Übungsblatt zur Finanzierung

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1 Übungsblatt zur Finanzierung 1. Aufgabe: a) Erläutern Sie die Begriffe Eigenkapital und Fremdkapital! Worin unterscheiden Sie sich aus Sicht des Kapitalgebers? b) Was verstehen Sie unter Innenfinanzierung und Außenfinanzierung? Nach welchem Kriterium lassen sich die Begriffe abgrenzen? c) Geben Sie für folgende Vorgänge jeweils an, um welche Finanzierungsform es sich handelt (Eigen-, Fremd-, Selbst-, Innen-, Außen-, Beteiligungsfinanzierung): a. Ausgabe von Aktien b. Leasing c. Anzahlungen von Kunden d. Finanzierung aus Pensionsrückstellungen e. Inanspruchnahme eines Lieferantenkredits f. Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln g. Kontokorrentkredit h. Umwandlung eines Darlehens in Geschäftsanteile i. Bildung von Gewinnrücklagen d) Was sind Venture Capital Gesellschaften? Welche Rolle spielen sie bei der Eigenkapitalbeschaffung? e) Was versteht man unter Business Angels? Grenzen Sie diese von Venture Capital Gesellschaften ab. 2. Aufgabe: a) Was versteht man unter dem finanziellen Gleichgewicht des Unternehmens? b) Was versteht man unter Liquidität? 3. Aufgabe: Welche Möglichkeiten der Eigenkapitalbeschaffung bestehen a) bei Personengesellschaften b) bei Kapitalgesellschaften. Wie sind diese zu beurteilen? 4. Aufgabe: a) Welche Formen der Kapitalerhöhung kennen Sie? Charakterisieren Sie diese kurz!

2 b) Warum hat der Gesetzgeber neben der ordentlichen Kapitalerhöhung die anderen Formen geschaffen? Gibt es Unterschiede in der Durchführung? 5. Aufgabe: a) Welche Arten von Aktien kennen Sie. Erläutern Sie diese. b) Gibt es einen ökonomischen Unterschied zwischen Nennbetrags- und Stückaktien? Begründen Sie Ihre Antwort. c) Welchen Vorteil hat es für die Gesellschaft, wenn sie neue Aktien mit einem hohen Aufgeld (Agio) ausgeben kann? d) Warum ist die Kursentwicklung der eigenen Aktien für ein börsennotiertes Unternehmen von besonderer Wichtigkeit? e) Ermitteln Sie den Einheitskurs bei Vorliegen folgender Aufträge: Kaufaufträge Verkaufsaufträge Stück Limit Stück Limit Billigst bestens Welcher Umsatz wird bei diesem Kurs getätigt? Wie lautet die amtliche Kursbezeichnung dieses Tages? 6. Aufgabe: Folgende Zahlen der Muster AG sind Ihnen bekannt: Gezeichnetes Kapital: Kapitalrücklage: Gewinnrücklage: Gewinnvortrag: Stille Rücklagen: Ermitteln Sie:

3 a) den einfachen Bilanzkurs. b) den korrigierten Bilanzkurs. c) den Ertragswertkurs. Gehen Sie bei der Ermittlung des Ertragswertkurses von einem nachhaltig erzielbaren Durchschnittsgewinn von und einem Kalkulationszinssatz von 10% aus. Die Lebensdauer der Unternehmung wird von keinen vorhersehbaren Faktoren begrenzt. 7. Aufgabe: Ein Unternehmen möchte neue Aktien ausgeben. a) Welchen Spielraum hat sie grundsätzlich bei der Ausgabe von Aktien? b) Wie sind die Rechte der alten Aktionäre zu sichern? c) Wohin fließt das Agio? Geben Sie den Buchungssatz an! 8. Aufgabe: a) Was versteht man unter einem Bezugsrecht? Welche Funktionen hat das Bezugsrecht? b) Welche Möglichkeiten zur Verwertung des Bezugsrechtes gibt es? c) Wie ermittelt man den rechnerischen Kurs des Bezugsrechts? Warum muss dieser nicht mit dem aktuellen Börsenkurs übereinstimmen? d) Ein Unternehmen mit einem Grundkapital von 10 Mio. führt eine Kapitalerhöhung im Umfang von 2 Mio. durch und bietet den Aktionären an, junge Aktien im Verhältnis5:1 (a/n) zu erwerben. Der Börsenkurs der Aktie beträgt 520 am Tag vor der Eröffnung des Bezugsrechtshandels. Der Emissionskurs der jungen Aktien beträgt 400. Bestimmen Sie den rechnerischen Wert des Bezugsrechts. 9. Aufgabe: Die Multiplex AG plant eine Kapitalerhöhung. Die jungen Aktien sollen in jeglicher Hinsicht wie die alten Aktien ausgestattet sein (Dividende etc.). Der Nennwert der Aktie beträgt 50 ; zur Zeit ist der aktuelle Kurs 150. Das gezeichnete Kapital beträgt 12 Mio. Die Rücklagen betragen 20 Mio. Die Bilanz der Multiples AG zum sieht folgendermaßen aus (in Mio ): Aktiva Passiva AV 20 Gezeichnetes Kapital 12 UV 34 Kapitalrücklage 20 Konzerngewinn 2 Finanzverbindlichkeiten 20 Summe 54 Summe 54

4 Die AG möchte 6 Mio. zusätzliches Kapital (inklusive Agio!) beschaffen. Der Emissionskurs der jungen Aktien liegt bei 62,50. a) Welchen Spielraum hat die AG für den Emissionskurs der neuen Aktien? b) Wie lautet in diesem Fall das Bezugsverhältnis? c) Wie hoch ist der Wert des Bezugsrechts der jungen Aktien, wenn der Emissionskurs der jungen Aktien 62,50 beträgt? d) Wie sieht die Bilanz nach der Kapitalerhöhung aus? e) Welchen Kurs haben die Aktien nach Ausgabe aller neuen Aktien (sonst keine Änderungen an der Börse unterstellt). f) Der Hauptaktionär hält zur Zt. 50,1% aller Aktien; aus Liquiditätsengpässen verzichtet er auf den Bezug der neuen Aktien und verkauft sein Bezugsrecht an den Minderheitsaktionär, der vor der Kapitalerhöhung 24% der Aktien hielt. Wie groß ist der Stimmanteil beider Aktionäre nach der Kapitalerhöhung? 10. Aufgabe: a) Was versteht man unter einer Kreditsicherheit? Welche Bedeutung hat die Kreditsicherheit für den Kreditgeber und den Kreditnehmer? b) Welche Formen der Kreditsicherheiten kennen Sie? c) Der Kaufmann Werner Meier hat für seinen Kegelbruder, den Installateur Karl Dall, eine Ausfallbürgschaft übernommen, die sich auf eine noch zu bezahlende Lieferung des Fabrikanten Müßig an Dall in Höhe von bezieht. Dall zahlt nicht, weshalb sich Müßig unmittelbar an Meier wendet und ihn auffordert, die Zahlung zu leisten. Meier ist dazu nicht bereit, mit Recht? d) Ein Kosmetikhersteller kauft eine Verpackungsmaschine. Seine Bank gewährt ihm dafür einen Kredit. Wird die Bank zur Sicherstellung dieses Kredits ein Pfandrecht oder die Sicherungsübereignung verlangen? Begründen Sie Ihre Antwort. 11. Aufgabe: Die Metallhandels GmbH liefert der Mertens KG Rohstoffe für deren Fertigung, die erst in vier Wochen zu bezahlen sind. Außerdem teilt sie der Mertens KG mit, die Ware bliebe bis zur vollständigen Bezahlung im Eigentum des Lieferanten. Die Mertens KG zahlt die Rohstoffe zum vereinbarten Termin nicht. Die Metallhandels GmbH macht daraufhin ihre Eigentumsvorbehalte geltend. Wie ist die Rechtslage, wenn a) die Rohstoffe bei der Mertens KG noch auf Lager liegen? b) die Mertens KG die Rohstoffe an die Werkzeugmaschinen GmbH weiter veräußert hat? c) die Mertens KG die Rohstoffe verarbeitet hat? d) die Rohstoffe untergegangen sind? 12. Aufgabe:

5 Ihr Wertpapierexperte berät Sie in allen Geldangelegenheiten. Er bietet Ihnen folgende Wertpapiere an (es handelt ich hier um fiktive Werte!). Welches Wertpapier wäre für Sie interessant, wenn Sie unabhängig von der Laufzeit Ihre Rendite maximieren wollen? Nominalzins 5,25 8,5 3,25 6,25 Kaufkurs ,2 Rückzahlungskurs Restlaufzeit Telekom Lufthansa Pfandbrief dt. Hypothekenbank Bundesschuldverschreibung

6 13. Aufgabe: Ein Unternehmer erhält folgendes Angebot bei Lieferung von 10 Schreibtischstühlen für seine Geschäftsräume: Zahlung netto innerhalb von 40 Tagen; 3 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 5 Tagen. Da er zur Zeit mit der Bank auf Kriegsfuß steht, möchte er seinen Kontokorrentkredit von 10% nicht in Anspruch nehmen. a) Wie hoch ist sein Verlust, wenn der Rechnungsbetrag beträgt? b) Verringert er seinen Verlust, wenn er die Skontofrist auf 10 Tage ausdehnen kann? 14. Aufgabe: Ein Unternehmen kann eine Rechnung über durch einen kurzfristigen Bankkredit zu 12% Zinsen p.a. oder unter Inanspruchnahme eines Lieferantenkredits bezahlen. Der Lieferant gewährt ein Skonto von 2% bei Zahlung innerhalb von 12 Tagen und verlangt die Zahlung des vollen Rechnungsbetrages nach 30 Tagen. a) Wie hoch ist die Verzinsung des Lieferantenkredits? b) Welchen Aufschub müsste der Lieferant hinnehmen, damit der Lieferantenkredit ebenso günstig ist, wie der Bankkredit? c) Welche Vor- und Nachteile hat der Lieferantenkredit für die Beteiligten? 15. Aufgabe: Erläutern Sie, was unter einer Wandelschuldverschreibung zu verstehen ist. Grenzen Sie diese zur Optionsschuldverschreibung ab. 16. Aufgabe: 2007 wird eine 6% Industrieobligation (Teilschuldverschreibung) zu folgenden Bedingungen emittiert: Nominalbetrag: 100 Mio., Emissionskurs des Bankenkonsortiums 99%, Tilgung erfolgt zu pari nach 5 tilgungsfreien Jahren in zehn gleichen Jahresraten durch Auslosungen am Jahresende. Berechnen Sie die Effektivrendite, die der Käufer obiger Anleihe erhält. (Faustformel!) 17. Aufgabe: Die Firma Schmittke KG befindet sich in einem finanziellen Engpass. Herr Schmittke nimmt deshalb mit seiner Hausbank Gespräche auf, um die aufgetretenen Schwierigkeiten zu bewältigen. Für den Zeitraum von drei Monaten werden benötigt. Die Bank erklärt sich bereit, der Schmittke KG entweder die Kreditlinie für Kontokorrentkredite um zu erhöhen oder einen Diskontkredit zu gewähren. Der effektive Zinssatz für Kontokorrentkredite beträgt 12% p.a. Der Zinssatz für die Diskontierung von Wechseln liegt bei 9 % (Zinssatz 4%, die Marge 5%). Diskontspesen fallen in Höhe von 10 an. Vergleichen Sie die Kapitalkosten beider Finanzierungsalternativen unter Nutzung der entsprechenden Faustformeln!

7 18. Aufgabe: Im Umlaufvermögen eines Unternehmens befinden sich Wertpapiere und Waren in folgender Größenordnung: Aktien von bester Bonität Beleihungsgrenze 70% Bundesanleihen Beleihungsgrenze 80% Waren Beleihungsgrenze 50% Welches kurzfristige Liquiditätsvolumen könnte sich über eine Lombardierung ergeben? 19. Aufgabe: Welche Factoring-Arten sind Ihnen bekannt? Erläutern Sie diese kurz! 20. Aufgabe: a) Erläutern Sie die Ihnen bekannten Leasing-Formen! b) Eine Maschine mit einem Anschaffungswert von soll entweder geleast werden (Finance-Leasing) oder gekauft und mit einem Darlehen der Hausbank finanziert werden. Die Hausbank bietet folgende Darlehenskonditionen an: Tilgung in 3 Jahresraten am Ende eines Jahres entsprechend der steuerlich zulässigen AfA bei linearer Abschreibung, 10 % p.a. Zinsen auf die Restdarlehenssumme, zahlbar am Ende eines jeden Jahres. Die Konditionen der Leasing-Gesellschaft lauten: Abschlussgebühr: 2% Grundmietzeit 2 Jahre jährlich zu Beginn eines Jahres fällige Leasing-Rate 53%, Anschlussmietzeit 1 Jahr, zu Beginn des dritten Jahres fällige Leasing-Rate 5% Welche der beiden Alternativen ist zu realisieren, wenn das Unternehmen einen Kalkulationszinsfuß von 10 % zugrunde legt (steuerliche Aspekte sind bei der Lösung dieser Aufgabe nicht zu beachten)? 21. Aufgabe: Ein Unternehmen kann mit einer Investition in Höhe von einen Ertrag von erwirtschaften. Berechnen Sie die Eigenkapitalrentabilität für den Fall der a) ausschließlichen Finanzierung mit Eigenkapital b) Finanzierung mit Fremdkapital c) Finanzierung mit Fremdkapital d) Finanzierung mit Fremdkapital. Der Fremdkapitalzins beträgt 7% Ordnen Sie den hier sichtbaren Effekt ein und interpretieren Sie ihn!

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9 22. Aufgabe: Ein Taxiunternehmen besitzt 5 Fahrzeuge, die am Ende des Jahres 1995 für jeweils angeschafft wurden. Die Abschreibungsgegenwerte sollen am Jahresende soweit wie möglich zum Ankauf neuer Taxis verwendet werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass mit jedem Taxi insgesamt km gefahren werden können und dass pro Jahr eine Fahrleistung von km erbracht wird. Ein etwa verbleibender Kassenüberschuss aus den verdienten Abschreibungen wird aufbewahrt und den Abschreibungsgegenwerten des folgenden Jahres zugeschlagen. a) Wie stellt sich der Kapazitätserweiterungseffekt in den einzelnen Jahren bis 2002 dar? b) Welche Prämissen müssen gesetzt werden, damit dieser Effekt entsteht? c) Inwiefern handelt es sich hier um eine Form der Innenfinanzierung?

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