Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

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1 Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: 23. Juli 2012, 13:00 Uhr Statement des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Martin Zeil anlässlich der Pressekonferenz zur Veranstaltung Energieeffizienz in der Industrie Potenziale neuer Technologien am 23. Juli 2012 in München Hauptgebäude Pressestelle: Prinzregentenstr. 28, München Bettina Bäumlisberger Telefon Internet Abteilung Landesentwicklung (0 89) , -2291, Bayer. Energieagentur Energie Innovativ Telefax mobiles Internet Prinzregentenstr. 24, München (0 89)

2 Gliederung I. Herkulesaufgabe Energiewende...1 II. Ergebnisse IWB-Studie...2 III. Runder Tisch Energieeffizienz...5

3 - Anrede - I. Herkulesaufgabe Energiewende Bayern ist einer der führenden Industrie- und Hightech-Standorte in Europa. Nicht zuletzt deswegen gleicht die Energiewende einer wahren Herkulesaufgabe. Denn wir müssen dafür sorgen, dass Strom für unsere Unternehmen auch künftig sicher und vor allem bezahlbar bleibt. Der günstigste Strom ist der, den man gar nicht erst verbraucht. Erst vor zwei Wochen habe ich die Kampagne Stromsparen rockt gestartet. Wir sensibilisieren hier die Menschen für das Thema Energiesparen und geben ganz konkrete Tipps, wie man im privaten Haushalt durch einfachste Maßnahmen Strom sparen kann. Richtig viel Strom lässt sich aber auch in der Industrie einsparen. Deshalb ist es der vbw und mir als Vertreter der Staatsregierung ein besonderes Anliegen, den Fokus auf das Thema Energieeffizienz in der Industrie zu lenken. 1

4 2 Die bayerische Industrie hat hier schon Erhebliches geleistet. Bei vielen Prozessen stoßen wir sogar schon an die Grenze des Machbaren. Allerdings schlummern in manchen industriellen Fertigungs- und Produktionsanlagen bayerischer Unternehmen noch vielfältige Möglichkeiten, Energie effizienter einzusetzen. Wenn wir es schaffen, dieses Potenzial zu identifizieren und konsequent auszuschöpfen, sinken nicht nur die Betriebskosten, sondern steigt auch die Wettbewerbsfähigkeit. Wir schonen damit das Klima und leisten einen echten Beitrag zum Gelingen der Energiewende. II. Ergebnisse IWB-Studie Prof. Gunther Reinhart vom Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (IWB) untersucht im Rahmen des von uns geförderten Vorhabens green factory derzeit, welchen Beitrag Forschung und Entwicklung leisten können, wenn es darum geht, die Energieeffizienz in der industriellen Produktion zu steigern.

5 3 Erste Ergebnisse dieser Studie kann ich Ihnen heute vorstellen: Bayerische Unternehmen erwirtschaften 20 Prozent des gesamtdeutschen Umsatzes im Verarbeitenden Gewerbe. Trotzdem erhalten sie nur zehn Prozent der Forschungsgelder zum Thema Energieeffizienz in der Produktion. Hier besteht aus bayerischer Sicht dringender Aufholbedarf. Vorreiter bei FuE-Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz sind Maschinenbau und Fahrzeugindustrie. In diese Industriezweige fließen über 50 Prozent der Fördergelder. Ein großes Forschungspotenzial besteht bei den energieintensiven Industrien Chemie, Glas/Keramik, Papier und Ernährung. Sie verbrauchen zwar 55 Prozent der Gesamtenergie des Verarbeitenden Gewerbes. Allerdings fließen gerade einmal rund 10 Prozent der Fördergelder für Energieeffizenz in diesen Bereich.

6 4 Bei den Einsparpotenzialen bestehen große Unterschiede. Neben zahlreichen Einzelmaßnahmen, die kleine Effekte erzielen, gibt es auch Projekte, die den Energiebedarf halbieren. So etwa bei der Herstellung von Bauteilen aus Metall und Kunststoff in der Automobil-industrie. Bisher beschränken sich die FuE- Anstrengungen darauf, einzelne Prozesse und Anlagen zu optimieren. Künftig wird es darum gehen, Prozessketten zusammenzuführen und Synergien zu nutzen. Ein weiteres wichtiges Forschungsthema ist die energieflexible Fabrik. Gerade weil wir die regenerativen Energien ausbauen, brauchen wir Konzepte, die den Energiebedarf in der Industrie flexibilisieren können, um angemessen auf Angebots- und Preisschwankungen auf dem Strommarkt reagieren zu können.

7 5 III. Runder Tisch Energieeffizienz Diese ersten Ergebnisse zeigen bereits deutlich: Bei der Energieeffizienz können wir noch einiges bewegen, wenn wir Politik und Wirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. Sie können sicher sein, wir werden die Ergebnisse dieser Studie sehr genau analysieren und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Ich werde einen Runden Tisch einrichten mit Technologievertretern aus der Industrie. Mein Ziel ist, Leuchtturmprojekte anzustoßen gerade in den energieintensiven Bereichen. Denn wenn hier die Ressource Energie schonend, sparsam und effizient eingesetzt wird, ist schon viel erreicht. Hinzu kommt, dass wir in wenigen Tagen das Förderprogramm Innovative Energietechnologien und Energieeffizienz INVENT auf den Weg bringen werden. Damit können wir zum Beispiel Projekte in der industriellen Forschung mit bis zu 50 Prozent bezuschussen. Allein in diesem Jahr nehmen wir dafür über 15 Millionen Euro in die Hand.

8 6 Ich bin überzeugt: Wenn die Politik ihre Hausaufgaben macht und die Rahmenbedingungen richtig setzt, und wenn die Industrie weiterhin konsequent ihre Prozesse durchleuchtet und Energie einspart, werden wir die Energiewende meistern und weltweit zum Vorbild werden.

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