Testatsexemplar. BCA AG Bad Homburg v.d.h. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011

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1 Testatsexemplar BCA AG Bad Homburg v.d.h. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

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3 Inhaltsverzeichnis Lagebericht 2011 Jahresabschluss Bilanz zum 31. Dezember 2011 Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011 Anhang für das Geschäftsjahr 2011 Anlagenspiegel Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

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5 Anlage I Lagebericht der BCA AG Inhalt 1. Unternehmensprofil Markt und Wettbewerb Der Markt für Investmentprodukte in Branchenentwicklung 2011 und Der Markt für Beteiligungen Der Markt für Versicherungsprodukte Wettbewerbsposition Wichtige Ereignisse Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Ertragslage Finanz- und Vermögenslage Bereichsbericht Investment Operations Versicherung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Nachtragsbericht Chancen und Risikobericht Risikobericht Chancenbericht Prognosebericht Geschäftsfeld Investment Geschäftsfeld Versicherungen Zusammenfassung der Unternehmensziele

6 Anlage I Lagebericht der BCA AG 1. Unternehmensprofil Die BCA AG versteht sich als einer der großen und innovativsten Maklerpools in Deutschland. Ziel der BCA AG ist es, Maßstäbe in der Finanzberatung zu setzen, die weit über den Branchenstandard hinaus den Bedarf der Berater und ihrer Endkunden abdecken und die am besten passenden Anlage-, Finanzierungs- und Versicherungsprodukte über ihre Produktpartner anzubieten. Darüber hinaus will die BCA AG mit ihrer neu entwickelten zentralen Software BusinessPlus+ (Nachfolger des Broker Pool) und anknüpfenden Qualitäts-Dienstleistungen den freien Vermittlern in Deutschland das bestmögliche Werkzeug für eine unabhängige und kompetente Beratung an die Hand geben. Dazu werden insbesondere auch die jeweils aktuellsten regulatorischen Anforderungen des Gesetzgebers wie z.b. der 34f GewO zeitnah aufgenommen und den Vermittlern Lösungen, Prozesse und Alternativen zur Verfügung gestellt. Dabei ist die BCA AG nicht nur eine perfekte Abwicklungsplattform, sondern Kompetenztreiber und Dienstleister für ihre Partner und Kunden, die freien Finanzdienstleister. Dies wird durch verlässliche Brancheninformationen der eigenen Researchabteilungen für Investment und Versicherungen abgerundet. Durch die ganzheitlichen Dienstleistungen, welche die BCA liefert, ist sie für die immer komplexer werdenden Anforderungen des Marktes bestens gerüstet. Die Markteinführung der neuartigen und beispiellos transparenten fondsgebundenen Vermögensverwaltung Private Investing sowie die prozessuale Begleitung einer Nachfolgeregelung für Vermittler sind nur weitere Beispiele des außergewöhnlichen Angebots. Seit April unterstreicht der Konzern zusätzlich seine Einstellung und Meinung zur Nachhaltigkeit in der Praxis nicht nur durch eine erweiterte Produktpalette mit nachhaltigen Produkten, sondern auch durch eigene Maßnahmen wie den zertifizierten Bezug von grünem Strom oder ein ganzheitliches, energie- und rohstoffsparendes Druckerkonzept. 2. Markt und Wettbewerb 2.1 Der Markt für Investmentprodukte in 2011 Das Jahr 2011 war von diversen Krisen geprägt. Nach gutem Start und positiven Aussichten wirkten sich im Laufe des Jahres immer mehr negative Einflüsse aus. Der DAX verzeichnete einen guten Anstieg bis Mai, danach kam ein extremer Absturz bis September. Die danach einsetzende Erholung fand auf deutlich niedrigerem Niveau statt und war von hoher Volatilität geprägt. Auslöser waren im Laufe des Jahres der Atom-GAU in Fukushima, die Revolutionsbewegungen der arabischen Staaten und die immer größer werdende Schuldenkrise verschiedener europäischer Staaten mit der permanenten Diskussion um den EUR. Das Neugeschäft im Bereich der klassischen Investmentfonds liegt nach wie vor am Boden, Investitionen finden nur in geringem Maße statt. Barmittel liegen auch derzeit in großen Mengen in Festgeldern, die z.t. mit vergleichsweise hohen Zinsen von Banken angeboten werden. Weiterhin wird stark konsumiert, das Vertrauen in Sachwerte (vor allem auch in Immobilien) ist hoch. Finanzierungen und Leasing sind die positiven Bereiche bei Banken. 2

7 Anlage I Weiterer negativer Aspekt war die Entwicklung um die Offenen Immobilienfonds. Schließungsmeldungen und Liquidationsankündigungen ließen Vertrauen und Hoffnung in diese Assetklasse komplett schwinden. Die Entwicklung der noch geschlossenen Produkte bleibt abzuwarten. Im Mai 2012 stehen weitere Entscheidungen an. Riester / Rürup mit Investmentfonds Diese Produktkategorie konnte sich bei der BCA gut behaupten. Für die gesamte Riester-Branche jedoch war 2011 eines der schlechtesten der 10 Riester-Jahre überhaupt. Negative Presseberichte über drohende Rückbuchungen und die erhöhten verbraucherschutzrechtlichen Anforderungen an die Transparenz gerade dieser Produkte haben das Neugeschäft ab April stark gebremst. Aufgrund umfangreicher Maßnahmen mit BCA OnLive, Artikeln in der BCA TOPNEWS etc. konnte die BCA jedoch sehr gut aufholen und bis Jahresende das Vorjahresergebnis (ohne Carat) sogar übertreffen. Die Anzahl der Anträge (Riester/Rürup) wurde um 4,5 % gesteigert. Die Bruttoerlöse lagen bei ca. 99,6 % knapp unter 2010 (dies liegt an der Struktur der Verträge). Damit lag die BCA klar über dem Markt, der laut den Zahlen von Das Investment gegenüber 2010 um ca. 20 % verloren hat. Auf der Ertragsseite ergab sich darüber hinaus gegenüber 2010 ein Plus von 10 %. Speziell die in diesem Bereich fokussierten DWS-Produkte überzeugen durch hohe Qualität und absolute Transparenz. Die DWS-Variante Vermögenssparplan Premium (Riester ohne Förderung) eignet sich quasi für jedermann und stellt damit einen abgeltungsteuerfreien Sparplan dar, dessen sich aber die meisten Vermittler noch nicht bewusst sind. Trotz intensiver Bewerbung läuft dieser Produktbereich nur schleppend. Stärker positioniert hat sich im Markt in 2011 der Teilbereich Riester mit Bausparen. Hier haben besonders die Bausparkassen an Terrain gewonnen. Die ebenfalls zur Verfügung stehende Bausparvariante der DWS wird bisher aber nur wenig nachgefragt. Stärkere Präsenz hierzu ist in 2012 geplant. Die Rürup-Lösung DWS Basis-Rente Premium stellt nach wie vor ein Nischenprodukt dar. Die Steigerung beträgt zwar 14 %, aber auf sehr niedrigem Niveau. Rürup wird weiterhin fast nur über Versicherungen abgeschlossen. Für das Jahr 2012 erwartet die BCA AG zwar eine sukzessive Besserung, alles in allem jedoch einen Fortbestand des außerordentlich schwierigen Umfeldes für Kapitalanlagen und private Vorsorge. Der de-facto-staatsbankrott Griechenlands und nun auch Portugals sowie die angespannte Finanzlage vieler Industrieländer erweisen sich als neuer Stimmungsdämpfer. Angesichts der dynamischen Entwicklung der Weltkonjunktur, der soliden Verfassung der Unternehmen und der komfortablen Situation, in der sich viele aufstrebende Länder und vor allem auch Deutschland befinden, ist dies schade, weil die negativen Schlagzeilen aus Japan, Nordafrika, von der Inflationsfront und den Olivenstaaten letztlich dazu führen, dass hunderttausende Anleger ihre dringend notwendige Vorsorgetätigkeit dämpfen oder gar unterbrechen. 2.2 Branchenentwicklung 2011 und 2012 Auch im Jahr 2011 zeigte sich deutlich, dass das Umfeld für freie Finanzdienstleister härter wird. Der Markt fordert durch Ausscheiden und erzwungene Konsolidierungen 3

8 Anlage I zunehmend mehr Opfer und es wird deutlich, dass nur überleben wird, wer ein belastbares, nachhaltiges Geschäftsmodell besitzt und innovativ der Zukunft entgegen sieht. Ein Pool muss seinen Partnern deshalb wesentlich mehr bieten als nur die Abrechnung von Transaktionen. Er muss Sicherheit und Innovationen bieten. Ob es um die Honorarberatung, die Verschärfung des Anlegerschutzes und zuvorderst um die Regulierung der Anlageberatung durch den 34f GewO und die mögliche Abschaffung deutscher Ausnahmeregelungen geht. Die Voraussetzungen für Vermittler und Berater für die Ausübung ihrer Tätigkeit werden sich nachhaltig verändern. Der Pool- Markt befindet sich also weiterhin im Umbruch. Entscheidend für die strategische Ausrichtung der Marktteilnehmer ist die zentrale Bedeutung von Pools für die Gesamtheit der Unabhängigen im Gegensatz zu den Beratern in der Ausschließlichkeit. Am Mehrwert orientierte Qualitätsdienstleistungen werden zukünftig im Vordergrund stehen. Die BCA AG gibt ihren Vermittlern mit ihrer neuen Software BusinessPlus+ und einer Vielzahl darin integrierter Tools, anwendbar in geschlossenen Workflows, ein optimales Werkzeug zur Hand. Der Einsatz des WebTV BCA OnLive in Verbindung mit vermehrter regionaler Präsenz sorgt für stärkere Bindung bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz. 2.3 Der Markt für Beteiligungen Geschlossene Fonds Trotz der Probleme der Aktienmärkte und der Schuldenkrise in Europa ist das Ergebnis für geschlossene Fonds besser, als die Marktstimmung erwarten ließ. Der Gesamtmarkt verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr einen kleinen Zuwachs von 0,2 Prozent (2010: 5,84 Mrd. EUR). In geschlossene Fonds wurde im Jahr 2011 insgesamt 5,85 Mrd. EUR Eigenkapital investiert. Private Anleger investierten 4,81 Mrd. EUR. Von institutionellen Anlegern wurden 1,04 Mrd. EUR in geschlossene Fonds investiert. Mit dem eingeworbenen Eigenkapital wurden Sachwertinvestitionen im Volumen von insgesamt 9,89 Mrd. EUR getätigt. Die Investitionen sanken damit im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent (2010: 10,8 Mrd. EUR). Die privaten Anleger haben sich 2011 zudem mit höheren Summen an geschlossenen Fonds beteiligt. Die durchschnittliche Anlagesumme stieg von EUR im Jahr 2010 auf EUR in Die höchsten Beträge flossen in Private-Equity- Fonds. Hier beteiligten sich Anleger mit durchschnittlich EUR. Immobilien sind nach wie vor die beliebteste Anlageklasse. Trotz der starken Konkurrenz von Direktinvestitionen konnten Deutschlandimmobilienfonds ihren Marktanteil um 38 Prozent steigern. Auch Immobilienfonds mit Objekten im Ausland haben 2011 um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Energiefonds sind zum ersten Mal an dritter Stelle, trotz eines Rückgangs um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2011: 637,1 Mio. EUR, 2010: 832,2 Mio. EUR). Die Branche hatte sich darauf eingestellt, dass die politische Energiewende einen stärkeren Effekt auf die Assetklasse haben würde. Mögliche Investitionen in südeuropäische Standorte wurden von der Staatsschuldenkrise gedämpft. 4

9 Anlage I Weitere Zuwächse gab es bei Private-Equity-, Infrastruktur- und Leasingfonds. In alle anderen Segmente wurde weniger investiert als noch im Vorjahr. (Quelle: VGF Verband geschlossener Fonds) 2.4 Der Markt für Versicherungsprodukte Trotz der Staatsschuldenkrise im Euroraum und nach wie vor ungelösten Herausforderungen im Banken- und Finanzdienstleistungssektor hat sich die deutsche Versicherungswirtschaft als stabiler Eckpfeiler im Finanzmarkt erwiesen. Auch während der Banken- und Finanzmarktkrise zeigte sich eine weithin ungebrochene Nachfrage nach Versicherungsschutz. Die Assekuranz zeichnete sich durch eine weitgehend stabile Situation im Hinblick auf ihre Anlagen, ihre Erträge und die Beschäftigung aus. Die Attraktivität ihrer Angebote für Unternehmen und Verbraucher zur Absicherung von Lebens- und Sachrisiken sowie zur privaten Vorsorge sorgte für wirtschaftliche Kontinuität. Allerdings dämpfen Tendenzen wie die hohe Marktdurchdringung, ein eher mäßiger Schadenverlauf oder eine steigende Zahl von Vertragsabläufen zum Teil die Nachfrage. Hinzu kommt die Verunsicherung der privaten Haushalte und das verbreitete Abwarten, wenn mittel- oder gar langfristige finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden sollen. Dieses Zögern betrifft auch die kapitalgedeckte Altersvorsorge, die eigentlich deutlich stärker ausgebaut werden müsste. Und auch die trotz Verbesserungen am Arbeits- 5

10 Anlage I markt allenfalls moderate Entwicklung der Löhne und Gehälter trägt nicht zu breiter Abschlussfreude bei. Last but not least hat sich der Wettbewerb unter den Versicherern deutlich intensiviert und permanent verschärfte regulatorische Rahmenbedingungen erfordern immer wieder erhebliche Anpassungen. Der demografische Wandel und die weitergehende Zielgruppen-Zersplitterung tragen ihr Übriges dazu bei, dass der deutsche Versicherungsmarkt stark in Bewegung ist. Die Folge waren und sind enorme Veränderungen in der Produktlandschaft sowie deutliche Verschiebungen der Marktpositionen der einzelnen Anbieter. Rationalisierung und Reformierung von Vertriebsstrukturen prägen die gesamte Branche. 2.5 Wettbewerbsposition Mit ihrer in der Unternehmensstrategie festgelegten Ausrichtung als voll ausgestattete Multiboutique von Kernkompetenzen hebt sich die BCA AG im Wettbewerb klar von der Mehrheit der Mitbewerber ab. Seit 2007 wurde diese Positionierung in Angriff genommen und in den Jahren seitdem kontinuierlich ausgebaut, um das Versicherungsgeschäft energisch voran zu treiben und im Investmentgeschäft klare Zeichen zu setzen. Ziel ist der Ausbau zur Marktführerschaft unter den Maklerpools durch innovative Technologie und Qualität der Dienstleistung. Die BCA steht dabei im Wettbewerb mit anderen Pools, Banken und Versicherungen sowie mit Vertriebsorganisationen. Die Produktauslese erfolgt ausschließlich anhand der Qualität der Anbieter und ihrer Produkte, also in einer streng neutralen Vorgehensweise im Interesse des Anlegers oder Vorsorgetreibenden und somit des Vermittlers. Wettbewerber im Bereich Investment Unternehmen, die in einem gewissen Volumen Dienstleistungen und ein breites Sortiment an Finanzdienstleistungen für die freien Vermittler der Finanzdienstleistungsbranche anbieten, sind die Mitbewerber der BCA AG. Diese Wettbewerber müssen nicht notwendigerweise Vollsortimenter sein. Allerdings werden reinrassige Investmentpools durch das zunehmende Ineinandergreifen von Investment- und Versicherungslösungen und der Erfordernis einer ganzheitlichen Kundenbetreuung mehr und mehr unter Druck geraten. Die Landschaft der Maklerpools wird sich durch das Streben nach Diversifikation angesichts der zunehmenden Volatilität an den Kapitalmärkten tiefgreifend verändern. Der Wettbewerb wird sich deutlich verschärfen. Die BCA hat ihre Unternehmensstrategie entsprechend ausgerichtet und ist nach eigener und fremder Einschätzung weitsichtig und sehr gut positioniert. Die weiteren Wettbewerber sind alle diejenigen Unternehmen, die über einen eigenen Vertrieb Finanzdienstleistungen an den Endkunden verkaufen. Das können Banken, Versicherungen oder auch Vertriebsorganisationen bis hin zu sogenannten Strukturvertrieben sein. Wettbewerber im Bereich Versicherungen Der Wettbewerb im Bereich Versicherungen hat sich in 2011 durch den Zuwachs an Marktanteilen der BCA AG deutlich verschärft. Die BCA AG steht mit allen Unter- 6

11 Anlage I nehmen im Wettbewerb, die über einen Vertrieb Versicherungen an den Endkunden vertreiben. Dazu gehören alle großen Versicherungen, Banken und Strukturvertriebe, sowie Maklerpools und Netzwerke. Geringe Barrieren zum Eintritt in diesen Markt ermöglichen eine große Anzahl von Wettbewerbern in unterschiedlicher Ausprägung und Qualität. 2.6 Wichtige Ereignisse Aufgrund der gesetzlichen Anforderungen für Mehrfachagenten, hat die BCA AG in 2011 die BCA Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbh, kurz BCA VVS GmbH gegründet und wickelt hier nun ihr Geschäft mit Mehrfachagenten ab. 3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.1 Ertragslage Entwicklung der Gewinn- und Verlustrechnung Einmal mehr wurde im Geschäftsjahr 2011 deutlich, dass die Art der Krisen an den Märkten eine Vielzahl sein können. Hat die BCA AG im Geschäftsjahr 2010 von einem deutlichen Turnaround sprechen können, wurde sie doch in 2011 eines besseren belehrt. Die Geschäftsentwicklung entwickelte sich sehr zufriedenstellend, die Märkte aber, ausgelöst durch z. B. der Krise rund um Griechenland, verhinderten einen ähnlichen Erfolg wie 2010, den die BCA AG eigentlich fortsetzen wollte. Die BCA AG erwirtschaftete ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 0,4 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse der BCA AG reduzierten sich im Geschäftsjahr 2011 um 0,9 Mio. EUR auf 48,8 Mio. EUR. Das entspricht einem Rückgang um 1,8%. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich auf 0,4 Mio. EUR (Vorjahr 1,0 Mio. EUR). Der Vorstand der BCA AG setzte in zunehmend flexibler Weise den strengen Sparkurs fort. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten durch den harten Sparkurs gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Mio. EUR. auf 3,9 Mio. EUR (Vorjahr: 4,0 Mio. EUR) reduziert werden. Die Aufwendungen für Personal konnten, trotz teils vom Management beabsichtigter Fluktuation zur Stärkung bestimmter Kompetenzen, fast auf Vorjahresniveau gehalten werden. Sie stiegen leicht um 0,3 Mio. EUR auf 4,3 Mio. EUR. Auf die Anteile an der 100 % igen Tochter BCA Austria wurde nach Prüfung der Werthaltigkeit in 2011 eine Abschreibung auf den Beteiligungswert in Höhe von 0,2 Mio. EUR vorgenommen. 7

12 Anlage I 3.2 Finanz- und Vermögenslage Anlagevermögen Durch die Abschreibung auf die BCA Austria in Höhe von 216 TEUR, reduzieren sich die Anteile an verbundenen Unternehmen inkl. dem Kapital der neu gegründeten BCA VVS GmbH um 0,2 Mio. EUR auf 9,9 Mio. EUR (Vorjahr: 10,1 Mio. EUR). Die BCA AG hat durch die Übernahme der Lizenzrechte an der CRM für BusinessPlus+ und durch die Aktivierung von selbsterstellter Software die immateriellen Vermögensgegenstände um weitere 2,3 Mio. EUR auf rund 4 Mio. EUR erhöht. Umlaufvermögen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten größtenteils Forderungen an Kapitalanlagegesellschaften für die Provisionsabrechnung des Monats Dezember Diese Forderungen wurden im Januar und Februar 2012 von den Kapitalanlagegesellschaften beglichen. Auf Grundlage einer Ermächtigung gemäß 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG der Hauptversammlung vom 9. Juli 2010 wurden weitere eigene Anteile mit einem rechnerischen Wert von 250 EUR erworben. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischer Wert und dem Kaufpreis der eigenen Anteile wurde mit den anderen Gewinnrücklagen verrechnet. Nach der Neuregelung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurde für die erworbenen eigenen Anteile gemäß 272 Abs. 1a HGB die Nettomethode angewendet. Die erworbenen eigenen Anteile wurden zum rechnerischen Wert offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und rechnerischem Wert wurde mit den frei verfügbaren Rücklagen eigener Anteile verrechnet. Der darüber hinaus in Höhe des rechnerischen Werts der eigenen Anteile frei werdende Betrag der Rücklage für eigene Anteile wurde den anderen Gewinnrücklagen zugeführt. Zum hielt die BCA AG Stück eigene Anteile. Die liquiden Mittel, bzw. das Guthaben bei Kreditinstituten, reduzierten sich aufgrund von Investitionen im Jahr 2011 auf 3,6 Mio. EUR (Vorjahr: 4,4 Mio. EUR). Des Weiteren tilgte die BCA AG in 2011 planmäßig das in 2007 aufgenommene Darlehen bei der Commerzbank AG um weitere 1,0 Mio. EUR. Die Restschuld aus diesem Darlehen beträgt per 31. Dezember 2011 noch 1,0 Mio. EUR. Eigenkapital Zum 31. Dezember 2011 erhöhte sich das Eigenkapital der BCA AG um 243 TEUR EUR auf gerundete 13,97 Mio. EUR (Vorjahr: 13,73 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung des im Geschäftsjahr erzielten Jahresüberschusses hat sich der Bilanzverlust von 571 TEUR auf 326 TEUR vermindert. Die Eigenkapitalquote sank leicht auf 49,97 % (Vorjahr 51,5 %). 8

13 Anlage I Rückstellungen Die Rückstellungen wiesen zum Bilanzstichtag ein Gesamtvolumen von gerundeten 0,9 Mio. EUR auf. Sie entfallen im Wesentlichen auf Tantiemen und Boni (0,25 Mio. EUR), Prozessrisiken (0,22 Mio. EUR) sowie Steuerrückstellungen (0,28 Mio. EUR). Verbindlichkeiten Insgesamt stiegen die Verbindlichkeiten um 0,8 Mio. EUR auf 13,1 Mio. EUR (Vorjahr: 12,3 Mio. EUR). Gegenüber Kreditinstituten sanken die Verbindlichkeiten aufgrund der planmäßigen Tilgung des Darlehens bei der Commerzbank AG um 1,0 Mio. EUR auf 1,0 Mio. EUR. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 11,2 Mio. EUR entfallen auf Verbindlichkeiten aus der Provisionsabrechnung. Diese bestehen gegenüber den bei der BCA AG angeschlossenen Vermittlern/Maklern und wurden fast vollständig im Januar und Februar 2012 an diese ausgezahlt. Die größte Investition der BCA AG war weiterhin die Fortsetzung und Finalisierung des IT-Projektes Entwicklung BCA BusinessPlus+ bis in das Jahr Für das IT- Projekt hat die Gesellschaft Mittel in der Planung bis einschließlich 2011 berücksichtigt. Der Roll-Out der neuen Software ist zum Jahreswechsel 2010/2011 erfolgreich durchgeführt worden. Die in 2011 begonnenen Arbeiten an den Innendienstsystemen der BCA AG werden in 2012 weiter fortgesetzt und finalisiert. Dafür hat die Gesellschaft Investitionen in Höhe von 275 TEUR eingeplant. Erläuterungen zur Liquiditätslage Der Kredit zur Finanzierung der Anteile der Carat Fonds Service AG valutiert nach einer weiteren planmäßigen Tilgung von 1,0 Mio. EUR in 2011 per bei 1,0 Mio. EUR und wird im Jahr 2013 komplett getilgt sein. Die BCA AG hat sich mit der Commerzbank darauf geeinigt, die Tilgungsraten von 2 mal 500 TEUR p.a. auf 4 mal 125 TEUR p.a. zu ändern, um somit zwar die Laufzeit um ein Jahr zu verlängern, die Belastung der Liquidität aber damit deutlich zu reduzieren. Nach erfolgreichem Roll-Out von BusinessPlus+ und Abschalten des Broker Pools sind für das Jahr 2012 weitere Investitionen im IT-Bereich für die Innendienstsysteme, wie bereits in 2011 begonnen, geplant. Erläuterungen zur wirtschaftlichen Lage Die Finanzkrise auf den Weltmärkten in den Jahren 2008 und 2009 setzte sich auch 2010 und 2011 im Anleger- und im Beratermarkt in allerdings abgeschwächter Form fort. Hinzu kamen und kommen die Krisen der Euroländer und die damit verbundene weitere Verunsicherung der Anleger und Verbraucher. Aktuellstes Beispiel: Griechenland. Das Durchschreiten der wirtschaftlichen Talsohle rückte damit weltweit in weite Ferne und der erhoffte kräftige Aufschwung der Weltbörsen blieb durch Zukunftsängste und starke Zurückhaltung der Anleger aufgrund des massiven Vertrauensverlustes in die Finanzwirtschaft aus. Dies ging auch an der BCA AG nicht spurlos vorbei: Die Erlöse aus Bestandsprovisionen nahmen in den Investmentbeständen leicht ab. Im Versicherungsbereich jedoch verzeichnete die BCA AG einen erfreulichen Aufschwung im Neugeschäft. Eine strenge Kostendisziplin in Verbindung mit einer offensiven Vorwärtsstrategie war die richtige Kombination in der Auswahl der 9

14 Anlage I Mittel im härter werdenden Konkurrenzkampf. Das Kostensenkungspotenzial in der BCA AG ist weitgehend ausgeschöpft. Es finden sich nur noch kleine Stellen, bei denen noch Spielraum für Optimierung besteht. Durch Fluktuation frei gewordene Stellen werden nur nach reiflicher Überlegung wieder besetzt oder aber die entsprechenden Arbeitsabläufe optimiert und Aufgaben sowie Lasten neu verteilt. Die BCA AG rechnet weiterhin mit einer sukzessiven Verbesserung der aktuellen Situation sowie einer mittelfristigen Rückkehr zur Normalität im Anlage- und Vorsorgemarkt und folglich mit einer damit verbundenen Stärkung der Ertragslage. Die BCA AG hält an ihrem eher konservativ geplanten Ergebnis für das Jahr 2012 fest. 4. Bereichsbericht 4.1 Investment Operations Die Abteilung Investment Operations verzeichnete einen Vorstandswechsel Mitte Damit verbunden sind neue strategische Ausrichtungen. Neue Inhalte werden vertriebliche Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der Abteilung Partnermanagement sein. Eine Sales-Pipeline mit TOP-Partnern im Markt soll konsequent angegangen und zur Zusammenarbeit mit der BCA bewogen werden. Seitens der BCA Bank wurde in Zusammenarbeit mit dem Bankhaus Metzler ein neues Produkt entwickelt Private Investing. Es handelt sich um eine innovative Fonds-Vermögensverwaltung in derzeit vier Risikostufen, die sich durch hohe Transparenz, günstige, nachvollziehbare Vergütung und das Know-how ausgewählter externer Asset Manager auszeichnet. Die anstehende Neuregulierung des Vermittlermarktes verunsichert die Berater weiterhin. Eine Alte-Hasen-Regelung wurde gefunden, hat aber auch Tücken. Administration des Fondsgeschäftes Die Nacharbeiten und notwendigen Anpassungen im Zusammenhang mit den vielfachen Migrationen in 2010 wurden weitgehend beendet. Im Zuge der Weiterentwicklung des neuen BusinessPlus+ wurden regelmäßig Tests und notwendige Anpassungen durchgeführt sowie Fehler behoben. Ein Kernthema waren die Depotdarstellungen und die Neukonfiguration der Datenbank sowie der Ausbau der Infosysteme. Inhalt vieler Servicegespräche war die anhaltende Problematik der geschlossenen Offenen Immobilienfonds und die mögliche Entwicklung dieser Produkte hinsichtlich einer Wiedereröffnung. In Zusammenarbeit mit den depotführenden Stellen wurden Möglichkeiten besprochen und, sofern möglich, umgesetzt, um die frei werdenden Bestände zu halten. Die KAG-Übertragung bei den ATS-Fonds (von Frankfurt Trust zu Hansa Invest) wurde begleitet, die betroffenen Vermittler wurden direkt unterstützt. Die durch gesetzgeberische Maßnahmen notwendig gewordene Integration von KIIDs in Broker Pool und BusinessPlus+ erfolgte zum Alle erforderlichen Maßnahmen hinsichtlich Einstellung und Kommunikation wurden von Investment 10

15 Anlage I Operations durchgeführt. Die regelmäßige Lieferung erfolgt über FWW. Das Thema PIB wird über die BCA-Bank in Zusammenarbeit mit der DAB dargestellt. Das umfangreiche Projekt der fondsbasierten Vermögensverwaltung Private Investing der BCA Bank in Kooperation mit Metzler wurde fertiggestellt. Vertriebsunterstützende Maßnahmen wie Schulungen, Vorstellungen und Roadshows begannen Ende 2011 und werden in 2012 kontinuierlich weitergeführt. Das WebTV BCA OnLive wurde zu allen Investment Operations betreffenden Themen stark eingesetzt. Geschlossene Fonds Die Wirtschafts- und Schuldenprobleme im europäischen Raum ließen auch die Beteiligungsbranche nicht ungeschoren. Unsicherheiten über die bevorstehende Regulierung, diverse Schiffsinsolvenzen und Negativinformationen über Emissionshäuser erschwerten den Vertrieb zusätzlich. Nach schwachem Neugeschäft zu Jahresbeginn wurden die Umsätze besser, besonders in der zweiten Jahreshälfte belebte sich der Markt etwas. In Gänze war es für die Branche ein eher schwaches Jahr. Die Umsätze (Zeichnungsvolumen) der BCA AG konnten sich hingegen um ca. 6,3 % auf ca. 9,3 Mio. EUR Platzierungssumme verbessern. Der anteilige Provisionsbetrag der BCA steigerte sich um 13 %. Investoren konzentrieren sich auf stabile Märkte und nachvollziehbare Investments wie Immobilien, Rohstoffe sowie nachhaltige Produkte allgemein. Flexible Produkte mit kurzen Laufzeiten sind gefragt. Die BCA wird in Zusammenarbeit mit der Brenneisen Capital AG und verschiedenen Emissionshäusern monatlich regelmäßige OnLive-Sendungen durchführen. Begleitende Artikel werden in der BCA TOPNEWS erscheinen. Der Umsatz wird nach wie vor überwiegend über Brenneisen gesteuert. Die anstehende Regulierung wird die Beteiligungsmodelle aus der Ecke des Graumarktes herauslösen und zu klar regulierten Finanzanlagen machen. Das sollte der Branche neuen Auftrieb verleihen. 4.2 Versicherung Im Fokus der Aktivitäten und der Vermittleransprache stand die Implementierung der neuen BCA Plattform BusinessPlus+. Diese gewährleistet eine komfortable Unterstützung in den wichtigsten Prozessen der Vermittlerschaft. Anders als bei neu angebundenen Vermittlern kommt der Begleitung von bereits länger angebundenen Vermittlern bei der Umstellung auf das neue System eine hohe Bedeutung zu. Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass die Neukonzeption die Bedürfnisse der Vermittler trifft. Dies schließt jedoch nicht aus, BusinessPlus+ weiter zu optimieren und mit zusätzlichen Bausteinen auszustatten. Die hohe Akzeptanz seitens der Nutzer führt u.a. dazu, dass Vermittler Ihre Bestände konsolidieren und einer vereinfachten, gesellschaftsübergreifenden Administration zuführen wollen. Dies macht sich auch derart bemerkbar, dass zunehmend Wünsche angebundener Vermittler nach Bestandsübertragungen hin zur BCA AG zu verzeichnen sind. Damit einher geht die Optimierung dieses Prozesses in puncto Automati- 11

16 Anlage I sierung und Transparenz, flankiert wiederum von datenschutzrechtlichen Anforderungen, die es eindeutig und für alle am Prozess Beteiligten nachvollziehbar umzusetzen gilt. Der Bereich Altersvorsorge wurde im Wesentlichen von 4 Kernthemen geprägt. Dabei spielte die Absicherung der vorzeitigen biometrischen Risiken (Hinterbliebenenvorsorge und Absicherung der Invalidität) eine gewichtige Rolle, gefolgt von der Reduzierung des Rechnungszinses auf 1,75 % für das Neugeschäft ab Einen weiteren Wachstumsbereich stellt die betriebliche Altersvorsorge dar. Hierbei konzentrieren sich die Aktivitäten vor allem auf den Ausbau des Belegschaftsgeschäftes sowie der GGF-Versorgung (Neuinstallationen sowie Überprüfung bestehender Zusagen oder deren Auslagerung). Im Bereich der privaten Vorsorge unterstützt die BCA ihre angebundenen Vermittler mit einem strukturierten Produktauswahlprozess, der es insbesondere durch entsprechende Chancen-/Risikoprofile, die mithilfe stochastischer Simulationen berechnet werden, ermöglicht, die Wirkungsweise von Produkten umfassender abzubilden. Hierbei werden denkbare Kapitalmarktverläufe simuliert und dann das Verhalten der Produkte entsprechend dieser Verläufe getestet. Das Ergebnis sind somit Renditen Die Ergebnisse werden danach statistisch analysiert und ergeben Häufigkeitsverteilungen der jeweils erzielten Renditen. Somit kann sowohl für den Berater als auch für den Endkunden eine realistische Einschätzung über eine zu erwartende Rendite abgebildet werden, was die Entscheidungsgrundlage bei der Produkt- und Tarifauswahl erheblich vereinfacht. Der Bereich Krankenversicherung hat sich thematisch vor allem damit befasst, die angebundenen Vermittler zu sensibilisieren, die existenziellen Risiken auch bedingungsseitig durch die jeweiligen Tarife abzusichern. Gepaart mit dem Augenmerk auf die Beitragsstabilität führt dieser Beratungsansatz nicht nur zur Haftungssicherheit des Vermittlers, sondern insbesondere zu einer erhöhten Kundenzufriedenheit und damit zur Bestandssicherheit. Der Schadenversicherungsbereich hat sich im Wesentlichen darauf konzentriert, die Anbieter- und Produktpalette gezielt weiter auszubauen. Dabei gelingt es immer mehr, den Abwicklungsprozess im Retailgeschäft elektronisch abzubilden, was es dem angebundenen Vermittler ermöglicht, sehr effizient abzuwickeln. Das Zauberwort heißt hier Dunkelverarbeitung. 4.3 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die hoch qualifizierten Mitarbeiter der BCA AG sind und bleiben die stärkste Ressource der BCA AG. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Die BCA setzt auf ein Maximum an eigener Kompetenz und bedient sich nur dort des Mittels des outsourcing oder der vorübergehenden Einbindung externer Kräfte, wo dies aus Effizienzgründen geboten ist und vitale Interessen des Unternehmens nicht negativ berührt werden stand im Zeichen des punktuellen Einsatzes qualitativ hochwertigen Personals zur Erweiterung und Optimierung des Personalstamms. Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2011 waren bei der BCA AG wie bereits im Vorjahr 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Für Boni und Tantiemen wurden Rückstellungen in Höhe von 248 TEUR gebildet. 12

17 Anlage I Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2011 kein Schlüsselpersonal, weder durch den notwendig gewordenen Abbau noch durch Eigeninitiativen, verloren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes waren keine arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit ehemaligem oder derzeitigem Personal anhängig. Zum 01. Mai wurde Herr Oliver Lang zum Vorstand berufen. Zur Jahresmitte 2011 hat sein Vorgänger, Herr Dr. Keilholz, die BCA AG verlassen. 5. Nachtragsbericht Wesentliche Ereignisse sind nach dem Abschlussstichtag nicht eingetreten. 6. Chancen und Risikobericht Grundsatz Risiko ist die Gefahr, dass Ereignisse oder Handlungen ein Unternehmen daran hindern, seine Ziele zu erreichen bzw. seine Strategien erfolgreich umzusetzen. Jede unternehmerische Betätigung ist aufgrund der Unsicherheit zukünftiger Entwicklungen mit Chancen und Risiken verbunden. Risiken stellen die Möglichkeit ungünstiger, zukünftiger Entwicklungen dar. Andererseits können bestehende Chancen ungenutzt bleiben, was ebenso als Risiko zu betrachten ist. Der Vorstand der BCA AG handelt grundsätzlich risikoavers und geht nur solche Risiken ein, welche geschäftsbedingt eingegangen werden müssen. Die Risiken des BCA Konzerns werden dezentral durch Verantwortliche in den einzelnen Unternehmen erfasst und unterliegen einer zentralen wie auch dezentralen regelmäßigen Kontrolle. Der Vorstand hat das Risikocontrolling so aufgebaut, dass er regelmäßig alle 6 Monate bzw. ad-hoc über die Risiken der BCA AG informiert wird. Die Ergebnisse dieser Auswertung werden auch an den Aufsichtsrat berichtet. Besondere Vorkommnisse wie beispielsweise die Evidenz besonderer Risiken und die Notwendigkeit des (unverzüglichen) Tätigwerdens des Vorstandes berichtet der Risikocontroller umgehend an den Vorstand. 6.1 Risikobericht Kreditrisiken Das Kreditrisiko im klassischen Sinne besteht bei der BCA AG nicht. Die BCA diskontiert Provisionen gegenüber ihren Vermittlern. Das Diskontierungsrisiko, welches durch eine Vertragsstornierung einer diskontierten Prämienzahlung entsteht, wenn der Vermittler diesen Betrag nicht zurückzahlen kann, ist im Regelfall durch eine Versicherung gedeckt. Über den Versicherungsschutz hinausgehende Risiken werden im Einzelfall kontrolliert, bewertet und bei Bedarf Rückstellungen gebildet. 13

18 Anlage I Ertragsrisiken Die Gesellschaft ist abhängig von der Entwicklung der Kapital- und Versicherungsmärkte. Veränderungen der Gesetzgebung und wesentliche Änderungen des Verhaltens des Publikums, aber auch der Berater- und Vermittlerschaft in der Kapitalanlage und Vorsorge können die Geschäftslage der BCA AG beeinflussen. Eine langfristige Baisse, ausgelöst durch eine Finanzmarktkrise, kann negativen Einfluss auf den Ertrag der BCA AG nehmen. Die BCA AG müsste in diesem Fall weitere Kostensenkungen, welche durch flankierende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in ihrer Wirkung adjustiert werden müssten, einleiten. Freizügigkeit der angebundenen Partner und ihrer Bestände Die freien Vermittler sind weder ausschließlich noch fest an die BCA gebunden. Sie können jederzeit Ihre Bestände disponieren und ggf. auf andere Pools (Verbünde) übertragen. Nach Bestandsfreigabe durch die BCA AG, die ausschließlich auf Anforderung stets unverzüglich erfolgt, haben sie die Möglichkeit, innerhalb von sechs Monaten die Bestände zu übertragen und/oder zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Liquiditätsrisiko Die Liquidität des Unternehmens wird fortlaufend vom Rechnungswesen geprüft und hinsichtlich der plan- und schätzbaren Ein- und Auszahlungen beobachtet sowie in der Planliquidität dokumentiert. Das Rechnungswesen unterrichtet den Vorstand in regelmäßigen Abständen über den Stand der Liquidität und bespricht diese Auswertungen zeitnah nach Erstellung und/oder Gewinnung neuer Erkenntnisse. Bei sich abzeichnenden oder durch evtl. umfangreichere Investitionen unumgängliche Liquiditätsengpässe würden der Berichtszeitraum rechtzeitig verkürzt und Gegenmaßnahmen getroffen, um die Liquidität der BCA AG jederzeit sicherzustellen. Operationelle Risiken Im Rahmen der halbjährlichen Risikoberichterstattung erhalten der Vorstand und Aufsichtsrat auch Informationen über operationelle Risiken der Gesellschaft. Das sind z.b. Rechtsrisiken, Personalrisiken oder auch strategische Risiken. Alle Risiken im Einzelnen oder mehrere Risiken zusammen können auf Dauer oder in hoher Intensität der BCA AG Schaden zufügen und die Gesellschaft durch beispielsweise fehlende Liquidität handlungsunfähig machen. 6.2 Chancenbericht Nach der erfolgreichen Ablösung des Broker Pools durch die neue Anwendung BusinessPlus+, stellt die BCA AG ihren Vermittlern ein starkes Tool zur Verfügung, mit dem sie weiterhin aktiv die unabhängige Beratung unterstützt. Durch den Willen der Verbraucher und gesetzgeberische Aktivität steigen die Anforderungen in diesem Bereich. Der BCA Konzern ist auf die zunehmende Regulierung durch den Gesetzgeber sehr gut vorbereitet und kann seinen Vermittlern und Partnern für alle Situationen und Entscheidungen einen Lösungsweg anbieten. Der seit dem 27. Oktober 2011 verabschiedete und verkündete Gesetzesentwurf hat für freie Makler grundle- 14

19 Anlage I gende Änderungen mit sich gebracht. Die BCA AG bietet ihren Vermittlern und Partner hierzu ein optimal abgestimmtes Programm an, damit diese auch in Zukunft eine wichtige, sogar noch wichtigere Rolle im Markt spielen. Somit wird das Angebot eines eigenen Haftungsdaches im BCA Konzern vor dem regulatorischen Umfeld eine wachsende strategische Rolle spielen und letztendlich in nicht unerheblichem Maße, neben technologischer und fachlicher Kompetenz, über den Erfolg in der Poolwelt entscheiden. Die BCA AG hat sich in den letzten Jahren von einem nur sektoral beratenden Abwicklungspartner zu einem sehr starken Partner und Vordenker in vielen notwendigen Bereichen für die Vermittler entwickelt. Mit der Kombination aus Dienstleistung, Produktprüfung und Produktempfehlung werden die freien Vermittler in allen Situationen mit den richtigen Werkzeugen, dem nötigen Wissen und den geeigneten Angeboten ausgestattet. Noch stärker als bisher leistet die BCA in diesem Bereich für die freien Vermittler Qualitätsprüfung und bietet den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen breiten als auch neutralen Marktzugang. Sie stellt ihren Partnern über BusinessPlus+ geschlossene Prozesse ohne Medienbrüche von der Kundenanalyse über die rechtssichere Beratung auf höchstem Niveau bis hin zur abschließenden Dokumentation der Empfehlung und ihrer Umsetzung zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen an Rechtssicherheit und Professionalität nimmt das Portfolio- Optimierungstool, der BCA Value Planner, einen ganz besonderen Stellenwert ein. Diese neue Eigenentwicklung der BCA hebt den klassischen Ansatz der Portfolio- Optimierung nach Harry Markowitz auf eine neue Ebene und ist als Angebot in der Form einer Multi-Szenario-Optimierung (MSO) weiterhin einmalig auf dem Markt. 7. Prognosebericht 7.1 Geschäftsfeld Investment Das Jahr 2012 wird für die BCA geprägt sein durch die weitere Umsetzung der Regulierungsmaßnahmen, die Akzeptanz des neuen Produktes Private Investing, die endgültige Einführung der Beratungs- und Abwicklungssoftware BusinessPlus+ und die Bewegungen des Marktes aufgrund wirtschaftlicher und politischer Entscheidungen. All dies wird deutliche Auswirkung auf die Tätigkeiten von Investment Operations haben. Darüber hinaus wird der vertriebliche Aspekt wesentlich stärker ausgeprägt werden. Betreuung und unterstützende Akquise (Sales-Pipeline) wird ein wichtiger Faktor der Tagesarbeit werden. Anbindungen neuer Plattformen sowie neue Vertriebs- bzw. Produktpartnerschaften sind in Planung. 7.2 Geschäftsfeld Versicherungen Krankenversicherung Die aufsichtsrechtlichen Veränderungen der Vergütungsregelung und die Verlängerung der Haftungszeiten in der substitutiven Krankenversicherung zum April 2012 zeigen auf, wie sehr sich die Branche insgesamt mehr und mehr auf regulatorische Veränderungen einstellen muss. Auch etwaige politische Veränderungen werfen ihre Schatten voraus und verleihen Spekulationen um die Zukunft der PKV mehr und mehr Nährboden. Allerdings ist zu erwarten, dass das Thema Unisextarife zum Ende 2012 eine ähnliche Beflügelung des Geschäfts erhält wie das Thema Rechnungs- 15

20 Anlage I zinsänderung in Vor diesem Hintergrund wird die private Krankenzusatzversicherung weiter an Bedeutung gewinnen, was sich auch an der Angebotsausweitung der für Arbeitnehmer interessanten betrieblichen Krankenversicherung ablesen lässt. Altersvorsorge Die Herabsetzung des Rechnungszinses in 2011 hat der Branche zwar ein gutes Jahresendgeschäft eingebracht, setzt aber den einen oder anderen Produktanbieter von Garantiepolicen andererseits unter Druck hinsichtlich der Rentabilität des jeweiligen Tarifs. Gleiches gilt insgesamt für die Branche auf Grund weiter anhaltender niedriger Zinsen. Die für die Versicherer weiter steigenden Anforderungen aus Solvency II werfen bereits ihre Schatten voraus und werden ihr Übriges tun. Insofern kann man davon ausgehen, dass weiter mit neuen Produkten am Markt zu rechnen ist, die das Garantieniveau senken und das Kapitalanlagerisiko auf den Kunden verlagern werden. Dies muss grundsätzlich nicht zum Nachteil der Kunden erfolgen, kommt es doch meist darauf an, kalkulierbare Renditen mit kalkulierbarem Risiko anbieten zu können.im Zuge dessen wird sich auch die Anforderung an die Transparenz der angebotenen Produkte und Tarife erhöhen, nicht zuletzt wiederum durch den Gesetzgeber getrieben. Kompositversicherung Der Kompositversicherungsbereich ist im Privatkundensegment auf Grund hoher Marktsättigung stark vom Wechselgeschäft bestimmt. Insofern steht eine hohe Individualität bei gleichzeitig hohem Leistungsniveau, aber vorteilhaften Prämien, im Vordergrund. Dies erfordert beim Vermittler eine enorme Marktkenntnis sowie schlanke und komfortable Analyse-, Beratungs- und Abwicklungsprozesse. Werden diese auch beim Versicherer mit automatisierter Verarbeitung und Dokumentation begleitet, kann auch dieses kleinteilige Geschäft professionell und effizient abgewickelt werden. Im Gewerbe- und Industriegeschäft liegt der Fokus auf speziellen Konzepten, welche sich von den gängigen Produkten der Versicherer abgrenzen und weitestgehend allumfassenden Versicherungsschutz bieten. 7.3 Zusammenfassung der Unternehmensziele Für die BCA AG genießt weiterhin die Bereitstellung durchdachter und ausgereifter Software-Tools für die Vermittlerschaft oberste Priorität. Damit soll den Vermittlern erleichtert werden, ihren Kunden vor Ort passende Produkte anbieten und Abschlüsse tätigen zu können, die letztlich die Erträge des Konzerns steigern. Oberstes wirtschaftliches Ziel der Gesellschaft ist es wie auch in den Vorjahren, in einem noch schwierigen Umfeld die Ertragskraft nachhaltig zu steigern. Die weitreichenden und frühzeitig im Jahr 2008 eingeleiteten Maßnahmen einer zunächst rigorosen Kostensenkung wurden auch im Jahr 2011, wegen des geringer werdenden Einsparpotenzials in abgemilderter aber flexibler Weise, fortgeführt. Strenge Risiko- und Kostenkontrolle sieht die BCA somit auch weiterhin als wesentliches Element des wirtschaftlichen Erfolges angesichts der vielfältigen Herausforderungen an. Neben der vorausschauenden Kontrolle und Steuerung der Ausgaben und einem umfassenden Risikomanagement setzt die BCA aber vor allem, wie in diesem Bericht ausgeführt, auf den fortgesetzten Ausbau ihres zukunftsorientierten Dienstleistungsangebotes auf der Basis einer hochmodernen Technologie und eine künftig erhöhte Marktpräsenz durch qualifiziertes Personal. Die noch bis ins ablaufende Geschäftsjahr vorgenommenen Investitionen in die Software BusinessPlus+ dienen der Sicherung und dem Ausbau der Stellung gegenüber den Mitbewerbern, werden die Effizienz der BCA 16

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