Optimierung mit intraoperativer Radiotherapie

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1 Optimierung mit intraoperativer Radiotherapie Dr. Christiane Reuter Leitende Ärztin Radioonkologie Spital Thurgau AG Seite 1

2 Optimierung Unter einem Optimum (lateinisch optimum, Neutrum von optimus Bester, Hervorragendster, Superlativ von bonus gut ) versteht man das best erreichbare Resultat im Sinne eines Kompromisses zwischen verschiedenen Parametern oder Eigenschaften unter dem Aspekt einer Anwendung, einer Nutzung oder eines Zieles. Im Gegensatz dazu steht das Ideal, womit das beste Denkbare bezeichnet wird. Die Suche nach dem Optimum unter gegebenen Voraus- und Zielsetzungen nennt man Optimierung. Häufig kombiniert die der optimalen Lösung zugrundeliegende Lösung auch Gutes und Schlechtes in einer Gesamtfunktion, zum Kompromiss oder Konsens; z. B. bei der Kosten-Nutzen-Analyse. Wikipedia Seite 2

3 Behandlungsmöglichkeiten Standard IORT Boost IORT alleine 1. OP 1. OP + 20 Gy IORT 1. OP + 20 Gy IORT 2. Ganze Brust perkutane RT 50 Gy / 2 Gy oder 42,5 Gy / 2,66 Gy 2. Ganze Brust perkutane RT 46 Gy / 2 Gy bei Risikofaktoren 50 Gy / 2 Gy 3. Boost Tumorbett 16 Gy / 2 Gy Seite 3

4 Bestrahlung nach BET Seite 4

5 Überleben BET N- Sarah Darby, ESTRO Kurs Breast Cancer, 4/ Seite 5

6 Überleben BET N+ Sarah Darby, ESTRO Kurs Breast Cancer, 4/ Seite 6

7 Boostbestrahlung Boost Versus No Boost EORTC Trial: 10 y Results Bartelink H et al., JCO 2007 Seite 7

8 Elektronenboost Elektronen perkutan Einstellung klinisch: Narbe, Tastbefund, US, Mammographie, evtl. Clips Energie wählbar je nach Tiefe Seite 8

9 Photonenboost Seite 9

10 Behandlungsmöglichkeiten Standard IORT Boost IORT alleine 1. OP 1. OP + 20 Gy IORT 1. OP + 20 Gy IORT 2. Ganze Brust perkutane RT 50 Gy / 2 Gy oder 42,5 Gy / 2,66 Gy 2. Ganze Brust perkutane RT 46 Gy / 2 Gy bei Risikofaktoren: 50 Gy / 2 Gy 3. Boost Tumorbett 16 Gy / 2 Gy Seite 10

11 Brachytherapieboost z.b. Multikatheter Brachytherapie Gesamtbehandlungszeit ist kurz z.b. Einzeldosis 20 Gy über 3-9 Kanülen mögl. oder pulsed dose Therapie > mehrfach im Verlauf von Tagen als Boost häufig angewendet, evtl auch als Teilbrustbestrahlung Foto: Weichmann, Abdruck honorarfrei Seite 11

12 Elektronenboost intraoperativ Seite 12

13 Intrabeam (Fa. Zeiss, Jena) runder Applikator (Metallkugel in verschiedenen Grössen) mit 50 kv Röntgenstrahlen verwendet als Boostbestrahlung - IORT mit hoher Einzeldosis 20 Gy - gefolgt von Gy/2Gy perkutan - Gesamtbehandlungszeit 1-1,5 Wochen kürzer Kraus-Tiefenbacher et. al, Tumori 2006, May-Juni; 92 (3); 267 Seite 13

14 Vorteile eines intraoperativen Boost Tumorbett visuell kontrolliert Haut- und Normalgewebsschonung Bestrahlung vor onkoplastischen Massnahmen Tumorzellrepopulation wird verringert Gute Oxygenierung während der OP Immunmodulatorische Effekte (Seromflüssigkeit wird untersucht) Seite 14

15 Wirksamkeit des IORT Boosts Wir berechnen zur Dosisabschätzung mit dem Linearquadratischen Modell die BED Unterschiedliche Strahlenarten können nicht einfach addiert werden, da sie unterschiedlich effektiv sind 50 kv Röntgenstrahlen haben eine etwas höhere RBE als Photonen 20 Gy als Einzeldosis entsprechen umgerechnet auf 2Gy ED 67,8-73 Gy auf der Applikatoroberfläche Herskind, IJROBP 2008, 72; Seite 15

16 Wirksamkeit des IORT Boosts Die Dosisverteilung um den Applikator fällt steil ab Sie ist je nach Applikator etwas verschieden und muss anfangs gemessen werden Die Gesamtdosis im Tumorbett ist in der Kombination aus IORT und perkutaner RT deutlich höher als früher Seite 16

17 Teilauswertung der Fälle als Boostbestrahlung Seite 17

18 Überleben Wenz, IJROBP, 77; Seite 18

19 Nebenwirkungen Wenz, IJROBP, 77; Seite 19

20 Rezidivhäufigkeit Wenz, IJROBP, 77; Seite 20

21 Studie zur Qualitätssicherung Prospektive Beobachtungsstudie für die Intraoperative Radiotherapie (IORT) der Brust als Boost Seite 21

22 Seite 22

23 Seite 23

24 Behandlungsmöglichkeiten Standard IORT Boost IORT alleine 1. OP 1. OP + 20 Gy IORT 1. OP + 20 Gy IORT 2. Ganze Brust perkutane RT 50 Gy / 2 Gy oder 42,5 Gy / 2,66 Gy 2. Ganze Brust perkutane RT 46 Gy / 2 Gy bei Risikofaktoren 50 Gy / 2 Gy 3. Boost Tumorbett 16 Gy / 2 Gy Seite 24

25 Rezidivregionen Seite 25

26 Gleiche Wirksamkeit Seite 26

27 Risiken Bartelink, j.radonc. 2012, Seite 27

28 IORT allein nach brusterhaltender Therapie Seite 28

29 IORT allein nach brusterhaltender Therapie Standard Radiatio vs. IORT Teilbrust Radiatio Radiatio mit 50 kv, Dosis 20 Gy 2232 Patientinnen (142 aus der IORT Gruppe doch noch perkutan bestrahlt bei Risikofaktoren) Follow up median 2,5 Monate Seite 29

30 IORT allein nach brusterhaltender Therapie Seite 30

31 Fachgesellschaften, z.b. D Seite 31

32 Targit E Studie- Fragestellung Werden >= 70 jährige Patientinnen mit einem niedrig-risiko Mammakarzinom mit einer einmaligen alleinigen intraoperativen Bestrahlungsdosis (20Gy) adäquat therapiert? Endpunkte sind Lokalrezidivrate, sekundär ipsi- und kontralaterales Mamma- Ca, karzinomspezifisches Überleben, Lebensqualität, Kosmetik, Gesamtüberleben Seite 32

33 Behandlungsschema Targit E BET + SNE IORT mit 20 GY Keine Risikofaktoren Keine weitere Radiotherapie Risikofaktoren (endgültiger Pathobefund >3.5 cm Andere Histologie Freier Schnittrand <1cm L1, pn+ Multifokalität/ -zentrizität EIC Zusätzliche perkutane WBRT 46 GY (pn1 50 Gy, pn2 50 Gy inkl. LAW Seite 33

34 Weitere Einsatzmöglichkeiten Vorbelastung (M. Hodgkin, Mamma Ca) Kollagenosen (syst. Lupus, Sklerodermie) Klinische Gründe (Comorbiditäten) Patientinnengründe? Seite 34

35 Negative Auswirkungen Hautreaktionen Schmerzen in der Brust Finanzielle Aspekte für die perkutane RT Grosser Zeit- und Logistikaufwand (Transport, Anwesenheit Radioonkologe und Physiker) Seite 35

36 Positive Auswirkungen Kürzere Behandlungszeit (nur 4,5-5 Wochen Therapiezeit bei perkutaner RT) Eventuell gar keine perkutane RT (Targit E) Bestrahlungsmöglichkeit bei Vorbelastung Bessere Kommunikation mit Operateuren Seite 36

37 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Seite 37

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