Ludwig von Mises - Die Bürokratie

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1 Ludwig von Mises - Die Bürokratie

2 Klassiker der Freiheit herausgegeben vom Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung Band 3

3 Ludwig von Mises Die Bürokratie Academia Verlag Sankt Augustin

4 Titel der amerikanischen Originalausgabe: Bureaucracy (Yale University Press, New Haven. 1944) Übersetzung aus dem Amerikanischen: Carsten und Jörg-Guido Hülsmann Wir danken der Foundation for Economic Education (Irvington, N. Y.) für die Genehmigung zur Übersetzung dieses Buches. PDF-Version von Gerhard Grasruck Deutsche Erstausgabe Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar. ISBN Auflage 2004 Academia Verlag Bahnstr. 7, D Sankt Augustin Internet: Printed in Germany Alle Rechte vorbehalten Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages ist es nicht gestattet, das Werk unter Verwendung mechanischer, elektronischer und anderer Systeme in irgendeiner Weise zu verarbeiten und zu verbreiten. Insbesondere vorbehalten sind die Rechte der Vervielfältigung - auch von Teilen des Werkes - auf fotomechanischem oder ähnlichem Wege, der tontechnischen Wiedergabe, des Vortrags, der Funk- und Fernsehsendung, der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, der Übersetzung und der literarischen und anderweitigen Bearbeitung.

5 Einführung: Über Ludwig von Mises Propheten haben ein schweres Schicksal zu tragen. Erst wenn das Prophezeite eintritt, wird ihre prophetische Gabe von den Mitmenschen erkannt. Das kann bisweilen lange dauern. Ludwig von Mises ( ) war es nicht mehr vergönnt, die Erfüllung seiner Vorhersage zu erleben, daß der Sozialismus zusammenbrechen werde. Als er diese Vorhersage 1922 in seinem Buch Die Gemeinwirtschaft wagte, gehörte ungläubiger Zweifel noch zu den positiven Reaktionen. Die Behauptung, jedes planwirtschaftliche System sei per se zum Scheitern verdammt, stieß in der Gelehrtenwelt auf einen Widerspruch, der zur heftigsten Debatte führte, die es in den 20er und 30er Jahren in den Wirtschaftswissenschaften zu führen gab. Kaum jemand würde heute noch bestreiten, daß Mises diese Debatte gewonnen hat. Sein Werk wurde inzwischen immer mehr das, was man heute mit Recht einen Klassiker nennt. Die Kontrahenten von damals sind hingegen fast vollständig vergessen. Wer liest heute noch Oskar Lange? Wer hat je von Abba Lerner gehört? *** Ludwig Edler von Mises, der zu den größten im deutschsprachigen Raum aber leider auch zu sehr in Vergessenheit geratenen liberalen Denkern dieses Jahrhunderts gezählt werden muß, wird 1881 in dem k.u.k.-provinzstädtchen Lemberg (heute in der Ukraine gelegen) geboren. Er studiert in Wien zunächst Rechtswissenschaft, dann bis 1913 Ökonomie bei einem der berühmtesten Vertreter der Osterreichischen Schule der Nationalökonomie, dem ehemaligen k.u.k. Finanzminister Eugen von Böhm-Bawerk. Schon ganz in der Tradition dieser Schule steht seine Habilitationsschrift, die er 1912 unter dem Titel Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel veröffentlicht. Der Weg zur akademischen Karriere scheint vorgezeichnet. Doch es kommt zunächst anders. Seine extrem liberalen Ansichten (die er u. a in dem Buch Liberalismus zusammenfaßt 1 ) machen ihn in der von kollektivistischem Denken dominierten Zwischenkriegszeit ebenso unpopulär wie seine jüdische Abstammung. Er bekommt wider Erwarten keine Professur in Wien. Stattdessen wird er nach einer längeren Zeit als Referent bei der Wiener Handelskammer 1927 zusammen mit seinem Schüler Friedrich August von Hayek, dem späteren Wirtschaftsnobelpreisträger (1974), 1 Ein Reprint dieses Werkes mit einer Einführung von Hans-Hermann Hoppe ist 1993 als Band der Reihe Klassiker der Freiheit beim Academia Verlag, St. Augustin, erschienen. 5

6 Leiter des Österreichischen Konjunkturforschungsinstituts. Nur nebenbei lehrt er auf einer unbezahlten Gastdozentenstelle an der Universität Ökonomie. Dort sind Studenten, die offiziell an seinen Vorlesungen teilnehmen, ständigen Repressalien seitens der etablierten Professoren ausgesetzt. Wichtig wird daher vor allem sein außerhalb der Universität betriebenes Privatseminar. Die Schüler, die sich hier um ihn scharen, werden später zu den ganz großen ihres Fachs gehören: Friedrich August von Hayek, Oskar Morgenstern, Gottfried Haberler, Fritz Machlup und viele andere verläßt der das von politischen Krisen erschütterte Österreich, um in der Schweiz zu lehren. In seiner Zeit am Genfer Institut Universitaire des Hautes Etudes veröffentlicht er 1940 auch eines seiner wichtigsten Hauptwerke Die Nationalökonomie. Es handelt sich um einige der wenigen großangelegten theoretischen Zusammenfassungen der Ökonomie in diesem Jahrhundert. Das ganze Werk wird aus kohärenten Prinzipien abgeleitet und aufgebaut. Die Ökonomie wird darin wieder als ein geschlossenens Gesamtgebäude sichtbar. Auch von Genf aus hält er noch den Kontakt nach Wien, seinen dortigen Schülern und dem Konjunkturforschungsinstitut aufrecht. Dies endet abrupt als 1938 die Nazis in das angeschlossene Österreich einmarschieren. Seine dortige Wohnung wird vom Mob geplündert und seine Büchersammlung verbrannt. Er beginnt sich in Europa unsicher zu fühlen verläßt er die Schweiz und flieht mit seiner Frau in die USA. Die Reise durch das gerade von deutschen Truppen besetzt werdende Frankreich wird dabei zu einer lebensgefährlichen Angelegenheit. In Amerika angekommen, setzt er sich voller Energie weiterhin schriftstellerisch für die liberale Sache ein erscheint sein umfangreichstes Werk Human Action eine stark erweiterte englische Fassung der Nationalökonomie; 1956 das Buch The Anti-Capitalist Mentality, das auch den Niedergang marktliberalen Denkens und seine Ursachen aufmerksam macht; 1957 das Werk Theory and History, das die sozialphilosophischen Grundlagen seiner Theorien darlegt. Dies sind nur einige Beispiele seines reichen Schaffens in den USA. Der Umfang und die reiche Qualität seines dortigen Schaffens verhindern allerdings nicht, daß Mises in Amerika ebenfalls einen schweren Stand hat. Obwohl er von manchen Schülern überschwenglich als der größte Ökonom seiner Zeit gefeiert wird, bleibt ihm der Zugang zu einem Lehrstuhl auch hier zunächst verwehrt. Unter der Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt haben die USA wie die meisten europäischen Länder zuvor begonnen, sich einer kollektivistischen Wirt- 6

7 schaftspolitik ( New Deal ) zuzuwenden, die zwar noch demokratisch legitimiert und beschränkt ist, aber deutliche Anleihungen an sozialistischen und faschistischen Politikansätzen macht. Ein klassischer Liberaler wie Mises schwimmt auch hier gegen den Strom. Das erste Jahr in Amerika leben Mises und seine Frau in bitterer Armut von ihrem Ersparten. Ein kleines Stipendium der Rockefeller Foundation, das ihm Freunde vermitteln, hilft ihm in den nächsten Jahren ein wenig aus der Misere. In dieser Zeit schreibt Mises u. a. das vorliegende Buch Bureaucracy (1944). Erst 1945 bekommt er eine Teilzeit-Gastprofessur in New York. Sie wird schließlich 1949 zu einer von einer privaten.stiftung finanzierten Vollprofessur umgewandelt, die er bis 1969 innehat. 87jährig scheidet er als der älteste aktive Professor Amerikas aus seiner Lehrtätigkeit aus. Auch hier hinterläßt seine Lehrtätigkeit wieder viele begeisterte und talentierte Schüler etwa Israel Kirzner und den Anarcho-Libertären Murray Rothbard. So sorgt Mises dafür, daß heute das Erbe der Österreichischen Schule in Amerika weitaus mehr gepflegt wird als in Österreich selbst stirbt Mises in New York im Alter von 92 Jahren. *** Auch heute, da nach dem Untergang des Sowjetimperiums die Frage des Systemkampfs zwischen Sowjetsozialismus und Marktwirtschaft, die im Mittelpunkt so vieler seiner Bücher steht, entschieden ist, bleibt Mises Oeuvre eine beeindruckende Lektüre. Seine Widerlegungen des planwirtschaftlichen Sozialismus sind ein wahres Muster an theoretischer Klarheit und Geschlossenheit. Das Bestreben, großen ökonomischen Problemen mit rein theoretischer Analyse zu begegnen, hatte Mises von seinen Lehrmeistern der Österreichen Schule der Nationalökonomie etwa Carl Menger und Eugen von Böhm-Bawerk - übernommen. Ihr mikroökonomischer Theorieansatz, der methodologische Individualismus, durchzieht in verfeinerter Form das ganze Werk. Preise werden demnach als Produkt subjektiver Werteinschätzungen von Individuen betrachtet. Sie seien, so Mises, nicht durch den Staat aufgrund objektiver Daten setzbar. Der Versuch, dies zu tun, führe unweigerlich zu Verschwendung und Fehlleitung von Ressourcen. Das Resultat seien Chaos und Niedergang. Der Sozialismus sei zum Scheitern verurteilt, weil er das Kalkulationsproblem nicht lösen könne. Der polnische Ökonom Oskar Lange, der wohl die fundierteste sozialistische Gegenposition dazu vorgebracht hatte, machte unfreiwillig deutlich, wie sicher Mises etwa in Die Gemeinwirtschaft sein Ziel getroffen hatte. Die staatlichen Planer, so soll er gesagt haben, müßten 7

8 sich nur einen amerikanischen Warenhauskatalog besorgen, dann wüßten sie ja, wie das richtige Preisgefüge aussähe. Marktsozialismus nannte er dies. Die theoretische Bankrotterklärung des Sozialismus kam lange vor der realen wirtschaftlichen! *** Die Art, wie Mises den planwirtschaftlichen Sozialismus widerlegt hat, könnte für sich genommen auch heute noch für jeden an der theoretischen Fundierung seines Faches interessierten Ökonomen eine Quelle der Inspiration sein. Doch Mises liefert auch darüber hinaus noch genügend Material für heutige politische Kontroversen. Mises besondere Aufmerksamkeit gilt dem schleichenden Sozialismus, der in den meisten nicht-totalitären Ländern vorherrschte und immer noch vorherrscht. Schon 1929 verurteilt er in seiner Aufsatzsammlung Kritik des Interventionismus die Prinzipienlosigkeit moderner umverteilender Wirtschaftspolitik, in der Markt und staatlicher Plan beziehungslos nebeneinander existieren. Jede staatliche Intervention in den freien Markt, die ein Problem zu lösen vorgibt, verzerre diesen Markt nur. Sie schaffe damit neue Probleme, die dann wiederum einen neuen Staatseingriff notwendig machten. Interventionsspirale nennt er dies anschaulich. Es ist ein Phänomen, das wir heute zur Genüge vorfinden, und das ein Abgleiten der Politik in totalitäre Methoden zur ständigen Gefahr hat. Kurz: Der Sozial- und Wohlfahrtsstaat fand in ihm stets einen gnadenlosen Kritiker. Auch der Keynesianismus fand in ihm einen wortgewaltigen Widersacher. Dessen Idee, mit deficit spending und forcierter staatlicher Ausgabenpolitik die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, so wies Mises nach, müsse in Inflation und langfristig sogar mehr Arbeitslosigkeit enden. Mises liebte keine Kompromisse. *** In Die Bürokratie wendet er nun einem anderen Problem zu, das ebenso aktuell ist. Es geht darum, einen offenkundigen inneren Widerspruch in der öffentlichen Meinung aufzudecken. Keine Frage: Auch heute würden die meisten Menschen - wie in den Tagen als das Buch erschien - in Meinungsumfragen mit überwältigender Mehrheit den Erhalt und Ausbau sozialer Leistungen des Staates gutheißen. Dieselben Menschen würden sich aber ebenfalls über die ständige und dramatische Zunahme von Bürokratisierung und Regulierung beschweren. Mises argumentiert, daß das eine die Ursache des anderen ist. Wer den Umverteilungsstaat will, dürfe sich über die damit notwendig auf den Plan tretende Bürokratie nicht beklagen. Zwar versprechen Politiker heute wie damals bei der Lancierung neuer staatlicher Programme, daß 8

9 dies alles ohne Bürokratie abginge, und daß Sie ohnehin äußerst antibürokratisch eingestellt sein, doch derartige Versprechen könnten nicht erfüllt werden. Mises bemerkt zurecht, daß die Parlamente, die sich einst bewußt für den Vorsorgungsstaat entschieden hatten, sich damit unabsichtlich? - selbst entmachtet haben. Eine einfache Gegenüberstellung von Marktrationalität und bürokratischer Rationalität hätte sie warnen müssen. Bürokratische Lösungen sind Marktlösungen schon deshalb unterlegen, weil auch bei ihnen das Kalkulationsproblem ungelöst bleibt. Für den Sozialismus der interventionistischen Einzelmaßnahmen gilt hier im kleinen dasselbe wie für den Sozialismus der Planwirtschaft im Großen. Und auch hier führt die Unfähigkeit, Probleme durch Intervention zu lösen, zu neuen Problemen. Die Interventionsspirale dreht sich weiter. Dies erklärt in klaren und unmißverständlichen Worten, warum die Bürokratie sich in diesem Jahrhundert so krebsgeschwürartig ausgebreitet hat. Wer könnte da widersprechen?: Ludwig von Mises hat damit die Probleme unserer Zeit wieder einmal vorhergesehen. Er hat zugleich auc die Lösung geliefert, die nur eine radikale sein kann. Abschaffung des Umverteilungsstaates zugunsten eines Minimalstaates, der sich auf den Schutz von Person und Eigentum beschränkt. Ob man seinen optimistischen Glauben folgen kann, daß Vernunft und Aufklärung dieser Lösung zum Siege verhelfen wird, darüber kann man durchaus Zweifel hegen. Vielleicht muß erst bittere Erfahrung als Lehrmeister herhalten. Spätestens wenn die jetzt schon virulente Krise unserer Wohlfahrtsbürokratie katastrophalere Ausmaße anzunehmen beginnt, wird man sich des Propheten erinnern müssen, der dies alles vorhergesagt hatte. Detmar Doering Stellvertretender Leiter Liberales Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung 9

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11 Vorwort zur Ausgabe von 1962 In der Gesellschaft also im Rahmen friedlicher Zusammenarbeit von Menschen gibt es zwei Methoden der Geschäftsführung. Die eine ist bürokratisches Wirtschaften, die andere gewinnorientiertes Wirtschaften. Bekanntlich ist gewinnorientiertes Wirtschaften in unserem Zeitalter höchst unpopulär. Einige Menschen sind eifrig bemüht, eine umfassende Planung durch eine zentrale Behörde also Sozialismus an die Stelle der Oberhoheit des Konsumenten wie sie in der Marktwirtschaft gegeben ist zu setzen. Doch eben diese Menschen tadeln gleichzeitig und in aller Strenge die Unzulänglichkeiten des Bürokratismus. Sie sehen nicht, daß ihr Ruf nach Unterdrückung der Gewinnorientierung den Ruf nach mehr und mehr Bürokratie und sogar die volle Bürokratisierung aller Bereiche menschlicher Unternehmungen bedeutet. Es gibt Bereiche menschlicher Betätigungen, in denen von gewinnorientiertem Wirtschaften keine Rede sein kann und in welchen eine bürokratische Führung vorherrschen muß. Eine Polizeibehörde kann nicht nach den Methoden geführt werden, die in einem gewinnbringenden Unternehmen Anwendung finden. Eine Bäckerei dient einer bestimmten Anzahl von Menschen (ihren Kunden), indem sie ihnen stückweise verkauft, was sie produziert hat; die Schirmherrschaft ihrer Kunden verschafft der Bäckerei soziale Legitimität bzw. Gewinnträchtigkeit. Eine Polizeibehörde kann ihre Produkte nicht verkaufen; wie wertvoll und unerläßlich ihre Leistungen auch sein mögen, sie haben keinen Preis auf dem Markt und können daher nicht den zu ihrer Erbringung getätigten Gesamtausgaben gegenübergestellt werden. In diesem Essay wird die Bürokratie nicht verurteilt oder getadelt. Es wird herauszustellen versucht, was bürokratisches Wirtschaften bedeutet und inwiefern es sich von gewinnorientiertem Wirtschaften unterscheidet. Weiterhin wird gezeigt, in welchem Bereich allein bürokratisches Wirtschaften in Frage kommt. Schließlich soll deutlich gemacht werden, welche Folgen die Bestrebungen zeitgenössischer Regierungen und politischer Parteien haben und auch in Zukunft haben werden, staatliches Handeln an die Stelle privater Unternehmungen zu setzen. Die Untersuchung dieser Fragen ermöglicht eine angemessene Beurteilung der zwei Systeme wirtschaftlicher Organisation der Gesellschaft: Marktwirtschaft und Sozialismus. Sie enthüllt die Bedeutung von Lenins Programm, die gesamte Volkswirtschaft nach dem Vorbild der Post zu organisieren, aus der ganzen Gesellschaft ein Büro und eine 11

12 Fabrik zu machen und alle Bürger in Angestellte des Staates zu verwandeln. 1 Dieser Essay wurde im Jahre 1944 geschrieben und zuerst veröffentlicht. Hinsichtlich einiger Punkte bezieht er sich auf Bedingungen und Personen dieser Zeit. Die äußere Erscheinung der Bedingungen hat sich teilweise geändert, und einige der Idole von 1944 haben ihren Heiligenschein verloren. Doch die wesentlichen Merkmale der mit ihnen zusammenhängenden politischen Probleme sind die gleichen geblieben. Heute wie vor achtzehn Jahren teilt der große historische Konflikt zwischen Individualismus und Kollektivismus die Menschheit in zwei feindliche Lager. Aus diesem Grunde hat die Erforschung des Gegensatzes von bürokratischer und gewinnorientierter Geschäftsführung nichts an Bedeutung für die Gegenwart eingebüßt. New York City Januar Vgl. Lenin, Staat und Revolution, in Lenin, Werke, Bd. 25, Berlin, 1960, S. 440, 12

13 Vorwort zur Ausgabe von 1944 Die wichtigste Streitfrage in den heutigen sozialen und politischen Konflikten ist, ob die Menschen die Prinzipien von Freiheit, Privatinitiative und individueller Verantwortung verraten und sich stattdessen der Vormundschaft eines riesigen Zwangsapparates des sozialistischen Staates ergeben sollten. Sollte autoritärer Totalitarismus die Stelle von Individualismus und Demokratie einnehmen oder nicht? Sollte aus dem Bürger ein Untertan werden, ein Untergebener in einer allumfassenden Arbeitsarmee, gebunden an unbedingten Gehorsam gegenüber den Befehlen seiner Vorgesetzten? Sollte ihm sein wertvollstes Vorrecht Mittel und Ziele zu wählen und sein eigenes Leben zu gestalten genommen werden? Unsere Zeit war Zeuge eines triumphalen Aufstiegs der Sache des Sozialismus. Vor einem halben Jahrhundert bereits behauptete Sir William Harcourt, ein herausragender britischer Staatsmann: Wir sind nun alle Sozialisten. 2 Zu jener Zeit war diese Aussage in Bezug auf Großbritannien vorschnell, aber heute ist sie beinahe buchstäblich wahr für jenes Land, das einst die Wiege der modernen Freiheit war. Nicht weniger wahr ist sie im Hinblick auf Kontinentaleuropa. Amerika allein ist noch frei zu wählen. Und die Entscheidung des amerikanischen Volkes wird das Schicksal der Menschheit bestimmen. Die mit dem Gegensatz von Sozialismus und Kapitalismus zusammenhängenden Probleme können von verschiedenen Gesichtspunkten aus aufgegriffen werden. Im Augenblick scheint es, als ob eine Erforschung der Ausbreitung von Bürokratien dazu der zweckmäßigste Ansatz sei. Eine Untersuchung des Bürokratismus bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, die grundsätzlichen, hier in Frage stehenden Probleme zu erkennen. Obgleich die Entwicklung des Bürokratismus in den letzten Jahren sehr schnell vor sich ging, ist Amerika, verglichen mit dem Rest der Welt, immer noch bloß oberflächlich davon befallen. Es zeigt lediglich ein paar der charakteristischen Merkmale bürokratischen Wirtschaftens. Eine Erforschung des Bürokratismus in diesem Lande wäre daher unvollständig, wenn sie sich nicht auch mit einigen Gesichtspunkten und Ergebnissen derjenigen Bewegung befassen würde, welche nur in Ländern mit einer älteren bürokratischen Tradition sichtbar wurde. Eine solche Studie muß die Erfahrungen der klassichen Länder des Bürokratismus Frankreich, Deutschland und Rußland analysieren. 2 Vgl. G. M. Trevelyan, A Shortened History of England, London, 1942, S

14 Es liegt jedoch nicht in der Absicht gelegentlicher Bezugnahme auf europäische Bedingungen, den radikalen Unterschied zu verwischen, welcher im Hinblick auf den Bürokratismus zwischen der politischen und sozialen Mentalität Amerikas und jener Kontinentaleuropas besteht. Dem amerikanischen Denken war und ist der Begriff einer Obrigkeit einer Regierung, deren Autorität nicht vom Volk abgeleitet ist unbekannt. Es ist sogar außerordentlich schwierig, einem Menschen, für den die Schriften Miltons und Paines, die Unabhängigkeitserklärung, die Verfassung und die Gettysburg Address 3 die Hauptquellen politischer Bildung sind, die Bedeutung des deutschen Begriffes Obrigkeit zu erklären bzw. was ein Obrigkeitsstaat ist. Vielleicht sind die zwei folgenden Zitate dazu geeignet. Am 15. Januar 1838 erklärte der preußische Innenminister G. A. R. von Rochow in Antwort auf eine Petition der Bürger einer preußischen Stadt: Es ziemt sich nicht für einen Untertan, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen und sich in hochmütiger Frechheit ein öffentliches Urteil über deren Gerechtigkeit anzumaßen. Das trug sich in den Tagen zu, als der deutsche Liberalismus den Absolutismus herausforderte und die öffentliche Meinung dieses Beispiel einer unerträglichen bürokratischen Anmaßung verurteilte. Ein halbes Jahrhundert später war der deutsche Liberalismus tot. Des Kaisers Sozialpolitik, das statische System der Staatseingriffe in die Wirtschaft und des aggressiven Nationalismus, hatte ihn verdrängt. Niemand nahm daran Anstoß, als der Rektor der Reichsuniversität Straßburg das deutsche Regierungssystem in aller Selbstverständlichkeit wie folgt charakterisierte: Unsere Beamten... werden sich nicht mehr das Heft aus der Hand nehmen lassen, auch von parlamentarischen Mehrheiten nicht, die wir ja meisterhaft zu behandeln wissen. Keine Herrschaft wird so leicht ertragen, ja so dankbar empfunden, wie die Herrschaft hochsinniger und hochgebildeter Beamten. Der deutsche Staat 3 Die Gettyburg Address war eine kurze, mitreißende Rede, die der amerikanische Präsident Lincoln am 19. November 1863 zur Einweihung eines Nationalfriedhofes hielt, der für die Opfer des Bürgerkrieges auf dem Schlachtfeld bei Gettysburg / Pennsylvania eingerichtet wurde. In dieser Rede forderte Lincoln die Lebenden auf, sich der unvollendeten Aufgabe zu widmen, daß diese Nation unter Gott eine Wiedergeburt der Freiheit erlebe; und daß die Herrschaft des Volkes durch das Volk und für das Volk nicht von der Erde verschwinde. [Anm. der Übersetzer; vgl. zu diesem wie zu allen weiteren Stichworten das von P. L. Greaves erstellte Glossar Mises Made Easier, 2. Aufl., Irvington / New York, 1990.] 14

15 ist ein Beamtenstaat hoffen wir, daß er in diesem Sinne ein Beamtenstaat bleibe! 4 Kein Amerikaner hat je solche Aphorismen von sich geben können. Hier konnte so etwas nicht geschehen. 4 Georg Friedrich Knapp in seiner Präsidentenansprache, gehalten am 1. Mai Diese Rede wurde in vielen Auflagen veröffentlicht. Das Zitat ist nachzulesen in seinem Werk Die Landarbeiter in Knechtschaft und Freiheit, 1891, S

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17 Inhaltsverzeichnis Einleitung...19 I. Der ehrenrührige Unterton des Begriffes Bürokratie...19 II. Die Verurteilung des Bürokratismus durch den amerikanischen Bürger...20 III. Der Bürokratismus in der Sichtweise der Fortschrittlichen..28 IV. Bürokratismus und Totalitarismus...32 V. Die Alternative: Gewinnorientierung oder Bürokratie Gewinnorientiertes Wirtschaften...37 I. Der Marktprozeß...37 II. Wirtschaftsrechnung...38 III. Wirtschaften im Gewinnsystem...46 IV. Personalführung im unbehinderten Arbeitsmarkt Bürokratisches Wirtschaften...55 I. Bürokratie unter einer despotischen Regierung...55 II. Bürokratie innerhalb einer Demokratie...56 III. Die wesentlichen Merkmale bürokratischen Wirtschaftens...59 IV. Die Crux bürokratischen Wirtschaftens...61 V. Bürokratische Personalführung Bürokratische Leitung öffentlicher Unternehmen...69 I. Die praktische Unmöglichkeit einer allumfassenden Staatslenkung...69 II. Das öffentliche Unternehmen innerhalb der Marktwirtschaft Bürokratische Führung privater Unternehmen...75 I. Wie Staatseingriffe und die Schwächung des Gewinnmotivs zur Bürokratisierung der Privatwirtschaft führen...75 II. Staatseingriffe zur Regulierung der Gewinnhöhe...76 III. Staatseingriffe in die Auswahl des Personals...79 IV. Unbegrenzte Abhängigkeit vom Gutdünken staatlicher Behörden Die soziale und politische Bedeutung der Bürokratisierung...83 I. Die Philosophie des Bürokratismus...83 II. Bürokratische Selbstgefälligkeit...85 III. Der Bürokrat als Wähler...88 IV. Die Bürokratisierung des Denkens

18 V. Wer soll herrschen? Die psychologischen Folgen der Bürokratisierung...99 I. Die deutsche Jugendbewegung...99 II. Das Verhängnis der nachwachsenden Generation in einem bürokratischen Umfeld III. Autoritäre Bevormundung und Fortschritt IV. Die Auswahl des Diktators V. Das Verschwinden des kritischen Geistes Was kann getan werden? I. Vergangene Fehlschläge II. Nationalökonomie gegen staatliche Planung und Totalitarismus III. Der einfache Bürger gegen den berufsmäßigen Propagandisten der Bürokratisierung Schlußfolgerungen

19 Einleitung I. Der ehrenrührige Unterton des Begriffes Bürokratie Die Begriffe Bürokrat, bürokratisch und Bürokratie sind eindeutig Schmähungen. Niemand nennt sich selbst einen Bürokraten oder seine eigenen Geschäftsmethoden bürokratisch. Diese Worte werden immer mit einem ehrenrührigen Unterton verwendet. Sie enthalten immer eine geringschätzige Kritik von Personen, Institutionen und Handlungsweisen. Niemand bezweifelt, daß Bürokratie von Grund auf schlecht ist und daß sie in einer vollkommenen Welt nicht existieren sollte. Der ehrenrührige Sinn dieser Begriffe ist nicht auf Amerika und andere demokratische Länder beschränkt. Er ist eine universelle Erscheinung. Sogar in Preußen, dem Muster des autoritären Staates, wollte niemand als Bürokrat bezeichnet werden. Der wirkliche geheime Oberregierungsrat des preußischen Königs war stolz auf seine Würde und auf die Macht, die sie verlieh. Die Ehrerbietung seiner Untergebenen und des Volkes waren Labsal für seine Eitelkeit. Er war erfüllt von der Idee seiner eigenen Wichtigkeit und Unfehlbarkeit. Doch er hätte es als freche Beleidigung angesehen, wenn jemand die Unverschämtheit besessen hätte, ihn einen Bürokraten zu nennen. Er war seiner Meinung nach kein Bürokrat, sondern ein Staatsbeamter, der Stellvertreter seiner Majestät, ein Funktionär des Staates, der sich Tag und Nacht dem Wohlergehen der Nation widmet. Es ist bemerkenswert, daß die Fortschrittlichen, die von den Kritikern der Bürokratie für deren Verbreitung verantwortlich gemacht werden, das bürokratische System nicht zu verteidigen wagen. Im Gegenteil verurteilen sie es genau wie diejenigen, die sie sonst als Reaktionäre verachten. Denn die von ihnen erstrebte Utopie, so behaupten sie, bedarf keineswegs bürokratischer Methoden. Bürokratie sei vielmehr der unerfreuliche Versuch des kapitalistischen Systems, der unerbittlichen Tendenz zu seinem Verschwinden einen Kompromiß abzuringen. Der letztlich unvermeidliche Triumph des Sozialismus werde nicht nur den Kapitalismus, sondern auch den Bürokratismus abschaffen. In der glücklichen Welt von Morgen, im gesegneten Paradies der allumfassenden Planung, werde es keine Bürokraten mehr geben. Der gewöhnliche Mann wird an erster Stelle stehen; das Volk selbst wird sich um alle seine Angelegenheiten kümmern. Nur der engstirnige Bourgeois könne dem Irrtum zum Opfer fallen, daß die Bürokratie einen Vorgeschmack auf das gibt, was der Sozialismus für die Menschheit bereithält. 19

20 Jeder scheint also der Auffassung zuzustimmen, daß die Bürokratie ein Übel ist. Doch niemand hat bislang einen Versuch unternommen, in unzweideutiger Sprache zu bestimmen, was Bürokratie eigentlich bedeutet. Im allgemeinen wird das Wort lose gebraucht. Die meisten Leute würden in Verlegenheit kommen, wenn man sie nach einer genauen Definition und Erklärung fragen würde. Wie können sie Bürokratie und Bürokraten verurteilen, wenn sie noch nicht einmal wissen, was diese Begriffe bedeuten? II. Die Verurteilung des Bürokratismus durch den amerikanischen Bürger Zur Erläuterung seiner Klagen über die fortschreitende Bürokratisierung würde ein Amerikaner etwa folgendes sagen: Unser traditionelles amerikanisches Staatssystem beruhte auf der Trennung zwischen Gesetzgebung, Exekutive und Rechtsprechung und auf einer deutlichen Aufteilung der Rechtssprechung zwischen der Union und den Einzelstaaten. Die Gesetzgeber, die wichtigsten Beamten der Exekutive und viele der Richter wurden durch Wahlen bestimmt. Auf diese Weise herrschte das Volk, die Wähler. Außerdem hatte keiner der drei staatlichen Machtbereiche das Recht, in die privaten Angelegenheiten der Bürger einzugreifen. Der gesetzestreue Bürger war ein freier Mann. Doch jetzt sind seit vielen Jahren und besonders mit dem Aufkommen des New Deal 1 einflußreiche Kräfte im Begriff, dieses alte und gut erprobte demokratische System durch die tyrannische Herrschaft einer unverantwortlichen und willkürlichen Bürokratie zu ersetzen. Der Bürokrat gelangt nicht durch allgemeine Wahl, sondern durch Ernennung d.h. durch einen anderen Bürokraten in sein Amt. Er hat sich beträchtliche legislative Macht angemaßt. Staatliche Kommissionen und Ämter erlassen Vorschriften und Anordnungen, welche das Leben 1 Der amerikanische New Deal war ein von Franklin D. Roosevelt gestaltetes Programm aus Regierungseingriffen, Sozialgesetzgebung (öffentliche Arbeiten, Sozialversicherung usw.) und politischer Ausdehnung der Geldmenge. Dieses Programm verfolgte das Ziel, freie Betatigungen auf dem Markt zu begrenzen und zu lenken, während es Subventionen für Personen mit niedrigem Einkommen und andere politisch wichtige Gruppen vorsah. Es wurde damals als revolutionär angesehen, und das amerikanische Verfassungsgericht erklärte zwei der wichtigsten neuen Bestimmungen für verfassungswidrig: den National Industrial Recovery Act von 1933 und den Agricultural Adjustment Act von Ein Meinungswandel des Verfassungsgerichts im Gefolge der Wahlen von 1936 führte jedoch zu Entscheidungen, die beinahe alle Formen von Subventionen und Eingriffen als verfassungsgemäß ansahen. [Anm. der Übersetzer] 20

21 der Bürger in jeglicher Hinsicht regeln und lenken sollen. Sie regeln nicht nur Angelegenheiten, die bisher dem Ermessen des Einzelnen überlassen waren; sie schrecken auch nicht vor Anordnungen zurück, die die Aufhebung ordnungsgemäß erlassener Gesetze bedeuten. Mit Hilfe dieser Quasi-Gesetzgebung reißen die Ämter die Macht an sich, viele wichtige Angelegenheiten gemäß ihrer eigenen Beurteilung des Einzelfalles zu entscheiden also völlig willkürlich. Entscheidungen und Urteile der Ämter werden durch Bundesbeamte durchgesetzt. Die vorgebliche richterliche Überprüfung ist dagegen Augenwischerei. Jeden Tag maßen sich die Bürokraten mehr Macht an; bald schon werden sie das gesamte Land leiten. Es kann keinen Zweifel geben, daß dieses bürokratische System im wesentlichen antiliberal, undemokratisch und unamerikanisch ist, daß es mit anderen Worten im Gegensatz zu Geist und Buchstaben der Verfassung steht und daß es ein Ebenbild der totalitären Methoden Hitlers und Stalins ist. Es ist erfüllt von fanatischer Feindschaft gegen freies Unternehmertum und Privatbesitz. Es lähmt die Wirtschaft und verringert die Produktivität der Arbeit. Durch achtlose Ausgaben vergeudet es den Wohlstand der Nation. Es ist uneffizient und verschwenderisch. Obwohl es das, was es tut, als Planung ausgibt, hat es keine bestimmten Pläne oder Ziele. Es fehlt ihm an Einheit und Übereinstimmung; die verschiedenen Ämter und Agenturen arbeiten einander entgegen. Das Ergebnis ist ein Zerfall des gesellschaftlichen Produktions- und Verteilungsapparates. Armut und Not werden die Folge sein. Diese leidenschaftliche Anklage gegen die Bürokratie ist im großen und ganzen eine angemessene, wenn auch gefühlsmäßige Beschreibung der gegenwärtigen Trends im amerikanischen Staat. Doch sie verfehlt den springenden Punkt, wenn sie die Bürokratie und die Bürokraten für eine Entwicklung verantwortlich macht, deren Gründe woanders gesucht werden müssen. Bürokratie ist eine Folge und ein Symptom von Dingen und Veränderungen, die viel tiefer wurzeln. Das charakteristische Merkmal heutiger Politik ist der Trend zur Aufgabe des freien Unternehmertums zugunsten staatlicher Kontrolle. Einflußreiche politische Parteien und Interessengruppen verlangen inbrünstig nach öffentlicher Kontrolle aller wirtschaftlichen Aktivitäten, nach umfassender staatlicher Planung und nach Verstaatlichung der Wirtschaft. Sie trachten nach völliger staatlicher Aufsicht im Erziehungswesens und nach Verstaatlichung der medizinischen Berufe. Es gibt keinen Bereich menschlichen Handelns, den sie nicht bereit wären der Aufsicht der Behörden zu unterstellen. In ihren Augen ist staatliche Lenkung das Allheilmittel gegen alle Krankheiten. 21

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