Next Generation Database Computing: SAP HANA

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1 Seite 1 von 5 Next Generation Database Computing: SAP HANA SAP HANA ist als ein echtes Erfolgsprodukt gestartet. Mit der In-Memory-Datenbank konnte SAP für 2011 alle Prognosen deutlich übertreffen. Mit Erlösen von 160 Millionen Euro im zweiten Halbjahr 2011 wurden die Erwartungen um mehr als 50% übererfüllt. HANA wird, so versichert das SAP-Management, eine Revolution in der IT- Branche auslösen. Es ist, so heißt es weiter, das am schnellsten wachsende Produkt in der Geschichte von SAP. Wie positioniert SAP HANA im Markt? Glaubt man aktuellen Analysen und Prognosen, gehört In- Memory-Technologien die Zukunft. Sie ermöglichen, komplette Datenbanken für OLTP und zu Auswertungszwecken im Arbeitsspeicher zu halten. Somit werden Ad-hoc- Analysen auf Realtime-Daten möglich und es eröffnen sich vollkommen neue Anwendungs- Szenarien. Mit HANA hat SAP im Juni letzten Jahres ein Produkt zur Verfügung gestellt, das im Umfeld von SAP-Anwendungen Produktionsreife erlangt hat. SAP gibt an, dass Daten direkt in OLTP-Datenbanken bis zu mal schneller ausgewertet werden ohne den OLTP zu beeinträchtigen. Solche Vergleiche werden von ersten Anwendern auch bestätigt. SAP verspricht durch die Einführung von HANA eine Reihe von Vorteilen. Wesentliche sind: Unternehmensentscheidungen können besser und schneller getroffen werden. HANA ermöglicht einen neuen Blick auf das Unternehmen durch den sofortigen Zugang zu allen relevanten Informationen. Die Verknüpfung von Transaktionen bei hohen Datenvolumen mit Analysefunktionen führt zu innovativen neuen Anwendungen. Hierdurch verbessern sich Planungs- und Prognosemöglichkeiten, beispielsweise bei der Preisgestaltung und anderen Prozessen. Bessere Unternehmensleistungen werden bei geringeren Gesamtbetriebskosten erzielt durch Einsparungen bei Hardware, Wartung und Testprozeduren sowie durch bewährte und leicht implementierbare Werkzeuge. Durch die Einsparung von Aggregaten können wesentlich effizientere Informationssysteme geschaffen werden. Weniger Architekturschichten vereinfachen die Systemlandschaft und senken die Kosten dramatisch. Der Zugriff auf aktuelle Geschäftsdaten eröffnet neue Dimensionen für mobile Anwendungen, gibt Raum für neue geschäftliche Einsatzfelder: Betrugsabwehr, Analyse von Risiko, Simulation von Entscheidungen u.v.a.

2 Seite 2 von 5 SAP wird künftig alle Entwicklungen HANA-kompatibel gestalten. Laut eigenen Angaben hat SAP heute mit HANA etwa eineinhalb Jahre Vorsprung vor der Konkurrenz. Damit könnte HANA für SAP einen weiteren Vorteil bieten: SAP-Software würde zukünftig weniger häufig Datenbanktechnologie von Mitbewerbern nutzen. Zudem soll HANA ein wesentlicher Baustein für zukünftige Cloud-Lösungen werden. Im Interview mit der FAZ äußerte sich Jim Hagemann Snabe zu HANA: HANA ist heute noch ein Produkt, das neben anderen steht. Wir wollen es nun zu einer Plattform entwickeln, über die man alle anderen Anwendungen laufen lassen kann, allerdings sehr viel schneller als heute. Das wird nicht nur das Geschäft mit Datenbanken ändern, sondern auch das mit Hardware und das mit Cloud Computing. SAP schätzt die Wachstumsaussichten von HANA im Datenbankmarkt sehr optimistisch ein und geht davon aus, bereits 2015 das am schnellsten wachsende Unternehmen im Bereich Datenbanken zu sein. Welche SAP-Anwendungen können heute bereits HANA-Technologie nutzen? SAP NetWeaver Business Warehouse SAP BusinessObjects BI Platform SAP Advanced Planning & Optimization SAP NetWeaver Enterprise Search SAP Customer Relationship Management SAP Business ByDesign Analytics und viele andere Lösungen befinden sich in der Freigabe SAP geht mit HANA auch neue Wege für den Konzern. Gemeinsam mit Partnern werden Komplettlösungen bestehend aus Hardware und Software angeboten. Zu den Appliance-Partnern zählen neben IBM und HP auch Fujitsu-Siemens, Dell, Hitachi Datasystems, Cisco u.v.m. Hardwarepartner unterscheiden sich insbesondere bei Konzept und Implementierung von Hochverfügbarkeit und gehen hier durchaus unterschiedliche Implementierungswege. Das HANA-Konzept HANA ist nicht als eine Ergänzung zu anderen Datenbanken konzipiert. Es handelt sich vielmehr um eine vollständige und komplette Datenbank, entwickelt für alle OLTP- und Data-Warehousing-Anforderungen. Ist dies unter heutigen Hardware-Bedingungen Fiktion oder Realität?

3 Seite 3 von 5 Datenbestände von 100 Terabyte sind bei großen Unternehmen keine Seltenheit. Ein Blick in das Innere zeigt Redundanzen und Aggregationen. Nicht ohne Grund. Klassische Technologien erlauben keinen schnellen Zugriff auf transaktionale Daten. Unterstellt man eine Redundanz von 50% und einen realistischen, konservativ geschätzten Kompressionsfaktor von 5, schmelzen die Daten schnell auf 10 Terabyte. Moderne x86-systeme sind in der Lage, 4 Terabyte Memory pro Server aufzunehmen. 10 Terabyte Daten erfordern demnach 5 Server, 50% Speicherreserve für die Applikation eingerechnet. Damit könnten die kompletten Unternehmensdaten auf Belegebene im Speicher gehalten werden und das bei Reaktionszeiten kleiner als eine Sekunde! SAP veröffentlichte kürzlich einen Benchmark auf eine 100- Terabyte-Datenbank gefüllt mit 100 Billionen Sales and Distribution -Datensätzen. Es wurde eine Kompression von 20 erzielt. Die durchschnittliche Antwortzeit von unbekannten Anfragen lag bei 800 ms, die maximale bei 2 s. Clients greifen wie auch auf andere Datenbanken via SQL, MDX, http, REST oder HTML auf HANA-Datenbanken zu. Das HANA-System besteht im Wesentlichen aus dem Index Server, dem Statistics Server und dem Name Server. Diese Komponenten sind erweitert durch den Preprocessor Server sowie die XS Engine. Das Gesamtsystem wird über SAP HANA Studio verwaltet, das via SQL auf das System zugreift. Um nicht den Beschränkungen der x86-hardware zu unterliegen, kann HANA beliebig über Systeme skaliert werden. In der aktuellen Version verfügt jedes Einzelsystem über bis zu 512 GB Hauptspeicher (1 TB wird demnächst angeboten, 4 TB sind in der Planung). Dabei sind die gekoppelten Systeme für den zugreifenden Client transparent. Der Eintritt in das In-Memory- Zeitalter kann beginnen.

4 Seite 4 von 5 HANA arbeitet mit dem Datenbereich im Speicher und ergänzend mit Persistent Storage. Dabei werden veränderte Daten und Logs regelmäßig asynchron aus dem Speicher auf den Persistent Storage geschrieben. Die Data Volumes des Persistent Storage können im Filesystem liegen oder als RAW Devices konfiguriert sein. Zu jeder HANA-Instanz gehört ein Data Volume. Der Data-Bereich wird vollständig im Speicher gehalten und enthält SQL-Data und Undo-Log-Informationen sowie zusätzliche HANA- Informationen wie Datenmodelle. HANA schreibt automatisch Savepoints auf die Data Volumes. Der Schreib-Prozess ist hier asynchron. Im Standard wird alle 5 Minuten geschrieben, der Wert ist aber individuell konfigurierbar. Der Log-Bereich wird auf den Persistent Storage auf das Log-Volume repliziert. Hier befinden sich Informationen über Datenänderungen (redo log). Diese Informationen werden direkt nach dem Commit der Transaktion geschrieben (synchron). Der Log kann zyklisch überschrieben werden (erst nach Backup). HANA-Datenbanken im Betrieb HANA wird von SAP-Partnern als SAP HANA Appliance Software gemeinsam mit der zugehörigen zertifizierten Hardware als prepackaged Solution ausgeliefert. Die genaue Zusammenstellung der Komponenten, bestehend aus Betriebssystem, zusätzlichen Softwarekomponenten wie Filesystem oder hardwarenahen Tools und der SAP-HANA- Software selbst kann sich somit von Partner zu Partner unterscheiden. Das genaue Hardware-Sizing wird von SAP-Hardwarepartnern vorgenommen. Sie nehmen die Kundenanforderungen auf und designen auf dieser Basis eine Lösung. Grundlage und Leitfaden des Sizing-Prozesses ist ein SAP Sizing Guide, der speziell für HANA entwickelt wurde. HANA-Systeme sind immer dediziert für ihren Einsatz konzipierte und optimierte Systeme. Die Schritte im Einzelnen: Der Partner übernimmt das Sizing der Systeme. Anschließend liefert er vorinstallierte Systeme inklusive Betriebssystem und SAP-Software aus. Der Partner kann hier, je nach Bedarf und Erfahrung, Software-Konfigurationen ergänzen. Die Installation wird durch die Vor-Ort-Konfiguration der HANA- Komponenten abgeschlossen. Hier beginnt die Replikation sowie Verbindung von Datenquellen und Einrichtung von Clients durch den Kunden.

5 Seite 5 von 5 Für spezielle Anwendungs- Szenarien, wie Business Warehouse on HANA, Accounting for Financial Instruments (AFI) oder RDL on HANA existieren sogenannte RDS Rapid Deployment Solutions. Für einen festen Einführungspreis wird das komplette Business-Szenario inklusive des Business-Contents implementiert. Die Implementierung führen SAP Consulting oder kompetente Partner durch. Heiko Benisch arbeitet als Prinzipal Solution Architekt bei der SAP Deutschland AG & Co. KG. Seit der 1983 begonnenen Ausbildung zum Softwareentwickler beschäftigt er sich intensiv mit Innovationen rund um Datenbanken und deren effektiven Einsatz in der Praxis. Impressum Datum: Juni 2012 Autoren: Gregor Bister Heiko Benisch Kontakt: Haben Sie weitere Fragen? Wir beraten Sie gerne: avato consulting

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