Neubauprojekt Kraftwerk Datteln Block 4 Umweltmonitoringbericht Zusammenfassung 11. Bericht. Berichtsjahr Halbjahr

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1 n Neubauprojekt Kraftwerk Datteln Block 4 Umweltmonitoringbericht 11. Bericht Berichtsjahr Halbjahr 0

2 Für alle Abbildungen auf der Basis der DGK5 gelten die Vervielfältigungsrechte der Geobasisdaten NRW (Nutzungsnummer 27284/2011). Für die Zeichnungsinhalte gelten die Vervielfältigungsrechte der E.ON Kraftwerke GmbH. Diese Unterlagen können nur mit vorheriger Zustimmung der E.ON Kraftwerke GmbH an Dritte weitergegeben, verbreitet, durch Bild- oder sonstige Informationsträger wiedergegeben oder vervielfältigt werden. Sie enthalten Betriebs-/Geschäftsgeheimnisse sowie geistiges Eigentum der E.ON Kraftwerke GmbH im Sinne des UIG. Alle Nutzungs- und Verwertungsrechte liegen bei der E.ON Kraftwerke GmbH. Herausgeber: E.ON Kraftwerke GmbH Tresckowstraße Hannover Berichtszeitraum: Juli bis Dezember 2012 Redaktionsschluss: 31. März Umweltmonitoringbericht 2. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 1. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 2. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 1. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 2. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 1. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 2. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 1. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 2. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 1. Halbjahr Umweltmonitoringbericht 2007 Erstellt durch: Dr. Klaus Spona VDI Dr. Spona Umweltberatung Sanddornstraße Duisburg und Claudia Ubrig CU Unternehmensberatung Speyerweg Düsseldorf Seite 1

3 Inhalt 1 Allgemeine Informationen zum Neubauprojekt Umweltmonitoring Aufgabenstellung und Dauer Datengrundlagen und Quellen Übersicht über die Ergebnisse des 10. Umweltmonitoringberichtes vom 1. Halbjahr Schutzgut Mensch Auswirkungen durch Lärm, Erschütterungen und Licht Auswirkungen durch Lärm Schienenverkehr während der Bauzeit Auswirkungen durch Erschütterungen Auswirkungen durch Licht Schutzgut Luft Gasförmige Luftschadstoffe Luftüberwachung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LUQS-Messnetz) Feinstaub PM Feinstaub PM2, Staubniederschlag Raster-Elektronen-Mikroskop Untersuchungen an Staubniederschlags- und Feinstaubproben Schutzgut Boden Schutzgut Wasser Wasserqualität und Gewässergüte des Ölmühlenbaches Grundwasser Schutzgut Klima Erfassung von Wetterdaten im Umfeld des Neubaustandortes durch Agrarwetterstationen Wetterverlauf im Jahr Weitere umweltrelevante Untersuchungen Feinstaub PM2,5-Belastung der Luft an der Messstelle Meistersiedlung Glossar Quellenverzeichnis Seite 2

4 Verzeichnis der wesentlichen Abkürzungen As AVV Baulärm BaP BauGB BBodSchG BImSchG BImSchV BR Cd Co Cr Cu DFG DTV DWD EDX EKW Eurofins/GfA GewBEÜV Gs Hg HJ IO IRW IW LAI LAGA LANUV LUQS MAK-Wert Mn MP N Ni NO 2 NOx Arsen Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm Benzo(a)pyren, Leitkomponente der PAK Baugesetzbuch Bundes-Bodenschutzgesetz Bundes-Immissionsschutzgesetz Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz Bezirksregierung Cadmium Kobalt Chrom Kupfer Deutsche Forschungsgemeinschaft Durchschnittlicher Täglicher Verkehr Deutscher Wetterdienst Energie-dispersive Röntgenanalyse E.ON Kraftwerke GmbH Gesellschaft für Arbeitsplatz- und Umweltanalytik mbh Gewässerbestandsaufnahme-, Einstufungs- und Überwachungsverordnung Globalstrahlung Quecksilber Halbjahr Immissionsort Immissionsrichtwert Immissionswert Länderarbeitsgemeinschaft Immissionsschutz Länderarbeitsgemeinschaft Abfall Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW Luftqualitätsüberwachungssystem NRW Maximale Arbeitsplatz Konzentration Mangan Messpunkt Stickstoff Nickel Stickstoffdioxid Stickoxide OGewV Oberflächengewässerverordnung PAK Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe PAR Photosynthetisch aktive Strahlung Pb Blei PM10 Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von < 10 µm PM2,5 Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von < 2,5 µm REM Sb Sn SO 2 TA Lärm TA Luft Raster-Elektronen-Mikroskop Antimon Zinn Schwefeldioxid Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft Seite 3

5 Tl TOC TW V VDI VF WHO WLV WRRL Zn Thallium organischer Kohlenstoff Tagesmittelwert Vanadium Verein Deutscher Ingenieure Versuchsfläche World Health Organisation Westfälisch-Lippischer-Landwirtschaftsverband europäische Wasserrahmen-Richtlinie Zink Verwendete Einheiten C Grad Celsius cm Zentimeter d Tag db(a) Maßeinheit für den Schall g Gramm h Stunde ha Hektar kg Kilogramm kv Kilovolt kwh/m² Kilowattstunden pro Quadratmeter, Einheit für die Globalstrahlung Lux Beleuchtungsstärke m Meter mg Milligramm m³ Kubikmeter min Minute mm Millimeter m/s Meter pro Sekunde, Maß für die Windgeschwindigkeit MW Megawatt µmol Mikro Mol nm Nanometer ph-wert Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer Lösung V Volt W Watt Dimensionen Abkürzung Faktor Giga G Mega M Kilo k Hekto h 100 Deka da 10 1 Dezi d 0,1 Zenti c 0,01 Milli m 0,001 Mikro μ 0, Nano n 0, Seite 4

6 1 Allgemeine Informationen zum Neubauprojekt Die E.ON Kraftwerke GmbH (EKW) errichtet am Standort Datteln südöstlich des Dortmund-Ems- Kanals an der Kreisstraße 14 (K14) Im Löringhof ein modernes Steinkohlekraftwerk (Block 4). Mit einer elektrischen Nettoleistung von ca Megawatt (MW) wird es das bestehende Kraftwerk Datteln (Blöcke 1-3) und weitere Kraftwerke im Ruhrgebiet ersetzen. Die Bauarbeiten begannen im Februar Im Rahmen des Städtebaulichen Vertrages zum Bebauungsplan Nr. 105 E.ON Kraftwerk hat sich EKW gegenüber der Stadt Datteln zur Durchführung eines Umweltmonitorings im Sinne von 4c Baugesetzbuch (BauGB) verpflichtet, das parallel zur Inbetriebnahme des Kraftwerkes beginnen soll. Weiterhin enthält der immissionsschutzrechtliche Vorbescheid der Bezirksregierung für die EKW die Verpflichtung, ein landwirtschaftliches Monitoring durchzuführen und fordert zusätzlich die Erfassung des Staubniederschlages an drei Messstellen. Die EKW hat beschlossen, über die Anforderung des städtebaulichen Vertrages hinaus das Monitoringprogramm bereits während der Bauphase des Kraftwerkes aufzunehmen. Art und Umfang aller Untersuchungen wurden mit der Bezirksregierung und der Stadt Datteln abgestimmt. Im Hinblick auf das landwirtschaftliche Monitoring wurde der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) als Interessenvertreter der umliegenden Landwirte in die Abstimmung einbezogen. Mit der Koordination des Umweltmonitoringprogramms und der Berichterstattung hat die EKW die Dr. Spona Umweltberatung, Duisburg beauftragt. Die Fortführung des Umweltmonitorings erfolgt bis auf Weiteres unabhängig von der Aufhebung des Bebauungsplanes Nr. 105 der Stadt Datteln durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts vom Mittlerweile liegen zehn Umweltmonitoringberichte für den Zeitraum Februar 2007 bis Juni 2012 vor. In den Berichten wurde über baubegleitende Geräuschmessungen, über die Schadstoffbelastung von Boden, Luft und Wasser, über die lokalklimatischen Gegebenheiten im Umfeld des Kraftwerksgeländes, über die Ergebnisse von vier Vegetationsperioden im landwirtschaftlichen Monitoring sowie über die Verkehrsentwicklung während der Bauphase des Kraftwerkes berichtet. Der nun vorliegende elfte Umweltmonitoringbericht beinhaltet die Ergebnisse von Untersuchungen im Zeitraum Juli bis Dezember 2012 mit folgenden Inhalten: Begleitende Lärmmessungen während des Baus der provisorischen Bahnstromversorgungsanlage auf dem Kraftwerksgelände, Fortsetzung der Messungen zur Schadstoffbelastung der Luft (gasförmige Luftschadstoffe, Feinstaub und Staubniederschlag), Fortsetzung der Raster-Elektronen-Mikroskop-Untersuchungen von Staubniederschlag- und Feinstaubproben, Fortsetzung der chemisch-physikalischen Gewässeruntersuchungen am Ölmühlenbach und Untersuchungen zum Grundwasser, Auswertung der Daten der Wetterstationen für das Jahr 2012, Untersuchungen zur Feinstaub PM2,5-Belastung der Luft an der Messstelle Meistersiedlung. Für diesen Umweltmonitoringbericht wurden Gutachten, Berichte und Messergebnisse ausgewertet, die bis zum vorlagen. Seite 5

7 Baufortschritt im zweiten Halbjahr 2012 Die wesentlichen Bautätigkeiten im zweiten Halbjahr 2012 werden nachfolgend kurz zusammengefasst. Die bautechnischen Arbeiten an den Blockgebäuden einschließlich des Kühlturms sind abgeschlossen. Kleinere Restarbeiten werden noch ausgeführt. Der Fassadenbau und die Dachmontage an den Blockgebäuden sind ebenfalls fertiggestellt. Am Hauptdampferzeuger gingen die Restmontage an den internen Rohrsystemen weiter, ebenso die Restarbeiten am Stahlbau und an den Rauchgas- und Luftkanälen. Isolierarbeiten fanden insbesondere im Bereich der Rauchgaskanäle statt. Ferner wurden diverse Konservierungsaktivitäten fortgeführt Neben den Montagearbeiten an der Rauchgasreinigung (Elektrofilteranlage) wurden zudem Isolierarbeiten sowie die Elektro- und Leittechnikverkabelung im Bereich der Blockgebäude fortgesetzt. Weiterhin wurde mit der Errichtung der durch eine behördliche Ausnahmegenehmigung genehmigten provisorische Bahnstromversorgungsanlage - im Wesentlichen bestehend aus der 380kV-Freiluftschaltanlage, den vier Umrichterblöcken sowie den jeweiligen 380kV/50Hz- bzw. 110kV/16,7Hz-Netzanbindungen begonnen. Als Folge eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts zur Bauleitplanung wurden ab Mitte März 2010 die in der 4. und 5. Teilgenehmigung zugelassenen Arbeiten bis auf Weiteres eingestellt. Das betrifft im Wesentlichen Arbeiten an den Nebenanlagen wie Wasseraufbereitung, Schaltanlagen, Kohlelagerung, Kohletransport, Ammoniaklager, Werkstatt und Bürogebäude. Abb. 1-1:, Baustelle im zweiten Halbjahr Seite 6

8 2 Umweltmonitoring Aufgabenstellung und Dauer Kraftwerke sind Anlagen zur Energieerzeugung, die vor dem Bau und der Inbetriebnahme einer Genehmigung bedürfen. Die Grundlagen und wesentlichen Anforderungen an die Betreiber von Kraftwerken sind im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) festgelegt. Wichtigster Grundsatz dieses Gesetzes ist der Schutz von Menschen, Tieren und Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre sowie Kultur- und Sachgütern vor schädlichen Umwelteinwirkungen. Das Umweltmonitoring trägt diesem Schutzgedanken Rechnung mit der Beweissicherung, indem die derzeitige Situation (Ist-Zustand) am Standort des neuen Kraftwerkes vor Inbetriebnahme erfasst wird. Der Ist-Zustand für die Schutzgüter Mensch, Luft, Boden, Wasser, Klima sowie weiterer Umweltmedien wird festgestellt. Überwachung der möglichen Umwelteinwirkungen bereits während der Bauphase des Kraftwerkes. Überwachung der möglichen Umwelteinwirkungen während der ersten drei Betriebsjahre des neuen Kraftwerkes Datteln Block 4. Überprüfung der im Genehmigungsverfahren prognostizierten Immissionen. Bereits seit Baubeginn des Kraftwerkes im Februar 2007 werden Daten zu den Schutzgütern Mensch (Einwirkungen von Lärm, Erschütterungen und Licht), Luft, Boden, Wasser und Klima erhoben und ausgewertet. Die Messreihen im Rahmen des Umweltmonitorings werden nach der Bauphase auch in den ersten drei Betriebsjahren des Kraftwerkes fortgeführt. Mit Abschluss des Monitoringprogramms liegt somit für die genannten Umweltmedien eine umfangreiche Datensammlung über einen Zeitraum von mehreren Jahren vor. Zeitgleich zum Umweltmonitoring wird ein landwirtschaftliches Monitoringprogramm durchgeführt, mit dem die möglichen Auswirkungen des Kraftwerkbetriebs auf die landwirtschaftliche Produktion untersucht werden. Die beiden Monitoringprogramme überschneiden sich in den Bereichen Luft, Boden und Klima. Über die Ergebnisse des Umweltmonitorings berichtet die EKW regelmäßig. Seit 2008 werden jährlich zwei Berichte zum Umweltmonitoring erstellt, die jeweils einen Halbjahreszeitraum umfassen. Der Abschlussbericht zum Umweltmonitoring mit der des Gesamtprojektes soll drei Jahre nach Inbetriebnahme des Kraftwerkes erscheinen. Die Monitoringberichte werden in einer Langfassung der Stadt Datteln und der Bezirksregierung Münster zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden die wichtigsten Ergebnisse des Umweltmonitorings in zusammengefasster Form im Rahmen dieses Berichtes auch über das Internet publiziert. Seite 7

9 3 Datengrundlagen und Quellen Für die Erstellung dieses elften Umweltmonitoringberichtes wurden Daten aus Gutachten und Messungen verschiedener Institutionen ausgewertet. Eine Übersicht über die dem Bericht zugrunde liegenden Quellen gibt, nach Schutzgütern getrennt, Tabelle 3-1 (s. a. Quellenverzeichnis Kap. 12). Tab. 3-1: Übersicht über die verwendeten Datenquellen für den Bericht zum zweiten Halbjahr 2012 Schutzgut Mensch Luft Wasser Klima Weitere umweltrelevante Untersuchungen Quellen Bericht über Lärmmessungen während der Bauphase der provisorischen Bahnstromversorgungsanlage. Auswertung der Daten zu den gasförmigen Luftschadstoffen aus dem LANUV Messnetz für die Station Datteln-Hagem im Zeitraum 2005 bis Dezember 2012, Auswertung der Feinstaub (PM10) Daten der Station Datteln- Hagem für den Zeitraum 2005 bis Dezember 2012 (LANUV- Messstelle), Auswertung der Feinstaub (PM2,5) Daten der Station Datteln- Hagem für den Zeitraum 2011 bis 2012, Messergebnisse der Eurofins GfA GmbH für die beiden Feinstaubmessstellen in Datteln-Hagem und Waltrop im Zeitraum bis Dezember 2012, Auswertung der LANUV-Staubniederschlagsmessungen an acht Standorten in Datteln-Hagem und Meckinghoven Jahresmittelwerte 2012, Messergebnisse der Eurofins GfA GmbH für fünf Staubniederschlagsmessstellen im Nahfeld des Kraftwerkstandortes von September 2007 bzw. Januar 2010 bis Dezember 2012, Raster-Elektronen-Mikroskop-Untersuchungen (REM) an Staubniederschlags- und Feinstaubproben zur Identifizierung von relevanten Staubquellen im Umfeld der Kraftwerkbaustelle im zweiten Halbjahr Berichte der Arccon Ingenieurgesellschaft mbh zur stofflichen Belastung von Wasserproben des Ölmühlenbaches im zweiten Halbjahr 2012, Bericht über die Beobachtung der Grundwasserstände auf der Baustelle durch die Arccon Ingenieurgesellschaft mbh. Erhebung von Daten durch die drei Wetterstationen für den Zeitraum Januar bis Dezember Bericht über die Feinstaub PM2,5-Belastung der Luft im Jahr 2012 an der Messstelle Meistersiedlung. Seite 8

10 4 Übersicht über die Ergebnisse des 10. Umweltmonitoringberichtes vom 1. Halbjahr 2012 Die Ergebnisse des zehnten Umweltmonitoringberichtes für das erste Halbjahr 2012 (E.ON Kraftwerke GmbH 2012) werden nachfolgend, getrennt nach Schutzgütern, tabellarisch und stichwortartig kurz zusammengefasst. Für eine umfassende Information über die Ergebnisse der bereits vorliegenden Umweltmonitoringberichte Nr. 1 bis 10 wird auf die im Internet veröffentlichten Kurzfassungen verwiesen. 1 Tab. 4-1: Übersicht über die wesentlichen Ergebnisse des Umweltmonitorings im ersten Halbjahr 2012 Schutzgut Ergebnisse 1. HJ 2012 Mensch 2 Im ersten Halbjahr 2012 fanden keine Lärmmessungen oder schalltechnischen Lärm Baubegehungen statt. Die Konzentrationen der gasförmigen Luftschadstoffe Stickstoffdioxid und Luft Schwefeldioxid waren im ersten Halbjahr 2012 insgesamt unkritisch. Die Mittelwerte beider Stoffe lagen z.t. deutlich unter den Immissionswerten der Gasförmige Luftschadstoffe TA Luft. Luft Feinstaub Luft Staubniederschlag Feinstaub PM2,5 Messstelle Meistersiedlung Der Feinstaub-Mittelwert lag im ersten Halbjahr 2012 an der Station Datteln- Hagem (LANUV-Station) unterhalb des Immissionswertes von 40 µg/m³. Seit dem werden an der LANUV Station Datteln-Hagem durch die Eurofins GfA GmbH auch die Inhaltsstoffe im Feinstaub erfasst. Die im ersten Halbjahr 2012 ermittelten Konzentrationen lagen unterhalb der jeweiligen Immissionswerte. Seit dem wird die Feinstaubbelastung an einer Messstelle in Waltrop gemessen. Die für das erste Halbjahr 2012 ermittelten Konzentrationen hielten die jeweiligen Immissionswerte ein. Die an den acht LANUV-Messstellen festgestellten Staubniederschlags- Jahresmittelwerte hielten den TA Luft Immissionswert im Jahr 2011 deutlich ein. Die Blei- und Nickelkonzentrationen im Staubniederschlag waren 2011 unkritisch, an zwei Messstellen wurden Überschreitungen der Immissionswerte von Arsen und Cadmium festgestellt. Die Staubniederschlagswerte lagen im ersten Halbjahr 2012 an den fünf Messpunkten des Monitoringprogramms z. T. deutlich unterhalb des Immissionswertes der TA Luft von 0,35 g/m²d. Bei den Inhaltsstoffen im Staubniederschlag war im ersten Halbjahr 2012 eine deutliche Konzentrationsabnahme gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Grenzwertüberschreitungen traten im Gegensatz zu den Vorjahren an den fünf Messstellen des Umweltmonitorings nicht mehr auf. Die Feinstaub PM2,5-Konzentration der Luft hielt im ersten Halbjahr 2012 an der Messstelle Meistersiedlung den Immissionsgrenzwert der 39. BImSchV sicher ein Der Mensch einschließlich seiner Gesundheit ist als wesentliches Schutzgut im Sinne von 1 des Bundes- Immissionsschutzgesetz vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen. Von Bau und Betrieb des Kraftwerkes können möglicherweise Auswirkungen wie Geräusche, Erschütterungen und Lichtimmissionen auf die Menschen in der Umgebung ausgehen. Seite 9

11 Schutzgut Ergebnisse 1. HJ 2012 Boden Im ersten Halbjahr 2012 fanden keine Bodenuntersuchungen statt. Der Ölmühlen- und der Deinebach wurden durch den Lippeverband zum fünften Mal gewässerökologisch untersucht. Aufgrund eines neuen Bewertungsverfahrens wurde für zwei Messstellen ein mäßiger und für eine Messstelle am Ölmühlenbach ein unbefriedigender ökologischer Zustand festgestellt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der ökologische Zustand beider Bäche nicht wesentlich verändert. Die chemisch-physikalische Gewässerqualität des Ölmühlenbaches wurde durch die Arccon Ingenieurgesellschaft analysiert. Die Stoffgehalte im Bachwasser waren im ersten Halbjahr 2012 weiterhin unauffällig. Die Umweltqualitätsnormen der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurden im Ölmühlenbach eingehalten. Der untersuchte Bachabschnitt wurde in die Ge- Wasser Oberflächenwasser wässergüteklasse II eingestuft. Grundwassermessungen belegten, dass die Grundwasserstände auf dem Kraftwerksgelände weitgehend einheitlich waren. Aus verschiedenen Grundwassermessstellen wurden zum dritten Mal die chemisch-physikalischen Parameter des Grundwassers bestimmt. Im unterstromigen Bereich (nach dem Kraftwerksgelände) war der Zustand des Grundwassers als gut zu bezeichnen. Im oberstromigen Bereich wurden an einer Messstelle leicht erhöhte Stoffkonzentrationen im Grundwasser festgestellt. Eine Beeinträchtigung des Grundwassers durch Bautätigkeiten auf dem Gelände konnte nicht nachgewiesen werden. Auch im ersten Halbjahr 2012 hatte der geringe Temperaturvorteil der Versuchsfläche Süd gegenüber der Versuchsfläche Nord Bestand. Bei den Parametern Niederschlag und der Blattnässe waren die Unterschiede zwischen beiden Versuchsflächen im ersten Halbjahr 2012 nur noch gering ausgeprägt. Klima Bei der Sonnenscheindauer ergab sich ein höherer Wert auf der Versuchsfläche Nord. Im Vergleich der Versuchsflächen West und Süd zeigte sich im ersten Halbjahr 2012 ein Temperaturvorteil zugunsten der Versuchsfläche West. Erhebliche Unterschiede ergaben sich bei den Niederschlägen, der Globalstrahlung und der Sonnenscheindauer. Auch nach der vierten Vegetationsperiode (2010/2011) ließ sich bei den Grünmasse- und Kornerträgen von Grünland, Silomais und Winterraps keine Landwirtschaftliches Monitoring eindeutige Tendenz zugunsten einer Versuchsfläche feststellen. Bei der Wintergerste wurden in allen vier Vegetationsperioden die höheren Erträge auf der Versuchsfläche Süd, beim Winterweizen auf der Versuchsfläche Nord geerntet. Verkehr Im ersten Halbjahr 2012 fanden keine Verkehrsuntersuchungen statt. Seite 10

12 5 Schutzgut Mensch Auswirkungen durch Lärm, Erschütterungen und Licht Für den neuen Bebauungsplan 105a E.ON Kraftwerk wurden verschiedene umweltrelevante Gutachten erstellt und ausgelegt. Hier finden sich auch ergänzende Untersuchungen zu den Lichtimmissionen und zum Schienenlärm. Auf eine Darstellung der Ergebnisse im Rahmen des Umweltmonitorings wird verzichtet, die Auswertung erfolgte im Umweltbericht zum B-Plan 105a E.ON Kraftwerk der Stadt Datteln 3. Im zweiten Halbjahr 2012 wurde auf dem Kraftwerksgelände mit dem Bau einer provisorischen Bahnstromversorgungsanlage begonnen. In den Nebenbestimmungen des Genehmigungsbescheides der BR Münster (2012) wurden Lärmmessungen während der Bauphase und innerhalb von drei Monaten nach Inbetriebnahme gefordert. Im Zuge der Bauarbeiten wurden Lärmmessungen durch den TÜV Rheinland (2012) vorgenommen. 5.1 Auswirkungen durch Lärm Der Mensch einschließlich seiner Gesundheit ist als wesentliches Schutzgut im Sinne von 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetz vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen. Für die Menschen in der Umgebung des in Bau befindlichen Kraftwerkes Datteln ergeben sich potenzielle Wirkungen durch vorhabensbedingte Geräusch- und Erschütterungsimmissionen sowie Lichtwirkungen während der Bauzeit und nach Inbetriebnahme der Anlage. Lärmmessungen im zweiten Halbjahr 2012 In den Nebenbestimmungen der Genehmigung für die provisorische Bahnstromversorgungsanlage hatte die BR Münster (2012) festgelegt, dass einmalig während der Bauphase der Anlage Lärmmessungen durchgeführt werden müssen. Dabei dürfen die in der TA Lärm festgelegten Immissionswerte nach Nr. 4.1 der AVV Baulärm nicht um mehr als 5 db(a) überschritten werden. Die Lärmmessungen auf der Baustelle erfolgten im November 2012 durch den TÜV Rheinland (2012). Da die Baustelle nur während der Tageszeit betrieben wurde, war auch nur die Einhaltung der Immissionsrichtwerte für die Tageszeit von Relevanz. Die Ergebnisse zeigten, dass während der Bauphase an der provisorischen Bahnstromversorgungsanlage die Beurteilungspegel der auftretenden Geräusche an den relevanten Immissionsorten um mindestens 3 db unterhalb der zulässigen Immissionswerte lagen. Die Zielwerte der AVV Baulärm wurden damit an allen Immissionsorten um mindestens 8 db unterschritten. Die im Genehmigungsbescheid der BR Münster geforderten Auflagen waren damit eingehalten. 5.2 Schienenverkehr während der Bauzeit Durch die Bauarbeiten auf der Kraftwerksbaustelle entstand auf der parallel zum Kraftwerksgelände verlaufenden Bahnstrecke kein höheres Verkehrsaufkommen. Materialanlieferungen für die Baustelle erfolgten ausschließlich über die Straße bzw. per Schiff über den Dortmund-Ems-Kanal. Daher wurden während der Bauarbeiten auch keine Messungen der Geräuschimmissionen durch den Schienenverkehr veranlasst. 5.3 Auswirkungen durch Erschütterungen Die festgestellten Erschütterungen während der Proberammarbeiten für die Kühlturmgründung im Februar 2007 lagen deutlich unterhalb der Spürbarkeitsgrenze. Da den Rammarbeiten vergleichbare 3 Die Gutachten und Unterlagen für den neuen Bebauungsplan 105a E.ON Kraftwerk stehen zurzeit auf der Internetseite der Stadt Datteln zur Verfügung und können heruntergeladen werden. Seite 11

13 Tätigkeiten im zweiten Halbjahr 2012 auf der Baustelle nicht stattfanden, wurden keine weiteren Erschütterungsmessungen vorgenommen. 5.4 Auswirkungen durch Licht Der TÜV NORD (2006) kommt in einer Stellungnahme für den Betrieb des Kraftwerkes Datteln Block 4 zu dem Ergebnis, dass bei Anwendung entsprechend geeigneter Beleuchtungsanlagen auf dem Kraftwerksgelände die zusätzliche Aufhellung von Wohnbereichen bei Gebäuden in einer Entfernung von über 300 m nicht mehr als 1 Lux in der Nachtzeit beträgt. Blendwirkungen sind ebenfalls nicht zu erwarten, da die auf der Baustelle eingesetzten Lampen nach unten abstrahlen. Messungen der Lichtimmissionen wurden während der Bauarbeiten im zweiten Halbjahr 2012 nicht durchgeführt. Seite 12

14 6 Schutzgut Luft Luft ist das die Erde umgebende Gasgemisch. Durch natürliche Quellen (z.b. Vulkanausbrüche, Stürme u.a.) und durch Tätigkeiten des Menschen (Industrie, Verkehr, Landwirtschaft u.a.) werden Schadstoffe in die Luft eingetragen. Um die Luftverunreinigungen zu begrenzen, wurden mit dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und seinen Verordnungen, aber auch durch verschiedene Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft, Regelungen getroffen, die dem Schutz der menschlichen Gesundheit sowie dem Schutz der Vegetation und von Ökosystemen dienen. In Nordrhein-Westfalen wird die Luftqualität bereits seit Jahrzehnten durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und seine Vorgängerinstitutionen über das Luftqualitäts- Überwachungssystem (LUQS) überwacht. Aussagen zur Luftqualität im Umfeld des Kraftwerkstandortes Datteln lassen sich aus verschiedenen Messprogrammen gewinnen, die für den Umweltmonitoringbericht ausgewertet wurden. Die Tabelle 6-1 gibt einen Überblick über die Messprogramme und die mit ihnen erfassten Luftschadstoffe. Die Lage aller Messpunkte, die den Auswertungen des Umweltmonitorings ab Januar 2012 zugrunde liegen, ist in der Abbildung 6-1 dargestellt. Abb. 6-1: Lage der Messstellen im Umfeld des Kraftwerksgeländes Seite 13

15 Tab. 6-1: Übersicht über Messpunkte und Messgrößen, die im Rahmen des Umweltmonitoring zum Kraftwerk Datteln ab Januar 2012 ausgewertet werden. Nr Messstelle Datteln- Hagem Datteln- Bahnhof Waltrop Nach der Deine 10 Messgröße (n) SO 2, NO 2, PM10 und Inhaltstoffe PM2,5 PM10 und Inhaltsstoffe Messverfahren automatische Messung und gravimetrische, Messung nach DIN EN über 24h mit täglichem automatischen Filterwechsel fortlaufend, Inhaltsstoffe im Feinstaub ab 05/2008 Die Messungen wurden am eingestellt 3) gravimetrische, Messung nach DIN EN über 24h mit täglichem automatischen Filterwechsel täglich ab 05/2008 Messhäufigkeit Messzeitraum Messinstitut LANUV Essen 1) / Eurofins GfA GmbH 2) Eurofins GfA GmbH Bemerkung täglich / kontinuierlich LUQS- Messstation ehemalige Sondermessstelle des LANUV Auftraggeber BR Münster, Dez Meistersiedlung 4) Versuchsfläche Nord Versuchsfläche Süd 110 kv- Anlage Staubniederschlag und Inhaltsstoffe PM2,5 Staubsammlung in mehreren Bergerhoff- Gefäßen mit nachfolgender Analyse der Inhaltsstoffe monatlich ab 09/2007 Eurofins GfA GmbH Auftraggeber BR Münster, Dez Hof Sinder ab 01/ Datteln- Hagem Meckinghoven Staubniederschlag und Inhaltsstoffe Staubsammlung in Bergerhoff- Gefäßen mit nachfolgender Analyse der Inhaltsstoffe monatlich fortlaufend LANUV Essen 1) Messungen an insgesamt 8 Messpunkten 1) Messpunkte der Landesanstalt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW (LANUV) in Essen. 2) Messung der Staubinhaltsstoffe ab 05/2008 durch Eurofins GfA GmbH. 3) Die Ergebnisse der Station Datteln-Bahnhof wurden bis einschließlich im 9. Umweltmonitoringbericht (erschienen im Mai 2012) ausgewertet. Im Jahr 2011 wurden die Messungen durch die Eurofins GfA GmbH durchgeführt. 4) 2012 wurde an der Messstelle Meistersiedlung auch die Feinstaub (PM2,5)-Konzentration der Luft im Rahmen einer weiteren Vorbelastungsmessung gemessen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in Kapitel 10 dieses Berichtes dargestellt. Zur Bewertung der Luftqualität werden die Immissionswerte (IW) der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft, 2002), der Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen (39. BImSchV, 2010) sowie weitere Beurteilungswerte aus anderen Regelwerken herangezogen. Die jeweiligen Beurteilungswerte sind in den Tabellen und Abbildungen des Kapitels 6 angegeben. Seite 14

16 6.1 Gasförmige Luftschadstoffe Luftüberwachung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LUQS-Messnetz) Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV) betreibt seit Dezember 1986 in Datteln-Hagem (Messpunkt 1 in Abb. 6-1) eine Messstation, an der die gasförmigen Luftschadstoffe Schwefeldioxid (SO 2 ) und Stickstoffdioxid (NO 2 ) kontinuierlich gemessen werden. Die Abbildung 6-2 zeigt die Entwicklung der Schadstoffkonzentrationen in der Luft an der Station Datteln-Hagem anhand der Jahresmittelwerte für den Zeitraum 2005 bis Seit 2005 traten bei beiden Stoffen keine Immissionswertüberschreitungen auf. Dabei bewegten sich in diesem Zeitraum die Schwefeldioxid-Jahresmittelwerte zwischen 3 µg/m³ und 11 µg/m³ und schöpften den Immissionswert der TA Luft (50 µg/m³) zu maximal 22 % aus. Die Stickstoffdioxid- Messungen ergaben im Zeitraum 2005 bis 2012 Mittelwerte zwischen 21 µg/m³ und 25 µg/m³. Der Immissionswert der TA Luft (40 µg/m³) wurde damit zu maximal 62,5 % erreicht. Insgesamt bewegten sich die Konzentrationen der gasförmigen Luftschadstoffe an der Station Datteln-Hagem im Jahr 2012 auf einem für das Rhein-Ruhr-Gebiet typischen Niveau. Auch die in der 39. BImSchV zum Schutz der Vegetation und von Ökosystemen festgelegten Immissionswerte (Schwefeldioxid = 20 µg/m³, Stickstoffoxide = 30 µg/m³) wurden zwischen 2005 und 2012 (Mittelwerte) in Datteln-Hagem z.t. deutlich unterschritten. µg/m³ Schwefeldioxid Stickstoffdioxid Abb. 6-2: Entwicklung der Luftbelastung durch gasförmige Luftschadstoffe im Zeitraum 2005 bis 2012 anhand der Jahresmittelwerte an der Station Datteln-Hagem (Immissionswert TA Luft für Schwefeldioxid = 50 µg/m³ - blaue Linie, Immissionswert TA Luft für Stickstoffdioxid = 40 µg/m³ - rote Linie). 6.2 Feinstaub PM10 Als Feinstaub werden Teilchen in der Luft bezeichnet, deren Partikeldurchmesser kleiner als 10 µm ist. Feinstaubpartikel können über die Atemluft in die Lunge gelangen und dort in den Körper aufgenommen werden. Die Feinstaubbelastung der Luft wird an zwei Messstellen im Umfeld des Kraftwerkstandortes erfasst (MP 1 und MP 3 in Abb. 6-1). Seite 15

17 An der LUQS-Station Datteln-Hagem (MP 1 in Abb. 6-1) wird die Feinstaubkonzentration kontinuierlich gemessen. Im Zuge des Umweltmonitoringprogramms wurde die Station am 27. Mai 2008 durch die Eurofins GfA GmbH aufgerüstet, sodass nun auch die Inhaltsstoffe im Feinstaub in den Tagesproben untersucht werden können. Das Messnetz für Feinstaub wurde im Rahmen des Umweltmonitoringprogramms um eine Station in Waltrop (Nach der Deine 10, MP 3 in Abb. 6-1) erweitert. Seit misst die Eurofins GfA GmbH hier die Feinstaubkonzentration der Luft und ihre Inhaltsstoffe (Tagesproben). Bis zum Jahresende 2010 erfolgten Feinstaub-Messungen durch das LANUV auch an der Station Datteln-Bahnhof. Da in den letzten Jahren an dieser Station keine Überschreitungen von Immissionswerten mehr auftraten, wurden die Messungen zum durch das LANUV eingestellt. Im Jahr 2011 wurden die Messungen am Standort Datteln-Bahnhof durch die Eurofins GfA GmbH Münster fortgesetzt. Sie erfolgten im Rahmen einer mit der BR Münster abgestimmten neuen Vorbelastungsmessung, die auch der Datenerhebung für den Umweltbericht zum neuen Bebauungsplan 105a E.ON Kraftwerk der Stadt Datteln diente. Am wurden die Feinstaub-Messungen an der Station Datteln-Bahnhof dann endgültig eingestellt. Station Datteln-Hagem Die Entwicklung der Feinstaubbelastung der Luft an der LUQS-Station Datteln-Hagem (LANUV- Messungen) ist für den Zeitraum 2005 bis 2012 in der Abbildung 6-3 wiedergegeben. Zusätzlich zu den Jahresmittelwerten wird die Überschreitungshäufigkeit des Tagesmittelwertes (Anzahl der Tagesmittel über 50 µg/m³) abgebildet. Zwischen 2005 und 2012 lagen die Mittelwerte für Feinstaub an der LUQS-Station Datteln-Hagem unterhalb des Immissionswertes der 39. BImSchV von 40 µg/m³. Im Jahr 2012 ergab sich ein Feinstaub- Mittelwert von 21 µg/m³, dabei bewegten sich die Monatsmittelwerte zwischen 17 µg/m³ und 35 µg/m³. Der Tagesmittelwert von 50 µg/m³ wurde 2012 an der LUQS-Station Datteln-Hagem 9mal überschritten. Seit dem werden an der LUQS-Station in Datteln-Hagem neben dem Feinstaubgehalt der Luft auch die Inhaltsstoffe im Feinstaub durch die Eurofins GfA GmbH analysiert. Nach den Messungen der Eurofins GfA GmbH lag der Feinstaub-Mittelwert des Jahres 2012 mit 22,1 µg/m³ (s. Tab. 6-2) geringfügig über dem Ergebnis der LANUV Messungen (LUQS-Station) am gleichen Standort (s. Abb. 6-3). Auch die Anzahl der Überschreitungen des Tagesmittelwertes war mit 12 Tagen etwas höher als bei den LANUV-Messungen am gleichen Standort. Die Unterschiede zwischen den Ergebnissen beider Institute sind auf die angewandten Messverfahren (kontinuierliche Messungen = LANUV, diskontinuierliche Messungen = Eurofins/GfA) zurückzuführen. Insgesamt waren die Konzentrationen von Schwermetallen und Benzo(a)pyren im Feinstaub am Standort Datteln-Hagem im Jahr 2012 unkritisch. Überschreitungen der Immissionsgrenz-, Ziel- und Beurteilungswerte lagen für die betrachteten Stoffe nicht vor. Die Konzentrationen der Inhaltsstoffe im Feinstaub bewegten sich im Jahr 2012 wie schon im Jahr 2011 auf einem insgesamt niedrigen Niveau (s. Tab. 6-2). Aus den Feinstaubproben der Jahre 2009 und 2010 wurden verschiedene Schwermetalle durch die Eurofins GfA GmbH nachbestimmt. In den Jahren 2011 und 2012 wurde der Umfang der Messungen (12 Schwermetalle, Arsen und Benzo(a)pyren) beibehalten. Für die Beurteilung einiger dieser Stoffe liegen keine Bewertungsmaßstäbe in den gesetzlichen Regelwerken vor, sodass auf andere anerkannte wissenschaftliche Werte (Beurteilungswerte) zurückgegriffen werden muss. Die Ergebnisse der Analysen sind in der Tabelle 6-2 zusammengefasst und den Immissions- und Beurteilungswerten gegenübergestellt. Die Konzentrationen aller untersuchten Stoffe hielten im Jahr 2012, wie in den Jahren zuvor, die jeweiligen Beurteilungswerte sicher ein. Dabei liegen die Jahresmittelwerte der betrachteten Stoffe seit 2009 auf einem insgesamt sehr niedrigen Niveau. Seite 16

18 µg/m³ bzw. Anzahl Jahresmittel PM Überschreitungen Abb. 6-3: Tab. 6-2: Jahresmittelwerte und Überschreitungshäufigkeit des Tagesmittelwertes für Feinstaub im Zeitraum 2005 bis 2012 an der LUQS-Station Datteln-Hagem LANUV-Messungen (Immissionswert 39. BImSchV = 40 µg/m³ - blaue Linie, erlaubte Überschreitungshäufigkeit des Tagesmittelwertes = 35mal/Jahr rote Linie). Feinstaubbelastung der Luft und Inhaltsstoffe im Feinstaub an der Station Datteln-Hagem im Zeitraum 27. Mai 2008 bis 31. Dezember 2012 (Mittelwerte des Messzeitraums, Messungen der Eurofins GfA GmbH). Stoff/Jahr Einheit ) IW Feinstaub µg/m³ 26,3 26,7 25,9 26,4 22,1 40 a) TW > 50 Anzahl 2) a) Antimon ng/m³ - 1,97 1,77 1,79 1,10 80 b) Arsen ng/m³ < 3,0 1,14 0,51 0,68 0,60 6 a) Blei ng/m³ 12,8 10,2 9,90 12,3 9, a) Cadmium ng/m³ 0,43 0,16 0,21 0,22 0,20 5 a) Chrom ng/m³ - 3,27 3,88 5,00 5,10 17 c) Kobalt ng/m³ - 0,47 0,44 0,37 0, b) Kupfer ng/m³ - 9,55 9,23 11,4 9, d) Mangan ng/m³ - 8,93 8,26 10,9 9, e) Nickel ng/m³ 3,20 2,50 1,89 2,50 2,60 20 a) Quecksilber ng/m³ ,10 50 g) Thallium ng/m³ - 0,36 0,37 0,29 0, f) Vanadium ng/m³ - 1,14 0,82 0,72 0,90 20 c) Zink ng/m³ 56,7 37,8 33,5 45,6 35, d) Zinn ng/m³ - 5,39 4,52 4,88 3, d) BaP ng/m³ 0,286 0,318 0,301 0,290 0,300 1 a) TW = Tagesmittelwert, IW = Immissionswert 1) Die Station wurde am in Betrieb genommen, der Messzeitraum umfasst somit die Monate Juni bis Dezember Die Parameter Antimon, Chrom, Kobalt, Kupfer, Mangan, Thallium, Vanadium und Zinn wurden in diesen Proben nicht ermittelt. 2) Anzahl der Tagesmittelwerte (TW) > 50 µg/m³. Die maximal zulässige Überschreitungshäufigkeit liegt bei 35 Überschreitungen pro Kalenderjahr. a) Immissionswerte der 39. BImSchV b) EIKMANN (1999) c) LAI (1997, 2004) d) 1/100 MAK-Wert, DFG (2012) e) WHO (2000) f) Forschungs- und Beratungsinstitut Gefahrstoffe (1995) g) LAI Orientierungswert für die Sonderfallprüfung nach TA Luft Seite 17

19 Station Waltrop Die für das Umweltmonitoringprogramm zusätzlich eingerichtete Messstation in Waltrop (Messpunkt 3 in Abb. 6-1) wurde am durch die Eurofins GfA GmbH in Betrieb genommen. In der Tabelle 6-3 sind die Ergebnisse der Messungen für den Zeitraum 27. Mai 2008 bis 31. Dezember 2012 zusammengefasst. Im Jahr 2012 wurde an der Station Waltrop ein Feinstaub-Jahresmittelwert von 22,6 µg/m³ ermittelt. In diesem Zeitraum wurde der Tagesmittelwert von 50 µg/m³ insgesamt 13mal überschritten. Die Konzentration der Feinstaubinhaltsstoffe (s. Tab. 6-3) lagen ebenfalls deutlich unterhalb den Immissionswerten der 39. BImSchV. Für die Stoffe im Feinstaub für die in der 39. BImSchV keine Immissionsrichtwerte definiert sind wurde auf Beurteilungswerte anderer nicht gesetzlicher Regelwerke zurückgegriffen. Auch für diese Stoffe wurden an der Station Waltrop im Jahr 2012 wie in den Vorjahren - keine Überschreitungen der jeweiligen Beurteilungswerte festgestellt (vgl. Tab. 6-3). Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Feinstaubgehalte der Luft an den Messstellen Datteln-Hagem und Waltrop den Immissionswert der 39. BImSchV einhielten. Insgesamt bewegten sich die Konzentrationen der Inhaltsstoffe im Feinstaub im Jahr 2012 auf einem niedrigen Niveau. µg/m³ / mal Jahresmittel PM10 25,9 22,9 24,5 24,4 22,6 Überschreitungen Abb. 6-4: Jahresmittelwerte und Überschreitungshäufigkeit des Tagesmittelwertes für Feinstaub im Zeitraum Mai 2008 bis 2012 an der Station Waltrop (Immissionswert 39. BImSchV = 40 µg/m³ - blaue Linie, erlaubte Überschreitungshäufigkeit des Tagesmittelwertes = 35mal/Jahr rote Linie). Seite 18

20 Tab. 6-3: Feinstaubbelastung der Luft und Inhaltsstoffe im Feinstaub an der Station Waltrop im Zeitraum 27. Mai 2008 bis 31. Dezember 2012 (Mittelwerte des Messzeitraums, Messungen der Eurofins GfA GmbH). Stoff/Jahr Einheit ) IW Feinstaub µg/m³ 25,9 22,9 24,5 24,4 22,6 40 a) TW > 50 Anzahl 2) a) Antimon ng/m³ - 2,25 1,94 1,92 1,10 80 b) Arsen ng/m³ < 3,0 1,20 0,64 1,00 0,70 6 a) Blei ng/m³ 13,0 10,2 9,9 15,2 9, a) Cadmium ng/m³ 0,33 0,20 0,27 0,25 0,20 5 a) Chrom ng/m³ - 3,37 4,19 6,71 5,70 17 c) Kobalt ng/m³ - 0,51 0,50 0,39 0, b) Kupfer ng/m³ - 9,42 11,51 14,4 9, d) Mangan ng/m³ - 9,23 10,55 14,6 12,4 150 e) Nickel ng/m³ 4,90 2,35 1,99 2,66 2,70 20 a) Quecksilber ng/m³ ,10 50 g) Thallium ng/m³ - 0,38 0,41 0,33 0, f) Vanadium ng/m³ - 1,05 0,95 0,84 1,00 20 c) Zink ng/m³ 48,5 33,9 37,8 52,7 39, d) Zinn ng/m³ - 6,59 5,21 5,46 3, d) BaP ng/m³ 0,120 0,229 0,226 0,230 0,300 1 a) TW = Tagesmittelwert, IW = Immissionswert 1) Die Station wurde am in Betrieb genommen, der Messzeitraum umfasst somit die Monate Juni bis Dezember Die Parameter Antimon, Chrom, Kobalt, Kupfer, Mangan, Thallium, Vanadium und Zinn wurden in diesen Proben nicht ermittelt. 2) Anzahl der Tagesmittelwerte (TW) > 50 µg/m³ a) Immissionswerte der 39. BImSchV b) EIKMANN (1999) c) LAI (1997, 2004) d) 1/100 MAK-Wert, DFG (2012) e) WHO (2000) f) Forschungs- und Beratungsinstitut Gefahrstoffe (1995) g) LAI Orientierungswert für die Sonderfallprüfung nach TA Luft 6.3 Feinstaub PM2,5 Die Teilchen des Feinstaubes PM2,5 haben einen Partikeldurchmesser von weniger als 2,5 µm. Da sie deutlich kleiner als die Feinstaub PM10-Teilchen sind, können sie in der Lunge bis in die Lungenbläschen gelangen. Deshalb werden die Partikel der Feinstaub PM2,5-Fraktion als besonders gesundheitsgefährdend angesehen. Aufgrund der geringen Größe verweilen sie sehr lange in der Atmosphäre und können dort auch über weite Strecken transportiert werden. Seit 2011 erfasst das LANUV die Konzentrationen an Feinstaub PM2,5 an der LUQS-Station in Datteln-Hagem. In beiden Jahren unterschritten die Jahresmittelwerte den ab 01. Januar 2015 einzuhaltenden Immissionsgrenzwert der 39. BImSchV von 25 µg/m³. Gegenüber dem Jahr 2011 (20 µg/m³) konnte 2012 eine Abnahme auf 17 µg/m³ bei der PM2,5-Fraktion festgestellt werden. In beiden Jahren wurde auch der Immissionsgrenzwert zuzüglich der jeweils geltenden Toleranzmarge deutlich unterschritten (s. Tab. 6-4). Im Rahmen einer weiteren Vorbelastungsmessung für den Bebauungsplan 105a der Stadt Datteln wurden die PM2,5-Gehalte am Standort Meistersiedlung (MP 4 in Abb. 6-1) durch die Eurofins GfA bestimmt (s. Kap. 10). Die von der Eurofins GfA gefundenen Werte weisen insgesamt eine gute Übereinstimmung mit den an der LUQS-Station in Datteln-Hagem gefundenen Werten auf. Seite 19

21 Tab. 6-4: EU-Jahreskenngrößen für Feinstaub (PM2,5) im Zeitraum 2011 bis 2012 an der Station Datteln-Hagem (nach: LANUV 2013) Jahr Feinstaub (PM2,5) Jahresmittel µg/m³ Immissionsgrenzwert plus Toleranzmarge 1) µg/m³ , ,1 IW 25-1) Der Immissionsgrenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit liegt ab dem 01. Januar 2015 über das Kalenderjahr gemittelt bei 25 µg/m³. Die Toleranzmarge beträgt 5 µg/m³, ab 2009 verringert sich die Toleranzmarge bis 2015 um ein Siebtel bis auf 0. IW = Immissionsgrenzwert 6.4 Staubniederschlag Als Staubniederschlag werden alle Stoffe bezeichnet, die entweder als trockener Staub (trockene Deposition) oder zusammen mit Regenwasser (nasse Deposition) aus der Luft auf Boden, Pflanzen, Gewässer und Siedlungsflächen gelangen. Es handelt sich dabei um Teilchen mit einem Partikeldurchmesser von mehr als 30 µm. Aufgrund der Größe der Teilchen können diese im Gegensatz zum Feinstaub nicht eingeatmet werden. Sie wirken auf die menschliche Gesundheit indirekt, in dem sie sich z. B. auf Gemüse, Früchte und Boden ablagern und somit über die Nahrung in den menschlichen Körper aufgenommen werden können. Durch die Betriebseinstellung der Ruhr Zink GmbH und dem damit verbundenen Ende des Staubniederschlag-Messprogramms im Jahr 2009 (s. Kap. 6), war eine Umstellung und Anpassung des Messnetzes für das Umweltmonitoring erforderlich. Die Messstelle 110 kv-anlage aus dem Ruhr Zink Messnetz wurde in das Messprogramm des Umweltmonitorings integriert und die Messstelle Hof Sinder an der K 14 im Januar 2010 zusätzlich eingerichtet. Im Umfeld des Kraftwerkstandortes werden der Staubniederschlag und seine Inhaltsstoffe seit Januar 2010 an nun 13 Messstellen in zwei Untersuchungsprogrammen gemessen. Folgende Messprogramme werden im Rahmen des Umweltmonitorings zum Kraftwerk Datteln ausgewertet: Staubniederschlagsmessungen der LANUV in Datteln-Meckinghoven und Datteln-Hagem (8 Messstellen). Die Ergebnisse dieser Messungen werden vom LANUV einmal jährlich als Jahresmittelwerte veröffentlicht. Staubniederschlagsmessungen der Eurofins GfA GmbH, die im unmittelbaren Umfeld des Kraftwerkstandortes seit September 2007, bzw. Januar 2010 in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung Münster durchgeführt werden. Die Messorte liegen auf den beiden landwirtschaftlichen Versuchsflächen, auf dem Gelände der Firma Kurt Pietsch GmbH & Co. KG, an der 110 kv-anlage der Deutschen Bahn AG und bei Hof Sinder an der K 14 (Messpunkte 4 bis 8 in Abb. 6-1). Staubniederschlagsmessungen 2012 der LANUV im Dattelner Süden Die Entwicklung der Staubniederschläge wird im Ruhrgebiet durch das LANUV seit Jahren überwacht. Mit dem Inkrafttreten der neuen TA Luft im Jahr 2002 wurde das Messnetz umgestaltet und die Überwachung von höher belasteten Bereichen im Umfeld von metallverarbeitenden Betrieben intensiviert. Der Bereich Datteln mit den Ortsteilen Meckinghoven und Hagem gehört zum Teilgebiet Ost 1 des LANUV-Messnetzes. Der Staubniederschlag wird hier an acht Untersuchungsstellen erfasst (s. Abb. 6-5). Alle Messorte befinden sich südlich und südwestlich des Kraftwerkgeländes. In der Tabelle 6-5 sind die Mittelwerte für das Jahr 2012 abgebildet und den Immissionswerten der TA Luft gegenübergestellt. Seite 20

22 Abb. 6-5: Tab. 6-5: Lage der LANUV Untersuchungsstellen für Staubniederschlag im Dattelner Süden. Schwermetalle im Staubniederschlag an den Untersuchungsstellen des LANUV im Dattelner Süden Jahresmittelwerte 2012 (aus: LANUV 2013). Messstelle Staubniederschlag g/m²d Blei µg/m²d Cadmium µg/m²d Arsen µg/m²d Nickel µg/m²d DATT 001 0,066 19,9 0,3 0,7 25,3 DATT 002 0,075 9,5 0,2 0,7 12,0 DATT 003 0,089 12,8 0,3 0,5 8,1 DATT 004 0,089 13,1 0,5 1,2 10,1 DATT 006 0,098 9,9 0,2 1,0 8,2 DATT 007 0,101 23,7 0,6 2,4 22,4 DATT 008 0,065 11,1 0,2 0,9 10,0 DATT 009 0,069 10,3 0,4 1,4 6,4 Immissionswert TA Luft 0, An den Messstellen des LANUV-Messnetzes wurde der Immissionswert für Staubniederschlag der TA Luft von 0,35 g/m²d im Jahr 2012 nicht überschritten. Der höchste Jahresmittelwert zeigte sich am Messpunkt DATT 007 mit 0,101 g/m²d. Die geringste Staubbelastung fand sich 2012 am Messpunkt DATT 008 mit 0,065 g/m²d. Die Jahresmittelwerte der Inhaltsstoffe Arsen, Blei und Cadmium im Staubniederschlag hielten im Jahr 2012 die Immissionswerte der TA Luft ein (s. Tab. 6-5). Die Nickelkonzentrationen im Staubniederschlag lagen an zwei Messstellen über dem Immissionswert der TA Luft von 15 µg/m²d. Der Maximalwert von 25,3 µg/m²d wurde an der Messstelle DATT 001 in Meckinghoven gefunden. Hier wurden bereits in den Jahren 2008 und 2009 Überschreitungen des Immissionswertes für Nickel festgestellt. Die Messstellen DATT 001 und DATT 007 sind räumlich relativ weit voneinander entfernt (s. Abb. 6-5). An den dazwischenliegenden Messstellen konnte 2012 keine Überschreitung der Nickelkonzentration im Staubniederschlag festgestellt werden. Dies könnte ein Hinweis sein, dass nicht nur eine Quelle für die Nickelbelastung im Staubniederschlag verantwortlich ist. Die Ursache der hohen Nickelkonzentrationen im Staubniederschlag an zwei Messstellen im Jahr 2012 ist bisher nicht bekannt. Seite 21

23 Staubniederschlagsmessungen im Umfeld des Kraftwerkstandortes Messprogramm Umweltmonitoring Für die fünf Messorte liegen inzwischen Messergebnisse für den Zeitraum September 2007 bzw. Januar 2010 bis Dezember 2012 vor. Die Abbildung 6-6 gibt die Entwicklung der Staubniederschläge an den fünf Messpunkten in den letzten Jahren wieder. In der Tabelle 6-6 sind die Messergebnisse für die Inhaltsstoffe im Staubniederschlag dargestellt. Die Jahresmittelwerte des Staubniederschlags lagen im Jahr 2012 an den fünf Messstellen unter dem Immissionswert der TA Luft von 0,350 g/m²d. Mit 0,07 g/m²d wurde an der Messstelle Versuchsfläche Süd der höchste Jahresmittelwert erfasst. An den anderen Messstellen wurden Staubniederschläge zwischen 0,04 g/m²d an der Versuchsfläche Nord und 0,065 g/m²d an Hof Sinder gemessen (s. Abb. 6-6). Die Konzentrationen von Schwermetallen und Arsen im Staubniederschlag unterschritten im Jahr 2012 z.t. deutlich die jeweiligen Immissions- und Beurteilungswerte. Im Vergleich lässt sich für die Inhaltsstoffe im Staubniederschlag für den Zeitraum 2008 bis 2012 an allen Messstellen ein Rückgang der Konzentrationen feststellen. Gab es in den Vorjahren noch Überschreitungen des Grenzwertes der TA Luft bei den Parametern Arsen, Cadmium und Quecksilber, so waren 2012 an allen fünf Messorten keine Grenzwertüberschreitungen mehr feststellbar. g/m²d 0,35 0,3 0,25 0,2 0,15 0,1 0,05 0 VF Nord VF Süd Meistersiedlung Hof Sinder 1) 110 kv-anlage ,098 0,042 0,065-0, ,277 0,146 0,064-0, ,054 0,035 0,061 0,141 0, ,045 0,074 0,073 0,076 0, ,04 0,07 0,044 0,065 0,054 1) Beginn der Messungen an Hof Sinder im Januar 2010 Abb. 6-6: Mittlere jährliche Staubniederschlagskonzentration (in g/m²d) im Zeitraum 2008 bis 2012 an den Messpunkten VF Nord und Süd, Meistersiedlung, Hof Sinder (ab Januar 2010) und 110 kv-anlage (Immissionswert TA Luft = 0,350 g/m²d rote Linie). Seite 22

24 Tab. 6-6 Ort VF Nord VF Süd Meistersiedlung 110 kv Anlage e) Hof Sinder Beurteilungswe rt Übersicht über die Konzentrationen von Schwermetallen und Arsen im Staubniederschlag für den Messzeitraum September 2007 bis 2012 (Werte gerundet). Jahr Arsen µg/m² d Blei µg/m² d Cadmium µg/m²d Chro m µg/m² d Kupfer µg/m² d Nickel µg/m² d Queck -silber µg/m² d Thallium µg/m²d Zink µg/m² d 2007 a) 3,6 16,5 6,7 7,7 25,5 6,1 0,14 <1, <1,7 10,5 2,6 7,0 13,0 6,5 0,05 <1, ,2 12,5 0,3 7,0 69,0 6,5 0,30 d) < 0, ,8 7,7 0,3 4,7 14,0 3,5 0,09 0, ,5 4,1 0,3 3,3 3,8 1,2 0,13 0, , ,13 4,0 7,2 3,1 0,06 0, a) 3,1 19,2 1,0 7,2 18,6 5,4 0,04 <1, <2,0 10,0 0,5 7,0 10,0 5,0 0,02 <2, ,7 17,5 0,4 9,5 16,1 10,5 0,80 d) < 0, ,7 7,1 0,3 3,3 18,0 2,8 0,08 < 0, ,4 5,7 0,2 3,3 4,2 1,2 0,33 0, ,4 11 0,12 4,0 7,1 2,0 0,04 0, a) <1,1 6,5 0,3 4,0 12,4 4,3 0,03 <1, <1,7 18,0 0,8 7,5 16,0 7,5 0,10 <1, ,4 9,5 0,3 5, ,5 0,47 d) < 0, ,3 9,1 0,3 4,9 21,0 5,8 0,17 < 0, ,5 11,4 0,3 7,2 13,1 4,5 0,21 0, ,2 9,3 0,19 6,2 10,0 3,0 0,04 0, ,6 11,1 0,4 6,3 20,0 5,9 0,10 < 0, ,6 9,1 0,3 5,2 5,9 2,1 0,39 0, ,92 12,0 0,18 8,0 9,8 3,4 0,04 0, a) 10,6 34,0 3, ,2 32,4 2, ,5 19,3 0, ,0 25,8 1,4 8,5 24,0 7,9 0,30 0, ,1 27,5 1,1 4,5 9,3 2,3 2,87 0, ,6 12,0 0,34 5,9 11,0 3,7 0,05 0, b) 100 b) 2 b) 82 c) 99 c) 15 b) 1 b) 2 b) 329 c) VF = Versuchsfläche a) Messzeitraum September bis Dezember 2007 b) Immissionswert nach der TA Luft c) Aus der Bundes-Bodenschutzverordnung abgeleiteter Beurteilungswert d) Die Jahresmittelwerte für Quecksilber wurden aus den Monatsmittelwerten berechnet. Ab September 2009 wurden die Quecksilbergehalte nach dem neuen DIN-Richtlinien-Entwurf bestimmt. e) Im Ruhr Zink Messprogramm ( ) wurden an dieser Messstelle die Parameter Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Thallium nicht ermittelt. Die Bewertung der Quecksilber-Deposition orientiert sich an den strengen Depositionswerten nach Tab. 6 (Nr der TA Luft). Für anderen Nutzungen wie Ackerböden und Grünland können nach Tab. 8 (Nr. 4.8 der TA Luft) auch höhere Depositionswerte für Quecksilber herangezogen werden (Ackerböden 30 µg/m²d, Grünland 3 µg/m²d). Quecksilber im Staubniederschlag Im ersten Halbjahr 2009 wurden erstmals höhere Konzentrationen an Quecksilber im Staubniederschlag nachgewiesen. Die Untersuchungen aus dem Jahr 2012 belegen, dass an allen fünf Messstellen eine deutliche Konzentrationsabnahme an Quecksilber im Staubniederschlag gegenüber dem Vorjahr feststellbar war. Die zum Teil sehr hohen Messwerte aus dem Vorjahr wurden nicht mehr erreicht. Es gab 2012 an allen Messstellen keine Überschreitung des Grenzwertes der TA Luft (s. Tab. 6-6). Seite 23

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