WÄHRUNGSINFORMATION. Marktkommentar IN DIESER AUSGABE DZ PRIVATBANK. Ausgabe 6 / Juni 2014

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1 Ausgabe 6 / Juni 2014 Marktkommentar IN DIESER AUSGABE Spekulationen und Erwartungen an die Europäische Zentralbank hinsichtlich ihrer künftigen Geldpolitik beeinflussten in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni maßgeblich das Handelsgeschehen an den internationalen Finanzmärkten. Zeigten sich die Anleger zu Beginn der Betrachtungsperiode vor dem Hintergrund der Wahlen zum europäischen Parlament und den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine anfänglich noch verunsichert, hellte sich die Stimmung im weiteren Verlauf auf. So löste der klare Sieg von Viktor Poroschenko bei den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine, der als gemäßigt gegenüber Russland angesehen wird, Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konfliktes, zumindest aber auf eine Stabilisierung der Lage aus. Der Erfolg der rechtspopulistischen und europakritischen Parteien bei den Wahlen zum Europaparlament vermochte es nicht, die Stimmung zu trüben. Es setzte sich sehr schnell die Erkenntnis durch, dass die deutliche Mehrheit den pro europäischen Kurs in Straßburg nicht zur Disposition stellt. Eine Vielzahl erneut positiv ausgefallener Wirtschaftsdaten vermochten zudem die Stimmung der Anleger zu heben. Nachdem der Rat der Europäischen Zentralbank auf seiner Sitzung vom 5. Juni 2014 erwartungsgemäß umfangreiche geldpolitische Lockerungsmaßnahmen beschlossen hatte, erhielt die Zuversicht der Anleger abschließend einen regelrechten Schub. Die EZB reduzierte ihren Leitzins, den Hauptrefinanzierungssatz um zehn Basispunkte auf das neue Rekordtief von 0,15 Prozent. Ihr Chef, der Italiener Mario Draghi, erklärte zudem, das Zinsniveau lange auf diesem Stand zu belassen. Darüber hinaus legte die Notenbank den Einlagensatz, bei ihr unterhaltener Guthaben von Finanzinstituten, auf -0,1 Prozent fest. Damit hat zum ersten Mal in der Geschichte eine der global bedeutenden Notenbanken anstatt einer Verzinsung und damit eines Ertrages eine Art von Gebühr auf Einlagenkonten eingeführt. Daneben gab die EZB weitere sogenannte unkonventionelle Maßnahmen bekannt. So erhalten Banken in mehreren Tranchen langfristige Kredite über anfänglich 400 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis September 2018, welche diese allerdings an den Privatsektor weiterreichen müssen. Auch können die Finanzinstitute nunmehr bis 2016 im Rahmen der üblichen Hauptrefinanzierungsgeschäfte unbegrenzt Liquidität aufnehmen. Weiterhin beabsichtigt die EZB, in einem speziellen Programm, den Banken Teile ihrer an die Privatwirtschaft vergebenen Kredite abzukaufen. Details hierzu wurden jedoch noch nicht bekanntgegeben. Ziel des Maßnahmenpakets der EZB ist, die Banken anzuhalten, ihre lahmende Kreditvergabe an den privaten Sektor auszuweiten und damit die Konjunktur in der Eurozone zu kräftigen. WÄHRUNGEN Empfehlung Anleger Kreditnehmer US-Dollar (USD) halten kurz- und langfristig spekulativ Schw. Franken (CHF) abbauen kurz- und langfristig attraktiv Jap. Yen (JPY) halten kurz- und langfristig spekulativ Schwedische Krone Südafrikanischer Rand Tschechische Krone WÄHRUNG IM BLICKPUNKT Australischer Dollar STARPLAN TOP CALLGELD aufbauen aufbauen halten aufbauen Angesichts der expansiveren Geldpolitik der EZB geriet die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar kräftig unter Druck. Von der guten Stimmung der Markteilnehmer und der hieraus resultierende höhere Risikoneigung profitierten darüber hinaus die kleinen Dollarwährungen, das britische Pfund sowie Währungen der Schwellenländer, die mehrheitlich ebenfalls gegenüber dem Euro an Wert gewannen.

2 STARPLAN TOP CALLGELD / SONSTIGE WÄHRUNGEN 2 / 8 STARPLAN Top Callgeld STRATEGIE Im Zeitraum zwischen Mitte Mai und Mitte Juni blieb das Bild für Fremdwährungen weiter konstruktiv und das Portfolio schloss im Plus. Ganz ohne Makel ist die Lage allerdings noch nicht. Der ungarische Forint blieb wegen der Probleme des Landes mit seinen Fremdwährungskrediten weiter unter Druck. Obwohl die Konjunktur unterstützende Signale sendet, gab der Forint in den vergangenen vier Wochen nach. Ein weiterer Grund für die unterkühlte Entwicklung ist auch die seit längerem anstehende technische Korrektur. Der polnische Zloty hingegen stellte sich in einem anderen Licht dar. Obwohl es zwischen Gouverneur Belka und seiner Regierung jüngst zu Spannungen gekommen war, konnte der Zloty wichtige Widerstände brechen. Technische Gegenbewegungen sind auch dort jedoch nicht ausgeschlossen. Osteuropa bleibt grundsätzlich interessant. Insbesondere, da die negative Einlagenverzinsung der Europäischen Zentralbank zusammen mit anderen Maßnahmen zu einer Vermögenspreisinflation in Osteuropa führen kann. Davon konnte bisher jedoch nicht viel beobachtet werden. Kürzlich verstärkten wir das Dollarsegment durch die Anschaffung des neuseeländischen Dollars. Diese Entscheidung hat sich nach kürzester Zeit ausgezahlt. In Asien sind viele Zentralbanken bereits dabei ihre Leitzinsen zu erhöhen, was ihre Währungen stärken sollte so tat dies auch die Reserve Bank of New Zealand in ihrer letzten Sitzung. Auch der US-Dollar legte zu. Die positiven Nachrichten aus den Vereinigten Staaten rissen in den letzten Wochen nicht ab vor allem der Arbeitsmarkt entwickelte sich gut. WERTENTWICKLUNG ZUSAMMENSETZUNG Schwedische Krone (SEK) Die Kursentwicklung der schwedischen Krone wurde im Berichtszeitraum entscheidend durch Stimmungsschwankungen der Anleger beeinflusst. Angesichts der sich anfänglich eintrübenden Zuversicht präsentierte sich die Währung gegenüber dem Euro zunächst in schwächerer Verfassung. Vor dem Hintergrund des im weiteren Handelsverlauf wieder aufhellenden Kapitalmarktumfeldes gelang es der schwedischen Krone jedoch die Einbußen wieder zu egalisieren. Letztendlich verzeichnete die skandinavische Währung einen Wertzuwachs von 0,2 Prozent. Die europäische Gemeinschaftswährung gab um 1,53 Öre auf 8,9944 schwedische Kronen nach. Dank der robusten Beschäftigungsentwicklung konnte der private Konsum die schwedische Wirtschaft im vergangenen Jahr entscheidend stützen. Steuer erleichterungen, die Leitzinssenkung vom Dezember vergangenen Jahres sowie die extrem niedrige Inflation haben die Kaufkraft der privaten Haushalte zuletzt deutlich erhöht und sollten auch 2014 und 2015 für eine lebhafte Konsumkonjunktur sorgen. Die Verbraucher sind inzwischen so zuversichtlich, wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Das BIP-Wachstum dürfte sich im laufenden Jahr auf 2,3 Prozent beschleunigen ist sogar ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um rund 2,5 Prozent denkbar. Mit anziehender Konjunkturdynamik und daraus resultierendem Preisdruck sollte die Krone in den kommenden Monaten weiter leicht aufwerten. Auf Zwölfmonatssicht ist sogar aufgrund der zunehmenden Konjunkturdynamik ein Austauschverhältnis von 8,50 schwedischen Kronen pro Euro nicht unmöglich. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ

3 US-DOLLAR (USD) 3 / 8 US-Dollar (USD) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Eine Vielzahl positiver US-Wirtschaftsdaten sorgte dafür, dass der Greenback bereits zum Auftakt der Betrachtungsperiode gegenüber dem Euro an Wert gewann. Nach der Entscheidung der EZB, ihre Geldpolitik zu lockern, entwickelte die Aufwärtsbewegung der US-Valuta zusätzliche Dynamik. Insgesamt legte der US-Dollar im Berichtszeitraum gegenüber dem Euro um rund 1,2 Prozent zu. Die europäische Gemeinschaftswährung gab um knapp zwei US-Cents auf 1,3542 US-Dollar nach. Der Wirtschaftsmotor der USA dürfte auch in den kommenden Quartalen mit hoher Drehzahl laufen. Der private Konsum dürfte 2014 dem Wirtschaftswachstum einen kräftigen Impuls geben. Wichtige Zutaten für eine hohe Konsumbereitschaft sind der sich weiter aufhellende Arbeitsmarkt und die Erholung der Häuserpreise. Demokraten und Republikaner haben sich darauf geeinigt, in den Fiskaljahren 2014 und 2015 leichte Ausgabensteigerungen vorzunehmen. Daneben wurde die Schuldenobergrenze angehoben. Bis zum März 2015 ist eine drohende Zahlungsunfähigkeit der USA vom Tisch. Auch wenn die Stabilisierung der Konjunktur der Eurozone im Jahresverlauf weiter voranschreiten wird, kann die US-Wirtschaft noch stärker überzeugen. Lockt doch jenseits des Atlantiks nicht zuletzt wegen niedriger Energiepreise, der Verbesserung der Defizite im Staatshaushalt sowie der Leistungsbilanz ein langfristiges Wachstumsmodell, welches Investoren dauerhaft anziehen könnte. Demgegenüber sieht sich die Eurozone weiteren Risiken ausgesetzt. Zu nennen sind die unterdurchschnittliche Konjunkturerholung sowie die tatsächliche Verfassung der Staatsfinanzen und hier insbesondere derjenigen Griechenlands. In den kommenden Monaten sollte der US-Dollar vermehrt von diesen strukturellen Vorteilen profitieren. Auf Sicht von zwölf Monaten erscheint daher ein Rückgang des Euros auf ca. 1,32 US-Dollar wahrscheinlich. liegt ein nochmaliger leichter Anstieg der europäischen Gemeinschaftswährung jedoch im Bereich des Möglichen. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM US-LEITZINSSATZ DER US-NOTENBANK VERLAUF EUR/USD UND PROGNOSE VON 92 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE 14_037467dege_Waehrungsinfo_06_2014 GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM US-DOLLAR AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN ZINSEN Die US-Notenbank wird ihrem Kurs einer kontinuierlichen Drosselung der Liquiditätszuführung treu bleiben. Damit ist der Zufluss zusätzlicher Liquidität im Herbst bzw. spätestens gegen Ende des laufenden Jahres abgeschlossen. Zwar wird der Leitzinssatz der US-Notenbank über diesen Zeitpunkt hinaus auf seinem aktuellen Niveau von max. 0,25 Prozent verharren, 2015 sollte die amerikanische Zentralbank jedoch die Trendwende in ihrer Geldpolitik endgültig vollziehen und beginnen, ihren Leitzinssatz anzuheben. FAZIT Anleger: Angesichts des deutlich freundlicheren Wachstumsbildes in den USA bei gleichzeitiger Rückführung des Anleiheankaufprogramms sowie der im kommenden Jahr anstehenden Trendwende bei den Leitzinsen durch die US-Notenbank sollten strategisch orientierte Anleger Investitionen in die US-Währung in ihre Investitionsentscheidungen einbeziehen. Allerdings kann zumindest kurzfristig ein nochmaliger Anstieg des Euros nicht ausgeschlossen werden. Kreditnehmer: In den letzten beiden Monaten konnte die US-amerikanische Währung gegenüber dem Euro deutlich zulegen. Während der Euro Anfang Mai beinahe Notierungen von 1,40 US-Dollar je Euro erreichte, kann im Betrachtungszeitraum ein deutlich schwächerer Euro um 1,3525 US-Dollar je Euro im Tief beobachtet werden. Begründet ist diese Entwicklung im geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank auf der einen Seite, in einer deutlich aufhellenden US-Konjunktur auf der anderen Seite. In Verbindung mit dem erwarteten Exit aus der ultralockeren Geldpolitik in den USA kann von weiter stärkeren Notierungen beim Greenback ausgegangen werden. Kreditnehmern wird eine LuxCredit-Finanzierung in US-Dollar vornehmlich zur Absicherung von Einkünften in der Währung empfohlen. Break-even-Kurse 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 1,3632 1,3990 1,4544

4 SCHWEIZER FRANKEN (CHF) 4 / 8 Schweizer Franken (CHF) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Der Schweizer Franken präsentierte sich im Zeitraum von Mitte Mai bis Mitte Juni gegenüber dem Euro tendenziell in einer stärkeren Verfassung. So profitierte die eidgenössische Währung von anfänglichen Un sicher heiten und wurde damit ihrer Funktion als sicherer Hafen weiterhin gerecht. Danach profitierte der Schweizer Franken von den geldpolitischen Entschei dungen der EZB. Letztendlich legte die Währung gegenüber dem Euro um 0,2 Prozent zu. Die europäische Gemeinschaftswährung büßte nahezu einen halben Rappen auf 1,2186 Schweizer Franken an Wert ein. Das Gesamtbild der Schweizer Wirtschaftet deutet dank einer stabilen Inlandskonjunktur auf eine solide Wachstumsleistung hin. Daraus sollten sich zaghafte Anzeichen für ein Auslaufen der Deflation ergeben. Nach vielen Monaten der Deflation hat sich die Konsumentenpreisentwicklung inzwischen um die Null-Linie stabilisiert. Für 2014 ist mit einer Teuerung von 0,8 Prozent zu rechnen. Durch das unerwartete Ja zum Zuwanderungsstopp steht die Schweiz vor einer Phase erhöhter politischer Unsicherheit. Die ökonomischen Folgen sind erst abschätzbar, wenn konkrete Umsetzungspläne vorliegen. Als Wirkungskanäle kommen Fachkräftemangel und Immobilienmarkt infrage. Allerdings birgt auch das neu zu verhandelnde diplomatische Verhältnis zur EU Risiken. Wir sind überzeugt, dass es der Schweizer Nationalbank auch weiterhin gelingen wird, die Untergrenze in Relation zum Euro bei 1,20 Franken zu verteidigen, da sie theoretisch unbegrenzt intervenieren kann. Darüber hinaus haben weder die jüngsten Turbulenzen der Schwellenmärkte noch die Krim-Krise dauerhaft die Nachfrage nach dem als sicher angesehenen Schweizer Franken erhöht. Auf der anderen Seite nehmen Spekulationen über eine Anhebung der Wert unter grenze zu und führen immer häufiger zu Kursbewegungen. Bislang ist es aber bei den Spekulationen geblieben. Mittel- und langfristig sind wir zuversichtlich, dass sich moderater Abwertungsspielraum eröffnet. Auf Jahressicht erscheint ein Anstieg des Euros in Richtung 1,27 Schweizer Franken möglich. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM LEITZINS DER SCHWEIZERISCHEN NATIONALBANK VERLAUF EUR/CHF UND PROGNOSE VON 69 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM SCHWEIZER FRANKEN AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN ZINSEN Eine Normalisierung der expansiven Geldpolitik ist angesichts der Überbewertung der Währung, der geringen Inflationsrate und der jüngsten Entscheidungen der EZB auf absehbare Zeit keine Option. Der noch immer sehr feste Schweizer Franken erfordert die Beibehaltung der lockeren Geldpolitik. Die Einführung der Währungsuntergrenze birgt allerdings grundsätzlich Preisrisiken, hat die Notenbank der Schweiz doch durch Interventionen die Geldmenge ausgeweitet. Bislang ist jedoch kein Preisdruck erkennbar, da die Liquidität im Finanzsektor bleibt und nicht in den realwirtschaftlichen Kreislauf gelangt. Die Entwicklung der Immobilienpreise ist für die Schweizer Notenbank ein Grund zur Besorgnis. Die Hypothekenkredite nähern sich der Marke von 115 Prozent zum BIP. Der Kampf gegen den Preisanstieg erfolgt über regulatorische Maßnahmen bei der Kreditvergabe, nicht über Leitzinserhöhungen. FAZIT Anleger: Zwar kann angesichts des latent vorhandenen Enttäuschungspotenzials bei der Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise, zunehmender Risiken von Regierungskrisen und den Entwicklungen in der Ukraine jederzeit das Interesse an Anlagen in Schweizer Franken wieder zunehmen. Längerfristig ist hingegen von tendenziell schwächeren Franken-Notierungen auszugehen. Strategisch orientierten Anlegern können Engagements in die Währung der Schweiz daher weiterhin nicht empfohlen werden. Kreditnehmer: Im Zuge der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank notiert die helvetische Währung im Betrachtungszeitraum leicht stärker bei Kursen um 1,2170 Schweizer Franken je Euro. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass sowohl die Leitzinsentscheidung der EZB als auch geopolitische Risiken die Nachfrage nach dem sicheren Schweizer Franken nicht wesentlich erhöhen. Für Kreditnehmer bleibt eine LuxCredit Finanzierung in Schweizer Franken vor dem Hintergrund niedriger Darlehenszinsen sowie einer möglichen Erholung des Währungspaares weiterhin interessant. Break-even-Kurse 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 1,2177 1,2041 1,1866

5 JAPANISCHER YEN (JPY) 5 / 8 Japanischer Yen (JPY) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Der japanische Yen sah sich in der Berichtsperiode einem volatilen Verlauf ausgesetzt. Positiv ausgefallene chinesische Konjunkturdaten, welche vorhandene Befürchtungen von negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft milderten, sorgten zunächst dafür, dass die Nachfrage nach der als sicher angesehenen Währung Japans zurückging. In der Folge legte der Euro anfänglich in der Spitze um 0,82 auf 140,08 japanische Yen zu. Nach den Entscheidungen der EZB kehrte sich jedoch der Trend abrupt um. Per saldo legte der japanische Yen gegenüber dem Euro um 0,8 Prozent zu. Der Euro gab um 1,26 auf 138,13 japanische Yen nach. Nachdem in den letzten Wochen vermehrt positive Wirtschaftsdaten zu vermelden waren, überrascht es kaum, dass sowohl seitens der Bank of Japan als auch seitens der Regierung positive Einschätzungen überwiegen. Doch ist es zu früh, um den vermeintlichen Erfolg von Abenomics zu feiern. Nicht nur sind die längerfristigen Wachstumsaussichten Japans weiterhin unsicher, es gibt auch bisher kaum Fortschritte bei den Strukturreformen. Letztere werden im Juni ganz oben auf der Agenda stehen, so zumindest die Hoffnung. Schon im Dezember 2013 hatte Shinzo Abe verkündet, ein neues Reformpaket auf den Weg zu bringen. Ganz oben auf der Reformagenda sollte der Arbeitsmarkt stehen, dessen verkrustete Strukturen ein massives Hindernis auf dem Weg zu dauerhaft stärkerem Wachstum sind. Auch die notwendigen Reformen im internationalen Handel, Immigrationsrecht und Corporate Governance werden den Premierminister vor große Herausforderungen stellen. Ohne diese notwendigen Strukturreformen riskiert Abe nicht nur seine Regierungskoalition, sondern vor allem auch den Erfolg seines ambitionierten Programms. Der kommende Monat könnte daher für Japan richtungweisend sein. Der Yen hat sich in den vergangenen Monaten relativ stabil gezeigt. Die Abwertungsdynamik hat deutlich nachgelassen. Der japanische Yen wird im restlichen Verlauf des Jahres anfällig bleiben. Die Wirtschaftsdynamik wird wieder nachlassen und auch die Möglichkeit einer erneuten Ausweitung der Geldpolitik könnte die Währung belasten. Auf Sicht von 12 Monaten ist im Verhältnis zur europäischen Gemeinschaftswährung daher tendenziell von einer Schwäche des japanischen Yen auszugehen. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM LEITZINS DER JAPANISCHEN NOTENBANK VERLAUF EUR/YEN UND PROGNOSE VON 69 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM JAPANISCHEN YEN AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN ZINSEN Die japanische Zentralbank wird bis Ende dieses Jahres die Geldmenge in erster Linie über den Kauf von Staatsanleihen verdoppeln. Am ersten April wurde die Mehrwertsteuer um drei auf acht Prozent angehoben. Die japanische Zentralbank hat wiederholt signalisiert, dass sie bereit ist, mit einer erneuten Ausweitung ihrer Geldpolitik einer dauerhaften Beeinträchtigung der Konjunktur des Landes entgegenzutreten. Kritisch bleibt darüber hinaus der Mangel an notwendigen Strukturreformen, die der Premierminister bisher bei weitem nicht so aggressiv angegangen ist wie erhofft. Da wir davon ausgehen, dass die wirtschaftlich negativen Effekte der Mehrwertsteuererhöhung durchaus deutlich ausfallen werden, liegen zusätzliche geldpolitisch Lockerungsmaßnahmen weiter im Bereich des Möglichen. Ihren Leitzinssatz wird die Notenbank in Konsequenz noch geraume Zeit bei max. 0,1 Prozent belassen. FAZIT Anleger: Zurzeit wird der japanische Yen noch etwas von den geopolitischen Spannungen und den Ängsten im Hinblick auf den Zustand der chinesischen Konjunktur gestützt. Sobald sich die Situation an den internationalen Finanzmärkten entspannen sollte, trüben die aggressiven geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der japanischen Notenbank das Bild wieder ein. Angesichts des hohen Risikoumfeldes, dem sich die japanische Währung ausgesetzt sieht, erachten wir Anlagen in japanischen Yen weiter als nicht empfehlenswert. Kreditnehmer: Der japanische Yen fungierte im Zuge der geopolitischen Spannungen in der Ukraine zeitweise als sicherer Hafen, was sie gegenüber dem Euro zunächst aufwerten ließ. Die Entscheidung der EZB, den Leitzins weiter zu senken, führte zu einer zusätzlichen Schwäche des Euro. Im Betrachtungszeitraum startete das Währungspaar bei Kursen um 140 Yen je Euro, im weiteren Verlauf erstarkte die Nipponwährung bis knapp unterhalb 138 Yen je Euro. Im Ausblick sollte der Fokus wieder auf die weitere Eintrübung der Japanischen Wirtschaft, infolge fehlender Strukturmaßnahmen und der nach wie vor ultralockeren Geldpolitik, gelegt werden. Dies könnte für erneut schwächere Yen-Notierungen sorgen. Spekulativ orientierte Kreditnehmer, die von einer Abschwächung des Yen ausgehen, können durch eine LuxCredit-Finanzierung zusätzlich von dauerhaft niedrigen Darlehenszinsen in der Währung profitieren. Break-even-Kurse 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 138,67 137,37 134,76

6 WÄHRUNG IM BLICKPUNKT 6 / 8 Australischer Dollar (AUD) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Die Kursentwicklung des australischen Dollars gegenüber dem Euro zeichnete sich im Berichtszeitraum nach anfänglich kleineren Einbußen durch einen kontinuierlichen Anstieg aus. Neben dem sich im Handelsverlauf aufhellenden Stimmungsbild waren für die Kursentwicklung auch bei diesem Währungspaar die geldpolitischen Entscheidungen der europäischen Notenbank hauptverantwortlich. Letztendlich legte der Aussie um 1,7 Prozent gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung zu. Der Euro sank um nahezu drei australische Cents auf 1,4396 australische Dollar. Nachdem 2013 für die australische Wirtschaft noch enttäuschend verlaufen war, dürften 2014 wieder die positiven Meldungen Überhand gewinnen. Den ersten Vorgeschmack lieferte bereits die überraschend kräftig ausgefallene Zunahme der Wirtschaftsleistung im Auftaktquartal des Jahres um 1,1 Prozent. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal nahm das BIP sogar um 3,5 Prozent zu. Die größte Herausforderung ist die Abkoppelung von der Dominanz des Rohstoffsektors und die Begrenzung des Immobilienbooms. Über die globalen Wachstumsfolgen der angekündigten Reformen in China wird noch diskutiert. Grundsätzlich birgt der langfristig gewünschte Wandel Chinas weg von einer investitionsintensiven und rohstoffhungrigen Industrie hin zur Konsumorientierung Gefahren für Australien als klassischen Rohstoffexporteur. Der im Mai vorgestellte straffe Haushalt (Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen, höheres Rentenalter) stellt die australische Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Positiv zu vermerken ist, dass sich der australische Dollar im Zuge der jüngsten Emerging-Market-Turbulenzen vergleichsweise stabil gezeigt hat, obwohl die Eintrübung des globalen Sentiments ihn hätte belasten können. Der weitere Ausblick der Währung Australiens sollte von der sich abzeichnenden Wachstumsbelebung und der erwarteten Zinswende zum Jahresende geprägt sein. Gegenüber dem US-Dollar überlagert die erwartete globale Stärke des Greenbacks zwar das Bild, aber gegenüber dem Euro dürfte der australische Dollar merklich zulegen. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG LANGFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ ZINSEN Die australische Notenbank hat den Leitzins zuletzt im August 2013 auf aktuell 2,50 Prozent gesenkt. Die noch zum Jahresende 2013 grassierenden Zinssenkungs spekulationen dürften endgültig der Vergangenheit angehören. Die RBA nimmt jetzt auch offiziell eine abwartend-neutrale Haltung ein. Im Jahresverlauf 2014 dürfte die sich abzeichnende Wachstumsbelebung in Australien, aber auch weltweit, die Erwartungen einer Zinserhöhung wecken, welche allerdings kaum vor Ende 2014 erfolgen dürfte. Zu einem wichtigen Faktor bei der Zinsentscheidung ist die Entwicklung des australischen Dollars geworden, den die Notenbank wiederholt als zu fest kritisiert hat und dies trotz der massiven Abwertung, die die Währung seit April auf handelsgewichteter Basis erlitten hat. Die von der Regierung angedrohten Interventionen im großen Stil sind derzeit kein ernstzunehmendes Thema für die Notenbank des Landes. FAZIT Anleger: Angesichts der sich beschleunigenden Wachstumsdynamik und der kaum noch anzutreffenden Zinssenkungsspekulationen sollte der australische Dollar in den kommenden Monaten gegenüber dem Euro aufwerten. Strategisch orientierte Anleger können Investitionen in die Währung in ihre Anlageüberlegungen mit einbeziehen.

7 SONSTIGE WÄHRUNGEN 7 / 8 Südafrikanischer Rand (ZAR) Wegen enttäuschend ausgefallener Wirtschaftsdaten und des sich zunächst eintrübenden Kapitalmarktumfeldes sah sich der südafrikanische Rand gegenüber dem Euro im Berichtszeitraum einem Abwärtsdruck ausgesetzt. Per saldo gab die Währung Südafrikas um 1,3 Prozent nach. Die europäische Gemeinschaftswährung zog um 0,1906 auf 14,4530 südafrikanische Rand an. Die südafrikanische Wirtschaft ist im ersten Quartal nur noch um 1,6 Prozent im Jahresvergleich gewachsen. Als Grund für das verhaltene Wachstum ist neben den langen Streiks im Minensektor auch die unerwartete Leitzins erhöhung zu nennen. Die Zentralbankbank Südafrikas hat den Leitzins zuletzt um 50 Basispunkte auf 5,50 Prozent angehoben und diesen Schritt mit dem anziehenden Preisdruck begründet. Die südafrikanische Notenbank rechnet damit, dass die Inflationsrate im laufenden Quartal über das von ihr maximal tolerierte Niveau von 6,0 Prozent klettern wird. Daher ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von weiteren Leitzinsanhebungen auszugehen. Auf kurze Sicht dürfte sich der Wechselkurs im Bereich des aktuellen Niveaus volatil seitwärts bewegen. Während das global wieder aufgehellte Sentiment den Rand stützt, stehen die Konjunkturrisiken derzeit einer deutlichen und vor allem nachhaltigen Aufwertung des Rand entgegen. Auf Jahressicht gestehen wir dem Rand gegenüber dem Euro Aufwärtspotenzial zu. Als stützend sollte sich die allmählich wieder zu Kräften kommende süd afrikanische Wirtschaft erweisen. Als Risikofaktoren für die Währung ist die Aussicht auf eine weniger expansive US-Geldpolitik sowie anhaltende Streiks in den Platinminen zu nennen. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ Tschechische Krone (CZK) Im Betrachtungszeitraum verharrte die tschechische Krone gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung innerhalb ihrer extrem engen Bandbreite von knapp über 27 Kronen pro Euro, der von der tschechischen Notenbank festgesetzten Wertuntergrenze. Per saldo zeigte sich die Währung mit 27,419 tschechischen Kronen nahezu unverändert. Um den deflationären Entwicklungen entgegenzuwirken, intervenierte die tschechische Notenbank Anfang November 2013 am Devisenmarkt, um die Krone zu schwächen. Anders als andere osteuropäische Währungen ist die Krone in der Krim-Krise nicht unter Abgabedruck geraten. Sie wird ihrer Rolle als sicherer Hafen gerecht. Die Zentralbank Tschechiens hat angekündigt, den Kurs gegenüber dem Euro bis mindestens Anfang 2015 im Bereich der Marke von 27 tschechischen Kronen zu fixieren. Angesichts der guten wirtschaftlichen Rahmendaten des Landes kann in den nächsten drei bis sechs Monaten von einer allmählichen Annäherung an die Wertuntergrenze gerechnet werden. Die tschechische Wirtschaft ist ersten Angaben zufolge im Auftaktquartal 2014 um 2,0 Prozent im Jahresvergleich gewachsen. So zeigt sich die EU insgesamt zuversichtlich und hat jüngst ihre BIP- Prognose für 2014 von 1,6 Prozent auf 2,2 Prozent nach oben revidiert. Auch die mittelfristig in den Nachbarländern aufkommenden Leitzinserhöhungserwartungen dürften zu einem wieder stärkeren Aufwärtsdrang der Krone führen und könnten damit die tschechische Notenbank möglicherweise zum Handeln zwingen. Auf Jahressicht dürfte die Währung dann auch wieder die Marke von 27 tschechischen Kronen pro Euro unterschreiten. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ

8 IMPRESSUM 8 / 8 IMPRESSUM LEGENDE EMPFEHLUNG ANLEGER: DZ PRIVATBANK S.A. 4, rue Thomas Edison L-1445 Luxembourg-Strassen DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG Münsterhof 12 CH-8001 Zürich kaufen aufbauen halten abbauen verkaufen die Währung aktuell kaufen in Schwächephasen sukzessive kaufen bestehende Positionen beibehalten in Stärkephasen sukzessive verkaufen die Währung aktuell verkaufen Telefon LEGENDE WÄHRUNGSPROGNOSE: seitwärts Redaktion Portfoliomanagement LuxCredit Angebotserstellung und -kommunikation Redaktionsschluss 16. Juni 2014 Wert des Euro steigt gegen über ausländischer Währung Wert des Euro sinkt gegen über ausländischer Währung LEGENDE EMPFEHLUNG KREDITNEHMER: HINWEIS: kurzfristig mittelfristig langfristig spekulativ attraktiv Break-even- Kurs: bis zu 12 Monate auf Sicht 3 Jahre auf Sicht 5 Jahre es ist mit hohen Währungsschwankungen zu rechnen es ist mit relativ geringen Währungsschwankungen zu rechnen gibt jenen Euro-Kurs an, bei dem der Zinsvorteil / -nachteil durch die Währungsveränderung ausgeglichen wird Alle Angaben in der Währungsinformation dienen ausschließlich der Information. Sie können eine persönliche Anlage- oder Kreditberatung nicht ersetzen und gelten nicht als Angebot zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzprodukte. Die Inhalte dieser Währungsinformation sind unter Beachtung größtmöglicher Sorgfalt aktuell zusammengestellt worden. Sämtliche Daten und Prognosen können sich jedoch seit dem Druck verändert haben. Zukünftige Entwicklungen können aus den Daten nicht abgeleitet werden. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir trotz sorgfältiger Erstellung keine Haftung für die Vollständigkeit oder Richtigkeit der Angaben übernehmen können.

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