TP 16 E-LEARNING IM STRAFVOLLZUG, JVA BREMEN BLOCKLAND, ABT. FRAUEN

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1 TP 16 E-LEARNING IM STRAFVOLLZUG, JVA BREMEN BLOCKLAND, ABT. FRAUEN Gabriele Möhlenkamp bfw Niedersachsen-Bremen Pädagogische Mitarbeiterin mit technischer Erfahrung Im Projekt von Oktober 2002 Mai 2005 Tanja Jahnz Universität Bremen, FB 3 Informatik Technische Unterstützung mit pädagogischer Erfahrung Im Projekt seit April 2003 vorauss. Juni 2004 Rahmenbedingungen des Projekts Laufzeit: Oktober 2002 bis Mai 2005 Unterrichtsbeginn: Dezember 2002 Unterrichtszeiten: Do von 8.00 bis Uhr; Fr von bis Uhr Zur Zeit 11 Unterrichtsstunden die Woche Teilnehmerinnen Anzahl: max. 4 Raumgröße: 1 Doppelzelle mit ca. 16 m² Ausstattung: 4 Teilnehmerinnen Rechner und 1 Dozentinnenrechner, Mobiliar Software: Windows XP pro, Office XP, Lern- und Selbstlernsoftware aus dem Bereich EDV und der Sekundarstufe I Unterrichtsform: Offene Gruppe, Ein- und Ausstieg jederzeit möglich, Binnendifferenzierung Die Teilnehmerinnen Für die Teilnahme am Kurs sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich. Daraus ergibt sich, dass die Teilnehmerinnenstruktur nahezu alle Facetten beinhaltet, angefangen bei Teilnehmerinnen ohne Schulabschluss und Berufsausbildung bis hin zu ehemaligen Studentinnen. Die Haftzeit bei den Frauen in Bremen beträgt durchschnittlich 6 Monate, die durchschnittliche Verweildauer im Tanja Jahnz, Gabriele Möhlenkamp 1

2 Kurs liegt bei 50 Unterrichtsstunden, also bei derzeit ca. 5 Wochen. Bisher wurden und werden 13 Teilnehmerinnen qualifiziert. Der Unterricht Der Unterricht wird hauptverantwortlich von Gabriele Möhlenkamp durchgeführt und beginnt donnerstags um 8:00. Durch den Vollzugsalltag wird der Unterricht am Vormittag mehrfach unterbrochen (Kammertausch, Arzttermine). Von 11:30 bis 13:00 ist Mittagspause und Freistunde. Bis 15:00 Uhr kann der Unterricht ohne weitere Unterbrechungen fortgeführt werden. Donnerstag begleitet Frau Jahnz den Unterricht und übernimmt bei Bedarf die Vertretung. Am Freitag beginnt der Unterricht um 13:00 nach der Freistunde und endet um 15:15 Uhr. In dieser Zeit sind keine Unterbrechungen durch den Vollzugsalltag vorgesehen. Tanja Jahnz, Gabriele Möhlenkamp 2

3 Der Unterricht wird mit einer Mischung aus Frontalunterricht, Arbeiten nach Vorlage/Aufgabe, freiem Arbeiten oder CBT`s (Computer-Based-Training) aus den Bereichen EDV Betriebssystem Office Produkte Tastaturtraining Sek I Deutsch Mathe Geographie Englisch durchgeführt. Die fünf Rechner des Schulungsraums sind miteinander vernetzt, so dass ein Datenaustausch unter den Teilnehmerinnen nicht nur möglich ist sondern auch rege genutzt wird. Das Drucken erfolgt über einen Netzwerkdrucker. Ziele und Praxis Ziel der Qualifizierung besteht darin, den Teilnehmerinnen das Medium Computer nahe zu bringen und sie zu befähigen weitestgehend selbständig mit diesem umzugehen. Die Office Produkte zur Textverarbeitung und Tabellenkalkulation stehen hierbei zwar im Mittelpunkt, jedoch liegt der eigentliche Schwerpunkt darin, diese nur als praktisches Werkzeug für die Erledigung von anstehenden Aufgaben (wie z.b. Behördenbriefe, Aushänge, Haushaltsbuchführung) selbstverständlich einzusetzen. Zusätzlich fließt Unterrichtsstoff der Sekundarstufe I in den Unterricht mit ein. Die Teilnehmerinnen arbeiten hierbei mit CBT Programmen. In der Unterrichtspraxis ergaben sich folgenden Problemstellungen: Begründet durch die vergleichsweise kurzen Haftzeiten beträgt die durchschnittliche Verweildauer im Kurs nur ca. 50 Unterrichtsstunden. Tanja Jahnz, Gabriele Möhlenkamp 3

4 Der offene Ein- und Ausstieg aus dem Kurs bedeutet für den Unterricht eine enorm hohe Binnendifferenzierung Die Drogenproblematik und die damit verbundene Substitution beeinträchtigt oftmals die Aufnahmefähigkeit der Teilnehmerinnen. Häufiges Wiederholen der Inhalte wird hierdurch nötig. Die Tatsache, dass es sich bei den Teilnehmerinnen dieses Kurses um Frauen in einer besonderen Lebenssituation handelt, zieht einen weiteren Schwerpunkt in den Unterricht. Anfangs kommen die Frauen mit großen Bedenken in den Kurs, überhaupt etwas zu schaffen. Sie befürchten, etwas kaputt zu machen oder dem Unterrichtsstoff nicht folgen zu können. Sehr häufig trauen die Frauen sich nicht einmal Fragen zu stellen und bedürfen der stetigen Ermutigung. Diese Bedenken sind jedoch oftmals nach 1-2 Unterrichtstagen verschwunden. Nach dieser Zeit beginnen die Teilnehmerinnen Fragen an die Dozentinnen und die anderen Teilnehmerinnen zu richten und selbst Ideen für eigene kleine Aufgaben zu entwickeln, hierzu gehören anstehende Briefwechsel mit Ämtern, aber auch Organisationspläne, Listen für Spielpläne und kleine Auftragsarbeiten für Kursexterne. Die Möglichkeit auf offizielles Schreiben von Ämtern in ebenso offizieller Form antworten zu können fördert das Selbstbild der Teilnehmerinnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Teilnehmerinnen nach ihrer Haftzeit die Möglichkeit haben ihre erworbenen Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt einzubringen, ist aufgrund des oftmals fehlenden Schulabschlusses und fehlenden Berufsausbildung sehr gering. Dennoch wird den Frauen eine Welt eröffnet, die ihnen zeigt, dass sie sehr wohl etwas leisten können, das über die hauswirtschaftliche Arbeitswelt hinausgeht. Unterrichtskonzept Als Ergebnis dieser Erfahrungen erarbeiten wir zur Zeit ein modulares Unterrichtskonzept, das die speziellen Rahmenbedingungen, wie z.b. offener Ein- und Ausstieg, Heterogenität der Lerngruppe und kurze Tanja Jahnz, Gabriele Möhlenkamp 4

5 Verweildauer der Teilnehmerinnen auffängt. Die Übungen der einzelnen Module beziehen sich direkt auf Aufgabenstellungen aus dem Alltag der Teilnehmerinnen. Die Einbeziehung der Teilnehmerinnen bei Veränderungen der Konfiguration (Netzwerk) und dem Einbau von neuen Hardwarekomponenten hat sich bereits bewährt. Sie können ihr bereits theoretisch erworbenes Wissen am Praxisbeispiel wieder erkennen und anwenden. Bezieht man die Teilnehmerinnen auf diese Weise mit ein, beginnen sie automatisch nach dem Sinn und den entstehenden neuen Möglichkeiten durch die Veränderungen zu fragen. Es ermöglicht den Frauen darüber hinaus, ein neues Selbstkonzept zu entwickeln, Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten zu setzen und das Erlernte praktisch mit eigenen Ideen umzusetzen. Tanja Jahnz, Gabriele Möhlenkamp 5

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