2. Abgrenzungsfragen und Mindestanforderung an die Weiterbildung

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1 RICHTLINIEN ZUR WEITERBILDUNG 1. Zweck / Geltungsbereich 1.1 Diese Richtlinien werden von der TREUHAND-KAMMER, gestützt auf die Berufsordnung erlassen, welche in Ziff. 3.1 folgende Grundsatzbestimmung enthält: "Die Berufsangehörigen beachten bei der Ausübung ihrer Tätigkeit die geltenden Rechtsvorschriften sowie die anerkannten fachlichen Regeln und Empfehlungen der TREUHAND- KAMMER auf den entsprechenden Tätigkeitsgebieten. Sie halten ihre beruflichen Kenntnisse stets auf dem neuesten Stand. Sie fördern die gezielte Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter." 1.2 Die vorliegenden Richtlinien sollen den Berufsangehörigen als Orientierungshilfe für eine qualifizierte, fachliche Weiterbildung dienen; dies unter Beibehaltung des Grundsatzes der Eigenverantwortlichkeit. Die Quantifizierung der Weiterbildung erfolgt nachstehend im Sinne einer minimalen Grösse. 1.3 Als Berufsangehörige im Sinne dieser Richtlinien werden dabei neben den vom Geltungsbereich der Berufsordnung erfassten Mitglieder der TREUHAND-KAMMER auch alle bei Mitgliedunternehmen tätigen diplomierten Wirtschaftsprüfer, Steuerexperten und Treuhandexperten bezeichnet. 1.4 Gemäss Ziff. 1.1 fördern die der TREUHAND-KAMMER angehörenden Unternehmen und Kollektivmitglieder die gezielte Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. 1.5 Zunächst werden nachstehend die allgemeinen Anforderungen an die minimale Weiterbildung festgehalten. Anschliessend werden diese Anforderungen auf die einzelnen Fachgebiete bzw. Fachgruppen-Zugehörigkeiten aufgegliedert und - wo notwendig - durch Erläuterungen ergänzt. 2. Abgrenzungsfragen und Mindestanforderung an die Weiterbildung 2.1 Obwohl der Wissenserweiterung durch die praktische Tätigkeit hohe Bedeutung zukommt, beschränken sich diese Richtlinien auf die Quantifizierung der Belange der fachlichen internen und externen Weiterbildung; dabei ist das Selbststudium miteingeschlossen. 2.2 Nicht als fachliche Weiterbildung werden Veranstaltungen auf den Gebieten Unternehmensführung, Persönlichkeitsschulung, Sprachtraining, u.ä. betrachtet. Ohne die Bedeutung dieser wichtigen Form der Weiterbildung herabmindern zu wollen, wird sie in den vorliegenden Richtlinien ausgeklammert. 2.3 Aus Gründen der Praktikabilität wird nachstehend darauf verzichtet, Anforderungen an das fachliche Niveau von Weiterbildungsveranstaltungen und -aktivitäten zu formulieren. 2.4 Als minimaler Aufwand für die Weiterbildung - für die Zugehörigkeit zu einer Fachgruppe - werden, im Zweijahresdurchschnitt, 60 Stunden pro Jahr als angemessen betrachtet; der Anteil des gezielten, systematischen Selbststudiums kann dabei mit höchstens 50 % angerechnet werden. 2.5 Gehört ein Mitglied mehreren Fachgruppen an, wird ein minimaler Aufwand, im Zweijahresdurchschnitt, von 100 Stunden pro Jahr als angemessen betrachtet (wovon max. 50 % Selbststudium). 3. Fachgebiete gemäss Fachgruppen-Zugehörigkeit 3.1 Gegenstand der Weiterbildung sind die Fachgebiete gemäss Fachgruppen-Zugehörigkeit(en) eines Mitgliedes.

2 3.2 Fachgruppe Wirtschaftsprüfung: Gegenstand der Weiterbildung sind die Fachgebiete Wirtschaftsprüfung, Steuern, Recht, Betriebswirtschaft (insbesondere Finanzierungs- und Investitionslehre, Rechnungslegung und - we-sen), Organisation, EDV und EDV-Revision (insbesondere wie sie im Reglement und in der Wegleitung für die Prüfung zum dipl. Wirtschaftsprüfer umschrieben sind). 3.3 Fachgruppe Steuern: Gegenstand der Weiterbildung sind die Fachgebiete Steuer- und Abgaberecht, Betriebswirtschaft (insbesondere Finanzierungs- und Investitionslehre, Rechnungslegung und -wesen, Finanzierung) sowie Rechtsgebiete (wie sie im Reglement und in der Wegleitung für die Prüfung zum dipl. Steuerexperten umschrieben sind). 3.4 Fachgruppe Treuhand: Gegenstand der Weiterbildung sind die Fachgebiete Buchführung, Rechnungslegung und - wesen, Wirtschaftsprüfung, Steuern, Recht, Sozialversicherung, Informatik, Datenverarbeitung, EDV-Beratung, Betriebsberatung und Betriebsorganisation (wie sie im Reglement und in der Wegleitung für die Prüfung zum dipl. Treuhandexperten umschrieben sind) sowie die Treuhandfunktionen. 4. Anrechenbare Weiterbildungsveranstaltungen / -aktivitäten 4.1 Fachseminare: Dazu werden einerseits Seminare, welche öffentlich ausgeschrieben werden (externe Seminare) und andererseits Seminare, welche nur einem beschränkten Teilnehmerkreis offenstehen (interne Seminare), gezählt. Erläuterungen: Als Beispiele für externe Seminare seien erwähnt: Kammer-Seminare, Kammertagungen, Seminare der WBS-Weiterbildungsstufe der Universität St. Gallen, andere Seminare. Interne Seminare sind in der Regel Veranstaltungen von Kammergesellschaften für ihre Mitarbeiter. Anrechenbarkeit für Teilnehmer: Das einzelne Seminar wird mit 4 Stunden je halber Tag angerechnet. 4.2 Fachpublikationen: Als Fachpublikationen gelten Fachartikel in öffentlich zugänglichen Publikationen. Erläuterungen: Zu den öffentlich zugänglichen Publikationen gehören neben Fach- und Tagespresse auch fachbezogene Firmenpublikationen, sofern deren Verteilung nicht ausschliesslich auf einen limitierten Kundenkreis beschränkt ist. Anrechenbarkeit für Verfasser: Es gilt der effektive Zeitaufwand für das Verfassen des Artikels. 4.3 Unterricht, Referate (ohne unternehmensinterne Aktivitäten): Darunter wird der Unterricht im entsprechenden Fachgebiet der Berufsangehörigen gezählt, welcher zu einer Fachprüfung nach Berufsbildungsgesetz führt bzw. an Hochschulen. Weiterhin wird darunter das Halten von Referaten an Fachseminarien gemäss Ziff. 4.1 verstanden. Anrechenbarkeit für Referenten: Die Erteilung von Unterricht und das Halten von Referaten kann pro erteilte Lektion mit der doppelten Zeit an die Weiterbildung angerechnet werden.

3 4.4 Weiterbildungsveranstaltungen von Kammersektionen: Sofern es sich um fachliche Veranstaltungen handelt, wird die Teilnahme ebenfalls als fachliche Weiterbildung betrachtet. Anrechenbarkeit für Teilnehmer: Die effektive Zeitdauer kann als Weiterbildung angerechnet werden. 4.5 Mitwirkung in Fachkommissionen und Fachstäben: Die Mitwirkung in Fachkommissionen und Fachstäben der TREUHAND-KAMMER wird als fachliche Weiterbildung betrachtet. Anrechenbarkeit für Kommissionsmitglieder und andere mitwirkende Berufsangehörige: Die Sitzungszeit kann voll als Weiterbildung angerechnet werden; ebenso die Zeit für projektbezogene Facharbeit. 4.6 Expertentätigkeit bei den Prüfungen: Die Expertentätigkeit bei den Diplomprüfungen für Wirtschaftsprüfer, Steuerexperten und Treuhandexperten sowie der Berufsprüfung für Treuhänder wird als fachliche Weiterbildung betrachtet (die Expertentätigkeit für andere Prüfungen der Branche ist nicht anrechenbar). Anrechenbarkeit für Experten: Die Tätigkeit im Prüfungsbereich wird mit der Hälfte der aufgewendeten Zeit (inkl. Vorbereitungszeit) angerechnet. 5. Schlussbemerkungen Mit dem Erlass dieser Richtlinien möchte der Kammervorstand die Bedeutung der qualifizierten, fachlichen Weiterbildung für seine Mitglieder unterstreichen. Die formulierten Kriterien sollen den Berufsangehörigen eine noch bessere Selbstkontrolle ermöglichen. Die Berufsangehörigen sind sich bewusst, welche Verantwortung mit dem Qualitätsmerkmal "Mitglied der TREUHAND-KAMMER" verbunden ist. 6. Verfahren bei Verstoss gegen die Richtlinien zur Weiterbildung Verletzungen dieser Richtlinien werden von der als Mitgliedschaftskommission amtenden Sektionspräsidenten-Konferenz im Rahmen der Mitgliederüberwachung gemäss Art. 9 des Mitgliedschaftsreglements zuhanden des Geschäftsleitenden Ausschusses behandelt und beurteilt. Diese Richtlinien zur Weiterbildung wurden vom Kammervorstand am 9. September 1997 genehmigt und ersetzen diejenigen vom 5. Dezember 1994 / 8. Juni Sie treten am 1. Januar 1998 in Kraft. Die im Rahmen der Mitgliederüberwachung zu beurteilende Einhaltung dieser Richtlinien durch die Berufsangehörigen erfolgt erstmals ab 1. Januar 1998 (für die Jahre 1996 und 1997). TREUHAND-KAMMER Schweizerische Kammer der Wirtschaftsprüfer, Steuerexperten und Treuhandexperten Der Präsident: Der Direktor: J. Blöchlinger A. Guntli

4 TREUHAND-KAMMER Jahr: 19.. RICHTLINIEN ZUR WEITERBILDUNG / KONTROLL-BEIBLATT Seite 1 Fachveranstaltungen - Aktivitäten Fachseminar Fachpublikation Fachunterricht, - referat Sektionsveranstaltung (bitte x) Fachkommission / -stab Expertentätigkeit Prüfungen SELBSTSTUDIUM Name, Vorname:... Firma, Sitz:... Diplom als ( ) Wirtschaftsprüfer ( ) Steuerexperte ( ) Treuhandexperte Fachgruppen-Zugehörigkeit: ( ) Wirtschaftsprüfung ( ) Steuern ( ) Treuhand Veranstalter / Titel Ort / Datum Dauer Anrechenbare Std. QUELLE / BEREICH DATUM DAUER ANRECHEN- BARE STD. Übertrag vom Vorjahr (Zusammenfassung) Anrechenbare Stunden (Übertrag auf Folgeseite)

5 FOLGESEITE Jahr: 19.. RICHTLINIEN ZUR WEITERBILDUNG / KONTROLL-BEIBLATT Seite... Fachveranstaltungen - Aktivitäten Fachseminar Fachpublikation Fachunterricht, - referat Sektionsveranstaltung Fachkommission / -stab Expertentätigkeit Prüfungen SELBSTSTUDIUM (Bitte fertigen Sie sich Kopien dieser Seite an.) (bitte x) Veranstalter / Titel Ort / Datum Dauer Anrechenbare Std. QUELLE / BEREICH DATUM DAUER ANRECHEN- BARE STD. Übertrag von Seite... Anrechenbare Stunden (Übertrag auf Folgeseite/Zusammenfassung)

6 ZUSAMMENFASSUNG Jahr: 19.. RICHTLINIEN ZUR WEITERBILDUNG / KONTROLL-BEIBLATT Seite... Anrechenbare Stunden (Übertrag von Vorderseite / Seite...) 19.. Weiterbildung in Stunden laufendes Jahr + Total Weiterbildung in Stunden laufendes Jahr 19.. Weiterbildung in Stunden Vorjahr + Total Weiterbildung in Stunden Vorjahr Gesamttotal 19.. / Zweijahresdurchschnitt 19.. / 19.. * * Bitte vergleichen Sie mit Ziff. 2.4 / 2.5 der Richtlinien zur Weiterbildung. Die Beurteilung der Einhaltung dieser Richtlinien durch die Berufsangehörigen erfolgt periodisch im Rahmen der Mitgliederüberwachung (jeweils für die letzten 2 Jahre). Die Richtigkeit obiger Angaben bescheinigt: Ort/Datum: Unterschrift:...

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