Empowering Youth 4 Business - Jungunternehmer- und Kleingewerbeförderung in Myanmar

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1 Empowering Youth 4 Business - Jungunternehmer- und Kleingewerbeförderung in Myanmar Ausgangslage Trotz ersten ermutigenden Wirtschaftsreformen, ausländischen Investitionen nach Aussetzung der internationalen Sanktionen und einem Wirtschaftswachstum von 6.5% im Jahr 2013, gehen lediglich 63% der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren einer regelmässigen, bezahlten Tätigkeit nach. Ein Viertel der 54 Millionen Einwohner kämpfen täglich ums Überleben. Die myanmarische Bevölkerung ist sehr jung, die Alterskohorte der Jährigen umfasst 13 Millionen, so dass Armut und Arbeitslosigkeit gerade die junge Bevölkerung sehr stark treffen. Seit 2001 bietet das Center for Vocational Training (CVT) in Yangon Berufslehren für Möbelschreiner, Kaufmännische Angestellte, Metallbearbeiter, Elektriker, Hotel- und Gastronomiefachleute an, um Jugendlichen aus benachteiligten Familien eine berufliche Ausbildung und einen optimalen Start ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Basierend auf dem Schweizer Modell dualer Berufsbildung arbeiten die CVT-Lehrlinge in einem Betrieb und erhalten einmal wöchentlich allgemeinbildenden und berufsspezifischen Unterricht an der CVT-Berufsfachschule. Seit der Gründung des CVT konnten mehr als 500 benachteiligte Jugendliche erfolgreich eine Berufslehre abschliessen. Trotz dieses Erfolgs fehlt es im ländlichen Raum wo viele der am CVT ausgebildeten Berufsleute herkommen an Arbeitsplätzen, so dass der Schritt in die Selbständigkeit für viele junge Berufsschulabgänger oft die einzige Alternative zur Arbeitslosigkeit darstellt. Genau hier setzt das gemeinsame Projekt der Swiss Academy for Development (SAD) und des CVT an: Mit Unterrichtseinheiten zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen, praxisorientierten Anleitungen zur Entwicklung kreativer Geschäftsideen und durch die gezielte Förderung persönlicher und sozialer Kompetenzen sollen CVT-Berufsschulabgänger und potentielle Jungunternehmer aus benachteiligten Familien und Randregionen befähigt werden, ein eigenes Geschäft zu gründen und Einkommen für sich und ihre Familien zu generieren. Projektziele Übergeordnetes Projektziel: Schaffung von Arbeitsplätzen und somit Verbesserung der Lebenssituation und Zukunftsperspektiven benachteiligter Jugendlicher mittels Starthilfe für Existenzgründungen und gezielter Förderung kleiner Unternehmen Outcome 1: Teilnehmende Jugendliche verfügen über relevantes, betriebswirtschaftliches Wissen, Unternehmergeist, soziale Kompetenz und Life Skills für die erfolgreiche Umsetzung von Geschäftsideen und die Führung eines Kleinunternehmens Outcome 2: Ein Pool von methodisch und fachlich qualifizierten Business Trainern (Multiplikatoren) steht zur Verfügung für Unternehmensschulungen Outcome 3: Mentoren unterstützen Jungunternehmer und Existenzgründer mit Ideen, Erfahrungswerten und Knowhow bei der Entwicklung von Geschäftsideen und Unternehmenskonzepten 1

2 Outcome 4: Teilnehmende Jugendliche haben Zugang zu Anschubfinanzierung in der Form eines Fonds zur Förderung innovativer Geschäftsideen Outcome 5: Relevante staatliche und nichtstaatliche Akteure in Myanmar und international verfügen über handlungsrelevantes Wissen und die nötigen Arbeitshilfen, um Jungunternehmer aus benachteiligten Regionen und Schichten auf die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit vorzubereiten Begünstigte 400 Jungunternehmer aus wirtschaftlich benachteiligten Regionen und Familien absolvieren eine Unternehmerschulung 50 Jungunternehmer erhalten Zugang zu einer Anschubfinanzierung 20 Business Trainer werden befähigt, eigenständig Ausbildungsprogramme zur Förderung von Unternehmensgründungen oder der Entwicklung von Kleinbetrieben zu planen, organisieren, koordinieren, überwachen und evaluieren Indirekt Begünstigte: Lokale und regionale Regierungsstellen, Berufsverbände, andere nichtstaatliche Akteure in Myanmar und international, die im Bereich der Berufsbildung und Unternehmensförderung arbeiten (Wissenstransfer) Das Projekt baut auf langjährigen Erfahrung und Kompetenzen der Swiss Academy for Development in den Bereichen Jugendforschung und - förderung, spiel- und sportbasierte Kompetenzentwicklung, laufenden Projekten zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit im Nahen Osten, Nordafrika und Nepal, sowie profundem Know-how hinsichtlich der Entwicklung von Arbeitshilfen für Jungunternehmerschulungen. Website: 2

3 Abbildung 1: Ko Min (vordere Reihe, ganz rechts) schloss 2006 am CVT eine Lehre als Möbelschreiner ab und wagte 2012 den Schritt in die Selbständigkeit. Dank der grossen Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Massivholzmöbeln in Yangon und Nay Pyi Taw konnte er sein Geschäft und die Anzahl Mitarbeiter in den letzten drei Jahren stetig auszubauen. Heute arbeiten 12 ausgebildete Schreiner in seiner Werkstatt in Mingaldon, einem Vorort von Yangon. Auf sein Erfolgsrezept angesprochen, sagte Ko Min rückblickend: Wesentlich zum Erfolg meines Betriebs beigetragen haben die solide, 3-jährige Berufsausbildung am CVT sowie die kontinuierliche Begleitung durch Kyaw Tun (vordere Reihe, 4. von rechts), der mir als erfahrener Geschäftsmann mit Rat und Kapital zur Seite stand, bis ich mit meinem Geschäft auf dem Markt Fuss fassen konnte. Letztes Jahr habe ich zudem an der vom CVT als Pilotprojekt angebotenen Gründer- und Jungunternehmerschulung teilgenommen, wo ich besonders in den Bereichen Marketing und Personalmanagement viel Neues dazulernen konnte. 3

4 Abbildung 2: Angestellte in Ko Mins Schreinerei schleifen ein massgefertigtes Büchergestell 4

5 Abbildung 3: Metallbearbeiter und Elektriker bei der praktischen Ausbildung. Durch die von der Swiss Academy for Development (SAD) angebotenen Jungunternehmerschulungen erhalten sie Zugang zu betriebswirtschaftlichem Wissen, sozialen Kompetenzen und Life Skills für die erfolgreiche Umsetzung von Geschäftsideen und die Führung eines Kleinunternehmens 5

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