Netzwerke wer, wo, wie? Prof. Dr. Herbert Schubert, Fachhochschule Köln Frieder Wolf, Stadt Köln

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1 Netzwerke wer, wo, wie? Prof. Dr. Herbert Schubert, Fachhochschule Köln Frieder Wolf, Stadt Köln Netzwerktagung Europaaktive Kommune in NRW Fortbildungsakademie Mont-Cenis, Herne,

2 Übersicht Netzwerken in Europa aus kommunaler Sicht 3 Fallstudie EUCONET in Köln 1 Wer, wo, wie im Schnelldurchgang 2 Einige Erfolgsfaktoren der Netzwerkaktivitäten

3 1 WER, WO, WIE IM SCHNELLDURCHGANG

4 Erinnern Sie sich noch an den Sportunterricht in der Schulzeit? Wenn Sie als Schüler/in ausgewählt wurden, im Wechsel mit einem/r Mitschüler/in aus dem Kreis der Klasse Spieler/ innen für eine Mannschaft auszuwählen... Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Wahl getroffen? ŁKompetenz und Sympathie. Die anderen Schüler/innen befanden sich in der Spannung von Kooperation und Konkurrenz. WER? Gelingensbedingung KOMPETENZ

5 Zum Hintergrund der Entstehung kooperativer Netzwerke in der globalen Wirtschaft Gesamtqualität Hoch Niedrig Reengineering Lean Management Produktfokus Effiziente Prozesse Kundenfokus Qualitäts- Management Wirkungsvolle Prozesse nach Vahs : 244 Kooperative Netzwerke Kompetenzorientierung 2010 Zeit

6 WO? Strukturelles Loch zwischen den Gebietskörperschaften in Europa Strukturelles Loch:: unverbundener Beziehungsraum zwischen Clustern Netzwerkakteur in der französischen Stadt Y Lokales Netzwerk in der deutschen Stadt X Strukturelles Loch Netzwerkakteur in der niederländischen Stadt Y EU in Brüssel Quelle der Basisgrafik: Hennig et al. (2012) Studying Social Networks, S. 131

7 WO? Vermittlung zwischen den Städten in Europa durch Netzwerke Vermittler: Überbrückung struktureller Löcher Netzwerkakteur in der französischen Stadt Y Lokales Netzwerk in der deutschen Stadt X Austausch über Intermediäre Netzwerkakteur in der niederländischen Stadt Y EU in Brüssel Quelle der Basisgrafik: Hennig et al. (2012) Studying Social Networks, S. 131

8 Finale der UEFA EURO 2012 Interaktionsnetzwerke Spanien Italien 4 : 0 Quelle: Hennig et al. (2012) Studying Social Networks, S. 164 Tor Tor WIE? Ein Netzwerk zu haben, reicht allein nicht aus auf die Performance des Netzwerks kommt es an!

9 2 DREI GELINGENSFAKTORENDER NETZWERK-PERFORMANCE

10 Gelingensfaktor 1: Absicherung über mehrere Ebenen Aktive Netzwerkarbeit Verhandlungen Aufbau der Kooperation, Definition der Qualitäten etc. Maßnahmen Umsetzung d. Kooperation reales Zusammenwirken

11 Gelingensfaktor2: Koordination nicht hierarchisch, Akteure des Gesundheitswesens Akteure des Kulturbereichs Akteure der Umweltbereich s Zentrale Koordination Akteure der Sozialwirtschaft Akteure aus anderen Bereichen

12 sondern heterarchisch! Ausgangssituation: Ressorts sind abgeschnitten von der Europa-Kooperation Aufgabe wird der zentralen Koordination zugeschrieben (innere Vernetzung, äußere Isolation) Heterarchische Koordination: Jedes Ressort verfügt über lokale Vermittler/innen mit Zugang zu Akteuren in Europa (Broker-Rolle), Verstärkung durch zentrale Koordination (ohne Ressortbindung) z.b. Kultur Koordination durch Vermittler und zentrale/n Akteur/in z.b. Umwelt z.b. Sozialwirtscha ft z.b. Bildung

13 Gelingensfaktor 3: Gestaltung der Schnittstellen zwischen Kooperationspartnern Verknüpfungsebene Persönliche Information Organisationale Information Befähigung Entlastung Gegenseitiger Nutzen Kooperationspartner A Business-Plugs(Schnittstellen-Stecker) Kooperationspartner B Bieger / Beritelli 2006: 15

14 3 FALLSTUDIE EUCONET IN KÖLN

15 Europabetroffenheit der Stadt Köln im Spannungsfeld von europäischem Wettbewerb und Gemeinwohl in der Kommune Europäisches Recht Selbstverwaltungsrecht Konkurrenz zum kommunalen Einfluss auf die kommunale Daseinsvorsorge über Vergaberecht, Beihilferecht, Wettbewerbsrecht keine formalen Beteiligungsmöglichkeiten für Kommunen auf europäischer Ebene Herausforderung: Verteidigung des Prinzips der kommunalen Selbstverwaltung in der Europäischen Union

16 Forschungsprojekt EUCONET Die Stadt Köln als kommunaler Akteur im EU-Mehrebenensystem nach dem Vertrag von Lissabon Netzwerkblick: Wie verlaufen die Verbindungswege zur europäischen Ebene? Erarbeitung einer Landkarte: horizontale und vertikale Netzwerkpfade zwischen der Stadt Köln und der EU Governance im EU-Mehrebenensystem Partizipation an der europäischen Politikgestaltung Methodik: Kombination der quantitativen Netzwerkanalyse mit qualitativen Experteninterviews und einer Dokumentenanalyse

17 Aktuelle Strategie der Kölner Europaarbeit Zentraler Aktivist: Büro für internationale Angelegenheiten (BIA) Dezentrale Zurückhaltung: Dezernatsbeauftragte für Europa und internationale Angelegenheiten nicht definiert / nicht systematisch aktiv Mangel an Anreizen für dezentrale Europaaktivitäten in Dezernaten Risiko Flaschenhals -Effekt: Konzentration des Informationsflusses auf das BIA Bedarf: Kompensation Struktureller Löcher 17

18 Landkarte der Kölner Wege nach Europa EU Bund NRW Köln 18

19 Vorschläge zum internen Ausbau Europazertifikat zur Stärkung der dezentralen Europakompetenz (z.b. Mitarbeiterschulungen) Neugestaltung der Arbeits-und Kompetenzaufteilung im Büro für internationale Angelegenheiten Förderung des Austausches zur Europaarbeit innerhalb Kölns 19

20 Vorschläge zum externen Ausbau Ausbau der dezentralen Netzwerkarbeit und zentrale Koordination von Kontakten Nutzung der Netzwerkressourcen von nicht-städtischen Akteuren Ausgehend von Best-Practices anderer Städte: Stärkere Präsenz der Stadt Köln in Brüssel 20

21 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Publikation Eckert, Katharina/ Heuer, Christoph / Schubert, Herbert/ Spieckermann, Holger/Wessels, Wolfgang Die Stadt Köln als kommunaler Akteur im EU-Mehrebenensystemnach dem Vertrag von Lissabon. Veränderte Opportunitätsstrukturen und Netzwerkpfade zur europäischen Politikgestaltung. Köln: Verlag Sozial Raum Management,

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