Einführung in die Datenanalyse mit STATA

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1 Einführung in die Datenanalyse mit STATA Version: 1.1 c Dipl.-Vw. Stephan Huber 12. November 2012 Diese Version des Skriptes baut auf die Foliensätze von Barno Bläs und Philipp vom Berge auf. Beide hielten den Kurs an der Universität Regensburg seit WS2007. Für Anmerkungen, Anregungen und Kritik bin ich sehr dankbar, besonders um Fehler in zukünftigen Versionen zu vermeiden. Verbleibende Fehler sind mir anzulasten.

2 Inhaltsverzeichnis 1 Präliminarien 4 2 Bedienung Die Benutzeroberfläche Tippen vs. klicken Die Befehlssyntax Beispiel Log-files Do-Files Grundlegendes Version Hilfe Literaturempfehlungen Brandneue und seltene Befehle Das Arbeitsverzeichnis Stata Besonderheiten Daten Management Datenstruktur Allgemeine Informationen zur Befehlsstruktur Variablen Beobachtungen Labels Operatoren Die in-bedingung Die if-bedingung Makros Daten einlesen Daten speichern Daten kombinieren Daten erstellen und manipulieren Variablen erzeugen und manipulieren Mathematische Funktionen Gewichtung Schleifen und und sonstige Helfer Für jede Beobachtung:.by(sort) und.levelsof Dummies Reihenweise erzeugen:.xi Wenn-Dann Abfragen Abzählen mit _n und _N Selbst programmieren

3 6 Datenanalyse Allgemein Tabellen tabstat und.table Regressionen tabellieren mit.estimates table Grafiken twoway Spezielle Grafik Typen Die Erstellung von publikationswürdigen Tabellen outreg xml_tab tabout regsave Sonstige nützliche Befehle 33 3

4 1 Präliminarien Stata ist ein PC-Programm um Daten zu manipulieren, visualisieren und zu analysieren. Stata kann alles was andere Programme (R, Eviews, SPSS, SAS, Excel,... ) auch können nur eben besser (oder schlechter). Obwohl kostenpflichtig ist es in der Forschung insbesondere unter Sozialwissenschaftlern sehr weit verbreitet. Insbesondere Nützer von Mikrodatensätze 1 wissen Stata zu schätzen. War Stata ursprünglich ein rein Kommandozeilen basiertes Programm bietet es mitlerweile eine gute graphische Benutzeroberfläche welche einen intuitiven und schnellen Einstieg ermöglicht. Durch do-files ermöglicht Stata eine Reihe von Befehlen automatisch auszuführen und zugleich zu dokumentieren. Dies ermöglicht ein wesentlich effizienteres und entspannteres Arbeiten als dies mit händisches klicken durch Menüs möglich ist. Der Umgang mit der Befehlssyntax stellt jedoch eine gewisse zeitliche Anfangsinvestition dar. Diese amortisiert sich jedoch erfahrungsgemäß relativ schnell. Darüber hinaus ermöglichen do-files die transparente Replizierbarkeit von Forschungsergebnissen. Folgendes Skript soll den Einstieg in Stata erleichtern und ein effizientes vorankommen ermöglichen. Es stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Erwähnt sei auch, dass dies kein Lehrbuch ist, sondern ein Kursbuch welches den Stata Kurs des Autors flankiert. Ein empfehlenswertes und ausführliches Lehrbuch ist Kohler & Kreuter (2008): Datenanalyse mit Stata. Dieses Skript soll einen konzisen Überblick über die Möglichkeiten von Stata geben, in die Bedienung des Programms einführen, sowie die gängigsten Befehle nennen und zum Kommandozeilen basierten Arbeiten anleiten. Aufgrund der Kürze dieses Skriptes ist ein ein Blick in die Stata Hilfe (.help) unerlässlich für ein ausreichendes Verständnis der Befehle. Im Folgenden werden Stata Befehle mit vorangehendem Punkt und in der Typewriter Schriftart zumeist blau angezeigt. Für Erweiterungs- und Verbesserungsvorschläge bzgl. des Skriptes und des Kurses bin ich sehr dankbar. 1 Siehe Cameron & Trivedi (2009). 4

5 2 Bedienung 2.1 Die Benutzeroberfläche Menu Hier verbergen sich eine Reihe von Befehlen die über eine Benutzeroberfläche zu steuern sind. Results Fenster Resultate von Berechnungen, aufgerufene Befehle und Fehlermeldungen. Command Fenster Direkte Eingabe von Befehlen. Durch die Bild und Bild Tasten erscheinen die vorangegangenen Befehle wieder in der Kommandoeingabe. Review Fenster Dokumentation der zuletzt eingegebenen Befehle. Durch Anklicken eines bestimmten Befehls Reaktivierung im Command Fenster. Variable Fenster Überblick über alle Variablen des Datensatzes; es kann jeweils nur ein Datensatz gleichzeitig bearbeitet werden. Properties Fenster Ab Stata 12 gibt es dieses Fenser, hier wird die jeweils angeklickte Variable beschrieben. Eine Veränderung der Beschreibung ist auch hier möglich. Data Editor (Browse) Betrachtung und Veränderung des Datensatzes. Wird aufgerufen über.br oder.edit. Bei letzterem hat man Bearbeitungsrechte. Do-file Editor Führt mehrere Befehle sukzessive automatisch aus. Dient zur Dokumentation. Aufzurufen mit.doedit. 5

6 2.2 Tippen vs. klicken Stata bietet die Möglichkeit entweder Befehle direkt über die Kommandozeile einzutippen, oder über eine graphische Benutzeroberfläche zu klicken. Neuere und/oder selten genutzte Befehle lassen sich nur über die Kommandozeile aufrufen. Das Gleiche gilt für viele Optionen von Befehlen. Die Erfahrung zeigt, dass es langfristig meist schneller und effizienter ist zu tippen. Um 6

7 die Befehle kennenzulernen ist die Menü-gesteuerte Benutzeroberfläche jedoch sehr hilfreich. 2.3 Die Befehlssyntax Alle Befehle in Stata sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Die genaue Form der einzelnen Befehle ist der Hilfe zu entnehmen. Im Allgemeinen sieht sie wie folgt aus:.[by varlist1:] Befehl [varlist2] [weight] [if exp] [in ##] [using file] [, options] Dabei sind Elemente ohne eckige Klammern Pflicht, solche in eckigen Klammern möglich. Optionen folgen einem Komma. Viele Befehle können abgekürzt werden. Wie weit das möglich ist, zeigt der unterstrichene Teil des Befehls an. 2.4 Beispiel Um mit Stata Daten bearbeiten zu können müssen diese zuerst geladen werden. Durch.sysuse können bspw. Datensätze geladen werden die Teil des Stata Software Packages sind und oft in der Stata Hilfe zu Demonstrationszwecken der Befehle herangezogen werden. Daraufhin können durch das Menü oder über die Komandoeingabeleiste Befehle angesteuert werden, welche Grafiken, Tabellen oder Statistiken erstellen:.sysuse auto, clear.describe.scatter price weight 7

8 Price 0 5,000 10,000 15,000 2,000 3,000 4,000 5,000 Weight (lbs.).summarize price weight.reg price weight Im Menü würden sich diese Befehle hier finden lassen: File/Open Data/Describe data/describe data in memory Graphics/Twoway Graph Data/Describe data/summary statistics Statistics/Linear Models and related/linear Regression 8

9 2.5 Log-files Mit.log using log_name wird ein log-file geöffnet bzw. erstellt. Mit.log close wird dieses wieder geschlossen. Alles was dazwischen im Output-Fenster angezeigt wird, wird im log-file gespeichert. Damit lässt sich eine praktisch lücklose Dokumentation der jeweiligen Arbeitssession erstellen. 2.6 Do-Files Do-files sind eine der Stärken von Stata. Ein Do-file dient zur Dokumentation und zur einfachen Replikation der vorangegangenen Arbeitsschritte. In ein Do-File lassen sich mehrere Befehle untereinander schreiben und automatisch (sukzessive) ausführen. Es gibt drei Möglichkeiten um ein do-file laufen zu lassen : 1. klicken des Run-, bzw. Do-Buttons, 2. gleichzeitiges tippen von Strg+D und 3. durch den Befehl.do do-filename. Bei 1. und 2. muss das do-file geöffnet und aktiv sein. Zusätzlich besteht hier die Möglichkeit durch das Markieren bestimmter Zeilen ein dofile nur ausschnittsweise auszuführen. Prinzipiell führt ein do-file die in ihm enthaltenen Befehle sukzessive, d.b. Zeile für Zeile aus. Bei jedem Zeilenumbruch wird der Befehl ausgelöst. Wird.#delimit; eingegeben wird ein Befehl erst dann als beendet betrachtet und ausgelöst wenn ein ; (Strich-Punkt) kommt. Dies ermöglicht es besonders lange Befehle über mehrere Zeilen hinweg optisch zu gliedern. Ausschalten kann dies wieder durch die Eingabe von.#delimit cr werden. Soll ein Kommentar geschrieben werden, kann dies entweder durch drei /// (Querstriche) am Ende einer Zeile geschehen, oder durch ein * (Sternchen) am Anfang einer Zeile, oder es wird alles aus-dokumentiert was zwischen /* und */ steht. Ein Musterbeispiel für ein Do-file: ************************************************ *Dies ist ein Beispiel für ein Do-file *Gespeichert unter dem Namen Musterbeispiel.do *erstellt mit Stata Version 12 *am log using Beispiel set more off ///das Outputfenster läuft durch cd C:\Stata ///working directory /* Hier folgt die Analyse: */ *Daten laden: sysuse auto, clear *Datensatz beschreiben: describe *Zusammenhang von Preis und Gewicht veranschaulichen: scatter price weight *Bild abspeichern graph export bild.png *Deskriptive Statistik: summarize price weight 9

10 *Regression: beeinflusst das Gewicht den Preis reg price weight *abspeichern der Datei save auto_musterbeispiel.dta, replace log close exit ************************************************* 10

11 3 Grundlegendes 3.1 Version 12 Stata liegt mittlerweile in der 12. Version vor. Grundlegendes hat sich aber seit der Version 9 nicht verändert. Vereinzelt änderten sich Befehle, dies wird aber von Stata zumeist angezeigt. Stata 12 speichert beispielsweise die Daten anders als dies bis zur Version 11 der Fall war. Sollten Daten von Stata 12 auch von niedrigeren Versionen gelesen werden können, so muss mit dem Befehl.saveold anstatt mit.save gespeichert werden. 3.2 Hilfe Stata verfügt über eine sehr ausführliche und im Gegensatz zu anderen Programmen wirklich hilfreiche Hilfe. Zu erreichen ist die Hilfe über das Menü Help oder durch den Befehl.help. Weiß man schon zu welchem Befehl man nähere Informationen benötigt kann man diesen Befehl dem.help folgen lassen. Will man allgemeiner suchen ist dies mit.search,.net search und.findit möglich. Für ein effizientes Arbeiten und ein ordentliches Verständnis ist es unerlässlich die Hilfe zu benutzen, die zahlreichen Anwendungsbeispiele hierin erleichtern den Zugang zu neuen Befehlen wesentlich. Pragmatisch und oftmals ist es nach Hilfe zu googlen. Um etwa herauszufinden wie eine Wachstumsrate in Stata zu berechnen ist, ist es hilfreich nach growth rate stata zu googlen. 3.3 Literaturempfehlungen Da Anzahl der Lehrbücher und Hilfestellungen zur Benutzung von Stata ist enorm. Besonders übersichtlich und umfangreich ist die Sammlung an Links und Lehrmaterial der UCLA: Eine stets aktuelle Übersicht zu Bücher über Stata findet man hier: Besonders erfolgreiche Bücher sind: Hamilton (2013): Statistics with Stata Kohler & Kreuter (2008): Datenanalyse mit Stata: allgemeine Konzepte der Datenanalyse und ihre praktische Anwendung Cameron & Trivedi (2009): Microeconometrics using stata Mitchell (2008): A visual guide to Stata graphics 3.4 Brandneue und seltene Befehle Über.update [all] kann Stata upgedated werden. Sehr neue oder von Benutzern geschriebene Befehle lassen sich entweder mit dem Befehl.ssc install Befehl installieren, oder per 11

12 .findit finden und per Klick installieren. Eine einfache Möglichkeit eigene Befehle zu implementieren stellen sogenannte ado-files dar. Diese sind praktisch normale do-files haben jedoch die Eigenschaft, wenn man sie im entsprechenden ado-ordner speichert, können diese files aufgerufen werden ohne dass der Speicherpfad explizit angegeben werden muss. Um herauszufinden wo Stata ado-files speichern ist.sysdir einzugeben. Mehr zu selbstgeschriebenen Programmen und ado-files findet sich in Abschnitt Das Arbeitsverzeichnis Um in Stata Daten aufzurufen muss man entweder das genaue Verzeichnis nennen oder das Arbeitsverzeichnis aus welchem Stata Daten abspeichert und aufruft ändern. Folgende Befehle erweisen sich hier als nützlich:.pwd In welchem Verzeichnis bin ich gegenwärtig? (present working directory).cd Ändern des gegenwärtigen Verzeichnisses (change directory).dir Anzeigen aller Dateien im gegenwärtigen Verzeichnis.dir *.xxx Anzeigen aller Dateien mit der Endung xxx im gegenwärtigen Verzeichnis.erase file.xxx Löschen der Datei file.xxx.mkdir Erstellen von neuen Ordnern Wird Stata auf verschiedenen Rechnern benützt, wobei die Festplatten mit unterschiedlichen Buchstaben gekennzeichnet sind, hat sich folgende Vorgehensweise in do-files als sinnvoll erwiesen. An Anfang einer do-file definiert man eine globales Makro(siehe Abschnitt 4.2.7) in welche das aktuelle Verzeichnis oder zumindest der Anfang steht. Dieses globale Makro kann später immer wieder verwendet werden. Will man nun das do-file auf einem anderen Rechner laufen lassen muss nur einmal die globale Makro verändert werden. global root="c:\eigene_dateien" cd $root use $root\data\daten.dta, clear [... ] save $root\results\results.dta, replace 3.6 Stata Besonderheiten Missings Stata stellt fehlende Datenpunkte so genannte missings als. (Punkt) dar. Speichert diese jedoch intern als eine sehr große Zahl ab. Missings werden von vielen Befehlen teilweise etwas intransparent gehandhabt. Bei der Generierung von (Dummy-)Variablen etwa sollte anstatt.gen y=1 if x>0 besser.gen y=1 if (x>0 & x!=.) angegeben werden, um zu vermeiden, dass missings fälschlicherweise den Wert 1 zugewiesen bekommmen. case-sensitive Stata ist case sensitive! Sprich: Groß und Kleinschreibung bedeuten Unterschiedliches. 12

13 4 Daten Management 4.1 Datenstruktur Um Daten analysieren zu können muss die Struktur der Daten klar sein: Welche Informationen stecken in den Daten und welche identifizierenden Merkmale kennzeichnen die Daten? Grundsätzlich stehen Daten in einem Tableau welches Zeilen und Spalten hat. Die Spalten werden in Stata Variablen genannt. Diese Variablen können in 2 Typen unterschieden werden: Identifizierende Variablen Diese Variablen identifizieren die einzelnen Zeilen eines Datensatzes. In einem Querschnittdatensatzes ist dies bspw. das Land. In einer Zeitreihe ist dies bspw. das Jahr und in einem Panel Datensatz die Variablen Land und Jahr. Daten Variablen Diese Variablen enthalten Informationen. In einem Querschnittsdatensatz bspw. das BIP. In einer Zeitreihe bspw. den Goldpreis und in einem Panel Datensatz bspw. das BIP, die Zugehörigkeit zu einer Ländergruppe (Europa, Asien, Afrika, etc.). Ob ein Datensatz perfekt durch bestimmte Variablen erklärt werden kann durch.duplicates list [varlist] überprüft werden. 4.2 Allgemeine Informationen zur Befehlsstruktur Es gibt verschiedene häufig wiederkehrende Strukturen bzw. Komponenten in Stata. Im folgenden sollten die gängigsten kurz angesprochen werden. Detailliertere Informationen und Beispiele sind der Stata Hilfe zu entnehmen. Die Anwendung ist oft sehr intuitiv, dennoch ist es notwendig sich die Funktionsweise mit Beispielen klarzumachen Variablen Grundsätzlich unterscheidet Stata zwischen zwei Arten von Variablen. Zum Einen String-Variablen und zum Anderen numerische Variablen. Erstere enthalten Buchstaben und Zahlen, letztere ausschließlich Zahlen. Eine dazwischen liegende Variablenform ist die der gelabelten numerischen Variable. Wie diese erzeugt wird ist dem Abschnitt zu entnehmen. Vielfach muss für einen Befehl spezifiziert werden, auf welche Variable oder welche Variablen er angewendet werden soll. Wird keine Variable oder Variablenliste spezifiziert, so wird der Befehl falls möglich für alle Variablen im Datensatz ausgeführt. Einige Möglichkeiten Variablen verkürzt aufzulisten sind: x Befehl für Variable x x a y Befehl für Variablen x, a und y x-z Befehl für Variablen x-z f* Befehl für alle Variablen, die mit f beginnen *t Befehl für alle Variablen, die mit t enden Der Befehl.order varlist ermöglicht es die Variablen in einem Datensatz in eine bestimmte Reihenfolge zu bringen. Bspw. werden durch.order *, alphabetical die im Datensatz enthaltenen Variablen in eine alphabetische Reihenfolge gebracht. Durch.rename old_varname new_varname können Variablen umbenannt werden. 13

14 4.2.2 Beobachtungen Beobachtungen die Zeilen einer Variable bzw. die Zellen in einem Datensatz. Diese können durch.sort und.gsort sortiert und durch.count gezählt werden. Mit.assert kann abgefragt werden ob und wie viele Beobachtungen besimmte Bedingungen erfüllen. Bspw. wird durch.assert x>22 erfragt ob alle Ausprägungen der Variable x größer als 22 sind. Zusätzlich wird die Anzahl der Beobachtungen angezeigt welche diesen Wert annhemen. Beobachtungen in String- Variablen werden mit Anführungszeichen angesprochen. Mit.list können alle Beobachtungen im Outputfenster betrachtet werden Labels Häufig sind die Datensätze groß und unübersichtlich. Stata bietet daher die Möglichkeit sogenannte labels zu vergeben (siehe.help label). Unter anderem können Variablen (.label variable varname) oder der komplette Datensatz (.label data "Data Name") gelabelt und damit beschrieben werden. Der Vorteil von gelabelten Variablen ist, dass bspw. an den Achsen einer Grafiken nicht der in Stata häufig verkürzte und wenig aussagekräftige Variablenname angezeigt wird, sondern das Label. Also bspw. anstatt gdppp wird das Label Gross Domestic Demand per person in 1000 US-$ angezeigt Operatoren Ausdrücke können in Stata algebraischer oder logischer Art sein. Sie werden an die Stelle von exp im Syntaxdiagramm geschrieben und setzen sich aus Operatoren, Funktionen, Ziffern, Platzhaltern und strings zusammen. Das einfache = -Zeichen gibt es in Stata auch, dieses wird aber nicht als mathematischer Operator verwendet. Vielmehr ist es zu verstehen als ein setze das gleich. Zum Beispiel bedeutet der Befehl.generate x=1 if y==3 generiere eine Variable x und setze diese gleich eins wenn die Variable y den Wert drei annimmt. Arithmetisch Logisch Relational + Addition ~ nicht > größer als - Subtraktion! nicht < kleiner als * Multiplikation oder >= größer gleich / Division & und <= kleiner gleich ^ Potenz == gleich ~= nicht gleich!= nicht gleich Bei der Analyse der Zeitreihendaten verwendet man oft die Zeitreihenoperatoren. Um diese zu generieren, muss zunächst der Zeitreihendatensatz als solcher deklariert werden. Dies kann mit dem Befehl.tsset getan werden. Ist der Datensatz als Zeitreihendatensatz deklariert, können die folgenden Zeitoperatoren verwendet werden: Lk(varname): k-ter lag von varname Fk(varname): k-ter lead von varname Dk(varname): k-te Differenz von varname Die in-bedingung Diese Bedingung schränkt den Befehl auf einen bestimmten Beobachtungsbereich ein. Dabei ist die Sortierung des Datensatzes entscheidend. 14

15 in 5 in 1/20 in -5/-1 nur die fünfte Beobachtung nur die ersten 20 Beobachtungen nur die letzten 5 Beobachtungen Die if-bedingung Diese Bedingung schränkt den Befehl auf die Beobachtungen ein, für die der anschließende Ausdruck wahr ist. Eine Verküpfung von Bedingungen lässt sich erzeugen durch & oder. Ersteres bedeutet ein logisches und, Zweiteres ein logisches oder. Diese Kombinierten Verbindungen müssen mit einfachen Klammern eingefasst werden. if x==1 if z<=5 if t~= Makros nur solche Beobachtungen, für die x 1 ist nur solche Beobachtungen, für die x kleiner 5 ist nur solche Beobachtungen, für die t kein missing aufweist Makros sind Container, in denen beliebige Information zum späteren Gebrauch gespeichert werden können. Lokale Makros gelten nur innerhalb eines spezifischen Programms/Do-Files, globale überall. Beim Verlassen von Stata gehen alle Makros verloren. Lokale Makros werden gespeichert mit.local Makroname Makroinhalt. Resultate werden per = zugewiesen:.local a = 1+1. Globale Makros werden gespeichert mit.global Makroname Makroinhalt. Wieder angesprochen werden lokale Makros mit Makroname, d.h. eingeklammert in einen accent grave ( ) und ein einfaches Anführungszeichen ( ). Ersteres ist auf der Tastatur anzusprechen, indem man auf Shift und zugleich auf die Taste rechts neben dem Fragezeichen klickt und danach das Leerzeichen antippt. Letzteres indem man Shift und die Taste mit der Raute # klickt. Zumindest ist dies auf den meisten deutschen Tastaturen so angeordnet. Globale Makros werden wieder angesprochen mit einem vorangestellten Dollarzeichen: $Makroname..macro list zeigt alle gespeicherten Makros an. Viele Stata-Kommandos speichern ihre Ergebnisse in speziellen Containern ab. Diese können weiterverwendet werden. Diese Container werden allerdings von neuen Kommandos überschrieben, und sollten daher, falls nötig, gesichert werden (z.b. in Makros). Die Bezeichnungen der Container werden angezeigt, indem man nach Statistikbefehlen.return list und nach Modellbefehlen.ereturn list eingibt. Die daraufhin angezeigten Makros können dann je nach Klasse (Skalare, Matrizen, Makros) wie oben beschrieben weitergehend verwendet werden. Ein Beispiel wie eine lokale Variable in einer Schleife verwendet wird findet sich auf Seite Daten einlesen Daten werden in Stata durch.use,.sysuse oder.webuse aufgerufen. Mit.clear wird der Arbeitsspeicher von Stata geleert. Daten liegen jedoch nicht immer im gewünschten Stata-Format (*.dta) vor. Stata bietet verschiedene Möglichkeiten um diese zu importieren. Über die Menüleiste File Import lassen sich die verschiedenen Einleseprozeduren komfortabel steuern. Stata kann die gängigsten Formate effizient lesen, auch wenn externe Datei-Konvertierungsprogramme wie etwa Stat Transfer wesentlich mächtiger bezüglich der verfügbaren Formate sind. Generell ist zu betonen, dass beim Import von Datensätze äußerste Vorsicht geboten ist. Wenn möglich, sollte der Importprozess replizierbar sein. In den meisten Fällen können die Daten per copy-and-paste in den Datenbrowser übertragen werden, händisch in den Daten-Editor eingetragen werden, oder über folgende Befehle automatisch konvertiert werden:.xmluse,.insheet,.infix,.infile,.import excel. Für genauere Informationen siehe.help import. 15

16 4.4 Daten speichern Um geladene Daten zu speichern ist der Befehl.save zu benützen. Mit Hilfe der Option replace wird ein bereits vorhandener Datensatz überschrieben..saveold ist zu verwenden um den Datensatz auch mit früheren Versionen als Stata 12 lesen zu können. Für ein effizientes speichern ist es sinnvoll.compress einzugeben, dadurch werden alle Variablen mit der kleinstmöglichen Genauigkeit gespeichert. Kleinstmöglich bedeutet hier: Nachkommastellen die keine Information beinhalten werden gelöscht. 4.5 Daten kombinieren Will man zwei Stata Datensätze kombinieren, gelingt dies mit.append wenn zu dem geladenen Datensatz zusätzliche Beobachtungen hinzugefügt werden sollen, oder mit.merge wenn neue Variablen zu dem geladenen Datensatz hinzugefügt werden sollen. 4.6 Daten erstellen und manipulieren Variablen erzeugen und manipulieren mit drop und keep Mit.drop/.keep kann man ganze Variablen löschen/behalten, oder auch einzelne Beobachtungen. Für Letzteres müssen noch in-/if-bedingungen spezifiziert werden. Der Befehl.dropmiss löscht alle Variablen, welche ausschließlich missings enthält (das kommt tatsächlich vor). Dieser Befehl muss allerdings erst installiert werden (.ssc install dropmiss).... mit generate, egen, replace und recode: Mit.generate erstellt man neue Variablen. Unter.egen finden sich eine ganze Reihe von fortgeschrittenen Arten Variablen nach einer bestimmten Logik zu generieren. Mit.replace kann man den Inhalt von existierenden Variablen verändern..recode ermöglicht das auch, jedoch in effizienterer Weise. Diese Befehle machen starken Gebrauch der in- und if-bedingung (siehe Abbschnitt und 4.2.6).... mit mvencode und mvdecode: Mit.mvdecode und.mvencode werden missings in bestimmte Zahlen und vice versa verändert. Bspw. überschreibt.mvencode _all, mv(999) alle missings eines Datensatzes mit mit.encode und.decode Mit.encode lassen sich gelabelten numerischen Variable erzeugen. Bspw. wirde durch.encode x, gen(x_n) eine numerische Variable x_n erzeugt, welche jedem Wert der String Variable x eine Zahl zuweist. Die Zuweisung kann durch.label list x_n eingesehen werden. Rückgängig kann dies mit.decode gemacht werden.... mit.tostring und.destring Mit.tostring (/.destring) kann eine numerische-(/string-) Variable in eine string-(/numerische- ) Variable konvertiert werden. 16

17 ... mit xi: Eine extrem schnelle Methode viele Variablen zu erzeugen bietet der Befehl.xi [, prefix(string) noomit]: any_stata_command varlist_with_terms. Durch Eingabe von.xi i.year, prefix(_dy) wird bspw. für jede Ausprägung der Variable year eine Dummy Variable mit entsprechendem Wert und dem Prefix _DY erzeugt.... mit tabulate: Ähnlich wie mit.xi lassen sich mit.tabulate eine Reihe von Dummyvariablen automatisch erzeugen. Durch Eingabe von.tabulate year, generate(_dy) wird bspw. für jede Ausprägung der Variable year eine Dummy Variable mit entsprechendem Wert und dem Prefix _DY erzeugt.... mit xpose: Ein Datensatz kann mittels des Befehls.xpose transponiert werden. Das heißt, dass Spalten und Zeilen vertauscht werden.... mit reshape: Mittels dem Befehl.reshape kann zwischen dem long (Jede Beobachtung steht in einer separaten Zeile) und dem wide Format (Ausprägungen derselben Beobachtung werden in dieselbe Zeile verschoben) hin und her gewechselt werden.... mit collapse: Oftmals soll einen Datensatz komprimiert werden, indem man für verschiedene Gruppen bestimmte statistische Kennwerte berechnet. Der entsprechende Befehl lautet.collapse. Durch.collapse können deskriptive Statistiken berechnet werden. Der Befehl überschreibt dabei die bestehenden Daten im Speicher. Folgendes Beispiel überschreibt den im Speicher geladenen Datensatz und erzeugt genau eine Beobachtung die in der Variable mpg gespeichert wird: den Mittelwert der Variable mpg..sysuse auto.collapse (mean) mpg Der collapse Befehl eignet sich insbesondere um Tabellen in andere Formate (Excel, LaTeX,... ) zu transformieren, da die Möglichkeiten groß sind mit denen *.dta-file exportiert werden können, siehe Menü File Export und Abbschnitt 7.4. Folgendes Beispiel veranschaulicht die Funktionsweise des.collapse Befehls weiter:.sysuse auto.collapse (mean) mpg trunk (sum) price, by(foreign).list foreign mpg trunk price

18 ... mit.fillin Mit.fillin wird ein Datensatz derart erweitert, dass alle Kombinationen der aufgelisteten Variablen aufgelistet sind. Beispiel:.webuse fillin1.list sex race age_group x1 x2 female male female fillin sex race age_group.list sex race age_group x1 x2 _fillin female female female female female female male male male male male male Mathematische Funktionen Verschiedenste mathematische Funktionen lassen sich mit Stata erstellen. Genauere Auflistung siehe.help functions. Hier ein kurzer Überblick: Mathematische Funktionen: abs(x) exp(x) log(x) max(x) min(x) sqrt(x) sum(x)... W s Verteilungen und Dichtefunktionen: Binomial(n,k,p) invnormal(p) normal(z)... Funktionen für Zufallszahlen: uniform() invnorm(uniform())... String-Funktionen: abbrev(s,n) length(s) wordcount(s)... Programmierfunktionen: e(sample) autocode(x,n,xmin,xmax) inlist(z,a,b,...)... Datumsfunktionen: date(s1,s2) mdy(m,d,y) year(e)... Zeitreihenfunktionen: daily(s1,s2,n) yearly(s1,s2,n)... Matrixfunktionen: det(b) corr(b) diag(v) I(n) inv(b) Gewichtung Bei einigen Befehlen kann jeder Beobachtung des Datensatzes ein bestimmtes Gewicht zugewiesen werden welches mit in die Berechnung der neuen Kennzahl fließt. Dabei sind drei Gewichtungstypen gängig: 18

19 fweight Frequency weights geben an, wie oft eine Beobachtung im Datensatz vorkommt. aweight Analytic weights werden für Daten mit aggregierten Variablen (bzw. Durchschnitten) verwendet. Zum Beispiel wir haben einen Datensatz, der durchschnittliches Einkommen und durchschnittliche Charakteristika einer Gruppe von Personen enthält. In der gewichteten Variablen wird dann die Anzahl der Personen berücksichtigt, über die der Durchschnitt gebildet wurde. pweight Sampling weights sind für Daten aus Stichproben, bei denen die Elemente mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit aus der Grundgesamtheit gezogen werden 19

20 5 Schleifen und und sonstige Helfer Schleifen sind eine mächtige Sache und für effizientes programmieren und arbeiten unerlässlich. Wer die Kunst beherrscht Schleifen zu schreiben, der spart sich viel Arbeit und kann scheinbar unmöglich erscheinende Operationen ganz leicht lösen. Prinzipiell funktionieren Schleifen ganz einfach. Sie postulieren zuerst irgendeine Bedingung unter welche dann die folgenden Befehle eingeklammert durch geschweifte Klammern immer wieder auszuführen sind. Am besten versteht man diese Schleifen indem man die Beispiele in der Stata Hilfe betrachtet. Die.forvalues ist womöglich die einfachste Schleife. Diese führt für eine zu definierende Menge an Werten eine Reihe von Befehlen aus. Bspw. ergibt diese Schleife: forvalues x=1/4 { display Anfang x " local loc= x +1 display x display Ende x und loc " } Folgenden Output: Anfang 1 1 Ende 1 und 2 Anfang 2 2 Ende 2 und 3 Anfang 3 3 Ende 3 und 4 Anfang 4 4 Ende 4 und 5 Ähnlich funktioniert die.foreach-schleife, jedoch kann diese mit noch mehreren Arten von Daten umgehen. Bspw. kann für alle Variablen einer Variablenliste, für eine festgelegte Reihe von Nummern oder Wörtern die eingeklammerte Kette von Befehlen durchgeführt werden. Die wohl mächtigste Schleife ist die.while Schleife. Mit.while exp stata_commands führt man eine beliebige Reihe von Befehlen sukzessive und immer wiederholend aus, bis die Bedingung nicht mehr erfüllt ist. Dazu definiert man vorab zumeist eine lokale Variable welche man dann innerhalb der Schleife immer größer oder kleiner werden lässt, bis eine kleiner(<) oder größer(>) Bedingung nicht mehr erfüllt ist und die Schleife ein Ende findet. Gute Beispiele siehe.help while. 20

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