Digitale Signaturen. im Kontext der Biometrie. Thomas Kollbach

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1 Digitale Signaturen im Kontext der Biometrie Thomas Kollbach 2005 Veröffentlicht (mit Ausnahme der Bilder) unter einer Creative Commons Lizenz Details siehe

2 Inhalt Einführung in Digitale Signaturen Das Signaturgesetz und andere Regelungen Biometrische Verfahren bei der Signatur

3 Einführung in digitale Signaturen

4 Wozu digital signieren? Bestätigung der Echtheit von Dokumenten z.b. Briefe Verifikation von Dokumenten z.b. Verträge oder Verwaltungsakte Verifikation von Kommunikation

5 Wie digital signieren? basiert auf kryptographischen Methoden benötigt eine Trust-Infrastruktur für den Einsatz asymmetrischer Kryptografie Signieren besteht aus zwei Schritten den Hashwert des Dokuments bestimmen den Hashwert verschlüsseln verwendet privaten Schlüssel des Signierenden und öffentlichen des Empfängers

6 Public Key Infrastructure CA Vertrauen Verifizierte Identität Vertrauen Verifizierte Identität Alice Bob Kommunikationsweg

7 Das Signaturgesetz

8 Regelungen zur qualifizierten digitalen Signatur sind vielfältig SigG Signaturgesetz, 2001 SigV Signaturverordnung, 2001 EU-Richtlinie über gemeinschaftliche Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen aus dem Jahr 1999 Zusätzlich sind noch eine Reihe anderer Gesetze betroffen BGB Bürgerliches Gesetzbuch insb. 126 stellt die qualifizierte digitale Signatur mit der Unterschrift gleich VwVfG Verfahrensverwaltungsgesetz 3a, 37 regelt den elektronischen Verwaltungsakt

9 Anwendungsgebiete egovernment Die Elektronischen Verwaltungsakte sind im VwVfG geregelt Kostenreduktion um ca. das 10-fache ecommerce Abschließen von rechtsgültigen Verträgen im elektronischen Geschäftsverkehr umständlicher Identitätsnachweis über Briefe (z.b. PostIdent) entfällt ebanking Momentan der hauptsächliche Antrieb für Verbreitung der Signaturkarte

10 Vorgaben durch SigG Unterscheidung zwischen fortgeschrittener digitaler Signatur qualifizierter digitaler Signatur für verschiedene Einsatzgebiete Legt Verfahren und Voraussetzungen fest Basiert auf einer staatlich kontrollierten PKI Überwacht durch die RegTP Kryptoalgorithmen, Schlüssellängen und Gültigkeitsdauern

11 Anforderungen: Fortgeschrittene digitale Signatur -----BEGIN PGP S id8dbqfcsg+yhmjz +Ng3afnXhs66zN V LFQ+vWiMeiPf6RDI =Ps1I -----END PGP SIG Authentifizierung von elektronischen Daten ausschließlich dem Signaturinhaber zugeordnet mit Mitteln erzeugt sein, die unter der Kontrolle des Signaturschlüsselinhabers sind nachträgliche Veränderung der signierten Daten muss erkennbar sein

12 Anforderungen: Qualifizierte digitale Signaturen Alle Anforderungen an fortgeschrittne digitale Signaturen Muss auf einem, zum Erstellungszeitpunkt gültigen, qualifizierten Zertifikat beruhen Mit einer sicheren Signaturerstellungseinheit erzeugt werden

13 Probleme bei der digitalen Signatur rechtlich ist nur eine Unterschrift gültig Beweislast bei Missbrauch wie bei der Unterschrift beim Signierenden Fortschritte in der Kryptoanalyse digitale Unterschriften sind nicht ewig gültig Verifikation des Signaturinhabers Karten gehen verloren, PINs werden bekannt geringe Verteilung von Signaturkarten bzw. wenige existierende Anwendungen

14 Lösungsansätze Fortschritte in der Kryptoanalyse digitale Unterschriften sind nicht ewig gültig RegTP schreibt aktuelle Kryptografie-Verfahren und Schlüssellängen vor Pflicht zum Nach-Signieren von Dokumenten Verifikation des Signaturinhabers Karten gehen verloren, PINs werden bekannt Verifikation der Signatur über Biometrie? geringe Verteilung von Signaturkarten bzw. wenige existierende Anwendungen (optionale) Integration mit nationalen Identifikationsdokumente

15 Biometrische Verfahren für die digitale Signatur

16 Erst der Reisepass Ab November 2005 wird in den deutschen Reisepässen ein biometrisches Merkmal digital gespeichert

17 dann der Personalausweis Nach Änderung des Personalausweisgesetzes (PersAuswG) kann ein Personalausweis folgende biometrische Merkmale enthalten Finger(-abdruck) Hand(-geometrie) Gesichtsbild Einführung in einigen europäischen Staaten steht unmittelbar bevor

18 Personalausweis als Signaturkarte? Vorteile hoher Verbreitungsgrad von Personalausweisen großes Vertrauen der Bürger in die Ausweisdokumente Verifikationsdaten sind Vorhanden mit biometrischen Merkmalen auch automatisch auswertbar hoher Sicherheitsstandard Vorhandene Ausgabeinfrastruktur lässt sich leicht für Ausstellung von qualifizierten Signaturen verwenden Synergieeffekte

19 Problematische Kombination? Probleme Datenschutzrecht und informationelle Selbstbestimmung Vermischung von Daten mit unterschiedlicher Zweckbindung Unterschiedliche Anforderungen für Identifikation und Verifikation Probleme der Biometrie in einer keine Erfahrung bei der Einführung in großem Stil FAR und FRR bekommen eine große Dimension wenn darauf Verträge basieren kein universelles Merkmal

20 Maßnahmen für die Einführung Vorraussetzung: Lösung der Probleme bei den biometrischen Verfahren optionale Integration in Personalausweis Strikte (auch technische) Trennung der Signaturfunktion und Identifikationsfunktion

21 Quellen 76. Arbeitsbericht des Büro zur Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag DuD 29 (2005) Gitter, Strasser Ausweise als Träger für Signaturverfahren DuD 29 (2005) Roßnagel Digitale Ausweise RegTP Bekanntmachung zur elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz und der Signaturverordnung tech_reg_t/digisign/204.pdf RICHTLINIE 1999/93/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über gemeinschaftliche Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen

22 Fin! Die Folien gibt es zum herrunterladen unter Fragen gerne auch per an

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