Geschäftsbericht 2005/2006

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1 HESSEN-FORST Geschäftsbericht 2005/2006 Verpflichtung für Generationen

2 Waldverteilung und Besitzarten in Hessen Waldbesitzarten Staatswald Körperschaftswald Privatwald

3 Inhalt >>> Inhalt 3 Vorwort 4 Energie aus Holz 6 Finanzielles Ergebnis Organisation und Mitarbeiter 12 Die Landesbetriebskommission 14 Unsere Organisation 16 Neustrukturierung von Forstlicher Versuchsanstalt und Servicestelle FIV 18 Entwicklungen bei Hessen Forst Technik 20 Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 28 Waldpflege 32 Produktion des Rohstoffes Holz 36 Liegenschaftsmanagement 38 Jagdmanagement 40 Forstliche Umweltbildung und Waldpädagogik 44 Stärkung der Naturschutzfunktion 52 Dienstleistungen für Dritte 52 Betreuung des Kommunalwaldes 53 Betreuung des Privatwaldes 55 Betreuung des Nassauischen Zentralstudienfonds 56 Internationales Consulting 58 Forschung und Entwicklung 58 Schutz der Wälder im Hessischen Ried 60 Waldentwicklung in Hessen unter dem Einfluss von Klimaveränderungen 66 Adressen der Dienststellen 1

4 Kennzahlen der Geschäftsjahre >>> Kennzahlen der Geschäftsjahre 2005 und 2006 Positionen Kennzahlen Bemerkungen I. Gesamteinnahmen 176,02 Mio. 193,62 Mio. inkl. nicht abzuführender Umsatzsteuer Einnahmen aus öffentlichen 51,62 Mio. 42,76 Mio. Kamerale Transferleistungen Aufgaben gemäß Hess. Forstgesetz des Landes Hessen Einnahmen aus Erwerbstätigkeit 124,40 Mio. 150,86 Mio. Am Markt erzielte Erlöse - davon Einnahmen aus Holzverkauf 70,95 Mio. 91,89 Mio. Holzgelderlöse - davon Einnahmen aus Verkauf 13,16 Mio. 16,70 Mio. Verkaufserlöse von Grundstücken und Gebäuden - davon Einnahmen aus Jagd 4,94 Mio. 5,05 Mio. Wildbret, Pachteinnahmen, Einzelabschüsse, Standgelder, Wildschadenspauschale - davon Einnahmen aus 3,50 Mio. 5,54 Mio. Weihnachtsbäume, Schmuckreisig, Nebenerlösen Brennholz - davon Einnahmen aus Dienstleistungen 17,11 Mio. 16,64 Mio. Betreuungsentgelte im Kommunalund Privatwald, Einsatz von Personal und Maschinen für Dritte inkl. Hessen-Forst Technik - Sonstige Einnahmen 14,74 Mio. 15,04 Mio. II. Gesamtausgaben 176,02 Mio. 184,27 Mio. inkl. nicht abzugsfähiger Umsatzsteuer davon Ausgaben für Personal 108,58 Mio. 105,28 Mio. Löhne, Bezüge, Gehälter, etc. davon Sachausgaben 45,40 Mio. 54,64 Mio. davon Kompensationskalkung 0,92 Mio. 0,99 Mio. davon Bauausgaben/-investitionen 6,16 Mio. 4,62 Mio. davon besondere Finanzausgaben 14,96 Mio. 18,74 Mio. III. Flächen und Mengen Waldfläche Land Hessen ha ha Hoheitsaufgaben im Bundes-, Landes-, Körperschafts- und Privatwald Staatswald ha ha Baumbestandsfläche und Nebenflächen - davon Wasserschutzgebiete Zone I ha ha bezogen auf den gesamten hess. Staatswald (inkl. Bundesforsten) - davon Wasserschutzgebiete Zone II ha ha - davon Heilquellenschutzgebiete ha ha Betreute Kommunal- u. Privatwaldfläche ha ha Betreute Kommunen forsttechnische Leitung und Betrieb Betreute Gemeinschaftswälder forsttechnische Leitung und Betrieb Betreute Privatwaldbesitzer ca ca überwiegend Kleinprivatwaldbesitzer Anzahl betreute Naturschutzgebiete Hessen-Forst ist zuständig für (zum d. J.) verkaufsfähiger Einschlag Staatswald 1,87 Mio. Efm 2,08 Mio.Efm d. J. Holzvorrat im Staatswald 287 Vfm/ha 287 Vfm/ha Management und Überwachung der Naturschutzgebiete in Hessen IV. Organisation/Kooperationen Forstämter s. Übersichtskarte im Anhang Forstreviere (zum d. J.) Nationalpark 1 1 Kellerwald-Edersee Serviceeinheit Hessen-Forst Technik 1 1 Bebra Samendarre und Großbaumschule 1 1 Hanau-Wolfgang Forstliche Ausbildungsstätten 2 2 Weilburg, Schotten Mobile Waldbauernschulen 3 3 Diemelstadt, Weilburg, Michelstadt Serviceeinheit Hessen-Forst FIV (ab 2006 FENA) 1 1 Gießen Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt - 1 Mehrländeranstalt (Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt) in Göttingen Forstmuseum 1 1 Klein-Auheim Wildparke 3 3 Hanau, Weilburg, Edertal Beschäftigte (zum d. J.) Forstwirte, Angestellte, Beamte, sonstiges Personal Auszubildende Forstwirte, Anwärter gehobener Dienst, Forstreferendare Jugendwaldheime 4 4 In Kooperation m. d. Landesverband der Schutzgemeinschaft Dt. Wald (SDW) Naturparke Geschäftsführung in 5 Naturparken 2

5 >>> Vorwort Der Landesbetrieb Hessen-Forst blickt mit dem vorliegenden Doppelbericht 2005/ 2006 auf zwei erfolgreiche Geschäftsjahre zurück. Sie waren unter anderem geprägt durch die sozialverträgliche Umsetzung des bereits 2004 entwickelten Strukturkonzeptes. Eine Aufbaustruktur mit nunmehr 41 Forstämtern, rund 440 Revierförstereien, dem Nationalparkamt in Bad Wildungen sowie den neu organisierten Servicezentren gewährleistet eine effektive Erfüllung der vielfältigen Aufgaben des Landesbetriebes. Mit dem bewährten Konzept der multifunktionalen Waldwirtschaft integrieren unsere Försterinnen und Förster auf der gesamten betreuten Fläche Ziele des Arten- und Biotopschutzes, bieten Erholungsraum für Waldbesucher und liefern durch Waldpflege gleichzeitig den wertvollen Rohstoff Holz. Auch die finanzielle Entwicklung konsolidiert sich weiter. Im sechsten Jahr des Bestehens von Hessen-Forst konnte ein positives Ergebnis erzielt werden. Es ist die Folge einer konsequenten Nutzung von Vermarktungschancen bei der Staatswaldbewirtschaftung sowie des Engagements und wirtschaftlichen Handelns unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen danke ich an dieser Stelle sehr herzlich für die geleistete Arbeit. Im vorliegenden Geschäftsbericht erfolgt letztmalig eine Darstellung kameraler Kennziffern. Zukünftig werden die Jahresabschlüsse ausschließlich durch eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie einen Leistungsbericht über die erstellten Produkte abgebildet. Damit vollzieht Hessen-Forst als eine der ersten Einrichtungen der hessischen Landesverwaltung die Um- stellung auf das neue Rechnungswesen mit doppelter Buchführung sowie integrierter Kosten- und Leistungsrechnung. Die steigende Wertschätzung des Rohstoffes Holz hat zu einer erfreulichen Belebung des Holzmarktes geführt. Deutlich gestiegene Preise haben dazu beigetragen, auch jene Holzmengen gut zu vermarkten, die insbesondere in der Fichte durch den Befall von Borkenkäfern ungeplant genutzt werden mussten. Darüber hinaus stimmt uns die steigende Nachfrage nach Energieholz optimistisch, das Ertragspotenzial der von Hessen-Forst nachhaltig bewirtschafteten Wälder auch zukünftig weiter steigern zu können. Zu Beginn des Jahres 2007 wurden die Wälder in Mittel- und Nordhessen vom Orkan Kyrill schwer getroffen. Die in den Jahren 2005 und 2006 geschaffenen Strukturen und die vorausschauend entwickelten Maßnahmenpläne werden helfen, die erwarteten Schadholzmengen zeitnah aufzuarbeiten und zu vermarkten. Die Sicherung des Vermögensbestandes des betreuten Waldes bleibt eine zentrale Aufgabe des Landesbetriebes. Allen, die mit Hessen-Forst in den vergangenen zwei Jahren verbunden waren, danke ich für ihr Verständnis und für das entgegengebrachte Vertrauen in unsere Arbeit. Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebes Hessen-Forst 3

6 Energie aus Holz >>> Energie aus Holz nachhaltig und CO 2 -neutral Die Bereitstellung von Scheitholz, Waldhackschnitzeln und die Belieferung größerer Heizanlagen spielt eine bedeutende Rolle in der Produktpalette des Landesbetriebes. Die Mobilen Waldbauernschulen helfen privaten Waldbesitzern, das Marktpotenzial besser zu nutzen. Der Anteil erneuerbarer Energieträger an der gesamten Energieerzeugung soll in Hessen bis zum Jahr 2015 auf 15 Prozent erhöht werden. Der Landesbetrieb Hessen-Forst unterstützt dieses Ziel, denn Holz ist eine nachhaltig verfügbare, gefahrlos transportier- und lagerfähige Energiequelle und schafft damit Versorgungssicherheit, Holzenergie ist CO2-neutral, ersetzt fossile Energieträger und dient damit dem Klimaschutz, Holzenergie gewährleistet kurze Transportwege und leistet einen Beitrag zu regionalen Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum, Holzenergie schafft Einkommensmöglichkeiten für Waldbesitzer und dient damit der Waldpflege. Mittel- und unmittelbare energetische Holznutzung Rund 55 Prozent der im Jahr 2005 in Hessen genutzten regenerativen Endenergie wurde in Form von Wärmeenergie aus Holz erzeugt. Bei der Verbrennung zerfällt das Holz unter Energieabgabe in diejenigen Bestandteile, aus denen es mit Hilfe der Sonnenenergie im Wald gebildet wurde: Wasser und Kohlendioxid. Etwa 25 Prozent des im Wald bei nachhaltiger Nutzung anfallenden Holzes, das auf- grund seiner Qualität ungeeignet für die stoffliche Nutzung ist, steht grundsätzlich für die unmittelbare energetische Nutzung zur Verfügung. Doch auch von den übrigen 75 Prozent werden nur etwa zwei Drittel, z. B. als Bau- oder Möbelholz, stofflich verwertet, während das restliche Drittel in Form von so genannten Sägeresthölzern (Holzspäne, Hackschnitzel und Brettschwarten) anfällt, die ebenfalls energetisch genutzt werden können. Und selbst das stofflich verwertete Bau- oder Möbelholz kann nach Gebrauch noch zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Langfristig können somit grundsätzlich 100 Prozent des im Wald erzeugten Holzes unmittelbar oder mittelbar energetisch verwendet werden (Abbildung 1). CO 2 -Bindung durch Waldwachstum Umwandlung in Holzenergie und CO 2 -Freisetzung nachhaltige Holzernte 25% 25% 50% unmittelbare energetische Nutzung kurzfristig mittelfristig langfristig Nebenprodukte der stofflichen Verwertung zur energetischen Nutzung Abbildung 1: CO2-Kreislauf bei mittel- und unmittelbarer energetischer Holznutzung stoffliche Verwertung Bei der Verbrennung von Holz wird nicht mehr CO2 freigesetzt als durch das Wachstum dieses Holzes zuvor aus der Atmosphäre gebunden wurde. Die hierbei entstehende Wärme stellt letztlich gespeicherte Sonnenenergie dar, die durch Holznutzung nachhaltig verfügbar gemacht wird. 4

7 Wärmeenergie aus Scheitholz Der mit etwa 60 Prozent größte Teil der Wärmeenergie aus Holz wird in Hessen bisher aus Scheitholz in überwiegend kleinen Einzelfeuerungen erzeugt. Scheitholz ist damit der bislang wichtigste Träger biogener Wärmeenergie. Im Wirtschaftsjahr 2006 wurden vom Landesbetrieb Hessen-Forst im gesamten betreuten Wald insgesamt Kubikmeter Scheitholz (2005: ) für Kunden (2005: ) bereitgestellt (Tabelle 1). Mobilisierung nachhaltiger Nutzungspotenziale Die zunehmende Nachfrage nach Energieholz bietet dem Waldbesitzer grundsätzlich die Möglichkeit, auch diejenigen Rohstoffpotenziale wieder zu nutzen, die bislang ihre Aufarbeitungskosten durch den Verkauf nicht decken konnten. Der Landesbetrieb sieht neben der Bewirtschaftung des öffentlichen Waldes traditionell auch die kundenorientierte Beratung und Betreuung von privaten Waldbesitzern als seine Aufgabe. Wirtschaftsjahr Scheitholzmenge m m 3 davon im Staatswald m m 3 davon Laubholz 97 % 91 % davon Nadelholz 3 % 9 % gespeicherte Wärmeenergie 1,6 Mrd. kwh 2,0 Mrd. kwh potenzielle Wärmekapazität für Einfamilienhäuser St St. Heizöläquivalent 160 Mio. l 200 Mio. l CO2-Gehalt des Heizöläquivalents t t Tabelle 1: Bereitstellung von Scheitholz durch den Landesbetrieb Hessen-Forst Die Scheitholzmenge stellte im Durchschnitt der beiden Jahre eine nutzbare Wärmekapazität für die Beheizung von Einfamilienhäusern zur Verfügung. Wollte man die gleiche Energie durch die Verbrennung von Heizöl als fossilem Energieträger erzeugen, würden durchschnittlich Tonnen CO2 zusätzlich an die Atmosphäre abgegeben. Neben der Bereitstellung von Scheitholz spielt die Herstellung von Waldhackschnitzeln und die Belieferung größerer Heizanlagen eine zunehmend wichtige Rolle. Im Jahr 2005 hat der Landesbetrieb Hessen-Forst auf der Grundlage seines Privatwaldkonzepts eine Initiative mit dem Ziel gestartet, durch Ausschöpfung nachhaltiger Nutzungspotenziale eine Einkommensverbesserung für die rund Privatwaldbesitzer herbeizuführen. Der Betrieb von insgesamt drei Mobilen Waldbauernschulen ist Bestandteil dieses Privatwaldkonzepts (s. Seite 54). 5

8 Finanzielles Ergebnis 2006 >>> Finanzielles Ergebnis des Landesbetriebes Hessen-Forst im Jahr 2006 Konjunkturelles Umfeld Nach Jahren des gebremsten Wirtschaftswachstums stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland 2006 deutlich an (Tabelle 2). Ausgehend von der seit längerem guten Auslandsnachfrage erreichte der Aufschwung nun auch die Binnenwirtschaft und den Arbeitsmarkt. Vor allem die Dynamisierung der Weltkonjunktur verdoppelte die Wachstumsraten beim Im- und Export im Vergleich zu 2005 und leistete einen bedeutenden Beitrag zum hohen Zuwachs des Bruttoinlandprodukts. Diese Entwicklung wurde für die Forstwirtschaft allerdings erst im 2. Halbjahr 2006 spürbar, wobei der private Konsum trotz merklichem Zuwachs der Beschäftigung nur moderat zunahm. Auf das finanzielle Ergebnis von Hessen-Forst wirkte sich diese Entwicklung dennoch positiv aus. Hessen-Forst ist als sogenannter Mandant in den Teilkonzern Hessisches Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingebunden. Dieser wiederum bildet mit den übrigen Ministerien den Gesamtkonzern Land Hessen. Vermögens- und Finanzlage Der Landesbetrieb verfügt über Anlagevermögen im Wert von 2.522,3 Mio. (Tabelle 3). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um das Staatswaldvermögen (2.385,5 Mio. ) sowie um sonstige Grund- Wir schützen, gestalten und nutzen das uns Anvertraute nachhaltig. Durch die Entfaltung unserer Stärken entwickeln wir Hessen-Forst zu einem Erfolgsunternehmen. (Leitbild) stücke und Gebäude (126,9 Mio. ). Das Umlaufvermögen umfasst insbesondere langfristige Forderungen aus Altersversorgung (230,8 Mio. ) und sonstige Transferansprüche gegen das Land Hessen (49,8 Mio. ). Des Weiteren beinhaltet diese Position das Vorratsvermögen an eingeschlagenem, noch unverkauftem Holz in Höhe von 10,0 Mio.. Unter den Rückstellungen werden hauptsächlich langfristige Personalrückstellungen für Pensionen, Beihilfen und Altersteilzeit ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten bestehen überwiegend aus langfristigen Konzernverbindlichkeiten (2.527,7 Mio. ) zur Finanzierung der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens. Ertragslage Die Umsatzerlöse beinhalten überwiegend Holzgelderlöse und die Produktabgeltung (Tabelle 4). Die Produktabgeltung ist ein dem Umsatz gleichgestellter Erlös, der vom Parlament für die Erstellung von Produkten und Leistungen mit öffentlichem Nutzen gezahlt wird. Dabei werden die zu erbringenden Leistungsmengen sowie die ,2 + 0,1-0,2 + 1,6 + 0,9 + 2,7 Tabelle 2: Prozentuale Veränderung des BIP in Deutschland (Quelle: Statistisches Bundesamt) 6

9 dazugehörigen Preise im Zuge der Planung des Landeshaushalts zwischen Hessen- Forst (Leistungserbringer) und dem Landtag (Abnehmer) vereinbart. Der Personalaufwand setzt sich vorwiegend aus den laufenden Zahlungen für Bezüge, Löhne und Gehälter sowie den Zuführungen zu den Personalrückstellungen zusammen. Unter den bezogenen Waren und Leistungen werden insbesondere die Unternehmerkosten für die Holzernte ausgewiesen. Hessen-Forst erzielte durch gewöhnliche Geschäftstätigkeit ein positives Ergebnis in Höhe von 8,6 Mio.. Geschäftsentwicklung 2006 Fachziel Produkte Forstwirtschaft ökologisch und ökonomisch zukunftsorientiert entwickeln P 1: Staatswaldbewirtschaftung 1.1 Geschäftsfeld Rohholz 1.2 Geschäftsfeld Nebener zeugnisse 1.3 Geschäftsfeld Liegenschaftsmanagement 1.4 Geschäftsfeld Jagd P 2: Umweltsicherung + Erholung im Staatswald 2.1 Geschäftsfeld Arten- und Biotopschutz außerhalb von Schutzgebieten 2.2 Geschäftsfeld Umweltsicherung im Staatswald 2.3 Geschäftsfeld Erhlungsfunktionen des Waldes P 4: Forstliche Umweltbildung P 5: Gesetzliche Dienstleistung im Körperschafts- u. Gemeinschaftswald P 6: Vertragliche Dienstleistung im übrigen Privatwald Der in Tabelle 5 dargestellte Leistungsbericht zeigt die Produkte von Hessen-Forst. Die Produkte unterstützen im Rahmen des Zielsystems des Landes die vom Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz verfolgten Fachziele zur ökologisch und ökonomisch zukunftsorientierten Entwicklung der Forstwirtschaft sowie zur Stärkung des Naturschutzlandes Hessen (Abbildung 2). Fachziel Produkte P 7: Forsthoheitliche und sonstige öffentliche Aufgaben P 8: Durchführung forstlicher Versuchsprogramme Naturschutzland Hessen stärken P 3: Nationalpark Kellerwald-Edersee P 9: Naturschutzdatenhaltung Abbildung 2: Fachziele mit zugeordneten Produkten des Landesbetriebes Hessen-Forst Aktivseite Passivseite A. Anlagevermögen A. Eigenkapital B. Umlaufvermögen B. Rückstellungen C. Rechnungsabgren C. Verbindlichkeiten zungsposten D. Rechnungsabgren zungsposten Tabelle 3: Bilanzbericht ) 1) Durch Umstellung der Rechnungslegung von der kameralen zur doppelten Buchführung sind keine Vorjahreswerte vorhanden. 7

10 Finanzielles Ergebnis 2006 Über alle Produkte konnten die Kosten insgesamt zu 71 Prozent aus Umsatzerlösen finanziert werden. Analog zu den Umsatzerlösen zahlte das Land für vereinbarte Leistungserbringungen einen Produktabgeltungserlös, der 31 Prozent der Kosten abdeckte, so dass insgesamt ein Kostendeckungsgrad von 102 Prozent erreicht werden konnte. Neben dem konjunkturellen Aufschwung wirkte sich die zu Anfang 2005 im Rahmen der Operation Sichere Zukunft der Landesverwaltung durchgeführte Neuorganisation des Landesbetriebes positiv auf das Ergebnis 2006 aus. So sanken die Personalausgaben in den beiden Berichtsjahren von 108,6 Mio. auf 105,3 Mio., wobei die zahlreichen Umschulungsmaßnahmen für Mitarbeiter noch nahezu vollständig von Hessen-Forst zu erwirtschaften waren. Die Rückstellungen hierfür waren nicht gebildet worden. Umsatzerlöse (inkl. Produktabgeltung) /- Bestandsveränderungen Aktivierte Eigenleistungen Sonstige betriebliche Erträge Bezogene Waren und Leistungen Personalaufwand Abschreibungen Sonstige betriebliche Aufwendungen = Betriebsergebnis Finanzertrag Finanzaufwand 0 = Finanzergebnis = Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Tabelle 4: Auszug aus der Gewinn- und Verlustrechnung ) 1) Wegen Umstellung der Rechnungslegung von der kameralen zur doppelten Buchführung und laufenden Anpassungen der NVS-Konzeptlage werden keine Vorjahreswerte ausgewiesen. 8

11 Finanzielles Ergebnis 2006 Produkte Kosten Erlöse Ergebnis aus Umsatz- aus Produkterlösen abgeltung /ha /ha /ha /ha bzw. bzw. bzw. bzw. /T-Tag /T-Tag /T-Tag /T-Tag 1. Staatswaldbewirtschaftung Sicherung d. Umwelt- u. Erholungsfunktion im Staatswald ± 0 3. Nationalpark Kellerwald-Edersee ± 0 4. Forstliche Umweltbildung 1) ± 0 5. Gesetzliche Dienstleistungen im Körperschafts- und Gemeinschaftswald ± 0 6. Vertragliche Dienstleistungen im übrigen Privatwald ± 0 7. Hoheitliche und sonstige öffentliche Aufgaben ± 0 8. Durchführung forstlicher Versuchsprogramme ± 0 9. Naturschutzdatenhaltung ± 0 Tabelle 5: Leistungsbericht des Landesbetriebes Hessen-Forst 2006 nach Produkten und Leistungen 1) Im Produkt Forstliche Umweltbildung gilt im Gegensatz zu den anderen Produkten als Leistungsmenge und Vergleichswert der Teilnehmertag von Kindergartenkindern, Schülern und Erwachsenen Die Rückstellungen hierfür waren nicht gebildet worden. Leistungen des Fachziels Forstwirtschaft ökologisch und ökonomisch zukunftsorientiert entwickeln Das Produkt Staatswaldbewirtschaftung wird durch die Geschäftsfelder Rohholz, Nebenerzeugnisse, Jagd und Liegenschaftsmanagement dargestellt. Durch die gestiegenen Rohholz- und Energiepreise im zweiten Halbjahr 2006 und strukturelle Anpassungen konnte nach Jahrzehnten vor allem über die Geschäftsfelder Rohholz und Nebenerzeugnisse (insbesondere über den Verkauf von Brennholz) erstmals wieder ein positives Ergebnis der Staatswaldbewirtschaftung erzielt werden (3,1 Mio. ). Das Produkt Gesetzliche Dienstleistungen im Körperschafts- und Gemeinschaftswald konnte zu 70 Prozent aus den forstrechtlich fixierten Entgeltsätzen finanziert werden. Die verbleibenden gemeinwohl-orientierten Leistungen wurden zum Teil durch Produktabgeltungserlöse des Landes Hessen kompensiert, so dass ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden konnte. Bei den restlichen, gemeinwohlorientierten Produkten konnten zu den Produktabgeltungserlösen von rund 31,5 Mio. auch eigene Umsatzerlöse in Höhe von rund 1,8 Mio. erwirtschaftet werden. Hessen- Forst erbrachte dafür vielfältige Leistungen in den Bereichen Naturschutz, Forschung, Umweltsicherung und anderen öffentlichen Aufgaben. So kamen in der Forstlichen Umweltbildung im Rahmen der Fachleistung Waldpädagogik ca Schulund Kindergartenkinder sowie Erwachsene in den Genuss von Tagesver- 9

12 Finanzielles Ergebnis 2006 anstaltungen, die sich mit den Grundlagen des Ökosystems Wald beschäftigten. Zusammen mit der Fachleistung Natur auf der Spur und Forstliche Umweltbildung in Wildparken wurden insgesamt Personen erreicht. Für Maßnahmen zur Umweltsicherung und zur Erholung der Bürger fielen Kosten von 18 pro Hektar Staatswald an. Davon wurden 4 /ha u. a. durch Veranstaltungsgebühren erlöst, 14 /ha erzielte Hessen- Forst vom Land Hessen in Form der Produktabgeltung. Die Vertraglichen Dienstleistungen im Privatwald dienen unter anderem auch der Mobilisierung von Rohholz. Dafür wurden 20 /ha aufgewendet, die sich zu 20 Prozent aus Umsatz- und zu 80 Prozent aus Produktabgeltungserlösen finanzieren. Leistungen zum Fachziel Naturschutzland Hessen stärken Der Landesbetrieb Hessen-Forst wendete rd. 3 Mio. für das Management des Nationalparks Kellerwald-Edersee auf und leistete damit im zweiten Jahr nach dessen Gründung einen Beitrag zum Naturschutz in Hessen. Die Aufwendungen wurden zu 35 Prozent durch Umsatz- und zu 65 Prozent durch Produktabgeltungserlöse gedeckt. Im Produkt Naturschutzdatenhaltung werden für das Land zu raumordnungsrelevanten Planungen und Maßnahmen ökologische Daten erhoben, gesichert und gepflegt. Bezogen auf die Landesfläche ergaben sich dadurch Kosten von 1 /ha (Abbildung 2). Hoheitliche und sonstige öffentliche Aufgaben verursachten im Durchschnitt Kosten von 25 /ha. Hinzu kamen im Produkt Durchführung forstlicher Versuchsprogramme Kosten in Höhe von 5 /ha für wissenschaftliche Arbeiten und Beweissicherungen. Die Kosten wurden in beiden Produkten vollständig über Produktabgeltungserlöse finanziert. Sonstige Leistungen des Landesbetriebes Hessen-Forst Im Rahmen der Zusammenarbeit mit hessischen Landesbehörden wurden 2006 für insgesamt 25,9 Mio. zwischenbehördliche Leistungen erbracht. Das Geschäftsfeld der Externen Leistungen für Dritte wurde mit Gewinn abgeschlossen. 10

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14 Organisation und Mitarbeiter >>> Die Landesbetriebskommission Der Landesbetrieb Hessen-Forst wird bei der Umsetzung seiner strategischen Ziele und Aufgaben konstruktiv durch die Landesbetriebskommission (LBK) begleitet. Dieses unabhängige Gremium setzt sich aus den für die hessische Forstwirtschaft zuständigen Vertretern des Landtages, des Umwelt- und des Finanzministeriums sowie der vorrangigen Kunden- und Mitarbeitergruppen zusammen (Tabelle 6). Hessen-Forst ist in seiner Organisation landesweit und bürgernah tätig. Wir stehen zu der traditionellen Einheit von Betrieb, Dienstleistung und Hoheit. (Leitbild) Die LBK analysiert und bewertet den Rechenschaftsbericht und nimmt beratend zu aktuellen Themen des Landesbetriebes Stellung. Hierzu gehören auch der Entwurf des Gesamtwirtschaftsplanes und die Ergebnisprognosen. Gemäß ihrer Geschäftsordnung erstellt die Kommission jährlich einen Tätigkeitsbericht für den zuständigen Ausschuss des Hessischen Landtags. In den Geschäftsjahren 2005 und 2006 befasste sich die LBK vor allem mit folgenden Themen: Umsetzung der Strukturreform im Landesbetrieb Hessen-Forst, Jahresabschlüsse 2005 und 2006, Wirtschaftsplan-Entwurf für 2007, Waldschutz-Situation (Borkenkäfer und Maikäfer), Energieholz-Strategie des Landesbetriebes, Weiterentwicklung der Bildungseinrichtungen von Hessen-Forst, Kooperation beim Forstlichen Versuchswesen mit Niedersachsen und Sachsen- Anhalt, Zukunft von Forstbetriebsgemeinschaften und deren Unterstützung durch den Landesbetrieb, Weiterverwendung frei werdender Liegenschaften, Holzvermarktungs- und Dienstleistungskonzept von Hessen-Forst, mögliche Auswirkungen des Bundeskartellamtsverfahrens auf die kooperative Holzvermarktung des Landesbetriebes, Folgen des Urteils des Europäischen Gerichtshofs zur NATURA-2000-Richtlinie vom und dessen Umsetzung im Landesbetrieb. 12

15 Die Mitglieder der Landesbetriebskommission Staatsminister Wilhelm Dietzel Reinhard Otto, MdL Bernhard Bender, MdL Martin Häusling, MdL Heinrich Heidel, MdL Carsten Wilke Hans-Jürgen Stahl (2005) Alfred Schmaus (2006) Ulrich Blöcher Dr. Martin Viessmann Prof. Dr. Hans Köpp Bürgermeister Ludwig Seiboldt Dietrich Kübler Tabelle 6: Mitglieder der Landesbetriebskommission Vertreter für Institution/Bereich Vorsitzender CDU-Fraktion SPD-Fraktion Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN FDP-Fraktion Umweltministerium Finanzministerium Finanzministerium Hauptpersonalrat Umwelt Wirtschaft Umwelt Kommunalwald Kleinprivatwald 13

16 Organisation und Mitarbeiter >>> Unsere Organisation Das Jahr 2006 wurde von Hessen-Forst auch dazu genutzt, die im Jahr 2005 erneuerte Aufbauorganisation zu konsolidieren und die Produktions- und Unterstützungsprozesse zu verbessern. In diesem Zusammenhang konnte mit der Einführung der Revier-IT die innerbetriebliche Information und Kommunikation erheblich verbessert werden. Durch Änderungen der Betreuungsfläche waren einzelne Anpassungen der Aufbauorganisation notwendig. Beispielsweise wurden je eine Revierförsterei in den Forstämtern Fulda und Schlüchtern aufgelöst. Für neu übertragene Aufgaben des Landes durch die Schaffung neuer Stellen wurden zusätzliche Geschäftsfelder und Stellen (z. B. Regionalbetreuer Natura 2000) geschaffen. Dennoch wurde der 2005 eingeleitete Personalabbau auch im Jahr 2006 konsequent weiterverfolgt (Tabelle 7). Die gemeinsame Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt der Länder Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (NW-FVA) mit Sitz in Göttingen nahm am ihre Arbeit auf. Damit konnte erstmals eine länderübergreifende Zusammenarbeit im forstlichen Versuchswesen begründet werden. Zum erfolgte die Neuorganisation der Dienststelle Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA) mit Sitz in Gießen. Aus dieser Neuordnung ergab sich zum Jahresende 2006 die in Abbildung 3 dargestellte Organisationsstruktur des Landesbetriebes Hessen-Forst. Personalstand Arbeiter Angestellte Beamte Beschäftigte (MTW* + gesamt MTArb**) Ausgeschieden Einstellung, Entfristung, Übernahme von Arbeitern in Angestelltenverhältnisse Ausgeschieden Einstellung, Entfristung, Übernahme von Arbeitern in Angestelltenverhältnisse Tabelle 7: Entwicklung der Personalstruktur 2005/2006 * Manteltarifvertrag für Waldarbeiter der Länder und der Gemeinden; ** Manteltarifvertrag für Arbeiterinnen und Arbeiter des Bundes und der Länder 14

17 Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz Regierungspräsidien Landesbetrieb HESSEN-FORST Landesbetriebsleitung Controllingteam Landesbetriebskommission Obere Forstbehörden Personal, Organisation, Informationstechnologie, Recht Waldbau, Forsteinrichtung Produktion, Vermarktung Finanzen, Rechnungswesen Körperschaftsund Privatwald, Dienstleistungen Liegenschaften Teilbetriebe Landräte, Oberbürgermeister zuständige Fachbereiche Forstämter teilweise mit Nebenbetrieben Forstliches Bildungszentrum Wildparke Darre und Großkamp Servicestelle FENA HESSEN- FORST Technik National - parkamt Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (gemeinsame Dienststelle der Länder Niedersachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt) Abbildung 3: Organigramm des Landesbetriebes Hessen-Forst (2006) 15

18 Organisation und Mitarbeiter >>> Neustrukturierung von Forstlicher Versuchsanstalt und Servicestelle FIV Die bis 2004 an den Standorten Gießen und Hann. Münden wahrgenommenen Aufgaben wurden neu organisiert. Auch Hessen-Forst Technik ordnete seine Geschäftsfelder neu. Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt Das forstliche Versuchswesen wurde in eine gemeinschaftlich von den Ländern Niedersachsen, Hessen und Sachsen- Anhalt getragene Organisation überführt: die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA). Die 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Göttingen und Hann. Münden sind für die praxisnahe forstliche Forschung und die Beratung aller Waldbesitzarten zuständig. Mit den vier Arbeitsbereichen Waldwachstum, Waldschutz, Waldgenressourcen und Umweltkontrolle wird ein weites Forschungsspektrum abgedeckt. Die Erarbeitung und Vermittlung praxisnaher forstwissenschaftlicher Erkenntnisse basiert auf einem umfangreichen Netz an Versuchsflächen und Naturwäldern. Im Rahmen eines Verwaltungsabkommens nimmt die NW-FVA auch in Schleswig-Holstein die Aufgaben einer Versuchsanstalt wahr. Die Abteilung Waldwachstum führt darüber hinaus die Versuche der ehemaligen Preußischen Versuchsanstalt in weiteren westdeutschen Bundesländern fort. Im Verbund mit externen Partnern wie bspw. der Universität Göttingen oder dem Kompetenznetz für Nachhaltige Holznutzung fließt die Arbeit und das Fachwissen der NW-FVA in zahlreiche, forstlich relevante Drittmittelprojekte mit ein. Dienststelle Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA) Am Standort Gießen existiert seit Juli 2006 die FENA. Diese Dienststelle ist innerhalb des Landesbetriebes Hessen-Forst für die Aufgabenfelder Forsteinrichtung und Naturschutz zuständig. Die 85 Mitarbeiter sind auf drei Fachbereiche verteilt. Unsere Organisation entwickeln wir entsprechend den sich wandelnden Anforderungen der Gesellschaft. (Leitbild) Die beiden Fachbereiche Forsteinrichtung und Forstliche Geoinformation sind für die Durchführung der forstlichen Inventur- und Planungsaufgaben in fast Betrieben mit rund 75 Prozent der hessischen Waldfläche (ca Hektar) zuständig. Die Gegenüberstellung von Planung und Vollzug die Naturalkontrolle sichert die Nachhaltigkeit in den betreuten Forstbetrieben. Darüber hinaus liefern die Fachbereiche den Forstbetrieben die für die Steuerung der Betriebe erforderlichen 16

19 Daten- und Kartengrundlagen sowie die Flächenwerke. Einen immer größeren Anteil nimmt die Datenaufbereitung und -weitergabe für überbetriebliche Fragestellungen ein, z. B. im Zusammenhang mit großen Infrastrukturprojekten in der Regionalplanung oder bei Naturschutz-Großvorhaben. Systematisch werden die vorhandenen Sachdaten mit Hilfe eines Geographischen Informationssystems (GIS) den entsprechenden Flächen zugeordnet und visualisiert. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bildet die Waldbewertung, sowohl im Zusammenhang mit dem An- und Verkauf von Waldgrundstücken als auch hinsichtlich der Bilanzierung kommunaler Betriebe. Zudem spielen Einflüsse durch Dritte, die das Waldvermögen negativ beeinflussen, eine Rolle. Darunter fallen beispielsweise die Verschlechterung der Standorte durch Grundwasserentnahme oder die Zerschneidung von Waldbeständen beim Bau von Straßen oder Bahnlinien. Im Fachbereich Naturschutz sind neben den Daten der Hessischen Biotopkartierung umfangreiche Datensammlungen zu Arten- und Biotopfragen sowohl für den Wald als auch für das Offenland zusammengetragen und ausgewertet worden. Seit Beginn der Umsetzung der EU-Richtlinien zu Natura 2000, Flora, Fauna, Habitat, kurz FFH genannt, und der Vogelschutzrichtlinie sind neue Aufgaben hinzugekommen. Zur Weitergabe der Daten innerhalb der Verwaltung wird mit dem Programm Natureg ein Informationssystem unterstützt, auf das künftig auch Planungsträger und -büros, interessierte Privatpersonen und sonstige Nutzer von Umweltinformationen zugreifen können. Neuordnung des Sachbereichs IT Die computerbasierte Steuerung des Betriebes, die Kommunikation und das Wissensmanagement haben in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung erlangt. Dieser Trend wird sich vor dem Hintergrund der Verwaltungsmodernisierung und der Einführung von Standards auf nationaler und übernationaler Ebene weiter verstärken. Stichworte wie E-Government, Dokumenten-Managementsystem (DMS) und Geo-Informationssystem (GIS) sind aktuelle Beispiele für diese Entwicklung. Wegen des engen Zusammenhanges mit Personal- und Organisationsfragen wurde die IT als Sachbereich in die Abteilung I der Landesbetriebesleitung integriert. Diesem Schritt folgten innere Reformen, deren sichtbarste Elemente die vollständige technische Integration aller Ebenen des Landesbetriebes in eine Client-Server- Struktur und die Neuausrichtung des Benutzerservices sind. Umstrukturierung des betrieblichen Rechnungswesens Neben der IT ist die Neuorientierung des betrieblichen Rechnungswesens an den Grundsätzen der doppelten Buchführung und die Einführung und Konsolidierung der Buchführungssoftware SAP auf der Grundlage des Landesreferenzmodells II eine weitere bedeutende Säule der Modernisierung der betrieblichen Steuerungsinstrumente. Die SAP-Buchungen wurden deshalb als Sachbereich in die Abteilung II der Landesbetriebsleitung integriert. 17

20 Organisation und Mitarbeiter >>> Entwicklungen bei Hessen-Forst Technik Als Dienstleistungsunternehmen ist Hessen-Forst Technik schwerpunktmäßig im Hessischen Staatswald tätig. Im begrenzten Umfang erfolgen Einsätze im Körperschafts- und Privatwald. Die in Bebra ansässige Unternehmenseinheit Hessen-Forst Technik entstand im Jahr 2003 aus der Zusammenlegung der fünf bisherigen Maschinenbetriebe. Mit der Neuorganisation wurden Geschäftsfelder und ein darauf abgestimmtes Personalund Maschinenkonzept entwickelt. Laufende Optimierung bei Hessen-Forst Technik Der Wirkungsgrad der Serviceeinrichtung konnte durch die vorgenannten Maßnahmen und das vorhandene Fachwissen in den Forsttechnikbereichen gesteigert werden. Besonders das Arbeitsgebiet Wegebau wurde im Berichtszeitraum deutlich ausgebaut (Tabelle 8). Dienstleistungsunternehmen für Dritte Für den Einsatz im Körperschafts- und Privatwald strebt Hessen-Forst Technik ein jährliches Auftragsvolumen von bis zu 25 Prozent an. Diese Zielsetzung wurde bereits im Geschäftsjahr 2005 erreicht. Im Zuge der Neuausrichtung der Einsatzschwerpunkte wurden die Holzrückung, die Flächenräumung inklusive Hackereinsatz und die maschinelle Entrindung eingestellt sowie der inzwischen veraltete Maschinenpark verkauft. Seither konzentriert sich der Betrieb auf die in Abbildung 4 dargestellten Geschäftsfelder. Hessen-Forst Technik Wegebau Hochmechanisierte Holzernte mit Holzlieferkette Serviceaufgaben Mulchen Abbildung 4: Geschäftsfelder von Hessen-Forst Technik ab

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