Backup-Konzept. Inhaltsverzeichnis

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1 Backup-Konzept Inhaltsverzeichnis Vorbemerkung...2 Voraussetzung...2 Sicherung der Systempartition...3 Hintergrund...3 Imaging als Lösung...3 Produkte...3 Erfahrungen...3 Probleme...3 Sicherung der Daten...5 Synchronisationstools...5 Robocopy...5 rsyncbackup...6 Probleme...6 Szenarios...7 Szenario 1 Persönliches Backup...7 Szenario 2 - kleine Arbeitsgruppe...7 Szenario 1- Persönliches Backup...9 Empfohlene Rechner-Konfiguration...10 Links /11

2 Vorbemerkung Anmerkungen zum Backup an sich Datensicherung und Backup sind extrem sensible Themen. Der subjektive und objektive Wert von Daten kann immens sein. Eine hundertprozentige Sicherheit kann bei weitem noch nicht erreicht werden. Wichtige Risikoquellen sind: Hardwarefehler (Festplatten-Crash, Überspannungsschaden, Verschleiss) Softwarefehler (Fehler in der Backup-Software, inkompatible Programmversionen,...) Userfehler (...) sonstige Katastrophen (Feuer, Wasser,...) zu geringe Kapazität auf den Backup-Medien Das vorliegende Dokument schildert Vorgehensweisen, die sich beim Autor (Jost Thome) bewährt haben. Sie bieten eine gewisse Grundsicherheit - enthalten aber naturgemäß noch eigene Risiken. Die Informationen in diesem Dokument verstehen sich als Anregung und als Sammlung von Erfahrungen, können aber kein "Rundum-Sorglos-Paket" sein. Voraussetzung Grundsätzlich ist es empfehlenswert, in Rechnersystemen immer die eigenen Dateien von den Systemdateien zu trennen. Bei Notebooks sollte man die Festplatte so partitionieren, dass man eine Systempartition und eine Datenpartition erhält. Einige Notebooks bieten auch die Möglichkeit, zwei Festplatten einzubauen. 1 In PCs kann auch mit mehreren Festplatten gearbeitet werden, was zudem der Performance zugute kommt. Betriebssystem C System- und Programmpartition D Datenpartition Gesamt Windows XP (Office-Arbeitsplatz) 30 GB Rest > 60 GB Windows XP (Workstation) 60 GB Rest > 160 GB Windows Vista 100 GB Rest > 160 GB Eventuell enthält ein Computer noch spezielle Partitionen, die der Hersteller vorbereitet hat und auf denen sich z.b. die Installationsversionen der Software befinden. 1 Der Autor verwendet aktuell ein Lenovo Thinkpad T60 Notebook. Hier kann das optische Laufwerk durch den Einschub für eine weitere Festplatte ersetzt werden. Der aktuell verwendete Einschub ist für IDE-Festplatten geeignet. Potenzielle Gefahrenquelle hier: (Muss noch geklärt werden) Lenovo-Notebooks bieten eine Sensor, der bei Erschütterungen die Festplatte stoppt, um Beschädigungen zu vermeiden. Es ist unklar, ob das Tool auch Festplatten im Erweiterungseinschub schützt. 2/11

3 Sicherung der Systempartition Hintergrund Es ist nicht ohne Weiteres möglich, ein laufendes Windows-Betriebssystem komplett zu sichern. Hintergrund ist zum Beispiel, dass dann einige Dateien in Benutzung sind und die Backup-Lösung (nicht ohne Weiteres) darauf zugreifen kann. Partitionen bzw. Laufwerke C Partition 1 System Programme Image z.b. mit Acronis True Image D Partition 2 Daten Sicherung z.b. mit Robocopy 3/11

4 Imaging als Lösung Ein guter, transparenter Ansatz ist daher, dass man alles sichert, während Windows gar nicht läuft... Die Methode hierzu ist, dass man eine "Imaging-Software" verwendet, die man direkt (zum Beispiel von CD) nach dem Einschalten des Computers starten kann. Produkte In dieser Kategorie gibt es diverse Programme am Markt. Einige sind kostenlos verfügbar, andere sind kommerzielle Produkte, die in der Regel ca. 50 Euro kosten. Einige Notebook-Hersteller (z.b. IBM-Lenovo) oder auch Hersteller von externen Festplatten bieten eigene Produkte an und liefern diese zusammen mit der Hardware aus. Siehe hierzu auch: Erfahrungen Einen Praxistest habe ich im Mai 2006 mit dem Produkt Acronis True Image (Version 7, war kostenfrei auf einer CD der Zeitschrift CHIP enthalten) gemacht. Dabei habe ich ein frisch eingerichtetes IBM-T41p-Notebook mit dem Tool gesichert, dann Dateien gelöscht und danach erfolgreich die Systempartition C: mit dem Tool wieder hergestellt. Für die Datensicherung habe ich eine an den USB2-Port angeschlossene externe Festplatte verwendet. Viele Imaging-Lösungen basieren auf Linux (auch Acronis True Image). Daher muss man derzeit empfehlen, für das Backup eine Partition auf einer externen Festplatte zu verwenden, die mit FAT32 formatiert ist (nicht NTFS). Mittlerweile (April 2009) ist die NTFS-Unterstützung wohl gereift und in aktueller Software wohl zuverlässig umgesetzt. FAT32 kann dennoch als kleinster gemeinsamer Nenner gelten. (Hintergrund: Linux kann wohl zuverlässig FAT32-Partitionen lesen und schreiben, NTFS-Partitionen jedoch nur zuverlässig lesen. Wenn die Sicherung also beim Start von CD-ROM - somit aus dem Linux- System heraus - geschehen soll, dann kann nur auf FAT32-Partitionen zugegriffen werden. Beim Wiederherstellen wäre es kein Problem. Acronis kann zwar auch aus Windows heraus sichern, der Weg mit der CD - für sichern und wiederherstellen - erscheint jedoch als "sauberer", zumal keine Software auf dem Windows-Computer installiert werden muss). 4/11

5 Probleme Ein Image ist an die Hardware des gesicherten Computers gebunden. Wenn wesentliche Teile der Hardware des Computers getauscht werden (zum Beispiel ein defektes Mainboard), dann kann es sein, dass sich das Image nicht mehr einspielen lässt bzw. dass sich das eingespielte Image nicht mehr laden lässt. Anmerkung: Windows Vista soll hier flexibler sein. Es soll möglich sein, ein Image auf anderer Hardware einzuspielen. In der Praxis enthält das gesicherte Image eines Systems häufig entweder einen Stand des Systems der so alt ist, dass die diversen Updates und Upgrades des Systems seit der Erstellung des Images den Nutzwert stark verringern - oder das Image enthält ein "so vollgemülltes" System, dass man sich im Ernstfall dann doch die Frage stellt, ob man das Image wiederherstellen soll oder ob man einfach mal wieder ein neues, sauberes System aufsetzt... 5/11

6 Sicherung der Daten Der Inhalt der Datenpartition muss in regelmäßigen Abständen (z.b. täglich einmal) in Sicherheit gebracht werden. Das kann im einfachsten Fall dadurch geschehen, dass man den kompletten Inhalt der Partition D: auf eine externe Festplatte kopiert und diese danach vom System trennt. Gerade wenn es NUR EINE externe Platte zur Sicherung gibt, besteht das sehr große Risiko, dass man im Zuge der Sicherung einen Fehler macht und gleichzeitig sowohl die aktuellen Daten als auch die (einzige) Sicherung vernichtet. Diese Problematik kann man dadurch etwas entschärfen, dass man mit mehreren externen Festplatten und/oder ggf. verfügbaren Netzwerkverzeichnissen (auf unterschiedlichen Computern) arbeitet. So erhält man mit jedem zusätzlichen "Medium" eine weitere "Generation" der gesicherten Daten, die man im schlimmsten Fall wiederherstellen könnte. Prinzipbedingt erhält man bei dieser Vorgehensweise immer die Kopie des aktuellen Zustands der Daten (- logisch...) Wenn die Daten zum Zeitpunkt der Sicherung aber schon fehlerhaft oder beschädigt sind, die Beschädigung aber erst später bemerkt wird, dann hat man später ggf. kaputte Daten im PC und in der Sicherung... (Gut wenn man dann noch auf eine ältere Sicherung vor dem Fehler zurückgreifen kann...) Damit beim Kopieren der Daten auf ein externes Medium (Festplatte oder Netzwerklaufwerk) nur die nötigen Dateien kopiert werden (nämlich diejenigen welche sich seit der letzten Sicherung geändert haben) und damit auch die Dateien vom Sicherungsmedium entfernt werden, die es auf dem Quellmedium nicht mehr gibt, macht es Sinn "Synchronisationstools" zu verwenden. Synchronisationstools An dieser Stelle würde ich erst einmal zwischen Werkzeugen unterscheiden, die eine graphische Oberfläche haben und Werkzeugen, die man von der Kommandozeile aus startet. Letztere (Kommandozeile) kann man sehr gut benutzen, um Sicherungsaufgaben "unbeaufsichtigt" oder automatisiert durchzuführen, erstere sind besonders gut zur Kontrolle. So kann man vor dem Sichern noch mal überprüfen, welche Änderungen stattgefunden haben oder man kann nach dem Durchlauf von automatisierten Sicherungen noch mal prüfen, ob alles richtig funktioniert hat. Die Verwendung unterschiedlicher Tools zum Prüfen hat sich bewährt. Robocopy Robocopy kann bei Microsoft kostenfrei heruntergeladen werden. Mit diesem Tool lasse ich die Inhalte von zwei Verzeichnissen (in eine Richtung) abgleichen. Das Tool ist sehr kompakt und robust. Ich starte das Programm dann über eine Batch-Datei "backup.bat" mit folgendem Inhalt: rem parameter1: quelle rem parameter2: ziel rem parameter3: job-name rem beispiel: robocopy.backup.log \\server\home\mustermann d:\backup\mustermann backup_d.\robocopy.exe %1 %2 *.* /NP /FFT /TEE /S /COPY:DAT /w:2 /r:2 /MIR /Log:%temp%\%3_%date%.log /XD $Recycle.Bin "System Volume Information" /XF pagefile.sys hibernfil.sys (Die Schriftgröße wurde hier so klein gewählt, um einen Zeilenumbruch zu vermeiden. 6/11

7 Zur Sicherung meiner Datenpartion D: habe ich dann eine Batchdatei "backup_d_to_u.bat" geschrieben: call backup.bat d:\ u:\backup_d\ backup_d_to_u pause (Der externen Festplatte, die ich zur Datensicherung verwende, habe ich den Laufwerksbuchstaben U: zugewiesen. Die Sicherung landet dann auf dieser Festplatte im Ordner "u:\backup_d") Nach der Sicherung bleibt das DOS-Fenster solange geöffnet, bis ich eine Taste drücke (wird durch den "pause"-befehl bewirkt.) Diese Pause ist sinnvoll, denn dann sieht man noch eine kurze Zusammenfassung der Sicherung und kann sich schon mal eine erste Meinung darüber bilden, ob alles geklappt hat. Ein Protokoll der Sicherung wird in eine log-datei in den %TEMP%-Ordner des Systems geschrieben. Am Ende der Protokolldatei erscheint eine Zusammenfassung; hier wird man auch über fehlgeschlagene Kopierversuche informiert. rsyncbackup In der Computerzeitung C'T wurde ein Backup-Ansatz vorgestellt, der mit frei verfügbarer Software viele Anforderungen abdeckt. Bei jedem Start des gelieferten Scripts (siehe Link am Dokumentende) wird ein neues Sicherungsverzeichnis angelegt (benannt nach dem Zeitpunkt der Sicherung). Beim ersten Start werden alle Dateien aus den gewählten Quellverzeichnissen in das Sicherungsverzeichnis kopiert, Bei jedem weiteren Start werden nur noch die wirklich geänderten Dateien ins Ziel kopiert. Für alle anderen Dateien werden "Hard-Links" im Dateisystem angelegt. D.h. diese Dateien sind physikalisch in der Sicherung nur einmal vorhanden, tauchen aber mehrfach (in den verschiedenen Sicherungsverzeichnissen) auf. Mit dieser Methode kann man also jede Version des gesicherten Verzeichnisses wieder herstellen, was natürlich wesentlich besser ist als eine einfache Spiegelung zu haben. Probleme Ggf. können Inkompatibilitäten mit einem bereits installierten CYGWIN auftauchen. In dem Fall einfach aus dem mit rsyncbackup gelieferten Verzeichnis die CYGWIN-Dateien entfernen. Das verwendete Tool "rsync" ist in der aktuellen Version (Stand Juni 2006) auf eine Pfadlänge von 255 Zeichen beschränkt; d.h. die Sicherung besonders tiefer Verzeichnisbäume funktioniert nicht... Das platzsparende Feature mit den "Hard-Links" funktioniert nur auf NTFS-Partitionen; auf anderen Partitionen und auch auf Netzwerklaufwerken (wenn ich mich richtig erinnere...) wird der volle Platz benötigt. 7/11

8 Szenarios Szenario 1 Persönliches Backup Man hat ein Notebook und zwei externe Festplatten und sichert täglich seine Daten auf einer der externen Festplatten, die abwechselnd benutzt werden (siehe Grafik Szenario 1 ). Somit hat man die Daten in 3 Generationen: Die aktuelle Generation auf dem Notebook, das letzte Backup auf der einen Festplatte und das vorletzte Backup auf der zweiten Festplatte. Die Festplatten sollten an verschiedenen Orten gelagert werden, damit in einem unvorhersehbarem Fall wie z.b. einem Brand o.ä. noch wenigstens eine Generation des Backups vorhanden ist. In regelmäßigen Abständen wird ein Image der Systempartition auf die externe Platte gesichert. 8/11

9 Persönliches Backup Festplattensicherung eines Notebooks auf externe Festplatten, abwechselnd auf ext. Platte 1 und ext. Platte 2 Notebook/Desktop Woche 1 Externe Festplatte 1 Woche 2 Externe Festplatte 2 Woche 3 Woche 4 Externe Festplatte 1 Externe Festplatte 2 9/11

10 Szenario 2 - kleine Arbeitsgruppe Die Arbeitsgruppe benutzt gemeinsam Verzeichnisse, die als Netzwerkfreigaben auf einem Server erreicht werden. Die Datenverzeichnisse befinden sich auf der Datenfestplatte des Servers. Zusätzlich ist in den Server eine weitere Festplatte für ein "internes Backup" eingebaut. Täglich läuft automatisiert das Backup-Script aus "rsyncbackup" und sichert die wichtigen Datenverzeichnisse auf die Backup-Festplatte. Einmal wöchentlich werden alle Datenverzeichnisse von der Datenfestplatte mit Robocopy auf die externe Platte gesichert. In regelmäßigen Abständen wird ein Image der Systempartition auf die externe Platte gesichert. 10/11

11 Links Infos zu RSYNCBACKUP: bzw. direkt bei Infos zu Robocopy: bzw. direkt bei Microsoft 11/11

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