9. Nordrheinischer Praxisbörsentag

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1 Köln, 10. November Nordrheinischer Praxisbörsentag Perspektiven der Niederlassung Bernhard Brautmeier Vorstand Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein

2 Aktuelle Entwicklungen Gesundheitspolitische Trends Die ärztliche Versorgung in Nordrhein steht aufgrund verschiedener gesundheits (und gesellschafts-) politischer Entwicklungen vor großen Herausforderungen: Demographischer Wandel Immer größerer Bedarf an medizinischer Versorgung und entsprechendem Fachpersonal aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung mit immer mehr chronischen Erkrankungen Ambulant tätige Vertragsärzte besitzen künftig einen noch höheren Stellenwert! Drohender Ärztemangel In den nächsten Jahren müssen allein in Nordrhein für ca (niedergelassene) Ärzte älter als 60 Jahre Nachfolger gefunden werden Bedarf an Nachwuchs steigend! Seite 2

3 Aktuelle Entwicklungen Gesellschaftspolitische Trends Weitere Einflussfaktoren auf die künftige ärztliche Versorgung sind: der ärztliche Nachwuchs ist zunehmend weiblich, gesellschaftspolitische Trends wie Familialisierung sowie verstärkte Nachfrage nach work-life-balance. Daher: Künftige Sicherstellung einer wohnortnahen (ambulanten) Versorgung - insbesondere in ländlichen Regionen - wird erheblich erschwert! Seite 3

4 Versorgungssituation 2012 Überblick Nordrhein Versorgungsgrad unter 75%, unter der Annahme, dass die vor 1947 geborenen Ärzte ausscheiden und keinen Nachfolger finden Seite 4

5 Aktuelle Entwicklung - Hausärztlicher Nachwuchs Hausarztanerkennungen Quelle: Ärztekammer Nordrhein Jahr Seite 5

6 Aktuelle Entwicklungen Fazit Demographischer Wandel und Ärztemangel gewinnen zunehmend an Bedeutung! Hohe Zahl an weiblichen Absolventen, Familialisierung und work-life-balance sind neue Trends! Versorgungsgrad in Nordrhein in einigen (wenigen) Regionen > 75 % Stetiger Rückgang des hausärztlichen Nachwuchs Nachwuchsprobleme Fazit: Sehr gute Chancen in der Niederlassung (und anderen Berufsausübungsformen) für junge Mediziner! Seite 6

7 Einschätzungen zur beruflichen Tätigkeit Fazit: hohe Zufriedenheit! Quelle: Ärztemonitor 2012 Seite 7

8 Einschätzungen zum beruflichen Einkommen Fazit: Mehrheit mit Einkommen zufrieden! Quelle: Ärztemonitor 2012 Seite 8

9 Die ambulante vertragsärztliche Versorgung Aktueller Stand in Zahlen Fakten: Gesundheitsmarkt = Wachstumsmarkt Prinzipieller Vorrang der ambulanten Versorgung Medizinischer Fortschritt erweitert kontinuierlich die Möglichkeiten der ambulanten Medizin Gesamtausgaben GKV: 175,7 Mrd. Euro (Stand: 2010)* 1. Stationär 57,2 Mrd. Euro (32,6 %) 2. Arzneimittel 28,6 Mrd. Euro (16,3 %) 3. Ambulante ärztliche Behandlung 27,1 Mrd. Euro (15,4 %) 3. größter Ausgabenfaktor! innerhalb der GKV Fazit: Die ambulante Versorgung ist weiterhin attraktiv! *Quelle: KBV Seite 9

10 Fakten zur ambulanten Versorgung in Nordrhein Anzahl Fälle je Arzt p.a. GKV-Umsatz je Arzt p.a. Gewinnquote Einzelpraxis Hausärzte ca. 45% Fachärzte (einschl. ärztl. und psych. PT) (ohne ärztl. und psych. PT) (ohne ärztl. und psych. PT) % Gesamt/ Durchschnitt (einschl. ärztl. und psych. PT) (einschl. ärztl./ psych.pt) 49 % Seite 10

11 Teilnahmemöglichkeiten innerhalb der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung Niederlassung Praxis - Neugründung Beschäftigungsverhältnis Teilzeit - Anstellung Praxis - Übernahme Organisationsgemeinschaft Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) (in beiden Formen möglich) Vollzeit - Anstellung Künftig: Weitere/ neue Formen der vertragsärztlichen Versorgung möglich! Seite 11

12 Wichtige Neuerungen durch VStG seit dem Strukturelle Neuerungen Strukturfonds zur Förderung der Niederlassung in unterversorgten Gebieten Förderung von Praxisnetzen Kleinräumige Bedarfsplanung Zuschläge in unterversorgten Gebieten Personenbezogene Neuerungen Vertretung: Nach Geburt eines Kindes bis 12 Monate (bisher 6 Monate) Entlastungsassistent: Erziehungsurlaub/ Pflege von Familienangehörigen bis zu 36 Monate Aufhebung der Residenzpflicht Delegation bestimmter Leistungen an nichtärztliche Fachkräfte (EVA) Seite 12

13 Möglichkeiten vertragsärztlicher Zusammenarbeit Fakten: Fazit: Anstellung von Ärzten durch Ärzte Nebentätigkeit im Krankenhaus Tätigkeit an mehreren Orten Teilzulassung Teilberufsausübungsgemeinschaft Zweigpraxen sowie Kombinationen aus den o. g. Optionen Vertragsärztliche Tätigkeit in nahezu jeder Konstellation möglich! Seite 13

14 Kooperationsformen - Ein Überblick Gemeinschaften Praxisverbund / -netz Verein, Genossenschaft (z. B. Notdienst) Qualitätszirkel Schulungsgemeinschaft Zusammenschlüsse unter einem Dach Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) Praxisgemeinschaft MVZ Teilzusammenschlüsse Apparate-/Gerätegemeinschaft Laborgemeinschaft kooperatives Ärztehaus ambulantes OP-Zentrum Kooperationen mit mehreren Standorten überörtliche BAG / Teil-BAG Zweigpraxis ausgelagerter Praxisteil (ambulante und stationäre Tätigkeit) Seite 14

15 Einzelpraxen in Nordrhein: Nach wie vor der dominierende Versorgungstyp - aber: Tendenz abnehmend! Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften Ärzte in BAG Ärzte in Einzelpraxen Seite 15

16 Sicherstellung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung I/II Bereits realisierte Maßnahmen zur Versorgungssicherheit: Gründung von Weiterbildungsverbünden (WBV) für Allgemeinmedizin mit dem Ziel einer strukturierten Weiterbildung aus einer Hand Organisation aller Weiterbildungsabschnitte in Kliniken und Praxen Abgestimmte Abläufe, Rotationspläne und eine gesicherte Finanzierung Weiterbildung ohne Unterbrechung oder Umzug Derzeit existieren nordrheinweit bereits ca. 30 Weiterbildungsverbünde, in denen knapp 300 Ärzte ihre Weiterbildung zum Allgemeinmediziner absolvieren Seite 16

17 Sicherstellung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung II/II Weitere (mögliche) Ansätze zur Versorgungssicherheit: Erhöhung der Studienplatzzahlen für Medizin Änderung des Auswahlverfahrens Stipendien und Investitionshilfen für künftige Landärzte Erhöhung der Landarztquote Stärkung der Allgemeinmedizin in der Ausbildung Förderprogramme von KV und Kassen Investitionshilfen vom Land Eigeneinrichtungen von KVen und Gebietskörperschaften = Wir sind dabei!!! Seite 17

18 Dienstleistungsangebot der KV Nordrhein für ihre Mitglieder In eigener Sache Unsere Unterstützung für Sie: Niederlassungsberatung und BWL-Beratung Seminare und Kooperationsberatungen Nordrheinische Praxisbörsentage KV-Praxisbörse Weiterbildungsbörse EVA (Entlastende Versorgungs-Assistentin) Organisation/ Gründung von Weiterbildungsverbünden (WBV) Serviceteams Seite 18

19 KV-Börse Online Inserate für Praxisabgabe und suche, Kooperationen Seite 19

20 Gesundheitsmanagementgesellschaft GMG mbh Die KV Nordrhein Notdienst und Bürgerberatungs GmbH (NDBB) firmiert nun unter: Notdienst Netzmanagement Praxisbörsentag Selektivverträge Die Änderung ist Teil der Strategie eines einheitlichen Auftritts der ehemaligen NDBB, die bisher in die Bereiche Notdienst und KV Consult unterteilt war. Differenzierte Honorarauswertung Abrechnungsdienstleister GMG BWL Beratung Weiterbildungsverbünde Notdienst Seite 20

21 Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit Seite 21

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