceptions Name Null? Type ROW_ID UNDEFINED OWNER VARCHAR2(30) TABLE_NAME VARCHAR2(30) CONSTRAINT VARCHAR2(30) Bei Windows NT steht das Skript im Verzeichnis %ORACLE_HOME%\RDBMS\ADMIN. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-23

24 Lektion 13: Datenintegrität verwalten So werden Constraint-Verletzungen identifiziert (Fortsetzung) 2 Führen Sie den Befehl ALTER TABLE mit der Klausel EXCEPTIONS aus: SQL> ALTER TABLE summit.employee 2 ENABLE VALIDATE CONSTRAINT employee_dept_id_fk 3 EXCEPTIONS INTO system.exceptions; ALTER TABLE summit.employee * ORA-02298: cannot enable (summit.emp_dept_fk) - parent keys not found Wenn die Tabelle EXCEPTIONS nicht mit dem Namen des Eigentümers qualifiziert wird, muss sie dem Eigentümer der zu ändernden Tabelle gehören. In die Tabelle EXCEPTIONS werden Zeilen eingefügt. Bevor sie den Befehl erneut ausführen, leeren Sie die Tabelle mit TRUNCATE, um alle vorhandenen Zeilen zu entfernen. 3 Identifizieren Sie ungültige Daten durch eine Unterabfrage der Tabelle EXCEPTIONS: SQL> SELECT rowid, id, last_name, dept_id 2 FROM summit.employee 3 WHERE ROWID in (SELECT row_id 4 FROM exceptions) 5 FOR UPDATE; ROWID ID LAST_NAME DEPT_ID AAAAeyAADAAAAA1AAA 1003 Pirie 50 1 row selected. 4 Korrigieren Sie die Fehler: SQL> UPDATE summit.employee 2 SET id=10 3 WHERE rowid= AAAAeyAADAAAAA1AAA ; 1 row processed. SQL> COMMIT; Statement processed Oracle8i Datenbankadministration Teil I

25 Constraints verwalten So werden Constraint-Verletzungen identifiziert (Fortsetzung) 5 Leeren Sie die Tabelle EXCEPTIONS und aktivieren Sie das Constraint erneut: SQL> TRUNCATE TABLE exceptions; Statement processed. SQL> ALTER TABLE summit.employee 2 ENABLE VALIDATE CONSTRAINT employee_dept_id_fk 3 EXCEPTIONS INTO system.exceptions; Statement processed. So löschen Sie Constraints: ALTER TABLE summit.employee DROP CONSTRAINT emp_en_uk; So löschen Sie eine Tabelle und alle referenzierenden Fremdschlüssel: DROP TABLE department CASCADE CONSTRAINTS; Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-25

26 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Informationen über Constraints abfragen Constraint-Informationen abfragen DBA_CONSTRAINTS OWNER CONSTRAINT_NAME CONSTRAINT_TYPE TABLE_NAME SEARCH_CONDITION R_OWNER R_CONSTRAINT_NAME DELETE_RULE STATUS DEFERRABLE DEFERRED VALIDATED GENERATED BAD RELY LAST_CHANGE DBA_CONS_COLUMNS OWNER CONSTRAINT_NAME TABLE_NAME COLUMN_NAME POSITION Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Constraints und ihr Zustand Folgende Abfrage liefert Name, Typ und Status von allen Constraints auf der Tabelle EMPLOYEE von SUMMIT: SQL> SELECT constraint_name, constraint_type, deferrable, 2 deferred, validated 3 FROM dba_constraints 4 WHERE owner='summit' 5 AND table_name='employee'; CONSTRAINT_NAME C DEFERRABLE DEFERRED VALIDATED EMPLOYEE_DEPT.. R DEFERRABLE DEFERRED VALIDATED EMPLOYEE_ID_PK P DEFERRABLE IMMEDIATE VALIDATED SYS_C00565 C NOT DEFERRABLE IMMEDIATE VALIDATED 3 rows selected Oracle8i Datenbankadministration Teil I

27 Informationen über Constraints abfragen Constraints und ihr Zustand (Fortsetzung) In der folgenden Tabelle sind die Spalten der View DBA_CONSTRAINTS beschrieben, die nicht selbsterklärend sind. Name CONSTRAINT_TYPE SEARCH_CONDITION R_OWNER R_CONSTRAINT_NAME GENERATED BAD RELY LAST_CHANGE Beschreibung Der Typ eines Constraint ist P für Primärschlüssel, U für Unique, R für Fremdschlüssel und C für Check. NOT NULL-Constraints werden als CHECK-Constraints gespeichert. gibt die für ein Check-Constraint angegebene Bedingung an gibt bei Fremdschlüsseln Eigentümer und Name des referenzierten Constraint an gibt an, ob das Constraint ein vom System generiertes Constraint ist. Gültige Werte sind USER NAME und GENERATED NAME. gibt an, ob das Constraint neu definiert werden muss, um Probleme wie bei der Umstellung aufs Jahr 2000 zu vermeiden. (Dies kann vorkommen, weil in früheren Oracle Versionen 2-stellige Jahresangaben in CHECK-Constraints erlaubt waren.) wenn dieses Flag gesetzt ist, wird es vom Optimizer verwendet Datum, an dem das Constraint zuletzt aktiviert und deaktiviert wurde Spalten in Constraints Folgende Abfrage liefert die Spalten in den Constraints auf der EMPLOYEE-Tabelle von SUMMIT: SQL> SELECT c.constraint_name, c.constraint_type, 2 cc.column_name 3 FROM dba_constraints c, dba_cons_columns cc 4 WHERE c.owner='summit' 5 AND c.table_name='employee' 6 AND c.owner = cc.owner 7 AND c.constraint_name = cc.constraint_name 8 ORDER BY cc.position; Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-27

28 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Spalten in Constraints (Fortsetzung) CONSTRAINT_NAME C COLUMN_NAME EMPLOYEE_DEPT... R DEPT_ID EMPLOYEE_ID_PK P ID SYS_C00565 C LAST_NAME 3 rows selected. Primärschlüssel Fremdschlüssel-Beziehungen herausfinden Folgende Abfrage liefert die Fremdschlüssel auf der EMPLOYEE-Tabelle von SUMMIT und die Constraints auf der Elterntabelle: SQL> SELECT c.constraint_name AS "Foreign Key", 2 p.constraint_name AS "Referenced Key", 3 p.constraint_type, 4 p.owner, 5 p.table_name 6 FROM dba_constraints c, dba_constraints p 7 WHERE c.owner='summit' 8 AND c.table_name='employee' 9 AND c.constraint_type='r' 10 AND c.r_owner=p.owner 11 AND c.r_constraint_name = p.constraint_name; Foreign Key Referenced Key C OWNER TABLE_NAME EMPLOYEE_DEPT.. DEPT_PK P SUMMIT DEPARTMENT 1 row selected Oracle8i Datenbankadministration Teil I

29 Zusammenfassung Zusammenfassung Zusammenfassung In dieser Lektion sollten Sie Folgendes gelernt haben: Datenintegrität implementieren Geeignete Strategien für das Erzeugen und Verwalten von Constraints anwenden Information aus dem Data Dictionary abfragen Copyright Oracle Corporation, All rights reserved. Oracle8i Datenbankadministration Teil I 13-29

30 Lektion 13: Datenintegrität verwalten Kurzreferenz Kontext Initialisierungsparameter Dynamische Performance-Views Data Dictionary-Views Befehle Prozeduren und Funktionen in Packages Referenz keine keine DBA_CONSTRAINTS DBA_CONS_COLUMNS CREATE TABLE... CONSTRAINT ALTER TABLE ADD CONSTRAINT... EXCEPTIONS INTO ALTER TABLE... DISABLE CONSTRAINT ALTER TABLE... ENABLE NOVALIDATE CONSTRAINT ALTER TABLE... ENABLE VALIDATE CONSTRAINT... EXCEPTIONS INTO keine Oracle8i Datenbankadministration Teil I

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