Diagnostisches Interview Kiddie-Sads-Present and Lifetime Version (K-SADS-PL) Screening Interview

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1 i Diagnostisches Interview Kiddie-Sads-Present and Lifetime Version (K-SADS-PL) Screening Interview Probandenname: Krankenhaus: Untersucher: Geburtsdatum: Behandelnder Arzt: Probandennummer: Datum des Interviews: Tag Monat Jahr 5. Auflage der deutschen Forschungsversion, erweitert um ICD-10-Diagnostik, Juli 2000/Juli2001 Übersetzung und Adaptation: Cynthia Delmo, Olaf Weiffenbach, Martin Gabriel, Christina Stadler, Fritz Poustka Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des es- und Jugendalters; Deutschordenstraße 50, Frankfurt am Main (Adaptation des ICD-10 Algorithmus: Birgit Bruhl, Romuald Brunner, Manfred Döpfner, Martin Gabriel, Michael Huss, Gerd Lehmkuhl, Ulrike Lehmkuhl, Fritz Poustka, Ulrich Preuss, Uwe Streibhardt, Olaf Weiffenbach) Bearbeitete Teile: Screening Interview #1 #2 #3 #4 #5 Vorwort der amerikanischen Originalversion: Diagnostic Interview Kiddie-Sads-Present and Lifetime Version (K-SADS-PL) Version 1.0 of October 1996 The K-SADS-PL was adapted from the K-SADS-P (Present Episode Version), which was developed by William Chambers, MD and Joaquim Puig-Antich, MD, and later revised by Joaquim Puig-Antich, MD and Neal Ryan, MD. The K-SADS-PL was written by Joan Kaufman, Ph.D., Boris Birmaher, MD, David Brent, MD, Uma Rao, MD and Neal Ryan, MD. The K- SADS-PL was designed to obtain severity ratings of symptomatology, and assess current and lifetime history of psychiatric disorders, including several disorders not surveyed in the K-SADS-P. The current instrument is greatly indebted to several other existing structured and semi-structured psychiatric instruments including the K-SADS-E (Orvaschel & Puig-Antich), the SADS-L (Spitzer and Endicott), the SCID (Spitzer, Williams, Gibbon, and First), the DIS (Robins and Helzer), the ISC (Kovacs), the DICA (Reich, Shayka, and Taibleson), and the DUSI (Tarter. Laird, Bukstein, and Kaminer). Guidelines for the introductory interview at the beginning of this instrument were provided by Michael Rutter, MD and Philip Graham, MD, and modifications for the anxiety disorders section were provided by Cynthia Last, Ph.D. Other consultants include Oscar Bukstein, MD, Walter Kaye MD, David Kolko, Ph.D., Rolf Loeber, Ph.D., William Pelham Ph.D., David Rosenberg, MD and John Walkup, MD. Appreciation is extended to all contributors, as well as to Denise Carter-Jackson, for the word processing of this instrument. Permitted Usage This instrument is copyrighted. Usage is freely permitted without further permission for uses which meet one or more of the following: Clinical usage in a not-for-profit institution Usage in an IRB approved research protocol All other uses require written permission of the principal author, Dr. Kaufman, including but not limited to the following: Redistribution of the instrument in printed, electronic or other forms Commercial use of the instrument The latest version of the instrument, a pointer to the author s electronic mail address, and other useful information can be found at the following WorldWide Web URL:

2 Inhaltsverzeichnis Einleitung...I Die Komponenten des K-SADS-PL... II Das unstrukturierte Eingangsinterview...II Das Screening-Interview...II Checkliste Erweiterungsinterviews.... III Diagnostische Erweiterungsinterviews... III Checkliste Lebenszeitdiagnosen... III Global Assessment Schedule für er (K-GAS):... IV Codierung... IV Richtlinien für die Durchführung des unstrukturierten Eingangsinterviews... IV Patienten/ Nichtpatienten... IV/V Basisdaten und Hintergrundinformationen...VI Dokumentationsbogen für Eingangsinterview... VI Demographische Variablen...VI-XII Depressive Störungen... 1 Manie... 6 Psychosen... 8 Panikstörung Störung mit Trennungsangst Soziale Phobie/Vermeidungsstörung Agoraphobie und Spezifische Phobien Überängstlichkeitsstörung/Generalisierte Angststörung Zwangsstörung Enuresis Enkopresis Anorexia nervosa Bulimia nervosa Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung Oppositionelle Störung Geschwisterrivalität Störung des Sozialverhaltens Ticstörungen Zigaretten-/Tabakkonsum Alkoholmißbrauch Substanzmißbrauch Posttraumatische Streßstörung er-gas (Global Assessment Scale) fassende Checkliste Lebenszeitdiagnosen Drogenliste Checkliste für die diagnostischen Abschnitte der Erweiterungsinterviews ii

3 Fragebogen für affektive Störungen und Schizophrenie für er im Schulalter (6 bis 18 Jahre) I Einleitung Kiddie-SADS - Lifetime-Version (K-SADS-PL) Das K-SADS-PL ist ein semistrukturiertes diagnostisches Interview, das für die Er gegenwärtiger und zurückliegender Episoden psychischer Störungen bei ern und Heranwachsenden nach DSM-III-R und DSM-IV entwickelt wurde. Für die Symptomer werden vorformulierte fakultative Fragen und obligatorisch zu erfassende Symptomkriterien vorgegeben. Mit dem K-SADS-PL werden folgende Diagnosen und Störungen erfragt: Major Depression, Dysthymie, Manie, Hypomanie, Zyklothymie, Bipolare Störungen, schizoaffektive Störungen, Schizophrenie, schizophreniforme Störung, kurze reaktive Psychose, Panikstörung, Agoraphobie, Störung mit Trennungsangst, Vermeidungsstörung im es- und Jugendalter, einfache Phobie, soziale Phobie, Überängstlichkeit, generalisierte Angststörung, Zwangsstörung, Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung, Verhaltensstörung, oppositionelles Trotzverhalten, Enuresis, Enkopresis, Anorexia nervosa, Bulimie, vorübergehende Tic-Störung, Tourette-Syndrom, chronische motorische oder vokale Tics, Alkoholmißbrauch, Substanzmißbrauch, posttraumatische Streßstörung und Anpassungsstörungen. Das K-SADS-PL ist ein semistrukturiertes Interview. Die vorformulierten Fragen müssen nicht wörtlich vorgelesen werden. Sie sollen vielmehr als Anschauungsbeispiel dienen, wie die zur Beurteilung des jeweiligen Items erforderliche Information erhalten werden kann. Der Interviewer kann und soll die Fragen dem Entwicklungsstand des es anpassen und nach Möglichkeit die von und verwendeten Ausdrucksweisen aufgreifen. Das K-SADS-PL wird durchgeführt, indem zunächst die (ggf. ein teil) (E) und (K) nacheinander befragt werden, und aus den erhaltenen Informationen eine zusammenfassende Beurteilung (Z) generiert wird, in der alle Informationsquellen berücksichtigt werden (,, Schule, Krankenakte u.a.). Bei präpubertären ern wird zuerst das interview durchgeführt; Jugendliche werden vor ihren befragt. Bei Widersprüchen zwischen verschiedenen Informationsquellen wird die beste klinische Einschätzung des Interviewers eingesetzt (best estimate). Widersprüche in den Angaben von und ern kommen am häufigsten bei solchen Items vor, die subjektive Wahrnehmungen und Gefühle erfragen, von denen die nichts wissen, die das aber glaubhaft als vorhanden oder nicht vorhanden angibt. Dies gilt insbesondere für Items wie Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Halluzinationen und suizidale Ideationen. Wenn sich Widersprüche bezüglich beobachtbaren Verhaltens zeigen (z. B. Schule schwänzen, Zündeln oder Zwangsrituale) sollte der Untersucher die und das auf die widersprüchlichen Angaben ansprechen. Manchmal lassen sich die Ursachen für widersprüchliche Angaben auch in einem gemeinsamen Gespräch mit den und dem klären. Läßt sich auch dadurch keine Übereinkunft erzielen, muß der Interviewer seine/ihre klinische Einschätzung zur Vervollständigung des zusammenfassenden Ratings einsetzen.

4 Die folgenden Richtlinien sind bei der Codierung von Symptomen zu beachten: II 1. Derzeitige Diagnosen: Bei der Codierung jetziger Episoden psychischer Störungen () soll die Symptombeurteilung jeweils den Zeitpunkt erfassen, an dem die Symptomausprägung maximal war. Besserung oder Verschwinden von Symptomen (z. B. Schlafstörung) werden als Randnotiz vermerkt. 2. Medikamentös behandelte Störungen: Bei der Beurteilung von Störungen, die medikamentös behandelt werden (z. B. ADHD) soll die maximale Symptomausprägung erfaßt werden, die vor Beginn der medikamentösen Therapie oder während medikamentenfreier Phasen (drug holidays) bestand. Symptome, die auf die Medikation gut angesprochen haben, werden am Rand notiert. 3. Zurückliegende Krankheitsphasen (Vergangenheit): Eine Episode wird als remittiert oder abgelaufen gewertet, wenn danach mindestens zwei Monate lang keine spezifischen Symptome der Störung bestanden haben. Hat es von einer psychischen Störung mehr als eine zurückliegende Krankheitsphase gegeben, soll die schwerste Episode in der Vergangenheit () beurteilt und codiert werden. 4. Verlauf: Bei ern mit wiederkehrenden Krankheitsphasen in der Anamnese ist die Erstellung eines Zeitschemas zu empfehlen. Auf einer Zeitachse werden Beginn und Verlauf der Erkrankung aufgetragen und nach Möglichkeit durch die Dokumentation des Zeitverlaufs wichtiger Symptome ergänzt. Bei der Erfragung einzelner Symptome der wiederkehrenden Störung kann eine solche Verlaufsdarstellung zum besseren Überblick herangezogen werden. Im Verlauf des Interviews kann sich herausstellen, daß Krankheitsphasen, die anfänglich als zurückliegend eingeordnet wurden, eigentlich aktuelle Episoden in Remission sind. Korrekturen der Codierung von jetzigen und zurückliegenden Episoden sollten nach der vollständigen Durchführung des Interviews vorgenommen werden. Das vollständige K-SADS-PL besteht aus: 1. einer einleitenden unstrukturierten Befragung 2. einem diagnostischen Screening-Interview 3. der Checkliste diagnostischer Erweiterungsinterviews 4. den durchzuführenden Erweiterungsinterviews 5. der Checkliste für die von Lebenszeitdiagnosen 6. dem Global Assessment Schedule für er (K-GAS) Zunächst wird das K-SADS-PL mit jedem Probanden einzeln durchgeführt und anschließend nach zusammenfassender Beurteilung aller Daten und Klärung widersprüchlicher Angaben die Checkliste Lebenszeitdiagnosen ausgefüllt und der K-GAS beurteilt. Wenn sich bei der Durchführung des Screening- Interviews keine Anhaltspunkte für derzeitige oder zurückliegende psychische Störungen ergeben, müssen die restlichen Abschnitte des K-SADS-PL nicht ausgeführt werden. Die Komponenten des K-SADS-PL Das unstrukturierte Eingangsinterview Für diesen Teil des K-SADS-PL werden ungefähr 10 bis 15 Minuten benötigt, um Rahmendaten zu erheben über demographische Variablen, Gesundheitszustand, derzeitige Beschwerden und frühere psychiatrische Behandlungen, schulische Leistungen, Hobbys und soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen und Familienangehörigen. Während dieser offenen Befragung entsteht eine Beziehung zwischen dem Interviewer und den bzw. dem, die für die Informationsgewinnung von grundlegender Bedeutung ist. Dabei kommt insbesondere dem offenen Gespräch über das schulische und soziale Umfeld des es besondere Bedeutung zu. Detaillierte Durchführungsrichtlinien für die Eingangsbefragung werden auf den Seiten IV f. beschrieben. Ein Formular für die Dokumentation der erfragten Informationen ist im Anschluß abgedruckt. Dieser Teil des Interviews darf nie ausgelassen werden. Das Screening-Interview Im Screening-Interview werden für jede der mit dem K-SADS-PL erhebbaren Diagnosen die obligatorischen Hauptsymptome als Eingangskriterien für die diagnostischen Unterabschnitte erfragt. Für jedes Symptom werden Fragen- und Beurteilungskriterien vorgegeben. Der Rater muß weder die Fragen wörtlich vorlesen, noch alle Fragen verwenden, sondern er kann nach Bedarf eigene Formulierungen einsetzen oder Fragen auslassen. Die Fragen sollten möglichst neutral formuliert werden; Suggestivfragen sind unbedingt zu vermeiden ("du fühlst dich doch nicht traurig oder?"). Im Screening-Interview wird das Vorhandensein von Symptomen parallel für eine jetzige Episode () und eine schwerste zurückliegende Episode () erfragt. Zuerst wird das gefragt, ob es jemals das Symptom hatte. Wenn es verneint, wird das Symptom sowohl für die aktuelle Episode als auch für eine zurückliegende Episode

5 als nicht vorhanden codiert und die nächste Frage gestellt. Bejaht das, wird der Zeitraum erfragt, in dem das Symptom vorhanden war. Wenn das Vorhandensein des Symptoms sich auf einen bestimmten Zeitraum eingrenzen läßt (z. B. derzeit bestehend) wird abgeklärt, ob es noch zu einem anderen Zeitpunkt vorhanden war. Die mit dem Screening-Interview zu erfragenden diagnostischen Bereiche müssen nicht in der vorgegebenen Reihenfolge abgefragt werden. Der Interviewer kann durchaus mit denjenigen Screeningfragen beginnen, die nach den in der Eingangserfragung erhaltenen Informationen wahrscheinlich positiv zu beurteilen sind. Allerdings muß das Screening-Interview in jedem Fall vollständig durchgeführt werden. Nach der Erfragung der obligatorischen Hauptsymptome einer Diagnose werden Ausschlusskriterien für jetzige und zurückliegende Episoden vorgegeben. Werden die Ausschlusskriterien erfüllt, wird dies notiert und die nächste Diagnose abgefragt. Das diagnostische Erweiterungsinterview für die jeweilige Diagnose wird nach vollständiger Durchführung des Screening-Interviews durchgeführt, wenn a) das klinische Hinweise für Basissymptome der jeweiligen Störung gezeigt hat oder b) die Ausschlusskriterien für einige Diagnosen aus dem jeweiligen Spektrum nicht erfüllt wurden Checkliste Erweiterungsinterviews. Die Checkliste Erweiterungsinterviews findet sich auf der letzten Seite des Screening-Interviews und soll vor Befragungsbeginn herausgetrennt werden. Während des Screenings wird auf der Checkliste angekreuzt, welche Erweiterungsinterviews im Anschluß durchzuführen sind. Die Eckdaten möglicher aktueller und zurückliegender Krankheitsepisoden werden notiert. Diagnostische Erweiterungsinterviews Zum K-SADS-PL gehören 5 diagnostische Erweiterungsinterviews Diagnostische Erweiterung Nr. 1: affektive Störungen Diagnostische Erweiterung Nr. 2: psychotische Störungen Diagnostische Erweiterung Nr. 3: Angststörungen Diagnostische Erweiterung Nr. 4: Verhaltensstörungen Diagnostische Erweiterung Nr. 5: Substanzmißbrauch und andere Störungen Die in jedem Erweiterungsinterview abgefragten Symptombilder werden in der Checkliste Erweiterungsinterviews sowie im Inhaltsverzeichnis jedes Erweiterungsfragebogens aufgeführt. Aus den Definitionen der Ausschlusskriterien im Screening- Interview ergibt sich, welche der Erweiterungsinterviews durchzuführen sind. Jedes diagnostische Erweiterungsinterview umfaßt eine Symptomliste, vorformulierte Fragen und diagnostische Kriterien zur Er einer gegenwärtigen Episode () und einer schwersten zurückliegenden Episode (). Für jede Diagnose werden Kriterien nach DSM-III-R und DSM-IV vorgegeben. Wenn sich Anhaltspunkte für mehrere Diagnosen ergeben, werden die diagnostischen Erweiterungsinterviews in der Reihenfolge durchgeführt, in der die Symptome der verschiedenen Störungen aufgetreten sind. Wenn das beispielsweise im Alter von fünf Jahren Symptome einer Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung gezeigt hat und mit 9 Jahren Symptome einer Major Depression, wird das diagnostische Erweiterungsinterview für die ADHD vor dem Erweiterungsinterview für affektive Störungen durchgeführt. Wenn sich in der Anamnese Konzentrationsstörungen im hang mit der ADHD finden, sollte bei der Erfragung von Konzentrationsproblemen im Rahmen der Depression möglichst genau abgeklärt werden, ob der Beginn der depressiven Symptome mit einer Verschlechterung der bereits vorbestehenden Konzentrationsschwierigkeiten einherging. Hat das Auftreten der depressiven Symptome keine Veränderung der Aufmerksamkeitsschwierigkeiten bewirkt, wird in den Erweiterungsinterviews zu Depressionen das Item Konzentrationsstörungen nicht positiv codiert. Bei Überschneidungen im Zeitverlauf von Diagnosen wird das Erweiterungsinterview derjenigen Störungen zuerst abgefragt, das Einfluß auf Ausprägung und Verlauf anderer Störungen haben könnte. Wenn sich beispielsweise Anhaltspunkte für Substanzmißbrauch und eine mögliche manische Episode finden, sollte zuerst das Erweiterungsinterview zu Substanzmißbrauch durchgeführt und dabei mögliche hänge zwischen der manischen Symptomatik und dem Substanzmißbrauch besonders sorgfältig abgeklärt werden. Checkliste Lebenszeitdiagnosen Die zusammenfassende diagnostische Lebenszeit-Information ergibt sich aus der zusammenfassenden Beurteilung der Daten aller Informationsquellen. Auf der Checkliste können für jede Diagnose die folgenden Angaben notiert werden: Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer gegenwärtigen oder zurückliegenden Krankheitsepisode, Alter bei Erstmanifestation, Alter bei Beginn der jetzigen Episode, Gesamtzahl der Episoden, kumulative Dauer der Episoden. Ebenfalls eingetragen werden Informationen über bisherige Behandlungen. III

6 IV Global Assessment Schedule für er (K-GAS): Mit dem K-GAS- Score wird eine allgemeine Beurteilung des Funktionsniveaus des es gegeben. Bei ern ohne Hinweise auf psychische Störungen in der Anamnese wird nur das derzeitige Funktionsniveau mit einem K-GAS-Score beurteilt. Bei ern, die aktuell psychisch krank sind oder eine psychische Störung in der Anamnese haben, werden zwei K-GAS-Scores vergeben: Bei ern mit einer aktuellen Krankheitsepisode wird zusätzlich zu dem K-GAS-Score für das derzeitige Funktionsniveau ein Score für denjenigen zurückliegenden Zeitpunkt vergeben, an dem das prämorbid höchste Funktionsniveau bestand. Bei ern mit einer psychischen Störung in der Anamnese wird zusätzlich zu dem K-GAS-Score für das gegenwärtige Funktionsniveau ein zweiter Score vergeben, der das Funktionsniveau während der schwersten zurückliegenden Krankheitsepisode beschreibt. Codierung Für die Codierung der meisten Items des K-SADS-PL wird eine Skala von 0 bis 3 verwendet. Eine 0 wird codiert, wenn keine Angaben zu erhalten waren; eine 1 wird codiert, wenn das Symptom nicht vorhanden ist; mit einer 2 werden unterschwellige Symptomausprägungen codiert; eine 3 wird bei überschwellig vorhandener Symptomatik codiert. Die übrigen Items werden mit einer Skala von 0 bis 2 beurteilt, auf der die 0 besagt, daß keine Informationen zu erhalten waren. Die 1 gibt an, daß ein Symptom nicht vorhanden ist, mit der 2 wird das Vorhandensein des Symptoms codiert. Unterschwellige Symptomausprägungen werden für die Diagnosestellung nicht herangezogen, rechtfertigen aber in manchen Fällen eine weitere Befunderhebung. Wenn beispielsweise bei psychotischen Kriterien unterschwellige Werte codiert werden oder sich unterschwellig ausgeprägte Symptome einer bestimmten Diagnose häufen, sollte der Fall mit dem behandelnden Arzt oder Studienleiter besprochen werden. * * * * * * * * * * * * * * Richtlinien für die Durchführung des unstrukturierten Eingangsinterviews Patienten Die unstrukturierte Befragung dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Die Ziele dieses Teils des K-SADS-PL sind der Aufbau einer Beziehung und die Gewinnung von Informationen über derzeitige Beschwerden, frühere psychische Probleme und die allgemeine Leistungsfähigkeit des es. Durch ein lockeres Gespräch mit dem oder den läßt sich eine entspannte Atmosphäre schaffen, in der auch über belastende Themen leichter gesprochen werden kann. Das Interview wird mit Fragen über demographische Basisdaten eröffnet. Den meisten Menschen fällt es leicht, derlei Fragen zu beantworten, und mit den erhobenen Daten kann der Interviewer sich ein erstes Bild von den äußeren Lebensumständen des es machen. Ebenfalls erfragt werden Angaben zur bisherigen Entwicklung und zum körperlichen Zustand, die für differentialdiagnostische Überlegungen wichtig sind. Nachfolgend sind Beispiele für Formulierungen aufgeführt, mit denen nach derzeitigen Beschwerden gefragt werden kann. Ich würde mich gerne mit dir über die Probleme unterhalten, weshalb deine dich hergebracht haben. Dann kann ich überlegen, wie man dir am besten helfen kann. Warum haben deine dich heute hergebracht? Was ist dein größtes Problem? Was haben dir deine gesagt? Kannst du dir vorstellen, warum sie das sagen? Was hat den Ausschlag gegeben, daß deine dich hergebracht haben? Ist etwas vorgefallen? Hast du dir in letzter Zeit irgendwelche Sorgen gemacht? Hast du Probleme? Wann hast du zum ersten Mal bemerkt, daß du (Symptom) hattest? Wenn die Antwort des es zu knapp ist - Kannst du mir mehr darüber erzählen? Wenn die Antworten schwer zu verstehen sind - Kannst du mit erklären, was du damit meinst? Wenn das nur Andeutungen macht - Kannst du mit ein Beispiel für... geben? Hast du noch irgendwelche anderen Probleme? Die meisten er können zum Beginn und zum Verlauf von Symptomen keine verläßlichen Zeitangaben machen, was entwicklungsbedingt auch ganz normal ist. Wenn das bei der ersten Befragung keine verwertba-

7 ren Zeitangaben macht, sind voraussichtlich auch bei wiederholter Befragung keine schlüssigeren Angaben zu erhalten. Für die Befragung der /eines teils werden die Fragen so abgewandelt, daß über das gefragt wird. Im Eingangsinterview wie auch im weiteren Verlauf des K-SADS-PL sollte der Interviewer möglichst die Ausdrucksweise aufgreifen, die das und/oder die für Symptome verwenden (z. B. "wie lange hast du dich schon so schlapp gefühlt?") Nach der einleitenden Besprechung der die Gründe für die ambulante oder stationäre Zuweisung werden die Angaben zur medikamentösen Vorgeschichte erhoben. Danach wird die schulische Situation, der Leistungsstand und die soziale Anpassung erfragt. Bei der Befragung von ern ist es nicht nötig und auch selten effektiv, das Eingangsinterview vollständig durchzuführen. Gefragt werden sollte aber nach demographischen Angaben (Alter, Schuljahr, Familienstruktur, Namen und Alter von Geschwistern), derzeitige Beschwerden (vielleicht weniger detailliert als bei der befragung), familiäre Beziehungen, schulische Situation und sozialer Umgang mit Gleichaltrigen. Insbesondere die letztgenannten drei Bereiche sind sehr wichtig anzusprechen, da man bei ern so einen guten Zugang zur späteren Erfragung von affektiven Symptomen (Depressivität und Reizbarkeit) bekommen kann und eine erste Einschätzung eventueller Funktionseinschränkungen erhält. * * * * * * * * * * * * Nichtpatienten Bei der Befragung von ern, die keine psychiatrischen Patienten sind, werden lediglich die Fragen nach dem Grund der Zuweisung weggelassen und im übrigen das gleiche Eingangsinterview durchgeführt. Der Codierungsbogen für das Eingangsinterview gibt die Abfolge der zu erfragenden Abschnitte in diesem Teil des K- SADS-PL vor. V

8 BASISDATEN UND HINTERGRUNDINFORMATIONEN VI DOKUMENTATIONSBOGEN FÜR EINGANGSINTERVIEW DEMOGRAPHISCHE VARIABLEN 1) Name: 1) Geburtstag (Tag Monat Jahr) 1) Alter des es 1) Geschlecht des es 1) Herkunft 1 = deutsche 5 = schwarzafrikanisch/latino 2 = türkisch 6 = zwei oder mehr Einflüsse 3 = orientalisch/nordafrikanisch 7 = andere (benenne) 4 = asiatisch 5. Häusliches Umfeld des es (Mehrfachnennungen) Ja nein biologische Mutter 1 2 biologischer Vater 1 2 Stiefmutter 1 2 Stiefvater 1 2 Adoptiveltern/Pflegeeltern 1 2 Geschwister 1 2 Großeltern 1 2 andere Verwandte 1 2 andere Nichtverwandte 1 2 Unterbringung 1 2 andere (benenne) 6. Wenn das nicht mit beiden biologischen zusammenlebt: Notiere Informationen über Aufenthaltsort des anderen teils, Scheidungsanamnese, Besuchsregelung, Heimaufenthalte etc. 7. Namen und Alter der Geschwister

9 SCREENINGBOGEN ZUR KÖRPERLICHEN VERFASSUNG VON KINDERN UND JUGENDLICHEN Name des Patienten Aufnahmenummer Tag der Befunderhebung Alter des es Geburtsdatum Befragte Person Beziehung zum VII Gibt es jemanden, der besser über die somatische Anamnese des es informiert ist, als die interviewte Person? Ja Nein Name Beziehung zum Telefonnummer Derzeitige medizinische Versorgung Hat das einen Hausarzt? Ungefährer Zeitpunkt des letzten Arztbesuchs: Monat Jahr weiß nicht Ungefährer Zeitpunkt der letzten körperlichen Untersuchung: Monat Jahr weiß nicht Hat das irgendwelche körperlichen Beschwerden oder Erkrankungen, wegen denen er/sie in regelmäßiger ärztlicher Behandlung sein sollte? (Notiere Beschreibung) [z. B. Asthma, Allergien, Diabetes, Blutarmut, epileptische Anfälle] nein ja Krankenhausaufenthalte, chirurgische Eingriffe oder wichtige Therapiemaßnahmen: Medikamentenanamnese: Nimmt das zur Zeit irgendwelche Medikamente: ja nein weiß nicht Name und Dosierung der Medikation: täglich nach Bedarf Name und Dosierung früherer Medikationen Datum erste / / Einnahme/Datum abgesetzt / / Überempfindlichkeitsreaktionen auf Medikamente ja nein Name des Medikaments/Reaktion IMPFUNGEN: VOLLSTÄNDIG UNVOLLSTÄNDIG NICHT BEKANNT KEINE ANGABEN IMPFAUSWEIS HAT VORGELEGEN/KOPIE BEIGEHEFTET D(P)T Grundimmunisierung 1/2/3 Letzte Impfung Tuberkulose BCG-positiv ja/nein Polio Hepatitis B Masern-Mumps-Röteln Andere

10 Entwicklungsanamnese VIII Komplikationen während Schwangerschaft oder Geburt nein ja Wenn ja, beschreibe Drogen oder Alkohol während der Schwangerschaft nein ja Wenn ja, beschreibe Soziale Geborgenheit im Säuglingsalter und früher heit nein ja Wenn nein, beschreibe Normale frühkindliche Entwicklung nein ja Wenn nein, beschreibe Die folgenden Fragen zu Mißbrauchserlebnissen stellen, wenn spontan im Eingangsteil des Interviews Angaben dazu gemacht werden! esmißbrauch in der Vorgeschichte Mißbrauch? nein ja Wenn ja, welche Form von Mißbrauch - körperlich Vernachlässigung sexuell seelisch Wenn ja: Mißbrauch wurde festgestellt vor der Befragung bei der Befragung Alter des Patienten/der Patientin zum Zeitpunkt des Mißbrauchs Meldung ans Jugendamt ja nein nicht sicher ungefähres Datum Angaben wurden verifiziert nicht verifiziert nicht sicher Wenn verifiziert: Ergriffene Maßnahmen Beziehung des Mißbrauchers zur Patientin/zum Patienten Hat das derzeit noch Kontakt mit dem Mißbraucher nein ja nicht sicher Wird die Familie derzeit vom Jugendamt betreut? ja nein Bemerkungen: Die folgenden Fragen zu Mißbrauchserlebnissen stellen, wenn spontan im Eingangsteil des Interviews Angaben dazu gemacht werden! Derzeitiges Mißbrauchsrisiko auffällige sexuelle Spiele oder Sprechweise möglicher körperlicher Mißbrauch (Prügel) möglicher sexueller Mißbrauch Besorgnis der /Angst vor Mißbrauch Datum Unterschrift behandelnder Arzt Unterschrift Untersuchungsleiter

11 Derzeitige Beschwerden IX

12 X Psychiatrische Behandlungsanamnese (alle bisherigen Behandlungen) Alter Datum der Behandlung Symptome oder Syndrom Behandlung/Institution von bis von bis von bis von bis von bis von bis von bis von bis von bis von bis von bis von bis von bis von bis Alter bei erster ambulanter Behandlung Alter bei erster psychiatrischer Aufnahme Anzahl psychiatrischer Aufnahmen Psychopharmakotherapie: Sedativa oder Benzodiazepine Neuroleptika Antidepressiva Stimulanzien Lithium andere (benenne) ANGABEN ZUR SOMATISCHEN UND PSYCHIATRISCHEN FAMILIENANAMNE Bemerkungen

13 Schulische Situation und soziale Beziehungen XI Erfasse Informationen aus den folgenden Bereichen.Manches kann schon früher erfasst worden sein. 1. Schule Erfragt werden: a) Schultyp: b) jetziges Schuljahr (oder letztes abgeschlossenes Schuljahr) c) wiederholte/s Schuljahr/e, d) Arbeitsgruppen (benenne) e) Notendurchschnitt f) Beschwerden der Lehrer über Verhalten des es, g) Funktionsniveau (Alltagsfunktion und Leistungen bei Klassenarbeiten), h) Tadel und Verweise, i) Vorlieben und Abneigungen j) Gefährdung der Versetzung, der weiteren schulischen Entwicklung (z.b. Wechsel auf höhere Schule u.ä.) k) Erledigung von Hausaufgaben, Vorbereitung und Lernen außerhalb des regulären Schulunterrichts l) Besuch von Hausaufgabenhilfen Leistungsniveau Erfragt werden: a) ob ein und welcher Intelligenzwert ermittelt wurde b) Intelligenztestergebnisse c) klinische Einschätzung des intellektuellen Niveau, (nach ICD-10-Klasifikation, MAS: sehr hoch = 1, hoch = 2, durchschnittlich = 3, niedrig = 4, ICD-10:F70 = 5, F71 = 6, F72 = 7, F73 = 8, nicht sicher einschätzbar = 9) Bei Hinweis auf einen IQ < 85 soll das Interview nicht durchgeführt werden! Leistungsstörungen in der Entwicklung Erfragt werden: a) ob Sprech-/Sprachprobleme bestehen (z.b. Stottern, Poltern, Sigmatismus, Sprachverständnisprobleme) b) ob der Lauterwerb verzögert oder abweichend war c) ob eingeschränktes Vokabular, Gebrauch weniger Worte, Schwierigkeiten der Auswahl zutreffender Worte und Synonyme, usw. auffallen d) ob die Unfähigkeit, grammatikalische Strukturen zu verstehen (Verneinungen, Fragen usw.) und mangelndes Verständnis von subtileren Aspekten der Sprache (Stimmlage, Gestik usw.) besteht (während des Interviews beobachtbar) e) ob ein sprachliches Fördertraining oder eine Logopädiebehandlung besucht wird Leistungsstörungen in der Entwicklung und in der Schule Erfragt werden: a) Spezifische Leistungen im Lesen/ Schreiben (Diktat, Noten, ggf. psychologische Leistungsuntersuchung) b) Förderunterricht oder Nachhilfe für Lesen und/oder Schreiben c) Leistungen im Rechnen, Probleme beim Rechnen d) Förderunterricht oder Nachhilfe fürs Rechnen e) ob in der Schule Verhaltensauffälligkeiten bestehen f) ob die Schulleistungen in weiteren Fächern durch die o.g. Probleme beeinträchtigt werden g) Art und Weise, wie Hausaufgaben in den jeweiligen Leistungsbereichen erledigt werden

14 XII 2. Beziehungen zu Gleichaltrigen Erfragt werden: a) Bester/r Freund/e, b) Beziehungen zu Schulkameraden c) Beziehungen zu Gleichaltrigen aus der Nachbarschaft d) Aktivitäten mit Freunden, e) soziale Schwierigkeiten (z. B. gehänselt werden, Prügeleien) 3. Familiäre Beziehungen Erfragt werden: a) Mutter--Verhältnis b) Vater--Verhältnis c) Beziehung der d) Beziehung der Geschwister e) andere Verwandte/soziales Umfeld f) momentaner oder früherer Kontakt zum Jugendamt 4. Andere Aktivitäten Erfragt werden: a) Hobby, b) Freizeitaktivitäten, c) Sport, d) Vereine etc.

15 Depressive Störungen 1 Depressive Verstimmung Hierunter fallen subjektive Gefühle von Depressivität: Der/die Betroffene fühlt sich niedergeschlagen, traurig, melancholisch, bedrückt, betrübt, sehr unglücklich, am Boden, leer, schlecht, als ob er/sie weinen müßte. Negative Gedanken werden hier nicht berücksichtigt (z. B. Entmutigung, Pessimismus, Wertlosigkeit), ebensowenig suizidale Vorstellungen oder negativistischer Ausdruck (z. B. schwarze Kleidung). Manche er bestreiten, sich traurig zu fühlen und gestehen nur ein, daß sie sich schlecht fühlen, weshalb es sehr wichtig ist, jeden Hinweis auf Dysphorie detailliert abzuklären. Ängstlichkeit oder nervöse Anspannung werden nicht gewertet, ebensowenig Reizbarkeit ohne zusätzliche negative Gefühlsqualität. Beim interview ist das instinktive Gefühl ( empathisches Mitempfinden ) der Mutter, ihr sei öfter deprimiert, ein positiver Hinweis auf die Depressivität des es, wenn die Mutter nicht ihrerseits an einer Depression leidet. Hast du dich einmal besonders traurig gefühlt, niedergeschlagen, leer oder ganz am Boden? War dir nach Weinen zumute? Wann war das? Fühlst du dich jetzt auch...? Gab es schon einmal eine andere Zeit, wo du dich auch so...gefühlt hast? Hast du noch andere schlechte Gefühle gehabt? Hast du die meiste Zeit so ein schlechtes Gefühl gehabt, das du nicht loswerden konntest? Hast du geweint oder sind dir oft die Tränen in die Augen gestiegen? Hast du dich die ganze Zeit so... gefühlt? Manchmal? (Schätze Prozentsatz der wachen Zeit: Addiere Prozente verschiedener Gefühlsvariationen, wenn sie nicht gleichzeitig auftreten.) (evtl. wird nach der Erfragung von Tagesschwankungen eine nachträgliche Revision der Dauer depressiver Gefühle erforderlich). War das mal da und mal weg? Wie oft? Jeden Tag? Wie lang hat das angehalten? Was glaubst du, woher das gekommen war? (Kläre möglichen hang zwischen depressiver Stimmung und Trennung von Bezugspersonen). Hast du dich traurig gefühlt, wenn deine Mutter weg war? Wenn Trennungen von der Mutter als eine Ursache angegeben werden: Hast du dich... gefühlt, wenn deine Mutter bei dir war? Hast du dich etwas besser gefühlt oder war das... Gefühl ganz weg? Konnten andere Menschen merken, wenn du traurig warst? Woran haben sie das gemerkt? Hast du anders ausgesehen? keine Information oder weniger als einmal pro Woche unterschwellig: ist oft depressiver Stimmung, mindestens dreimal pro Woche für jeweils mehr als drei Stunden überschwellig: fühlt sich an den meisten Tagen überwiegend deprimiert. Dauer der depressiven Verstimmung: Beachte: Manchmal verneint das anfangs depressive Symptome, wird aber im Verlauf des Interviews spürbar traurig. In einem solchen Fall sollten die Fragen noch einmal gestellt und dabei die momentane Stimmung des es als Beispiel verwendet werden. Wenn die Mutter berichtet, ihr sei oft traurig, während das traurige Stimmungen verneint, sollte das analog auf die Äußerungen der Mutter angesprochen und gefragt werden, warum die Mutter meint, daß es so oft traurig sei. Beachte: Wenn ein oder ein teil über häufige kurze Momente von trauriger Verstimmung im Verlauf des Tages berichtet, ist es wahrscheinlich, daß das durchgehend traurig ist und nur die besonders ausgeprägten Momente berichtet. In diesem Fall wäre die depressive Verstimmung mit einer 3 zu bewerten. Daher sollte zu den scheinbar symptomfreien Zeiten stets noch gefragt werden: Außer in diesen Momenten, wo du dich so... gefühlt hast, hast du dich sonst glücklich und fröhlich gefühlt oder warst du trauriger als z. B. deine Freunde?

16 2 Reizbarkeit und Ärger Subjektive Gefühle von Reizbarkeit, Ärger, Unleidlichkeit, schlechter Laune, Jähzorn, Verstimmtheit oder Genervtsein, unabhängig davon, ob diese Stimmung offen zur Schau getragen wird. Beurteilt wird die Ausprägung und Dauer dieser Empfindungen. Gab es mal eine Zeit, in der du reizbar warst und wegen Kleinigkeiten schnell verärgert oder genervt reagiert hast? Gab es mal Zeiten, in denen du leicht wütend geworden bist? Wann war das? Ist es im Moment auch so? Gab es noch einen anderen Zeitraum, wo du dich auch so... gefühlt hast? Was für Sachen haben dich so sehr gestört/genervt? Hast du dich dann auch zornig oder wütend gefühlt (auch wenn du es vielleicht nicht gezeigt hast)? Wie wütend warst du? Mehr als sonst? Welche Dinge haben dich so wütend gemacht? Hast du dich manchmal ärgerlich und/oder gereizt und/oder schlecht gelaunt gefühlt und selbst gar nicht gewußt warum? Ist das oft vorgekommen? Hast du die Beherrschung verloren oder Wutanfälle gekriegt? In der Familie oder mit Freunden? Wo sonst? In der Schule? Was hast du dann gemacht? Hat irgend jemand etwas dazu gesagt? Wie oft hast du dich so zornig, gereizt und/oder schlecht gelaunt gefühlt? Die ganze Zeit? Meistens? Ab und zu? Nie? Wenn du wütend geworden bist, was für Gedanken hattest du dann? Hast du daran gedacht, jemand anderen umzubringen oder dir selbst etwas anzutun? Oder jemand anderem weh zu tun oder ihn oder sie zu quälen? Wen? Hast du Pläne gemacht? Was für Pläne waren das? Wenn innerhalb einer depressiven Phase Reizbarkeit in umschriebenen Zeiträumen auftritt, insbesondere bei grundloser Reizbarkeit, sollte der Interviewer dies bei den Fragen zu Manie/Hypomanie in Erinnerung haben keine Angaben gar nicht oder weniger als einmal pro Woche unterschwellig: fühlt sich eindeutig ärgerlicher oder reizbarer, als der Situation angemessen wäre, mindestens dreimal pro Woche für jeweils mehr als drei Stunden. Oder widerspricht oft, beklagt sich schnell und verbalisiert oft gereiztes Empfinden überschwellig: fühlt sich täglich oder fast täglich gereizt/ärgerlich während mindestens der Hälfte der Zeit oder schreit oft herum, verliert die Beherrschung. Dauer der reizbaren Stimmung:

17 3 Anhedonie, Interesselosigkeit, Apathie, Langeweile Langeweile ist ein Begriff, den alle er kennen und der sich oft mit Verlust von Freude (Anhedonie) oder Interesseverlust oder beidem in Verbindung bringen läßt. Verlust von Freude und Interesseverlust können gleichzeitig bestehen, ohne sich gegenseitig auszuschließen. Was sind die Sachen, die du gerne machst? Die dir richtig Spaß machen? (Beispiele: Nintendo, Sport, Freunde, Lieblingsspiele, Lieblingsfächer in der Schule, Ausflüge, Unternehmungen mit der Familie, Lieblingssendungen im Fernsehen, Computerspiele, Musik hören, Tanzen, alleine spielen, lesen, ausgehen etc.) Gab es mal eine Zeit, in der du dich sehr gelangweilt hast oder sehr lustlos gefühlt hast? Wann war das? Fühlst du dich in letzter Zeit auch oft gelangweilt oder lustlos? Gab es noch eine andere Zeit, wo du dich so... gefühlt hast? Hast du dich lustlos oder gelangweilt gefühlt, wenn du an die Sachen gedacht hast, die du normalerweise besonders gern machst? (Beispiele nennen). Hat dich das davon abgehalten, etwas von diesen Dingen zu tun? Hast du dich (auch) gelangweilt oder lustlos gefühlt, während du die Sachen gemacht hast, an denen du sonst immer Spaß gehabt hast? Anhedonie ist der teilweise oder vollständige Verlust der Fähigkeit, sich zu freuen, sich zu vergnügen oder Spaß zu haben an den Aktivitäten, die früher Freude und Spaß gebracht hatten. Dazu gehören auch angenehme Empfindungen durch so normale Dinge wie eine Lieblingsspeise zu essen und bei Jugendlichen, sexuell aktiv zu sein. Hast du dich auf Sachen freuen können, die dir früher immer Spaß gemacht haben? (Beispiele nennen). Hast du dich darum bemüht... (Beispiele) machen zu können? Hast du dich zu deinen Lieblingsbeschäftigungen zwingen müssen? Haben sie dich noch interessiert? Hast du dich dabei gut unterhalten können oder Spaß gehabt? Warum nicht? Hast du soviel Spaß daran gehabt wie früher, bevor du dich so... (traurig etc.) gefühlt hast? Wenn weniger: Hast du ein bißchen weniger Freude daran gehabt? Sehr viel weniger? Gar keine Freude mehr? Würdest du sagen, du hast so viel Spaß daran gehabt wie deine Freunde? Wie viele Sachen sind es, die dir jetzt weniger Spaß machen als früher (bereits erfragte Beispiele zitieren)? Wie viele Sachen haben noch genauso viel Spaß gemacht wie früher? Gab es Sachen, die mehr Spaß gemacht haben als früher? Hast du seltener... gemacht als früher? Wieviel seltener? Bei Jugendlichen (wenn sexuell aktiv): Macht dir Sex noch so viel Spaß wie früher? Bist du sexuell weniger aktiv als früher? Konzentrationsschwierigkeiten und Schwierigkeiten bei der Ausführung von Aktivitäten werden bei diesem Item nicht berücksichtigt (z. B. Schwierigkeiten, sich auf lesen, fernsehen oder Schulfächer zu konzentrieren) Für jedes Beispiel sollen jeweils zwei Vergleiche angestellt werden: 1. Freudfähigkeit im Vergleich zu Gleichaltrigen und/oder 2. Freudfähigkeit im Vergleich zu Zeiten ohne depressive Stimmung. Bei langer Episodendauer kann ein interindividueller Vergleich schwierig sein, weil die persönlichen Vorlieben von ern sich entwicklungsbedingt häufig ändern. Der Schweregrad wird bestimmt durch die Zahl der Aktivitäten, die dem weniger Spaß machen und durch das Ausmaß der Reduktion der Freudfähigkeit. Die Reduktion des Aktivitätsniveaus sollte nicht durch einen Mangel an Gelegenheit bedingt sein, z. B. wenn in einem strengen oder strafenden haus der Bewegungsspielraum stark eingeschränkt wird keine Angaben unterschwellig: deutlich weniger Freude oder Interesse an mehreren Aktivitäten oder bei mindestens drei Gelegenheiten pro Woche gelangweilt oder unbeteiligt an Aktivitäten überschwellig: erheblicher Freud- oder Interesseverlust an den meisten Aktivitäten oder täglich oder fast täglich Gefühl der Langeweile oder Apathie während mehr als der Hälfte des Tages Dauer der Anhedonie:

18 4 a) Wiederholte Gedanken an den Tod Manche er, die sich sehr aufgeregt haben oder sehr schlecht fühlen, wünschten sich dann tot zu sein oder haben das Gefühl, es wäre besser, wenn sie tot wären. Hast du schon einmal solche Gedanken gehabt? Wann war das? Geht es dir im Moment auch so? Gab es noch eine andere Zeit, wo es dir auch so ging? keine Angaben unterschwellig: gelegentliche Gedanken an den Tod überschwellig: wiederholte Gedanken ans Sterben: Es wäre besser, wenn ich tot wäre oder Ich wünschte, ich wäre tot b) Suizidgedanken Hierzu gehören sowohl die gedankliche Beschäftigung mit Todeswünschen und Suizidvorstellungen als auch imperative Halluzinationen, bei denen das von einer Stimme aufgefordert wird, sich etwas anzutun und mitunter auch die Suizidmethode vorgeschlagen bekommt. Nicht codieren, wenn lediglich Angst vor dem Tod besteht. Manche er, die sich besonders schlecht fühlen, denken ans Sterben oder daran, sich umzubringen. Hast du schon einmal solche Gedanken gehabt? Wie würdest du es tun? Hast du/hattest du einen Plan? c) Suizidale Handlungen - Ernsthaftigkeit Beurteilt wird die Ernsthaftigkeit des suizidalen Antriebs nach der Art der suizidalen Handlung: Wahrscheinlichkeit, gerettet zu werden, Vorkehrungen gegen Entdecktwerden, Hilfeholen während oder nach dem Suizidversuch, geplante vs. impulshafte Handlung, Anschein des Suizidversuchs (manipulativ oder ernsthaft) Hast du schon einmal versucht, dir das Leben zu nehmen? Wann war das? Was hast du gemacht? Hast du noch etwas anderes versucht? Hast du wirklich sterben wollen? Wie kurz warst du davor, es zu versuchen? War jemand mit dir im gleichen Raum? In der Wohnung? Hast du es jemandem vorher erzählt? Wie bist du gefunden worden? Hast du wirklich sterben wollen? Hast du danach jemanden zu Hilfe geholt? keine Information unterschwellig: gelegentliche Selbstmordgedanken, aber keine konkreten Vorstellungen oder Pläne überschwellig: denkt oft an Selbstmord und hat konkrete Vorstellungen von der Vorgehensweise keine Angaben kein Suizidversuch oder lediglich demonstrative Geste (z. B. Tabletten in die Hand genommen) unterschwellig: Suizidalität vorhanden, aber ambivalent überschwellig: eindeutige suizidale Intention

19 5 d) Suizidale Handlungen - körperliche Gefährdung Beurteilt wird das maximale Risiko, nach einem vollzogenen Suizidversuch zu sterben oder körperliche Schäden davonzutragen. Einbezogen werden die Methode, die Gefährlichkeit einer körperlichen Verletzung, die Toxizität einer eingenommenen Substanz, der Grad einer Bewußtseinsminderung zum Zeitpunkt der Rettung, die Umkehrbarkeit der schädigenden Einflüsse, die Zeitdauer bis zur vollständigen Wiederherstellung und das Maß an notwendiger medizinischer Intervention Was hast du gemacht, um dir das Leben zu nehmen? Bei deinem schwersten Suizidversuch: wie knapp warst du davor, zu sterben? Was hast du nach deinem Suizidversuch gemacht? e) Nichtsuizidale körperliche Selbstschädigung Selbstverletzungen oder andere selbstschädigende Handlungen ohne suizidale Intention Hast du jemals versucht, dir selbst weh zu tun? Hast du dir jemals eine Brandverletzung zugefügt mit Streichhölzern/Kerzen/Zigaretten? Oder dich mit einer Nadel/einem Messer/deinen Fingernägeln gekratzt? Oder dir glühende Münzen auf die Haut gelegt? Hast du irgend etwas anderes gemacht? Warum hast du das gemacht? Wie oft? Hast du viele Unfälle? Was für Unfälle sind das? Wie oft ist das? keine Angaben kein Suizidversuch oder lediglich demonstrative Geste (z. B. Tabletten in die Hand genommen) unterschwellig: z. B. 10 Aspirin geschluckt, leichte Gastritis überschwellig: z. B. 10 Saroten geschluckt, kurze Bewußtlosigkeit keine Angaben unterschwellig: vereinzelt (ein- bis dreimal pro Jahr). Hat sich nie ernsthafte Selbstverletzungen zugefügt überschwellig: häufig (viermal oder öfter im Jahr) oder ernsthafte Selbstverletzungen (z. B. Verbrennungen mit Narbenbildung, Frakturen) Manche er tun so etwas, weil sie sich umbringen wollen, und andere er tun so etwas, weil sie sich hinterher etwas besser fühlen? Warum machst du solche Sachen? Wenn für den gegenwärtigen Zeitraum eines der Items mit einer 3 codiert wurde, wird nach dem Ende des Screening-Interviews der Abschnitt für eine jetzige Episode einer depressiven Störung in Erweiterungsinterview Nr. 1»Affektive Störungen«durchgeführt. Wenn für einen zurückliegenden Zeitraum bei mindestens einem der Items eine 3 codiert wurde, wird nach dem Screening-Interview der Abschnitt über frühere Episoden einer depressiven Störung in Erweiterungsinterview Nr. 1»Affektive Störungen«erfragt. Keine Anhaltspunkte für depressive Störung Notizen: (Zeitangaben zu möglichen aktuellen und früheren depressiven Störungen)

20 Manie 6 Gehobene, expansive Stimmung Gehobene Stimmung und/oder optimistische Zukunftserwartungen. (Unterschied zu "normaler" Stimmung bei chronisch Depressiven). Gehobene Stimmung bei Ereignissen wie Geburtstagsfeiern, Weihnachten oder Besuchen von Freizeitparks wird nicht berücksichtigt, da er in solchen Situationen leicht aufdrehen. Hat es mal eine Zeit gegeben, in der du dich besonders gut, sehr vergnügt oder aufgekratzt gefühlt hast? Mehr als du es sonst von dir gewohnt bist? Wenn unklar: Hast du das Gefühl gehabt, es gäbe nichts, was du nicht tun könntest? Hast du das Gefühl, daß dir alles so gelingen würde, wie du es wolltest? Hast du dich albern verhalten? Warst du alberner als die meisten deiner Freunde? Haben deine Freunde dich mal darauf angesprochen, daß du zu fröhlich oder zu albern wärst? Hast du auf andere den Eindruck gemacht, einfach nur gute Laune zu haben oder war es mehr als das? Hast du dich gefühlt, als ob du beschwipst oder betrunken wärst? Hast du dich überglücklich gefühlt? Kannst du mir Beispiele nennen? Wie lange hat so ein Gefühl angehalten? keine Angaben unterschwellig: deutlich gehobene Stimmung und optimistische Zukunftsperspektiven, die den realen Bedingungen nicht ganz angemessen sind. Gehobene Stimmung mindestens dreimal in einer Woche für jeweils mehr als drei Stunden überschwellig: Stimmung und Zukuftsperspektiven sind eindeutig situationsunangemessen und für andere als unrealistisch oder inadäquat wahrnehmbar. Die gehobene Stimmung tritt täglich oder fast täglich während mehr als der Hälfte des Tages auf, entweder an vier aufeinanderfolgenden Tagen oder für wiederholte kürzere Zeiträume (z. B. jeden Monat fast einen ganzen Tag lang). Beachte: Nicht bewerten, wenn gehobene Stimmung auf Drogeneinfluß beruht. Reduziertes Schlafbedürfnis Hast du schon einmal weniger Schlaf gebraucht als sonst, und dich trotzdem ausgeruht gefühlt? Wieviel Schlaf brauchst du normalerweise? Wieviel hast du tatsächlich geschlafen? Bist du länger aufgeblieben, weil du dich besonders aufgedreht oder energiegeladen gefühlt hast? Warst du da mit Freunden zusammen oder allein? Hattest du irgendwelche Drogen genommen? Beachte: Nicht werten, wenn das reduzierte Schlafbedürfnis durch ein besonderes Ereignis, eine Veranstaltung oder Drogengebrauch bedingt war, oder wenn es nur Ausdruck des bei Jugendlichen häufig unregelmäßigen Schlafs war. Notiere, wenn in hang mit diesem Item Schlafstörungen oder Hypersomnie berichtet wurde keine Angaben unterschwellig: 1 bis 3 Stunden weniger Schlaf als sonst in zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Nächten. Fühlte sich aufgedreht oder besonders energiegeladen überschwellig: 3 oder mehr Stunden weniger Schlaf als gewohnt in zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Nächten. Schlief weniger wegen des Hochgefühls oder der vermehrten E- nergie, kein Müdigkeitsgefühl am Folgetag

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