Diebstahl von Photovoltaikanlagen

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1 Diebstahl von Photovoltaikanlagen Bisherige Fälle Schutzsysteme Umweltprojekt Regenerative Energien Prof. Kuhn Gruppe 13: Alexander Bittner Andre Tschiersky Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Alexander Bittner, Andre Tschiersky

2 Danksagung In erster Linie bedanken wir uns recht herzlich beim Landeskriminalamt Bayern (LKA Bayern) für die gute Zusammenarbeit und Hilfestellung. Durch die reichlichen Informationen konnten wir unsere Projektarbeit auf Daten und Fakten aufbauen. Ebenso bedanken wir uns bei allen Firmen, die an der Befragung Expertenbefragung zu Sicherheitssystemen von Photovoltaikanlagen teilgenommen haben und uns bei unserem Vorhaben unterstützt haben. Last but not least bedanken wir uns bei Prof. Kuhn für seine Beratung und Unterstützung während des Projektes. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Alexander Bittner, Andre Tschiersky

3 Inhaltsverzeichnis Seite 1. Einführung Bisherige Fälle Definition Diebstahl Lagedarstellung Diebstähle deutschlandweit Diebstähle im Bundesland Bayern Diebstähle von Photovoltaikanlagen im Jahr 2008 in Bayern Diebstähle von Photovoltaikanlagen im Jahr 2007 in Bayern (16 Fälle) Empfehlenswertes Vorgehen für Diebstahlopfer Anzeige erstatten Eintragung ins Diebstahlregister Gründe für Diebstahl von Photovoltaikanlagen Silizium Wechselrichter Schutzsysteme Passive Schutzsysteme Aktive Schutzsysteme Expertenbefragung Diebstahl von PV- Anlagen Bekanntschaftsgrad der aufgeführten Sicherheitssysteme Bewertung der Wirkung Probleme der Befragung Kommende Entwicklungen von Schutzsystemen Ausblick auf darauf aufbauende Projekte Quellenverzeichnis Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Alexander Bittner, Andre Tschiersky

4 Abbildungsverzeichnis Seite Abbildung 1: Diebstähle in Bayern Abbildung 2: Diebstähle in Bayern Abbildung 3: Diebstahlregister... 9 Abbildung 4: Kosten verschiedener Herstellverfahren von Solarsilizium Abbildung 5: Wechselrichter Sunny Boy von SMA Abbildung 6: Wechselrichter Innenleben Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Alexander Bittner, Andre Tschiersky

5 1. Einführung Der Diebstahl von Photovoltaikanlagen wird immer mehr zu Mode. Seit einigen Jahren nimmt der Diebstahl von Solarmodulen und Wechselrichtern stark zu. Besonders begehrt sind Anlagen, die außerhalb besiedelter Gebiete liegen und durch ihre Lage schwer einsehbar sind. Aber auch Lagerhallen, Feldscheunen oder Transportfahrzeuge sind sehr gefährdet, in denen Anlagenteile zur Montage bereitgestellt werden. Durch die große Menge an Silizium, die in den Solarzellen enthalten ist, werden die Diebe angelockt. Silizium ist ein knapper und sehr teurer Rohstoff. Zudem ist die Nachfrage nach Solarmodulen extrem hoch und sie lassen sich wieder schnell verkaufen. Die Täter kommen laut Hinweisen vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum und agieren in Gruppen. Die Diebstähle werden sehr organisiert in kurzer Zeit und vorwiegend bei Nacht begangen. Es werden meist Kleintransporter oder Lastwagen verwendet, um die doch sehr sperrigen Solarmodule bestmöglich abzutransportieren. Der Diebstahlschutz von Photovoltaikanlagen wird also immer wichtiger. Mechanische und elektronische Schutzvorrichtungen sollen den Dieben den Zugriff erschweren und im besten Fall komplett verhindern. Firmen die sich auf Schutzsysteme von Photovoltaikanlagen spezialisiert haben bieten einfache Mittel an, wie man es den Dieben schwer machen kann. Quelle:[1],[2] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 1 Andre Tschiersky

6 2. Bisherige Fälle 2.1 Definition Diebstahl Diebstahl ist eine gegen fremdes Eigentum gerichtete Straftat. Welches Verhalten sich im konkreten Einzelfall als Diebstahl darstellt, bestimmt sich nach den Tatbestandsmerkmalen der jeweiligen nationalen Strafrechtsnorm, so etwa 242 Strafgesetzbuch (Deutschland). 242 Abs. 1 StGB definiert einen Diebstahl wie folgt: Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Quelle:[3] 2.2 Lagedarstellung Seit etwa Jahresbeginn 2006 kommt es in Bayern vermehrt zu Angriffen auf großflächige Photovoltaikanlagen (Solarparks). Insgesamt wurden 2007 in Bayern 16 Fälle mit einem Gesamtschaden von ca Euro festgestellt und in Baden- Württemberg gab es alleine von November 2007 bis Mitte April 2008 eine Anzahl von 20 Fällen. Im Jahr 2007 beläuft sich die Schadenshöhe in Baden-Württemberg auf einen sechsstelligen Betrag, der im unteren Viertel liegt. Im Jahr 2008 ist aufgrund der gestiegenen Anzahl der Solarparks mit anhaltenden, wenn nicht sogar steigenden Fallzahlen zu rechnen. Die angegangenen Objekte liegen überwiegend außerhalb bebauter Ortschaften, sind oftmals unzureichend gesichert (Zaun) und werden von den Betreibern nicht regelmäßig aufgesucht, da sie nahezu wartungsfrei sind. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 2 Andre Tschiersky

7 Tatorte Die Tatörtlichkeiten lagen meist an abgelegenen, schlecht einsehbaren Stellen. Das Entdeckungsrisiko ist daher gering. Die Solarparks sind überwiegend mit einem etwa 2 m hohen Maschendrahtzaun gesichert. In einem Fall sind die Solarstromkollektoren als verpackte Paletten auch von einem abgestellten Sattelzug entwendet worden. Tatzeit Ein bestimmter Wochentag ist nicht eingrenzbar. Die Tatausführung dürfte sich auf die Nachtzeit beschränken und es dürfte ein Zeitaufwand von einer halben Stunde anzusetzen sein (Haupttatphase). Modus Operandi Nach dem Durchtrennen des Maschendrahtzaunes bei den Solarparks werden die Solarstromkollektoren fachgerecht abmontiert. Vermutlich werden diese dann mit mehreren Kleintransportern (Sprintern) oder einem Lkw abtransportiert. Von den Ausmaßen der Solarstromkollektoren (z.b. 130cm x 100cm) können ca. 70 Stück mit einem Kleintransporter abtransportiert werden. Tatobjekt Der Schwerpunkt bei den angegangenen Tatobjekten liegt eindeutig bei den Solarparks an abgelegenen und schwer einsehbaren Örtlichkeiten. Die Objekte sind in der Regel nicht alarmgesichert. Quelle:[4] 2.3 Diebstähle deutschlandweit Hier werden ein paar Fälle ausgelistet, um zu zeigen, an welchen Orten, um welche Uhrzeiten (Tageszeiten), um was es sich für gestohlene Gegenstände handelt und welche Schadenshöhe dabei entstanden ist. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 3 Andre Tschiersky

8 1. Fall 30. Juni 2007, Doberschütz bei Eilenburg In der Nacht vom 30. Juni auf den 01. Juli 2007 haben Diebe ihren gut durchdachten Plan in die Tat umgesetzt. Ein Täter befand sich bereits bei der Schließung der Tore auf dem Gelände einer Holzbearbeitungsfirma. Gegen 2:47 Uhr öffnete er die Tore und seine Komplizen konnten mit einem Transporter hereinfahren. Gegen 3:10 Uhr fuhr der Transporter das erste Mal vom Hof und kam gegen 4:05 Uhr wieder angefahren um die zweite Ladung von Solarmodulen einzuladen. Die Täter agierten in einer Gruppe, so dass einige der Täter durchgehend damit beschäftigt waren die Solarmodule abzumontieren, während die anderen die erste Ladung in Sicherheit brachten. Gegen 4:18 Uhr verließ der Transporter nun endgültig den Hof. Die Uhrzeiten konnten festgehalten werden, weil am Eingang der Firma eine Überwachsungskamera errichtet ist. Es wurden 50 Platten gestohlen, jede Platte wiegt 17 Kilo und besteht aus polykristallinen Zellen. Es war knapp ein Drittel der gesamten Anlage. Der Name des Herstellers lautet alco, die Leistungsklasse ist 175 bzw. 180 Watt. Die einzelnen Solarmodule besitzen eine Seriennummer an der man sie wieder erkennt. Der Schaden beläuft sich auf über Euro. Quelle:[5] 2. Fall November 2007, Freiburg Stadtteil Hochdorf Am Wochenende zwischen dem November 2007 wurden vom Dach eines Kindergartens 60 Solarmodule fachmännisch abgebaut und abtransportiert. Der Schaden beläuft sich auch einem Betrag von Euro. Quelle:[6] 3. Fall 02. April 2008, Uffenheim Landkreis Neustadt a. d. Aisch In der Nacht vom 02. April auf den 03. April 2008 entwendeten Diebe zwischen 18 Uhr Abends und 8 Uhr Morgens von einer Scheune in Uffenheim 24 Solarmodule. Die Täter fuhren mit einem Kleintransporter an die Rückseite der etwas abgelegenen Scheune und montierten die Solarmodule ab. Der Schaden beläuft sich auf einen Betrag von Euro. Quelle:[7] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 4 Andre Tschiersky

9 2.4 Diebstähle im Bundesland Bayern 4. Fall Januar 2008, Oberhaid (siehe Seite 7, Abbildung 1) In der Nacht vom 01. Januar auf den 02. Januar 2008 wurden in Oberhaid 50 Solarmodule gestohlen. Sie wurden von einem Dach einer Maschinenhalle entwendet, wo insgesamt 192 Solarmodule befestigt waren. Der Schaden beläuft sich auf einen Betrag von Euro. Quelle:[8] 5. Fall Februar 2008, Hausen (siehe Seite 7, Abbildung 1) In der Zeit zwischen dem 15. Februar und dem 20. Februar 2008 wurden in Hausen aus einer Lagerhalle im Industriegebiet 62 Solarmodule gestohlen. Der unbekannte Täter muss die Solarmodule auf einen Lkw oder einen Transporter, da diese insgesamt 930 kg wiegen und 2,74 m³ groß sind. Der Tatzeitraum ist ca. 3 Monate, da durch ständige Nachlieferungen die Fehlteile nicht auffielen. Da die Lagerhalle nicht versperrt bzw. umzäunt war, hatte der Täter leichtes Spiel. Der Schaden beläuft sich auf einen Betrag von Euro. Quelle:[8] 6. Fall April 2008, Breitengüßbach (siehe Seite 7, Abbildung 1) In der Zeit zwischen dem 11. April und dem 14. April 2008 wurden in Breitengüßbach von einer Baustelle 50 Solarmodule entwendet. Es wurde ein Photovoltaikanlage auf dem Dach einer Firma installiert. Die meisten Solarmodule waren zur Tatzeit noch nicht montiert. Die Solarmodule standen ungesichert im Freien auf einem Gehweg herum. Die Täter mussten nur den Karton öffnen und die Solarmodule entnehmen. Der Schaden beläuft sich auf einen Betrag von Euro. Quelle:[8] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 5 Andre Tschiersky

10 7. Fall 29. Februar 04. März 2008, Althegnenberg (siehe Seite 7, Abbildung 1) In der Zeit zwischen dem 29. Februar und dem 04. März 2008 wurden in Althegnenberg 160 Solarmodule gestohlen. Die Photovoltaikanlage befindet sich auf einem abgelegenen Feld, welches nur über einen Feldweg erreichbar ist. Die Anlage ist nur durch einen 2 m hohen Metallzaun geschützt, welchen die Täter durchzwickten. Die Solarmodule waren auf 2 Metallschienen befestigt. Der Schaden beläuft sich auf einen Betrag von Euro. Quelle:[8] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 6 Andre Tschiersky

11 2.5 Diebstähle von Photovoltaikanlagen im Jahr 2008 in Bayern Abbildung 1: Diebstähle in Bayern 2008 Quelle:[9] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 7 Andre Tschiersky

12 2.6 Diebstähle von Photovoltaikanlagen im Jahr 2007 in Bayern (16 Fälle) Abbildung 2: Diebstähle in Bayern 2007 Quelle:[10] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 8 Andre Tschiersky

13 3. Empfehlenswertes Vorgehen für Diebstahlopfer 3.1 Anzeige erstatten Nach Kenntnisnahme, dass Solarmodule oder Wechselrichter entwendet wurden, sollte umgehend eine Anzeige wegen Diebstahl erstattet werden. Natürlich wird die Anzeige gegen unbekannt gemacht und erst durch Ermittlungen oder eventuelle Videokamera Auswertungen kann die Anzeige speziell gemacht werden. Die Anzeige sollte schnellstmöglich erstattet werden, da eventuelle Spuren am Tatort noch vorhanden sind und gesichert werden können. 3.2 Eintragung ins Diebstahlregister Zudem gibt es ein Diebstahlregister im Internet. Es ist die Homepage des Solarenergie-Förderverein Deutschland e.v. (SFV) und ist über erreichbar. Das Diebstahlregister befindet sich bei Service für Betreiber Diebstahl. Wer in diesem Register seine gestohlenen Solarmodule eintragen lassen will, kann dem SFV schriftlich das Fabrikat, die Typenbezeichnung und die Fabrikationsnummer der Solarmodule mitteilen. Natürlich ist eine Kopie der Strafanzeige beizulegen. Durch die Aufnahme in das Diebstahlregister wird es Käufern ermöglicht festzustellen, ob ihnen ein gestohlenes Solarmodul angeboten wird. Quelle:[11] Abbildung 3: Diebstahlregister Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 9 Andre Tschiersky

14 4. Gründe für Diebstahl von Photovoltaikanlagen 4.1 Silizium Das teuerste an einer Solarzelle ist der Rohstoff Silizium und die Produktionskosten von Solarsilizium. Es ist ein Halbleitermetall und hat den Vorteil, dass es als zweithäufigstes Element der Erdrinde in ausreichenden Mengen vorhanden und die Verarbeitung des Kristalls umweltverträglich ist. Über 95 % aller auf der Welt produzierten Solarzellen bestehen aus Silizium. Je nach Kristallart werden drei Zelltypen unterschieden. Monokristallin, polykristallin und amorph. Die verschiedenen Zelltypen unterscheiden sich wiederum in ihren Herstellkosten, was sie günstiger oder teurer macht. Quelle:[12] Abbildung 4: Kosten verschiedener Herstellverfahren von Solarsilizium 2007 Quelle:[13] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 10 Andre Tschiersky

15 4.2 Wechselrichter Der zweite Grund, wieso solche Photovoltaikanlagen sehr gerne gestohlen werden, ist der Wechselrichter. Er ist das Herz jeder Photovoltaikanlage und hat die Aufgabe, den durch die Solarzellen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umzuformen. Der Preis für solch einen Wechselrichter liegt zwischen Euro, je nach Qualität und Leistung. Jedoch ist es meistens schwer an den Wechselrichter zu gelangen, da dieser meistens in Gebäuden angebracht ist. Abbildung 5: Wechselrichter Sunny Boy von SMA Quelle:[14] Abbildung 6: Wechselrichter Innenleben Quelle:[15] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 11 Andre Tschiersky

16 5. Schutzsysteme Die nachfolgenden Maßnahmen können Diebstähle nicht verhindern, jedoch tragen sie dazu bei, dass die Täter zum einen zur Demontage viel Zeit oder schweres und lautes mechanisches Gerät brauchen, zum anderen auf Grund von speziellen Vorrichtungen während der Demontage automatisch einen Alarm an eine Überwachungszentrale senden. Dies erhöht in der Summe das Entdeckungsrisiko und kann Kriminelle vom Diebstahl abhalten. Sicherheitsbewusstes Verhalten sowie aufmerksame und aufgeklärte Nachbarn tragen zur Vereitelung von Diebstählen bei. Zunächst sollten beim Diebstahlschutz alle Maßnahmen ergriffen werden, die den Zugang zur Solaranlage erschweren. Dies gilt insbesondere für Anlagen außerorts. Es sollten bei der Befestigung spezielle Schrauben und ergänzende Schutzsysteme verwendet werden. Sind Module auf einem Dach angebracht, müssen jegliche Aufstiegshilfen in der Nähe entfernt werden. Des Weiteren müssen Gebäude und Räume mit Wechselrichtern sowie möglicherweise Zentralen von Überwachungsanlagen wenigstens eine mechanische Grundsicherung aufweisen. Ein besonders gesicherter Raum, sollte möglichst wie folgt ausgelegt sein: - Umfassungswände und Decke in besonders fester Bauweise, - geprüfte und zertifizierte einbruchhemmende Türen nach DIN V ENV 1627 mindestens der Widerstandsklasse WK 3, - keine Fenster, - Lüftungsöffnungen kleiner 25 x 12 cm Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 12 Alexander Bittner

17 Darüber hinaus rät das Bayrische Landeskriminalamt in seinen Sicherheitsempfehlungen ( dazu, auf jedem Solarmodul eine individuelle Kennzeichnung anzubringen. Eine solche individuelle Kennzeichnung könnte die so genannte Eigentümer-Identifizierungs-Nummer (EIN) sein. Sie hilft entwendete Module einem Eigentümer zuzuordnen und macht sie somit für Hehler uninteressant. Die EIN beinhaltet folgende Angaben: - Stadt- bzw. Landkreiskennung des Kraftfahrzeugkennzeichens - Gemeindeschlüssel - Straßenname - Hausnummer und - Initialen des Betreibers Die Kennzeichnung sollte gut sichtbar und möglichst dauerhaft angebracht werden, so dass sie sich nicht so leicht entfernen lässt. Bei der Anbringung muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Gewährleistungsansprüche nicht verloren gehen. Abschließend soll an dieser Stelle die Notwendigkeit erwähnt werden, auf verdächtige Personen zu achten. Insbesondere auf ortsfremde Personen, die wiederholt die Anlage aufsuchen. Um einen Diebstahl schnellstmöglich festzustellen sollten in regelmäßigen Abständen -insbesondere bei Anlagen im freien Gelände- die Einfriedung sowie die Anlage selbst besichtigt werden. Da beim Diebstahlschutz die örtlichen Gegebenheiten eine wesentliche Rolle spielen, sollte eine Beratung der Polizei eingeholt werden. Eine solche Hilfe bietet z.b. das LKA Bayern an. (weitere Infos: Rubrik Schützen & Vorbeugen Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen ) Quelle:[16] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 13 Alexander Bittner

18 5.1 Passive Schutzsysteme Schutzvorrichtung Funktionsweise Vorteile Nachteile weiträumige und massive Zäune, mechanische Tore - Zugangsbebeschränkung -Anlage unattraktiv für ein Diebstahlversuch - eventuell einfach zu überwinden - teure Installation Secur-Screw der a+f Grosserien GmbH Quelle:[17] Bei einem gewissen Drehmoment (18Nm) bricht der Schraubenkopf ab - einfache Montage - hoher Diebstahlschutz für die Module - große Zeitersparnis bei der Montage - einfache visuelle Kontrolle - keine Gefahr der Modulbeschädigung - Senkung der Versicherungsprämie - einfache, geräuschlose Demontage nicht möglich - beim Modulwechsel müssen neue Schrauben und wahrscheinlich neue Klemmen eingesetzt werden Imbusschraube: Aufbohren der Köpfe Quelle:[18] Einschlagen von Edelstahlkugeln in die Schraubenköpfe z.b. Fa. Schletter Quelle:[18] Fehlendes Profil verhindert den Einsatz des Imbusschlüssels. Einfache, geräuschlose Demontage unmöglich Kugel im Schraubenkopf verhindert den Einsatz des Imbusschlüssels. Einfache, geräuschlose Demontage unmöglich - einfache Montage - keine Kosten - sehr Kostengünstig - einfache Montage - Schraube nicht wiederverwendbar - Schraube nicht wiederverwendbar Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 14 Alexander Bittner

19 Metrische Schraube mit Innenvielzahn und Sicherheitspin Demontage nur mit Spezialwerkzeug möglich - durch die große Zähnezahl kann ein hohes Drehmoment übertragen werden - in anderen Branchen bereits verbreitet -Schmutz lagert sich leicht am Mitnahmeprofil ab -Sicherheitspin muss immer zur Hand sein Quelle:[19] Klixx-Modulklemmen Von Energien Großhandel GmbH (EEG) Quelle:[18] Sol-Guard Von Solare Energiesysteme Nord Vertriebsgesellschaft mbh (SEN) Dabei verriegelt ein in der Modulklemme liegender Exzenter einen Spannbügel. Er lässt sich nur mit einem speziellen Hebel öffnen. Ein Modulschloss, das nur mit Spezialschlüsseln geöffnet werden kann - Modulbefestigung, die den Diebstahl erschwert Quelle:[18] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 15 Alexander Bittner

20 5.2 Aktive Schutzsysteme Schutzvorrichtun g Videoüberwachung Reißdrahtsystem "accessguard" von Relation PV eventguard von Relation PV Lichtschrankensysteme seismische Melder Entwicklung der Firma Meteocontrol Funktionsweise Vorteile Nachteile Beobachtung der Anlage durch Überwachungskamera Hierbei wird ein dünner Draht durch die Bohrung der PV-Modulrahmen gezogen. Werden PV-Module abgebaut, wird der Draht durchtrennt und es wird ein angeschlossenes Alarmsystem aktiviert RFID-Technologie, stellt das Entfernen eines Moduls sofort fest, lokalisiert es und meldet es weiter Hochleistungskamera für die professionelle Sicherheitsund Fernüberwachung Gibt Meldung an die Wachzentrale ab, wenn in einen bestimmten Bereich eingedrungen wird. Registriert Bewegungen und gibt einen Alarm ab Eine an dem Modul angebrachte unverwechselbare Markierung wird über einen Minidetektor ausgelesen, der mit einem Datenlogger verbunden ist. Wird das Modul entwendet und damit die unsichtbare Verbindung zwischen Detektor und Modul unterbrochen, löst das System einen Alarm aus - ständige Überwachung der Anlage - zuverlässig - einfache Montage - kostengünstig - wirkungsvoller Schutz - gleichzeitige Ortung möglich - schwer zu überwinden - nahezu nicht zu erkennen, temperaturunempfindlich und wartungsfrei - hohe laufende Kosten - tote Winkel nicht einsehbar - hohes Datenaufkommen -durch Schleife leicht zu überwinden - nur in Verbindung mit Alarm- Elektronik gut - hoher Stromverbrauch - teuer - noch nicht ausgereift Sentinel Von Embedded überwacht die Spannungswerte der Einzelmodulüberwachung mit hat die Marktreife nicht Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 16 Alexander Bittner

21 System Engineering GmbH (ESE) Solarmodule in den einzelnen Strängen. Gleichzeitig schickt es speziell modulierte Signale durch die Generatorleitungen. Wird der Stromdurchfluss unterbrochen oder überbrückt, weil ein Modul aus der Reihe entfernt wird, sendet eine Auswertebox ein Alarmsignal Leistung+ Diebstahl+ Alterung erreicht Security- Personal Wachleute sehr wirksam sehr teuer Die Auflistung erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit und muss laufend aktualisiert werden. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 17 Alexander Bittner

22 5.3 Expertenbefragung Die Vor und Nachteile wurden teilweise in einer Umfragerunde von Experten ermittelt. Diese Eigenschaft wurde pauschal allen zugesprochen, die entsprechende Produkte herstellen und vertreiben oder PV-Anlagen versichern. Der Fragebogen wurde an 19 Firmen per versendet. Es konnte lediglich eine Rücklaufquote von 21 % realisiert werden. Deshalb können die Ergebnisse nicht als repräsentativ angesehen werden. Der Fragebogen hatte folgende Bestandteile: Fragen zur allgemeinen Situation im Hinblick auf das Auftreten von Diebstählen und die Auswirkung auf die Absatzzahlen von Sicherheitssystemen Auflistung von bestehenden Sicherheitssystemen: Die Experten wurden gebeten o den Bekanntschaftsgrad o die Wirkung o die Vor- und Nachteile der aufgeführten Sicherheitssysteme zu bewerten. Fragen zu kommenden Entwicklungen im Bereich der Sicherheitssysteme von Photovoltaikanlagen Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 18 Alexander Bittner

23 Ergebnisse der Befragung: Diebstahl von PV- Anlagen Die Experten wurden gebeten anzugeben, ob aus ihrer Sicht die Häufigkeit der Diebstähle von PV-Anlagen steigt und wie sich ihr Absatz hinsichtlich der Sicherheitssysteme entwickelt hat. Tendenzen hinsichtlich dem Diebstahl und dem Absatz von PV- Anlagen Absatz von Sicherheitssystemen Häufigkeit von Diebstählen sinkend unverändert steigend in Prozent Hinweis zur Bewertung: Hier wird die Anzahl der Experten dargestellt, die die entsprechende Tendenz festgestellt haben. Alle Befragten stellen eine Zunahme bei den Diebstahlfällen fest. Allerdings wirkt sich das nur bei 50 % der Befragten positiv auf die Absatzzahlen von Sicherheitssystemen aus. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 19 Alexander Bittner

24 5.3.2 Bekanntschaftsgrad der aufgeführten Sicherheitssysteme Die Experten konnten ankreuzen, ob Sie das Sicherheitssystem kennen oder nicht. Bekanntschaftsgrad in Prozent Sonstige "Sentinel" "acces Guard" seismische Melder Lichtschranke Reißdrahtsystem Videoüberwachung Sol-Guard Klixx-Modulklemmen Schrauben mit Sicherheispin Edelstahlkugeln Sicherheitszaun "secure-screw" Hinweis zur Bewertung: Hier wird die Anzahl der Experten in Prozent dargestellt, die das entsprechende Sicherheitssystem kennen. Zäune, das Einschlagen von Metallkugeln, die Secure- Screw und Schrauben mit Sicherheitspin sind bei den passiven Sicherheitsmaßnahmen bei den Befragten am bekanntesten. Bei den aktiven Sicherheitssystemen sind Videoüberwachung und das Reißdrahtsystem sehr bekannt. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 20 Alexander Bittner

25 5.3.3 Bewertung der Wirkung Die Experten konnten die Wirkung des jeweiligen Sicherheitssystems mit Hilfe einer vier Felder Skala von sehr gut bis schlecht bewerten. Wirkung der Sicherheitssysteme Sonstiges: Wachpersonal "Sentinel" seismische Melder Lichtschranke Reißdrahtsystem Videoüberwachung Sol-Guard Schrauben mit Sicherheispin "ausreichend" "befriedigend" "gut" "sehr gut" Edelstahlkugeln Sicherheitszaun "secure-screw" 0,00 10,00 20,00 30,00 40,00 50,00 60,00 70,00 80,00 Antworten in Prozent Hinweis zur Bewertung: Das Diagramm zeigt die Häufigkeit an, mit der dem jeweiligen Sicherheitssystem die entsprechende Schulnote gegeben wurde. Von den Befragten beurteilen die Meisten das Reißdrahtsystem als wirksam. Die Videoüberwachung und das Einschlagen von Metallkugeln werden von der Hälfte der Befragten als sehr wirksam eingestuft. Man muss jedoch bei der Videoüberwachung bedenken, dass es tote Winkel gibt und dass es Personal braucht, welches die Aufzeichnungen auswertet. Die meisten bekannten Sicherheitssysteme sind für sich recht gut. Eine Kombination von mehreren Sicherheitssystemen ist wirkungsvoller. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 21 Alexander Bittner

26 5.3.4 Probleme der Befragung Bedauernswerter Weise hat nur ein geringer Teil der Befragten den Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt. Entsprechend war der Informationsgewinn eingeschränkt. Insbesondere, da oft keine Angaben zu den Vor- und Nachteilen sowie den kommenden Entwicklungen gemacht wurden. Darüber hinaus kann die pauschale Anerkennung der Befragten als Experte die Ergebnisse verfälschen insofern, dass wir nicht wissen, wer in den Unternehmen den Fragebogen ausgefüllt hat und worin seine Verantwortlichkeiten liegen. Des Weiteren wurden zunächst die s mit den Fragebogen an den zentralen verteiler der jeweiligen Firmen geschickt. Bei den folgenden Telefonaten musste oft festgestellt werden, dass der Fragebogen nicht immer den richtigen Verantwortlichen erreicht hat. Die Intersolar hat ein optimales Umfeld für die Befragung geboten mit vielen Experten für und Anbietern von Sicherheitssystemen von Photovoltaikanlagen. Aufgrund einer Hochschulveranstaltung war es der Projektgruppe nicht möglich die Messe zu besuchen. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 22 Alexander Bittner

27 7. Kommende Entwicklungen von Schutzsystemen In der Zukunft wird die Kennzeichnung von Modulen mit eingebauten Chips eine wichtige Rolle spielen. In den Chip werden die geografischen Koordinaten einprogrammiert die eine für einen bestimmten Standort gedachte Anlage aufweist. Bei Änderung des Standortes müssen die Angaben von einer befugten Person geändert werden, die einen bestimmten Geheimcode besitzt. Quelle:[20] Eine Kombination mehrerer Sicherheitssysteme ist in jedem Falle effektiver als die Verwendung eines einzelnen Systems. Am sinnvollsten wäre es, wenn die Sicherheitssysteme untereinander verbunden und aufeinander abgestimmt sind. Quelle:[21] Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 23 Alexander Bittner

28 8. Ausblick auf darauf aufbauende Projekte In nachfolgenden Projekten könnten verschiedene Richtungen verfolgt werden. Zum einen könnte man die Umfrage von Experten in den Mittelpunkt stellen. Dabei könnte man zum einen die Liste mit den Sicherheitssystemen ergänzen und die Vor- und Nachteile sowie weitere Entwicklungen erarbeiten. Der Besuch einer Fachmesse wäre dabei förderlich. Die aufgeführten Sicherheitssysteme genauer untersuchen und die praktische Anwendung testen. Erarbeitung eines Sicherheitskonzeptes an einem Beispiel aus der Praxis. Richtlinien von Versicherungen erarbeiten. Was sich beispielsweise besonders auf die Prämienhöhe auswirkt. Darüber hinaus was die Voraussetzungen für den reibungslosen Schadensersatz im Falle eines Diebstahls sind. Untersuchung / Recherche der Absatzmöglichkeiten für Hehlerware. Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 24 Alexander Bittner, Andre Tschiersky

29 Quellenverzeichnis [1] Solarzellen: Diebstahl von fremden Dächern nimmt zu Solarzellen_Diebstahl_von fremden_daechern_nimmt_zu.html [2] Diebstahlschutz wird immer wichtiger [3] Krist Assekuranzmakler - Diebstahl htm [4] LKA Bayern, Lagedarstellung [5] Diebstahl von Solarplatten in Doberschütz bei Eilenburg [6] Photovoltaik & Versicherung [7] Polizeibericht: Diebstahl von Solarmodulen [8] LKA Bayern, Fallaufstellung 2008, Diebstahl von Solarstromkollektoren 2008 [9] LKA Bayern, Karte, Stand: , Diebstahl von Photovoltaikmodulen 08 [10] LKA Bayern, Diebstahl von Solarstromkollektoren aus Solarparks Bayern 2007, Stand [11] Register für gestohlene Solarmodule [12] Solar is Future: Woraus besteht eine Solarzelle? woraus-besteht-eine-solarzelle/ [13] Bild: Silizium Kosten printable=yes [14] Wechselrichter Sunny Boy SMA [15] Das Innenleben eines Wechselrichters Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 25 Alexander Bittner, Andre Tschiersky

30 [16] Sicherheitsempfehlungen des LKA- Bayern: [17] Secur Screw, Sicherheitsschraube mit Teilabdrehkopf [18] Solarenergie.com, Diebstahlschutz wir immer wichtiger [19] Diebstahlsicherung international, Energie & Solar Technik GmbH [20] Diebstahlsicherung für Solarmodule interdisziplinaere_forschung/bericht html [21] eigene Umfrage sowie Artikel Umweltprojekt Regenerative Energien SS 08 Seite 26 Alexander Bittner, Andre Tschiersky