Dr. Markus Zürcher, Generalsekretär der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

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1 Dr. Markus Zürcher, Generalsekretär der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften DAS SCHWEIZERISCHE GESUNDHEITSSYSTEM: EIN FALL FÜR DIE AKADEMIEN Ein nachhaltiges Gesundheitssystem für die Schweiz Bern, 4. Dezember 2012

2 AUFBAU Träger und Akteure Handlungsanlass und Ziele Einordnung der einzelnen Projekte in das Gesamtprojekt

3 TRÄGER UND AKTEURE! Fünf Teilprojekte Studie Methoden zur Bestimmung von Nutzen bzw. Wert medizinischer Leistungen, publiziert und präsentiert 29. März 2012 in Bern; Publifocus Nutzen und Kosten medizinischer Behandlungen, publiziert und präsentiert 29. November in Bern; Studie Effizienz, Nutzung und Finanzierung des Gesundheitswesens, 4. Dezember 2012; Positionspapier Nachhaltige Medizin der SAMW vom 7. November 2012 Roadmap zu einem nachhaltigen Gesundheitssystem, 4. Dezember 2012

4 Institutionelle Träger! Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) Technologiefolgenabschätzung Schweiz (TA-SWISS)

5 Mitglieder der Steuerungsgruppe! Prof. Dr. Peter Suter als Präsident (Past President SAMW) Dr. Hermann Amstad (Generalsekretär SAMW) Dr. Sergio Bellucci (Geschäftsführer TA-SWISS) Prof. Dr. Nikola Biller-Andorno (Direktorin des Instituts für Biomedizinische Ethik der Universität Zürich) Barbara Gassmann (Vizepräsidentin des Schweizerischen Berufsverbandes der Pflegefachpersonen SBK-ASI) lic. phil. Martina Hersperger (Leiterin der Abteilung Daten, Demographie, Qualität DDQ der FMH) Prof. Dr. Fred Paccaud,(Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne) Prof. Dr. Daniel Scheidegger (Chefarzt Anästhesie am Universitätsspital Basel und Mitglied SWTR) Dr. Markus Zürcher (Generalsekretär SAGW und Akademien Schweiz)

6 HANDLUNGSANLASS UND ZIELE Mengenausweitung und Kostenwachstum Die Gesundheitsleistungen bzw. Krankheitskosten in der obligatorischen Grundversicherung und in der freiwilligen Zusatzversicherung stiegen von 37 Milliarden Franken auf geschätzte 65 Milliarden im laufenden Jahr an, was einer Ausgabensteigerung von rund 75% entspricht. Die Bruttoleistungen je versicherte Person in der ambulanten Medizin haben im selben Zeitraum um 30% zugenommen, bei den Medikamenten um über 60%. In der Folge haben sich die Prämien für die Krankenkassen über die letzten zehn Jahre um 50% erhöht, jene für junge Erwachsene verdoppelt.

7 Belastete Bevölkerung! nur bedingt tragbare und tragfähige Finanzierung Rund 30% der Versicherten beziehen Prämien-verbilligungen, wofür Bund und Kantone jährlich 4.3 Milliarden Franken aufwenden. Die vom Bundesrat formulierte Zielvorgabe, dass niemand mehr als 8% seines Einkommens für Prämien ausgeben soll, wird nicht erreicht: Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern, deren Einkommen genau dem Median entspricht, gibt in Zürich 14%, in Bern 16% und in Basel-Stadt 17% des verfügbaren Einkommens für Prämien aus. Gemäss einer Umfrage der GfS-Bern stellen die Krankenkassenprämien für 46% der Bevölkerung manchmal oder dauerhaft ein finanzielles Problem dar.

8 Ausgeweitetes Angebot deckt den! ausgewiesenen Bedarf nicht ab Der sich verschärfende Mangel an Hausärzten führt zu Lücken in der Grundversorgung. Der Mangel an Pflegefachkräften wirkt sich in der spitalinternen wie in der spitalexternen Pflege negativ aus: Zeit für die für das Patientenwohl besonders bedeutsame Zuwendung wird knapp oder fehlt gänzlich. Jedes zweite Kind hat lauft dem Berufsverband Kinderärzte Schweiz keinen eigenen Kinderarzt, so dass Kinder mit teilweise gravierenden Folgen in Notfallkliniken behandelt werden. Jeder vierte, in der Schweiz tätige Arzt verfügt über ein ausländisches Diplom: Behandlungsfehler, die durch fehlende Sprachkenntnisse oder mangelnde Qualifikationen verursacht werden, häufen sich. 75% der SchweizerInnen möchten zuhause sterben, gestorben wird jedoch am häufigsten im Pflege- und Altersheim und am zweithäufigsten im Spital. In jüngster Zeit wird auch in der Presse berichtet, was bisher nur in Fachkreisen diskutiert wurde: Die Vermutung, dass rund ein Drittel der Diagnosen und Behandlungen unnötig sind und diese oft mehr schaden als nützen.

9 Vieles deutet daraufhin, dass fragmentierte und zersplitterte Zuständigkeiten in Verbindung mit nicht hinreichend auf ihre Wirksamkeit geprüften, durch Interessen unterschiedlichster Provenienz bestimmten Leistungskatalogen und in Verbindung mit je länger je weniger durchschaubaren Finanzierungsmechanismen und Finanzströmen ein System wohl organisierter Verantwortungslosigkeit begründen.

10 TRANSPARENZ ORIENTIERUNG HANDELN Transparenz Methoden zur Bestimmung von Nutzen bzw. Wert medizinischer Leistungen Effizienz, Nutzung und Finanzierung des Gesundheitswesen Orientierung Positionspapier Nachhaltige Medizin Handeln Roadmap für ein nachhaltiges Gesundheitssystem

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