Besuch der Wirtschaftsschule in Senden. Impulsreferat "Jugend im Netz" Zielgruppe Jahrgangsstufen 7 mit 11. am 14. Mai 2012

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1 Die Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Beate Merk Besuch der Wirtschaftsschule in Senden Impulsreferat "Jugend im Netz" Zielgruppe Jahrgangsstufen 7 mit 11 am 14. Mai 2012 Telefon: 089/ Prielmayerstraße 7 Telefax: 089/ Internet: München

2 Übersicht Einstieg Schüler als Internetspezialisten Risiken: - "Zeitfresser" - Ungewollte Freunde - Datenbeschaffer (Instagram) - Informationssteuerung (Google) Abschluss Audiospot Egal

3 - 1 - Es gilt das gesprochene Wort Einstieg Anrede! Vielen Dank für die Einladung zu euch an die Wirtschaftsschule hier in Senden. Ich freue mich, dass es geklappt hat und ich heute hier sein kann. Schüler als Internetspezialisten Was kann ich euch, den 200 Internetspezialisten, die ihr jetzt hier vor mir sitzt, überhaupt bieten? Denn ihr seid doch die Digital Natives.

4 - 2 - Eure Generation ist es, für die Computer, Handy, Facebook, Downloading und Internet zum täglichen Leben gehören. Und von denen wir "Oldies" einiges lernen können. Ich finde es genial, wie selbstverständlich ihr mit der Technik umgeht. Wie in Windeseile ein bis zwei Daumen tolle Texte fabrizieren. Wie Bilder, Filme und Musik gestaltet werden. Wie ihr euch über Facebook oder eine andere Social Media Plattform organisiert.

5 - 3 - Und wie ihr an Informationen aus aller Welt kommt und natürlich auch aktiv, zum Beispiel bei Wikipedia, an Informationsangeboten für alle mitarbeitet. Ja und dann wäre da natürlich noch das Einkaufen, Ersteigern und Tauschen von allen möglichen Dingen übers Internet. Und spannende Internetparties - alles super Sachen! Zeit und Ort spielen keine Rolle. Die Online-Welt kennt keine Grenzen. Ohne Internet und Computer wäre das alles nicht denkbar und machbar. Aber wird das nicht alles manchmal zu viel?

6 - 4 - Habt ihr wirklich alles zu jeder Zeit im Griff? Ich möchte mit euch über ein paar Punkte diskutieren! Internet schluckt Zeit Internet frisst Zeit! 99% von den 12- bis 19-Jährigen sind zumindest gelegentlich online, 90% mehrmals pro Woche und 65% sogar täglich. Das kostet Zeit - laut ARD/ZDF Online-Studie 2011, 2 ¼ Stunden täglich im Durchschnitt, bei den Jährigen sind es sogar fast 3 Stunden. Ist das für euch ein Problem? Habt ihr noch genügend Zeit für reale Freunde, Schule, Sport?

7 - 5 - Ungewollte Freunde Das "stundenlange Versumpfen" ist aber vielleicht gar nicht das Problem. Ich habe größere Bedenken, wenn auf einmal User in virtuelle Freundeskreise eintauchen, die man im wirklichen Leben nicht kennt, die man möglicherweise nicht mag oder zu einem selbst auch gar nicht passen. Weil man meint, man hätte noch nicht genug Facebook-Kumpels. In Amerika entwickelt sich gerade ein gefährlicher Trend: Wer nicht mindestens 500 Freunde hat, wird gemobbt.

8 - 6 - Aber sind 500 Facebook-Freunde wirklich meine Freunde? Nein! Sicher nicht. Auch 50 Kontakte sind keine Garantie dafür, dass man sich nicht einmal allein fühlt. Deshalb ist hier Vorsicht geboten: Kontakte sammeln, Einladungen von Fremden als Kontakt anzunehmen birgt Risiken. Wen man nicht kennt, dessen Vertrauenswürdigkeit kann man nicht wirklich einschätzen. Eine unbedachte Zusage der Freundschaft kann aber sehr wohl einen ungewollten Profilzugriff zur Folge haben.

9 - 7 - Einige soziale Netzwerke bieten zudem die Option an, automatisch weitere Freunde einzuladen. Das kann dann schnell außer Kontrolle geraten. Datenbeschaffer / -missbrauch Genauso wenig haben wir und weitere 901 Millionen User es im Griff, was Mark Zuckerberg und seine weltweit 3500 Mitarbeiter mit unseren Daten anstellen. Facebook hat zum Beispiel erst vor kurzem das Unternehmen Instagram den Konkurrenten Google und Twitter vor der Nase weggeschnappt.

10 - 8 - Für eine Milliarde US Dollar! Instagram, das ist der Fotodienst, mit dem man seine Schnappschüsse bearbeiten, kommentieren und mit rund 30 Millionen Usern weltweit unkompliziert austauschen kann. Warum wohl hat hier Facebook alles daran gesetzt, das Rennen zu machen? Was verspricht sich Facebook davon? Mark Zuckerberg begründet es damit, dass dadurch eine enge Zusammenarbeit möglich wird. Zum Beispiel zum Verknüpfen von Bild- mit Text-Daten im Hintergrund bei Facebook.

11 - 9 - Denn Nutzer über Bilder anzusprechen ist sehr vielversprechend! Die Werbung nutzt diese Möglichkeit schon lange. Und so wird Facebook für die Werbewirtschaft natürlich noch interessanter. Andersherum: Facebook kann Werbeplattformen mit Treffergarantie anbieten und damit zielsicher noch mehr Geld verdienen. Dazu noch ein Beispiel: Welche Informationen bekommen wir, wenn wir uns Informationen ergoogeln? Irgendwelche. Wir können nichts dagegen tun, wenn wir Informationen bekommen, die uns in eine spezielle Richtung lenken wollen.

12 Google hat nämlich die spezielle Eigenschaft, sich unsere Auswahl zu merken. Und dann kriegt man bei der nächsten Suche nur noch solche Informationen, die zu unserer vorherigen Wahl passen - Google trifft also eine Vorab- Auswahl. Der Megakonzern hat damit im 2. Quartal 2011 übrigens schlappe 9,3 Milliarden US-Dollar ergoogelt. Indem er sich merkt, was uns interessiert und uns gleich die passende Werbung dazu anbietet. Das alles solltet ihr zumindest im Hinterkopf haben, wenn ihr online unterwegs seid. Und euch bewusst machen: Das Internet vergisst nichts.

13 Und deshalb überlegt euch immer gut, welche Informationen ihr im Web mit der Welt teilen wollt! Anrede! Mein Wunsch ist, dass ihr kritisch und selbstsicher durch's Leben geht und aktiv an unserer Gesellschaft mitgestaltet. Und jetzt freue ich mich auf unsere Diskussion!

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