WÄHRUNGSINFORMATION. Marktkommentar IN DIESER AUSGABE DZ PRIVATBANK. Ausgabe 3 / März 2015 ZINSSENKUNGSWELLE AUF DEM HÖHEPUNKT

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1 Ausgabe 3 / März 2015 Marktkommentar IN DIESER AUSGABE ZINSSENKUNGSWELLE AUF DEM HÖHEPUNKT Der weltweite Zinssenkungswettlauf ist zwar schon einige Wochen in vollem Gange, aber seit Anfang März nimmt die Schlagzahl weiter zu. Nach der Entscheidung der chinesischen Notenbank folgten die Zentralbanken Polens, Indiens, Thailands, Südkoreas, Serbiens und Russlands. Zuvor hatten schon die Notenbanken Indonesiens, Israels und der Türkei Leitzinssenkungen vorgenommen. Der von vielen Marktteilnehmern erwartete Zinsschritt in Australien blieb zwar aus, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Lediglich in Moldawien, der Ukraine und in Brasilien schritten die dortigen Zentralbanken krisenbedingt zu Leitzinsanhebungen. In den letzten beiden Monaten haben sich somit rund 20 Notenbanken für teilweise mehrfache Zinssenkungen ausgesprochen und damit für lange Gesichter bei Sparern gesorgt. Nicht nur Zinssenkungen nehmen zu, sondern auch innovative geldpolitische Maßnahmen aus der Trickkiste der Notenbanken. Bei einem Leitzins nahe oder unterhalb der Nulllinie wird gern auf bewährte Wundermittel wie ein Anleiheankaufprogramm zurückgegriffen. Pro minente Beispiele sind die von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der schwedischen Notenbank angekündigten Programme zum Ankauf von Anleihen. Es ist fraglich, ob die Maß nahmen ihre gewünschte Wirkung entfalten und die Wirtschaft sowie die Inflationsrate ankurbeln. Eindeutig sind jedoch in der Regel die Auswirkungen auf die Währungen. Denn ebenso wie Leitzinssenkungen setzen sie die zugehörigen Landeswährungen unter Abgabedruck. WÄHRUNGEN Empfehlung Anleger Kreditnehmer US-Dollar (USD) kurz- und langfristig spekulativ Schw. Franken (CHF) abbauen kurzfristig spekulativ, mittel- und langfristig attraktiv Jap. Yen (JPY) halten kurz- und mittelfristig spekulativ, langfristig attraktiv Kanadischer Dollar Polnischer Zloty Südafrikanischer Rand Während bei vielen Zentralbanken die Inflationsentwicklung der Grund für die geldpolitische Expansion gewesen sein dürfte, hat bei anderen Notenbanken offenbar politischer Druck den Ausschlag gegeben. Insbesondere in Ländern, in denen weniger die Regierungen als vielmehr einzelne Politiker das Sagen haben, wird die Notenbankpolitik gern einmal von offizieller Seite scharf kritisiert. Die Präsidenten Russlands und der Türkei, Putin und Erdogan, sind hierfür prominente Beispiele. WÄHRUNG IM BLICKPUNKT Neuseeländischer Dollar STARPLAN TOP CALLGELD Der Zinssenkungswettlauf bringt für die wenigen Notenbanken, die wie die amerikanische Zentralbank Fed oder die englische Notenbank auf Jahressicht über eine Zinsanhebung nachdenken, einen Nachteil mit sich. Durch die steigende Zinsdifferenz wird die Landeswährung ohne eigenes Zutun attraktiver und wertet auf. Erfolgt nun auch noch die eigene Leitzinsanhebung, verstärkt sich die Währungsaufwertung und könnte so die Aussichten der Exportwirtschaft weiter eintrüben. Bisher deuteten die Aussagen der Fed-Mitglieder allerdings nicht darauf hin, dass eine weitere Aufwertung des US-Dollars als Problem an gesehen wird, ebenso wenig zeigte sich die englische Notenbank beunruhigt. Die Diskussionen über den Zeitpunkt einer Leitzinswende sind hier mittlerweile voll entbrannt.

2 STARPLAN TOP CALLGELD / SONSTIGE WÄHRUNGEN 2 / 8 STARPLAN Top Callgeld STRATEGIE Auch in den vergangenen vier Wochen hat sich die eingeschlagene Strategie, vorwiegend auf den Dollarblock zu setzen, für die Investoren gelohnt. Keine der ausgewählten Fremdwährungen beendete die Berichtsperiode im Minus! Eine seltene, aber erfreuliche Nachricht. Lediglich der polnische Zloty, als einziger außerhalb des bevorzugten Währungsspektrums, entwickelte sich nicht so wie die Währungen im Anlagefokus. Leider konnten wir bislang keinen passenden Ersatz für den osteuropäischen Primus finden. Skandinavien scheidet derzeit aus, denn in der norwegischen Krone drückt der niedrige Ölpreis die Kurse. Schweden steht momentan unter Verdacht, ebenfalls weiter eine expansive Geldpolitik betreiben zu wollen. Australien ebenso wie wir bereits in der letzten Ausgabe skizzierten. Der Rest des Portfolios lieferte sehr gute Kursentwicklungen. Letztlich kamen etwas schlechtere Nachrichten aus Großbritannien, dass das doch sehr stark gestiegene Pfund zu einem Problem für die Konjunktur entwicklung werden könnte. Selbstverständlich verfolgen wir diese Situation, doch wie oben bereits erwähnt, sind die Alternativen ebenfalls keine Top-Performer. Es dürfte uns nicht überraschen, wenn der Euro zwischendurch eine im Rahmen verlaufende Korrektur zeigen würde sie sollte allenthalben zu neuen Engagements genutzt werden. Die fehlende oder anhaltende negative Verzinsung von Anlagen in Euro dürfte weiter die Marktteilnehmer motivieren, im Dollarraum zu investieren. WERTENTWICKLUNG ZUSAMMENSETZUNG Kanadischer Dollar (CAD) Die kanadische Landeswährung gehörte im Berichtszeitraum gegenüber dem Euro ebenfalls zu den Gewinnern. Die von den wieder nachgebenden Energiepreisen ausgehenden Belastungen des kanadischen Dollars wurden von der allgemeinen Schwäche des Euro überkompensiert. Per saldo kletterte der Loonie gegenüber dem Euro um 5,8 Prozent. Die europäische Gemeinschaftswährung büßte mehr als 7,5 kanadische Cents auf 1,3408 kanadische Dollar ein. Das BIP-Wachstum dürfte sich in 2014 mit 2,4 Prozent dynamisch entwickelt haben. Hauptursache war die spürbare wirtschaftliche Erholung beim wichtigsten Handelspartner USA sollte sich aufgrund der schwächeren Aussichten für den Ölsektor eine stabile Jahresrate von 2,3 Prozent ergeben trotz der engen Verzahnung mit der US-Wirtschaft. Nicht zu vernachlässigende Risikofaktoren für Kanada bestehen in einer unerwartet schwachen US-Konjunktur und in einem Rückgang der Rohstoffpreise. Dar über hinaus deuten das weiterhin hohe Niveau der privaten Verschuldung sowie eine mögliche Immobilienpreiskorrektur auf bestehende Rückschlag gefahren beim inländischen Konsum hin. Die Notenbank hat mit einer Zinssenkung im Januar auf den Ölpreiseinbruch reagiert. Mit dieser überraschenden Entscheidung wurde beabsichtigt, Zeit zu kaufen, um die negativen Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die Wirtschaft abzufedern. Aufgrund der im Jahresverlauf erwarteten Erholung des Ölpreises sollte der kanadische Dollar vor allem gegenüber dem Euro aufwerten können. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ

3 US-DOLLAR (USD) 3 / 8 US-Dollar (USD) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Im Zeitraum von Mitte Februar bis Mitte März gewann der seit Monaten existierende Aufwärtstrend des US-Dollars gegenüber dem Euro an zusätzlicher Dynamik. Zunächst aber setzte der Greenback zu Beginn des Betrachtungszeitraums seine Konsolidierungsphase und damit die zuvor beobachtbare Seitwärtsbewegung fort. Angesichts der Entscheidung der Europäischen Zentral bank, mit dem seit langem angedeuteten Ankauf von Staatsanleihen zu beginnen, der nicht enden wollenden Tragödie um den Zustand der griechischen Staatsfinanzen sowie ernst zu nehmende Spekulationen auf eine tendenziell frühzeitige US-Leitzinswende, nahm er seinen Mitte Dezember gestarteten beschleunigten Aufwärtstrend jedoch schnell wieder auf. Per saldo zog der US-Dollar gegenüber dem Euro um 8,5 Prozent an. Der Euro gab um nahezu neun US-Cents auf 1,0493 US-Dollar nach. Aus dem Euroraum kann der Euro sowohl kurz- als auch längerfristig keine Unterstützung erwarten. So stellt das umfangreiche Anleiheankaufprogramm der EZB einen anhaltenden Belastungsfaktor dar. Hinzu kommt die griechische Tragödie, die bereits seit 2009 den Währungsraum massiv belastet. So ist der Grexit wieder zu einem Thema geworden. Ein Hoffnungsschimmer kommt hingegen aus den USA. Hier wurden in den letzten Wochen vermehrt Leitzinserhöhungserwartungen vorgezogen. Inwieweit sie gerechtfertigt sind, sollte sich demnächst herausstellen. Zwar scheint ein Ende der jüngsten Euro-Talfahrt nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des aus markttechnischer Sicht deutlich überverkauften Umfeldes zum Greifen nahe. Mehr als eine Verschnaufpause sollte eine solche Stabilisierung des Währungspaares aber kaum darstellen. Der Zeitpunkt der US-Leitzinswende rückt unaufhaltsam näher. Ein schwächerer Euro sogar unter die Parität erscheint sehr wahrscheinlich. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM US-LEITZINSSATZ DER US-NOTENBANK VERLAUF EUR/USD UND PROGNOSE VON 93 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE ZINSEN Die Diskussion um den richtigen Zeitpunkt für eine erste Leitzinsanhebung der US-Notenbank nach sieben Jahren Nullzinspolitik ist voll entbrannt. Die Falken und Tauben scheinen derzeit um den Zeitpunkt zu ringen. Werden die Leitzinsen schon im Juni oder erst im September oder gar noch später erhöht? Gegenwärtig ist eher unwahrscheinlich, dass die amerikanische Zentralbank schon im Juni die Zinszügel straffen wird. Sie dürfte abwarten, bis zumindest erste vage Anzeichen einer höheren Inflationsrate gegeben sind. Indikatoren in diesem Zusammenhang dürften insbesondere die Lohnkosten sein, die einen Vorlauf für die Lohnentwicklung geben. Wir halten eine geldpolitische Straffung frühestens ab September für möglich. GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM US-DOLLAR AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN FAZIT Anleger: Vor dem Hintergrund des existierenden Aufwärtspotenzials des US-Dollars sollten Anleger Investitionen in die amerikanische Währung in ihre Portfolioüberlegungen einbeziehen. Kreditnehmer: Mit Notierungen knapp unter 1,05 Dollar je Euro konnte der Greenback auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2003 klettern. Mit Spannung wurde im März auf die Entscheidung der amerikanischen Währungshüter gewartet, wie die zukünftige Straffung der Geldpolitik aussehen könnte. Letztlich wurde im Statement der Notenbank-Chefin Yellen das Signalwort geduldig gestrichen. Marktteilnehmer gehen daher davon aus, dass eine Leitzinswende sich leicht nach hinten verschieben könnte. Als Argument dafür dient, dass die Entwicklung der Teuerungsrate von 0,6 bis 0,8 Prozent noch zu weit von der Zielmarke in Höhe von zwei Prozent entfernt sei. Sollte die Erhöhung der Leitzinsen kommen, ist weiter von festen Dollar-Notierungen auszugehen. Kreditaufnahmen sind daher nur zur Absicherung von offenen Devisenpositionen zu empfehlen. Break-even-Kurse 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 1,0660 1,1038 1,1544

4 SCHWEIZER FRANKEN (CHF) 4 / 8 Schweizer Franken (CHF) WÄHRUNGSENTWICKLUNG In der Berichtsperiode war das Austauschverhältnis zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro nach dem Einbruch der europäischen Gemeinschaftswährung Mitte Januar durch eine Phase der Stabilität geprägt. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem von Spekulationen, wonach die Nationalbank des Landes neuerdings ein Kursband des Euro zwischen 1,05 und 1,10 Schweizer Franken anstreben würde. Bestätigt wurden entsprechende Gerüchte von Seiten der Währungshüter indes nicht. Devisenmarktinterventionen durch die Schweizer Notenbank (SNB) dürften zwischen Mitte Februar und Mitte März keine größere Rolle mehr gespielt haben, entwickelten sich doch die SNB-Sichteinlagen von Geschäftsbanken seither weitgehend stabil. Letztendlich legte die Währung der Schweiz um 0,7 Prozent zu. Der Euro gab um 0,73 Rappen auf 1,0549 Schweizer Franken nach. Einen ersten Vorgeschmack, was der Volkswirtschaft der Alpenrepublik in den kommenden Monaten blühen dürfte, haben die jüngsten Inflationszahlen gegeben. So gaben im Februar die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 0,8 Prozent nach. Darüber hinaus haben bedeutende Frühindikatoren deutlich nachgegeben. Trotz der enttäuschenden Schweizer Wirtschaftsdaten dürfte sich die eidgenössische Währung gegenüber dem Euro angesichts des umfangreichen Anleihekaufprogramms der EZB in den kommenden Wochen zunächst einem zunehmenden Aufwertungsdruck ausgesetzt sehen. Darüber hinaus lassen die globalen Krisenherde den Schweizer Franken immer wieder attraktiv erscheinen. Ein erneutes Unterschreiten der Parität erscheint aber eher unwahrscheinlich. Angesichts der Schwierigkeiten, denen sich die Schweizer Volkswirtschaft ausgesetzt sieht, sollte sich der Schweizer Franken auf Jahressicht gegenüber dem Euro hin gegen sichtbar abschwächen. Darüber hinaus sieht sich die Zentralbank des Landes von einem Teil der Politik, Unternehmern sowie auch von den Gewerkschaften erhöhtem innenpolitischen Druck ausgesetzt, erneut eine Wertuntergrenze gegenüber dem Euro einzuführen. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM LEITZINS DER SCHWEIZERISCHEN NATIONALBANK VERLAUF EUR/CHF UND PROGNOSE VON 69 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE ZINSEN Mit ihrer Entscheidung, die Wertuntergrenze des Euro zum Schweizer Franken aufzuheben, senkte die Schweizer Nationalbank gleichzeitig den Zins für Guthaben auf Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf -0,75 Prozent, um den einsetzenden Kursanstieg ihrer Währung einzugrenzen. Das Zielband für den Dreimonats-Libor drückte sie weiter in den negativen Bereich, auf -1,5 Prozent bis -0,25 Prozent nach -0,75 Prozent bis 0,25 Prozent. Vor dem Hintergrund der zunehmenden deflationären Tendenzen wird die SNB weiterhin gezwungen sein, ihre expansive geldpolitische Haltung mit Blick auf das Zinsniveau fortzusetzen. GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM SCHWEIZER FRANKEN AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN FAZIT Anleger: Angesichts der von der Währungsaufwertung auf die Volkswirtschaft der Schweiz ausgehenden Beeinträchtigungen erscheint mittel- bis langfristig eine Abwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro wahrscheinlich. Strategisch orientierten Anlegern können Engagements in die Währung der Schweiz daher nicht empfohlen werden. Kreditnehmer: Nach dem sehr turbulenten Jahresbeginn ist wieder eine verhältnismäßige Ruhe ins Währungspaar eingekehrt. In einer Bandbreite zwischen 1,05 und 1,08 Franken je Euro bewegte sich die helvetische Währung in einem überschaubaren Bereich. Nichtsdestotrotz hinterlässt die Aufhebung der Kursuntergrenze in der Schweiz ihre Spuren. So wurden die Wachstumssausichten für das laufende Jahr stark nach unten revidiert. Zusätzlich dürfte die Schweiz in eine stärkere Deflation abrutschen. Vorerst halten die Schweizer Währungshüter mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen still was den Wechselkurs im überschaubaren Korridor belassen sollte. Für ausschließlich kursorientierte Kreditnehmer könnten sich dadurch in der aktuellen Marktlage gute Möglichkeiten zum Einstieg in eine Franken-Finanzierung ergeben. Break-even-Kurse 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 1,0610 1,0423 1,0331

5 JAPANISCHER YEN (JPY) 5 / 8 Japanischer Yen (JPY) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Im Zeitraum von Mitte Februar bis Mitte März gewann der japanische Yen gegenüber dem Euro deutlich an Wert. Hintergrund war in erster Linie die erneute Ankündigung bzw. der Beginn des Staatsanleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank und die damit verbundene globale Schwäche des Euro. Per saldo verbesserte sich die Währung Japans um 6,1 Prozent. Der Euro sank um nahezu acht auf 127,36 japanische Yen. Die Inflationsrate verfehlte im Januar unter Ausklammerung der Mehrwertsteuererhöhung vom April letzten Jahres mit 0,2 Prozent erneut deutlich das von der japanischen Notenbank angepeilte Niveau von 2,0 Prozent. Es darf bezweifelt werden, dass die nach außen hin demonstrierte Gelassenheit des Vorsitzenden der japanischen Notenbank, Kuroda, dem inneren Gemütszustand entspricht. Spätestens mit Erreichen negativer Inflationsraten dürfte der Druck auf die japanische Zentralbank, die Geldpolitik noch expansiver auszurichten, wieder deutlich zunehmen. In die in den letzten Wochen begonnenen Tarifverhandlungen gingen die Gewerkschaften mit für japanische Verhältnisse hohen Gehaltsforderungen an den Start. Nach rund einem Prozent soll das Grundgehalt für das ab April beginnende Geschäftsjahr um mehr als zwei Prozent zulegen. Die Arbeitnehmervertreter folgen mit ihrer Ankündigung den Wünschen von Ministerpräsident Abe. Dieser hat sich in den vergangenen Monaten immer wieder für deutliche Lohnsteigerungen ausgesprochen, um der inländischen Nachfrage und damit der Inflationsrate auf die Sprünge zu helfen. Auch den Arbeitgebern hat Regierungschef Abe bereits ins Gewissen geredet und höhere Löhne gefordert. Aufgrund der expansiven Geldpolitik der EZB dürfte der japanische Yen zwar auf kurze Sicht weiter Boden gegenüber dem Euro gutmachen können. Mittel- bis langfristig sollte sich das Blatt allerdings wenden. So dürfte sich die japanische Notenbank vor dem Hintergrund des geringen Preisdrucks ihrerseits gezwungen sehen, den Geldhahn erneut zu öffnen. Die japanische Währung sollte in Folge zumindest einen Teil ihrer zwischenzeitlichen Terraingewinne wieder einbüßen. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM LEITZINS DER JAPANISCHEN NOTENBANK VERLAUF EUR/YEN UND PROGNOSE VON 71 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM JAPANISCHEN YEN AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN ZINSEN Die japanische Zentralbank hat im Oktober ihre Geldpolitik noch aggressiver ausgestaltet. Sie wird die Geldmenge in erster Linie über den Kauf von Staatsanleihen weiter kräftig ausweiten. Angesichts der existierenden Konjunkturrisiken sind Leitzinserhöhungen noch geraume Zeit nicht in Sicht. Im Gegenteil, die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen nimmt angesichts des anhaltend geringen Preisdrucks zu. FAZIT Anleger: Angesichts der zunehmenden Wahrscheinlichkeit erneuter geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen der japanischen Zentralbank drängen sich Investitionen in die Währung nicht auf. Kreditnehmer: Im Betrachtungszeitraum wird die Entwicklung im Währungspaar Euro/ Yen durch das angelaufene Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) dominiert. Im Umfeld generell schwacher Euronotierungen konnte die Nipponwährung an Wert zulegen und verharrt unterhalb 130 Yen je Euro. Neben der expansiven EZB- Geldpolitik dürften die Diskussionen um Griechenland diesen Trend zumindest kurzfristig befeuern. sollte der Fokus auf die volkswirtschaftlichen Faktoren in Japan gelegt werden. Dazu zählen das sich noch in weiter Ferne befindliche Inflationsziel und die ins Leere laufenden Maßnahmen der japanischen Regierung. Zusätzliche geldpolitische Lockerungen sind wahrscheinlich und sollten für eine wiederkehrende Schwäche im Yen sorgen. Spekulativ orientierte Kreditnehmer können ausgehend vom aktuellen Niveau von schwächer werdenden Yen-Notierungen profitieren. Break-even-Kurse 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 128,44 128,03 127,12

6 WÄHRUNG IM BLICKPUNKT 6 / 8 Neuseeländischer Dollar (NZD) WÄHRUNGSENTWICKLUNG In der Berichtsperiode profitierte der neuseeländische Dollar von der durch den Beginn des Staatsanleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank hervorgerufenen Schwäche des Euro. Gefördert wurde die starke Verfassung der neuseeländischen Währung durch ihren Zinsvorsprung. Liegt doch der Leitzins der neuseeländischen Notenbank seit der letzten Zinsanhebung im Juli 2014 bei 3,5 Prozent. Letztendlich kletterte der Kiwi um 6,9 Prozent. Die europäische Gemeinschaftswährung sank um knapp zehn neuseeländische Cents auf 1,4287 neuseeländische Dollar. Für 2015 ist trotz globaler Widrigkeiten mit einer weiterhin robusten neuseeländischen Konjunktur zu rechnen. Ein BIP-Plus um die 3 Prozent für die beiden nächsten Jahre sollte erreichbar sein, was einer Stabilisierung auf aktuellem Niveau entsprechen würde. Der Anstieg der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal lag im Jahresvergleich mit hohen 3,9 Prozent auf einem 10-Jahres-Hoch. Die hohe Auslandsverschuldung und das Leistungsbilanzdefizit machen das Land grundsätzlich anfällig, was auch von den Ratingagenturen kritisiert wird. Die ambitionierten Regierungspläne eines ausgeglichenen Haushalts für 2015 sind inzwischen einem leichten Defizit gewichen. Sowohl die tatsächliche Inflation als auch die Inflationserwartungen fallen deutlich niedriger aus, als von der Notenbank erwartet, und bleiben über den gesamten Prognosehorizont am unteren Rand des von der neuseeländischen Zentralbank angepeilten Zielbands (1 bis 3 Prozent). KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG LANGFRISTIGE ENTWICKLUNG Der eindrucksvolle Zinserhöhungspfad der neuseeländischen Notenbank war in der ersten Hälfte 2014 der wichtigste Antriebsfaktor für den neuseeländischen Dollar. Die harsche Kritik von neuseeländischer Notenbank und Regierung an der mutmaßlichen Überbewertung ihrer Währung in Kombination mit dem vorerst neutralen Zinsausblick wegen des geringen Preisdrucks sowie dem globalen Rohstoffpreisverfall dürften dem neuseeländischen Dollar vorerst das Leben erschweren. Auf längere Sicht sollte er sich jedoch sogar zum übermächtigen US-Dollar zumindest wieder marginal erholen können. Gegenüber dem auf breiter Front zur Schwäche neigenden Euro dürften seine Kursgewinne deutlich signifikanter ausfallen. DREIMONATSINTERBANKENSATZ ZINSEN Seit ihrer Zinswende im März 2014 hatte die neuseeländische Zentralbank zunächst bei jeder Sitzung an der Zinsschraube gedreht, mit ihrem Juli-Schritt auf 3,50 Prozent dann aber eine Kehrtwende vollzogen. Seit Anfang 2015 steht nicht mehr nur die langfristige Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen in Frage, es überschlagen sich auch Zinssenkungsspekulationen. Insbesondere der Hang zu plötzlichen Leitzinssenkungen, der seit Januar weltweit grassiert, setzt die Notenbank unter Zugzwang, um nicht im globalen Abwertungswettlauf ins Hintertreffen zu geraten. Einer Zinssenkung stehen jedoch die Sorgen über den überhitzenden Immobilienmarkt entgegen. Erste Zinserhöhungsspekulationen sollten gegen Jahresende wieder aufkommen. FAZIT Anleger: Auf Jahressicht sollte der neuseeländische Dollar gegenüber dem Euro nennenswert zulegen können. Neuseeland lockt mit einem zufriedenstellenden fundamentalen Bild, das allerdings von Sorgen um China und dem globalen Rohstoffpreisverfall überlagert wird. Temporäre Rückschläge im Zuge der gegenwärtigen Zinspause und mögliche Zinssenkungsspekulationen bieten angesichts der globalen Schwäche des Euro interessante Einstiegsmöglichkeiten. NZD

7 SONSTIGE WÄHRUNGEN 7 / 8 Polnischer Zloty (PLN) Aufgrund des Anleihekaufprogramms der EZB sah sich der polnische Zloty gegenüber dem Euro einem Aufwertungsdruck ausgesetzt. Dieser hielt sich jedoch wegen der nachlassenden Dynamik der polnischen Wirtschaft und den Auswirkungen der Russlandsanktionen in engen Grenzen. Die Leitzinssenkung um 0,5 Prozentpunkte auf das neue Rekordtief von 1,5 Prozent begrenzte ebenfalls den Aufwertungsdruck. Letztendlich legte der polnische Zloty gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung um 0,9 Prozent zu. Der Euro gab in etwa um 3,5 Groszy auf 4,1460 polnische Zloty nach. Die polnische Wirtschaft ist im Schlussquartal 2014 im Jahresvergleich um 3,1 Prozent und damit schwächer als zuvor gewachsen. Externe Belastungsfaktoren sollten mit Blick auf die nächsten Quartale aber für eine temporäre Wachstumsdelle sorgen. Der übergeordnete Wachstumstrend sollte jedoch nicht in Frage gestellt wer den. Auch dürfte es sich bei dem derzeit zu beobachtenden Rückgang der Verbraucherpreise in Polen lediglich um ein temporäres Phänomen handeln. Angesichts dieser Lage kann kurzfristig eine Schwäche der polnischen Währung nicht ausgeschlossen werden. Es sollte sich jedoch auf Jahressicht herausstellen, dass die derzeitigen Konjunktur- und Deflationssorgen überzogen sind. Die konjunkturelle Erholung der Eurozone wird die Entwicklung der polnischen Wirtschaft tendenziell stützen. Insofern sollte die Währung mittelfristig ihren Aufwärtstrend zum Euro fortsetzen. Zudem dürfte der polnische Zloty von einsetzenden vorsichtigen Leitzinserhöhungserwartungen profitieren. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ Südafrikanischer Rand (ZAR) Im Berichtszeitraum gehörte auch der südafrikanische Rand zu den Währungen, die gegenüber dem global zur Schwäche neigenden Euro an Wert gewannen. Per saldo verbesserte sich die Währung Südafrikas gegenüber dem Euro um 1,6 Prozent. Er gab um etwas mehr als 0,2 auf 13,0920 südafrikanische Rand nach. Die südafrikanische Notenbank hat ihre Wachstumsprognose zu Beginn dieses Jahres weiter gesenkt. Für 2015 rechnet sie lediglich noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent. Die Regierung geht sogar nur noch von einem Wachstum von zwei Prozent aus. Belastend wirkt derzeit vor allem die Energieknappheit. Zudem bleibt die Gefahr wieder aufkeimender Arbeitskämpfe erhalten. Die Anfälligkeit des Landes gegenüber einem Vertrauensverlust internationaler Anleger wird durch das hohe Leistungsbilanz defizit sowie die damit verbundene starke Abhängigkeit von ausländischen Geldgebern verschärft. Vor dem Hintergrund eines zwar weiterhin hohen, aber nachlassenden Preisdrucks hat die Zentralbank angekündigt, Leitzinsanhebungen vorerst auf Eis zu legen. Zugleich erklärte sie Spekulationen zugunsten expansiver Maßnahmen eine Absage. Die Risiken für den Inflationsausblick seien derzeit ausgeglichen. Wegen der globalen Euro-Schwäche dürfte der südafrikanische Rand kurzfristig weiter Boden gegenüber der Gemeinschaftswährung gutmachen können. Im weiteren Verlauf des Jahres sollten sich dann hingegen die Belastungsfaktoren auf beiden Seiten des Währungspaares weitgehend die Waage halten. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ

8 IMPRESSUM 8 / 8 IMPRESSUM DZ PRIVATBANK S.A. 4, rue Thomas Edison L-2016 Luxembourg Tel Fax DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG Münsterhof 12 CH-8022 Zürich Tel Fax Redaktion Portfoliomanagement, LuxCredit Redaktionsschluss 15. März 2015 LEGENDE EMPFEHLUNG ANLEGER: kaufen halten abbauen verkaufen die Währung aktuell kaufen in Schwächephasen sukzessive kaufen bestehende Positionen beibehalten in Stärkephasen sukzessive verkaufen die Währung aktuell verkaufen LEGENDE WÄHRUNGSPROGNOSE: seitwärts Wert des Euro steigt gegen über ausländischer Währung Wert des Euro sinkt gegen über ausländischer Währung LEGENDE EMPFEHLUNG KREDITNEHMER: HINWEIS: Alle Inhalte dieses Dokumentes dienen ausschließlich Ihrer eigenen Information und sollen Ihnen helfen, eine fundierte, eigenständige Entscheidung zu treffen. Allein maßgebliche Rechtsgrundlage für die angebotene Leistung ist der Vertrag zwischen dem Kunden und der DZ PRIVATBANK. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Alle weiteren Informationen in diesem Dokument stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Quellen steht der Verfasser nicht ein. Die Inhalte dieses Dokuments stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die Beurteilung der individuellen Verhältnisse durch einen Steuerberater. Hinsichtlich der steuerlichen Behandlung der Anlagen bzw. der Erträge wenden Sie sich an Ihren Steuerberater oder eine sonstige Fachperson. Diese Broschüre wurde mit großer Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt die DZ PRIVATBANK keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Die DZ PRIVATBANK übernimmt keine Haftung für etwaige Schäden oder Verluste, die direkt oder indirekt aus der Verteilung oder der Verwendung dieses Dokuments oder seiner Inhalte entstehen. Durch die Annahme dieses Dokuments akzeptieren Sie die vorstehenden Beschränkungen als für Sie verbindlich. kurzfristig mittelfristig langfristig spekulativ attraktiv Break-even- Kurs: bis zu 12 Monate auf Sicht 3 Jahre auf Sicht 5 Jahre es ist mit hohen Währungsschwankungen zu rechnen es ist mit relativ geringen Währungsschwankungen zu rechnen gibt jenen Euro-Kurs an, bei dem der Zinsvorteil / -nachteil durch die Währungsveränderung ausgeglichen wird

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