Geschäftsbericht. Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung Aktiengesellschaft

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1 2014 Geschäftsbericht Lebensversicherung Aktiengesellschaft

2 Fünf-Jahres-Überblick Gebuchte Brutto-Beiträge Tsd. EUR Veränderung % 9,6 5,9 3,2 17,4 21,8 Verdiente Netto-Beiträge Tsd. EUR Veränderung % 9,0 5,6 2,7 16,9 19,9 Aufwendungen für Versicherungsleistungen 1) Tsd. EUR Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb Tsd. EUR Kapitalanlageergebnis Tsd. EUR Rohüberschuss Tsd. EUR Jahresüberschuss Tsd. EUR Kapitalanlagen Tsd. EUR Versicherungstechnische Rückstellungen Tsd. EUR Eigenkapital Tsd. EUR Versicherungsverträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft Anzahl ) Schwankungen aufgrund von kursabhängigen Veränderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen für Fondsversicherungen

3 Inhalt 2 Verwaltungsorgane der Gesellschaft 4 Lagebericht 22 Anlage zum Lagebericht Bewegung und Struktur des Bestandes an Lebensversicherungen im Geschäftsjahr 26 Betriebene Versicherungszweige und -arten 27 Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns 29 Jahresabschluss für das Geschäftsjahr Bilanz zum 31. Dezember Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember Anhang Angaben zur Bilanzierung und Bewertung 42 Angaben zur Bilanz 56 Angaben zur Gewinnund Verlustrechnung 58 Allgemeine Angaben 61 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 62 Bericht des Aufsichtsrats 64 Überschussanteilsätze 2015 Lebensversicherung Aktiengesellschaft 1

4 Verwaltungsorgane der Gesellschaft Aufsichtsrat Hanno Mijer Vorsitzender Global Head of Corporate Life & Pensions Zurich Insurance Group Ltd. Zürich Dr. Axel Lehmann Stellvertretender Vorsitzender Chief Risk Officer Regional Chairman Europe Zurich Insurance Group Ltd. Zürich Urban Angehrn Head of Alternative Investments Zurich Alternative Asset Management, LLC New York, Vereinigte Staaten von Amerika bis Ruth Becker* Mitglied des Betriebsrates der Direktion Bonn Claudia Dill Chief Operating Officer General Insurance Zurich Insurance Group Ltd. Zürich ab Matthias Lüttich* Mitglied des Gesamtbetriebsrates der Zurich Gruppe Deutschland Karl-Heinz Marx* Mitglied des Betriebsrates der Direktion Bonn Joachim Masur Chief Executive Officer Zurich Schweiz Zürich Hans Dieter Ritterbex Versicherungsdirektor i.r. Bonn bis Carl-Emanuel Schillig Head of Group Tax Zurich Insurance Group Ltd. Zürich ab Dr. Thomas Sepp Ehemaliger Chief Claims Officer General Insurance Zurich Insurance Group Ltd. Zürich bis Adrian Zweig Head of Risk Analytics Zurich Insurance Group Ltd. Zürich ab *von den Mitarbeitern des Unternehmens gewählt 2 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

5 Vorstand Marcus Nagel Vorsitzender und Vorstandsbereich Personal Dr. Ulrich Mitzlaff Vorstandsbereich Operations Life (inkl. Produktmanagement, Versicherungstechnik, Underwriting) Carlos Schmitt Vorstandsbereich Finanzen (inkl. Investments und Finanz-Service-Funktionen) Alexander Schneider Vorstandsbereich Banken/Strategische Partner bis Hermann Schrögenauer Vorstandsbereiche Vertrieb, Unabhängige Vermittler und Vertrieb Exklusivpartner Lebensversicherung Aktiengesellschaft 3

6 Lagebericht Geschäftstätigkeit Die Lebensversicherung AG gehört zur Zurich Gruppe Deutschland und damit zur internationalen Zurich Insurance Group, Zürich, einem der weltweit bedeutendsten Finanzdienstleister. Die Lebensversicherung AG versteht sich als moderner und innovativer Lebensversicherer, der insbesondere im Bereich der privaten und betrieblichen Altersversorgung erfolgreich ist. Unsere innovativen und bedarfsgerechten Produkte, Kompetenz in der Beratung, professionelles Handling im Kundenservice sowie in der Leistungsregulierung und unsere vertriebliche Multi-Channel-Strategie bilden für uns die Grundlage, mit der wir als Qualitätsversicherer in Deutschland erfolgreich tätig sind. Die Produkte Wir wollen zusammen mit dem Kunden individuelle, bedarfsgerechte Altersvorsorge- und Absicherungslösungen erarbeiten. Hierfür bieten wir passgenaue Produktlösungen in der privaten und betrieblichen Altersversorgung sowie in der Risikoabsicherung an. Wir sind mit unseren Produktlösungen in allen drei Schichten gemäß Alterseinkünftegesetz vertreten. Dabei liegt unser Schwerpunkt in allen drei Schichten der Altersvorsorge im Bereich der fondsgebundenen Versicherungen. Innerhalb der fondsgebundenen Versicherungen bieten wir innovative Lösungen mit und ohne Garantiemechanismen an. Dabei bieten wir fondsgebundene Produktlinien in der Basisrente, in der Direktversicherung, in der Riester-Rente sowie in der Rentenversicherung (3. Schicht) an. Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge bieten wir alle fünf Durchführungswege an (der Durchführungsweg Pensionskasse in Kooperation mit der Pro BAV Pensionskasse AG). Der Fokus der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland liegt in der Bereitstellung fondsgebundener Lösungen im Breitengeschäft der Direktversicherung und Unterstützungskasse. Außerdem werden hervorragende Produkte zur Übertragung von existierenden Pensionszusagen an die Deutscher Pensionsfonds AG zur Verfügung gestellt. Die betriebliche Altersvorsorge der Zurich zeichnet sich durch hervorragende Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit und durch internationale Lösungen aus. Die kollektive BU- und Todesfallabsicherung TEAM(R) wird zunehmend vom Markt angenommen und erste Abschlüsse sind zu verzeichnen. Einen zweiten Schwerpunkt bilden Produkte zur Risikoabsicherung. Wir bieten mit einer Selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung, einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung sowie einer Selbständigen Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit anfänglichem BU-Schutz leistungsfähige Lösungen zur Absicherung der Arbeitskraft an. Eine Risikolebensversicherung vervollständigt hier das Produktportfolio. Wir nutzen sehr erfolgreich die Kooperation mit strategischen Produktpartnern, um den Kunden in allen Produktsegmenten attraktive, bedarfsorientierte Angebote machen zu können. Die seit Jahren sehr erfolgreiche Kooperation mit unserer irischen Schwestergesellschaft Zurich Life plc. im Bereich der Risikolebensversicherung und des Serious Illness-Produktes wurde fortgeführt. Auch die Kooperation mit unserem Produktpartner IDEAL Lebensversicherung bei der Pflegeversicherung entwickelt sich weiterhin sehr gut. Unser Konsortialrentenprodukt, eine klassische Rentenversicherung, die wir zusammen mit vier weiteren leistungsfähigen, deutschen Produktpartnern auf den Markt gebracht haben, entwickelt sich ebenfalls weiter erfolgreich. Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) hat umfangreiche neue Regelungen mit sich gebracht, wie etwa die Senkung des Höchstrechnungszinses zum Jahreswechsel auf 1,25 %. Ein Großteil der Anforderungen werden schon umgesetzt, einzelne noch offene Elemente sind im fortgeschrittenem Verhandlungsstadium, so dass eine nahtlose Fortführung des Verkaufs zum Jahreswechsel 2014/2015 sichergestellt werden konnte. Erhebliche Anstrengungen haben wir im abgelaufenen Jahr unternommen, um bei unseren Kunden mehr Transparenz durch verständlichere Verkaufsunterlagen zu schaffen. Wir setzen neu gestaltete Produktinformationsblätter (PIB) und Persönliche Vorschläge (PV) im Verkauf ein, die vom externen Institut für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA) als hervorragend bewertet und zertifiziert worden sind. Wir erwarten durch diese transparenteren Unterlagen mehr Klarheit beim Kunden, eine höhere Kundenzufriedenheit und mehr Vertrauen in unser Unternehmen, was sich in geringerem Storno niederschlagen wird. 4 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

7 Die Vertriebspartner Die Lebensversicherung AG setzt auf eine bedarfsorientierte Allfinanzberatung. Zur optimalen Kundenbetreuung unterstützt sie im Rahmen einer Multi-Channel-Strategie Vertriebspartner und eigene Vertriebswege. Dazu gehört die Deutsche Bank AG, deren exklusiver Versicherungspartner wir für das Privat- und Geschäftskundengeschäft in Deutschland sind. Zur Erreichung größtmöglicher Kundennähe sind für uns die mobilen Vertriebe von großer Bedeutung. Die entscheidenden Eckpfeiler sind dabei die Ausschließlichkeitsorganisation sowie unabhängige Vermittler und Makler. Ergänzt wird der Marktzugang durch die Vertriebspartner der zum Konzern gehörenden Bonnfinanz AG für Vermögensberatung und Vermittlung. Die allgemeine wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland Deutsche Wirtschaft im Jahr 2014 in solider Verfassung Die deutsche Wirtschaft hat sich im Jahresdurchschnitt 2014 insgesamt als stabil erwiesen. Um 1,5 % war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) höher als im Vorjahr. Dies ergaben erste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). In den beiden vorangegangenen Jahren war das BIP sehr viel moderater gewachsen (2013 um 0,1 % und 2012 um 0,4 %). Offensichtlich konnte sich die deutsche Wirtschaft in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld behaupten und dabei vor allem von einer starken Binnennachfrage profitieren, sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Die konjunkturelle Lage habe sich nach dem schwungvollen Jahresauftakt und der folgenden Schwächephase im vergangenen Sommer zum Jahresende 2014 stabilisiert. Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts war der Konsum 2014 wiederum wichtigster Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft: Die privaten Konsumausgaben stiegen preisbereinigt um 1,1 %, die des Staates um 1,0 %. Auch die Investitionen legten zu: Im Inland investierten Unternehmen und Staat zusammen 3,7 % mehr in Ausrüstungen (vor allem in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge) als ein Jahr zuvor. Die preisbereinigten Bauinvestitionen erreichten ebenfalls ein kräftiges Plus von 3,4 %. Der deutsche Außenhandel gewann im Jahresdurchschnitt 2014 trotz eines weiterhin schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds etwas an Dynamik. Deutschland exportierte preisbereinigt 3,7 % mehr Waren und Dienstleistungen als im Jahr Die Importe legten aber fast genauso stark zu (+3,3 %). Die Differenz zwischen Exporten und Importen der Außenbeitrag leistete dadurch einen vergleichsweise geringen Beitrag von +0,4 Prozentpunkten zum BIP-Wachstum Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte 2014 mit 42,7 Mio. das achte Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten Arbeitslosen betrug nach Definition des Sozialgesetzbuches (SGB) rund 2,9 Mio. Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen sank von 6,9 % im Jahr 2013 auf 6,7 % im Jahr Im Jahresdurchschnitt 2014 erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland gegenüber 2013 um 0,9 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Jahresteuerungsrate somit seit 2011 rückläufig (2011: +2,1 %; 2012: +2,0 %; 2013: +1,5 %). In 2014 wurde diese wesentlich durch die Preisrückgänge bei Energie geprägt. Entwicklung an den Kapitalmärkten Die Politik der Notenbanken und positive Konjunkturaussichten hatten schon 2013 für ein erfolgreiches Jahr an den internationalen Aktienbörsen gesorgt. Zwar gab es 2014 zwischenzeitliche Rückschläge durch geopolitische Krisen in Osteuropa und im Nahen Osten, der Aufwärtstrend setzte sich jedoch fort, so dass die Aktienindizes beispielsweise in den USA und Deutschland neue Höchststände erreichen konnten. Trotz dieser insgesamt erfreulichen Konjunkturentwicklung waren im vergangenen Jahr die Disparitäten zwischen den großen Wirtschaftsregionen unverkennbar. Diese sollten sich 2015 noch verstärken. Insbesondere die USA sowie Großbritannien beeindrucken durch eine starke wirtschaftliche Dynamik und sollten auch in 2015 zu den Wachstumslokomotiven der Weltwirtschaft zählen. Das dies- und jenseits des Atlantiks erkennbare Wachstumsdifferenzial schlägt sich auch in den Entwicklungen auf den Devisenmärkten nieder: So führten die wirtschaftliche Erholung der USA, die im Vergleich zu Lebensversicherung Aktiengesellschaft 5

8 Bundesanleihen höheren Renditen für US-Staatsanleihen sowie die Erwartung einer Zinserhöhung durch die Fed zu einer spürbaren Aufwertung des US-Dollar. Entgegen der dynamischen Entwicklung der letzten Jahre hat sich der Wachstumstrend in den aufstrebenden Schwellenländern Brasilien und Russland 2014 abgeflacht. Russland leidet unter den verhängten Sanktionen, dem Ölpreisverfall, der Abwertung des Rubels und wird wahrscheinlich eine Rezession erleben. China und Indien weisen zwar hohe BIP-Wachstumsraten auf, diese liegen jedoch ebenfalls unter ihrem langjährigen Durchschnitt. Die Eurozone erreichte im Vergleich zu anderen entwickelten Volkswirtschaften nur eine moderate Wachstumsrate von knapp unter 1 %. Hierbei ragten mit Deutschland, Irland und Spanien jene Länder positiv hervor, die in der Vergangenheit erfolgreiche Strukturreformen durchgeführt haben. Für 2015 wird mit einem leicht stärkeren Wachstum in der Eurozone gerechnet, wobei die europäischen Konjunkturen sich insbesondere auf eine fortschreitende Stabilisierung der Arbeitsmärkte stützen sollten. Insbesondere der deutsche Arbeitsmarkt dürfte sich weiterhin robust zeigen, die Arbeitslosenquote ist weiterhin sehr niedrig verglichen mit der Eurozone und die Beschäftigung kletterte auf ein Rekordhoch. Zudem wurden die Konjunktur sowie die Entwicklung an den Geld- und Kapitalmärkten durch die überraschende Talfahrt des Ölpreises unterstützt. Vor dem Hintergrund der guten konjunkturellen Lage sowie dem wieder erstarkten heimischen Arbeitsmarkt hat die Fed zwischenzeitlich den schrittweisen Ausstieg aus ihrem milliardenschweren Anleihekaufprogramm ( Tapering ) vollzogen. Innerhalb der Eurozone wurde der geldpolitische Richtungswechsel jenseits des Atlantiks überlagert durch die gesunkene Inflationsrate und die dadurch ausgelöste Deflationsdebatte. Dies veranlasste die EZB ihre expansive Geldpolitik bis auf weiteres fortzusetzen. Vor diesem Hintergrund erreichten die Renditen der europäischen Staatsanleihen erneut historische Tiefstände. Das Zusammenspiel von niedrigen Zinsen sowie soliden Fundamentaldaten der Unternehmen sorgte seitens der Anleger für eine ausgeprägte Präferenz für Unternehmensanleihen. Diese Entwicklung verstärkte sich zuletzt insbesondere durch die unkonventionellen Maßnahmen der EZB mit dem Beschluss des Ankaufprogramms von Staatsanleihen. Die erklärte Haltung der EZB zu einer Fortsetzung der expansiven Geldpolitik sowie das sich aufhellende Konjunkturbild sollten dafür sorgen, dass das Niedrigzinsumfeld sowie der Druck auf die Risikoprämien auch in 2015 bestehen bleibt. Das Transaktionsvolumen deutscher Gewerbeimmobilien war im Jahr 2014 so hoch wie seit 2007, dem Beginn der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, nicht mehr. Ein wesentlicher Nachfragetreiber stellte das nach wie vor niedrige Zinsniveau dar. Auf der Suche nach geeigneten Anlagemöglichkeiten traten Immobilien als Alternativen zu Aktien und Renten zunehmend in den Fokus von Investoren. Von diesem Marktumfeld hat auch der deutsche Immobilienmarkt bezogen auf das Transaktionsvolumen enorm profitiert. Für die kommenden Monate gehen wir weiterhin von einer anhaltend hohen Aktivität auf dem deutschen Investmentmarkt sowie einer starken Nachfrage nach deutschen Gewerbeimmobilien aus. Wesentliche Gründe hierfür sind das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie der stetig wachsende Kapitalstrom. Aufgrund der derzeit günstigen Wechselkurse treten zunehmend außereuropäische Investoren auf den Markt. In Folge der weiter verschärfenden Konkurrenz gehen wir des Weiteren von einem anhaltend niedrigem Renditeniveau aus. Perspektivisch werden neben Immobilien mit der Risikoklassifizierung Core- und Core- Plus zunehmend Value-Add-Objekte nachgefragt. Aufgrund der verschärfenden Wettbewerbssituation in Deutschland sowie zum Zwecke der Streuung und Erweiterung des Anlageuniversums wurde entschieden, zukünftig als Beimischung auch in ausgewählte Standorte außerhalb Deutschlands zu investieren. Dies erfolgt innerhalb einer Investmentstruktur, die keinen konzernfremden Investoren zugänglich ist und damit den Anlagebedürfnissen der ZDHL ausgerichtet wird. Bei den ausgewählten Ländern handelt es sich um Australien, Japan, UK und US sowie abhängig von der individuellen Investitionsmöglichkeit Länder der Eurozone. Auch zukünftig schreiben wir bei der Auswahl der Immobilien nach wie vor der Qualität der Einzelobjekte einen hohen Stellenwert zu, so dass die Immobilienanlagen dauerhaft eine hohe Marktattraktivität und damit Wertstabilität aufweisen. Die Entwicklung der deutschen Versicherungswirtschaft 2014 Für die Versicherer und ihre Kunden war 2014 ein Jahr der politischen Richtungsentscheidungen. Die Versicherungsunternehmen konnten aber auch ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, wie etwa nach dem Sommersturm Ela im Juni. Die Beitragseinnahmen in der deutschen Versicherungswirtschaft insgesamt (inklusive der Privaten Krankenversicherung) stiegen im Geschäftsjahr 2014 um 2,7 % auf 192,3 Mrd. EUR. 6 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

9 Insgesamt ist in der Schaden- und Unfallversicherung im Geschäftsjahr 2014 sowohl von einem kräftigen Wachstum der Beitragseinnahmen auf Vorjahresniveau als auch von einer spürbaren Schadenentlastung um voraussichtlich 7,2 % auszugehen. Daher zeichnet sich nach dem verlustreichen Jahr 2013 wieder ein versicherungstechnischer Gewinn in einer Größenordnung von rund 2,9 Mrd. EUR ab (in 2013: -2,0 Mrd. EUR). Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.v. stiegen in der Schaden- und Unfallversicherung insgesamt die Beitragseinnahmen um 3,2 % auf 62,5 Mrd. EUR an. In der Kraftfahrtversicherung zeichnet sich auf der Seite der Beitragseinnahmen ein etwas schwächeres Wachstum als im Vorjahr ab (+4,4 %). In der Sachversicherung insgesamt werden die Beitragseinnahmen voraussichtlich um 3,8 % steigen. Der Anstieg resultiert maßgeblich - wie im Vorjahr auch - aus Zuwächsen in der Wohngebäudeversicherung (+7,5 %). Dieses Wachstum ist vor allem auf steigende Versicherungssummen und teilweise auch auf Deckungserweiterungen zurückzuführen. Für die Kredit-, Kautions- und Vertrauensschadenversicherung ist mit rückläufigen Einnahmen zu rechnen (-1,5 %). In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung führen steigende Umsatzsummen und die Beitragsanpassungsmöglichkeit zum zu einem Wachstum der Beitragseinnahmen um voraussichtlich 2,5 %. Auch in der Rechtsschutzversicherung ist von einem Plus auf der Einnahmenseite auszugehen (+2,0 %). In der Allgemeinen Unfallversicherung ist von einem leichten Beitragswachstum (+1,0 %) auszugehen während in der Transport- und Luftfahrtversicherung die Beitragseinnahmen stagnieren. Die Schadenaufwendungen in der Schaden- und Unfallversicherung insgesamt sind im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen (-7,2 %; Vorjahr: +12,2 %). Die kombinierte Schaden- und Kostenquote nach Abwicklung beläuft sich insgesamt auf 95 % (2013: 103,5 %). Die gebuchten Brutto-Beiträge der Lebensversicherung insgesamt (inklusive Pensionsfonds und Pensionskassen) stiegen gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 93,5 Mrd. EUR. Die wesentlichen Trends in den Geschäftsergebnissen der Lebensversicherer i.e.s. sind zusammengefasst der Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge, gestiegener Neuzugang gemessen an der Anzahl der Verträge und am laufenden Beitrag, starker Zuwachs des Neuzugangs gegen Einmalbeitrag und weiterhin ein sinkender Bestand gemessen an der Anzahl der Verträge und am laufenden Beitrag. Die gebuchten Bruttobeiträge der Lebensversicherung i.e.s. stiegen gegenüber dem Vorjahr um 3,1 % auf 90,1 Mrd. EUR. Davon entfielen auf laufende Beiträge 61,5 Mrd. EUR (-0,9 %) und auf Einmalbeiträge 28,6 Mrd. EUR (+12,9 %). Das Jahresergebnis wurde wie im Vorjahr durch die Entwicklung der Einmalbeiträge geprägt. Der Bestand an Hauptversicherungen betrug zum hochgerechnet auf die Branche 86,3 Mio. Verträge (-1,6 %). Die versicherte Summe erreichte 2.865,8 Mrd. EUR (+2,2 %) und der laufende Beitrag für ein Jahr 61,6 Mrd. EUR (-0,6 %). Das Neuzugangsergebnis umfasste 5,4 Mio. Lebensversicherungsverträge mit 270,7 Mrd. EUR Versicherungssumme. Auf Basis der Neugeschäftsbeiträge ergab sich ein Annual Premium Equivalent (APE) von 8,2 Mrd. EUR (+6,2 %; Vorjahr: 7,7 Mrd. EUR). Der laufende Beitrag belief sich auf 5,3 Mrd. EUR (+3,4 %) und der Einmalbeitrag auf 28,2 Mrd. EUR (+12,1 %). Die Ergebnisse zeigen die Bedeutung der Rentenversicherungen für das Neugeschäft der Lebensversicherer: Gemessen an der Anzahl hielten sie einen Anteil von 45,7 % (Vorjahr: 44,8 %); gemessen an den Beiträgen (APE) waren es 68,9 % (Vorjahr: 67,9 %). Der Neuzugang an förderfähigen Riester-Verträgen erreichte in 2014 insgesamt Verträge (+2,2 %). Der Anteil der fondsgebundenen Rentenversicherungen an den Riester-Renten (Anzahl) betrug 48,5 %, weitere 49,8 % entfielen auf die Kategorie Einzelrenten- und Pensionsversicherungen. Lediglich 1,7 % der Riester-Verträge waren Kollektivversicherungen. Pensionsfonds: Die gebuchten Brutto-Beiträge beliefen sich auf 562,9 Mio. EUR (+29,4 %; Vorjahreszeitraum: 435,1 Mio. EUR). Der gesamte Neuzugang belief sich für das Jahr 2014 auf rund Personen (-14,5 %). Der laufende Beitrag für ein Jahr aus dem Neuzugang erreichte 10,2 Mio. EUR (-0,3 %); der Einmalbeitrag 402,1 Mio. EUR (+34,4 %). Auf Basis der Neugeschäftsbeiträge ergab sich ein Annual Premium Equivalent (APE) von 50,4 Mio. EUR (+25,6 %). Für den Bestand ergab sich zum eine Anzahl von rund Personen (+4,5 %) mit einem laufenden Beitrag für ein Jahr in Höhe von 142 Mio. EUR (+2,6 %). Pensionskassen: Die gebuchten Brutto-Beiträge beliefen sich auf 2,8 Mrd. EUR (-4,3 %; Vorjahr: 3 Mrd. EUR). Der gesamte Neuzugang belief sich für das Geschäftsjahr 2014 auf knapp Verträge bzw. Versicherungsverhältnisse (-2,2 %). Der laufende Beitrag für ein Jahr aus diesem Neuzugang erreichte 116,2 Mio. EUR (-10,0 %). Der Einmalbeitrag sank auf 152,8 Mio. EUR (-30,2 %). Das Annual Premium Equivalent (APE) sank auf 131,5 Mio. EUR (-12,9 %). Die Beitragssumme des Neugeschäfts erreichte eine Höhe von 3,3 Mrd. EUR (-12,3 %; Vorjahr: 3,7 Mrd. EUR). Lebensversicherung Aktiengesellschaft 7

10 Geschäftsverlauf der Lebensversicherung AG Erfreulicher Anstieg des Neuzugangs Der Jahresbeitrag des Neugeschäftes inkl. Einmalbeiträge entwickelte sich sehr erfreulich und stieg um 69,0 % auf 1.080,7 Mio. EUR an. Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte sich das Geschäft gegen Einmalbeitrag und auch das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag stieg leicht an. Gemessen in Beitragssumme erreichte der Neuzugang 6.261,1 Mio. EUR (Vorjahr: 5.469,1 Mio. EUR). Das Neugeschäft der betrieblichen Altersversorgung ist darin mit einer Beitragssumme von 776,0 Mio. EUR enthalten. Der durchschnittliche Jahresbeitrag des Neugeschäftes bei Versicherungen mit laufender Beitragszahlung ging leicht von EUR im Vorjahr auf EUR pro Vertrag zurück. Der Anteil der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen am Neuzugang betrug, gemessen an den laufenden Beiträgen für ein Jahr, 70,1 %. Rentenversicherungen einschl. Berufsunfähigkeitsversicherungen waren mit 21,7 %, Kapitalversicherungen mit 4,5 %, Risikoversicherungen mit 2,0 % und Kollektivversicherungen mit 1,7 % am Neugeschäft beteiligt. Entwicklung des Versicherungsbestandes Der Bestand an selbst abgeschlossenen Versicherungen stieg im Berichtsjahr leicht um 0,7 % auf eine Versicherungssumme von 109,1 Mrd. EUR an (Vorjahr: 108,3 Mrd. EUR). Davon entfielen auf die betriebliche Altersversorgung 454 Tsd. Verträge mit einer Versicherungssumme von 13,2 Mrd. EUR. Gemessen am laufenden Beitrag für ein Jahr ging der Gesamtbestand mit 2.959,9 Mio. EUR (Vorjahr: 3.053,6 Mio. EUR) um 3,1 % zurück. Über die betriebenen Versicherungsarten sowie über die Entwicklung und Zusammensetzung des Versicherungsbestandes berichten wir auf den Seiten 22 bis 26 in tabellarischer Form. Der vorzeitige Abgang die Summe aus Rückkäufen, Umwandlungen in beitragsfreie Versicherungen und sonstige vorzeitige Abgänge belief sich in 2014 auf 206,0 Mio. EUR, gemessen am laufenden Beitrag für ein Jahr (Vorjahr: 227,6 Mio. EUR); gemessen am mittleren Beitrag für ein Jahr sind das 6,9 % (Vorjahr: 7,3 %). Beitragsentwicklung Die gebuchten Bruttobeiträge beliefen sich auf 3.799,3 Mio. EUR nach 3.467,3 Mio. EUR im Vorjahr. Dieser Anstieg um 9,6 % ist auf eine Verdoppelung des Volumens an Einmalbeiträgen zurückzuführen. Die laufenden Beiträge gingen dagegen leicht zurück. Die gesamten verdienten Beiträge für eigene Rechnung betrugen im Berichtsjahr 3.743,4 Mio. EUR (Vorjahr: 3.435,6 Mio. EUR). Die Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung verringerten sich auf 40,0 Mio. EUR (Vorjahr: 47,2 Mio. EUR). Gutes Leistungsniveau für die Kunden Die Leistungen für unsere Kunden betrugen insgesamt 5,9 Mrd. EUR (Vorjahr: 5,3 Mrd. EUR). Die Leistungen setzen sich aus den Auszahlungen des Geschäftsjahres und dem Zuwachs der Leistungsverpflichtungen zusammen. Die Auszahlungen umfassen die Aufwendungen für Todesfälle, Abläufe, Rückkäufe und Rentenleistungen mit 3.947,4 Mio. EUR (Vorjahr: 3.835,4 Mio. EUR) und die ausgezahlten Überschussanteile mit 430,8 Mio. EUR (Vorjahr: 436,2 Mio. EUR). Die Leistungsverpflichtungen gegenüber unseren Versicherungskunden stiegen auf 40,1 Mrd. EUR (Vorjahr: 38,6 Mrd. EUR) an. Hiervon sind 1,3 Mrd. EUR auf Kursgewinne (Vorjahr: 1,0 Mrd. EUR Kursgewinne) im Bereich der fondsgebundenen Versicherungen zurückzuführen. 8 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

11 Erfolgreiche Verbesserung der Kostenquoten Mit erfolgreichem Anstieg des Neugeschäfts konnten wir zusätzlich die Abschlusskosten absolut von 371,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 365,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr reduzieren. Bezogen auf die Beitragssumme des Neugeschäfts haben wir den Abschlusskostensatz mit 5,8 % fast um ein Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr senken können. Die Verwaltungskosten stiegen zwar absolut von 102,3 Mio. EUR auf 107,6 Mio. EUR. In Bezug auf die gebuchten Bruttobeiträge konnten wir auch den Verwaltungskostensatz von 2,9 % auf 2,8 % reduzieren. Kapitalanlageergebnis Per Jahresultimo 2014 lagen die Kapitalanlagen ohne die Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungen zu Bilanzwerten leicht unter dem Vorjahreswert bei 29,6 Mrd. EUR (Vorjahr: 29,7 Mrd. EUR). Die laufenden Kapitalerträge betrugen 1.150,2 Mio. EUR. Die Nettoerträge aus den Abgängen von Vermögenswerten beliefen sich auf 378,5 Mio. EUR. Die Nettoabschreibungen unter Berücksichtigung der Zuschreibungen betrugen 26,0 Mio. EUR. Insgesamt stieg das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen im Berichtsjahr von 1.429,0 Mio. EUR auf 1.445,4 Mio. EUR. Die Nettoverzinsung lag bei 4,88 %. Gerechnet über die letzten drei Geschäftsjahre ergibt sich bei dieser Kennziffer ein durchschnittlicher Wert von 4,76 %. Die stillen Nettoreserven bezogen auf den Buchwert des Kapitalanlagebestandes betrugen zum ,3 % und stiegen damit 2014 um 12,2 %-Punkte auf 6,0 Mrd. EUR (Vorjahr: 2,4 Mrd. EUR). Rohüberschuss trotz Zinszusatzreserve auf hohem Niveau Nach Einstellung von 290,6 Mio. EUR (Vorjahr: 176,3 Mio. EUR) in die Zinszusatzreserve, deren Zuführung im Geschäftsjahr um 70,0 Mio. EUR höher ausfiel als zum Jahresbeginn erwartet, erwirtschaftete die Gesellschaft einen Rohüberschuss von 523,6 Mio. EUR (Vorjahr: 535,7 Mio. EUR). Vom Rohüberschuss wurden den Versicherungsnehmern 137,3 Mio. EUR (Vorjahr: 133,6 Mio. EUR) als Direktgutschrift gutgeschrieben und 307,8 Mio. EUR (Vorjahr: 322,1 Mio. EUR) der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt. Wegen der weiterhin angespannten Situation an den Kapitalmärkten mit historisch niedrigen Zinsen wurde das Niveau der Zinsüberschussbeteiligung der Versicherungsnehmer für 2015 gegenüber 2014 zurückgenommen. Einzelheiten hierzu sind der Aufstellung Überschussanteilsätze 2015 auf den Seiten 64 bis 254 zu entnehmen. Nach Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung ergab sich ein Jahresüberschuss von EUR (Vorjahr: EUR). Entwicklung der Leistungskennziffern Die wesentlichen Leistungskennziffern für unsere Gesellschaft sind der Rohüberschuss vor Zinszusatzreserve, die Umsatzentwicklung und die Erfüllung der Solvabilität in % 2013 in % Rohüberschuss vor Zinszusatzreserve +14,4 +33,6 Umsatz +9,6 5,9 Erfüllung der Solvabilität 136,1 130,8 Lebensversicherung Aktiengesellschaft 9

12 Der Rohüberschuss vor Zinszusatzreserve behielt seinen positiven Aufwärtstrend und legte 14,4 % gegenüber dem Vorjahr zu. Der Umsatz im Geschäftsjahr ist überwiegend aufgrund stark gestiegener Einmalbeiträge um insgesamt 9,6 % gestiegen. Die Erfüllung der Solvabilität unseres Unternehmens hat sich um 5,3 %-Punkte erhöht. In Verbindung mit unseren risikominimierenden Maßnahmen und den stillen Reserven in unseren Kapitalanlagenbeständen ist bei der Erfüllung der Solvabilitätsanforderung mit 136,1 % ein gutes Verhältnis von Wirtschaftlichkeit, Solidität und Leistungsfähigkeit für ein Lebensversicherungsunternehmen gewährleistet. Das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen bestätigt uns in seinem Belastungstest mit der Bestnote ausgezeichnet, dass unser Unternehmen krisenfest ist und das im Test angenommene Zins- und Aktiencrashszenario problemlos überstehen würde. Bereits seit 2007 sind die Bereiche, die Anträge, Verträge und Leistungsansprüche zur Lebensversicherung in der Zurich Gruppe Deutschland bearbeiten, gesamthaft mit dem Gütesiegel nach der Norm DIN EN ISO 9001 ausgezeichnet. Die jährliche Bestätigung des Qualitätsmanagementsiegels zeigt, dass das Ressort über klare Ziele und Strategien, effiziente und transparente Prozesse, messbare Ergebnisse und kontinuierliche Optimierungsmaßnahmen verfügt. In den Prozessabläufen aller Bereiche liegt der Fokus auf der Kundenorientierung. Durch die stetige und gesamthafte Weiterentwicklung unseres erfolgreichen Qualitätsmanagementsystems sowie einen exzellenten Kundenservice und hervorragend bewertete Produkte stellen wir dauerhaft eine hohe Kundenzufriedenheit und damit einhergehend eine hohe Kundenbindung sicher. Unsere Qualität in der Wahrnehmung bei unseren Kunden messen wir regelmäßig über den Net Promoter Score, um stetig wertvoller für unsere Versicherungsnehmer zu werden. Funktionsausgliederungen und Dienstleistungen Die Lebensversicherung AG (ZDHL) erbringt für die Deutscher Pensionsfonds AG auf der Grundlage verschiedener Funktionsausgliederungs- und Dienstleistungsverträge insbesondere Leistungen der Bereiche Bestandsverwaltung und Schadenbearbeitung. Diese Leistungen erhält die ZDHL über verschiedene Funktionsausgliederungs- und Dienstleistungsverträge wiederum von verbundenen Unternehmen, insbesondere der Zurich Service GmbH und der Zürich Vertriebs GmbH. Die ZDHL nimmt die Leistungen des Funktionsbereiches Bestandsverwaltung und Leistungsbearbeitung sowie von Teilen des Funktionsbereiches Inkasso von der Zurich Service GmbH und die Leistungen der Stabsfunktionen des Bereiches Vertrieb von der Zürich Vertriebs GmbH in Anspruch. Die ZDHL hat den Funktionsbereich Rechnungswesen auf die Zürich Beteiligungs-AG (Deutschland) und die DEUTSCHER HEROLD AG sowie Teile des Funktionsbereiches Inkasso auf die Zurich Insurance plc Niederlassung für Deutschland (früher Zurich Versicherung AG (Deutschland)) übertragen. Die Gesellschaft hat den Funktionsbereich Interne Revision auf die Zürich Beteiligungs-AG (Deutschland) und die DEUTSCHER HEROLD AG übertragen. Der Funktionsbereich Vermögensanlage und Vermögensverwaltung wurde von der ZDHL auf die Zürich Beteiligungs-AG (Deutschland) übertragen. Für die Bereiche Steuern, Recht und Betriebsorganisation der ZDHL werden Dienstleistungen von der Zürich Beteiligungs-AG (Deutschland) und der DEUTSCHER HEROLD AG, für die Bereiche Personalverwaltung, Planung/Controlling von der DEUTSCHER HEROLD AG sowie für die Bereiche Unternehmenskommunikation und Risk Management von der Zürich Beteiligungs-AG (Deutschland) im Rahmen von verschiedenen Dienstleistungsverträgen erbracht. Darüber hinaus erhält die ZDHL von der Bonner Akademie Gesellschaft für DV- und Management-Training, Bildung und Beratung mbh Dienstleistungen des Bereiches Personalentwicklung, von der Zurich Service GmbH allgemeine Servicedienstleistungen. Dienstleistungen der Informationstechnologie und Leistungen des Rechenzentrums erhält die ZDHL von der Zürich IT Service AG Niederlassung für Deutschland, Bonn. Risiken der zukünftigen Entwicklung und deren Management Als unternehmerisch tätige Gesellschaft werden unsere Geschäftsaktivitäten permanent von Chancen und Risiken begleitet. Um unter diesen Rahmenbedingungen erfolgreich zu agieren, setzen wir gezielt unsere Kernkompetenz Risikomanagement ein. Dabei sehen wir sämtliche Faktoren als Risiken an, die uns an der Verwirklichung unserer Geschäftsziele hindern könnten. 10 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

13 Daher haben wir aus unserer Geschäftsstrategie unsere Risikostrategie abgeleitet, unser Risikotragfähigkeitskonzept entsprechend definiert und ein Limitsystem im Sinne eines Frühwarnsystems eingerichtet. Mit vielschichtigen und ganzheitlich ausgerichteten Risikomanagementaktivitäten verfolgen wir die Optimierung unserer Risikolage, d. h. eine Begrenzung der Risiken auf ein akzeptables Niveau unter Berücksichtigung der ihnen gegenüberstehenden Chancen. ln regelmäßigen und kontinuierlichen Verfahren identifizieren und bewerten wir unser Risikopotenzial. Überschreiten die Analyseergebnisse dabei unseren definierten Toleranzbereich, leiten wir risikomindernde Maßnahmen ein. Deren Umsetzung und Wirksamkeit wird anhand eines systematischen Controllings überwacht. Darüber hinaus wird durch entsprechende Prozesse gewährleistet, dass das Management zeitnah über neu auftretende Risiken informiert wird und so die frühzeitige Einleitung von erforderlichen Bewältigungsmaßnahmen sichergestellt ist. Unser Risikomanagement ist in das holistische Risikomanagement der Zurich Gruppe Deutschland und seine zentral dezentrale Aufbauorganisation integriert. ln einem Risikohandbuch sind die grundsätzlichen Leitlinien für Risikopolitik, Risikogrundsätze sowie Limitsysteme beschrieben. Dem zentralen Risikomanagement, einem eigenständigen Bereich, obliegt dabei die Organisation, Verantwortlichkeitsregelung, Koordination, Überwachung und Kommunikation des Risikomanagementprozesses. Gemäß der jährlichen Festlegung wird unter anderem in Workshops mittels der Methoden Gesamtrisikoanalyse (Total Risk Profiling TRP) und Analyse Operationeller Risiken (Operational Risk Assessment ORA) die Risikoidentifikation und -bewertung vorgenommen. Durch risikopolitische Maßnahmen und Kontrollen im Unternehmen, aber auch durch die Umsetzung der Aktivitäten aus den Methoden, kann eine Risikominderung erreicht werden. Die Risikokontrolle erfolgt unter anderem in den regelmäßigen Aktualisierungen des TRP und ORA. Die Erkenntnisse aus dem Risikomanagementprozess werden im Risikoreporting entsprechend dargestellt. Das zentrale Risikomanagement agiert somit im Sinne der MaRisk als Risiko- Controlling. Das dezentrale Risikomanagement findet operativ aufgrund des dort gegenwärtigen spezifischen Know-hows und der Geschäftsverantwortung in den Fachbereichen statt und ist in die Geschäfts- und Entscheidungsprozesse integriert. Das dezentrale Risikomanagement ist grundsätzlich auf hoher Managementebene verankert und für den unmittelbaren Umgang mit Risiken und insbesondere für das Eingehen von Risiken verantwortlich. Risikorelevante Themen werden regelmäßig in den Vorstandssitzungen unserer Gesellschaft behandelt. Darüber hinaus überprüft ein mit Vorständen besetztes Gremium auf Holding-Ebene, unterstützt durch weitere Experten, regelmäßig die Einschätzungen zur Risikosituation der Zurich Gruppe Deutschland und beschließt gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen zur Reduktion der Risiken. Zusammen mit dem zentralen Risikomanagement ist eine übergreifende und vernetzte Sicht auf alle unser Unternehmen und die gesamte Zurich Gruppe Deutschland betreffenden Risiken möglich. Zudem werden spezielle Risikobelange hinsichtlich der Kapitalanlage oder Sicherheitsthemen in hierfür vorgesehenen Gremien betrachtet. Die Risikoinformationen werden zentral in einem System vorgehalten und erlauben somit umfassende und konsistente Risikoanalysen und -berichterstattungen. Die Vorbereitungen der Zurich Gruppe zur Umsetzung der Solvency II-Anforderungen wie die Berechnung der Solvenzanforderungen auf Basis risikoorientierter Kapitalmodelle (Säule I), qualitative Anforderungen an das Risikomanagement (Säule II) und umfassende Veröffentlichungspflichten von Versicherungsunternehmen (Säule III) befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Gesellschaftsübergreifend, jedoch in enger Abstimmung mit den einzelnen Gesellschaften sowie dem Hauptsitz in der Schweiz, wird ein detaillierter Zeit- und Aktivitätenplan zur Umsetzung der noch offenen Anforderungen aus der Solvency II-Richtlinie verfolgt. Dabei beachten wir die seit 1. Januar 2014 geltenden Leitlinien der Europäischen Aufsicht (EIOPA) zu Solvency II mit einer Übergangsfrist von zwei Jahren und die Verlautbarungen der BaFin zu ihren Erwartungen an die Vorbereitung aus Solvency II während der Vorbereitungsphase zu Solvency II. Im Dezember 2014 wurde der BaFin der erste FLAOR-Bericht eingereicht. Um die Anforderungen von Solvency II aus Säule 1 abzudecken, verwenden wir die von der EIOPA vorgegebene Standardformel. Mittels unseres ökonomischen Risikokapitalmodells, das von der Zurich Insurance Group schon seit mehreren Jahren zur internen Steuerung eingesetzt wird, ergänzen wir die Ergebnisse der Standardformel und nutzen diese für die Anforderungen der zweiten Säule. Daneben steuern wir unsere Risiken weiterhin aktiv, um eine ausreichende Kapitalausstattung unter Solvency II zu gewährleisten. Zukünftige Herausforderungen werden die in 2015 erstmals fälligen Quantitative Report Templates (QRT) sowie die Optimierung der Erstellungsprozesse für die Solvency II-Lieferungen sein, um die zukünftig engeren Terminvorgaben der Aufsichtsbehörde einzuhalten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden erstmalig alle Prozesse, die sich auf die Finanzberichterstattung beziehen, nach den Regularien des US-amerikanischen Sarbanes-Oxley-Act (SOX) aufgenommen und dokumentiert. Im Anschluss führte die Lebensversicherung Aktiengesellschaft 11

14 Konzernrevision mit Unterstützung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein unabhängiges Testing der aufgenommenen Prozesse und Kontrollen durch. Die Implementierung der SOX-Regularien stellt eine Erweiterung unseres bestehenden Internen Kontrollsystems dar und trägt maßgeblich zu einer qualitativ hochwertigen Finanzberichterstattung bei. Unsere maßgeblichen Risiken sind versicherungstechnische Risiken, Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Risiken aus der Kapitalanlage, operationale Risiken und sonstige Risiken. Versicherungstechnische Risiken Die versicherungstechnischen Risiken umfassen im Wesentlichen die biometrischen Risiken Sterblichkeit, Langlebigkeit sowie Berufsunfähigkeit und das Zinsgarantierisiko. Während die biometrischen Risiken darin bestehen, dass die tatsächlichen Parameter nachteilig von den Annahmen abweichen, die den Kalkulationen zugrunde gelegt wurden, bezieht sich das Zinsgarantierisiko auf den Risikoumstand, dass die bei Vertragsabschluss in den Verträgen vereinbarten jährlichen Mindestverzinsungen nicht entsprechend durch Kapitalanlageerträge erwirtschaftet und somit nicht eingehalten werden können. Wir begegnen den biometrischen Risiken, indem wir für die Berechnung und die Bildung der versicherungstechnischen Rückstellungen Rechnungsgrundlagen mit ausreichenden Sicherheitszuschlägen verwenden. Diese überprüfen wir regelmäßig anhand anerkannter aktuarieller Methoden und unter Berücksichtigung von Empfehlungen sowie Hinweisen der Deutschen Aktuarvereinigung und der Aufsichtsbehörde und passen sie bei Bedarf an. Zusätzlich führen wir Bestands- und Leistungsanalysen durch, die Trends und negative Entwicklungen frühzeitig aufzeigen. Zur weiteren Reduzierung der Risiken haben wir auch genaue Annahmerichtlinien entwickelt, deren Einhaltung wir laufend überwachen. Schließlich begrenzen wir die eingegangenen versicherungstechnischen Risiken durch die gezielte Weitergabe von spezifischen Risikoanteilen an ausgewählte Rückversicherungsgesellschaften. Die dauernde Erfüllbarkeit der sich aus der Zinsgarantie ergebenden Verpflichtungen wird regelmäßig überprüft. Dies reicht von der mittelfristigen Betrachtung der periodengerechten bilanziellen Finanzierbarkeit über Stresstests bis hin zur ökonomischen Bewertung des Zinsgarantierisikos im Rahmen des Asset-Liability-Managements, dessen Ergebnisse wesentlich die Zusammensetzung der Kapitalanlagen bestimmen. Der im Jahr 2011 begonnene Aufbau einer sogenannten Zinszusatzreserve zur Erhöhung der Sicherheitsmargen in der Deckungsrückstellung wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Basis eines Referenzzinssatzes von 3,15 % fortgesetzt und so die Risikotragfähigkeit weiter gestärkt. Unser Verantwortlicher Aktuar hat bestätigt, dass aus heutiger Sicht die Sicherheitsmargen in den für die Berechnung der Deckungsrückstellung verwendeten Rechnungsgrundlagen angemessen und ausreichend sind. Auch in der Finanzkrise hat sich dabei die konsequent sicherheitsorientierte Anlagestrategie mit niedriger Aktienquote und auf die Garantieverpflichtungen abgestimmter Struktur und Qualität des Festzins-Portfolios bewährt. Der bilanzielle Wert der versicherungstechnischen Rückstellungen erreicht für jeden Einzelvertrag mindestens die Höhe des Rückkaufswertes, wodurch die Angemessenheit der Rückstellungen im Hinblick auf das Stornorisiko gewährleistet wird. Die Bruttodeckungsrückstellung wird einzelvertraglich unter Berücksichtigung des jeweiligen Garantiezinses (4,0 %, 3,5 %, 3,25 %, 3,0 %, 2,75 %, 2,25 % und 1,75 %) berechnet. Weitere Details zu den verwendeten Rechnungsgrundlagen finden sich auf Seite 40. Zum Bilanzstichtag ergab sich folgende Verteilung: Garantiezins Anteil an der Bruttodeckungsrückstellung in % 4,00 % 27,8 3,50 % 16,1 3,25 % 20,0 3,00 % 2,8 2,75 % 16,5 2,25 % 10,4 1,75 % 3,7 Zinszusatzreserve 2,7 12 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

15 Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft Unter Forderungsausfallrisiken im Erstversicherungsgeschäft wird das Risiko verstanden, dass eine ausstehende Forderung gegenüber einem Versicherungsvermittler oder Versicherungsnehmer aufgrund von z. B. dessen Nichtzahlung, Insolvenz oder Offenbarungseid nicht vereinnahmt werden kann. Diese Risiken managen wir unter anderem mit der systematischen Überwachung unserer Forderungsbestände sowie der rechtzeitigen Einleitung von Maßnahmen zur Wahrung unserer Ansprüche bei überfälligen Forderungen. Die Forderungen, die wir gegenüber Versicherungsvermittlern oder Versicherungsnehmern mit einer Fälligkeit älter als 90 Tage haben, beliefen sich zum Bilanzstichtag auf rund 21,6 Mio. EUR. Dies entspricht einer Außenstandsquote von rund 0,6 % des Jahresumsatzes. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre hatten wir einen Wertberichtigungsbedarf auf Forderungen gegenüber Versicherungsvermittlern und Versicherungsnehmern in Höhe von 8,3 Mio. EUR (2012: 1,34 %, 2013: 1,85 % und 2014: 1,29 %). Offene Abrechnungsforderungen gegenüber externen Rückversicherern in Höhe von 7,7 Mio. EUR bestehen ausschließlich gegenüber Unternehmen mit einem Rating von A+ oder besser der internationalen Ratingagentur Standard & Poor s. Risiken aus der Kapitalanlage Unsere Anlagepolitik basiert grundsätzlich auf der sorgfältigen und umfassenden Analyse des volkswirtschaftlichen Umfeldes, der Kapitalmärkte und der verbundenen Marktrisiken. Unter Ausnutzung des globalen Kapitalmarkt-Know-hows der Zurich Insurance Group wird die strategische und taktische Allokation ausgearbeitet. Neben quantifizierbaren Risiken, vor allem dem Marktpreis- sowie Bonitätsrisiko, werden dabei zusätzlich qualitative Risiken betrachtet. Hierzu gehören neben dem Liquiditätsrisiko vor allem das Reputationsrisiko oder auch das Risiko einer Änderung des regulatorischen Rahmens. Marktpreisrisiko Marktpreisrisiko ist das Risiko einer negativen Preisänderung einer Kapitalanlage aufgrund von Entwicklungen der zugrunde liegenden Marktrisikofaktoren. Wir unterscheiden zwischen Aktienkurs-, Zinsänderungs- und Wechselkursrisiken. Wechselkursrisiken bestehen dabei nur in einem begrenzten Ausmaß. Insgesamt belaufen sich die Fremdwährungsbestände auf 0,8 Mrd. EUR. Hiervon sind 0,2 Mrd. EUR gegen Wechselkursschwankungen abgesichert. Die ungesicherten Fremdwährungsbestände betragen damit 0,6 Mrd. EUR bzw. 1,7 % der verwalteten Kapitalanlagen. Das dominierende Risiko einer Lebensversicherungsgesellschaft ist das Zinsänderungsrisiko, welches vor allem bei einer andauernden Niedrigzinsphase belastend auf den Nettokapitalertrag der Gesellschaft wirkt. Die Bedeckung eingegangener Leistungsversprechen/Mindestgarantien steht damit prinzipiell im Risiko. Unsere Kapitalanlagestrategie begegnet diesem Risiko durch eine langfristig ausgerichtete und ausgewogene Anlagepolitik, welche mittels Asset-Liability-Management (ALM) Analysen, des regulatorisch vorgegebenen Stresstests, einer ausgewogenen Mischung und Streuung, interner Limitsysteme und weitergehender Sensitivitätsanalysen regelmäßig überprüft wird. Das stochastische ALM-Modell ist dabei als zentrales Element fest in der Unternehmenssteuerung integriert. Die Stärke dieses Modells liegt in der Simulation der komplexen dynamischen Interaktion zwischen Aktiv- und Passivseite. Die Interaktionsregeln betreffen insbesondere die Wechselwirkungen zwischen der Überschussbeteiligung, der Kapitalanlagepolitik und der Dividendenpolitik unter Berücksichtigung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften. Zinsänderungsrisiken werden anhand der Durationslücke sowie der differierenden Konvexität zwischen der Aktiv- und Passivseite gemessen und aktiv im Rahmen der Zurich Risk Policy gesteuert. Die Simulation des Zinsänderungsrisikos der Kapitalanlagen anhand eines Parallelanstiegs der Zinskurve um 1 % ergibt bei einer modifizierten Duration von 9,5 eine Reduktion des Marktwertes der zinssensitiven Anlagen um -3,1 Mrd. EUR. Hierin enthalten sind die gehaltenen Hypothekenbestände in Höhe von 2,8 Mrd. EUR mit einer modifizierten Duration von 3,2. Preisrückgänge von 20 % in Bezug auf Aktien und Immobilien führen zu Marktwertverlusten in Höhe von -342 Mio. EUR beziehungsweise -187 Mio. EUR. Lebensversicherung Aktiengesellschaft 13

16 Bonitätsrisiko Bonitätsrisiko ist das Risiko einer Bonitätsverschlechterung oder eines Ausfalls von einem Wertpapier (Emission) beziehungsweise Schuldner (Emittenten). Unsere interne Betrachtung des Bonitätsrisikos bzw. der Kreditqualität beruht auf Marktratings anerkannter Ratingagenturen und, falls nicht verfügbar, auf angemessenen Äquivalenten. Sofern mehrere und unterschiedliche Ratings vorliegen, wird dem Vorsichtsprinzip folgend grundsätzlich das schlechtere (zwei Ratings) oder das mittlere Rating (drei Ratings) verwendet. Die Steuerung und Begrenzung des Bonitätsrisikos erfolgt über vorgegebene Anlagerichtlinien, strengen Auswahlkriterien sowie Anlagehöchstgrenzen unter Berücksichtigung aufsichtsrechtlicher Anforderungen. Das Durchschnittsrating der bewerteten Titel im Anleiheportfolio beträgt AA- und setzt sich wie folgt zusammen: AAA 37,3 % AA 25,7 % A 17,0 % BBB 19,0 % Non-Investment Grade 1,0 % Der überwiegende Teil der festverzinslichen Wertpapiere ist in Emissionen mit exzellentem Rating, wie z. B. ausgewählten Staaten der Europäischen Union, den Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland oder auch besicherten Inhaberschuldverschreibungen, sogenannten Covered Bonds, investiert. Anleihen der GIIPS-Staaten des Euroraums (Griechenland, Italien, Irland, Portugal, Spanien) werden dagegen in einem begrenzteren Umfang gehalten. Neben spanischen Staatsanleihen in Höhe von 706 Mio. EUR befinden sich Staatsanleihen von Italien mit Mio. EUR Marktwert im Anleiheportfolio. Staatsanleihen von Griechenland, Portugal oder Irland werden derzeit nicht gehalten. Zum Bilanzstichtag lagen zudem keine Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten vor. Liquiditätsrisiko Wir begegnen Liquiditätsrisiken durch eine umfassende, monatlich rollierende Liquiditätsplanung, welche sämtliche relevanten Liquiditätsströme auf der Aktiv- und Passivseite zusammenführt und die damit verbundenen Wiederanlagerisiken bzw. Risiken durch vorfällige Verkäufe minimiert. Zudem berücksichtigt das Kapitalanlagen-Management insgesamt die Marktfähigkeit der Anlagen. Die Gesellschaft verfügt über einen hoch liquiden Bestand und damit über eine hohe Absorptionsfähigkeit von Liquiditätsschocks. Operationale Risiken Operationale Risiken bezeichnen Risiken, die aus unzulänglichen internen Prozessen, menschlichem Handeln, Systemen oder externen Ereignissen entstehen. Diese Risiken können zum einen originär in unserer Gesellschaft anfallen. Da unsere Gesellschaft ihre Geschäftsprozesse im Wesentlichen ausgelagert hat, können die operationalen Risiken jedoch zum anderen insbesondere indirekt auf unsere Gesellschaft über die verschiedenen für uns tätigen Dienstleister einwirken wie z. B. durch mangelbehaftete oder ausbleibende Erbringung der vereinbarten Dienstleistung. Unsere Gesellschaft arbeitet vor allem mit Zurich-internen Dienstleistern zusammen, die ihrerseits in Teilen unmittelbar oder mittelbar mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten. Die sich mit diesen Auslagerungen wiederum für unsere Gesellschaft ergebenden operationalen Risiken werden durch ein systematisches und konsequentes Management der Auslagerungen inkl. Überwachung und erforderlichenfalls frühzeitiger Eskalation von Missständen gesteuert. 14 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

17 Dem komplexen Risikofeld der operationalen Risiken begegnen wir mit einer Vielzahl eng miteinander vernetzter Instrumente und Aktivitäten des Rahmenwerkes der Zurich zum Management operationaler Risiken, die sich auch auf die für uns tätigen Zurich-internen Dienstleister erstrecken, wovon wir uns regelmäßig überzeugen. Den Ausgangspunkt bildet dabei ein vom zentralen Risikomanagement der Zurich gesteuertes, systematisches Verfahren, das regelmäßig die Identifikation, Bewertung und Steuerung von operationalen Risiken auf Ebene der für unsere Gesellschaft tätigen Zurich-internen Fachbereiche vorsieht. Die Bewertung und Steuerung erfolgt dabei mittels eines qualitativen Ansatzes, indem der Auswirkungsgrad der Risiken und die dazugehörigen Eintrittswahrscheinlichkeiten eingeschätzt und einer definierten Risikotoleranz gegenübergestellt werden. Neben dem Bewusstsein über die eigenen operationalen Risiken und dem Wissen über den Bedarf zu deren Unterlegung mit Risikokapital werden bei ungewollten Risikoverhältnissen konkrete Bewältigungsmaßnahmen eingeleitet. Die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen wird in einem vierteljährlichen Verfahren vom zentralen Risikomanagement überwacht. Als wesentliche Schutzvorrichtung vor operationalen Risiken dient uns und unseren Zurich-internen Dienstleistern unser internes Kontrollsystem, das eigens auf die Reduktion von Risiken ausgerichtet ist, die unseren Geschäfts- und Finanzprozessen grundsätzlich immanent sind. Im Quartalsturnus erfolgt für wesentliche Prozesse nach einheitlichem Vorgehen eine Überprüfung durch die jeweiligen Fachbereiche, ob deren wesentliche Kontrollen angemessen gestaltet sind sowie effektiv ausgeführt werden. Zusammen mit der zeitnahen Behebung von gegebenenfalls festgestellten Kontrollschwächen schaffen wir und unsere Zurich-internen Dienstleister auf diese Weise für unsere Prozesslandschaft und Finanzberichterstattung ein nachhaltig wirksames Kontrollumfeld und insgesamt eine markante Verringerung der Anfälligkeit unseres Unternehmens für operationale Risiken sowie deren mögliche Auswirkungen. Operationalen Risiken im Personalbereich begegnen wir und unsere Zurich-internen Dienstleister unter anderem mit professionellen Auswahlverfahren, frühzeitigen Nachfolgeplanungen und gezielten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Zur Sicherheit bzw. Gesundheit der im Zurich-Konzern tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind innerhalb des Zurich-Konzerns systematische Vorkehrungen getroffen worden bzw. werden systematische Präventionsmaßnahmen angeboten. Fehlerhaften Bearbeitungen oder dolosen Handlungen werden im Rahmen unseres internen Kontrollsystems durch entsprechende Vorgaben wie Stichprobenkontrollen, Vier-Augen-Prinzip, Berechtigungs- und Vollmachtenregelungen und Ähnlichem vorgebeugt. Ein konzernweit gültiger Verhaltenskodex hilft uns bzw. unseren Zurich-internen Dienstleistern, Risiken aus unzulässigem Mitarbeiterverhalten zu reduzieren. Zur Minimierung der Ausfallrisiken geschäftskritischer Systeme und Anwendungen existieren bei uns bzw. unseren Zurichinternen Dienstleistern redundante Systeme und umfangreiche Datensicherungsverfahren, die auch im Katastrophenfall eine Wiederherstellung kritischer Infrastruktur, Systeme, Anwendungen und Daten sicherstellen werden. Antivirenprogramme, Firewalls und Verschlüsselung sowie Berechtigungssysteme stellen eine wirksame Abwehr von Angriffen von innen und außen dar und tragen damit wesentlich zum Schutz vertraulicher Daten vor dem Zugriff durch Unbefugte bei. Umfangreiche Testverfahren für neue und geänderte Anwendungen reduzieren die Fehlerhäufigkeit in der Produktion. Aus einer ständigen Überwachung der Systeme und Auswertung der Fehlersituationen heraus werden Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Insbesondere wird durch die erfolgten Auslagerungen der Bereiche Netz/Telefonie, elektronischer Arbeitsplatz (Service) und IT-Operation gewährleistet, dass relevante Infrastruktur stets auf dem neuesten Stand und Support immer in hinreichendem Umfang bereitgestellt werden kann. Einen weiteren wichtigen Baustein zu unserer Absicherung vor operationalen Risiken stellt das Business Continuity Management der Zurich dar, in das unsere Gesellschaft integriert ist. Hierbei wurden zur Begegnung von Risiken aus externen Ereignissen wie z. B. Katastrophenfällen infolge von Feuer, Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder Epidemien für alle kritischen Prozesse unseres Unternehmens bzw. unserer Zurich-internen Dienstleister Notfallpläne für eine möglichst baldige Wiederherstellung des Geschäftsbetriebes nach Eintritt einer Katastrophe entwickelt. Regelmäßige Aktualisierungen sowie Tests dieser Pläne reduzieren das Risiko längerer Geschäftsunterbrechungen infolge von Katastrophenfällen. Darüber hinaus haben wir uns für einige operationale Risiken, wie z. B. Sach- und Haftpflichtschäden, die wir als Unternehmen selbst erleiden, Versicherungsschutz eingeholt. Ferner versuchen wir und unsere Zurich-internen Dienstleister die Risiken aus externen Ereignissen, zu denen wir auch Risiken aus neuen gesetzlichen Regelungen oder für uns nachteiligen Änderungen bestehender Gesetze und Auslegungen durch Gerichte zählen, durch ständige Beobachtung unseres Branchenumfeldes frühzeitig zu identifizieren. Lebensversicherung Aktiengesellschaft 15

18 Auf folgende operationale Einzelrisiken wird hingewiesen: Durch das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) wurde das Geschäftsmodell von Lebensversicherungen nachhaltig verändert, unter anderem die Absenkung des Garantieniveaus sowie die Absenkung der bilanziell anrechenbaren Abschlusskosten. Allerdings zeichnet sich noch nicht genau ab, wie die Wettbewerber auf die neue Situation reagieren werden. Daher wurden mögliche Szenarien analysiert und entsprechend der Ergebnisse mögliche Maßnahmen erarbeitet, die bis Mitte 2015 umgesetzt werden. Mit den zahlreichen gesetzlichen Änderungen und Anforderungen an die Lebensversicherungen, z. B. durch Rechtsprechung, müssen die Bestandsverwaltungssysteme Schritt halten. Dadurch werden Anpassungen an den IT-Systemen notwendig, die innerhalb bestimmter Zeiträume umgesetzt werden müssen. Risiken bestehen bei der Umsetzung dieser Anforderungen hinsichtlich der hohen Komplexität des IT-Systems und der fristgerechten Implementierung, die im Notfall durch manuelle Bearbeitung erfüllt wird. Dazu wurden wie bereits in den vergangenen Jahren mehrere entsprechende Maßnahmen und Projekte umgesetzt. Es bestehen Risiken aus der Bedrohung der IT-Infrastruktur durch unautorisierte Zugriffe von Dritten. Zur Minimierung der Risiken wird das Zugangssystem fortlaufend weiterentwickelt und der IT-Umgebung dynamisch angespasst. Zusätzlich bestehen Risiken aus sich ggf. ändernden Rechnungslegungsvorschriften, die zu höheren Reservierungen führen können. Auf Grund der operativen Prozesse bestehen Kursrisiken beim An- und Verkauf von Fondsanteilen. Zur Minimierung dieser Risiken wurden angemessene prozessuale Maßnahmen ergriffen, deren vollständige Umsetzung bis Ende 2015 erfolgen wird. Sonstige Risiken Hierunter verstehen wir vor allem Risiken, die sich aus strategischen Geschäftsentscheidungen ergeben bzw. einen strategischen Bezug haben. Insbesondere das Risiko, das sich daraus ergibt, dass Geschäftsentscheidungen nicht dem geänderten Wirtschaftsumfeld angepasst oder mit zeitlicher Verzögerung umgesetzt werden. Diesen Risiken begegnen wir mit einem regelmäßig durchgeführten Risikokontrollprozess, indem die strategischen Risiken identifiziert, analysiert, bewertet, gesteuert, intensiv überwacht und kommuniziert werden. Auf folgende sonstige Einzelrisiken wird hingewiesen: Auf Grund der anhaltenden Niedrigzinsphase und der volatilen Kapitalmärkte ergeben sich mehrere Risikoszenarien, die uns belasten können. Einerseits steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Nachschuss in den Sicherungsfonds der Branche, an dem wir vertraglich seit 2006 beteiligt sind. Andererseits besteht auf längere Sicht das Risiko, dass die neu investierten Anlagevolumina die für die Erzielung des Garantieniveaus notwendigen Renditen nicht erreichen können. Aus den Policen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden, könnten Risiken hinsichtlich der richtigen Belehrung über das Widerspruchsrecht für den Versicherungsnehmer bestehen (Policenmodellrisiko). Aus diesem Grunde wurde im Jahr 2014 detailliert untersucht, ob und in welcher Höhe ein solches Risiko besteht. Aufgrund unserer Analysen ergab sich zum kein Rückstellungsbedarf. Die zukünftige Entwicklung wird weiterhin überwacht. Am 15. Januar 2015 hat die Schweizerische Nationalbank ihre bisherigen Maßnahmen zur Koppelung des Schweizer Franken an den Euro eingestellt. Aus der Aufhebung dieser im September 2011 eingeführten Untergrenze des Euro auf 1,20 Schweizer Franken könnten für unsere Gesellschaft Risiken aus dem währungskursbedingten Anstieg der vom Konzern in Rechnung gestellten Leistungen entstehen. Aus diesem Grunde werden wir die Kursentwicklung des Schweizer Franken weiter intensiv beobachten und den Einfluss auf die entstehenden Verpflichtungen untersuchen. Sobald die Analysen einen wesentlichen Einfluss auf die Verpflichtungen ergeben sollten, werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. 16 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

19 Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Zusammenfassend sehen wir unter Berücksichtigung der von uns ergriffenen Maßnahmen derzeit keine Entwicklungen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Gesellschaft bestandsgefährdend beeinträchtigen. Die aufgeführten Einzelrisiken werden mit den auf den Weg gebrachten Maßnahmen ausreichend abgedeckt. Die in diesem Bericht gemachten Aussagen und Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung treffen wir unter dem Vorbehalt, dass neben den hier aufgeführten Risiken bisher nicht prognostizierte schwerwiegende Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation auf den internationalen Finanzmärkten infolge insbesondere weiterer negativer Auswirkungen der Staatsfinanzkrise sowie Gesetzesänderungen einen erheblichen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit und -ergebnisse haben können. Die Vorschriften zur Solvabilität von Versicherungsunternehmen werden durch unsere vorhandene Eigenmittelausstattung vollständig erfüllt. Dem Sollbetrag für die Solvabilität von 1,4 Mrd. EUR stehen Eigenmittel ohne die Berücksichtigung von stillen Reserven in Höhe von 1,9 Mrd. EUR gegenüber. Die Solvabilitätsquote beträgt somit 136,1 %. Chancenbericht Die Zurich Gruppe Deutschland bietet mit ihren Gesellschaften ein umfassendes Portfolio an Versicherungs-, Finanz- und Serviceleistungen. Neben den in den vorherigen Kapiteln ausführlich erwähnten Risiken ergeben sich aus unserer Geschäftstätigkeit ebenso gute Möglichkeiten, das Neugeschäft, unsere Leistungskennziffern und die hohe Ertragskraft auf dem derzeitigem Niveau zu halten und sogar zu steigern. Aus diesem Grund wurden neue Garantieprodukte entwickelt, die sich an die veränderte Situation anpassen. Die Entwicklung der Rahmenbedingungen des Marktes, der sich stetig verändernde Versicherungsbedarf und -anspruch der Kunden, der demographische Wandel, technische Weiterentwicklungen sowie rechtliche und regulatorische Veränderungen bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten. Mit unseren Versicherungsprodukten bieten wir unseren Kunden passende und innovative Problemlösungen für Risikoschutz und Vorsorge. Die verbesserten Informationsmöglichkeiten und die breite Angebotsstreuung für den Kunden im Markt betrachten wir als Chance, uns mit unseren Produkten durch ein für den Kunden attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis erfolgreich im Markt zu positionieren. Bei uns stehen fondsgebundene Lösungen und Produkte zur Risikoabsicherung (Biometrie) im Vordergrund. Wir haben uns in 2007 sukzessive von den klassischen Policen verabschiedet und setzen aufgrund der Marktgegebenheiten auf moderne fondsbasierte Produkte u.a. mit dem DWS Premium Modell. In 2015 werden wir ein weiteres neuartiges fondsgebundenes Produkt für die Altersvorsorge präsentieren. Auch im Biometrie-Bereich werden wir ein innovatives Produkt am Markt platzieren: Der "Grundfähigkeits-Schutzbrief" bietet finanzielle Sicherheit für den Fall des Verlustes bestimmter grundlegender physischer Fähigkeiten. Mit der Einführung dieses Produktes werden wir das komplette Spektrum zur Absicherung der Arbeitskraft abdecken. Damit eröffnen wir unseren Vertriebspartnern eine breite Produktauswahl, um für jede Lebenssituation und jeden individuellen Kunden die richtige und bedarfsgerechte Absicherung zu bieten. Wir gehen weiterhin von einem steigenden Bedarf an Einmalbeitragsprodukten aus, und reagieren darauf mit den folgenden Produkten, die 2015 neu auf den Markt kommen werden: Vorsorge Garantie Plus sowie db ZukunftsRente select. Dabei haben wir erstmals unsere Kunden und Vermittler über eine Online-Community in den Produktentwicklungsprozess eingebunden. Den Veränderungen durch das LVRG begegnen wir mit der Vielzahl unserer Vertriebswege - dazu zählen unsere Ausschließlichkeitsorganisation, der Maklermarkt, die Bonnfinanz AG und die Deutsche Bank AG. Wir werden weiterhin mit allen Vertriebswegen stark am Markt auftreten und unseren Kunden die Möglichkeit geben, sich für den für sie besten Zugangsweg zu ihrer Absicherung zu entscheiden. Unsere Vertriebspartner unterstützen wir dabei mit neuartigen Produkten, dem bestmöglichen Service und intensiven Schulungsmaßnahmen. Im Bereich der Kapitalanlage profitieren wir bei der Erzielung einer angemessenen risiko-adjustierten Rendite von einem systematischen und strukturierten Investment-Prozess der Gruppe. Ziel ist es, ein möglichst stabiles Ergebnis im Zeitablauf zu erreichen. Daher verfolgen wir insbesondere in Bezug auf die mit der Kapitalanlage verbundenen Risiken eine konservative Ausrichtung. So sind wir bestrebt, unsere ALM-Risiken kontinuierlich zu betrachten und bestmöglich zu managen. Lebensversicherung Aktiengesellschaft 17

20 Mit dieser strategischen Ausrichtung sehen wir uns am Versicherungsmarkt hervorragend aufgestellt und können an Chancen, die der Markt in den Sparten der Versicherung bietet, umfangreich partizipieren. Vorgänge nach Geschäftsjahresschluss Mit Eintragung in das Handelsregister ist der zwischen der Lebensversicherung AG als abführender Gesellschaft und der DEUTSCHER HEROLD AG als empfangender Gesellschaft zum geschlossene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zum wirksam geworden. Damit wird zukünftig die Lebensversicherung AG ihr Ergebnis im Geschäftsjahr der Entstehung an die DEUTSCHER HEROLD AG abführen. Auftretende Verluste bei der Lebensversicherung AG werden von der DEUTSCHER HEROLD AG ausgeglichen. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten. Deutschland Ausblick In 2015 wird die Weltwirtschaft langsamer wachsen als erwartet, so die Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der IWF schraubte seine bisherige Prognose für das globale Wachstum um 0,3 Punkte auf 3,5 % nach unten. Grund dafür seien schwächere Aussichten für China, Russland, Japan und im Euroraum, hieß es bei der Vorstellung der Prognose in Peking. Vorteile durch fallende Ölpreise würden durch ungünstige andere Faktoren wie schwächere Investitionen wegen geringerer Wachstumserwartungen zunichte gemacht. Stagnation und niedrige Inflation geben nach wie vor einen Grund zur Sorge in Japan und der Eurozone, hieß es von den Ökonomen. Für Deutschland sagt der IWF nur 1,3 % Wachstum in diesem Jahr und 1,5 % im nächsten Jahr vorher. Das sind 0,2 beziehungsweise 0,3 Punkte weniger als bisher. Die Prognose für die Eurozone wurde um 0,2 Punkte nach unten auf 1,2 % korrigiert. Für das Jahr 2016 werden 1,4 % prognostiziert. Entsprechend dem Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung gehen dabei die wesentlichen Nachfrageimpulse vom Konsum und den Wohnungsbauinvestitionen der privaten Haushalte aus. Das außenwirtschaftliche Umfeld sei aufgrund geopolitischer Spannungen und des anhaltend schwachen Wachstums im Euroraum weiterhin schwierig. Der gesunkene Ölpreis sollte für Wachstumsimpulse sorgen. Insgesamt wird eine moderate Erhöhung der Exporte erwartet. Alles in allem nehmen die Verbraucherpreise in diesem Jahr um 0,8 % zu. Die Kerninflationsrate, welche die volatile Preisniveauentwicklung von Energie und Lebensmitteln ausschließt, werde in diesem Jahr 1,4 % betragen. Die Beschäftigung dürfte in Anbetracht des bereits erreichten hohen Niveaus etwas langsamer expandieren als in den Vorjahren. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg der Erwerbstätigkeit um Personen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen bleibe mit 2,9 Mio. Personen weiter unter der Drei-Millionen-Marke und die Arbeitslosenquote sinke in diesem Jahr um 0,1 Prozentpunkte auf 6,6%. Deutsche Versicherungswirtschaft Ausblick 2015 Laut der Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute und internationalen Organisationen ist das makroökonomische Umfeld derzeit insbesondere durch notwendige Anpassungsmaßnahmen nach der globalen Finanzkrise sowie durch die geopolitischen Risiken von einer erhöhten Unsicherheit geprägt. Abweichende konjunkturelle Entwicklungen könnten damit auch Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklungen in der Versicherungswirtschaft mit sich bringen. Ende Januar wurde vom Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel der Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung unter dem Titel Investieren in Deutschlands und Europas Zukunft vorgestellt. Zu den drei wichtigsten Themen aus Sicht der deutschen Versicherungswirtschaft zählen dabei: 1. Investitionen steigern und Infrastruktur ausbauen - nach Aussage des GDV begrüßt die Versicherungswirtschaft dieses Vorhaben und steht bereit, einen signifikanten Beitrag zur Finanzierung zu leisten, 2. geldpolitischen Kurswechsel durch konsequente Weiterführung der Strukturreformen ermöglichen und 18 Lebensversicherung Aktiengesellschaft

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