Dritter Wiener Betriebskostenspiegel zeigt einen überproportionalen Anstieg der Versicherungen

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1 Presseinformation Dritter Wiener Betriebskostenspiegel zeigt einen überproportionalen Anstieg der Versicherungen LAbg. Georg Niedermühlbichler, Präsident der Mietervereinigung Österreichs Mag. Nadja Shah, Bundesgeschäftsführerin der Mietervereinigung Österreichs Dienstag, 22. Juni 2010 Mit der dritten Auflage des Betriebskostenspiegels präsentiert die Mietervereinigung Österreichs die aktualisierten Werte im Bereich der Hausbetriebskosten für Wien und schafft so Transparenz in diesem Bereich. Mit dem Betriebskostenspiegel haben alle Mieter und Mieterinnen ein Instrument zur Hand, mit dem sie selbstständig abschätzen könne, ob die Betriebskostenabrechnung in ihrem Wohnhaus korrekt erfolgt. Ebenso werden die Leistungen der Verwaltungen vergleichbar gemacht und man kann sehen, wie wirtschaftlich das eigene Gebäude verwaltet wird. Damit wurde für die Mieter und Mieterinnen eine optimale Orientierungshilfe über die durchschnittlichen Betriebskosten der einzelnen Bezirke geschaffen. Betriebskostenspiegel 2010 Der Betriebskostenspiegel 2010 der Mietervereinigung Österreichs liegt jetzt mit den aktualisierten Werten vor. Der Durchschnittsbetrag der Gesamtbetriebskosten ist im vergangenen Jahr von 1,60 auf 1,62 Euro leicht gestiegen. Die Teuerung von 1,5% liegt erfreulicher Weise unter der Inflationsrate von 2008, die 3,2 % betrug. Auffallend ist, dass die Kosten für Müll, Wasser und Lift nahezu gleich geblieben sind. Die Reinigungskosten sind mit 1,09 % nur leicht gestiegen, während bei den Versicherungskosten mit 3,8% ein überproportional hoher Anstieg zu verzeichnen ist. Der Betriebskostenspiegel basiert auf dem Datenmaterial jener Abrechnungen, die der Mietervereinigung von ihren Mitgliedern zur Überprüfung vorgelegt werden und bezieht sich auf die Betriebskosten in privaten Miethäusern. Die Mietervereinigung überprüft jährlich mehr als einzelne Betriebskostenabrechnungen.

2 Betriebskostenspiegel 2010 Kostenanteile der einzelnen Betriebskosten 24,18% 10,70% 16,62% 24,85% 23,66% Müll Wasser Hausreinigung Versicherung sonstige BK Die Kosten für Reinigung, Versicherung und sonstige Ausgaben machen drei Viertel der Betriebskosten aus. Gerade bei diesen Kosten ist besondere Vorsicht geboten, da hier der größte Handlungsspielraum für die VermieterInnen gegeben ist. Die Mietervereinigung empfiehlt daher allen Mieterinnen und Mietern, ihre Abrechnungen überprüfen zu lassen, falls die Beträge signifikant von den Werten des Betriebskostenspiegels abweichen. Auf der Homepage der MVÖ ( kann mit Hilfe eines Betriebskostenrechners rasch ein Richtwert für die eigenen Betriebskosten ermittelt werden.

3 Einzelergebnisse des Wiener Betriebskostenspiegels: Betriebskostenspiegel 2010 Durchschnittliche Betriebskosten (ohne Lift) nach Bezirk 2 1,8 1,6 1,57 1,61 1,52 1,52 1,66 1,5 1,56 1,52 1,49 1,73 1,77 1,75 1,68 1,62 1,71 1,81 1,75 1,59 1,53 1,84 1,73 1,62 1,62 1,62 1,4 1,2 1 0,8 0,6 0, Wien Der wienweite Durchschnittswert (netto ohne Gemeinschaftsanlagen) liegt bei 19,46/m 2 im Jahr bzw bei 1,62/m 2 im Monat. Bei 70 m 2 ergibt dies eine Kostenbelastung von 1.152,20 netto im Jahr bzw. 113,40,- netto im Monat. Für Liftanlagen liegt der Durchschnittswert netto bei 1,91/m 2 und Jahr bzw. bei 0,16 pro Monat. Eine Wohnung mit 70 m 2 kommt so auf Liftkosten von 11,20 pro Monat bzw. 133,70 im Jahr. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr unwesentlich verändert. Da sich die Gebäude mit Lift unregelmäßig in Wien verteilen, werden keine Bezirksergebnisse dazu angeführt. Die niedrigsten Werte finden sich im 9. Bezirk, die höchsten im 20. Bezirk.

4 Betriebskostenspiegel 2010 Reinigungs- und Versicherungskosten nach Bezirken Reinigung Versicherung 0,5 5 0,35 0,39 0,38 0,37 0,38 0,37 0,37 0,37 0,36 0, ,35 0,38 0,39 0,39 0,39 0,39 0, ,38 0,38 0,38 0,3 0,25 0,2 0,15 0,1 0, ,37 0,39 0,39 0,39 0,36 0,38 0,39 1 0,37 0, ,39 0,39 0,38 0,33 0,39 0,39 0, Wien Die Versicherungsprämien liegen im Schnitt bei 4,66/m 2 jährlich (0,39/m 2 mtl.). Ein Anstieg der Versicherungsprämien ist mit 3,8 % überproportional hoch. Reinigungskosten liegen im Schnitt bei 4,60/m 2 jährlich (0,38/m 2 mtl.). Zusammen machen die Reinigungskosten und Versicherungsprämien in Wien nach wie vor beinahe 50% der allgemeinen Betriebskosten aus.

5 Betriebskostenspiegel 2010 Wasser- und Müllentsorgungskosten nach Bezirk Wasser Müll 0,38 0,35 0,3 0,25 0,27 0,25 0,26 0,24 0,22 0,21 0,34 0,32 0,31 0,31 0,29 0,22 0,22 0,21 0,32 0,27 0,21 0,35 0,34 0,27 0,27 0,27 0,2 0,16 0,15 0,1 0,05 0 0,2 0,17 0,14 0,12 0,2 0,14 0,15 0,15 0,12 0,25 0,24 0,18 0,15 0,16 0,21 0,22 0,21 0,15 0,12 0,25 0,21 0,17 0,17 0, Wien Zulässige allgemeine Betriebskosten nach MRG: Wasserversorgung und -entsorgung sowie regelmäßige Kontrollen (Eichung, Wartung und Ablesung von Wasserzählern sofern diese pro Wohnung angebracht sind.) Rauchfangkehrer Müllabfuhr Schädlingsbekämpfung Kanalräumung Beleuchtung des Stiegenhauses angemessene Feuer-, Haftpflichtversicherung und Versicherung gegen Leitungswasserschäden angemessene Versicherung gegen Glasbruch- und Sturmschäden, wenn die Hälfte der Mieter ihre Zustimmung dazu gibt Verwaltungskosten Reinigungskosten öffentliche Abgaben des Hauses

6 Nicht zu den Betriebskosten zählen z.b.: Delogierungs- und Prozesskosten Kaminschleifen Reparaturrechnungen Mietzinsausfälle Unbestimmte Beträge wie Spesen oder Diverses Faires Wohnen für alle Mieter Der Betriebskostenspiegel zeigt erneut, dass die Versicherungsprämien, die das Haftpflichtund Erhaltungsrisiko des Hauseigentümers absichern (und somit ebenso wie die Grundsteuer in keinem Zusammenhang mit der Nutzung durch die Mieter stehen), eine hohe Kostenbelastung darstellen, die nicht gerechtfertigt ist. Wenn zb. durch einen Sturm oder Hagel das Hausdach beschädigt wird, müsste dafür eigentlich der Hauseigentümer die Kosten übernehmen und dürfte diese nicht auf die MieterInnen überwälzen. Die Kosten werden aber an die Mieter weitergegeben, indem die Versicherungsprämien über die Betriebskostenabrechnung verrechnet werden. Im Schadensfall wiederum deckt die Versicherung die gesamten Kosten der Reperaturarbeiten. Die Mietervereinigung bekräftigt daher ihre Forderung an den Gesetzgeber, Versicherungskosten und öffentliche Abgaben aus dem Betriebskostenkatalog zu streichen. Die Tatsache, dass die Betriebskosten dieses Jahr so gering angestiegen sind, führen wir auch auf unseren jährlich erscheinenden Betriebskostenspiegel zurück. Zum einen, weil dadurch mehr MieterInnen ihre Betriebskosten überprüfen lassen und zum anderen, weil auch die Hausverwaltungen jetzt mehr darauf achten, dass die Betriebskosten korrekt abgerechnet werden. Die Mietervereinigung Österreichs Die Mietervereinigung Österreichs ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein, ist als Interessensvertretung für MIeterInnen und WohnungseigentümerInnen politisch aktiv und bemüht, das Mietrecht zugunsten der MieterInnen zu verbessern sowie öffentlichen Druck gegen die Verschlechterung des Wohnrechtes zu erzeugen. Darüber hinaus bietet die größte Mieterschutzorganisation Österreichs Rat und Tat in allen wohnrechtlichen Fragen sowie Unterstützung bei Streitigkeiten mit VermieterInnen oder Verwaltung an. Ihre Leistungen werden durch die Einnahmen des laufenden Betriebs und die Beiträge ihrer Mitglieder gedeckt. In den letzten drei Jahren erteilten die Expert/innen der MVÖ über Rechtsauskünfte und brachten für ihre Mitglieder knapp Anträge bei Schlichtungsstellen und Gerichten ein. Aufgrund dieser Tätigkeit konnten knapp 10 Millionen Euro aus überhöhten Abrechnungen (Miet- und Betriebskosten, Ablösen, etc...) an die Mitglieder der MVÖ rückerstattet werden. Weitere 9,5 Millionen Euro entfallen auf Kostenreduktionen im Zusammenhang mit Haussanierungen. Rückfragehinweis: Julia Zdovc Tel Mobil:

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